Oh Gott, die Hamster kommen!!!

Dieses Thema im Forum "Kyoko" wurde erstellt von Boris, 1. Juli 2014.

  1. Heroe

    Heroe Pirat

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    [Lost-Hope - Gießerei]

    Die junge Schwertkämpferin Sami war unter den Befreiten, die die Hamster-Piraten zur Gießerei der Lost Hope begleitet hatte und drängte sich nach vorne. Ihr klappte der Kiefer herunter. »Wahnsinn!« kommentierte sie den leuchtenden Feuerstrahl und das anschließende Spektakel, dass den hohen Raum mit gleißendem Licht und sengender Hitze erfüllte.
    Mit einem Stöhnen stützte sich Lou Weegie auf einen Unterarm, sodass sich das massige Haupt eine Handbreit anhob. Schnaufend schüttelte er seinen Kopf und flüssiges Metall spritze wie Wassertropfen in alle Richtungen. Einige der ehemaligen Gefangenen wurden getroffen und schrien gellend auf, andere konnten rechtzeitig ausweichen und zur Seite springen. An der Wand und der Schmelze hafteten die Spritzer zischend fest. Sami war leichtfüßig zur Seite getänzelt und zerrte nun an Blakes Ärmel »Reicht das bisschen alte Restmetall? Was ist mit den ganzen Waffen, die wir eingesammelt haben?« Auf dem Weg zum Kapitän der Hamster-Piraten hatten sie mehrere Decks durchquert, die in Schlachtfelder verwandelt worden waren. Alle Gefangenen hatten sich aus einem Bedürfnis nach Rache und Sicherheit bis unter die Zähne bewaffnet. Einer der Männer trat hinter Sami. »Wenn der Schmelztiegel das mitmacht. Wenn ja, sollte das Waffenmetall reichen, um diesem Kerl noch zwei Andenken zu gießen.«

    [Lost-Hope - Jerkins Vize-Quartier]

    Hero hörte einen dumpfen Knall aus der Deckengegend, dem das Geräusch eines Aufpralls folgte. Der Vize-Direktor blieb davon völlig ungerührt. »Ich möchte die Hamsterpiraten gern als eine Art Andenken behalten.« Er zwirbelte seinen Ziegenbart abwechselnd um jeden seiner Finger. »Sobald euer Verstand geraderückt ist, seid ihr eine geeignete Verstärkung dieser Reihen.« »Hamster-Piraten. Mit Bindestrich.« Sie wusste nicht mehr genau, wann und wo sie diese Tatsache aufgeschnappt hatte, aber Boris musste es erwähnt haben - eine jener seltenen, treffenden Überlegungen, die Puc ihm eingeflüstert haben musste. Hero hielt den Blick fest auf den Doppelgänger gerichtet, der das „Ich“ des Trios zu sein schien. Der Vize-Direktor, das Über-Ich, runzelte in Heros Augenwinkel die Stirn. »Was macht das für einen Unterschied?« »Wir sind Hamster bis Piraten. Ist nicht dasselbe wie-« »Und woher willst du überhaupt wissen, wie ich es schreibe?«, unterbrach der Direktor sie. »Das war deutlich zu hören.« Überi-Ich-Jerkins hielt inne und nickte schließlich langsam. »Es ist wie Vize-Direktor. Ich bin auch mehr.. Vize bis Direktor, als bloßer Vizedirektor.«
    Ich-Jerkins kostete die Unterhaltung den letzten Nerv. Er stieß einen Schrei aus und stürmte mit hocherhobenen Handäxten auf Hero zu. Die hölzerne Bodenverkleidung erzitterte unter seinen Schritten. Es war nicht das erste Mal, dass er ein Kind tötete und es würde auch nicht das letzte Mal sein. Das dürre Mädchen stellte sich seitlich, die Hand schwebte über dem Schwert. Wenn es nicht bald zog, würde es längst zu spät sein. Vor der Lost Hope hätte er gewusst, wie man damit Mitleid empfand. Nun war er einer der Köpfe des Vize-Direktors.
    Er schwang die linke Axt herab. Inmitten des Schlages wurde der Angriffsbogen abgelenkt und die Klinge ging knapp am Kopf des Mädchens vorbei. Der Mann sah zu seiner rechten Hand, an der etwas aufblitzte. Er beobachtete, wie die Axt, noch immer von seiner Hand umklammert, zu Boden fiel. Mit aufgerissenen Augen starrte er ungläubig auf den rechten Armstumpf, als ihn etwas unter dem Kinn traf, seinen Kopf in unnatürlichem Winkel in den Nacken zwang und es dunkel um ihn wurde. Hero schob die Scheide ihres Schwertes vollständig zurück in die Schlaufe ihres Gürtels. Jedes Teil eines Katanas war eine Waffe, so auch seine Scheide. Sie atmete tief ein und wieder aus. »Wenn es sonst kein Unter-, Zwischen- oder Fünfachtel-Ich mehr gibt, fordere ich dich heraus.« »Das scheint zu sein, was das Schicksal für dich bereithält. Es ist bedauernswert, dass wir uns so unähnlich sehen. Dasselbe Dilemma mit Hektor. Einmal zu klein, einmal zu groß – eure Fähigkeiten qualifizieren euch für eine Modellierung als „Es“ und „Ich“.« Hero befand, dass Jerkins eine verzerrte Selbstwahrnehmung zukommen musste, wenn ihm Hektor für seine Zwecke zu klein geraten war.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. Juni 2018
  2. Kakuga

    Kakuga Pirat

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    Lou Weegie verstand wirklich nicht, wann Schluss war. Das würde vermutlich auf seinem Grabstein stehen... sollte er es jemals in ein Grab schaffen! Jetzt gerade, wo Blake und Kakuga so hart daran arbeiteten, diesen Traum zur Realität werden zu lassen, gab er sich die größte Mühe, ihnen das Leben zu erschweren, dabei verstand er vermutlich nicht mal, was los war! Wie eine Stehaufmännchen weigerte er sich, liegen zu bleiben. Anscheinend bekam die Truppe gerade Verstärkung auf der oberen Ebene, sogar mit einer neuen Ladung Metall, aber hier und jetzt war das keine Lösung für ihr Problem. Allein dadurch, dass er seinen Kopf schüttelte, verteilte der Kapitän flüssiges Metall und verpasste damit jenen, die nicht so flink wie Kuga weit zurück huschten, eine schmerzhaft brennende Dusche. „Der hat keine Ahnung, was er macht... er ist einfach ein Dämlack mit viel zu viel roher Kraft“, dachte sich Kakuga bei diesem Anblick und schüttelte sich. „Er ist wirklich... der Boris der Lost Hope!“
    Wenn sie eins wusste, dann, dass der Boris der Lost Hope auf keinen Fall aufstehen durfte! Während er begann, sich aufzurichten, blickte sie sich panisch um und deutete auf das, was sie entdeckte: „Das Fass!“ Ihr lauter Schrei erntete ihr einen kurzen Blick ihrer Gefangenen auf das schwere, mit Rohmaterial gefüllte Fass, und dann einen verwirrten, unschlüssigen zurück zu ihr. Werft das Fass!“, rief sie genervt zurück, und schon gingen die Glühbirnen an. Schnell hatten zwei grobschlächtige Kerle ihre Arme um das offensichtliche schwer gefüllte Stück Holz gelegt, ehe es auch schon in hohem Bogen gen Weegie flog. Als es sich unter dem stetigen Fluss an Metall befand spritzte dieser erneut herum, sorgte für Schreie unter selbst diesen hartgesottenen Gefangenen, doch die Wirkung ließ sich nicht verleugnen: Mit einem lauten Krachen landete das Fass auf Weegie, drückte ihn in seinem verwirrten Zustand zu Boden und verteilte feste Metallstücke auf ihm, die kurz darauf von flüssigem Metall umhüllt waren und bald genug an seinem Körper hängen würden. Das schien jetzt zu genügen: Seine Bewegungen wurden wieder lethargischer und legten sich nach Kurzem wieder völlig. Anscheinend waren dem schläfrigen Kapitän seine Regungen jetzt doch zu anstrengend geworden...

    Die Anspannung war in dem Raum deutlich zu spüren, sorgte für das Gefühl, dass die Luft richtig dick wurde. Eventuell lag das auch an der Hitze, die störte Kakuga gerade aber weniger, hatte ihr Outfit auf dem Weg durch das Schiff doch ordentlich an Stoff verloren. Die Arme unter ihrer Brust verschränkt, über dem zerrissenen Stoff auf ihrem Bauch, blickte sie auf die glühenden Massen auf Metall, die hinab flossen. Dorthin zu sehen mochte nicht gesund sein, doch sie war bei Weitem nicht die einzige, die der Spannung des Momentes erlag – die zwei kleinen Armeen, die sie und Blake unterstützten, zeigten sich nicht weniger interessiert. In gespannter Erwartung sahen sie zu, bis der silberne Fluss zu einem Tröpfeln wurde. Mit einem kurzen Blick zu Blake erwartete Kakuga seine Zustimmung in Form eines Nickens, ehe sie sich auch schon auf machte zu der hölzernen Falltür, die er ihr gezeigt hatte. Mit beiden Händen ergriff sie sie, stemmte sie hoch – das massive Holz in der Größe war schwer, aber nach ein paar Momenten erhob es sich selbst unter ihrer Kraft, und kurz darauf schwang die Tür nach oben, um auf der anderen Seite mit lautem Krach herabzustürzen. „Da geht’s also runter...“, murmelte sie vor sich hin, während sie in das rechteckige Loch blickte. Sie konnte das Rauschen der Wellen hören, das an den metallenen Wänden wiederhallte, doch sehen ließ sich davon nichts – nur ewig lange Schwärze, die sich unter ihr erstreckte. Darüber, gerade hoch genug, dass sie die Falltür noch hatte öffnen konnte, schwebte ein Gitter, das mit langen Ketten in der Schmiede befestigt war. „Ich verstehe... mit dem Gitter werden heiße Stücke ins Wasser abgelassen, um sie abzuschrecken, richtig?“, fragte sie den erfahreneren Blake, während sie das Konstrukt genauer beobachtete.
    "Richtig. Werden wir aber nicht brauchen", kommentierte der knapp, ehe er mit einer kräftigen Handbewegung an einem Steuerrad drehte, das die Ketten des Gitters unter lautem Rasseln weiter nach oben zog, bis dieses weit über ihren Köpfen hing. Sein Blick glitt hinüber zu Weegie. "Das Werkstück da ist kaputt. Wir wollen es nicht wieder."
    Unter Kugas Befehlen wurde der nun etwa dreimal so schwere Kapitän mitsamt Gussform direkt vor das tiefe Loch geschoben. Selbst die muskulösen Gefangenen allein genügten kaum, ihn zu transportieren – sie brauchten die trainierten Griffe der Samurai als weitere Unterstützung, während er nur stöhnte und mit seiner beunruhigenden Kraft selbst das Metall, das ihn ummantelte, zum Knacken brachte. Kaum hing ein kleiner Teil der Form über dem Loch wurde er gestoppt und die Ärztin und der Schütze traten an den Körper heran. Blake stellte seinen Stiefel auf einer Schulter seines ehemaligen Kapitäns ab. Kakuga tat es ihm auf der anderen Seite gleich. Mit einem gegenseitigen Blick in die Augen zeigten beide einen Daumen runter, und mit einem letzten, kräftigen Schubser wurde der massive Körper in die Tiefen befördert. Mehrere Sekunden vergingen, ehe ein lautes Platschen ertönte. Kakuga blickte in die Leere hinab: „... Sieht aus, als hätten wir den Patienten verloren.“
     
  3. Heroe

    Heroe Pirat

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    [Lost-Hope - Jerkins Vize-Quartier]

