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Glauben ist nicht Wissen

Edward Buraddo

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Die ganze Truppe machte sich allmählich auf den Weg an Bord, als Edward aus dem Augenwinkel erkannte, wie ein Schatten sich aus dem Wasser zog und scheinbar ziemlich Zielsicher auf Agwe zusteuerte. Schnell war die Pistole gezogen und auf die Fremde Person gerichtet, um den Kapitän falls nötig vor einem Vergeltungsschlag zu schützen. Dann jedoch stellte sich recht schnell heraus, dass diese Vorsichtsmaßnahme nicht nötig war, denn die junge Frau, welche Momo Konkurrenz machen konnte, wenn es um eine Respekt einflößende Statue des Körpers ging, ging vor Agwe auf die Knie und sprach zu ihm, Edward konnte nicht alles Verstehen, nur das Wort Loa hörte er mehr als deutlich heraus.


Mit einem Kopfschütteln ließ er die Pistole sinken und seufzte. „Wie finden diese Leute ihn immer? Gibt der für andere Leute seiner Religion irgendwie ein Leuchtfeuerähnliches Licht ab?“ murmelte er, während er sich ziemlich sicher war, dass bald ein weiteres tief religiöses Wesen das Schiff mit ihm teilen würde. „Ich wünschte es wäre nur eine andere Person hier, die nicht auf diesem Trip ist…“ er atmete einmal kurz aus und zuckte dann mit den Schultern. „Ach was solls, was religiöse Leute angeht habe ich es hier eigentlich ganz gut getroffen…“ er lachte kurz „Zumindest wollte mich noch niemand in einem Vulkan werfen…“


Schließlich waren alle an Bord und Edward zog die Leiter wieder nach oben. Dann ging er zu den anderen, welche sich aber schon am aufteilen waren, Agwe hatte jedem seine Aufgabe zugeteilt und widmete sich dann der neuen Rekrutin, also tat Edward einfach wie ihm geheißen war und gesellte sich zu Enrico. Er war jetzt schon gespannt, was Agwe mit ihm besprechen wollte. Insbesondere jetzt, wo Edward selber mit dem Verlangen brannte, die Möglichkeiten seiner Teufelsfrüchte zu erkunden. Er war sich bislang sicher gewesen dass es bei Türen bleiben würde…


Und so verbrachte er auch seine Wacht. Er kniete am Boden und öffnete Tür auf Tür, immer konzentrierte er sich auf andere Stellen im Schiff, das Krähennest, sein Labor, die Schlafräume, die Küche… Es ging meistens schief und er sah nur unter Deck, in das Vorratslager, welches sich unter ihnen befand. Aber immer mal wieder, vielleicht ein Mal in 10 bis 15 Versuchen funktionierte es. Edward hatte sein Handbuch neben sich liegen und schrieb sich genau auf was er gedacht hatte, wie er sich konzentriert hatte… Das wäre doch gelacht, wenn er diese Fähigkeit nicht meistern konnte.


Enricos Musik half ihm tatsächlich dabei, sich zu entspannen und so besser auf sein Training zu konzentrieren. Doch als es plötzlich abbrach riss es ihn dafür komplett aus seiner Konzentration. Er sah zu Enrico auf und dann über Deck. „Hmmm… lass mich lieber mal, mich haben die nicht gesehen, das heißt wenn die euch beschrieben haben könnten sie dich erkennen…“ meinte er und richtete sich dann auf. „Hallo da.“ Rief er und winkte. „Was? Wo eure Leute sind? Die sind da lang gelaufen!“ er zeigte den Hafen entlang. „Die anderen habe ich nicht gesehen, aber irgendwas ist ins Wasser gefallen, etwas schweres…“ sagte er dann und zeigte auf das Wasser. „Mehr habe ich leider nicht gesehen, wir waren unter Deck als das ganze Tumult hier losging, und als wir hier oben waren war schon alles vorbei...“
 

Momo

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"Wer ist das?"
"Wer, die kleine Schnitte?"
"Nein, nein... der menschenähnliche Fisch. Oder der fischähnliche..."
"Was interessiert denn bitte dieser Karpfen? Sieh dir ihren HINTERN an! Diese Form..."

Momo zog geräuschvoll die Nase hoch und spuckte aus. Wie immer gefiel es ihr nicht, wie selbstverständlich und naiv ihr Kapitän mit Anhängern ... oder Neulingen umging. Ihre Stimmen stritten sich förmlich darum, wer nun interessanter war. Die Frau, welche sich, besessen von Demut, vor Agwe in den Staub geworfen hatte und anscheinend mit den Loa per Du war. Oder dieser riesige, monströse... verdammt, was ist er... sie?
Die Glatzköpfige entschied sich, ihre Aufmerksamkeit auf das Wesen vor sich zu werfen. Vor allem aber weil es Agwes Wunsch war, ein Gebet mit ihm zusammen zu sprechen. Auch wenn sie nicht der Hampelmann für jeden Dahergelaufenen war.
Sie musste schon ziemlich den Kopf in den Nacken legen. Dieses Viech war beinahe unfair groß. Nicht einmal eine Kopfnuss könnte sie ihm so ohne weiteres geben. Aber im Großen und Ganzen eine interessante Erscheinung. Schon allein diese dicken Narben im Gesicht... das war ein - Dingsbums - nach ihrem Geschmack. Es schienen wohl nicht die einzigen Narben zu sein, die sich über seinem halbnackten Körper verteilten. Sie erinnerten an ihre eigene. Wahllos, mit einem tiefen Abdruck in der Seele und ohne Hoffnung auf vollständige Heilung.
"Ihm wurde weh getan, das arme Ding."
"Und wenn schon", grunzte Momo nur. Beiläufig bemerkte sie, wie das Vieh vor ihr begann, sie anzustarren. Und im nächsten Moment entschuldigte er sich dafür. Sie zuckte nur mit der rechten Augenbraue und kramte ihren Tabakbeutel hervor. "Wenn du weiter glotzen willst, musste zahlen." Mit geübter Schnelligkeit war der Tabak eingerollt und zu einer wohlgeformten Zigarette mutiert. "Wird aber nicht ganz so billig", grinste sie breit und steckte sich sogleich die Fluppe in den Mundwinkel. Ohne ihn zu Wort kommen zu lassen, plapperte Momo munter weiter. "Also..." Die Teufelsfrau stutzte und runzelte die Stirn. "Wie nennt man eigentlich sowas wie.... dich?" Ihre abwertende Handbewegung unterstrichen die genauso unhöfliche, aber berechtigte Frage.
Es kräuselte seine Lippen - ein Lächeln erschien auf seinem Gesicht und man konnte die erste Reihe seiner Zähne sehen. Bei den Loa, sie würde sterben für eine zweite Zahnreihe! "Ich bin ein sogenannter Fischmensch."
"Ein fischähnlicher Mensch oder ein menschenähnlicher Fisch?", fragte sie ganz beiläufig, weil ihr Goody Momos Stimme auf den Geist ging, die diese Frage scheinbar tausendmal in der Minute wiederholt hatte. Wenn sie hier schon den Babysitter spielen musste, konnte sie sich auch etwas amüsieren. Ihr Gegenüber blinzelte irritiert. Momo schmunzelte ob dieser Reaktion. "Ersteres", antwortete er schließlich. "Und ähm... du solltest Fischmenschen nicht als Fische bezeichnen. Das würden die meisten dir sehr übel nehmen."
"Uuuuuh, der Goldfisch stellt Anforderungen! Los, lass diesen Schwachkopf Eddi ein Aquarium bauen und ihn als Haustier halten!" Momo versuchte dieses absurd komische Bild aus ihrem Kopf zu verscheuchen, während sie sich weiterhin auf den Fisch konzentrierte.
"Verstehe. Und wie nennt man dich da, wo du her kommst?"
"Noah DeGroot. Schön, dich kennenzulernen."
"Also bist du... männlich, ja?"
"Äh, ja?" Noahs Augen waren, ob Momos Frage, in Erstaunen geweitet. Sogar ein Blinder hätte sehen können, wie perplex er war. Momo amüsierte sich köstlich. "Fischmenschen und Menschen unterscheiden sich in der Hinsicht beim Aussehen nicht sonderlich." Die Glatzköpfige räusperte sich, ihr Blick scannte den Fischmenschen noch einmal und nickte dann anerkennend mit dem Kopf. "Dann bist du bestimmt sehr beschenkt, Noah." Sie grinste ihn eine Weile an, zuckte vielversprechend mit den Augenbrauen. Mit einem Riiitsch entflammte die Teufelsfrau ein Streichholz, das sie schon seit einiger Zeit in der Hand gehalten hatte. "Da musst du meine Frau fragen", kam nur trocken von Noah zurück und Momo hielt für einen Moment in ihrer Bewegung inne. Die Flamme hatte den Tabak der Zigarette noch nicht ganz erreicht, doch er begann leicht zu glimmen, bis sie kräftig daran zog. Mit einer harschen Handbewegung löschte sie das Streichholz. Eine dünne Rauchwolke umgab die beiden, nachdem Momo ausgeatmet hatte. Das Bild fügte sich. Sie sah dem Fischmenschen in die Augen - der Blick blieb an seinen Narben hängen.
"Ihm wurde weh getan..."
"Kannst mich Momo nennen", sagte sie nach einer Weile und legte den Kopf schief, während sie einen weiteren Zug tätigte. "Also dann, Noah... was weißt du über Loco?" Dieser zuckte nur mit den Schultern. "Loco ist ein Loa, glaub ich?"
"Richtig. Du scheinst schon etwas über die Loa gehört zu haben."
"Ein wenig. Ein alter Freund von mir stammt von Black Lung und hat mir ein paar Sachen erzählt."
"Na, das ist doch was. Dann müssen wir nicht ganz von vorne anfangen."
Momo begann in ihrem kleinen Gürtelbeutel herumzukramen. Sie hatte sich den Beutel aus Leder zusammen geschneidert, nachdem es für sie als angehende Priesterin wichtig geworden war, einige Dinge mit sich rumzuschleppen. Allerlei Krimskrams, von Steinen, Kohlestiften, Tarotkarten oder Kräutern. Die meisten von den Kräutern konnte man gut rauchen - zur Beruhigung oder um seinen Bewusstseinshorizont bei Ritualen zu erweitern.
"Loco ist der Loa der Pflanzen, aber auch der Heilung. Er kann dir sagen, was du brauchst, um eine Wunde oder eine Krankheit zu heilen... wenn er Lust hat. Wir rufen ihn an, um..." Momo dachte kurz nach, legte dann den Kopf in den Nacken. "'Tschuldigung übrigens wegen deiner Nase - ah, ich hab´s!"
Es waren mehrere zusammengerollter Blätter, verschnürt mit einem getrockneten Grashalm. Sie schimmerten in einem zarten Lilaton und die Blätter fühlten sich pelzig an. "Im Grunde bieten wir den Loa etwas an, um uns zu unterstützen. Wir beschenken, bringen dar oder opfern. Im Prinzip alles das gleiche... Und für Loco sind allerlei Pflanzen und Kräuter interessant."
Abermals entzündete Momo ein Streichholz und setzte das Bündel in Flammen. Im selben Augenblick stieg ein betörender Duft auf und vermischte sich mit der Brise der See. Der Rauch wurde immer dichter und breitete seine Arme in alle Richtungen aus. Die Glatzköpfige langte nach dem Handgelenk des Fisches. Sie bemerkte seine Gegenwehr - die Berührung kam für ihn unerwartet und war dazu noch unerwünscht.
"Man hat ihm weh getan..."
Momo ließ sich aber nicht irritieren. Sie überreichte ihm das Kräuterbündel, setzte es dabei ganz sacht zwischen seine Fingerkuppen ab und bewunderte dabei Noahs Schwimmhäute mit Faszination. "Wir werden ihn nicht bitten oder gar anbetteln. Wenn Loco es gut mit dir meint und das Geschenk hier annimmt, wird er deine Heilung beschleunigen." Momo starrte wie gebannt auf das rauchende Bündel und sie konnte nicht umhin zu bemerken, das sie eine leichte Gänsehaut kribbelte. Der Rauch versiegte nach einiger Zeit, noch bevor die Glut die Haut des Fischmenschen erreicht hatte. Das Ritual war zu Ende.
 

