Glauben ist nicht Wissen

Dieses Thema im Forum "Magnes Katar" wurde erstellt von Agwe, 7. Juli 2018.

  1. Edward Buraddo

    Edward Buraddo Kopfgeldjäger

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    Die ganze Truppe machte sich allmählich auf den Weg an Bord, als Edward aus dem Augenwinkel erkannte, wie ein Schatten sich aus dem Wasser zog und scheinbar ziemlich Zielsicher auf Agwe zusteuerte. Schnell war die Pistole gezogen und auf die Fremde Person gerichtet, um den Kapitän falls nötig vor einem Vergeltungsschlag zu schützen. Dann jedoch stellte sich recht schnell heraus, dass diese Vorsichtsmaßnahme nicht nötig war, denn die junge Frau, welche Momo Konkurrenz machen konnte, wenn es um eine Respekt einflößende Statue des Körpers ging, ging vor Agwe auf die Knie und sprach zu ihm, Edward konnte nicht alles Verstehen, nur das Wort Loa hörte er mehr als deutlich heraus.


    Mit einem Kopfschütteln ließ er die Pistole sinken und seufzte. „Wie finden diese Leute ihn immer? Gibt der für andere Leute seiner Religion irgendwie ein Leuchtfeuerähnliches Licht ab?“ murmelte er, während er sich ziemlich sicher war, dass bald ein weiteres tief religiöses Wesen das Schiff mit ihm teilen würde. „Ich wünschte es wäre nur eine andere Person hier, die nicht auf diesem Trip ist…“ er atmete einmal kurz aus und zuckte dann mit den Schultern. „Ach was solls, was religiöse Leute angeht habe ich es hier eigentlich ganz gut getroffen…“ er lachte kurz „Zumindest wollte mich noch niemand in einem Vulkan werfen…“


    Schließlich waren alle an Bord und Edward zog die Leiter wieder nach oben. Dann ging er zu den anderen, welche sich aber schon am aufteilen waren, Agwe hatte jedem seine Aufgabe zugeteilt und widmete sich dann der neuen Rekrutin, also tat Edward einfach wie ihm geheißen war und gesellte sich zu Enrico. Er war jetzt schon gespannt, was Agwe mit ihm besprechen wollte. Insbesondere jetzt, wo Edward selber mit dem Verlangen brannte, die Möglichkeiten seiner Teufelsfrüchte zu erkunden. Er war sich bislang sicher gewesen dass es bei Türen bleiben würde…


    Und so verbrachte er auch seine Wacht. Er kniete am Boden und öffnete Tür auf Tür, immer konzentrierte er sich auf andere Stellen im Schiff, das Krähennest, sein Labor, die Schlafräume, die Küche… Es ging meistens schief und er sah nur unter Deck, in das Vorratslager, welches sich unter ihnen befand. Aber immer mal wieder, vielleicht ein Mal in 10 bis 15 Versuchen funktionierte es. Edward hatte sein Handbuch neben sich liegen und schrieb sich genau auf was er gedacht hatte, wie er sich konzentriert hatte… Das wäre doch gelacht, wenn er diese Fähigkeit nicht meistern konnte.


    Enricos Musik half ihm tatsächlich dabei, sich zu entspannen und so besser auf sein Training zu konzentrieren. Doch als es plötzlich abbrach riss es ihn dafür komplett aus seiner Konzentration. Er sah zu Enrico auf und dann über Deck. „Hmmm… lass mich lieber mal, mich haben die nicht gesehen, das heißt wenn die euch beschrieben haben könnten sie dich erkennen…“ meinte er und richtete sich dann auf. „Hallo da.“ Rief er und winkte. „Was? Wo eure Leute sind? Die sind da lang gelaufen!“ er zeigte den Hafen entlang. „Die anderen habe ich nicht gesehen, aber irgendwas ist ins Wasser gefallen, etwas schweres…“ sagte er dann und zeigte auf das Wasser. „Mehr habe ich leider nicht gesehen, wir waren unter Deck als das ganze Tumult hier losging, und als wir hier oben waren war schon alles vorbei...“
     
  2. Momo

    Momo Kopfgeldjäger

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    "Wer ist das?"
    "Wer, die kleine Schnitte?"
    "Nein, nein... der menschenähnliche Fisch. Oder der fischähnliche..."
    "Was interessiert denn bitte dieser Karpfen? Sieh dir ihren HINTERN an! Diese Form..."

