Glauben ist nicht Wissen

Dieses Thema im Forum "Magnes Katar" wurde erstellt von Agwe, 7. Juli 2018.

  1. Agwe

    Agwe Kopfgeldjäger Kapitän

    Beiträge:
    602
    Crew:
    Mojo Bunch
    Posten:
    Arzt/Kapitän/Hohepriester
    Alter:
    27 Jahre
    Größe:
    1,97 Meter
    Steckbrief:
    Link
    Kampfstil:
    Link
    Teufelsfrucht:
    Link
    Der Abschied von Haydee war Agwe schwer gefallen – aber natürlich ließ der Voodoopriester sich das nicht anmerken. So wie Tako, der ewige Glücksspieler musste er das Leben halt so nehmen, wie es kam, und darauf vertrauen, dass Papa Legba, der Herr der Wegkreuzungen, sie dereinst wieder zusammenführen würde. Und bis dahin war ja auch niemandem geholfen, wenn er traurig und in sich gekehrt dahinvegetierte. Außerdem hatte er ja schließlich noch den Rest seiner Crew, um den er sich kümmern musste. Zeit um Trübsal zu blasen hatte er da nicht wirklich.


    “Momo, behalt' die Wellen im Auge. Enrico, die Hühner sind ein wenig nervös, sieh' mal nach, was sie wollen. Edward, man... äh... tu' einfach, was du so tust.“ Um ehrlich zu sein verstand Agwe nie so ganz, was sein ungläubiger Freund gerade bastelte oder machte und so hatte er mittlerweile auch jeden Versuch aufgegeben, es zu verstehen. Sicher war nur, dass Ogoun, der Herr des Eisens, sicherlich seine Freude an Edwards Kreationen hatte, auch wenn der Brillenträger sämtliche Worte von Agwe in diese Richtung vermutlich knallhart geleugnet hätte. Noch. Wenn die Zeit reif war, würde auch der zu den Loa finden, aber Agwe hatte da keine Eile. “Nur der Dumme eilt seinem Ziel entgegen, man. Der weise Mann weiß, dass die Loa schon alles richten werden und so eilt er sich nicht, aber er legt sich auch nicht auf die faule Haut. Stattdessen tut er, was er kann, ohne sich dabei übermäßig zu verausgaben. Diese Balance zu finden ist schwer, man, aber du hast ein Gespür dafür, das hab' ich in den Knochen“ hatte sein Großvater ihm einmal gesagt. Seltsam, wie oft Agwe in letzter Zeit an ihn dachte. Er würde die Tarotkarten dazu befragen müssen. Warum eigentlich würde? Im Moment war niemand an Bord ernsthaft krank, die Wetterlage schien ruhig und Momo schien kein Land weit und breit entdecken zu können. Jetzt war die Zeit nahezu wie gemacht dafür, einmal die Tarotkarten zu befragen, was sie in der Zukunft des Mojo Bunches sahen.


    “C'mon, here we go...“ Mit geübten Fingen mischte Agwe die abgewetzten Karten, welche schon durch zahllose Hände gewandert waren. Michelle Laveau hatte sie bei seiner legendären Weissagung über die Namen der Loa genutzt, die stumme Priesterin Havannah hatte mit ihnen erfahren, wie sie ihre Stimme wiedererlangen konnte und sie hatten Agwe auf die Visionsqueste geführt, die ihm schließlich zu seinen Teufelskräften verholfen hatte. Sicherlich, sie waren alt, die Farbe blätterte von ihnen ab, bei manchen konnte man die Bilder nur noch verschwommen erkennen. Aber die Loa hatten sie gesegnet und so war ihre Macht immer noch da und durch die zahllosen Gebrauchsspuren womöglich noch größer geworden. Sie würden Agwe den richtigen Weg weisen, das wusste er. Und so begann er, zu legen.


    Als erstes zog Agwe den Narren. Ein vom Namen her negatives Symbol, doch lag er aufrecht, also stand er für Neugierde, Abenteuerlust und den Beginn einer neuen Reise. Das war gut. Es zeigte, dass die Reise des Bunches noch nicht zu Ende war. Dass sie im Gegenteil womöglich noch nicht einmal richtig begonnen hatte.