Agwe

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Auf dem El Pollo Diablo war einiges los. Das hieß, noch mehr als gewöhnlich. Und es war vielfältig.

Momo führte eine Zeremonie durch, die dazu diente, Locos Heilung bei dem Fischmenschen der sich Noah nannte zu beschleunigen.
Enrico musizierte, wie er das häufig tat, um zu entspannen. Agwe hatte bei ihm immer das Gefühl dass seine Musik auch für Zeremonien durchaus geeignet wäre. Das musste er irgendwann einmal mit ihm besprechen.
Mit Edward würde Agwe später noch reden. Der Tüftler hatte interessante Kräfte demonstriert, die wie Agwe wusste von dem Herren der Wegkreuzungen stammten. Zusammen mit seinem enormen Intellekt und Agwes eigenen Kräften könnte dabei eine ungeheure Macht entstehen, den Loa zum Wohlgefallen. Das wäre gewiss etwas, das es sich zu feiern lohnte.

Der Kapitän des Bunches selbst sprach mit der Ogounista. Wie er wusste, sandte Ogoun seine Diener niemals jemandem, der ihrer nicht bedurfte und eigentlich gab es nur zwei Gründe, aus denen jemand die Dienste eines Ogounista benötigte: Entweder es kamen große Gefahren auf ihn zu, derer er sich erwehren musste oder er hatte so gravierende Sünden begangen, dass nur Stahl diese reinwaschen konnte. Und Agwe war sich sicher, dass sein Gewissen gegenüber den Loa rein war. Nun, nicht so rein dass sie ihm nicht die Hühner an Bord geschickt hätten, aber diese gefiederten Racheengel waren wohl eher eine Mahnung, sich nicht auf seiner Göttergefälligkeit aus zu ruhen. Das hieß also...

"So, you be here to help us, man."
Agwes Tonfall machte deutlich, dass es sich hierbei nicht um eine Frage handelte. Es war eine Feststellung.
"Ogoun hat irgendeine große Gefahr für uns vorausgesehen und dich geschickt, uns zu helfen. Honored to have ya, man." Wieder vollführte der Voodoopriester eine kurze Geste, dieses Mal eine, die Ehrfurcht und Dankbarkeit ausdrückte.
"Ich sehe, er hat dich auch seiner Gatting Erzulie anvertraut. Das heißt also, du beherrschst..."

Sie waren tot.
Der Mojo Bunch war tot.


Agwe verwandelte sich instinktiv in seine Mischform aus Mensch und Schlange. Die Hühner flatterten panisch umher. Einige Meter weiter fiel ein Hafenarbeiter bewusstlos um, der den Fehler gemacht hatte, sich dem, was dem Mojo Bunch näher kam, zu nähern. Es kam an Bord des Schiffes und auch wenn sein Aufkommen auf dem Deck des Schiffes keinerlei Geräusch verursachte, trug die daraus resultierende Schockwelle mehr Macht in sich als eine ganze Armada von Kanonen. Der Voodoopriester fuhr herum, bereit zum Kampf, bereit für den Tod. Was da an Bord war, war mächtiger als alle seine Feinde bisher zusammengenommen. Es war... es war...


"Grandfather?"
Die Mischform aus Mensch und Schlange guckte einigermaßen verdutzt. Die Hühner beruhigten sich wieder und sogar der Himmel, der für einige Herzschläge lang dunkel wie bei einem Gewitter gewesen war, wurde wieder makellos blau.
An Bord des Schiffes stand ein rundlicher alter Mann mit tiefschwarzer Haut, dessen Augen lustig funkelten. Der Leib war in einige einfache Fetzen gehüllt und über die Schulter trug er einen einfachen Seesack.

"Hey, man, Enkelsohn. Schön dich unversehrt zu sehen. Und deine Crew natürlich auch. Ist sogar größer als ich sie in Erinnerung hatte. Wahahahahaha."
Das Lachen des alten Mannes war laut und sorglos, sodass Agwe sich merklich entspannte. Mit leisem Zischeln nahm er wieder seine rein menschliche Gestalt an und ging auf seinen Großvater zu um ihn zu umarmen.
"Good ta see ya, man. Aber... was ist mit Black Lung? Mit den Gläubigen? Und warum hast du dieses... dieses..." Der Voodoopriester wedelte mit den Händen, während er versuchte, die wenigen Sekunden puren Entsetzens die er gefühlt hatte in Worte zu fassen. "Den Zorn der Loa gerufen?"
"All in due time, man." Michelle Laveau ließ sich im Schneidersitz an Deck des El Pollo Diablo nieder als gehöre ihm das Schiff. Mit geübten Fingern drehte er sich eine Zigarette aus Tabak und Papier, das er scheinbar aus dem Nichts hervorzauberte und gönnte sich einen tiefen Atemzug. "Zuerst mal lass mich richtig auf deinem Schiff ankommen. Es tut gut zu sehen, dass es so reich befüllt ist und dass du so taugliche Mitstreiter gefunden hast. Ich sehe bekannte Gesichter und neue... Aber eines fehlt." Kurz schien Michelle Laveau zu überlegen, dann aber schüttelte er den Kopf. "Nein... die Zeit für Ihn ist einfach noch nicht gekommen."

Agwe hatte sich längst abgewöhnt, den kryptischen Äußerungen seines Großvaters zu folgen zu versuchen. Es war wie Tarotkarten - entweder man verstand sie oder man tat es nicht und eine Meinung hinein zu interpretieren war ebenso aussichtsreich wie der Versuch, Zigarillorauch mit den Fingern zu greifen oder nach einem Liter Schlangenschnaps auf Ex nicht zu vergessen, wie man hieß.
"Also, man." Michelle Laveau atmete tief durch. Sein Lächeln war breit und sorglos und er kraulte einem der Hühner, die sich ihm jetzt neugierig näherten, den Kopf. "Black Lung kommt auch ohne mich aus. Die Gläubigen ebenso. Das müssen sie lernen, denn auch meine Zeit auf den Meeren ist begrenzt. Vor kurzem hat mir Damballah selbst eine Vision gezeigt, die mir sagt, dass ich gebraucht werde... Und wo. Aber das ist meine Aufgabe, man, nicht deine, also mach' dir darüber mal keine Gedanken. But ich habe gesehen, wo ihr seid, also habe ich mich entschieden, einen kleinen Abstecher zu machen."
Ebenso plötzlich wie er sich hingesetzt hatte, sprang Michelle Laveau wieder auf. Sein Blick glitt über die gesamte versammelte Mannschaft des Bunches.
"Ihr seid stark geworden, people. Ziemlich stark sogar. Und ich habe gesehen, dass euch große Gefahren bevorstehen. Große Probleme, people. Mehr, als ihr glaubt. Stärkere, als ihr glaubt. So I'm gonna test ya, man." Das Grinsen des höchsten Priester im Voodoo wurde noch ein bisschen breiter. "Ihr alle gegen mich. Nur um zu sehen, wie gut ihr seid oder ob ich mich um euch sorgen muss."
 

