VIII. Ich will keinen Mann!

Dieses Thema im Forum "Ondaron" wurde erstellt von Yukiko, 13. Mai 2018.

  1. Akataja

    Akataja Pirat

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    Achilles! Achilles der Jäger, der Krieger, der Held.
    Achilles kam damals in das Dorf von Poca und Kelsier in dem Jahr als Kelsiers Vater gestorben war. Der junge Mann war damals nicht mehr als ein heimatloser Wanderer. Achilles Vater war ein unbekannter Jäger, der bei der jagt umkam und seine Mutter starb an einer Krankheit als er noch ein kleines Kind war. Er war ein wandernder Niemand mit einer Passion fürs Jagen.
    Als Achilles in das Dorf kam stand es kurz vor dem aus, Piraten hatten das Dorf überfallen, alle Nahrung und Felle waren weg und es war die Jahreszeit, da es zu gefährlich war zu jagen, denn die Terrorwölfe waren besonders aggressiv und es wagte sich kaum jemand in den Wald, zudem waren viele der Männer im Kampf gegen die Piraten gestorben.
    Achilles aber kannte keine Angst, er ging in den Wald um zu jagen und versorgte das ganze Dorf mit seiner Beute, ohne über eine Belohnung nach zu denken. In den Augen der Dorfbewohner machte ihn das zum Helden und vor allen in den Augen des kleinen Kelsier. Er war nicht nur irgend ein Fan, er war sein größte Fan und Achilles gefiel die Begeisterung, die der Junge zeigen konnte. Die beiden wurden rasch Freunde und Kelsier freute sich wieder jemanden zu haben, zu dem er aufsehen konnte. Achilles war für ihn wie ein großer Bruder, er erzählte ihm spannende Geschichten und brachte ihm und Poca Jagttrophäen mit und jede einzelne Trophäe brachte auch wieder eine spannende Geschichte.
    Kelsier lernte von Achilles die Grundlagen der Jagt, aber im Gegensatz zu Achilles war Kelsier kein Naturtalent. Tatsächlich schien das Jagen Achilles im Blut zu sein, es schien kein Ziel zu geben das er nicht traf und keine Beute die er nicht erlegen konnte, er war schnell, stark und leise, konnte Spuren finden wo sonst niemand etwas sah und verdiente sich Respeckt überall auf der Insel, während Kelsier es nicht mal schaffte alleine einen Kinderbogen zu bespannen oder sein Ziel auf fünf Meter Entfernung traf.
    Achilles glaubte trotzdem an seinen kleinen Bruder.

    „Du kannst alles schaffen Kelsier!“ sagte er ihm einmal als sie beim Angeln waren „Du bist aus dem genau richtigen Holz geschnitzt. Alles was du noch brauchst ist Zeit… weißt du, sich zu beweisen ist wie ein Dauerlauf, sehr lang und anstrengend und manchmal glaubst du, du schaffst es nicht… aber eines sage ich dir, gebe diesen Dauerlauf niemals auf! Dann schaffst du alles was du willst.“

    Und jetzt? Jetzt saß Kelsier in seinem Zelt, Achilles war tot und er war allein. Er war doch auf diese Reise gegangen um endlich ein Mann zu werden und sich zu beweisen, er wollte seinen Dauerlauf gewinnen... und nun schien alles vorbei? Aber war wirklich alles vorbei?
    „Nein!“ Kelsier sprach zu sich selbst in dem Zelt, er sah auf seine Hände die immer noch zitterten bevor er seinen Bogen ergriff „Meinen Dauerlauf geb ich niemals auf….“ Seine Stimme zitterte und war leise „Ich gebe nicht auf!“ jetzt schrie er schon, hoffte das ein Schrei seine Angst verscheuchen würde. Seine Aufgabe stand für ihn fest, er musste die Bestie erlegen die Achilles getötet hatte, durch dieses einfache Ziel konnte er alles andere verdrängen, seine Angst, seine Trauer, seine Tränen und sogar die Gedanken an seine Mutter Poca…