    Die zweite Karte war das Rad des Schicksals, ebenfalls in der aufrechten Position. Das zeigte Veränderung an, die unvorhersehbar war, jedoch in Gestalt der nächsten Karte erscheinen mochte. Auch verlieh sie dem Narren eine neue Richtung: Die Reise, auf der sie sich befanden, würde bald einen wichtigen neuen Punkt erreichen, der über Wohl und Wehe entscheiden mochte. Tarotkarten, das hatte Agwe früh gelernt, waren keine für sich allein stehenden Identitäten, sondern unterlagen komplexen Wechselwirkungen, die ganze Bücher füllen konnten, wollte man sie angemessen beschreiben.

    Dementsprechend entfaltete auch die dritte Karte eine gänzlich neue Bedeutung. Es war der Tod, in der absteigenden Position, ein Zeichen, dass ihnen mächtige Feinde im Weg stehen würden. Feinde, die einen wichtigen Teil ihres Weges darstellen würden, keine Frage, doch sie konnten ihn ebenso schnell beenden. Gerade junge Tarotleger machten häufig den Fehler, den Tod als durchweg negative Karte zu begreifen, doch das war nicht richtig. Er konnte durchaus für ein notwendiges Ende stehen, etwas, das über seine Zeit hinaus existierte oder mehr Schaden als Nutzen brachte, doch in der abwärtsgewandten Legung stand der Tod für ein vorzeitiges Ende, das die von den anderen Karten angekündigte Reise unterbrechen konnte. Auf diesen Sensenmann würde er Acht geben müssen.


    Agwe brütete immer noch über den drei Karten, die er gezogen hatte, als Momos Stimme ihn aus diesen Grübeleien riss. “LAAAAAND IN SICHT!“ Nun, weiter zu überlegen würde auch nichts bringen. Er konnte sich genau so gut ansehen, worauf sie da zusteuerten. Alles weitere würde sich schon ergeben, wenn die Loa befanden, dass die Zeit reif dafür war. “Comin', man.“

    Als Agwe nach draußen trat, verschlug ihm der Anblick fast die Sprache. Was da für eine Insel zu sehen war, hätte er sich in seinen kühsten Träumen nie ausmalen können. Sie war verhältnismäßig klein, sogar noch kleiner als Black Lung, doch zwei Dinge fielen an ihr sofort ins Auge. Zum einen war da der massive Berg, augenscheinlich ein Vulkan, wenn man nach dem abgeschnittenen Kegel ging, der die Grundform dieses Gebirgsmassivs formte, doch das war nicht weiter auffällig, viele Inseln hatten so etwas. Nein, stattdessen fiel auf, dass auf diesem Berg etwas wucherte, das aussah wie ein weißes Gebilde aus Kristall.

    Direkt vor dem Berg hingegen lag eine Stadt, der Größe nach zu urteilen wohl die einzige auf dieser Insel – oder jedenfalls die mächtigste, denn neben ihr würde kaum etwas anderes auf diesen Flecken Landschaft passen. Diese Stadt sah aus, als hätte man sie aus Glas und Metall erbaut, ein Trabant an Eleganz und Effizienz. Zwar konnte Agwe von hier aus nur Umrisse und Schemen erkennen, aber was er sah, war beeindruckend. Hier regierte der Fortschritt, das sah man sofort. Diese Stadt war sauber, aufgeklärt, hatte vermutlich eine gegen null gehende Kriminalität und ihre Bewohner waren vermutlich eingefleischte Wissenschaftler, die ihre Kinder schon früh zur Schule schickten, damit sie genau so wurden wie sie: Aufgeklärt, zielstrebig und erfolgreich.