Noah

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Noah war... kein Freund davon, etwas Brennendes in der Hand zu halten. Vor allem, wenn er nicht genau wusste, was er eigentlich in der Hand hatte. Ja, es war ein getrockneter Grashalm, der ein Bündel lila Kräuter beinhaltete. Aber Noah kannte keine Pflanzen mit lila Blättern und er wollte sich heute nicht wirklich die Hände verbrennen. Aber er vertraute darauf, dass Momo wusste, was sie tat. Oder das Agwe wusste, dass Momo wusste was sie tat. So oder so rührte er sich keinen Millimeter sondern betrachtete den aufsteigenden Rauch. So intensiv, wie die Frau ihm über die Schultern auf die Hände starrte war es ihm sowieso unmöglich irgendetwas anderes zu tun.
Es dauerte nicht lange, bis das Feuer sich legte und Noah nur noch etwas Kraut und Glut und der Hand hielt. Es war unangenehm warm. Aber Noah wusste nicht, ob das Ritual schon vorbei war. Oder, ob er noch irgendetwas mit den Überresten des Kräuterbündels anstellen sollte, abgesehen von der Entsorgung. Fragend blickte er zu Momo... und bemerkte dank der Drehung des Kopfes zwei Dinge. Erstens war da ein neues Gewicht auf seinem Kopf. Zweitens war seine Schulter voller Federn, die ihn in der Nase kitzelten. Diese Federn gackerten. Deswegen also roch es auf dem ganzen Schiff nach Huhn! Und nun hatten mehrere der - freilaufend, das war interessant - Hühner sich entschieden, auf und um Noah Platz zu nehmen und ihn anzustarren. Der Fischmensch musste schmunzeln. "Sind die Hühner immer so zutrau-"

Er konnte nicht atmen. Feuer flammte in all seinen Narben auf, als wären sie alle frisch geöffnet worden. Er sprang auf, bemerkte das Flattern der aufgeschreckten Hühner gar nicht, und sah sich mit wildem Blick um. Etwas kam an Bord, ein Monster, ein Seekönig! Die Luft selbst zitterte.

Und mit einem Mal war wieder alles normal. Als hätte eine Musik plötzlich abgerissen. Noah konnte sich selbst keuchen hören. Die Glut hatte er fallen gelassen, nicht, dass er dies bemerkte. Seine Aufmerksamkeit galt gänzlich dem alten Mann mit dem Seesack, der soeben an Bord geklettert war. Zum Glück beruhte dies anscheinend nicht auf Gegenseitigkeit, da der Neuankömmling zuerst mit Agwe sprach. Noah neigte sich hinunter zu Momo, und fragte sie leise:
"Gehört er zu euch?"

Noah hätte gerne geglaubt, dass er nicht angesprochen war, als der alte Mann alle auf dem Schiff versammelten zum Kampf forderte. Immerhin gehörte er nicht zu dieser Crew, oder kannte diese Leute länger als ein paar Minuten. Und auch wenn er Agwe, Momo und den anderen immer noch etwas schuldig war dafür, dass er ihnen seine Probleme aufgehalst hatte, das war doch ein bisschen viel verlangt. "Moment mal. Ich bin hier nur zufällig, ich gehöre nicht zu dieser Crew." Er warf Agwe einen entschuldigenden Blick zu.
"Ah, I see how it be. Well, man, die Karten haben von dir gesprochen, dein Weg ist den Loa also klar. Und du schuldest ihnen etwas, no? Willst du das einfach auf sich beruhen lassen?"
Noah seufzte. Verdammtes Verantwortungsbewusstsein. "Natürlich nicht." Und er machte sich kampfbereit. Hoffentlich schlug der alte Mann nicht so hart zu wie Momo.
 

Enrico

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Es war für den Musiker amüsant zu beobachten, wie nonchalant Edward die Maskierten an der Nase und weg vom El Pollo Diablo führte. Er hätte zwar kein Problem gehabt, sich erneut in die Menge zu stürzen, aber es war doch richtig, dass der Bunch nicht zu viel Aufmerksamkeit auf sich zog. Zumindest, bis die Vorräte aufgestockt waren und sie bereit zum Aufbruch waren. Unbekümmert zündete sich Enrico eine neue Zigarette an und begann sich wieder auf seine Musik zu konzentrieren. Inzwischen hatte er eine Melodie gefunden, die ihm für diese Stelle gefiel, aber über das Tempo war er sich noch unsicher. Während der Musiker so vor sich hin grübelte, fiel sein Blick auf Momo und Noah, die sich immer noch auf dem Deck befanden, in ihr Ritual vertieft, dass anscheinend auch die Aufmerksamkeit der Hühner auf sich gezogen hatte. Moment, Ritual? Ritual, Ritual… Enricos Gehirn begann plötzlich auf Hochtouren zu denken. Ja, richtig, auf Black Lung hatte er mehrmals die Musik, die die Priester für ihre Rituale hatten spielen lassen im Vorbeigehen gehört. Und auch wenn er damals nichts mit dem Voodoo hatte anfangen konnte, so fand er die Musik zumindest interessant. Was wäre, wenn er das Tempo, und die Spielweise kopieren würde? Vielleicht war dies genau das, was seine Melodie brauchte.
Erneut setzte Enrico seine Finger auf die Tasten und fing von vorne an zu spielen. Er hatte von Religion kaum und von religiöser Musik noch weniger Ahnung, aber Musik war immer noch etwas Allgemeines. Auch wenn es schon Monate her war, dass er eine Zeremonie auf Black Lung gehört hatte, ahmte er deren Atmosphäre so gut es ging nach. Seine Musik war definitiv nicht für einen solchen Zweck geschrieben worden und geschulte Priester oder Musiker würden das sicher hören können, doch gab es dem Deck eine leichte mystische Aura. Genau, was Enrico sich vorgestellt hatte. Und jetzt, das große Crescendo-!

Entsetzt drückte er auf die Tasten und stoppte. Er konnte nicht weiterspielen. Furcht übergriff ihn. Enrico sah sich vor einem Abgrund wieder, der tiefer war als alles, was er je gesehen hatte. Schlimmer als seine Mutter, schlimmer als der Tag, an dem Pedro verstorben war, schlimmer als ihm Gilbert die Summe gezeigt hatte, die er ihm schuldig war! Er musste aufstehen, sich bereit machen gegen diese Finsternis zu kämpfen, aber seine Beine wollten kaum auf ihn hören. Fast schon ächzend wehrten sie sich, hier an Bord zu verweilen, doch der Musiker weigerte sich, zu fliehen. Es kam, langsam kam der Tod in Person an Bord…

Und wo Enrico das schlimmste Übel erwartet hatte, stand nur Michelle Laveau, Agwes Großvater. Es war, als hätten sich die Sturmwolken geliftet und die Sonne hervorgekommen. All die Panik, all die Furcht, die er gerade noch gespürt hatte, war verschwunden. Erst jetzt wurde dem Musiker bewusst, dass er komplett verschwitzt war. Sein Haar, sein Bart und auch seine Kleidung war komplett durchnässt. Was- Wie hatte der Hohepriester das angestellt? Agwe, der ebenfalls panisch aufs Deck geeilt war, nannte es den Zorn der Loa. War es tatsächlich etwas von den Loa, dass sie da gespürt hatten? Nicht, dass er es nicht glauben konnte, nach allem, was er erlebt hatte seit er mit Agwe zusammengestoßen war, aber dass sie so direkt agieren würden…

Michelle versammelte die gesamte Crew und Noah um sich und begann Agwes Fragen zu beantworten. Aber so plötzlich, wie er aufgetaucht war, kam plötzlich eine Kampfaufforderung für die gesamte Mannschaft, sowie für den Fischmenschen. Nicht, dass Enrico jemals vor einer Herausforderung zurückschrecken würde, aber die Sache hier war ihm doch etwas suspekt. Agwes Großvater war ziemlich alt, Enrico wusste das genaue Alter nicht, aber es war gut möglich, dass er so alt wie die Loa selbst war. Wer weiß, ob er nicht nach einem Schlag schon zusammenbrechen würde. Zudem, und das war vielleicht die wichtigere Tatsache, Michelle war der Hohepriester von Black Lung, vielleicht dem Voodoo weltweit. Selbst wenn die Herausforderung von ihm kam, ihn zu verletzen könnte sie zu den meistgesuchten Verbrechern für alle Praktiker des Voodoo machen, vielleicht sogar die Loa selbst gegen sie aufbringen. "Nur um sicherzustellen, wenn wir jetzt hier gegen dich kämpfen, werden wir nicht zu den schlimmsten Verbrechern auf Black Lung oder überall wo Voodoo praktiziert wird, richtig? Oder auch nicht, dass uns die Loa für immer hassen werden?" Besser zu fragen als für immer verflucht zu sein.
"Naw, man." Michelle winkte ab. "Ihr geht auf eine Herausforderung von mir ein. Die Loa hassen euch auch nicht wenn ihr mein Haus betretet wenn ich euch dazu auffordere, no?"
"Da hast du wohl recht…" Enrico begann sich in Kampfhaltung zu begeben. Dann würde er dem Hohepriester zeigen warum er von Gil fürs El Pollo Negro angestellt war. Er hatte immer noch seinen Stolz.
 

Edward Buraddo

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Die Gestalten unten am Dock sahen zu ihm herauf, er konnte fühlen, wie sie ihre Augen ihn musterten, während er sein bestes tat, einen neutralen, unbeteiligten Gesichtsausdruck zu bewahren. Der Moment dauerte vielleicht nur ein paar Sekunden, aber es kam Edward vor, als wäre mehr als ein Jahr vergangen, bis sie sich endlich gegenseitig ansahen und in die Richtung liefen, die Edward ihnen gezeigt hatte. Der Tüftler atmete tief aus, als er diese Gruppe endlich in der Ferne verschwinden sah und setzte sich wieder an Deck. „Puh…“ meinte er schließlich und sah mit einen lächeln zu Enrico hoch. „Warum wirkt diese Crew eigentlich überall wo wir ankern wie ein gigantischer Magnet für alle möglichen Leute die auf die eine oder andere Art Ärger bedeuten?“ fragte er mit einem leicht amüsierten Ton. Er hatte sich schon größtenteils dran gewöhnt und wusste ja im Grunde auch, dass er sich immer hinter der Crew verstecken konnte, wenn die Probleme für ihn zu groß wurden.