    Ein der häufigsten Fragen, deren sie Poca in ihrem Leben stellen musste, war was ihr Glaube ihr eigentlich bringen würde? All die Rituale, all das Beten, das Ausschau halten nach Zeichen und all die selbst aufgelegten Regeln, was soll das alles gebracht haben? Was soll man so jemanden Antworten, jemanden der seine Augen und seinen Verstand verschließt? Natürlich ist Poca mit ihrem Glauben aufgewachsen und könnte sich gar nicht vorstellen wie es wäre nicht zu glauben, aber es gab da noch eine andere Antwort. Der Glaube gab ihr nämlich schon immer Kraft und Hoffnung und das war sehr wichtig, vor allem in Zeiten wie diesen.
    Poca hatte wirkliche Angst um das Leben ihres Sohns, Kelsier, sie wusste nicht wo er war oder was er tat, nur das er in großer Gefahr war. Die einzigen Leute die ihr helfen wollten, waren Fremde von weit weg und es hätte keinen logischen Grund gegeben ihnen zu trauen oder wegen ihnen weniger beunruhigt zu sein. Doch Poca glaubte an die Zeichen die ihr widerfahren waren, sie brauchte nur zu warten und an ihrem Glauben fest zu halten und alles würde gut werden.
    Es war schon einiges an Zeit vergangen seit dem die Fremden losgegangen waren und Poca sollte jetzt einfach zurück nach hause gehen und ihre Gebete sprechen und auf die sichere Rückkehr von Kelsier warten. Aber wie sollte das gehen? Sie war noch immer viel zu aufgeregt, darum entschloss sie sich noch ein paar Kräute zu suchen, mit den richtigen Kräutern und Ölen konnte sie vielleicht den Rauch der Visionen erzeugen und erfahren wie es um Kelsier und die anderen stand?
    Als sie gerade auf einer Lichtung angekommen war und glaubte einige der Kräuter zu sehen, kamen ihr ein paar Männer entgegen gelaufen, völlig abgehetzt. Sie erkannte sie sofort wieder, die beiden gehörten zu den Jägern mit denen Kelsier unterwegs war! Sofort kam wieder die besorgte Mutter in ihr zum Vorschein und sie lief herüber zu den beiden, packte den einen sogar am Kragen.

    „Was macht ihr beiden denn hier!?“ ihre Stimme zitterte „Seid ihr etwa verletzt? Ist das Blut!? Was ist passiert? Wo ist Kelsier!?“

    „Poca?“ Fragte der andere noch verwundert „Komm lieber schnell mit uns! Wir müssen weg von hier!raus aus dem Wald! Das Lager wurde von Krull angegriffen!“

    Diese Nachricht war wie ein Schock, die Kraft verließ Pocas Hände und sie glitten vom Kragen des Jägers und fielen an ihre Seite „Krull?“ Natürlich wusste sie wer Krull war und was es zu bedeuten hatte wenn diese Bestie Jäger überfiel.

    „Alles passierte so schnell, die Bestie zerriss unsere Palisaden als wäre es Papier, es war ein einziges Blutbad… Erst hat die Bestie Achilles gerissen und dann kamen ein paar Fremde an die Reihe.“


    „Fremde!?“ Pocas Augen weiteten sich, waren dass ihre neuen Freunde gewesen? Hatte sie sie direkt in den Tot geschickt!? „Was für Fremde? Was ist passiert!? Was ist mit Kelsier!? Geht’s ihm gut!?“ Sie hatte den Jäger vor sich wieder am kragen gepackt und schüttelte ihn „Wo ist mein Junge!?“

    „K-keine Ahnung Poca! Wir haben die erste Gelegenheit genutzt um uns in Sicherheit zu bringen… und das solltest du auch! Möglich das die Bestie uns gefolgt ist.. ich glaube sie will noch mehr Blut! Jeder weiß das der Hunger von Krull nicht zu stoppen ist!“ Die beiden Burschen hatten sich wohl durch die Lagerfeuergeschichten über Krull ein wenig zu sehr beeinflussen lassen, aber man konnte es ihnen nicht verübeln wenn sie vor so einer riesigen Bestie lieber flohen. „Jeder der im Lager geblieben ist, ist wahrscheinlich tot Poca, nicht mal Achilles konnte das Biest aufhalten!“

    Poca wusste was zu tun war, sie stieß den Jäger von sich und lief in die Richtung aus der die beiden gekommen waren, sie musste es wissen, sie musste es mit eigenen Augen sehen!

    „Stop Poca!“ rief der andere ihr noch hinterher „Da lang rennst du doch genau zu der Bestie!“ Doch Poca hörte ohne nicht, oder wollte ihn nicht hören.
     
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  2. Tanith Sagitar

    Tanith Sagitar Pirat

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    Kurz nachdem er von seiner Überprüfung der Spuren des Wolfes zurück war bekam Tanith unerwarteter Weise eine Karte in die Hand gedrückt. Eine Karte die so alt war, dass man von ihr wohl nur mit angemessenen Höflichkeitsfloskeln sprechen sollte. Das Ding wirkte derart fragil, dass Tanith sich im ersten Moment nicht sicher war ob er es wagen konnte mit der Karte in der Hand zu atmen ohne Gefahr zu laufen eben diese Karte versehentlich zu schupfen. Aber da die Karte auch Yukis "liebevollen und zärtlichen" Griff überstanden hatte, war sie wohl doch etwas robuster als sie aussah.
    In einer Ecke der Karte war eine unnötig ungenaue und sentimentale Nachricht für einen gewissen Jack geschrieben. Während er versucht ihre genaue Position auf der Karte zu bestimmen, Tantih war nicht sonderlich gut darin Karten zu lesen, grummelte er leise vor sich hin. „Warum zum Teufel müssen Schatzkarten immer Handskizzen von Leuten sein die keine Ahnung von Karten haben? Wenigstens eine Windrose und ein Gitter sind doch nicht zu viel verlangt.“
    Einige Augenblicke später machte Tanith sich auf den Weg in die Richtung von der er glaubt, dass sie mit etwas Glück irgendwann auf die mit einem roten Kreuz markierte Stelle stoßen könnten … vielleicht.