    Momo zog geräuschvoll die Nase hoch und spuckte aus. Wie immer gefiel es ihr nicht, wie selbstverständlich und naiv ihr Kapitän mit Anhängern ... oder Neulingen umging. Ihre Stimmen stritten sich förmlich darum, wer nun interessanter war. Die Frau, welche sich, besessen von Demut, vor Agwe in den Staub geworfen hatte und anscheinend mit den Loa per Du war. Oder dieser riesige, monströse... verdammt, was ist er... sie?
    Die Glatzköpfige entschied sich, ihre Aufmerksamkeit auf das Wesen vor sich zu werfen. Vor allem aber weil es Agwes Wunsch war, ein Gebet mit ihm zusammen zu sprechen. Auch wenn sie nicht der Hampelmann für jeden Dahergelaufenen war.
    Sie musste schon ziemlich den Kopf in den Nacken legen. Dieses Viech war beinahe unfair groß. Nicht einmal eine Kopfnuss könnte sie ihm so ohne weiteres geben. Aber im Großen und Ganzen eine interessante Erscheinung. Schon allein diese dicken Narben im Gesicht... das war ein - Dingsbums - nach ihrem Geschmack. Es schienen wohl nicht die einzigen Narben zu sein, die sich über seinem halbnackten Körper verteilten. Sie erinnerten an ihre eigene. Wahllos, mit einem tiefen Abdruck in der Seele und ohne Hoffnung auf vollständige Heilung.
    "Ihm wurde weh getan, das arme Ding."
    "Und wenn schon", grunzte Momo nur. Beiläufig bemerkte sie, wie das Vieh vor ihr begann, sie anzustarren. Und im nächsten Moment entschuldigte er sich dafür. Sie zuckte nur mit der rechten Augenbraue und kramte ihren Tabakbeutel hervor. "Wenn du weiter glotzen willst, musste zahlen." Mit geübter Schnelligkeit war der Tabak eingerollt und zu einer wohlgeformten Zigarette mutiert. "Wird aber nicht ganz so billig", grinste sie breit und steckte sich sogleich die Fluppe in den Mundwinkel. Ohne ihn zu Wort kommen zu lassen, plapperte Momo munter weiter. "Also..." Die Teufelsfrau stutzte und runzelte die Stirn. "Wie nennt man eigentlich sowas wie.... dich?" Ihre abwertende Handbewegung unterstrichen die genauso unhöfliche, aber berechtigte Frage.
    Es kräuselte seine Lippen - ein Lächeln erschien auf seinem Gesicht und man konnte die erste Reihe seiner Zähne sehen. Bei den Loa, sie würde sterben für eine zweite Zahnreihe! "Ich bin ein sogenannter Fischmensch."
    "Ein fischähnlicher Mensch oder ein menschenähnlicher Fisch?", fragte sie ganz beiläufig, weil ihr Goody Momos Stimme auf den Geist ging, die diese Frage scheinbar tausendmal in der Minute wiederholt hatte. Wenn sie hier schon den Babysitter spielen musste, konnte sie sich auch etwas amüsieren. Ihr Gegenüber blinzelte irritiert. Momo schmunzelte ob dieser Reaktion. "Ersteres", antwortete er schließlich. "Und ähm... du solltest Fischmenschen nicht als Fische bezeichnen. Das würden die meisten dir sehr übel nehmen."
    "Uuuuuh, der Goldfisch stellt Anforderungen! Los, lass diesen Schwachkopf Eddi ein Aquarium bauen und ihn als Haustier halten!" Momo versuchte dieses absurd komische Bild aus ihrem Kopf zu verscheuchen, während sie sich weiterhin auf den Fisch konzentrierte.
    "Verstehe. Und wie nennt man dich da, wo du her kommst?"
    "Noah DeGroot. Schön, dich kennenzulernen."
    "Also bist du... männlich, ja?"