An Bord lief alles seinen gewohnten Gang. Enricos Musik füllte die Luft und ließ Edward, welcher sich eine Pause von seinen Teufelsfruchtexperimenten gönnte, leicht die Augen schließen, Agew war damit beschäftigt, sich mit der Frau zu beschäftigen, welche vor wenigen Minuten zu ihnen gestoßen war und Momo machte irgendwas mit dem Fischmenschen, was er nicht ganz zuordnen konnte, aber mittlerweile vertraute er darauf, dass es das richtige war. Seine Augen blieben etwas länger auf Momo, welche grade eine sehr seltene Seite zeigte, irgendwie war es sehr Interessant, sie in einer so Mitfühlenden Rolle zu sehen… nicht dass sie früher nicht schon gezeigt hatte, dass ihr die Crew am Herzen lag, aber meistens tat sie das, indem sie ihre Fäuste in das donnern ließ, was der Crew Probleme machte. Er lächelte leicht und war kurz davor einzuschlafen…

Bis sich sein ganzer Magen zusammen zog und er sich fühlte, als hätte ihm grade jemand die Kehle zugeschnürt. Geschockt fiel er aus der sitzenden Position zu Boden und keuchte auf. Mit weit aufgerissenen Augen tastete er seinen Hals ab, doch nichts war dort. Seine Augen wanderten zu der nächsten Person, Enrico, welcher ebenfalls Anzeichen davon hatte, dass etwas nicht in Ordnung war. Auch die Hühner waren aufgewühlt und gackerten wild durcheinander. Edward rollte sich auf den Bauch, stemmte seine Hände auf das Deck und drückte sich mit aller Kraft nach oben. Es war als würde er gegen etwas ankämpfen, dass ihn am Boden halten wollte. Schließlich schaffte er es erst auf die Knie und schließlich auf die Beine, doch er schwankte. Seine Sicht verschwamm und er hatte deutliche Probleme, das Gleichgewicht zu halten, während er aus Instinkt heraus seine Pistole zog. „Wir werde angegriffen…“ schrie es in seinem Kopf, doch er brachte kein Wort heraus.
Der Rest des Bunchs war nur noch als wage Umrisse zu erkennen. Edward rief sich vor sein inneres Auge wo jedes Mitglied der Crew noch vor wenigen Sekunden gewesen war und erkannte schließlich eine Gestalt, die hier nicht hin gehörte. Er hob seine Pistole, sein Finger am Abzug. Doch… war dieser Abzug schon immer so schwer gewesen? Edward drückte mit aller Kraft, doch das Metall zuckte nicht mal… Er fiel nach hinten, schaffte es aber grade noch sich zu fangen. Er nahm seine andere Hand, legte sie an die Pistole… doch es half nichts. Der Abzug wollte sich nicht bewegen…
Sein Atem war flach… und er fühlte wie die Pistole ihm aus den Fingern glitt und zu Boden fiel. Er nahm es wie in Zeitlupe auf, und als sie auf den Boden schlug, klang es für ihn wie ein Kanonenschuss, den er durch Watte hörte… Und dann wurde es dunkel für ihn. Edwards Augen wurden leer und sein Körper schien mit einem Mal einfach jede Kraft verloren zu haben, während er wie eine Puppe in sich zusammen sackte.
 

Samantha

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Behände folgte die Kriegerin dem hochgewachsenen Mann, allerdings deutlich kontrollierter und ohne die ungeschickte Einlage. Die Hühner an Bord nahm sie mit kurz nach oben gezogenen Augenbrauen wahr. Instinktiv spürte Samantha, dass diese Tiere sicherlich nicht für den Kochtopf gedacht waren. Da sie von einer Insel kam, auf der die Straßenhunde quasi heilige Tiere waren, war das nun auch nicht gerade verstörend für sie. Die anderen Anwesenden beäugte sie nur für einen kurzen Augenblick, doch da von ihnen keine Gefahr für den Priester auszugehen schien, verschob sie etwaige Kennenlernerlebnisse auf später. Nur einer der Anwesenden, ein Kerl mit Brille, wirkte schwächlicher wobei sein Blick umso schärfer wog als er mit ein paar Leuten außerhalb ihres Sichtfeldes am Kai sprach. Die anderen waren allein von ihrer Statur her schon sichtlich körperlicher Kraft, wobei der Kerl, der sich soeben ans Klavier setzte eher einen behäbigen Eindruck machte. Er sammelte jedoch sofort Sympathiepunkte, denn Samantha liebte den Klang dieses Instruments. Einen Fischmensch hatte die Dunkelhäutige noch nie in ihrem Leben gesehen und so war der hünenhafte Mann mit den Merkmalen eines Hais für sie ein Werk der Loa, ein Wunder der Natur. Die einzige andere Frau an Deck strahlte gleichzeitig unglaubliche Weiblichkeit in ihrer Figur aus und wirkte dabei ebenso kämpferisch und wild, wobei ihr Ausdruck sich etwas veränderte, als sie begann, sich um den von den Loa verfischten Mann kümmerte, dessen Nase Agwe Facilier gerade gerichtet hatte.
Agwe Facilier. Jedes Mal, wenn Samantha ihn ansah, hatte sie das heftige Bedürfnis, dem dürren Knaben erst einmal eine ordentliche Mahlzeit aufzutischen, damit ihn nicht gleich der nächste Windhauch umwarf. Er war ein Voodoo-Priester, wie er im Buche stand und sie war sich sicher, dass er ihnen mit Leib und Seele verschrieben war. "Mein Name ist Samantha Boia. Ich bin eine gute Köchin und zudem haben Ogoun und Erzulie mich mit den Gaben des Kampfes und des Tanzes gesegnet."
Gerade wollte der Mann mit den großen Schneidezähnen das Gespräch weiterführen, da unterbrach er sich. Doch sollte die Ogounista das gar nicht bemerken, denn auf einmal fühlte sie sich, als würde sie sturzbetrunken einer mächtigen Bestie gegenüberstehen, die im Begriff war ihre todbringenden Klauen in Samanthas Körper zu schlagen. Bereit um ihr sowieso verlorenes Leben bis zum Schluss zu verteidigen zog sie ihre Hakenschwerter und noch nie hatte diese Bewegung derart viel Kraft benötigt, wie in diesem Moment.
Und dann traute sie ihren Augen kaum, als das Gefühl so schlagartig verschwand wie es gekommen war und auf dem Schiff ein Mann auftauchte, dessen Gesicht sie kannte. Zu allem Überfluss stellte Michelle Laveau sich als der Großvater des ihr von den Loa schutzbefohlenen Priesters heraus. Nach einem kurzen Smalltalk forderte er sie nun doch tatsächlich dazu auf, mit ihm zu kämpfen. Die Ogounista verneigte sich zunächst vor dem Hohepriester, den sie bereits aus Geschichten und von Bildern kannte. In ihrer Heimat wuchs niemand auf, ohne seinen Namen zu kennen. [/COLOR]"Es ehrt mich, euch kennen zu lernen. Doch der Dienst, der mir aufgetragen wurde, gebietet mir die Schutzbefohlenen der Loa zu verteidigen und jene zu strafen, die ihnen schaden wollen. Einen Hohepriester anzugreifen widerspricht meinem Schwur." Das Lächeln des Voodoopriesters wurde ein wenig wärmer, als er die Ogounista musterte. "Ich sehe, man hat dich weise Worte gelehrt, man. But tell me: Sind die Gebote der Loa dazu da, dich das Richtige tun zu lassen oder sind sie dafür da, dass du sie befolgst? Die Loa sind nicht glücklich, wenn du ihren Worten Gehör schenkst, aber ihren Sinn nicht verstehst, man." Die grauen schmalen Augen musterten den alten Mann von Kopf bis Fuß. Die Aura, welche er ausgestrahlt hatte ließ keinen Zweifel daran, welche Kraft er besaß, auch ohne dass Samantha die Geschichten über ihn kannte. Demonstrativ stellte sie sich vor Agwe. "In meinen Augen liegen weder Recht noch Vorteil darin, mit euch zu kämpfen. Auch wenn ein Angriff auf euch keine Gefahr darstellen mag, werde ich meine Waffen erst dann gegen euch richten, wenn ihr den in meinen Schutz gestellten Priester angreift." Der mannigfaltige Schmuck an ihrem Körper klimperte, als sie sich mit festem Stand positionierte, bereit den ersten Angriff abzulenken. Denn sie hatte das ungute Gefühl, wenn keiner von ihnen angriff, dann würde Michelle selbst in Aktion treten.
 
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Im Leben ist es meist so, das viele Dinge zur gleichen Zeit passieren.
Noch in einem Augenblick roch Momo die würzigen Kräuter, deren Rauchschwaden lange in der Luft hängen blieben. Dabei atmete sie genüsslich ein, erschauerte dabei, ob der Gänsehaut - waren das die Kräuter oder hatte da ein Loa zu ihnen gesprochen?
"Etwas naht..." Momo legte den Kopf zur Seite. Runzelte die Stirn. Die Gänsehaut verlagerte sich, wurde förmlich zu einer Faust in ihrem Magen. Ihr Atem ging plötzlich so schwer... wie nach einem Sprint. "Es naht... etwas..."
Der Druck in ihrem Kopf wurde mit einem Mal so groß, das Momo gleichzeitig kotzen und schreien wollte, ihre Haut begann zu beben, puckerte in großen Wellen über ihren Körper, als wäre sie keine feste Masse mehr. Ihre Stimmen schwollen an, kicherten, kreischten und blubberten- "NIEMALSohbellaciaobellaciaoHASTDUNNICHTGEHÖRT?VerdammteKackbratzeEsnaaaaahtetwasnaaahtESISTHIER!!Niemalswieder!!" - alle wild durcheinander und als ihr panischer Blick endlich die Bedrohung ausmachten, befand sie sich innerhalb eines Wimpernschlags im Auge des Sturms. In ihren Ohren pfeifte es laut, die Stimmen nur noch ein dumpfer, musikalischer Hintergrund.
Momos Herz setzte aus.
Nein.
Nein.
Bitte nicht.
Bitte nicht er.