    Während seine zwei Begleiterinnen sich darüber unterhielten woher Ebony, so der Name der Eulenfrau, die Karte genau hatte hörte Tanith still zu. Die Geschichte um Jack war irgendwie seltsam. Er schätze, dass die Karte wenigstens 30 Jahre alt war, wahrscheinlich sogar älter. Nahm man an, dass Jack zwischen 10 und 14 war als sein Vater die Karte zeichnete musste Jack Heute in den Mittvierzigern sein, vielleicht sogar schon deutlich jenseits der 60. Das klang irgendwie nicht gerade nach einem Mann der noch losrannte um den Schatz zu suchen den sein Vater vor einem halben Jahrhundert versteckt hat. Allerdings war es durchaus vorstellbar, dass eben doch genau das passiert war und außerdem musste er zugeben, er war sich bei dem Alter der Karte alles andere als sicher.
    Es dauerte nicht allzu lange bis vor ihnen ein ziemlich großer und äußerst ruhiger See zwischen den Bäumen auftauchte. Die Landschaft wirkte beinahe als hätte jemand ein Gemälde aus einem Museum genommen und es mitten im Wald nachgebaut. Sogar eine kleine Insel in der Mitte des Sees war zu sehen. Eine derart perfekte Naturidylle konnte sich beim Besten willen niemand ausdenken. Aber war so ein Ort wirklich geeignet um einen Schatz zu verstecken?
    Nun, soweit Tanith es sagen konnte waren sie an dem Ort den die Karte markierte oder zumindest sehr nah dran. Der Detailgrad der Karte ließ kaum mehr vermuten als, dass das Kreuz den See bezeichnete und wenn er hätte raten sollen hätte Tanith gewettet, dass der Schatz, oder was immer laut Jacks Vater als Schatz durchging, auf der Insel.
    Der Weg zur Insel selbst schien dafür aber fast schon zu einfach um wahr zu sein. Steine von denen einige fast groß genug waren um darauf zu übernachten bildeten einen extrem offensichtlichen Weg bis zur Insel. Wenn man sich halbwegs geschickt anstellte bekam man nicht mal nasse Füße.

    Bevor er oder Yuki die Chance hatten den Weg genauer unter die Lupe zu nehmen erklärte Ebony sich bereit sich das ganze Mal aus der Luft anzuschauen. Und als sie wenige Minuten später wieder kam um Bericht zu erstatten stellte sich auch direkt heraus, dass eine gesunde Skepsis angebracht war. Einige der Steine waren wohl nicht so solide wie es den Anschein hatte und würden einen schnell ins Wasser befördern, wenn man sie betrat. Das allein wäre natürlich noch nicht kritisch gewesen, dass da aber noch irgendein Vieh im See hockte und auf Leckerli wartete verkomplizierte es deutlich schwimmen zu wollen.
    Da sie nun aber eine grobe Vorstellung davon hatten was sie erwartete gab es einen einfachen Weg zur Insel. Man musste nur die falschen Steine finden und eben genau auf diese nicht drauftreten. Tanith fing sofort an sich die Taschen mit größeren Steinen und dergleichen zu füllen. So konnte er aus sicherer Entfernung rausfinden welcher der Steine echt war und welcher nicht. Als Yukiko anfing sich ebenfalls Steine zu suchen schüttelte er nur den Kopf. „Die wirst du wahrscheinlich nicht brauchen. Aber wenn du ein Seil dabeihast, dass lang genug ist um den Weg bis zur Insel zu überspannen wäre das extrem nützlich.“

    Zwar waren derart lange Strecken Seil nicht unbedingt normales Reisegepäck, immerhin waren hier gut und gerne 100m zu überbrücken, aber jeder der länger als ein paar Stunden zur See fuhr merkte schnell, dass Seil auf einem Schiff in riesigen Mengen gebraucht wurde. Entsprechend hatte Yuki sogar wirklich genug Seil in ihrem Gepäck.
    Nur wenige Minuten später hatte Yuki ihm das Seil mit einem Knoten um die Brust gebunden der derart komplex und schwer wirkte, dass Tanith sich absolut sicher war ihn ohne Messer, oder Sprengstoff, niemals alleine aufbekommen würde. Allerdings hatte sie ihm auch genau erklärt an welchem Stück Seil er ziehen musste, damit diese aus Hanf geflochtene Monstrosität sich wie von selbst auflöste.
    Jetzt da alles soweit bereit war schaute er seine zwei Begleiterinnen nochmal ruhig an und ging ein letztes Mal seinen Plan mit ihnen durch. „Ok, Ebony, du fliegst über dem See und schaust ob du dieses ungeheuer siehst und gibst uns eine Warnung wenn es sich den Steinen nähert. Yuki, du hältst das Seil fest, damit es hinter mir nicht ins Wasser fällt und wenn irgendwas ist kannst du mich damit zurück an Land ziehen.“ *Und wenn das Vieh mich doch frisst hast du es direkt an der Angel … toller Trost.* „Sobald ich dann drüben bin, klettere ich ein Paar Meter einen Baum hoch und binde das Seil dann fest. Ihr macht inzwischen hier das gleiche und so haben wir uns für später einen Weg gebaut der nicht über den See führt und wir umgehen diesen Unsinn mit den Steinen.“
    Nachdem sowohl Ebony als auch Yuki deutlich machten, dass sie seinen Plan verstanden hatten stellte Tanith sich ans Ufer und griff in eine seiner Taschen. Er holte einen kleinen spitzen Stein hervor und warf ihn zielsicher auf einen der Steine im See. Sein Geschoss prallte harmlos ab und platsche ins Wasser. *Echt* notierte er mental und machte weiter. Binnen weniger Minuten ging Tanith methodisch und ruhig jeden Stein durch und versuchte im Geiste schon Mal seinen Weg zu planen.