    Hero hockte neben ihrem besiegten Gegner. Er verlor Blut, das in die Rillen der Holzverkleidung auf dem Boden lief. Mit all ihrer Kraft zog sie an den Enden des breiten Stoffstreifens, den sie um den Armstumpf des bewusstlosen Mannes gewickelt hatte. Der Knoten durfte nicht zu locker sitzen. Einige wenige Stunden würde die abgebundene Extremität ohne ausreichende Blutversorgung auskommen. Darüber hinaus wussten ausgebildete Ärzte wie Kakuga mehr als Hero. Ihre eigene Mentorin hatte nur über das Wissen verfügt, das ein Gefecht und die Natur lehrten, wenn man auf sich allein gestellt war. »..du bist sehr unentschlossen. Erst trennst du seinen Arm ab, dann bindest du ihn ab. Was soll das werden?« Hero band einen zweiten Knoten mit den Enden des abgerissenen Stoffstücks. Sie betrachtete ihr Werk und nickte. Die simple Arbeit mit ihren Händen hatte ihren Eifer gebremst. Ihr Körper zitterte nicht länger vor unterdrücktem Verlangen. Oft kam im Kampf ein Drang in ihr auf, den zu kontrollieren ihr schwerfiel. »Es passt nicht zu dem, was ich von der Moral in Kyoko gehört habe.« Jerkins hörte auf, seinen Bart zu zwirbeln. »Die Samurai.« Sie sprach das Wort vorsichtig aus. Noch konnte sie sich nicht als solche bezeichnen. Vor allem nicht, wenn sie sich selbst nicht unter Kontrolle hatte. »Ich hatte die Hoffnung, den rituellen Tod einzuführen, den sie praktizieren. Pflichtbewusstsein ist ein günstiges und wirksames Mittel. Aber sobald sie -« Er machte eine Geste, als stoße er sich etwas in die Magengegend. Anschließend ruckte er wiederholt zur Seite, ohne die Hände letztlich zu bewegten. »- ging es nicht mehr weiter.«
    Der bewusstlose Mann vor Hero atmete ruhig. Sein Brustkorb hob und senkte sich langsam. An diese Geschwindigkeit passte Hero ihren eigenen Atem an. Sie wollte sich aufrichten und bemerkte, dass eine der Bandagen um ihre schmalen Waden schief saß. Mit zierlichen Fingern zupfte sie den Stoff gerade. Dann griff sie an ihr Haar und zog die verbliebene Flussrose heraus. Einige dunkelbraune Strähnen lösten sich und fielen über ihr Ohr. Die Haarnadel legte sie am Boden ab.
    »Nur mit einer Wahrscheinlichkeit von zwei Komma null sieben tritt der gewünschte Erfolg ein.« Hero trat Jerkins in offener Körperhaltung gegenüber, die Hand so auf das Schwert gelegt, dass der aus seiner Perspektive sichtbare Teil kaum mehr als eine Handbreit lang zu sein schien. Jerkins riss sein Schwert aus der Scheide und richtete es auf Hero. »Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Gefangener gegen mich besteht, liegt hingegen bei null. Es ist folglich unmöglich.« Hero musste hochschauen, um in Jerkins Gesicht zu sehen. »Dann lass uns beginnen, das Chaos an Bord zu beenden.« Jerkins Augen fixierten die kindliche Gestalt seines Gegners und er riss das Schwert nach oben. Seine Beine trugen ihn mit einer Geschwindigkeit, die seine schlaksige Gestalt nicht vermuten ließ, nach vorn. Hero registrierte die Drehung der Schulter. Der Schlag würde schräg geführt sein. Darauf stelle sie sich ein. Das bärtige Kinn gereckt erreichte er den Radius, in dem ihr Schwert bis zum letzten Millimeter präsent war. Heros Hand schnellte zum Griff ihres Katanas. Plötzlich sie wich aus, als etwas ihre Seite streifte. Über die Schulter hinweg rollte sie sich ab und kam rechts von Jerkins zum Stehen. Er beendete den Schlag dorthin, wo sie eben gestanden hatte, traf ins Leere und drehte sich zu ihr um. Ihr linker, roséfarbener Ärmel war zerschnitten und an den Schnitträndern saugte er gierig ein blutiges Rinnsal auf. »..ich habe dich getroffen..!« Hero sah zuerst ihn an. Auf seiner Stirn glänzten Schweißtroßen. Flüchtig suchte sie den Bereich hinter ihm ab. »»Eigentlich - « »Ja. Ja! Ich weiß! Verdammt!« Frustration verzerrte Jerkins Pokergesicht. »Was soll das?« Jerkins sprach zur Seite, ohne seine Augen von Hero abzuwenden. »Was ist das für eine Zusammenarbeit!« Hero passte ihre Bewegung aufmerksam der ihres Gegenüber an. »Es ist dir nicht erlaubt, darauf hinzuweisen.« Die Stimme war ein Seufzen. Hero fröstelte unwillkürlich. »Ich habe das nicht auffliegen lassen – dein Angriff war zeitlich völlig daneben!« Die junge Frau kniff die Augen zusammen und hielt den Atem an. Angestrengt lauschte sie. Die kurze Stille wurde von dem gelegentlichen Poltern eine Etage über ihnen unterbrochen. »Hätte ich nicht eingegriffen.. Du wärst tot.« Die Stimmbänder ächzten hörbar bei jedem Wort, das auf ihnen lastete. »Deshalb steht sie jetzt dort. Ich habe freie Sicht, sobald..« Die Stimme verkam zu einem heiseren Flüstern und versagte zum Ende hin beinahe. »..sie dich niederstreckt. Oder ich dich.« Die junge Frau konnte beobachten, wie ein Ruck durch Jerkins Körper ging, als er realisierte, dass er das einzige Hindernis im Sichtfeld eines Attentäters war. Langsam bewegte er sich zur Seite und Hero folgte der Bewegung. Er blieb stehen und sie tat es ihm gleich. Jerkins warf sich in die Brust. »Du hast Glück, dass du dem Geschoss ausgewichen bist. Und ich dazwischenstehe.« Hero hob die Augenbrauen. »Ein zweites Mal wirst du kein Glück haben. Aber du wirst dein Glück auch nicht noch einmal testen können: M-mit meinem nächsten Angriff bist du erledigt, Hamstermädchen! Es besteht also kein Grund, irgendjemanden außer dich n-niederzustrecken!« Sein Ziegenbart streifte seine Schulter, als er die Worte nach hinten gerichtet rief und Hero aus dem Augenwinkel weiterhin anstarrte. »Du bist also auch nicht Jerkins.« »Natürlich bin ich - « »Arthur betrachtet mich als das Meta-Ich.« Ein Hüsteln folgte den Worten. »Eine überflüssige Spielerei.« »Wenn du dich auch als Vize-Direktor bezeichnest, bist du ebenso mein Ziel wie er.«
    »Das werden wir sehen!« brüllte ihr Gegenüber und schwang sein Schwert hoch über den Kopf, doch er befand sich noch immer in dem unsichtbaren Bogen um Heros Gestalt, dessen Grenze die Länge ihres Katana markierte. Dass Jerkins noch immer darin stand, störte sie ebenso, wie sie sich an jemandem stören würde, der ihr als Person zu nahekam. Ihr Schwert schoss in einem horizontalen Bogen nach vorn, kaum dass ihr Gegner die Arme hob und traf auf seinen ungeschützten Oberkörper wie Kayas Messer durch Geflügel schnitt. Jener Jerkins, der sich als Über-Ich bezeichnet hatte, kippte vornüber. Die Sinne der jungen Frau waren zum Zerreißen gespannt. Sie rechnete mit dem nächsten Angriff des Attentäters und hoffte, dass ihre Instinkte sie das Richtige tun lassen würden. »Meg-meg-meg.« Das Lachen klang so heiser, dass Hero selbst den Drang verspürte, sich zu räuspern. »Seine Gegner wunderten sich immer, warum sie geschnitten wurden, selbst wenn er einmal nicht getroffen hat. Warum sie bluteten, obwohl sie sicher waren, ausgewichen zu sein.« Hero spürte, wie ein dünnes Rinnsal ihres Blutes an ihrem linken Arm hinablief. »Es sind dickere Rasierklingen. Deshalb die Holzverkleidung über dem Metall des Schiffes. Darin schlagen sie ein und sind nicht zu erkennen, wenn sie auf – nein, in dem Boden auftreffen.« »MEG-MEG-MEG-« Die Stimme hüstelte. »Sehr gut.« »Es braucht ein gutes Auge, zu treffen und zugleich nicht zu treffen, um keine Spur zu hinterlassen.« »Ebenfalls eine Spielerei, aber eine, die ich genieße.« Der Tonfall nahm eine lechzende Nuance an, die Hero die Nackenhaare aufstellte. »Zum Beispiel..« Etwas schnitt ihre Wade und Hero machte einen Schritt zurück. Sie sah zu Boden, konnte aber kaum ausmachen, wo inmitten der Holzmaserung das Geschoss niedergegangen sein könnte. Die Bandage um ihre Wade erblühte um den Schnitt in roter Farbe. Sie hatte kein Geräusch gehört, als das Geschoss abgefeuert worden war. »Du kannst den Eintrittspunkt nicht sehen. Du kannst das Abfeuern nicht hören. Wie auch, ohne hören zu können, wie meine Muskeln sich bewegen. Meg-eg-« Ein weiteres Husten. Hero blickte ein Stück weit an der Wand hinauf. Ihre Aufmerksamkeit blieb an etwas hängen, das sie für eine Musterung gehalten hatte. Erst bei genauerem Hinsehen erkannte sie, dass es zahlreiche längliche Schlitze waren. Ihr Blick wanderte die Wand entlang und ihre Augen weiteten sich. »Du siehst es, nicht wahr? Dass ich in meiner Wurfrichtung beschränkt sein könnte, ist eine haltlose Behauptung. Mein Über-Ich hat aber darin Recht: Wer absolute Disziplin verlangen möchte, muss seine Schafe wissen lassen, dass er jederzeit überall ist. Körperlich anwesend. Und in ihrem Geist. Ich muss ihre Geheimnisse kennen. Du kennst nun meines. Lebewohl, Wolf unter meinen Schafen.« Damit verstummte die körperlose Gestalt. Sofern die körperlose Stimme sich lautlos in einem Raum zwischen der Holzverkleidung und der Metallwand des Schiffes bewegte, fehlte Hero jeder Anhaltspunkt dafür, wo sich ihr Gegner befand. Ihr Puls schlug so laut, dass sie glaubte, jeden Angriff überhören zu müssen.

    Sie befand sich inmitten eines Sturms. Eigentlich sollte Arashi no Odori sie zum Zentrum eines Orkans machen. Jetzt stand sie im Kreuzfeuer eines Gewittersturms, der sie aus jeder Richtung zum Ziel seiner blitzartigen Entladungen machen konnte. Hero löste den Klammergriff ihrer Hand vom Griff ihres Schwertes, das weiterhin in seiner Scheide ruhte. Ein Luftzug. Sie trat zur Seite und sog scharf die Luft ein. Etwas Scharfes biss in ihre Schulter. ‘Zwei.‘ Das rasiermesserscharfe Geschoss hätte ihren Rücken mittig getroffen, wäre sie nicht entwichen.
    Wieder blühte Schmerz in ihr auf. Hero versuchte, ihn willkommen zu heißen, aber ihr entwich bloß ein Keuchen. Dieses Mal hatte sie sich zu spät bewegt. Das zweite Geschoss hatte denselben Schnitt getroffen und um zwei Fingerbreit vertieft. Heros Blick wurde düster. Es war nichts weiter als eine spöttische Nachricht ihres Gegners, der seine Zielfertigkeit unter Beweis stellte. Ihr Atem ging schneller. Sie verwendete wertvolle Willensanstrengung darauf, die Welle ausgewachsener Panik auf Abstand zu halten, die an ihr Bewusstsein brandete und es zu zermürben drohte. Für die fehlende Aufmerksamkeit bezahlte sie sofort. Sie hörte den Luftzug – und ihre Wade wurde zum zweiten Mal zum Ziel. Die Verletzungen bildeten ein X. ‘Vier.‘ Ein Spiel auf Zeit würde sie verlieren. Die Schnitte bissen in ihr Fleisch. Jede Bewegung eines Muskels ließ die Pein auflodern und mehr Blut verlieren.
    ‘Gehört. Ich habe es.. gehört.‘ Hero wusste, dass „hören“ das falsche Wort war. Sie hatte das Geschoss wahrgenommen, so wie sie an Deck eines Schiffes den Windzug spürte, mit dem der Flügelschlag eines Insekts einen Wirbelsturm auslösen konnte. Sie zuckte zurück und sah eine Haarsträhne, die abgetrennt zu Boden fiel. Ihr Kopf war unversehrt. Heros Blick heftete sich auf eine Stelle der Musterung an der Wand. ‘Wo er sein kann. Oder schon längst nicht mehr.‘ Scharfe Metall durchschnitt die Luft und die Haut von Heros Unterarm. Während sie einer gedanklichen Verlängerung der Linie folgte, erkannte sie, dass es hochmütig gewesen war zu glauben, ihr Gespür würde ihr erlauben, den Angriffen vollständig zu entgehen. Nicht nur fehlten ihr dazu die Fähigkeiten – sie musste ihren Gegner überdies angreifen. Und dafür musste sie schneller sein als je zuvor.
    Stechender Schmerz explodierte in ihrer Hüfte. Dort klemmte eine der Klingen zu gleichen Teilen in ihrem Fleisch und in der Scheide ihres Schwertes. Das Katana selbst hatte das Geschoss letztlich aufgehalten. ‘Sechs.‘ Heros Augen fixierten den Punkt an der Wand, in dessen Richtung das scharfe Metall wies und sie sprang nach vorn. Sukima..kaze! Wenn dies ein Gewitter war, musste sie der Sturm sein, der es kontrollierte. Blitz in Form einer Klinge streifte sie und krallte sich in ihren Oberschenkel. Zugleich verriet er ihr erneut die Richtung, in die sie ihren Lauf ändern musste, der sie mit der Geschwindigkeit eines konzentrierten Luftzugs nach vorn trug. An dieser Wandseite lagen die hohen Flügeltüren, hinter denen naturgemäß kein Gang entlangführen konnte. Ihr Gegner würde gezwungen sein, umzudrehen –
    Mitten im Lauf bog sie ihren Körper zur Seite, wich einem weiteren Geschoss aus und legte die Hand auf ihren Schwertgriff. Bis hierhin trug sie der Wind. Doch um den Gegner hinter den Streben zu treffen, auf die sie einen Wirkbereich eingegrenzt hatte, bedurfte sie der Stärke verkörperten Donners. ‘Ein.‘ hieß sie sich ihre Lungen randvoll zu füllen. Sie war der Agilität eines Luftzuges beraubt und ihre Waden brannten. Und ihr Gegner war kurz vor ihr, der Abstand zu gering. Ein rasiermesserscharfes Wurfgeschuss zerfetzte Fleisch, Sehnen und Muskel, als es durch ihren schmalen Körper durchschlug. Sie sah es nicht einmal kommen, als sie zur Wand sprang. ‘Aus.‘ stieß Hero den angestauten Atmen in der nächsten Sekunde aus. »Niemals!« Das entgeisterte Keuchen schien plötzlich so laut. Es machte Genauigkeit zu Präzision. »RAKURAI!« Von der Klinge des Katanas prallte ein letztes Wurfgeschoss ab und bohrte sich in das Fleisch oberhalb ihrer Brust. Die Kraft des beidhändigen Schlages entlud sich durch die Wandverkleidung. Sengender Stahl durchtrennte Holz, muskulöse Hände und Finger. Jerkins tonloser Schrei war wie reißendes Papier, als er einer auf der Estella Muerta einzigartigen Fingerkraft beraubt wurde, die Gefangene am Hals emporheben und ersticken oder sie mit einem Bleistift auf Distanz durchlöchern konnte.
    Schwer atmend landete Hero auf dem Boden und knickte ein, als sie den meisten Schwung mit ihrem versehrten Bein abfing. Sie wackelte und landete auf ihrem Hinterteil. Aus den Holzstreben der Wandverkleidung krachte eine Hand, von der nur der kleine Finger und der Daumen übrig waren. Die Finger schlossen sich um die schmalen Streben und rissen sie aus. Wenige Schritte von Hero entfernt schlug das Holz auf den Boden. Ein Arm reckte sich aus der Wand. »Es ist.. nicht möglich. Zu.. schnell.« Der Arm erschlaffte.