"EristhiereristhierohLoaohLoaneinneinneinnein!!" Die nackte Panik riss am inneren Angstpfeiler ihres Bewusstseins und alle Fasern ihrer Muskeln schrien danach, endlich das Weite zu suchen. Die Gedanken völlig blank und ihr Gesicht eine steinerne Maske. Sie erinnerte sich noch gut an Großvater Laveau. Wie sie damals auf Black Lung in sein Haus gestiegen sind... wie er in ihr Innerstes geblickt hatte - oh ja, er hatte alles gesehen, ALLES! - und noch immer spürte die angehende Priesterin seinen langen Fingernagel in ihrem Rücken, wo er dort ihr Tattoo nachgezeichnet hatte. Warum nur er? Sie hatte sich gewünscht, diesen Kerl nie wieder in ihrem Leben sehen zu müssen. Wie grausam waren die Loa zu ihr, diesen Mann an Deck ihres Schiffes zu schicken.
Und wo war... wo war...?
Eine Bewegung in ihrem Augenwinkel brachte die Teufelsfrau dazu, sich endlich aus ihrer Starre zu befreien. Edward, aufgeschreckt durch den schieren Machteinfluss Michelles, hatte seine Pistole gezogen, welche mit einem lauten Knall auf die Planken gefallen war. Und auch er war im Inbegriff der Schwerkraft zum Opfer zu fallen.
Mit eiligen Schritten überquerte sie das Deck und war noch rechtzeitig bei ihm. Ihre Arme fingen ihn mit Leichtigkeit auf und legten ihn sanft auf den Boden. Dabei checkte sie seinen Puls. "Ohnmächtig, der Arme...", säuselte Goody Momo und die Teufelsfrau beruhigte sich ein wenig.

Sie wollte seine Aufmerksamkeit nicht haben. Sie wollte nicht, das er sie ansah. Jedoch war der Drang dieser einen Frage zu groß und Momo strich wie eine Katze hin und her, bis Großvater Laveau sie doch entdeckte. Sein Blick schabte den Lack ihrer Oberflächlichkeit wie Fingernägel über eine Tafel, wie eingebrannter Dreck von einer Stahlpfanne.. "Haydee", rief sie plötzlich aus sicherer Entfernung. "Wo... wo ist Haydee? Du hast sie-" "Weg! Weggenommen hat er-" "mit dir genommen, damals. Wie- also, wie geht es ihr?"
"She be fine." Der alte Priester nickte. "Die Loa haben sich ihrer angenommen, aber es ist kein leichter Prozess. Inamés ist launisch, man, und er hat sich ihrer angenommen. Aber sie ist stark in Körper, Geist und Glaube. Sie wird finden, was sie verloren hat und lernen, was sie vergessen hat."
Momos Hände fingerten nass geschwitzt im Inneren ihrer Hosentasche an der Taschenuhr, die Haydee vergessen hatte. Die Momo in ihrem Kleid gefunden hatte. Tränen brannten ihr in den Augen - sie wollte den Alten anschreien und ihn verfluchen, das er ihre einzige Freundin an sich gerissen hatte. In dieser Situation wurde der Navigatorin bewusst, das sie dieses Mädchen geliebt hatte; das erste menschliche Wesen seit Langem. Und sie vermisste sie so schrecklich...
Man sah die Teufelsfrau daraufhin bedröppelt nicken, dann zog sie geräuschvoll die Nase hoch und machte sich daran, ihre Kampfhandschuhe überzustreifen. Wenn sie ihn schon nicht verfluchen kann, würde sie ihm wenigstens eins auf die Mütze geben...
 

Agwe

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Agwe hörte seinem Großvater zu. Und um ehrlich zu sein hatte er Angst.
"We be screwed, man."
Das fasste die Gedanken des Voodoopriesters gut zusammen. Er hatte gespürt, wie mächtig sein Großvater war, trotz all der Jahre, die nun schon hinter seiner besten Zeit lagen. Andererseits - hieß es nicht, dass Ogoun gerade mit jenen war, die sich kopfüber ins nächste Abenteuer stürzten? Und dass die Loa Mut im Angesicht von Gefahr am allermeisten schätzten? Sicher, eine andere Übersetzung des archaischen Wortes aus der Geheimsprache der Voodoopriester bedeutete ungefähr so viel wie "Selbstzerstörerische Dummheit", aber man musste ja nicht gleich jede Übersetzung auf die Goldwaage legen.

"Alright. Wait up, people."
Wenn er wollte, konnte Agwe seine Stimme auch ohne große Gesten mächtig klingen lassen. Es war einer der Tricks, die man als Voodoopriester lernte.
"Momo, Noah, Enrico, keep calm, man. Das hier ist kein Kampf, den wir einfach so bestreiten können. Wir brauchen etwas, was uns noch mächtiger macht. Momo." Agwe sah direkt zu der Priesterin in Ausbildung. "Weck' Edward auf. Sag ihm, was Sache ist und dass er uns eine Strategie zurechtlegen soll. Ich kann dir leider nicht viel über Grandfather hier sagen, nur dass er vermutlich viel stärker ist als wir alle zusammen. Wir brauchen Eddies Brain, wenn wir auch nur den Hauch einer Chance haben wollen, also mach' ihm das um Baron Samedis Willen begreiflich."

Seine nächsten Worte galten Noah und Enrico gleichermaßen. Die beiden waren vermutlich körperlich ähnlich stark wie Momo, so vermutete er zumindest, also würden sie höchstwahrscheinlich an der Front stehen. "Enrico, man. Es ist gut, dich dabei zu haben. Insbesondere die von den Loa gegebene Gabe, mit den Tieren zu sprechen wird sich nützlich zeigen. Arbeite gut mit Noah hier zusammen", der Voodoopriester klopfte dem Fischmenschen ungeniert auf die Schulter, "verstanden, man? Und du, Noah, dass du an unserer Seite kämpfen willst, obwohl du noch nicht lange bei uns bist, ehrt dich. Sobald die Zeit reif ist will ich dir von Agwe erzählen, nach dem ich benannt bin und wie er deine Rasse segnete." Das war eine gute Geschichte und Agwe erzählte sie gerne.

Als letztes wandte er sich der Ogounista zu, die sich rundheraus weigerte, gegen Michelle zu kämpfen. Jedenfalls so lange, wie er ihr keinen Grund dazu gab. "Gesandte Ogouns. Dass du mich schützen willst, mein Stahl sein willst an dem meine Feinde zerbrechen, lässt mich innerlich frohlocken. Welchen Geist auch immer Ogoun dir gesandt hat, ich möchte mich beizeiten bei ihm bedanken." Dann drehte auch er sich in Richtung seines Großvaters.
"Alright, man. Warten wir, bis Eddie aufwacht und die Situation verstanden hat, dann kann es losgehen, man. Hast du was dagegen, Großvater, wenn er sich einen Plan überlegt?"

Der alte Mann zuckte mit den Schultern. Der massige Bauch wölbte und schwabbelte dabei wie eine Welle auf dem Ozean. "Fine by me, man."
 

Edward Buraddo

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Edward hatte keine Ahnung, wie lange er weg gewesen war. Er konnte sich noch daran erinnern, dass seine Sicht verschwamm und das nächste was er wahrnahm war ein stechender Schmerz in seinem Gesicht. Er öffnete die Augen und hörte noch einmal Momos Hand gegen seine Wangen klatschen. Sein Kopf fühlte sich heiß und geschwollen an, wer weiß wie oft ihm Momo die Hand durchs Gesicht gezogen hatte, bis sie ihn wieder wach gekriegt hatte. „Fürs nächste Mal…“ brachte er nuschelnd hervor… „Ich habe Riechsalz in der dritten Tasche links an meinem Gürtel…“ er rieb sich die heißen Wangen und sah sich um. Es schien nicht viel Zeit vergangen zu sein, dafür war die Szene noch zu gleich. Das einzige was anders war, war der dickliche Mann an Bord, welchen Edward schnell als Agwes Großvater erkannte, sowie die Tatsache, dass jeder irgendwie angespannt wirkte. „Stimmt irgendwas nicht?“ wollte er wissen, doch als Momo ihn schließlich aufklärte blieb ihm der Mund weit offen stehen.

Er sah zu Agwe. „Ich soll WAS?“ fragte er mit einem aggressive flüstern, dass wohl keiner außer Momo hören konnte. Er griff sich Agwe und zog ihn zur Seite. „Kapitän… versteh mich hier nicht falsch, ich fühle mich von deinem Vertrauen in meine Fähigkeiten geschmeichelt, aber ich glaube du überschätzt, was ich aus der Situation hier heraus holen kann… Ich kenne die Hälfte der Leute hier nicht, ich weiß nichts über deinen Großvater und seinen Kampfstil und kämpfen gesehen habe ich nur dich und Momo wirklich, von denen die wir hier haben… ich meine… Du hast deine Schlangenform… dein Gift ist sehr Potent, aber…“ Sein Blick wanderte zu Momo herüber, welche sich die Kampfhandschuhe anzog, welche er ihr vor einiger Zeit gebastelt hatte. „… er ist stark… stärker als Momo… aber… könnte damit auch eine gewisse… Arroganz… Gib mir einen Moment…“ er grübelte und die Augen wanderten durch die Reihen.

Er wusste nichts über den Fischmenschen oder die rothaarige Frau, also konnte er sie nur sehr Oberflächlich in den Kampf einbauen. Agwe hatte seine Tricks, aber sicher kannte sein eigener Großvater ihn in und auswendig… „Agwe…“ meinte er und zog eine kleine Phiole aus einer Gürteltasche. „Kannst du bitte kurz unter Deck gehen und in deiner Schlangenform hier oben in die Phiole beißen? Der Deckel ist so Gebaut, dass deine Zähne dabei Gift abgeben, als hättets du in Fleisch gebissen…“ Agwe schien nicht mal zu Zweifeln oder zu zögern, er nahm die Phiole und verschwand unter Deck. Edward zog währenddessen etwas Stoff hervor und zerriss es. Er wartete einen kurzen Moment, bevor Agwe zurück kam und ihm die Phiole übergab. „Danke…“ meinte Edward und nickte seinem Kapitän zu.