    Agwe atmete den Rauch seines Zigarillos aus, welcher sich wie eine bläulich-weiße Schlange in die Luft erhob und davonwehte. “Kurs halten, man“, befahl er, ehe er, eher an sich selbst gewandt, hinzufügte: “Ich werde diese Insel hassen, man. Can see it already.“
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Juli 2018 um 20:07 Uhr
  2. Noah

    Noah Kopfgeldjäger

    Beiträge:
    154
    Steckbrief:
    Link
    Kampfstil:
    Link
    Teufelsfrucht:
    Link
    "Guten Tag, da oben!" war vermutlich nicht etwas was der durchschnittliche Mensch erwartete aus einem Hafenbecken hervorgerufen bekommen zu hören. Entsprechend verwundert sah der junge Mann aus, der über den Rand hinunterguckte. Noah lächelte ihn an. "Könnten Sie mir zufällig sagen, welche Insel das hier ist?" Der Mensch blinzelte. "Das wissen Sie nicht?" Noah zuckte mit den Schultern. "Ich kenne mich auf der Grand Line nicht so besonders aus." "Sie sind auf Magnes Katar gelandet! Fortschrittlichste Insel, dieser Seite der Red Line!" Er zeigte nach links. "Dort drüben finden Sie einen Steg zum Hinaufsteigen." "Danke!" Noah tauchte wieder unter.

    Er musste unter einigen Schiffen durchtauchen ehe er endlich den Steg entdeckte. Sofern man von einer stählernen Platte, die auf dem Wasser lag wirklich als Steg sprechen mochte. Aber es war stabil und knapp genug an der Oberfläche, dass Noah sich mühelos aus dem Wasser ziehen konnte und darauf kam es schließlich an. Auf dem Steg wartete schon der junge Mann von vorhin auf ihn. "Schwimmen Sie öfter von Insel zu Insel?" Noah lachte. "Auf der Grand Line? Um Himmels Willen nein, das würde ich nie überleben. Ich musste mich nur etwas verfrüht von den Händlern verabschieden, die so freundlich waren mich mitzunehmen, aber nicht gewillt, hier anzulegen." So konnte man es tatsächlich formulieren, wenn man außer Acht ließ, dass es Noah gerade noch so gelungen war seine wenigen Habseligkeiten in einen Sack zu stopfen und von Bord zu springen, ehe die Menschen ihn packen konnten. "Huh. Schätze so was kann vorkommen." "Passiert mir öfter, als man denkt. Sagen Sie, wo finde ich den hier eine billige Unterkunft? Möglichst eine, wo... man auch ausgefallenere Gäste aufnimmt?" Diesmal lachte der Mensch. "Mein Freund, machen Sie sich da mal keine Sorgen! In dieser Stadt sind Sie überall herzlich willkommen, so wie jeder Gast." Noah vermied es eine skeptische Augenbraue zu heben. Einerseits weil er keine Augenbrauen hatte und diese Form der Mimik bei ihm einfach seltsam aussah. Andererseits wollte er dem jungen Mann diesen Glauben nicht absprechen. Konnte ja sein, dass er Recht hatte. "Am Besten gehen Sie zum 'Induktiven', kann ich nur empfehlen. Leicht zu finden, einfach die Hauptstraße nehmen, bei der dritten Biegung nach links, dann nach rechts, zwei weitere linke und einmal nach rechts, dann unbedingt geradeaus, dann um 67% Grad im Uhrzeigersinn wenden, dann sind Sie da." "Äh..." "Keine Sorge, die Stadt ist nach einem leicht zu durchschauenden Muster aufgebaut. Sie finden sich schon zurecht." Wenn er das sagte, würde es wohl schon stimmen. Und wenn nicht konnte man unterwegs ja immer noch jemanden fragen.

    Nachdem Noah sich von dem freundlichen Mann verabschiedet hatte schulterte er den Sack mit seinen Sachen - sehr vorsichtig, darin befand sich schließlich neben so manchem Werkzeug eine Axt - ging er über den stählernen Steg... und konnte nicht anders, als sogleich fasziniert sich um zusehen. Sowas hatte er ja noch nie gesehen! Alle Gebäude waren aus Stahl gebaut worden und sahen beinahe exakt gleich aus. Fenster an derselben Stelle, die Türen ebenso und sogar die Abstände zwischen den Häusern gleichten sich auf den Zentimeter. Die Gleichmäßigkeit war schon fast gruselig. Und alles auf Metall, glatt und kalt. Der handwerkliche Aufwand, der hier drin steckte musste immens gewesen sein...