    Irgendwann ließ die Euphorie nach, die ihren Körper geflutet hatte. Ein Sieg. Und er gehörte ihr. Hero verkniff sich ein kindisches Grinsen. Jetzt ließen Adrenalin und Euphorie nach und der Schmerz drang zu ihr durch. Noch immer sitzend begann sie, die Bandagen um ihre Beine abzuwickeln. Ohne Hast verband sie damit alle Wunden, die sie erreichen konnte. Dann bewegte sie eine Extremität nach der anderen, um sich aufzurichten, ohne die Scheide ihres Schwertes als Stütze zu verwenden. Bei jeder Bewegung verlangten ihre Verletzungen nach Aufmerksamkeit. »Muskelkater.. dieser Muskelkater ist furcht-« Sie hielt inne. »...eine Herausforderung.«

    [Lost-Hope - Gießerei]

    Eine Herausforderung sollte ebenfalls der Weg in das höhergelegene Deck sein. Von dort aus hatte sie seit geraumer Zeit keine Geräusche mehr gehört. Als sie schließlich den Gang erreichte, empfing sie drrckende Hitze. Einige von Kakugas Anhängern quollen aus seinem angrenzenden Raum hinaus. Hero nutzte ihre Wendigkeit, um sich durch die Menschen hindurchzuschieben. ‘Kleine Personen wären hier hier eindeutig im Vorteil..‘ überlegte sie und blieb im nächsten Moment stehen. Kakuga und ein Mann von bäriger Statur schoben mit den Füßen eine Statue in ein Loch im Boden. Hero benötigte einen Moment, um die Situation zu begreifen – dann offenbarte sich ihr die Wahrheit. Kakuga hatte nach Lita auch noch den Direktor der Lost Hope besiegt. Ein grimmiges Lächeln trat auf Heros Gesicht. Der Schweiß auf der Stirn der heldenhaften Ärztin war offenkundig der Hitze des vorangegangen Kampfes geschuldet. Hero war ergriffen von dem Stolz, an ihrer Seite zu stehen. Als wäre damit nicht genug, hatte Kakuga sogar denjenigen Feind, der ihr zuvor so übel zugesetzt hatte, als Anhänger gewonnen. Der muskulöse Mann war riesig. Er trug ein rußiges, einst vermutlich weißes Hemd. Seine Hüfte säumte ein Gürtel, der wegen der daran befestigten Gürtel kaum sichtbar war. Aus seinem verbliebenen Auge sah er der Statue nach, die er soeben mit Kakuga in das Loch gestoßen hatte. Um die beiden herum brach ohrenbetäubender Jubel aus. Hero ließ nicht die Augen von dem Hünen und trat neben Kakuga. Ihre Hand zuckte in Richtung ihres Schwertgriffes, aber sie hielt sich im Zaum. »Bevor ich frage, wo Boris ist: Willst du ihn hier gleich hinterherstoßen oder leistet er Wiedergutmachung?« Kakuga besaß ein edles Herz. Hero würde sichergehen, dass sie sich davon nicht hatte fehlleiten lassen.
     
  4. Blake Granite

    Blake Granite Pirat

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    Blake konnte nicht anders als bei dem euphorischen Ausruf des Samuraimädchens neben ihm. Es war immer wieder schön für seine Arbeit belohnt zu werden und er musste zugeben... Ihm gefiel es nicht der einzige zu sein sich an dem tödlichen Schauspiel aus Feuer und Flammen zu ergötzen. "Mach das Mädel!" Rief er ihr über das prasseln des Feuers zu, "Du bist jetzt meine Schmelzmeisterin, kümmer dich drum!" Der alte Seebär konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen als sie mit einem kurzen nicken und einem breiten Grinsen loslief um den Schmelztiegel zu befüllen, den anderen Gefangenen Befehle zubrüllend während Blake Hebel umlegte um sicher zu gehen das all das Metall auch da landete wo es landen sollte. Glücklicherweise hatte sich Kakuga schon dem Problem angenommen zu verhindern das ihnen Lou noch entfloh.

    Schließlich war der Direktor in Position und für einen kurzen Moment nur zögerte er, bevor er, wie über einen Witz lachend den nur er Verstand, die Gußform ins Meer sandte. Sein Blick verließ den rotglühenden Klumpen Metall erst als er ins Wasser fiel und in einer riesigen Dampfwolke verschwand. Er glaubte noch so etwas wie eine Bewegung in den Luftverwirbelungen wahrzunehmen, aber... Wer wusste schon ob er sich da nicht täuschte. Der Direktor hatte immer sterben wollen, war aber zu feige und weinerlich gewesen zu solchen Methoden zu greifen, sein einziger Versuch durch erhängen zu sterben war zu halbherzig gewesen und hatte ihm noch nicht einmal den Rachen abgeschnürt als das er hätte Erfolg haben können. Offensichtlich war es sein Schicksal immer wieder seine Crew zu verraten. Ob die Hamster wohl davon verschont bleiben würden?

    Als er sich zu der Truppe jubelnder Gefangener umwandte, war von diesem düsteren Gedankengang nichts zu sehen. "Großartig gemacht, Miss Schmelzmeisterin." erklärte er eben dieser mit einem breiten Lächeln und ging leicht in die Knie, ehe er eine Hand hob um sich mit seiner Gehilfin abzuklatschen. Selbige schien gerade etwas sagen zu wollen, bevor sie von dem Auftreten Heros abgelenkt ein erfreutes Quietschen von sich gab, nur um die Stirn zu runzeln als Hero in einem so Vorwurfsvollen Ton von Blake redete, "Wiedergutmachung wofür?" fragte dieser und seine Hand legte sich an den "Griff" seiner Kanone. Die Kleine hielt sich mit der Postur einer geübten Kämpferin. Um genau zu sein... Sie erinnerte ihn ein Stück weit an seinen Bruder, ihre Ausgangsposition war der seinen, trotz des Größenunterschieds recht ähnlich. "Ach... Tut mir Leid um ihren Kittel." meinte er als sei ihm gerade etwas in den Sinn gekommen. Immerhin hatte er Kakuga ja kaum ein Haar gekrümmt, so gut wie eben möglich. "Ich mach dir die Tage einen anderen, ok? Vielleicht einen in dem du deinen ganzen Kram besser sortieren kannst?" meinte er in die Richtung der Ärztin. "Ich bin mir sicher wir können uns einigen. Und was Boris angeht, der hat sich im Kampf gegen den Direktor selbst ausgeknockt. Der liegt irgendwo den Gang runter und macht gerade ein Nickerchen. Ziemlich beeindruckende Leistung." seine Hand löste sich wieder von der Kanone, ehe er den Blick der kleinen Samurai wieder erwiderte. "Was meine anderen Taten angeht... Ich wollte nie das mein Handwerk zu den Zwecken dieser Leute missbraucht wird, ich... Habe nicht richtig nachgedacht und habe mein bestes getan um meine Fehler wieder auszubügeln."
     
  5. Kakuga

    Kakuga Pirat

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    Sie hatte es geschafft. Sie hatte es tatsächlich geschafft! Sie, Kakuga Hakai, hatte höchstpersönlich einen Piraten der Oberklasse besiegt, ein großer Kapitän eines noch größeren Schiffes, der nicht weniger stabil gewesen war als die Außenmauer seines metallenen Kahns! Klar, man konnte sagen, dass sie hier und da ein wenig Hilfe gehabt hatte, aber doch ließ sich nicht verneinen, dass ihre Rolle in diesem Schauspiel eine große gewesen war! Wenn es Boris wirklich bestimmt war, der Piratenkönig zu werden, dann war sie ohne Frage die Königin! Die Wissenschaftlerin, deren Intellekt und Macht alles überstieg, was die Menschheit bis dato gesehen hatte, und die erste Frau, die detaillierte Forschung zu jeder einzelnen existierenden Teufelsfrucht anstellen konnte! Ein breites Grinsen schlich sich auf ihr Gesicht, während sie auf das tiefe Loch hinab starrte, in dem sie soeben den Kapitän der Lost Hope versenkt hatte...

    »Bevor ich frage, wo Boris ist: Willst du ihn hier gleich hinterherstoßen oder leistet er Wiedergutmachung?«

    Unweigerlich zuckte die Ärztin zusammen, als sie die feindselige Stimme Heroes hörte, die offenbar ein Hühnchen mit Blake rupfen wollte. Den Grund dafür konnte sie sich denken, hatte sie doch vorhin ganz schön über ihren Retter gelästert... der ihr sicher nicht mehr so wohlgesonnen sein würde, wenn er davon hörte! Panisch tauchte sie neben den beiden auf und wedelte mit den Armen. „A-ahaha! Ich weiß nicht, ob jetzt die richtige Zeit dafür ist!“, meinte sie mit einem armseligen, unsicheren Lächeln und blickte fast schon flehend in die Augen ihrer beiden Kameraden. Wenn man sah, wie erbärmlich sie versuchte, Frieden zu stiften, würde man kaum glauben, dass dieselbe Frau sich vor wenigen Sekunden voller Stolz den Sieg gegen einen großen Piraten zugeschrieben hatte...
    Was sie nicht erwartete, war, dass sich Blake tatsächlich bei ihr entschuldigte. Der Hüne erinnerte sich daran, ihren Kittel verbrannt zu haben, und bot ihr an, einen neuen für sie zu machen. Unweigerlich spürte die Ärztin, wie sich in ihren Augen Tränen bildeten und ihre Wangen hinunter liefen. Sie war sich ihren Verlusten zwar bewusst gewesen, aber die Aufregung und Anspannung, unter der sie bis eben gestanden hatte, hatten sie dazu gezwungen, stark zu sein. Jetzt erst realisierte sie, dass es wirklich vorbei war. Ihre Feinde waren gebannt. Die Soldaten ihrer Gegner dienten nun den Hamstern. Den Endboss hatten sie erledigt. Sie waren in Sicherheit, und sie würde sogar ihren Kittel wiederbekommen. Erleichtert gestattete sie es ihren Tränen, zu fließen. „Blakeeey!“, rief sie heulend und schlang ihre Arme um seinen großen Körper, um ihre wässrigen Augen gegen seine Kleidung zu drücken. „Herooo! Es ist endlich vorbei! Wir haben gewonnen!“ Gerade war es egal, ob ihr Gefolge ihr Zuschaute oder ihre Kameraden oder sonstwer. Die Welt könnte ihr zusehen und sie würde trotzdem ihren Gefühlen freien Lauf lassen. Schniefend und leise hicksend lächelte sie. „Ich hab's doch gesagt! Im Kampf gegen die Wahrscheinlichkeit gewinnen immer die Hamster!“

    „Ahem. A-also, wir können uns darauf einigen, dass hier niemand geweint hat.“ Nachdem sie sich wieder gefasst hatte, klopfte die Ärztin peinlich berührt das ab, was von ihrer Kleidung noch übrig war, und fixierte den Gurt ihrer Arzttasche ordentlich auf ihrer Schulter. Nachdem sie kurz über die rote Haut um ihre Augen herum geglitten war, deutete ihre Hand auch schon auf den Ausgang des Raumes: „Also, es ist noch nicht Feierabend! Unser Kapitän wartet auf uns! Auf den Weg!“ Vor dem Rest der Gruppe stürmte sie aus dem Raum, machte sich auf in Richtung Boris, der sicher schon auf sie alle wartete. Oder etwas Dummes tat. So oder so war es vermutlich das Beste, ihn nicht zu lange warten zu lassen...
     