Schließlich ging er zu Momo und nahm sie zur Seite. „Streck mal deine Finger aus…“ sagte er und als Momo seinem Wunsch floge leistete stellte er sich so, dass keiner sehen konnte was er machte. Er hatte vier Stoffbällchen gemacht, welche er jetzt in Agwes Gift tränkte. Allein die dämpfe ließen ihn schon leicht verschwommen sehen, und selbst durch seine ledernen Handschuhe fühlte er, wie die Haut etwas taub wurde. Er drückte die Bällchen unter die metallenen Krallen des linken Handschuhs und befestige sie mit etwas Schnur. „Versuch ihn zu Kratzen!“ erklärte Edward Momo. „Der Stoff wird nicht sehr lange halten, aber ich hoffe darauf, dass er erst einmal deine Stärke testen will. Gib ihm erst einen Schlag mit der rechten, und dann zieh die Krallen mit der Linken über seinen Arm. Du wirst wahrscheinlich nur einen Versuch kriegen. Ich bezweifel, dass ihn das Gift ausknocken wird, aber mit etwas Glück ist Agwe stark genug, dass es ihn zumindest verlangsamt…“ meinte er, während sein Hirn schon rauchte um sich den nächsten Schritt zu überlegen.

Enrico war sehr ziemlich Schlagkräftig, wahrscheinlich auf einem Level mit Momo, allerdings selber noch Waffenlos… Und dann war da die neue Frau, welche sich Agwe angeschlossen hatte, welche sehr Interessante Waffen mit sich führte. Dazu gab es noch den Fischmenschen… Er wusste nicht viel über Fischmenschen, nur dass sie unter Wasser atmen konnten. Allerdings sprach der gewaltige Vorschlaghammer, den er mit sich trug dafür, dass er wohl ziemlich stark war. „Hmmm…“ er dachte kurz nach und nahm dann die drei zur Seite. „Ok, wir werden kaum eine Chance haben, wenn wir fair spielen, aber vielleicht können wir ihn ja aus dem Gleichgewicht bringen… Du… ehm… wie war dein Name noch einmal?... Samantha… Ok, also Samantha, ich denke die Beste Chance haben wir, wenn du und Enrico ihn gleichzeitig angreifen, aber lasst Momo als erstes angreifen. Es könnte euch die Sache einfacher machen. Du bleibst etwas hinter Enrico und du Enrico, du gehst direkt auf ihn los und versuchst ihm ins Gesicht zu schlagen. Das lenkt ihn hoffentlich genug ab, dass sich Samantha ihre Hakenwaffen nehmen kann und eins seiner Beine zu greifen kriegt. Sobald sie das Geschafft hat will ich dass ihr beide ihre Schwerter greift und mit aller Kraft nach oben zieht. Versucht sein Bein vom Boden zu kriegen.“ Dann sah er zum Fischmenschen. „Dann kommst du ins Spiel… ehm… dein Name war?... Noah, richtig… also sobald er auch nur im geringsten Schwankt möchte ich, dass du deinen Hammer mit aller Kraft gegen seine Brust schlägst. Wenn sein Gleichgewicht schon geschwächt ist, dann kannst du ihn vielleicht zu Boden schlagen.“ Er sah sich die drei an. „Ich weiß unsere Chancen sind gering, aber ich denke so ein Teamangriff hat die beste Chance auf Erfolg…“ *So gering diese auch sein mag…* dachte er sich dabei im Stillen.

Dann ging er zu Agwe. „Ich denke, ich habe alle bestmöglich vorbereitet, aber ich rechne uns trotzdem keine hohen Chancen aus. Was dich angeht… ich glaube dein Großvater wird dich zu sehr kennen, daher bleibt nur, dass du etwas tust, das absolut nicht deiner Persönlichkeit entspricht… etwas, dass er nie erwarten würde… Leider kann ich dir nicht sagen, was das sein wird. Aber ich bin mir Sicher, dass er das größte Auge auf dich haben wird. Geh mit Momo in den ersten Angriff. Ihr Angriff könnte das Züngelchen an der Waage sein. Greif mit ihr zusammen an und kurz bevor ihr ihn erreicht… egal was dir dein Instinkt sagt, dass du tun sollst… tu das Gegenteil. Tu etwas, dass er nicht erwarten würde. Ich weiß das klingt dämlich, aber genau das könnte uns zum Vorteil gereichen… wenn du es schaffst ihn nur eine Sekunde abzulenken, damit Momo ihren Treffer landen kann… das könnte den Kampf in unsere Richtung kippen. Wenn auch nur ein wenig…“ erklärte der Tüftler seinem Kapitän. „Viel Glück…“
 

Agwe

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Agwe wusste, dass Edward ihn nicht im Stich lassen würde. Sein Freund und Tüftler war eben nie um eine gute Idee verlegen. Die anfängliche Panik, die ihn dabei ergriff - nun die zeigte nur dass er verstand, wie ernst die Lage war! Die besten Ideen wurden eben doch aus Angst geboren und davon hatte Eddie genug. Vielleicht war das der Grund, überlegte Agwe, dass er so gut darin war, Sachen zu erfinden. Er hatte einfach Angst davor, gewisse Dinge selber zu tun.
"Aye man, will do." Das Fläschchen in einer Hand ging der Voodoopriester unter Deck, damit sein Großvater nicht sah, was er da tat. Schon wenig später kam er wieder zurück, die Phiole mit der durchsichtigen Flüssigkeit in der Hand. Die Menge war ausreichend, um einen gewöhnlichen erwachsenen Mann zu töten, aber sein Großvater konnte diese Menge vermutlich trinken.


"Egal was dir dein Instinkt sagt, dass du tun sollst… tu das Gegenteil."
Das war eine Anweisung, wie Agwe sie noch niemals gehört hatte. Erst recht nicht von Edward. Er war daran gewöhnt, klare Anweisungen von Eddie zu hören. Diese ignorierte er dann, überlebte trotzdem irgendwie, Eddie regte sich fürchterlich auf und Agwe tat so, als ob es ihm leid täte. So war es eigentlich. Dieses Mal aber... Dieses Mal konnte er tatsächlich üble Folgen davon tragen, wenn er nicht auf ihn hörte. Also nickte er. Und tat damit vermutlich schon etwas, was gegen jeden seiner eigentlichen Instinkte ging.
"Ready when you are", meinte er zu Momo gewandt. Dann verwandelte er sich. Und ging zum Angriff über. Durch Zögern gewann man keinen Kampf.

"Aaaah, there ya comin'." Agwes Großvater, der große Michelle Laveau, lächelte breit, als Agwe und Momo auf ihn zukamen. Der Voodoopriester trug seine Schlangendolche in beiden Händen und wand sich mit einem Zischen, das weniger willensstarke Menschen in die Flucht geschlagen hätte. Der ehemalige Hohepriester lachte nur, wobei sein Bauch auf und ab wabbelte wie ein mit Wasser gefüllter Ledersack. "Ihr zeigt großen Mut, mich von vorne an zu greifen, man. Mal sehen, wie euch das schmeckt!" Michelle hob beide Hände, die Finger aneinander gelegt. Kurz bevor Agwe bei ihm war, um ihm seine Schlangendolche in die Seiten zu rammen, klatschte er in die Hände. Das folgende Geräusch war ohrenbetäubend. Staub wirbelte um Michelle Laveau herum auf und in Agwes Ohren fiepste es leise. Die Hühner gackerten in Panik herum, eines sprang unten auf den Kai und rannte unter panischem Gezeter in Richtung der Stadt. "Path o' Ogoun: Thunderclap."
Agwe wurde der Zylinder vom Kopf gefegt. Er schwankte und stolperte zurück, als er auch schon sah, wie sein Großvater sich auf ihn zu bewegte. Der alte Hohepriester hatte jetzt die Hand zur Faust geballt und es war offensichtlich, worauf er abzielte: Er wollte Agwe gegen den Kopf schlagen.

Schon war er dabei, sich zu verwandeln, als er innerlich Edward Stimme hörte:
"Egal, was dir dein Instinkt sagt, dass du tun sollst... tu das Gegenteil."
Aber konnte er das? Nein, er hatte Angst. Angst vor der geballten Macht seines Großvaters. Er musste ausweichen, alle seine Instinkte schrien danach.
"Sorry, man. Du hattest diesen tollen Plan, Edward, und an mir wird er scheitern." Das war Agwes letzter Gedanke, ehe er begann, unter Michelle Laveaus Angriff weg zu tauchen.

"NEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEIN!"
Hatte er das gerade laut gesagt? Hatte Agwe Facilier so laut geschrien, dass die Hühner in ihrer Panik inne hielten? Hatte er so laut geschrien, dass man es auf der ganzen Insel hören musste und niemand verstehen würde, warum in diesem Wort gleichzeitig so viel Panik lag wie Mut und Trotz?
"Path' o Brigitte: Fist of Love!" Der Angriff, den Michelle eigentlich als Finte gedacht hatte, traf Agwes Kopf. Mit einem ohrenbetäubenden Donnern rauschte der Voodoopriester gegen den Mast, welcher unter dem Gewicht und der Kraft des Hiebes splitterte. Das Gesicht Michelles zeigte keine Wut, keine Genugtuung. Stattdessen nur eines und das war es, was Edward vermutlich gewollt hatte: Überraschung. "...oh..."
 

Momo

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"Nein, Kleines. Das geht nicht, auf gar keinen Fall!"
"Dieser fette, alte Sack ist zu stark für dich. Lass mich da ran, ich mach ihn platt...!"
Ihre Stimmen wiegten sich vor und zurück, wie in einer Höhle, dessen Wände das Echo zurück warfen. Momo konnte sie nicht aufhalten, wild durcheinander zu tratschen und zu der momentanen Situation Ratschläge und ihren hauseigenen Senf dazu zu geben.
Jedoch konzentrierte sich die Teufelsdame momentan nicht darauf. Momos Augen ruhten auf Edwards Gesicht, der - nach so langer Zeit - ihr wieder nahe gekommen war. Sie erkannte jedes einzelne Grübchen, jede einzelne Haarsträhne in seinem Gesicht und als er sie ansah... roch er seinen würzigen Duft - nicht das Schlangengift an ihrer Hand. Sie sah seine gutmütigen Augen, voller Wissen und Tatendrang - nicht den herannahenden Kampf gegen Michelle.
Für einen kurzen Moment war nur dieser Mann vor ihr wichtig. Und zum ersten Mal erkannte sie ihre Gefühle. Und nahm sie in sich auf. Akzeptierte.Die Teufelsdame unterbrach den Drang, ihre Hand nach ihm auszustrecken.