    Als er schließlich fertig war und sich einen genauen Weg zurecht gelegt hatte stellte Tanith sich vor den See, schüttelte nochmal die Beine aus und drehte sich zu den beiden Frauen um. „3 … 2 … 1 … LOS!“ Bei los sprintete er so schnell er konnte Richtung Insel und hatte bereits binnen weniger Augenblicke ein gutes Dutzend der Steine hinter sich gelassen. Natürlich hatte Tanith keine Lust länger als nötig Lebendköder für irgendeinen Monsterfisch zu spielen den Jacks Vater in diesem See gefunden oder ausgesetzt hatte. Fische kauten ihre Nahrung nicht, sondern verschluckten sie fast ausnahmslos im Stück. Das bedeutete, wenn er gefressen wurde konnte er sich womöglich auf ein langsames und qualvolles Ende in den Eingeweiden dieses Viehs gefasst machen.
    Als Tanith gut und gerne die Hälfte der Strecke hinter sich hatte hörte er etwas von oben. Es konnte das Geräusch nicht 100%ig zuordnen, aber er vermutete, dass Ebony etwas gesehen hatte. Er versuchte noch etwas an Tempo zuzulegen. Das war zwar nicht gerade einfach auf den teilweise glitschigen Steinen aber eine wirkliche Wahl hatte er in dem Moment wohl kaum. Höchstens eine Sekunde später explodierte plötzlich schräg vor Tanith die Oberfläche des Sees und irgendwo zwischen dem tosen der Wassermassen und dem tiefen grollen eines hungrigen Wasauchimmer war ein leise „oh Scheiße“ zu hören.
     
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  3. Wavami

    Wavami Pirat

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    Wavami musste sich wirklich zurückhalten, Kelsier nicht hier und jetzt eine Ansage zu machen. Sie hatte nie den Umgang mit Kindern, oder besser gesagt Jugendlichen gelernt. Auch sie selbst hat ja außer absolutem Gehorsam nie irgendeine Art von „Erziehung“ genossen. Deshalb war der Junge für sie gerade mehr irrational und nervtötend als alles andere. Er, gerade ER war also laut den Standards dieser Insel bereit, ein Mann zu werden? Sie musste sagen, sie war da eindeutig mehr auf der Seite seiner Mutter. Er war ihrer Meinung noch lange nicht so weit. Selbstverständlich, Achilles war gerade gestorben und er war allem Anschein nach eine sehr wichtige Person für ihn, zu der er aufgesehen hat, aber muss er dem Biest dann nachjagen, das einen offensichtlich besseren Jäger getötet hat? Und ihnen Vorwürfe machen, sie hätten gar nicht erst nicht versucht ihm zu helfen? Hat er etwa gesehen, wie sie bei dem sterbenden Krieger saß und all ihre Möglichkeiten einfach erschöpft waren? Natürlich tat es der Ärztin sehr leid, dass sie ihm nicht helfen konnte, aber sie sah nicht ein, immer wieder aufs Neue dafür angegangen zu werden. Das Einzige, was sie im Endeffekt wirklich davon abhielt, ihn zur Sau zu machen, war die Tatsache, dass Akataja diesem Wahnsinn auch noch zustimmte. Die Überraschung über seine Entscheidung, ließ ihren Zorn für den Moment erst einmal verschwinden.

    Sie musste zugeben, sie war wirklich, wirklich nicht begeistert. Es wollte ihr einfach so gar nicht gefallen, dass sie jetzt Kelsier bei seinem Himmelfahrtskommando Kroll zu jagen unterstützen sollten. Selbstverständlich war es die bessere Variante, wenn man mal mit den anderen Optionen verglich, aber sie hatte eigentlich ehrlich nicht vor, diesen Terrorwolf so bald noch einmal wiederzusehen.