  6. Heroe

    Heroe Pirat

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    Sami sprang hoch, um Blakes schwielige Kanoniershand abzuklatschen. »Gutes Team!« antwortete sie mit einem breiten Grinsen und stemmte zufrieden die Hände in die Hüfte.
    Dann trat jemand neben sie, der auffallende Ähnlichkeit mit Hero hatte. Sami sah zurück zu Blake, der plötzlich nachdenklich aussah. Sogar die Stimme der Hinzugetretenen passte zu - »Heroe!« rief Sami. »Du siehst furchtbar aus!« »Nur ein bisschen steif.« »Steif!?« Auf Heros Vorhaltung schien sich Blake zu erinnern, was sie ihm vorwarf und er begann sich zu erklären. »Muskelkater.« antwortete Hero indes kurz angebunden in Samis Richtung. Das Mädchen war nicht zufriedengestellt und verschränkte die Arme. Blake versprach, Kakuga einen neuen Kittel zu fertigen und beantwortete auch, wo sich der Kapitän der Hamster aufhielt. »Blake ist echt’n guter Kerl! Und seit wann blutet Muskelkater?!« »Das zeigt höchstens, dass du zu naiv bist und nicht hart genug trainierst, Sami.« Sami klappte den Mund auf und zu und wieder auf. »Er hat doch gesagt, er versucht’s wieder auszubügeln!« »Versucht „es“.« »Was auch immer!« brachte Sami ihr letztes Argument. Die Ärztin der Hamster hatte allerdings ein besseres. Die junge Schwerkämpferin nickte so kräftig, dass ihr das Haar ins Gesicht fiel. »Überhaupt nicht die richtige Zeit dafür!« Der Einwurf von Meisterin Kakuga schien Hero milde zu stimmen. Sami beobachtete, wie sie die Hand von ihrem Schwertgriff nahm und ihre Schulterpartie sich zu entspannen schien. Auf die schmerzverzerrte Gesichtsregung, die die Bewegung begleitete, sprach Sami die zwar kleinere, aber wesentlich ältere Frau nicht an. »Du hast gewonnen.« ergänzte Hero, als Kakuga aussprach, was sie alle dachten: sie hatten gewonnen. Sami beobachtete, wie Hero knapp ihren aufrechten Oberkörper vor Kakuga neigte. »Ihr beide.« Und sie war sicher, das Knirschen von Heros Zähnen zu hören, als sie bei diesem Zusatz den Blick auf Blake richtete.

    Hero sah taktvoll zur Seite, als Kakuga in Tränen ausbrach und zählte stattdessen mit einem knappen Blick das Gefolge der Ärztin. Es war deutlich gewachsen und zusammen mit den Menschen, die sich in den Gang drängten, mochte es ihnen gelungen sein, die allermeisten Gefangenen zu befreien. Ein großer Erfolg. Mit einem knappen Blick in Richtung Blake, der versprach, dass sie ihn mehr als nur im Auge behalten würde, schloss sich Hero dem Tross an, der der voranstürmenden Kakuga folgte. Das metallene Wurfgeschoss in ihrer Brust schmerzte, wenn sie sich falsch bewegte. Das Fleisch schwoll an und pochte irgendwann mit jedem Pulsschlag. Hero konzentrierte sich auf ihre Atemtechnik und blendete die Verletzung aus, so gut und lange sie konnte. »Da vorne ist es!« Sami hatte begonnen, Hero unterwegs von den Geschehnissen zu berichten, die sie verpasst hatte, während sie nach für nach zu Kakuga aufgeschlossen hatten. Hero reckte das Kinn und sah den Gang hinunter. Die Ärztin war stehengeblieben und Hero ging auf sie zu, während sie auf die nächstbeste Erhöhung stieg. In der Lost Hope befanden sich genügend Kisten und Stapel, auf denen sie Platz fand, um das Geschehen um sie herum zu überblicken zu können. »Wie es aussieht, sucht er uns auch.« meinte Hero an Kakuga gerichtet und ließ den Blick schweifen. »Heroe..« Sami sah ihr in die Augen und blickte dann nach unten. Hero folgte ihrem Blick und musste feststellen, dass die stabilen Holzkisten unter ihren Sandalen die Form von Boris hatten und sogar einen Arm, deren Faust den Daumen nach oben reckte. Ihre Augen wurden groß. Langsam stieg sie von dem Berg aus Muskeln herab und blieb daneben stehen. »Ich.. hab‘ ihn gefunden!« »..”habe.”« sagte Sami sehr leise.
     
  7. Prof. Dr. Arthur Venture

    Prof. Dr. Arthur Venture Samurai der Meere

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    „Und hier sind wir, in der GEHEIMEN KOMMANDOZENTRALE!!!
    Ajane war definitiv beeindruckt: „Ich dachte, dass das ganze Herumdrehen der Türknöpfe nur wieder mal Schwachsinn sei. Aber eine geheime Zentrale?“
    „Oh, Ajane... ich habe die Türknöpfe gedreht um zu gucken, ob sie quietschen. Für die Zentrale habe ich eine Fernbedienung.“
    „Ich verspüre wieder den Wunsch Sie umzubringen.“
    Der Professor klopfte Ajane sacht die Schultern und sprach im väterlichen Ton zu ihr: „Ich weiß, ich habe es alles kalkuliert und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass du nun mörderische Gedanken mir gegenüber hast, ich habe es an deinem Verhalten, an deiner Gestik und Mimik, und auch deinen Worten entnommen. Denn ich bin ein Genie.“ Diese familiäre Zuneigung mit der ruhigen untypischen Ausstrahlung für Prof. Dr. Venture, gekoppelt mit seinen Worten, die eigentlich nur zeigen, wie wahnsinnig er ist, ließen in Ajane neue Gefühle hochkommen.
    Das Gefühl Worte in Taten umzumünzen, in geistiger Entnervung riss sie ihr Katana aus der Saya und stieß damit einmal Richtung Professor, mit all dem Zorn und der Frustration, den dieser bei ihr verursacht hat, aber dieser bewegte sich nur minimal und die Klinge glitt in eine der Konsolen, die nur dünn mit Blech ummantelt war, aber etwas verhakte sich da und Ajane versuchte ihre Klinge rauszuziehen. Dann realisierte sie, was sie gemacht hatte und starrte den Professor an, der mit einem schiefen, düsteren Lächeln auf sie hinabblickte, sie spürte eine ominöse Präsenz, so als hätte er sie schon längst im Geiste seziert und verstanden, wie sie funktioniert. So verrückt er auch war, er war einer der ersten, den die Weltregierung zum Samurai der Meere ernannt hatte, eine der Mächte, die gegen die wachsende Piratendrohung ins Leben gerufen hatte.
    „SWEET! Dieses Geräusch, Metall auf Metall, lässt auch mich quietschen wie ein kleines Mädchen, quietsch, quietsch, quietsch!“ Der Professor umarmte sich selbst und begann dann seine eigenen Soundeffekte verbal zu produzieren, dann aber wandte er sich von Ajane ab und sie merkte, dass das alles so berechnet war, dass er nur ein wenig Unterhaltung von ihr entlocken wollte und sie die Beherrschung verloren hatte und ihm in die Falle gelaufen war.
    „...“ Ajane wusste, dass dieser Mann gefährlich war und sie merkte auf ein Neues, dass das Einzige, was sie vor ihm schützte, ihre Selbstkontrolle war. Also musste sie diese weiter stählen und sie nahm sich vor, nicht sich in seinen Sog des Wahnsinns einfangen zu lassen.
    Prof. Dr. Venture hingegen machte sich einfach an die Konsole und schloss da eine Teleschnecke an, während er einem unsichtbaren Publikum etwas beibrachte: „Liebe Kinder, wenn ihr Teleschnecken benutzt, denkt daran, dass sie gefüttert werden müssen. Schließt keine Teleschnecken an Einrichtungen an, die ihr lange Zeit unbeaufsichtigt lassen wollt oder die in glühender Hitze in der prallen Sonne stehen. Teleschnecken brauchen salzfreie Nahrung, Wasser und Liebe, sie sind keine Gegenstände, sie sind Lebewesen, sie sind Haustiere, für die ihr die Verantwortung tragen müsst.“ Mit diesen simplen Worten hat der Professor eine ganze Menge über die Welt erklärt und warum die so praktische Teleschnecke nicht einfach überall stumpf benutzt wird und nicht auf jedem Schiff vorhanden sind, die Verantwortung ist einfach den meisten Menschen zu groß.
    „...“ Ruhig, ruhig. Er war ein gefährlicher Verrückter, also sollte sie das nun nicht kommentieren, sonst würde er sie wieder in seinen Bann ziehen, sie dazu zwingen, wieder als die Punchline jeder seiner Witze zu funktionieren.
    Dann nahm der Professor das Mikrophon und sprach hinein...
     
  8. Boris

    Boris Piratenkapitän

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    Da tippelte etwas auf seiner Brust, Boris öffnete leicht die Augen und begann dann die Worte zu sagen, die schon viele große Männer gesagt haben, meistens direkt nach dem Aufstehen: „...uuöööaaööaaaargh...“ Ja, viele große Männer wurden entweder schon einmal richtig windelweich geprügelt oder hatten sich mit ähnlichem Erfolg mit Alkohol oder anderen Rauschmitteln in diesen Zustand des Kackefühlens gebracht.
    Der Grund für das Trippeln war Heroe, welche sich auf seine Brust gestellt hatte, sie wirkte ebenfalls etwas angedetscht, doch weitesgehend in Ordnung, was aber auch kein Wunder war, wenn man daran dachte, dass sie in einem Bühnenbattle sich so gut gegen den zukünftigen Piratenkönig behaupten konnte.
    „Zeit aufzustehen...“ Boris begann sich nun aufzurichten, während Heroe schnell herunterhopste, Puc trat ein bisschen näher, passte darauf auf, dass da auch alles in Ordnung lief. „Keine Sorge Puc, BORIS ist wieder aktiv! Gutes Nickerchen!“ Er stand auf und schwankte sichtbar: „Siehst du, selbst die Erde erschüttert nun vor BORIS!“ So konnte man es natürlich auch sehen, auch wenn sie technisch gesehen auf einem Schiff waren und somit es nicht die Erde direkt sein konnte, aber davon abgesehen, schien sich hier auch etwas getan zu haben, Boris hörte nur noch ein bisschen was an Streitereien im Hintergrund, so etwas von Freiheit und dergleichen.
    Auch Kakuga und Blake kamen zu ihnen mit einer Traube an anderen Menschen. Ah, die Leute die Kuga nun folgen oder so etwas, auf jeden Fall waren es kleine Menschen, die sich an große Geister anschmiegen wollten, Boris wusste nur zu gut, dass es eine kluge Idee war, sich an kluge Leute zu halten.
    Doch bevor er noch etwas anderes sagen konnte: „Test, Test... HALLO! Ich bin's der Professor!“ Die bekannte Stimme des Erschaffers des Boroters ertönte durch das ganze Schiff, jede Lautsprecherschnecke gab seine Stimme wieder und ahmte sogar das grinsend-wahnsinnige Lächeln nach: „Wie einige von euch wissen, seid ihr ganz schön blöde.“ Ein Lautes Buhen ertönte durch das Schiff, selbst Boris machte da mit, auch wenn er wusste, dass er dämlich ist: „Ja, danke! Danke! Ah, habt ihr ein paar Tomaten geworfen, ich kann es gerade nicht sehen. Nächstes Mal bitte Kartoffeln, in Ordnung? Haben mehr Energie! Wo war ich... achja, ihr seid blöde, ich bin genial, das ist nicht phänomenal, sondern ganz normal, schon fast banal, von Berg zu Tal, von bunt zu fahl, immer total! Das waren gerade Binnenreime, nebenbei. Und wisst ihr, was ebenfalls in binnen ist? Die Selbstzertsörung des gesamten Schiffs!“
    Plötzlich wurde alles still, bestimmt ging es allen so wie Boris, der gerade so viele Sachen gehört hatte, dass er mehrere Momente brauchte, um mental aufzuholen, er war noch bei „banal“. Nachdem nun die meisten natürlich vor Boris aufgeholt hatten, kamen Ausrufe des Schreckens und ein lauter Ruf, einer, der verhieß, dass scheinbar einige Türen nicht aufgehen wollten.
    „Vielleicht haben einige es schon gemerkt, aber die meisten Fluchtwege sind zu, das Gefängnis hat keine Bullaugen und die sind eh sehr klein, da passt doch keiner von euch durch. Die auf dem Deck könnten vielleicht fliehen, aber es wird ein ziemliches Knallen geben. Ihr müsst wissen, dass hinter ziemlich jeder Wand hier Sprengstoff ist, deswegen musste ich die Wände ja so stabil machen, sodass man Spezialwerkzeug benutzen muss um die Aufzubekommen. Ich werde in kürze eine Kettenreaktion beginnen, die in drei Minuten losgehen wird, alles wird auf einmal explodieren, die Wände halten nur Schaden von außen ab, weswegen sich die Metallsplitter wahrscheinlich in euch bohren werden, kurz bevor ihr von der Feuerexplosion in Asche verwandelt werdet, falls ihr die Druckwelle im Ganzen übersteht. Genau für diese Kettenreaktion werde ich den in der Wand eingeschlossenen Empfängerschnecken ein spezielles Signal geben und-“ - „Ich dachte, dass man sich um Teleschnecken kümmern muss!“, ertönte eine andere Stimme durch die Lautsprecher, „Ja, weißt du, ich hatte es vergessen. Ich hoffe, dass deren Nahrung und Wasser nicht vergammelt ist. Oooops Naja, also im Grunde seid ihr gefangen, es geht alles hoch und ich setze mich mit meinen Fluchtschiff ab. Habe ich etwas vergessen? Achja, schönen Tag noch!“ Mit der wohl unangemessensten Verabschiedung für diese Situation, brach das Signal ab und plötzlich wurde alles unglaublich laut, während alle armen Leute, die noch im Schiff sind, sich dann voller irrsinniger Panik gegen die nun versperrten Türen schmissen, wie sie schrien wie Tiere, sie waren gefangen und verloren und im Hintergrund hörte man nur das sanfte tröten des Selbstzerstörungsalarms.
    Boris wandte sich an die anderen zu: „BORIS hat kaum etwas verstanden, aber das was passiert ist schlimm, oder?“
     