    Der hilfsbereite junge Mann hatte tatsächlich recht gehabt: das Muster der Stadt, deren Namen Noah immer noch nicht in Erfahrung gebracht hatte, war recht einfach zu durchschauen. Leider aber war es verdammt schwer den Überblick zu behalten, wenn jedes Gebäude genau so wie sein Nachbar aussah! Es gab nichts, aber auch gar nichts, woran Noah sich orientieren konnte, kein Detail in den Häuserwänden, keine Unreinheit oder auch nur Unebenheit, die ihm verriet, ob er hier schon vorbeigekommen war oder nicht. Schließlich hatte er eine Frau in einem Laborkittel nach dem Weg fragen müssen; interessanterweise war auch sie sehr freundlich zu ihm und nahm sich sogar die Zeit um ihn zum Gasthaus "Zum Induktiven" hinzuführen! Anscheinend hatte der junge Mann am Steg die Wahrheit gesagt, als er meinte, dass Noah in dieser Stadt herzlich willkommen war.

    Das erste was Noah am Gasthaus "Zum Induktiven" auffiel war, dass es sich unerheblich von den Häusern, die er als Wohnhäuser eingestuft hatte unterschied; es war ein wenig größer und hatte ein Schild über dem Eingang. Damit sah es, mit Ausnahme der Buchstaben auf jenem Schild allerdings genauso aus wie alle anderen Gasthäuser, die Noah in der näheren Umgebung sah. Inzwischen war er nicht mehr ganz so beeindruckt von der Bauweise dieser Stadt. Viel mehr erschien ihm dies langsam wie kreativer Tod; eine Stadt, die man ausgestanzt hatte, wie andere Kekse aus dem Teig stanzten. Außerdem hatte er nirgendwo Holz entdecken können, seitdem er den Hafen verlassen hatte. Überall war alles aus Stahl gebaut worden. Außer die Fenster und seltsamerweise die Türen; die waren aus Glas. Dasselbe galt natürlich auch für das Gasthaus "Zum Induktiven" und als Noah sich näherte viel ihm auch noch auf, dass er keine Scharniere an der Tür finden konnte! Und auch keinen Türgriff! Wie sollte man diese Tür den öffn
    ... Mit einem leisen Zischen schob die Tür sich zur Seite in die stählerne Wand hinein, kaum das Noah auf Armlänge herangetreten war. Der Fischmensch glotzte verblüfft. Wie zur Hölle...?
    "Kommen Sie schon herein! Es ist unhöflich einfach in der Tür stehen zu bleiben!" rief ihm jemand von innen heraus zu. Noah blinzelte und ging langsam und auch vorsichtig durch den Türrahmen. Kaum dass er ein paar Schritte in den Raum gemacht zischte es erneut und als er sich umdrehte war da wieder die gläserne Tür. Hinter der Bar fing der Gastwirt an zu lachen. "Neu hier, was? Das ist eine automatische Tür, eine der großen Erfindungen dieser Stadt!" Noah wandte sich zu dem Mann. "Wie funktioniert das?" "Mit Magneten natürlich, wie fast alles hier in Magna!" Ah, so hieß die Stadt also. Magna auf Magnes Katar. Einfach zu merken. "Mehr weiß ich allerdings auch nich', bin keiner von den Wissenschaftlern." Er grinste Noah an. "Nach dem wir nun das Wunder der Technologie bestaunt haben, wie kann ich Ihnen denn helfen?" Noah lächelte zurück und ging hinüber zur Bar, welche auch aus Stahl bestand, wie alles in diesem Raum, was nicht entweder menschlich oder zum Verzehr gedacht war. "Eine warme Mahlzeit und ein Zimmer für..." Noah stellte seinen Sack auf den Boden und fing an darin zu wühlen - vorsichtig wegen der bereits erwähnten Werkzeuge und der Axt natürlich - bis er schließlich einen kleinen, klimpernden Beutel hervor zog. Als er jedoch in diesen hineinblickte verdüsterte sich seine Miene. "Im besten Fall eine Nacht. Wenn überhaupt." Er gab dem Gastwirt den Beutel. "Natürlich biete ich auch gerne als Bezahlung meine Dienste als Zimmermann an, wenn nötig." Der Wirt warf einen Blick in den Geldbeutel, hob erstaunt beide Augenbrauen und sagte: "Naja, für was zu Essen und die Nacht hier soll es mir genug sein. Bin keiner, der einfach Leute von der Tür abweist. Wenn Sie länger bleiben müssen, dann lassen wir uns eben was einfallen." Noah atmete erleichtert auf. "Vielen, vielen Dank!" "Nich' der Rede wert. Kommen Sie, ich zeig Ihnen ihr Zimmer."