Kaum war dieser Wunsch verflogen, wand sich Edward schon den anderen Crewmitgliedern zu und die junge Frau leitete ihre Konzentration in andere Bahnen.
Momo hatte Eddies Worten nicht hundertprozentig lauschen können - war sie doch zu abgelenkt gewesen... Jedoch verstand die angehende Navigatorin die Dynamik der Crew.
"Maman Brigitte ist bei uns", flüsterte die Jungpriesterin und prüfte nocheinmal den Sitz ihrer Handschuhe. Dabei glühten ihre violetten Augen zu Michelle herüber. "Mit ihr kann mir kein Leid geschehen. Sie wird mich führen..."
Das Leder knarzte, als die Kämpferin ihre Fäuste ballte.
Sie atmete tief ein.

"Ready when you are."
Kaum spürte Momo die Verwandlung ihres Kapitäns, setzte sie sich geschmeidig in Bewegung. Sie wollte hinter seiner riesenhaften Gestalt bleiben, denn ihm oblag fürs erste die Aufmerksamkeit Michelles.
So konnte die Teufelsfrau nicht sehen, welchen Angriff dieser ausführte, jedoch spürte sie den kräftigen Windzug an Agwes Gestalt vorbei pfeifen. Sie ruckte mit dem Kopf - der Zylinder trudelte an ihr vorbei... und beinahe wäre der Zusammenstoß mit Agwes herannahender Schlangengestalt unausweichlich gewesen. Momo warf sich zur Seite, stolperte für einige Schritte... Ein Stich, gleich einer sehr dünnen Nadel, bohrte sich in ihr Herz.
...was? Wie konnte er...?
Die Navigatorin wollte nicht zurücksehen. Sich nicht versichern, das dieser alte, klapprige Kerl ihren Kapitän so mir nichts, dir nichts aus dem Kampfring gefegt hatte. Sie wollte ihrer Angst und Unsicherheit kein Futter geben. Daher starrte sie mit Zuversicht nach vorn und erblickte Michelles erstaunten Gesichtsausdruck, welcher ihr den Mut gab, ihren ersten Schlag auszuteilen...

Der Priester war flink. Zwar hatte ihn der Schlag gegen seinen Enkel kurzzeitig aus dem Konzept gebracht, jedoch war ihm Momos Funktion als Agwes Schatten nicht entgangen. Seine flache Hand kam herangesaust und wollte auch die Teufelsfrau davon fegen.
Sie handelte instinktiv. Ging in die Hocke - ließ sich regelrecht fallen. Tauchte unter dem Schlag ab, spürte den gefährlichen Luftzug. Dann stieß sie sich mit aller Kraft ab, versteifte ihr Handgelenk, streckte den Ballen nach vorn und traf Michelle am Kinn. Momo wollte sich nicht wundern, ob ihrer Trefferquote. Im gleichen Moment, als Michelles Kopf nach hinten gerissen wurde, war ihre Faust - getränkt mit Schlangengift - schon auf dem Weg in die Zielgerade... verfehlte den Priester aber um Haaresbreite.
Verdutzt konnte die Teufelsfrau beobachten, wie der Opa einfach umkippte und mit einem riesen Knall auf den Brettern landete. Momo keuchte mit aufgerissenen Augen. Normalerweise war sie es gewohnt, den am Boden liegenden Feind solange zu stiefeln, bis dieser nicht mehr auf stand. Jedoch war diese Situation so abstrus. Wie konnte er einfach so umfallen...?

Ungläubig starrte sie zuerst auf Michelle... dann sah sie zurück, über ihre Schulter - sie wollte Edward stumm nach Hilfe fragen.
"Etwas naht..."
Der Schmerz, den Michelles nackter Fuß durch ihre Eingeweide schickte, war mit nichts anderem zu vergleichen. Lieber hätte sich Momo den ganzen lieben langen Tag glühende Eisen über ihre Haut gezogen, als diesen Schmerz ertragen zu müssen. Dieser Mistkerl hatte es doch tatsächlich gewagt, seinen Fußkick zwischen ihre Beine zu setzen und mit einem erstickten Laut krümmte sich die junge Frau, stolperte ein paar Schritte zurück...
Unterschätze nie deinen Gegner, hallte es flüsternd in ihrem Kopf - ein Satz, den ihr Lehrmeister gerne benutzt hatte. Jetzt wusste sie, warum es so wichtig war.
"Verdammter Hurenbock", fauchte Momo aus zusammen gebissenen Zähnen und beobachtete Michelle dabei, wie er geschmeidig und schwungvoll sich aus der Rückenlage vom Boden abstieß und wie geleckt vor ihr stand. Dabei grinste er noch listig und breitete die Arme aus, wie als wolle er die junge Frau als Entschuldigung in seine Arme nehmen. Jedoch spürte Momo die Kraft, welche in dieser Bewegung lag. Es war die gleiche Attacke...

Momo zögerte nicht lang und warf sich dem alten Greis förmlich in die Arme, um Path o' Ogoun: Thunderclap mit vollem Körpereinsatz zu verhindern. Sie stieß mit ihm zusammen und konnte dabei förmlich spüren, wie Knochen auf Knochen krachte. Ein überwältigender Geruch aus Moschus, Kräutern und Schlangenschnaps schlug ihr dabei entgegen und obwohl sich ihr Körper zwischen ihm und seiner Attacke befand, ließ sich Michelle nicht beirren, ja, hatte es wahrscheinlich erwartet...
Es war mehr ein Stoß, als ein Klatschen. Dieser Laut zerriss Momo beinahe das Trommelfell, schickte einen rollenden Schmerz ihre Wirbelsäule hinab und sie begann in Michelles Armen zu schreien... Eine Ohnmacht, so süß und einladend, nahte heran. Sie konnte es förmlich spüren, wie eine Decke, welche man sich an´s Kinn zog.
Aber bevor Momos Körper ins Taumeln geriet, riss die Teufelsfrau mit aller Kraft ihr Knie nach oben und versenkte es mit süßer Vergeltung in Michelles Weichteile. Sie wartete nicht seine Reaktion ab, spürte nur, wie sein Oberkörper sich beugte und mit der Linken bohrte sie ihren Handschuh in das weiche Fleisch seines Bauches... bevor sie sich von ihm löste, gegen die Reling des Schiffes prallte... und nur noch Schatten sah, welche langsam ihr Sichtfeld einnahmen.
 

Enrico

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Immer wieder ging Enrico den für ihn bestimmten Teil des Planes geistig durch. Michelle so gut wie möglich für Samantha ablenken, um ihn dann gemeinsam aus dem Gleichgewicht zu bringen… In der Theorie eigentlich recht einfach hatte sich der Musiker gedacht – bis die schwere Schlangengestalt von Agwe Facilier mit einem Knall gegen den Mast krachte, den man vermutlich noch auf der anderen Seite der Insel gehört hat. In diesem Moment musste sich Enrico endlich eingestehen, entgegen all seiner Hoffnung, dass das Alter den Hohepriester körperlich hat schwach werden lassen, dem nicht der Fall war. Michelle war, soweit er es einschätzen konnte, immer noch in Topform als wäre er gute 50 Jahre oder mehr jünger. Wie genau sollte er so jemanden ablenken können, geschweige denn aus dem Gleichgewicht bringen? Edward hatte irgendetwas mit Momo besprochen, dass ihnen dabei helfen sollte, aber würde es wirklich genug sein? Was könnten sie machen, um ihr Ziel zu erreichen. Der Musiker war sich sicher, dass der einzige hier an Bord, der Michelle von den Beinen bringen konnte, Michelle selber war. Moment…Wäre es möglich…? Enricos Gehirn arbeitete plötzlich auf Hochtouren, dass man meinen könnte, Rauch aus seinen Ohren kommen zu sehen, und ein Geistesblitz kam hervor. Während Momo noch verbittert mit Michelle kämpfte, flüsterte er zu Samantha "Ich habe eine Idee, aber wir müssen schnell sein, um sie umzusetzen…" Leise erklärte er der Ogounista seinen Plan "Bist du damit einverstanden?" Sie schien kurz darüber nachzudenken, wusste aber, dass ihnen an Zeit mangelte und nickte. "Aber lass uns schnell und unauffällig sein"
Momos Aufprall gegen die Reling war ihr Zeichen. Ihre Vorbereitungen waren getroffen, und auch wenn es das erste Mal war, dass Enrico und Samantha zusammen kämpften, waren ihre Schritte synchron. Sie mussten es sein, trotz allem, um gegen diese Welle, diesen alles mitreißenden Sturm, der Michelle Laveau war, zu bestehen.

Der Priester spürte seinen Bauch ab, wo ihn Momo mit aller Kraft gestochen hatte. Die Stiche waren nicht tief, nicht lebensgefährlich, sie bluteten kaum. War es nur ein letzter Versuch gewesen, irgendetwas gegen ihn auszurichten? Amüsant, aber nicht, was er sich von der Crew seines Enkels erwartet hatte. Was auch immer ihr Plan war, bis jetzt war es nicht anderes als enttäuschend. Sie hätten vermutlich eine bessere Chance gehabt, ihn alle auf einmal anzugreifen als dieses hintereinander. Mit belustigtem Gesichtsausdruck wandte er sich Enrico zu, der mit festen Schritten auf ihn zuging. Die Ogounista, die sich hinter der Gestalt des Musikers zu verstecken versuchte, war ihm sofort aufgefallen. Dann wollte er sie nicht zu lange warten lassen. Er ging erneut in seine übliche Kampfhaltung und schärfte seinen Blick auf Enrico.
Genau in diesen Moment verschwamm seine Sicht. Nur für einen kurzen Moment, aber er konnte den Musiker nicht mehr klar sehen. Was war los? Sein Bauch… Die Stiche brannten leicht, und ein leichtes ungutes Gefühl machte sich über seinen gesamten Körper breit. Als würde es einem am Rücken kratzen, aber man konnte die Stelle einfach nicht erreichen. Gift, vermutlich das seines Enkels. Das war also ihr Plan. Aber wen sie dachten, dass ein wenig hoch tödliches Schlangengift ihm viel anhaben könnte, dann unterschätzten sie, was dazugehörte Hohepriester zu sein. Ob er klar sehen konnte oder nicht, es würde nichts am Ausgang hier ändern.