  9. Blake Granite

    Blake Granite Pirat

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    "Ganz sicher." antwortete er Sami grinsend. Das Mädchen war ihm schon jetzt ans Herz gewachsen. Ein wenig erstaunte es ihn als sich herausstellte das sie mit dem Reibeisen verwandt war das sich da Heroe nannte, aber... Zumindest charakterlich bestanden einige Ähnlichkeiten. Blake blinzelte allerdings als sich plötzlich, kurz nach seinem Angebot der Ärztin einen neuen Kittel anzufertigen ein paar Arme um die Mitte seines Körpers schlang - sie waren zu kurz um ganz herum zu reichen - und sich Kakuga weinend an ihn klammerte. Diese kleine Schauspielerin war wirklich gut darin die stahlharte Kämpferin zu mimen. Oder darin verletzlich zu tun? Nein... Das passte nicht zu ihr. Diese Reaktion schien echt zu sein, immerhin brachte sie der Ärztin nicht den geringsten Vorteil ein. Er konnte es zumindest nur hoffen, denn wenn nicht, zweifelte er daran das sich unter all den Masken noch eine echte Person befand. Der alte Seebär hatte oft genug gesehen wie sich Lügner so sehr verhedderten das schlussendlich nichts mehr von der wirklichen Person übrig war. Sanft tätschelte er den Kopf der Ärztin und rieb leicht ihre Schultern bis sie sich wieder beruhigt hatte. Wenn sie sich nicht die Hälfte der Zeit so wahnsinnig wie der Professor benehmen würde wäre sie beinahe putzig. Die Antwort von Blake bestand nur aus einem amüsierten Grinsen als Kuga darum bat doch bitte das geschehene zu vergessen und gleich zum Tagesgeschäft zurückzukehren. Etwas das er nur unterstützen konnte nun da ihm Venture wieder eingefallen war. Das von dem Boris geredet hatte, auch wenn der Hühne manchmal schwer zu verstehen war, klang alles andere als gut.
    "Übrigens..." Murmelt er mit seiner grollenden Stimme Sami leise zu als sie den Raum verließen, "Muskelkater sollte zumindest nicht bluten. Kümmere dich um deine Schwester auch wenn sie es nicht will. Ich habe selber einen großen Bruder, ich weiß wie sie manchmal sein können, aber wenn sie selber nicht auf sich aufpassen können, müssen wir das eben tun." ein unwillkürliches Schmunzeln machte sich auf seinem Gesicht breit als das Mädchen mit einem eifrigen Nicken antwortete.

    "Ausgezeichnet Hero. Schau zu das du dir nichts an ihm stößt." Meinte er mit einem Grinsen zu der kleinen Samurai. Viel weiter kam er gar nicht, denn schon erklang erst ein merkwürdiges Dröhnen... Und dann eine ihm bekannte Stimme. Wieder dieser Venture. Er musste zugeben das es sich bei dem Mann um ein Genie handelte. Allerdings, wie schon so mancher festgestellt hatte, ein wahnsinniges Genie. Und das hieß in diesem Fall unter Anderem das er sich oft wie ein völliger Amateur benahm. Nun. Einige der Fehler die er dieses mal gemacht hatte, waren amateurhaft. Unglücklicherweise nicht genügend. Wenn auch nur eine einzelne Schnecke überlebt hatte würde sie trotzdem eine Kettenreaktion in Gang setzen, vielleicht etwas verzögert, aber die dreißig Sekunden würden auch nicht ausreichen um sie alt und greis werden zu lassen vor ihrem Tod. Noch während der Professor sprach hatte Blake begonnen sich in dem Gang umzuschauen. Nichts. Nichts nützliches das ihm helfen würde sich durch die Metallplatten zu fressen und sich selbst und die Anderen zu retten. Das würde auch keine Rolle spielen. Die Explosion wäre viel zu groß als das sie sich in der kurzen Zeit weit genug von dem Schiff entfernen könnten. So würde es also enden? Der Professor verschwand in seinem Boot während sie alle von Metallflechette zerfetzt und dann zu Aschehäufchen verbrannt werden würden?..
    Ein Schiff!

    Noch während der Professor sich verabschiedete kramte der Kanonier aus einem seiner Werkzeugbeutel etwas das aussah wie ein langes, biegsames Stück Draht, mit einer Öse an der Spitze "Wir brauchen ein Schiff! Boris, ich habe gesehen das du Teile von dir in Werkzeuge verwandeln kannst. Verwandle dich in so etwas, dann tu das selbe was ich mache... Ihr alle! Dreht die Platten um und lehnt sie gegen die Wand. Wir brauchen etwas mit dem wir sie zusammenschweißen können... Oder Kleben, was auch immer klappt. Es muss nicht lange Schwimmen, ein plumpes Rechteck, so groß wie der Gang reicht! Na los, ich will meine Forschungen fortsetzen können und das ist nicht der Fall wenn ich hier in die Luft gesprengt werde." Mit dem fragilen Werkzeug in seiner Hand ließ er das drahtähnliche Ende zwischen zwei Platten gleiten. Wenn das Schiff hier auf einem ähnlichen Prinzip aufbaute wie es auf den größten Marineschiffen verwendet wurde... Ein Stein viel ihm vom Herzen als er hörte wie der Draht einrastete und er mit einem Ruck, der eindeutig sowohl seinen Muskeln wie auch dem Werkzeug alles abverlangte die Verankerung auf einer Seite der Platte sich löste. Das selbe Spiel wiederholte er auf der anderen Seite bevor die Platte zu Boden krachte und dahinter... Oh ihr Seegötter. So viele rote, verdrahtete Päckchen hatte er selten gesehen - an denen wie er feststellte eine Empfängerschnecke hing die unglücklicherweise noch lebte und kurz darauf von ihm von eben diesen Päckchen losgemacht und in eine seiner Taschen gestopft wurde, nur damit sich Blake gleich daran machte das selbe Spiel mit der nächsten großen Panzerplatte zu wiederholen. Würden die paar Minuten reichen? Vielleicht hatten sie Glück und Venture lenkte sich noch eine Weile mit seiner eigenen Genialität ab.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Juli 2018
  10. Kakuga

    Kakuga Pirat

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    Die Realisierung, dass sie es endlich geschafft hatten und selbst das letzte Hindernis aus dem Weg geräumt worden war, verfrachtete Kakuga in den siebten Himmel. Fröhlich, wie sie war, nachdem sie ihre Anspannung in – natürlich nie gefallenen – Tränen losgeworden war, amüsierte sie sich über das Spielchen zwischen Heroe und Sami, dass das kleine Mädchen den großen Boris übersehen hatte und sogar dessen üblichen dümmlichen Dialog mit seinem deutlich klügeren Hamster. Es kam nicht oft vor, dass sie so aus dem Herzen heraus lachte wie sie es jetzt tat – ohne jegliche Anspannung oder Herablassung. Ohne Absicht dahinter. Sie war einfach glücklich darüber, mit ihren liebenswerten Begleitern einer gefährlichen Situation entkommen zu sein.

    Dann erklang die Stimme Arthur Ventures und Kakugas Herz schlug für einen Augenblick höher, ehe sie realisierte, was er sagte. Ihr glückliches Lächeln erstarrte auf ihrem Gesicht während sich ihre Augen genau wie die Farbe in ihrem Gesicht leerten. Nach wenigen Momenten war das schwache, verzerrte Lächeln, das sich auf ihren Lippen abzeichnete, zu sehen auf einer Maske mit toten Augen, die frei von jeglicher Hoffnung waren. Sie hatten es doch geschafft. Sie hatten das Ende erreicht. Sie hatten den Boss besiegt. Vor ihren Augen blitzten die verbarrikadierten Türen auf, die sie und Heroe zuvor entdeckt hatten – jetzt machte das auf einmal Sinn. Sie kamen hier nicht raus. Das ganze Schiff war eine große Bombe, auf der sie festsaßen. Boris bescheuerte Frage, ob das schlimm sei, gab ihr den Rest. Die Augen einiger ihrer Anhänger lagen auf ihr, während sich ihr Körper mechanisch in Bewegung setzte, langsam auf eine der Wände zugehend. Man mochte sich fragen, welche Idee sie jetzt verfolgte, doch ihr Kopf war leer. Sie hatte schon gefeiert. Sie hatte schon ihren Mut und ihre Anspannung verdampfen lassen. Sie hatte keinen Kampfgeist mehr in sich, um einer unüberwindbaren Situation zu trotzen. Stattdessen drehte sie sich einfach um, lehnte ihren Rücken gegen die kühle Wand und sank zu Boden, sackte in sich zusammen, während ihre Augen ins Nichts starrten. „Es ist vorbei...“

    Nicht jeder teilte ihre schwache Einstellung, ganz im Gegenteil: Kein anderer Hamster wollte aufgeben und ein ordentlicher Teil der Samurai war auch überzeugt davon, dass noch nichts verloren war! Die ehemaligen Gefangenen waren irritiert ob des schwachen Bildes ihrer Anführerin, doch sie waren nicht ausgebrochen, um hier zu sterben – sie wollten ihre Freiheit, und sie wollten dafür kämpfen! Blake war da nicht anders. Er heckte einen Plan aus, ein Boot zu bauen und machte sich auch schon daran, die tödlichen Wände auseinander zu nehmen, während er Befehle bellte. Einige von Kakugas Anhängern machten sich sofort daran, seinem Beispiel zu folgen, doch andere blickten unsicher auf sie hinab. Wenn diese mächtige Frau aufgab, welche Chance hatten sie dann?
    „Was für ein dämlicher Plan... das klappt niemals... das ist das Ende...“
    Die Worte der Ärztin halfen definitiv nicht dabei, diesen Eindruck zu verändern. Die Gefangenen waren kurz davor, selbst auch aufzugeben, als das aufmüpfige Samuraimädchen – was war ihr Name noch gleich? Sami? - ihre zornige Stimme auf die Kerle herabregnen ließ.
    „Was stimmt nicht mit euch? Ihr habt sie doch vorhin kämpfen sehen! Denkt ihr echt, dass sie einfach so aufgibt?“ Aus Augen gefüllt mit brennender Entschlossenheit sah sie die Männer an und deutete mit dem Finger auf sie, auch wenn sich das nicht gehörte. „Das ist doch umgekehrte Psychologie! Sie tut, als würde sie nicht an euch glauben, damit ihr das Gegenteil beweist! Also steht gefälligst auf und zeigt, was ihr könnt!“
    „So funktioniert umgekehrte Psychologie nicht“, kritisierte Kakuga schwach, wurde aber überdröhnt von dem Jubel, der durch den Raum ging. Solange sie etwas hatten, an das sie glauben konnten, waren diese Gefangenen wohl wirklich nicht bereit, aufzugeben...
    Nicht, dass das besonders viel brachte. Blake und Boris als einzige Handwerker der Gruppe hatten ihre Grenzen, besonders da das verschmelzen der Platten so ewig dauerte. Die Gefangenen hatten zwar kein Problem damit, sie ordentlich aneinander zu halten, damit sich die beiden auf das Löten konzentrieren konnten, aber so würden sie niemals rechtzeitig fertig werden. Die leeren Augen Kakugas betrachteten das Werk, während ihr ein Seufzen entwich. „Wenn das so weitergeht, könnt ihr gleich aufgeben... Wir haben einfach nicht die Leute dafür...“