    Das ließ sie nach Akatajas Erklärung außerhalb vom Zelt auch in einem tiefen Seufzer deutlich werden. „Ich weiß, ich bin nur absolut kein Fan von der Idee, diesem Biest jetzt auch noch hinterherzulaufen, wo er doch grad erst weg ist. Aber anscheinend kommen wir da nicht drumrum.“ Sie sah ihren Gegenüber voller Ernst an. „Aber pass gut auf deine Wunde auf, die darf nicht wieder aufgehen.“ Sie legte ihre Wange in die Handfläche „Es kann ja auch nie einfach laufen, oder? Ich hatte echt gehofft, dass der Junge ein Feigling ist und wir jetzt gehen könnten, hahaha.“ Die Absurdität der Situation brachte Wavami nun doch zum Lachen. Es brachte ja schließlich auch nichts, wenn sie sich die ganze Zeit darüber aufregte. Daran ändern konnte sie jetzt auch nichts mehr.

    Phil und Kelsier folgten den beiden schließlich aus dem Zelt hinaus. „Hast du alles was du brauchst?“ Wavami ging bewusst erst einmal nicht auf die Tatsache ein, dass der Junge mehr als deutlich eben geschrien hat. Sie ging einfach nicht davon aus, dass er gerade mit ihr von allen Personen darüber reden wollte. Er antwortete ihr einfach und simpel. „Ich bin bereit.“ So war ihr das nur recht.

    Da Wavami und Akataja noch genau wussten, in welche Richtung Kroll verschwunden war, war der Ausgangspunkt der Verfolgung natürlich schnell ausgemacht. Die grobe Richtung behielten sie auch bei, zumindest soweit wie sie selbst das beurteilen konnte. Sie kannte sich nicht mit spurenlesen aus, aber wofür hatten sie denn einen Jäger in Ausbildung dabei? Und verlaufen war auch sehr unwahrscheinlich, schließlich kartographierte Akataja ja die Insel. Also versuchte sie sich in diesem Punkt nicht zu viele Sorgen zu machen und konzentrierte sich lieber darauf, noch ein paar Pflanzen im Laufen mitzunehmen. Es war einfach die perfekte Möglichkeit und es freute sie jedes Mal aufs Neue. Immerhin würde sie dann in Zukunft um einiges nützlicher sein können, auch wenn es mal um kompliziertere Dinge ging.

    Appropos komplizierter, sie sah etwas auf dem Boden liegen. Ein Fuchs lag von einigen abgebrochenen Ästen eingeklemmt am Boden. Bei genauerem Hinschauen fiel ihr auf, dass er sich nicht bewegte. Sie blieb sofort bei ihm stehen und sagte den anderen, dass sie kurz warten sollten. Kelsier war nicht sehr begeistert, aber Wavami sagte nur: „Wir waren ihm nicht direkt auf den Fersen, wir folgen nur seinen Spuren, diese eine Minute die ich brauche wird nichts ändern.“ Schnell und vorsichtig hob Wavami die Äste von dem Tier und stellte fest, dass er sich nicht bewegte, weil er nicht bei Bewusstsein war. Bei genauerer Betrachtung konnte sie aber keine Kopfverletzung feststellen, es hatte einen stabilen Puls und atmen tat das Tier auch noch. Also ging sie davon aus, dass der kleine durch den Schock und die Anstrengung seines Befreiungsversuchs einfach überanstrengt geworden ist und schlief. Vorsichtig hob sie ihn hoch auf ihren Schoß und tastete ihn schnell ab – nichts gebrochen wie es aussah. Nur ein paar leichte Schürfwunden. Um diese beim Heilen zu unterstützen zerdrückte sie einige Blätter, die sie vorhin gesammelt hatte, zu einer Paste und strich sie auf die Schürfungen. Als sie fertig war stand sie wieder auf und legte das Tier in einen nahen Busch, damit es versteckt weiterschlafen konnte.

    Kroll hat ihn nicht gerissen, obwohl er direkt auf seinem Pfad war. Er muss also wirklich irgendetwas sehr wichtiges zu tun gehabt haben, dass er Beute einfach ignoriert…, schlussfolgerte Wavami im Stillen, während sie sich zu den anderen umdrehte. „Ok, ich bin fertig, wir können weiter.“
     
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  4. Akataja

    Akataja Pirat

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    Phill hatte die drei jungen Leute noch begleitet bis zum Rand des Camps, wo Krull durch die Palisaden gebrochen war, als wären sie aus Papier. Taja war beeindruckt von diesem Bild der Zerstörung, Krull war die erste legendäre Bestie die er jemals gesehen hatte und er musste zugeben, dass er nicht besonders wild darauf war, sich noch einmal mit ihm anlegen zu müssen. Die Wunde auf seiner Brust brannte noch immer schmerzhaft und er wusste nicht einmal, ober dem Biest irgend eine nennenswerte Wunde hatte beibringen können. /jetzt verstehe ich warum Onkel Vince seine Geschichten immer ausgeschmückt hat… wenn ich die hier irgendwann erzähle, dann sollte ich sie auch ausschmücken./

    „Ihr solltet euch wirklich von Krull fernhalten, er hat sich zurück gezogen und darüber sind wir alle froh.“ Phill stand neben Taja und sah zu dem jungen Kelsier „der kleine ist alles andere als ein super Jäger, aber es ist auch nicht sehr schwer der Spur von Krull zu folgen… wenn ihr könnt versucht Kelsier irgendwie von diesem Weg abzubringen.“
    Taja nickte Phill nur zu bevor die drei dann aufbrachen, was sollte er ihm noch weiter sagen, was er nicht schon wusste?