Enrico sah sich Michelle gegenüber. Er war nicht gelaufen, nicht geschlichen, hatte sich in normalem Tempo auf ihn zubewegt. Er wusste, es würde nichts ändern. Sofort holte er zum Schlag aus, auf Michelles Nase gezielt, aber der Hohepriester fing die Faust gelassen vor seinem Gesicht mit seiner Hand auf, und vergrub die andere tief in Enricos Bauch. "Path o‘ Brigitte: Fist of Love!" Die Wucht des Aufpralls raubte den Musiker alle Luft aus seinen Lungen, und hätte er sich nicht darauf konzentriert, so fest wie möglich zu stehen, hätte dieser eine Schlag ihn sicher wie Agwe oder Momo weggeschleudert worden, anstatt einige Zentimeter zurückgedrängt. Ja, Michelle war stark, aber solange Enrico bei Bewusstsein war, würde er so viele Schläge einstecken wie möglich, um Samantha so viel Zeit wie möglich zu geben. Erneut und erneut versuchte der Musiker einen Treffer zu landen, nur um von Michelle geblockt und übertroffen zu werden. Ein Schlag gegen die Schulter, ein Tritt gegen das Bein - man hörte lautes Knacken - und eine Kopfnuss direkt auf die Nase. "Path o‘ Damballah: Overwhelming Force!" Nur Blut war noch an der Stelle zu sehen. Der Schmerz, der er in seinen ganzen Körper spürte, war kaum auszuhalten. Er wollte schreien, nach Luft schnappen, brüllen. Aber er behielt seinen Fokus. Noch konnte er stehen. Noch konnte er austeilen und einstecken…

"Not bad, man. Gilbert hat damals eine gute Wahl getroffen. But, this is it." Der Hohepriester machte sich bereit es mit einem weiteren Thunderclap zu beenden. "Enrico, jetzt!" Eine Stimme rief hinter dem Priester. Die Ogounista! Sie war ihm durch seine schwammige Sicht ganz entfallen. Er blickte herab und sah ihre Schwerter, um eines seiner Beine gehakt. Der Musiker bewegte sich, trotz aller Beschwerden seines Körpers zu Samanthas Position bevor er dem Priester Zeit geben konnte, zu reagieren. Sie hatten nur diese eine Chance! Sie mussten sie nutzen!
 

Samantha

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Für Sam war das alles einfach noch neu. Sie war in eine Gruppe ihr quasi völlig fremder Menschen geschmissen worden und nun sollte sie auf den Plan eines Typen vertrauen, der nicht nur gerade erst einmal umgekippt war, sondern auch noch irgendwie ihr Misstrauen weckte. Warum auch immer etwas an ihm sie irritierte und was es war, das konnte sie nicht sagen. Doch ihr Priester vertraute ihm und die Loa sprachen durch die Priester. Also nannte sie ihren Namen noch einmal, als danach gefragt wurde und lauscht aufmerksam, was ihr Teil des Planes war. Nach dieser beeindruckenden Demonstration der schieren Willenskraft ihres Gegners, rechnete die Ogounista ihnen keine großen Chancen zu, aber es war immer noch besser als sich einfach seinem Schicksal zu ergeben. Dies war eine Prüfung der Loa und sie musste sich ihr stellen, um ihrer Aufgabe gerecht zu werden. Sie wandte sich an ihre beiden vertrauten Loa im Gebet, während sie ihre Maske über die eine Hälfte ihres Gesichtes zog. "Ogoun, Herr der Schwerter, Wächter der Krieger, leite mich und meine Waffen auf deinen Pfad", murmelte sie leise und wob das Zeichen des Tattos auf ihrer rechten Schulter mit den Hakenschwertern in die Luft. "Erzulie, Sinnbild der Liebe, Beschützerin der Familie, leihe meinem Körper deine Leichtfüßigkeit im Tanze." Ihre Hakenschwerter woben gerade das Veve auf ihrer linken Schulter in die Luft, als Enrico sie auf einmal ansprach. In kaum vernehmbarem Flüsterton, sodass es nicht einmal der Hohepriester hören könnte, eröffnete er ihr seine Idee und sie nickte. Die Motivation dahinter war für sie klar zu sehen und damit hätten sie sicherlich bessere Erfolgschancen als wenn sie es auf Biegen und Brechen mit ihrer eigenen Kraft versuchten. "Ich brauche ein Seil", wandte die Ogounista sich an Edward ohne weitere Erklärungen. Viel Zeit blieb ihnen auch nicht mehr, denn Agwe hatte bereits den ersten Schlag eingesteckt und Momo versuchte etwas gegen ihren Gegner auszurichten.
Mit tänzerischer Gewandtheit glich Sam ihre Schritte denen ihres Partners an, sodass sie im Gleichschritt unterwegs waren. Nur so konnte sie sich hinter seiner Gestalt verbergen, auch wenn es Michelle wohl kaum täuschen würde. Doch es verbarg, was es eigentlich verbergen sollte. Quasi eine doppelte Finte, denn die Köchin nutzte die Deckung, um das Seil an ihren Hakenschwerter zu befestigen. All ihre Hoffnung lag darin, dass die vorangehenden Angriffe ihn in irgendeiner Art und Weise beeinträchtigten hatten und Enrico ihr die Zeit verschaffte, die sie brauchte. Und tatsächlich, irgendetwas schien mit dem fülligen Mann nicht zu stimmen. Doch konnte die Frau mit dem rotbraunen Haar nicht groß darauf achten. Zu sehr musste sie sich darauf konzentrieren, keinen Fehler zu machen. Während der erste Schlag dumpf in den massigen Leib des Bärtigen krachte, tauchte sie in einer geschmeidigen Bewegung nach unten. Sie rechnete jeden Moment damit, einen Fuß oder einen Fausthieb oder einen anderen Angriff abzubekommen doch nichts dergleichen geschah. Es grenzte schon an ein Wunder und sie sandte einen Dank an Ogoun, der ihnen den Vorteil des Momentums gewährte. Ihre Schwerter legten sich mit den Windungen um einen der Knöchel des Hohepriesters. Für einen kurzen Moment durchzuckte sie das schlechte Gewissen, einer solch wichtigen Persönlichkeit nicht nur absichtlich Schaden zuzufügen, sondern auch noch eine Finte einzubauen, doch das gehörte zu dieser Prüfung der Loa! "Enrico, jetzt!", gab sie dem sichtlich lädierten Mann das Zeichen und dieser eilte an ihre Seite, um eines der Schwerter zu greifen. Doch kaum hatten seine Finger sich um den Griff der zweiten Waffe geschlossen und die beiden begannen mit aller Macht zu ziehen, als der Widerstand an dem Schwert plötzlich nachließ. Michelle hatte ihrem Zug einfach nachgegeben und sich mit einer für einen derart fülligen Mann erstaunlichen Gewandtheit auf die Hände gestützt. Sein eingehaktes Bein fädelte er dabei geschwind aus den gebogenen Enden der Schwerter, wobei er in derselben Bewegung noch je einen Tritt gen Enrico und einen in Richtung der Ogounista sandte. Erneut ertönte die voluminöse Stimme des Laveau. "Path o' Azaka: Upside down fool!" In diesem Moment musste Sam ihre sonstigen Instinkte unterdrücken. Normalerweise hätte sie versucht auszuweichen, um nicht ganz von diesem Schlag getroffen zu werfen, denn vollständig wäre sie ihm wohl im Leben nicht entkommen. Doch für Enricos Plan war es wichtig, dass es sie voll erwischte. Sie spannte jeden Muskel ihres Körpers an, am liebsten hätte sie auch die Augen vor dem herannahenden Übel geschlossen, doch sie blickte dem Hohepriester direkt in die Fenster seiner Seele. Sie hatte keine Angst und im letzten Moment sollte er begreifen, dass er ihnen direkt in die Falle gelaufen war. "Nicht loslassen!", knurrte sie. Was eigentlich in Sekundenschnelle passierte, kam ihr gefühlt vor wie mehrere Minuten. Wie in Zeitlupe kam der bloße Fuß auf sie zu und hämmerte sich in ihren Körper. Sam hätte selbstgefällig gegrinst, wenn nicht gerade ihr komplettes Bewusstsein mit Schmerz und dem Gedanken ihr Schwert zu umklammern gefüllt gewesen wäre. Denn durch Enricos heldenmütigen Einsatz verdeckt hatte sie mit dem Seil eine Schlinge hinter dem Priester am Boden liegen lassen. Durch das Gift leicht beeinträchtigt und vom offensichtlichen Versuch der Destabilisation seines Standes abgelenkt, war Michelle diese Kleinigkeit wohl entgangen und die Wucht, welche die beiden gerade über das Deck pfefferte, riss nun das Seil mit sich, welches sich nun anstelle der ursprünglich als Ziel erfassten Beine um die Unterarme des Hohepriesters legte. Das einzige, was den Hohepriester zu Fall bringen konnte, war er selbst. Das waren Enricos Worte gewesen und darauf hatte der ganze Plan des Musikers abgezielt.
Ob das Ganze funktionierte oder nicht sollte die Ogounista nicht mehr mitbekommen. Ihr Körper wurde gegen eine Kiste geschmettert, die sich noch mehr Schmerz auslösend in ihren Rücken grub. Noch immer umklammerte sie wie verrückt ihre Waffe, doch rühren konnte sie sich kein Stück. Es fühlte sich an, als wäre jeder Knochen in ihrem Körper zertrümmert. Jetzt lag es an Noah.
 
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