    „Hey Käpt'n! Schau mal her, wen wir gefunden haben!“
    Bei der Stimme der Schiffsköchin ruckte der Kopf der Ärztin plötzlich nach oben, erblickte den roten Schopf und das siegessichere Lächeln, das sie an Kaja so liebte. Da war sie, das rote Biest, die Frau, die das leckerste Essen überhaupt machte! Rechts von ihr stand der hochgewachsene und dunkelhäutige Afroträger Mika und links die kleine Blondine Rei. Und sie waren nicht allein, hatten ihre entführten Mitglieder offenbar wiedergefunden: Ein großer Hüne mit riesigem Breitschwert und schwarzem Haar sowie eine Frau mit langen, violetten Haaren, die ebenso attraktiv wie tätowiert war. Ein leises Lachen entkam ihr bei einem Blick auf Kakuga, ehe sie sich an Kaja wandte: „Das ist also das Mädchen, das mich ersetzen soll? Sieht viel nutzloser aus, als du gesagt hast. Zugegeben, Brüste hat sie, aber...“ Mit einer kurzen Handbewegung stieß sie eine weiße Masse aus, die sich um die Metallplatten legte und sich sofort festigte. Innerhalb von Sekunden hatte sie so viele davon zusammengeschweißt, wie Boris und Blake in der letzten Minute geschafft hatten. „... sowas kann sie nicht, oder?“
    „Normalerweise ist sie nicht so! Sie hat uns schon ganz viel geholfen, Kassia.“ Kajas Gesichtsausdruck war freundlich und ermutigend, während sie die alte Schiffsärztin anschaute. Als sie sich stattdessen an die neue wandte, verschwand das komplett und man konnte sehen, wie sauer sie war: „Also was zur Hölle machst du da in der Ecke, Kuga? Steh gefälligst auf und hilf mit! Wenn du mitessen willst, musst du auch arbeiten!“ „Ah... j-ja, natürlich!“, stieß die Hakai mit einem erzwungenen Lächeln aus und rappelte sich ungeschickt auf, ehe sie auch schon an die Seite der Köchin eilte und die Figuren weiter hinter ihr bemerkte. Geschockt machte sie einen Satz zurück – da stand eine riesige Frau, die sie doch unten im Schiff bei den anderen Gefangenen gesehen hatte! Die Reinrassige Rosalin! Aber noch schockierender waren die anderen drei Personen: Eine ziemlich zerknittert wirkende Lita, deren hübsche Frisur und Kleidung komplett ruiniert waren, der ungepflegte Guardian, aus dessen Breit grinsendem Mund wie üblich süß duftender Dampf entwich, und der schlecht rasierte Killmaster mit seiner Sonnenbrille, der den regungslosen Körper ihres Bosses Hektor auf dem Rücken trug. Kakuga, die gegen diese drei gekämpft hatte, war sichtlich erschrocken: „Wa-wa-was machen DIE denn hier? T-tut mir nix!“

    Guardians grinsen verbreiterte sich. „Jetzt mach mal nicht in die Rosen, Lady!“, stieß er ihr entgegen, machte aber kein Zeichen, seine komische Dampftechnik zu aktivieren. „Hosen.“ Lita seufzte und blickte leicht beschämt zur Seite. „Hör zu, Ärztin! Wir sind genauso hier gefangen wie ihr. Der Professor interessiert sich nicht für uns. Also arbeiten wir zusammen, bis wir hier raus sind. Verstanden?“ Ihr bitterer Gesichtsausdruck passte nicht wirklich zu ihrem Image. Jetzt, wo ihr ganzes Outfit und ihr Makeup nicht so gut saßen, schien ihr Alter durch. Die angebliche Schönheit zeigte die hässliche Hexe dahinter...
    Guardian lachte nur darüber. „Wir wollen hier auch nicht verstricken!“ „Verrecken“, meinte Killmaster kurz angebunden und legte den Körper seines Bosses zur Seite. „Wo können wir helfen?“
     
  11. Heroe

    Heroe Pirat

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    Hero warf Blake einen schiefen Blick aus den Augenwinkeln zu und sagte nichts. Die bärige Gestalt tat so, als würde er sie und auch Sami schon seit Jahren kennen. Welche Absicht er verfolgte, konnte Hero nicht sagen. Da er freundlich mit dem jungen Mädchen umging, hielt sich Hero zurück. Sie konnte aber nicht umhin, angesichts der schändlichen Unachtsamkeit, die sie auf ihren Kapitän hatte treten lassen, eine gewisse Ironie hinter seinem Lob zu vermuten. Fremde waren ihr schon immer suspekt gewesen.

    Dann senkte der Tod sein Haupt herab und sein Schatten legte sich über sie alle. Nicht um sich zu beugen, das tat er nicht einmal vor seiner Schwester, dem Leben. ‘Um einen genaueren Blick auf uns zu werfen.‘ dachte Hero, nachdem der Professor geendet hatte. Sie war sich sicher, dass der Tod ein neugieriger Zeitgenosse war. Es würde eine Zeit geben, in der sie ihn kennenlernte. Vielleicht schon gleich. Vielleicht nach ihrer nächsten Mahlzeit, überlegte sie und dachte an Kaja. Vielleicht auch erst in ferner Zukunft. Bis dahin gab es jedoch Verschiedenes zu tun. Ihr Sichtfeld begann zu wackeln.
    »Wir werden alle sterben!« jaulte Sami, während sie Hero bei den Schultern packte und vor und zurück schüttelte, sodass ihre Zähne aufeinander schlugen. »Wir gehen alle drauf! Ich will nicht ertrinken!« »Du wirst nicht ertrinken.« brachte Hero hervor. »Er hat Sprengsätze angebracht.«
    »ICH WILL NICHT EXPLODIEREN!« kreischte das Mädchen. Heros Ohren schmerzten ebenso wie die verletzte Schulter, an der Sami sie hielt. Dann stand die Welt wieder still. Blake hatte soeben vorgeschlagen, ein Schiff aus einem Schiff zu bauen und Boris angesprochen, der sich sicher nicht an dieser wahnsinnigen, gedankenlosen, schier blöden Idee –
    Hero hielt in inne. In einem letzten Akt der Verzweiflung suchte sie die Knopfaugen von Puc, doch Boris hatte sich bereits ans Werk gemacht.
    »Oh ja! Oh ja!« Hero erwartete beinahe, dass Sami anfangen würde, auf und ab zu hüpfen, als Blake seinen Plan präsentierte. Sie selbst runzelte mit der Stirn und fragte sich erneut, ob er Pirat wirklich vertrauenswürdig war. Zum einen hing sein eigenes Leben von dem Gelingen ihres Vorhabens ab – und zum anderen schien Boris keine Schwierigkeit mit der Idee des ähnlich hünenhaften Zeitgenossen zu haben. Somit war es auch an Hero, den Plan zu verfolgen. Nicht zuletzt, da ihr eigener bislang ausschließlich auf der schemenhaften Vorstellung basierte, im Allgemeinen sowie im Besonderen auf das Leben zu vertrauen.

    Heros Blick fiel auf Kakuga, die der Tod besonders ins Auge gefasst zu haben schien. Sein Schatten war in ihrer Nähe besonders düster, doch das Licht war nahe: Sami stemmte die Arme in die Hüften und wusch den Anhängern der Ärztin mit schriller Stimme den Kopf. Hero war sicher, dass in ihren Worten ein Denkfehler lag und auch Kakuga hob zum ersten Mal wieder den Kopf – doch lautstarker Jubel trug jeden Zweifel fort. Heros Haut kribbelte. Um sie brach das Chaos aus und angestrengt sah sie hin und her. Ein Schiff konnte nicht einfach so aus den Wänden gebrochen werden. Es benötigte detaillierte Planung, vertiefte Kenntnisse, Erfahrung und millimetergenaue Arbeit.
    Es war haarsträubend, an dieser Unternehmung teilzunehmen. Immer mehr Personen kamen hinzu und ergossen sich in den Gang und die umliegenden Räume. Bald waren die bloß hölzernen Trennwände aufgebrochen und ein weitläufiger Bereich geschaffen, in dem tatkräftig an etwas gearbeitet wurde, das nur dem Namen nach an ein Schiff erinnerte.
    »Ein Segel! Wir brauchen ein Segel!« hörte sie einen Ruf inmitten der geschäftigen Männer.
    Hero sah sich um und ihr Blick fiel auf ein ausgefranstes Tischtuch. Bald hielt sie es in den Händen und sah sich nach einer Schere um.
    »Nimm’ doch das hier!« hörte sie eine Stimme neben sich, deren Inhaber zurückstolperte, als ihn der Knauf des Schwertes am Kinn traf, das er soeben hatte von Heros Hüfte nehmen wollen. »Das ist kein Schneidewerkzeug!« herrschte sie ihn an. Er öffnete den Mund, um zu widersprechen, sah ihr jedoch an, dass Worte keinen Erfolg haben würden und suchte sich eine andere Beschäftigung.
    Bald fand Hero ein kleines, scharfes Messer und trennte säuberlich die löchrigen Stellen von dem Tischtuch. An einer Seite stand etwas über, sodass sie den Winkel korrigieren musste. Zugleich errechnete sie, wie viele weitere dieser Tücher sie in welcher Größe benötigten würden, um ein Segel, das man kaum als Segel bezeichnen konnte, nähen zu können. Ihre Zunge trat hervor, während sie konzentriert arbeitete.

    »Das Segel ist auch fertig! An den Mast damit!« Hero blickte auf, als sie diese Worte hörte – wie sollte aus diesem einen Stück Stoff in ihren Händen ein ganzes Segel hergestellt werden? Ihr stockte der Atem.
    Die meisten Gefangenen hatten ihre Oberbekleidung abgelegt und zusammengeknüpft, sodass ein gewaltiger, bunter und ebenso löchriger Flickenteppich entstanden war. An allen Seiten hingen Ärmel und Fransen herab, Hero glaubte sogar, einige Unterhosen zu sehen. In der Mitte prangte ein gewaltiges Oberteil, das Hero als das der Reinrassigen Rosalin erkannte.
    »Beim Donner!« entfuhr es ihr und sie sprang auf. »Das wird niemals funktionieren!« Wie sollte dieses Monster segeln? Ihre Stimme ging jedoch in dem allgemeinen Durcheinander unter.
    Eine Hand legte sich auf ihre Schulter. Mach dir nich son Kopf, kleine Sis! Mika war jedoch schon außer Reichweite, bevor Hero ihm ernsthaft wehtun konnte. »Ohh.. Ohhh… Oh oh!« Sami ruderte mit den Armen an der Spitze des Ungetüms, das langsam Gestalt annahm. Eine Frau mit glatten, tiefschwarzen Haaren eilte auf sie zu. »Schon okay, schon okay – ich bin die Galleonsfigur, ich weise euch den Weg!« rief Sami und riss die Faust in die Luft. Hero konnte sehen, dass sich zu ihren Füßen Wachs verfestigte.

    Wenn der Tod ein neugieriger Charakter war, wusste Hero nun, warum er an ihnen Gefallen fand.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30. Juli 2018
  12. Prof. Dr. Arthur Venture

    Prof. Dr. Arthur Venture Samurai der Meere

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    Einige Distanz von der Lost Hope begann das Meer zu blubbern und etwas schoss heraus, es war voll aus Metall und hatte eine Tropfenform. Dann öffnete sich der obere Teil und der Professor stand von einem Stuhl im Inneren auf, verdächtigerweise war aber keine Ajane mit dabei: „Der Fluchttorpedo funktioniert, HAHAHAHAHA!“ In wilder Ekstase lachte er sich die Lungen aus, auch wenn er beinahe gerade von einem Seemonster aufgegessen worden wäre, ein Meeresnilpferd, jedoch konnten sie knapp entkommen.
    Der Professor sah in die Ferne und schirmte seine Augen von der Sonne ab, welche sich aber hinter den Wolken befand. „Das wird gut, das wird guuuuuut!“ Er freute sich schon gewaltig auf das, was am Horizont war. Ein riesiges Schiff, umringt von kleineren Schiffen, einige aus Kyoko, andere von der Estella Muerta, wobei die letzten schon längst abgedriftet sind und noch ein Stück verfolgt werden.
    Nur ein anderes Schiff außer dem Riesenteil war noch da, das Schiff der Hamster-Piraten, welches von wiederholten Kanonenfeuer schon ramponiert war. Jedoch war das nicht das Wichtigste, das Wichtigste war das Megaschiff, die Lost Hope.
    „Drei, zwei, eins-“
     