    Noah hätte eigentlich damit rechnen sollen, aber er war dennoch erstaunt, als er sah, dass auch in seinem Zimmer alles aus Stahl bestand. Sogar das Bett! Noah war noch nie so erfreut gewesen eine Matratze vorzufinden, wie in dem Moment, als er das Bettlaken anhob um zu sehen, ob er wirklich auf einer glatten Stahlplatte liegen würden musste. Aber egal; hier war zwar alles aus Metall, aber es war ein Zimmer und definitiv kein schlechtes. Noah legte seinen Sack neben dem Bett ab und ging ins Bad; das Zimmer hatte ein eigenes Bad!
    Noah brauchte eine ganze Weile, bis er den Kasten mit dem stählernen Boden und den matten Glaswänden, den er als Dusche identifizierte, durchschaut hatte, aber schließlich gelang es ihm doch, dass warmes Wasser aus der Brause kam. Eine Dusche hatte er wirklich gebraucht, nachdem er durchs Hafenbecken geschwommen war. Hafenbecken waren ekelhaft.
    Nach einer ausgiebigen und erholsamen Dusche freute Noah sich bereits auf seine warme Mahlzeit; was für ein netter Mensch! Er band sich noch rasch sein schwarzes Kopftuch um und machte sich auf den Weg hinunter in die Gaststube. Den Sack mit seinen Habseligkeiten ließ er natürlich in seinem Zimmer zurück.

    In der Gaststube bot sich Noah ein seltsamer Anblick. Mehrere Leute, die sich Tücher vors Gesicht gebunden hatten, standen ihm Raum; einer von ihnen - sein Mundschutz war geblümt - der sich soeben noch mit dem missmutig drein sehenden Wirt unterhalten hatte erblickte Noah und klatschte freudig in die Hände. "Ah, da ist er ja! Danke, meine fleißige, kleine Drohne." Er ging zu Noah und, davon ging Noah zumindest wegen der kleinen Falten neben seinen Augen aus, lächelte den Fischmensch an. "Tut mir ja schrecklich Leid, aber Sie müssen leider mit uns kommen." Noahs Alarmglocken schrillten sofort. "Und warum sollte ich dies tun?" Der Geblümte seufzte. "Natürlich, Sie sind ja neu hier. Sehen Sie, ich und meine Blattläuse hier," er deutete mit einer ausladenden Geste auf die anderen Betuchten, "sind die örtliche Sittenpolizei. Und leider sind Sie ein winziges bisschen zu weit von der Ameisenspur abgekommen, Sie verstehen?" Noah verstand ehrlich gesagt nichts von alle dem; an einem Ort wie Magna hätte er nie mit einer Sittenpolizei gerechnet. Es passte nicht ins Bild, zumindest nicht für ihn. "Und was wird mir vorgeworfen?" fragte er misstrauisch. "Das können wir dann ja im Wespennest klären." "Das denke ich nicht." Noah wollte noch mehr sagen, aber hielt inne wegen des drohenden Zeigefingers unter seiner Nase. "Jetzt hör mir mal zu! Ich bin die Bienenkönigin hier, was ich sage wird gemacht! Also sei eine brave Ameise und lauf mir nach!" Auf gar keinen Fall. Noahs Instinkte schrien ihm förmlich ins Ohr: "Gefahr, Gefahr!" und wie üblich hörte er auf sie. Er stieß den Geblümten zur Seite und sprintete zur Tür. Die Tuchträger versuchten ihn zu packen, aber es gelang dem Fischmensch, sich unter ihren Armen durchzuducken und ins Freie zu gelangen. Ohne zu zögern rannte er die Straße hinab in die Richtung, in die er glaubte, dass der Hafen sein müsste. Im Wasser würde er sich verstecken können.
     