    "Äh, ja?" Noahs Augen waren, ob Momos Frage, in Erstaunen geweitet. Sogar ein Blinder hätte sehen können, wie perplex er war. Momo amüsierte sich köstlich. "Fischmenschen und Menschen unterscheiden sich in der Hinsicht beim Aussehen nicht sonderlich." Die Glatzköpfige räusperte sich, ihr Blick scannte den Fischmenschen noch einmal und nickte dann anerkennend mit dem Kopf. "Dann bist du bestimmt sehr beschenkt, Noah." Sie grinste ihn eine Weile an, zuckte vielversprechend mit den Augenbrauen. Mit einem Riiitsch entflammte die Teufelsfrau ein Streichholz, das sie schon seit einiger Zeit in der Hand gehalten hatte. "Da musst du meine Frau fragen", kam nur trocken von Noah zurück und Momo hielt für einen Moment in ihrer Bewegung inne. Die Flamme hatte den Tabak der Zigarette noch nicht ganz erreicht, doch er begann leicht zu glimmen, bis sie kräftig daran zog. Mit einer harschen Handbewegung löschte sie das Streichholz. Eine dünne Rauchwolke umgab die beiden, nachdem Momo ausgeatmet hatte. Das Bild fügte sich. Sie sah dem Fischmenschen in die Augen - der Blick blieb an seinen Narben hängen.
    "Ihm wurde weh getan..."
    "Kannst mich Momo nennen", sagte sie nach einer Weile und legte den Kopf schief, während sie einen weiteren Zug tätigte. "Also dann, Noah... was weißt du über Loco?" Dieser zuckte nur mit den Schultern. "Loco ist ein Loa, glaub ich?"
    "Richtig. Du scheinst schon etwas über die Loa gehört zu haben."
    "Ein wenig. Ein alter Freund von mir stammt von Black Lung und hat mir ein paar Sachen erzählt."
    "Na, das ist doch was. Dann müssen wir nicht ganz von vorne anfangen."
    Momo begann in ihrem kleinen Gürtelbeutel herumzukramen. Sie hatte sich den Beutel aus Leder zusammen geschneidert, nachdem es für sie als angehende Priesterin wichtig geworden war, einige Dinge mit sich rumzuschleppen. Allerlei Krimskrams, von Steinen, Kohlestiften, Tarotkarten oder Kräutern. Die meisten von den Kräutern konnte man gut rauchen - zur Beruhigung oder um seinen Bewusstseinshorizont bei Ritualen zu erweitern.
    "Loco ist der Loa der Pflanzen, aber auch der Heilung. Er kann dir sagen, was du brauchst, um eine Wunde oder eine Krankheit zu heilen... wenn er Lust hat. Wir rufen ihn an, um..." Momo dachte kurz nach, legte dann den Kopf in den Nacken. "'Tschuldigung übrigens wegen deiner Nase - ah, ich hab´s!"
    Es waren mehrere zusammengerollter Blätter, verschnürt mit einem getrockneten Grashalm. Sie schimmerten in einem zarten Lilaton und die Blätter fühlten sich pelzig an. "Im Grunde bieten wir den Loa etwas an, um uns zu unterstützen. Wir beschenken, bringen dar oder opfern. Im Prinzip alles das gleiche... Und für Loco sind allerlei Pflanzen und Kräuter interessant."
    Abermals entzündete Momo ein Streichholz und setzte das Bündel in Flammen. Im selben Augenblick stieg ein betörender Duft auf und vermischte sich mit der Brise der See. Der Rauch wurde immer dichter und breitete seine Arme in alle Richtungen aus. Die Glatzköpfige langte nach dem Handgelenk des Fisches. Sie bemerkte seine Gegenwehr - die Berührung kam für ihn unerwartet und war dazu noch unerwünscht.
    "Man hat ihm weh getan..."
    Momo ließ sich aber nicht irritieren. Sie überreichte ihm das Kräuterbündel, setzte es dabei ganz sacht zwischen seine Fingerkuppen ab und bewunderte dabei Noahs Schwimmhäute mit Faszination. "Wir werden ihn nicht bitten oder gar anbetteln. Wenn Loco es gut mit dir meint und das Geschenk hier annimmt, wird er deine Heilung beschleunigen." Momo starrte wie gebannt auf das rauchende Bündel und sie konnte nicht umhin zu bemerken, das sie eine leichte Gänsehaut kribbelte. Der Rauch versiegte nach einiger Zeit, noch bevor die Glut die Haut des Fischmenschen erreicht hatte. Das Ritual war zu Ende.