  13. Hamster NPCs

    Hamster NPCs NPC

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    Hoshi no Kabuki war der amtierende Kapitän des Boldmans. Nun gut, eher der Stellvertreter, aber solange kein Hamster-Pirat auf dem Schiff war, hatte er das Sagen, das musste genug sein. Er und seine Hoshi-Family haben ihr bestes gegeben, um der Lost Hope mit ihrem Kanonenfeuer einzuheizen, aber das Schiff war recht stabil. Sie selbst haben deswegen eher dann aufs Deck geschossen und er selbst war für kurze Scharmützel auf dieses gestiegen und herumgelaufen, nur um dann wieder aufs Schiff zu springen, bevor er eingekreist werden konnte. Er war hier der Star, ganz klar.
    Zusammen mit seiner Flotte hat er mehrere der Begleitschiffe in die Flucht geschlagen, doch nun ist etwas anderes los, Leute sind vom Bord der Lost Hope gesprungen und begannen in wilder Eile wegzuschwimmen, trotz der erhöhten Anzahl an Meeresnilpferden. Das war merkwürdig, doch was könnte nur los sein?
    *BOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOM!!!*
    Ah, das erklärte es. Metallschrapnelle schossen in alle Richtungen, durchbohrten Stein und Fleisch im Wasser, ein ganzes Meeresnilpferd tauchte bäuchlings auf, während sich die Teile von Lost Hope in die Planken des Schiffes eindrangen, doch die Schockwelle der Explosion war noch schlimmer, das Meer wurde aufgewühlt, eine riesige Welle fiel über das Schiff und verschluckte es, nur von den Nachwehen der Explosion nochmal weggeschossen zu werden. Hoshi hatte sich rechtzeitig festhalten können, bevor er selbst von Bord gespült wurde, auch wenn das ganz schön knapp war mit seinen unvorhandenen Schwimmkünsten.
    Wieso hatte er keinen Hut? Er hätte ihn nun gut ziehen können, da das eine Explosion war, die keiner überleben konnte, nicht einmal der männliche Paragon, was für eine Schande. Jedoch war es das, also war es an der Zeit die Piratenflagge ein wenig umzudesignen und sein Erbe anzutreten...
    „Boss!“
    „Ich bin jetzt der Käpt'n!!“
    „Käpt'n! Schau!“ Tatsächlich deutete sein Unterling auf einen merkwürdigen Metallhaufen. Er war ganz Metallummantelt, auch wenn nun Stücke abbrachen, warte, war das nur geklebt? Da kochte eine Flüssigkeit!
    Teile des Undings fielen ab und ein Segel kam hervor: „Das ist ein Schiff!“ Und am Bord davon winkte ein großer, glatzköpfiger Mann dem Boldman und deren temporären Besatzung zu! Es gab laute Jubelrufe und alle am Bord beider Schiffe waren bereit zu feiern, bis auf eine Person: „Oh, jetzt bin ich doch kein Käpt'n...“
     
  14. Boris

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    Mit der Kraft von alten wie neuen Nakame haben sie es geschafft. Boris Herz tat weh, als er sah, in was für einen Zustand Boldman war, jedoch kletterte er dennoch hinauf, da das andere Schiff, der Ballermann, nicht der Ort war, an den er gehörte. „Käpt'n Boris! Ich übergebe Ihnen den Müllhaufen! Wenn Sie ihn nicht mehr wollen, dann behalte ich ihn auch!“
    „Buahaha!“ Mit den Fäusten in der Seite lachte er, obwohl es am Deck genauso kaputt aussah wie vorher. „Solange es schwimmt, ist es ein Schiff! Und nun kommen Leute aus dem Wasser.“ Somit wurden einige Leute rausgefischt, bevor sie ertranken und unter anderem war auch die Schwester von Kaja dabei. Sie war den Tränen nahe und erklärte, dass sie genug habe, dass es das Ganze nicht wert sei und es Zeit wäre, neu anzufangen.
    Kurz darauf kam die Flotte von Kyoko und las mehrere Leute auf, die ganzen Leute der Insel, die gefangen genommen wurden und ein Haufen von anderen Zivilisten. Jedoch blieb auf dem Ballermann immer noch eine große Anzahl an Leuten, denn ein großer Teil der Gefangenen von Lost Hope waren letzten Endes Piraten und würden in Kyoko nur gefangen genommen werden, gleiches galt für die Wärter und den Teil der Lost-Hope-Besatzung, die ebenfalls im Gefängnistrakt gefangen war. Somit segelte das temporär zusammengeschusterte Schiff mit einem der Eternal Ports der Lost Hope weg, damit die Verbrecher ein neues Leben beginnen können.
    „Mir gefällt es nicht, die Leute gehen zu lassen.“, bemerkte Heroe.
    „Wir sind Piraten und Piraten leben frei!“ Boris hatte die nur kurz zusammengepfiffen und ihnen erklärt, dass es zwar schön und nett ist, mal die Sau rauszulassen, aber das diesmal ganz schön daneben war.
    Eine der tollsten Sachen war jedoch, dass Boris endlich seine Nakama wieder hatte, Waylander, Kassia und Rin: „Buahaha! BORIS hat euch gefunden, endlich! Nun machen wir die Meere gemeinsam wieder unsicher.“
    Jedoch gab es da ein Problem: „Wo ist Vergil?“
    „Vergil? Der ist in Modaha, hat da etwas laufen!“
    Die kurze Variante dieser Geschichte ist, dass Kassia, Waylander und Rin in der Zeit der Gefangenschaft gemerkt haben, dass es schwer auszuhalten war, doch der Gedanke einer Gestalt hielt sie davon ab, sich der Estella Muerta hinzugeben... und es war nicht Boris, sondern sein vorheriger Vize, der scheinende Ritter, der kluge Kopf, das Auge des Sturms, der Meisterplaner.
    Sobald diese Worte ausgesprochen waren, kam schon das nächste Problem: „Weißt du Boris, ich mag dich. Wirklich. Aber das zwischen mir und Vergil... ich dachte, ich könnte es ohne ihn schaffen, ohne ihn weitermachen, aber ich kann mir nicht helfen, als mir dauernd Gedanken um ihn zu machen.“
    „BORIS ist schockiert, aber kann es verstehen. BORIS will das Beste für dich!“
    „Ajane und ich werden ebenfalls nach Modaha zurückkehren. Sie will nichts vom Don wissen, aber wir können nicht aufhören Piraten zu sein. Und ehrlich gesagt, denke ich, dass eine Umgebung die nicht bei dir ist, viel, viel besser wäre. Außerdem hast du noch eine Rechnung mit dem Don, ja? Wir gehen lieber zu Vergil, der hat einen guten Kopf und wollte eh nach der Rebellion seine eigene Bande aufmachen, richtig? Ich denke, er ist einfach ein besserer Kapitän für Ajane und mich.“
    „Ähm... ja, BORIS hat noch... du weißt schon...“
    „Hey Bro! Du und ich, wir sind ein Dreamteam, keine Frage. Aber...“, und mit diesen Worten begann Afro rot anzulaufen: „Das zwischen mir und der Silberlocke ist etwas besonderes.“
    „...“
    Es sollte einen deswegen nicht verwundern, dass während der Rückfahrt auf dem übervollen Boldman, da die Zivilisten nun alle Schiffe befüllten, sich Boris ins Krähennest verschanzt hatte und nun leblos über dessen Geländer hing, während ihn Puc sachte die Schulter tätschelte: „Quiek.“

    Die Insel war in Sicht und Boris, der nie lange genug bei einer Sache bleiben konnte, nicht mal an herzzerreißenden Nachrichten, begann von oben zu brüllen: „LAND IN SICHT! STEUERBORD!“
    Ein kleiner Schemen begann den Mast hochzuklettern, es war Heroe, die neue Navigatorin! „Da geht es direkt auf einen Strand zu!“
    „JA!!!“
    „Wir können doch in einem Dock in Gakuga anlegen.“
    „NEIN!!!“
    „...volle Fahrt voraus?“
    „JA!!!“
    Nachdem sie einige unverständliche Laute gemacht hat, begann Hero das notwendige zu veranlassen. Doch sie dachte sich bestimmt, dass sie immerhin ein Piratenschiff waren und trotz ihres Einsatzes für die Insel die örtliche Marine sie bestimmt nicht gerne im Hafen liegen sehen wollen.
    Damit bretterte Boldman in die Sandbank.
     
  15. Kakuga

    Kakuga Pirat

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    Irgendwie fiel es Kakuga immer noch schwer zu glauben, dass sie ernsthaft wieder festen Boden unter den Füßen hatten. Nachdem die Boldman auf dem Strand aufgelaufen war war sie eine der ersten Personen gewesen, die von Deck gesprungen war und sich auf den weichen Sand hatte fallen lassen. Warum sie noch lebte, verstand sie nicht so wirklich, aber sie war hier und es ging ihr gut. Es fühlte sich so surreal an nach dem Auf und Ab von zuvor, und die Hakai war nicht wirklich bereit, sich darauf zu verlassen, dass es ihr wieder gut ging. Vielleicht würde sie sich nie wieder so sicher fühlen wie zuvor... Wer wusste schon, ob und wann sie wieder die sorglose, glückliche Ärztin werden konnte, die sie einst gewesen war?

    „Woooohoo! Schiebt mal noch so eine Keule rüber!“
    Am Abend herrschte auf der Insel Festtagsstimmung ob des abgewehrten Piratenangriffs. Kämpfer und Zivilisten zusammen feierten ihre Freiheit und Unversehrtheit und warfen der gierigen Ärztin noch einen großen Schenkelknochen mit jeder Menge Fleisch daran zu. Glücklich riss diese mit ihren Zähnen einen großen Bissen heraus und fuhr fort mit ihrer epischen Geschichte: „Jedenfalls habe ich sie dann direkt bekämpft, Mano a Mano, trotz ihrer mörderischen Kraft. Während ich ihre Schläge abgewehrt habe, habe ich sie in die richtige Position gelockt und meinen eigenen Lakaien das Signal gegeben, die Nadeln zu ziehen...“
    Während die Ärztin lautstark mit ihrem Erfolgen angab, herrschte um sie herum Musik, Tanz und allgemein angeregte Stimmung. Hier und da betrank man sich gruppenweise, an anderer Stelle arbeiteten Kabuki bereits an Tänzen, um die Geschichten dieser historischen Schlacht über Generationen zu verbreiten. Brennende Fackeln erleuchteten den sternenklaren, dunkelblauen Himmel, der auf die Insel der Samurai hinabblickte. Trotz allem, was geschehen war, war die Freude groß, dass sie alle das Ende dieser Krise ohne große Verluste erreicht hatten.

    „Ihr Leben habe ich verschont, aber ich weiß nicht, ob es nicht schlimmer war, unter dieser Riesin eingeklemmt zu sein“, lachte die Ärztin, und die Damen und Herren, die gespannt lauschten, lachten mit ihr. Sie stieß zu einem weiteren Toast an – die meisten tranken dazu Alkohol, doch sie selbst genoss einfach einen viel zu süßen Beerensaft – als zwei Personen, eine Frau und ihr kleiner Sohn, sich aus der Menge lösten und auf sie zukamen. „Sie sind die Ärztin, Miss Kakuga, richtig?“, fragte die junge Dame und blickte Kuga in ihre roten Augen. Verdutzt senkte diese das noch warme Brot, aus dem sie gerade einen Bissen hatte nehmen wollen, und nickte. Ja, das war sie. Die Fremde verneigte sich vor ihr. „Mein Ehemann... er schläft noch, aber mir wurde versichert, dass er sich bald wieder erholen wird. Seine Verletzungen waren ernst, aber Ihre Behandlung hat ihm das Leben gerettet... Wir stehen auf ewig in Ihrer Schuld, Miss Kakuga.“ „Ah... bitte, kein Grund, mir zu danken...“ Nervös legte die Schwarzhaarige das Brot vor sich ab und fuhr sich durch die Haare. Wenn es ihrem Mann besser ging, war das gut, doch Kakuga konnte dafür keinen Dank verlangen. Ihre Medizin, die diese ganzen Männer in den Kampf gezwungen hatte, war der Grund dafür, dass sie sich noch schlimmere Verletzungen zugezogen hatten... und dafür, dass jetzt, zu ihrer eigenen Feier, nur ein kleiner Teil von ihnen bei Bewusstsein war. Ja, sie hatte auch ihre Wunden behandelt und einen großen Anteil am Kampf getragen, doch als Ärztin hatte sie auf ganzer Linie versagt.
    „... Es freut mich sehr zu hören, dass es ihm besser geht. Ich werde noch einmal vorbeischauen, um zu sehen, was ich tun kann“, versprach sie und verneigte sich ebenfalls. Sie würde all die Familien, deren Herren sie behandelt hatte, noch aufsuchen und ihnen die Situation erklären, sich entschuldigen müssen. Ab morgen dann. Für heute durfte sie doch sicher noch die Feier genießen, nach allem, was sie hatte durchstehen müssen...

    „Also, wer will hören, wie ich den Kapitän der Bande ins Meer gestürzt habe?“
     
  16. Blake Granite

    Blake Granite Pirat

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    Natürlich war Blake auch an der Festtafel zu finden, doch während sich vor dieser Teller und Knochen (Sowie Knochensplitter, er hatte selten Jemanden gesehen der so rücksichtslos sein Essen verschlang) waren es bei ihm leere Flaschen und Krüge, oder besser gesagt auch gerne mal Schalen. Dieses Reiszeug das sie hier auf der Insel brauten war zwar gewöhnungsbedürftig aber brannte eigentlich gar nicht mal so schlecht. Aber das er viel trank war ja auch etwas anderes, sich so zu überfressen wie Kakuga musste ja ungesund sein und jeder wusste das reichlich Alkohol den Körper höchstens desinfizierte... Aber im Moment war er höchstens heftig beschwipst, was gut war, da er der ganzen Feststimmung wohl nicht so viel abgewinnen könnte. "Wenn du dich noch weiter so aufbläst muss ich deinen Kittel zwei, drei Größen größer machen..." Meinte der Alte zu Kakuga als sie sich prompt in die nächste Geschichte stürzte. Nun, sie hatte sich ihre Stimmung ganz sicher nicht lange trüben lassen... Merkwürdig das sie so bedrückt wirkte als man sie für ihre Arbeit lobte, er hätte erwartet das sie die Gelegenheit für noch mehr Selbstbeweihräucherung nutzen würde. Hm. Nun, sie war ganz sicher nicht so uneigennützig wie sie gerne tat und noch weniger auch nur im Ansatz so heldenhaft wie sie gerne damit angab, aber wenn sie so etwas wie Reue zumindest verspüren konnte und wohl auch ihr bestes tun wollte den Leuten zu helfen, konnte sie kein all zu schlechter Mensch sein.