  3. Enrico

    Enrico Kopfgeldjäger

    Beiträge:
    140
    Crew:
    Mojo Bunch
    Posten:
    Musiker
    Alter:
    31 Jahre
    Größe:
    1,67 Meter
    Steckbrief:
    Link
    Kampfstil:
    Link
    Teufelsfrucht:
    Link
    „Hm, nein, in C-Dur funktioniert die Melodie einfach nicht… Vielleicht sollte ich es in A-Moll versuchen?“ Genervt ließ Enrico seine Hände auf die Tasten des Klaviers fallen und zündete sich eine Zigarette an. Momentan wollte seine kreative Ader einfach nicht. Haydees Abschied hatte den Mojo Bunch schwerer erwischt als es sich manche anmerken lassen wollte. Der Musiker hatte versucht die Stimmung etwas aufzuheitern und den Abschied zu erleichtern, indem er viel Zeit damit verbrachte, sein gesamtes Musikrepertoire zu spielen, von Kneipenliedern, zu Seemannsgesang und dem ein oder anderen klassischen Stück, dass ihm aus seiner Kindheit noch in Erinnerung geblieben war. Und nachdem er mit allen durch war, versuchte er nun neue Lieder zu schreiben. Normal recht einfach für ihn, wenn man entspannt und mit genug Zeit an die Sache herangehen konnte. Hier aber wollte es einfach mehr schlecht als recht. Enrico seufzte und stand von seinem Hocker auf. Was solls, er würde es später noch einmal versuchen. Vermutlich war der Rest des Bunches seinen Gesang ohnehin schon leid, ein paar Stunden Pause würde ihnen allen vielleicht guttun.

    „Enrico, die Hühner sind ein wenig nervös, sieh' mal nach, was sie wollen.“ Enrico nahm noch einen letzten Zug von seiner Zigarette, bevor er sie über Bord warf. „Wird gemacht, aber wenn sie noch mehr Käse verlangen, darfst du ihnen sagen, dass wir kaum noch welchen an Bord haben. Das letzte Mal hat es Stunden gedauert bis ich alle Federn aus meinem Bart hatte…“ Es kam ihm nur kalt über den Rücken, wenn er nur daran zurückdachte. Das Federvieh konnte echt wild werden, wenn es seinen Willen nicht bekam. Naja, sollte hoffentlich diesmal nicht so schlimm sein. Hoffentlich.