    Unterwegs hatte Wavami einen Fuchs gefunden, den sie auch gleich behandelte. Aka und Kelsier standen erst einmal nur daneben und sahen ihr dabei zu.

    „Wirst du diesen Fuchs später jagen?“ fragte der Schwertkämpfer den Jungen, während beide auf das Tier sahen.

    „Nein… viel zu jung und zu klein.“

    „Das hat die Bestie wohl auch gedacht… aber…“ Tajas Blicke schweiften von seiner Karte über den Rand und zwischen die Bäume, er hatte etwas gesehen „Der da scheint nicht so viel Glück gehabt zu haben.“

    Kelsier blickte in die selbe Richtung „was ist das?“

    Die beiden verließen den Pfad und gingen zwischen die Bäume zu einem weiteren Tier, ein Hirsch der so wie der Fuchs leblos im Gras lag. Dieser hier war jedoch wirklich tot. Das Blut war bereits getrocknet und der Körper kalt. Taja fiel gleich auf, dass auch hier keine Spuren von Krallen oder Zähnen zu sehen waren, zudem war das Geweih sauber abgeschnitten.

    „Ich verstehe, die Jagt.“ Sie waren noch immer recht nahe am Lager, kein Wunder also hier auf ihre Beute zu treffen.

    „nein.“ Kelsier hockte bei dem Hirsch und fuhr mit seinen Fingern über die Stümpfe des Geweihs.

    „Nein?“

    „Nein, keine Jäger.“

    „Ach nein? Und was dann?“

    „Wilderer.“ Kelsier drehte den Hirsch und fand ein Einschussloch, dieses Tier hier war durch eine Kugel gestorben.

    „Und wo ist da der Unterschied? Das Tier wurde gejagt und ist nun tot.“

    „Wenn wir jagen gehen, dann tun wir das fürs Dorf. Wir brauchen das Fleisch als Nahrung und das Fell als Kleidung, wir verarbeiten so viel es geht. Wir achten auch darauf was wir jagen, wir wollen dem Wald ja keinen Schaden zufügen. Die Wilderer jagen nur wegen dem Geld, sie haben dem Hirsch das Geweih abgeschnitten und den Rest einfach weggeschmissen, weil sie das Geweih am teuersten verkaufen können.“ Kelsier stand auf und blickte sich wieder um „Das hier wird nur einer von vielen sein. Diese Wilderer sind uns ein Ärgernis, aber sie müssen schon vor langer Zeit weiter gezogen sein. Die ziehen ohne Plan quer durch den Wald und jagen alles blind.“

    „Ist es möglich, dass die Wilderer Krull erst aufgescheucht haben? Und er deswegen das Lager angegriffen hat?“

    „Ich weiß nicht… schwer zu sagen, gut möglich.“ Kelsier seufzte „Jetzt sollten wir erstmal weiter der Spur von Krull folgen.“

    Kelsier ging dann einfach weiter, Taja und Wavami folgten ihm.
    Akataja arbeitete weiter an de Karte, inzwischen hatte er ja einige Wege gefunden und es ergab sich langsam ein Bild von der Umgebung. Vielleicht würde ihm die Karte ja später helfen den Weg zu den anderen zu finden, zudem versuchte er auch irgendwie heraus zu finden, wo Krull jetzt wohl sein könnte und wie man ihm umgeht und dann waren da jetzt auch noch diese Wilderer? Taja hielt die Augen nach weiteren Kadavern offen und notierte alles auf der Karte, mit etwas Glück würde er vielleicht den Weg der Wilderer zurück verfolgen können.

    Am Anfang war es noch leicht Krulls spur zu folgen, die Pranken der Bestie und das hohe Tempo trugen dazu bei das man überall Pfotenabdrücke und Kratzer und ähnliches sah. Doch mit der Zeit wurden die Spuren immer weniger und Kelsier’s Fähigkeiten als angehender Jäger ließen ihn im Stich. Man konnte seine Frustration geradezu spüren als er merkte dass sie ein paar mal im Kreis gegangen waren.
    Akataja wusste das bereits und er ließ den Jungen absichtlich in die Irre gehen, so waren sie alle Sicher und die Zeit war auf ihrer Seite. Wavami schien damit einverstanden, auch sie war nicht darauf erpicht nochmal auf Krull zu treffen.

    „Der Junge wird irgendwann müde“ Flüsterte Taja zu Wavami als Kelsier das zweite mal an der selben Kreuzung ankam „Mein Meisterin, die mir das Schwertkämpfen beibrachte, hat mal gesagt, dass ein müder Krieger einfacher zu belehrten ist, als ein zorniger…. Dabei saß sie auf meinem Rücken und ich hab versucht zu meinem Schwert zu kriechen… hoffen wir, dass das hier nicht nötig sein wird.“ Wavami sah etwas verwundert zu Akataja, glaubte sie ihm nicht? Oder hatte sie Fragen dazu? /Ich wünschte die Geschichte wäre wirklich erfunden…/ Fürs erste sollten die beiden jedoch schweigen, Kelsier sollte sich ruhig erschöpfen und nicht misstrauisch werden.