    Nachdem sie auf die Sandbank aufgefahren waren, hatte er sich erst einmal den Boldman - was für ein dummer Name für ein Schiff, Schiffe waren Frauen verdammt nochmal... Auf der anderen Seite wirkte das Schiff alles andere als feminin, also konnte er es nochmal durchgehen lassen - besehen und ihn ziemlich prompt als nicht mehr zu retten eingeschätzt. Eine Einschätzung die Boris einfach mal ganz grundlegend zu übergehen schien, selbst auf den Hinweis das es wahrscheinlich mehr Aufwand kosten würde das Schiff zu retten als ein neues anzupassen. Naja, ihm sollte es recht sein und er überliess es ganz seinem Käptn sich darum zu kümmern. Er wiederum hatte sich daran gemacht bei den Festvorbereitungen zu helfen, insbesondere bei der Vorbereitung des Feuerwerks das nun schon seit einer kleinen Weile den Himmel erhellte, immer mal wieder unterbrochen von einem lautstärkeren Knall wenn eine seiner improvisierten Kapseln explodierte. Ja, sie mochten nicht so elegant sein wie die örtlichen Raketen, aber sie waren ganz sicher genau so, wenn nicht sogar noch prunkvoller.

    Während Kakuga sich in ihre nächste Geschichte stürzte, schnappte sich Blake die größte und bauchigste Flasche die er finden konnte, sowie einen Krug mit zuckersüßem Beerenwein und machte sich auf in Richtung des Strands wo zwar noch einiges an Tumult herrschte aber nicht annähernd so viel wie auf dem Marktplatz. Wie erwartet hatte er keine große Mühe Heroe zu finden, immerhin hatte ihn die Samurai im Miniformat darum gebeten sie später aufzusuchen weil sie etwas mit ihm zu besprechen habe. "Hero! Da bist du ja!" begrüßte er sie in seiner tiefen Bassstimme. Prompt drückte er ihr den Krug mit dem Beerenwein in die Hand und nutzte den Moment der Hilflosigkeit den er damit erzeugte um ihr mit einer seiner Bärenpranken über den Kopf zu streichen. "Ich hoffe du hast dich anständig verarzten lassen? Ansonsten muss ich dich wohl zu Kuga schleifen..."
     
  17. Heroe

    Heroe Pirat

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    [Zusammen mit Blake]

    Der Abend hatte viel Kraft gekostet, denn Hero hatte Spaß gehabt. Sie hatte gelacht, sodass ihre Gesichtsmuskulatur nun müde war. Die Waisenkinder, ihre Geschwister, hatten das Fest zum Anlass genommen, noch ausgelassener zu toben als sonst. Dem konnte Hero sich nicht versagen. Jetzt lauschten sie mit großen Augen Kakugas Geschichten. Die kleinen Drillinge klammerten sich an Sami fest, die schnell von der Ärztin lernte und selbst einige Details ergänzte. »Jaaa!« brüllte das gefesselte Publikum und Hero konnte die Drillinge freudig und beängstigt zugleich kreischen hören, als Kakuga den letzten Teil der Geschichte einleitete.
    Hero nahm ihren leeren Teller in beide Hände und sprang den kurzen Weg von der Bank herab, von der ihre Beine zuvor heruntergebaumelt hatten. Sie brachte das Porzellan zurück zum Fischgrill und brach zum Strand auf, als die Menschenmenge um Kakuga gerade erschrocken aufkeuchte.

    Das Meer war ruhig und das Mondlicht glitzerte auf der Wasseroberfläche. An der Spitze eines alten, kurzen Stegs ließ Hero sich nieder. Früher, als das Meer noch bis zum oberen Rand des Strandes gereicht hatte, war der Steg genutzt worden. Aus ihrem Gürtel nahm sie ihr Schwert und zog es halb aus der Scheide. Es lag Schönheit darin, wie die Klinge das Licht auffing. Sie verbannte es zurück in die Dunkelheit der Scheide und platzierte die Waffe neben sich. Hinter ihr knarrte das Holz. Hero drehte sich um, als ihr ein Krug in die Hand gedrückt wurde.. Sie umklammerte das schwere Gefäß reflexartig mit beiden Händen. Blakes sonore Stimme begrüßte sie und sie spürte, wie eine seiner Pranken über ihren Kopf strich, ohne dass sie sich angesichts des übervollen Kruges rechtzeitig wegducken konnte.
    »Pfoten weg!« zischte sie wie eine Katze, die gegen den Strich gestreichelt wurde. Blake hatte inzwischen neben ihr Platz genommen. Sie hielt den Krug an ihre Nase und schnupperte an seinem Inhalt. Das Getränk schien beerig und süß, sodass sie einen kleinen Schluck probierte. Ein leichtes Brennen legte sich auf ihre Zunge und zog bis in ihren Magen. Hero hustete einmal, bevor sie sich zusammenriss und den Krug neben sich abstellte. »Danke.. aber das ist nichts für mich.« brachte sie hervor. Sie hob ihren linken Arm und zeigte Blake die Bandagen daran. Die Stelle an ihrer Schulter, an der eins der Geschosse tief eingedrungen war, pulsierte immer noch schmerzhaft.
    Bevor er auf die Idee kommen konnte, ihr den Wein schmackhaft zu machen, wechselte sie das Thema. »Das Feuerwerk war gut. Ich habe einige sagen gehört, du kennst dich auch mit anderen Waffen aus. Dass du schmieden kannst.« Es gelang ihr nicht vollständig, die Skepsis aus ihrer Stimme zu verbannen, schließlich kannte sie eine knappe Handvoll herausragender Schwertschmiede auf ihrer Heimatinsel. Blake war wie keiner von ihnen.

    Sie hörte das tiefe Lachen von Blakes Bassstimme als Antwort auf die fauchende Zurechtweisung. "Es tut mir Leid, Kätzchen, ich wusste nicht, dass du dich so ungerne striegeln lässt..." Er grinste zu der jungen Frau hinunter, bevor er es sich selbst bequem machte, zurückgelehnt sitzend, auf einen Arm abgestützt, in der anderen Hand die schwere Flasche, auf seinem Knie abgestützt. "Wirklich nicht? Wahrscheinlich zu scharf, hm? Na, mal darüber nachdenken, vielleicht..." aber dann lenkt sie auch schon vom Thema ab. "Gut, die Wunden scheinen zumindest nicht mehr zu sehr zu bluten. Auf die Geschichte bin ich auch neugierig..." Er schmunzelte leicht auf ihre Frage hin, "Oh, das Finale kommt noch... Aber ja, ich kenne mich mit allem möglichen aus. Gut, eigentlich bin ich Rohrgießer. Mein Vater hatte eine Kanonengießerei, aber ich kann auch ganz brauchbare Keulen, Gewehre, Pistolen und Messer herstellen. Also ja, ich bin Schmied von Beruf wenn man so will. Es ist in meinem Fachgebiet sehr nützlich diese Dinge zu beherrschen. Warum fragst du?

    Hero presste die Lippen zusammen. Ihr gefiel der Vergleich mit einer Katze nicht. ‘Gut. Solange er es jetzt weiß.’ dachte sie bei sich und nur ihren gewitterartig zusammengezogenen Augenbrauen war der Unmut anzusehen. Sie hatte den vagen Vorsatz, Blake um etwas zu bitten und Streit war kein guter Ausgangspunkt. Kurz erwog sie, ihm auf seine Anmerkung hin tatsächlich zu berichten, wie ihre Begegnung auf der Lost Hope verlaufen war. Sie mochte Geschichten, war zugleich aber keine gute Erzählerin. Und war ihr Erlebnis eine Geschichte wert, wie sie sie gern hatte? Eine heldenhafte? Es war ein fesselnder Gedanke.
    Blake meinte, er könne brauchbare Keulen, Gewehre, Pistolen und Messer herstellen. Heros Blick wanderte zu ihrem Schwert, das in der Aufzählung fehlte. ‘Außer, man zählt Messer darunter.‘ rang sie sich eine wohlwollende Überlegung ab, während sie spürte, wie ihre Hoffnungen schwanden.

    »Nein, das ist eines. Eines dem Kampf, eines der Ehre.« Hero zuckte mit den Schultern. Mit zierlichen Händen deutete sie zuerst auf das längere der beiden Schwerter, dann auf das kürzere. »Ich zähle zwei. Eins. Zwei. Hast du gesagt - eins zum Kämpfen, eins für die Ehre.« Sie fuhr sich mit der Zunge über die Oberlippe. »Man kann auch beide für beides benutzen. Ist und bleibt ein Schwert.« Erneut zuckten die schmalen Schultern nach oben. Grane drehte sich auf ihrem Bett auf die andere Seite. »Ja. Eins. Und jetzt geh’ jemand anderen belästigen. Morgen wieder.«
    »Du schläfst zu viel, weißt du. Fast als wärst du schon to-«
    »Raus hier, du Pest!« Mit einem Blick auf den knochigen, von einem Nachthemd bedeckten Rücken griff Hero nach dem kleineren der beiden Schwerter. »Und das lässt du hier. Das andere auch.«
    »Alte Nuss.« murmelte Hero. »Irgendwann erzähle ich dir davon. Wenn du nicht mehr aussiehst, als würdest du dir noch in die Windeln machen.« Grane zählte bis vier, doch die gewohnte, feurige Antwort blieb aus und sie bekam auch keinen Tritt in die Wirbelsäule. Es schien, als habe sie das Kind etwas Anstand lehren können, auch wenn sie glaubte, seine Zähne mahlen zu hören. »Wenn du gefunden hast, worin du dein Herz und deinen Verstand setzt, weißt du, wofür du beide brauchst.« Hero war bereits zur Tür gegangen und hielt noch einmal inne. »Siehste. Sind doch zwei.« Vergnügt schlug sie die Tür hinter sich zu.


    »Ich brauche ein Schwert.« sagte Hero schließlich. Einen Zwilling für ihr eigenes. Keine Schwesterklinge aus demselben Guss, nicht einmal eine aus derselben Hand. Zwei Schwerter, die verbunden waren, wie sie mit den anderen Kindern des Waisenhauses. Verbunden durch mehr als Blut oder Wasser.

    "Ein Schwert?" Blake wirkte erfreut, betrachtete sie interessiert. "Ich hätte gedacht das du eher einen der Schmiede hier auf der Insel fragen würdest. Hmm." er brummte, "Ich mag es Klingen zu schmieden. Die Synergie der Metalle, Härte und Weichheit des Metalls, die Biegsamkeit des Griffs, der Winkel der Schneide... Ein Amalgam dutzender verschiedener Faktoren. Nicht unähnlich einer chemischen Reaktion. Ich müsste mich erst einmal mit den Materialien hier auf der Insel vertraut machen. Was ist es, das du dir von mir wünscht?

    Unbewusst begann Hero mit den Beinen vor und zurück zu schaukeln. »Ich weiß nicht, wie lange wir hier sein werden. Auf Boldman gibt es etwas, das man eine Schmiede nennen kann.« dachte sie laut nach. Aus der Ferne konnte man das auf Grund gelaufene Schiff erkennen. Seine Flagge bewegte sich gelegentlich mit dem lauen Wind. Hero fühlte ihre Brust schwellen. An dieses Symbol hatte sie alles gebunden, das sie zu geben bereit war.
    Ihr Leben war untrennbar mit dem von Boris und damit den Hamstern verwoben, darin lagen Pflicht und Ehre. Sie hatte die Euphorie in Blakes Stimme vernommen. Er hatte schneller gesprochen, als er die Eigenschaften aufgezählt hatte, die er an der Schwertschmiedekunst mochte. Wenn er dieses Handwerk beherrschte, musste er, ein Hamster, es sein, der die kleinere ihrer Klingen fertigte. Ihre Beine hielten schließlich still. Grane hatte darauf bestanden, dass sie ihr zweites Schwert erst erhielt, wenn sie wusste, welchem Zweck es gewidmet war: Das Schwert eines Samurai diente nie ihm selbst. Und Hero wusste nun, wofür sie ihres zog. ‘Ein Samurai.‘ dachte Hero. Mit einem Mal schien dieses Ziel greifbar und Hero hielt den Gedanken fest wie dünnes Glas. »Ein Samurai von Kyoko trägt zwei Schwerter. Eines gehört dem Kampf, eines der Ehre.« Sie sah zu ihrer einzelnen Klinge hinüber, der Hälfte eines Ganzen. Dann blickte sie zu Blake hinauf. »Ich zeige es dir.« Etwas hastiger, als die Gelassenheit verlangte, kam Hero auf die Füße und überragte Blake für einen winzigen Augenblick, bis auch dieser sich erhob. Von ihm erhoffte sie sich nicht weniger als das, was sie auch nach außen hin zu einer Samurai machen würde.
     
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Kyoko Projekt Hammerhamster 15. Juli 2014