    Dann, nach einiger Zeit.

    „Verdammter Mist!“ der plötzliche Ruf von Kelsier zerriss die Stille und schreckte einige Vögel auf.

    Der Junge schlug zornig mit seiner Faust gegen den Baum, an dem sie nun schon zum dritten mal vorbei gekommen waren. Taja konnte sehen, dass der Junge mit den Tränen kämpfte. Taja hoffte, das nun ein guter Moment wäre, die Anspannung von Krulls Angriff war verflogen und der Schock des Todes sollte auch aus den Knochen gefahren sein. Jetzt gerade sollte ein Junge wie Kelsier nur Erschöpfung spüren, das würde vielleicht reichen um etwas Vernunft in diesen Schädel zu bekommen.

    „Lass es gut sein.“ Taja fühlte sich nie wirklich sicher dabei wenn er anderen sagte was sie tun sollen, er war eben ein einfacher Soldat und kein Anführer „Krull ist doch schon lange Weg und selbst wenn du ihn wieder findest, bist du doch schon viel zu müde und könntest nicht mal was gegen ihn machen, wenn du in Topform wärst.“

    „Aber“

    „ABER WAS!?“ Taja schnaufte, er war nun auch laute geworden, dass überraschte den Jungen „Was soll das bringen Junge? Selbst wenn du die Bestie findest und wie durch ein Wunder erlegst, so bleibt dein Freund... Es wird deinen Freund nicht zurück holen, oder? Und Phill sagte, dass das Fleisch ungenießbar wäre, also warum willst du ihn dann töten? Zorn? Rache? Hör auf ein dummer Junge zu sein, wir laufen seit Stunden durch den Wald und du weißt nicht mal warum!“

    Taja gab dem Jungen etwas Zeit sich zu sammeln, das wäre zumindest das, was er sich in dieser Situation als Kind gewünscht hätte. Kelsier fand seine Stimme wieder und sprach „Was soll ich denn sonst tun?“

    „Die Frage ist leicht zu beantworten“ endlich etwas, worauf er mit Sicherheit die richtige Antwort hatte „Geh zurück nach Hause… bestimmt gibt es jemanden, der dort auf dich wartet, oder?“ /Vorsicht, verrat ihm nicht, dass seine Mutter hinter alle dem schickt./

    „Ich kann doch nicht mit leeren Hände zurück zu meiner Mutter kommen… um mich bei ihr aus zu heulen? Weil sie recht hatte? Ich bin nicht bereit ein Mann zu werden? Ich bin kein Mann!? Mutter hat nie an mich geglaubt… Und Achilles war der Held unserer Dorfes… ich hab nicht das Recht zurück zu kommen ohne ihn zu rächen! Meine Mutter wird mich hassen!“ Die Worte des Jungen wurde zu Rauschen in Tajas Ohren.

    „Bullshit!“ Taja spürte ein kurzes Stechen hinten in seinem Kopf, nur ein kurzes Pieken, wie damals als er gegen diesen Bären gekämpft hatte oder als das mit Beubo passiert war. Er selber konnte es nicht sehen, aber seine Pupillen hatten sich kurz verformt. Er stand plötzlich aufrecht und sah, dass er Kelsier am Hals gepackt und gegen den Baum gedrückt hatte und der Baum war plötzlich in der Mitte einfach abgeschnitten, mit einem sauberen Hieb gefällt. Tajas Hals tat weh, als hätte er laut geschrien und er spürte das Vertraute Gewicht von Shiberu-Ken in seiner anderen Hand. Die Tritte und Schläge des Jungen gegen seinen Arm spürte er gar nicht, aber er spürte das etwas an ihm zog.

    „Was ist los mit dir!? Beruhige dich!“ Das war Wavami, die versuchte ihn von dem Jungen weg zu zerren.

    /Was war das?/ Taja ließ den Jungen wieder los, Kelsier landete unsanft auf seinem Hintern. Er war nicht verletzt, dennoch war Wavami gleich an seiner Seite um ihn zu untersuchen. Akataja blickte sich um /Wieso tust du das? Ich dachte wir verstehen uns?/ Das letzte mal als das geschehen war, kämpften Taja und der andere auf der selben Seite, aber das war wohl eher eine Ausnahme? /Weil das was mit dem Kapitän passiert ist uns beiden gleich wichtig war? Aber was war jetzt? Ich kenne die Mutter des Jungen ja kaum, kann mir doch egal sein, wie er über sie spricht oder denkt?/ Akataja bewegte seine Lippen und er hörte die Worte die er sprach, er kannte die Worte doch es war ihm so, als wollte er sie gar nicht sprechen und als kämen sie von allein aus ihm heraus „ist dir eigentlich klar, was ich dafür geben würde, zu meiner Mutter zurück kehren zu können… oder wenigstens zu wissen, ob sie sich so viele Sorgen um mich gemacht hätte, wie deine es für dich tut... Zu glauben dass sie mich hassen würde.... “

    Kelsier war weiter nicht verletzt, die Druckstellen am Hals würden nicht lange bleiben. Wavami blickte dann zu Aka, der sich auf einen Stein gesetzt hatte und sich die Schläfen rieb, das verfluchte Schwert ruhte wieder in seiner Scheide, ohne dass das Glöckchen geklingelt hatte „Was war das denn?“

    „Ich weiß nicht“ Das war die Wahrheit, Taja wusste noch immer nicht was mit ihm los war und er wollte seine Freunde nicht beunruhigen oder in Gefahr bringen „Vermutlich, habe ich doch mehr abbekommen als ich dachte.“ Er sah herüber zu Kelsier, besorgt darum wie es dem Jungen jetzt ging. „Ich wollte dir nicht weh tun… aber bitte verstehe, dass es aus ist.“ Taja hob die Karte die er gefertigt hatte „Wir haben Krulls Spur verloren.“

    Kelsier lief zu Taja und versuchte ihn zu schubsen „Nein!“ schrie er ihn an und versuchte mit seinem ganzen Körpergewicht Taja vom Stein zu schieben „Ich gebe nicht auf! Hörst du! Ich kann und darf nicht aufgeben!“ Kelsier begann damit mit beiden Fäusten auf Taja ein zu schlagen und der Schwertkämpfer blieb einfach sitzen und ließ ihn machen /Hab mich geirrt, da ist immer noch ein bisschen Zorn übrig ist./

    Kelsier lies erst nach einigen Minuten wieder von ihm ab, nun war er wirklich erschöpft, schwitzend und keuchend. Er erschrak als er auf seine Hände sah, denn diese waren nun mit Blut beschmiert. Anscheinend hatten seine Angriffe Tajas Wunde wieder geöffnet, der Schwertkämpfer zeigte jedoch keine Reaktion darauf. Die Schmerzen waren dennoch groß, aber Taja war Schmerzen zum Glück gewöhnt.

    „Geht es jetzt wieder?“ fragte Taja mit ruhiger Stimme

    „Du blutest… deine Wunde ist wieder offen, das wollte ich nicht.“ Kelsier machte ein paar Schritte zurück, erschrocken von seiner Tat wollte er weglaufen, doch er war schon zu erschöpft und seine Beine gaben einfach nach.

    „Halb so wild… Wavami kann es ja wieder nähen.“

    „Na hör mal! Ich bin doch keine Näherin und du bist auch keine Kohlroulade, so eine Wunde zu vernähen ist schon etwas anderes! Zeig einfach mal her.“

    Glücklicherweise war es nicht so schlimm wie befürchtet, Wavami konnte es wieder richten, Kelsier sah ihr dabei zu. Er war sichtlich erleichtert, dass der Schaden repariert werden konnte, auch wenn das ganze Blut schon erschreckend war.

    Kelsier hatte sich die Karte von Akataja genauer angesehen nachdem Taja sich ins Gras gelegt hatte. Kelsier kannte sich hier im Wald besser aus als die beiden Fremde, kein wunder also, dass er darauf ganz andere Verknüpfungen erkennen konnte. „Ohne eine frische Spur, kann ich Krull wirklich nicht finden… Ich… Spurenlesen war nie meine Stärke… aber mit dem Bogen bin ich richtig gut! Ehrlich!“

    „Also siehst du es ein und wir können zurück gehen?“ fragte Taja nun, er sah dabei zum Himme lauf, versuchte den Himmel zwischen den Baumkronen zu erkennen.

    „Nein! Versteht ihr das denn nicht? Ich habe es Achilles doch versprochen, ich gebe nicht auf… meine Träume zu verwirklichen ist ein Dauerlauf und ich kann nur verlieren, wenn ich aufgebe.“

    „Und Rache zu nehmen ist einer dieser Träume?“

    „Ja!... nein… doch… Ich weiß nicht…“ Er sah auf seine Hände, die ganz rot vom Blut waren, sie zitterten, aber nicht von der Kälte. „Ich hab es im Gefühl, wir sind ganz nahe, ich brauche nur eine Spur… irgendwas!“ er blickte zurück auf die Karte „hier!“ er hob die Karte hoch „Ihr habt gesagt, die Wilderer könnten Krull aufgescheucht haben, wenn wir wissen wo, dann wissen wir auch wo wir Krull finden!“

    „Also willst du jetzt die Wilderer finden?“

    „Ja!“

    Taja musste seufzten /War ich in dem Alter auch so schlimm? Vermutlich ja./ Er sah zu Wavami, die Wilderer zu suchen war einfacher und ungefährlicher als Krull, so viel stand fest. „Okay… ich helfe dir die Wilderer zu finden… aber zuerst rasten wir ein wenig… ich hab ziemlich viel Blut verloren und wir laufen schon seit Stunden…“