    Es brauchte nicht lange, bis Enrico den Grund für die Aufregung der Hühner fand. Kaum vor ihrem Stall angekommen sah er, dass eine einzelne Möwe auf dem Dach des Stalls saß, und die Hühner sich darum versammelten hatten und mit gemeinsamen Gackern versuchten, die Fremde zu verscheuchen. „Lasst es gut sein, sie verschwindet schon, wenn sie merkt, dass es kein Futter hier für sie gibt. Zudem, eine Möwe hier heißt, dass wir nicht mehr weit von Land entfernt sein können. Heißt ihr habt bald wieder Landgang und frische Futtervorräte.“ Ein fragendes Gackern folgte. „Ja…und mehr Gauda…“ seufzte der Musiker. „Gauda? Gauda ist auf Magnes Katar verboten, Käse so gar generell. Sagen hat damit zu tun, dass all das Metall sich zu sehr aufwärmt und zu schnell schlecht wird, aber so ganz unter uns Möwen, wir sind uns sicher, dass die Menschen dort einfach nur gegen Käse allergisch sind, krahahaha.“ Verwirrt schaute Enrico zu der Möwe, die bis dahin noch recht still gewesen war. „Magnes Katar? Ist dies der Name der nächsten Insel?“ „Ja, ist zumindest was ihr Menschen sie nennt. Oder war es Magnets Katra? Wer weiß, ich jedenfalls nicht, krahahaha!“ Großartig, dachte sich der Musiker, konnte nicht einmal klare Antworten geben… „Und kannst du mir sonst noch ein paar Dinge über Magnes Katar erzählen?“ „Natürlich! Wir Möwen, wir wissen alles über Magnus Tatar! Zum Beispiel, die gesamte Stadt ist aus Metall gebaut worden, weil der Erdboden von der großen Möwe vor unserer Zeit verflucht worden ist. Alles Holz oder Stein versinkt im Boden und wird zu Fisch! Nur Metall nicht, dass schwimmt auf dem verfluchten Boden, da Metallfische zu schwer verdaulich sind. Und nicht nur das! Die Bewohner von Magus Tantra, sie schreiben viel etwas namens Magnetismus Dinge zu, wie dass Türen automatisch aufgehen. Aber in Wirklichkeit werden die Dinge nur von Flügelschlägen von kleinsten Insekten bewegt, die den Menschen dienen und sich an ihrem Schweiß und Dreck laben denn sie zurücklassen. Habe selber noch keinen davon gesehen oder gegessen, aber angeblich sollen sie köstlich schmecken!“

    So ging es für die nächsten zwanzig Minuten weiter, und Enrico kickte sich selbst innerlich in den Arsch, dass er überhaupt gefragt hatte. Weitere Taten der großen Möwe vor unserer Zeit, Regen, der eigentlich nur Tränen eines riesigen fliegenden Fisches sein soll, bis hin zu einer Gestalt namens Papiertütenmann, die man angeblich auf Nacht sehen und hören können soll. Was für ein Schwachsinn. Zumindest die Hühner schienen aber von den Erzählungen der Möwe glauben zu schenken, so still und gespannt wie sie ihr zuhörten. Endlich schien sie aber fertig mit ihren Erzählungen zu sein, und der Musiker räusperte sich. „Danke, das war… interessant zum Zuhören. Ich denke ich sollte mich dann aber auf einen baldigen Landgang bereitma-“ „Oh, eine Sache habe ich noch vergessen! Da hat vor kurzem, einen Tag oder so, ein Schiff im Hafen angelegt, aber nicht irgendein Schiff. Der Chef von dem Schiff hatte dieses schwarz-weiße Gefieder, ich dachte zuerst das war ein Verwandter von mir, krahaha! Und der hatte so stark nach Feuer gerochen, als ich näher herangeflogen bin. Mir wäre schon fast übel geworden. Kann aber nicht so schlecht sein der Mensch, er hat mir immerhin etwas Fisch zugeworfen. Leute die mir Fisch geben sind immer nett, und wer Möwen füttert wird von der großen Möwe vor unserer Zeit gesegnet!“ Enrico nickte einfach nur und verdrehte die Augen. „Natürlich, leider habe ich gerade keinen Fisch zur Hand, ansonst-“ „LAAAAAND IN SICHT!“, brüllte Momo und unterbrach den Musiker erneut, der es jetzt schon gewohnt war. „Ah, sieht so aus als wären wir Nagmus Takar nahe. War nett mit dir zu plaudern, aber ich muss weiter, du weißt schon. Möwengeschäfte. Futter suchen, jemanden auf den Kopf scheißen, Weltherrschaft Pläne schmieden, das übliche halt.“ Und damit war die Möwe auch schon vom Dach gesprungen und begab sich in die Lüfte. Langsam musste sich Enrico fragen ob alle Vögel so durchgeknallt waren, oder ob es nur diese eine Möwe und die Hühner waren…

    Genervt so viel Zeit an diese Möwe verloren zu haben zündete sich Enrico eine weitere Zigarette an und begab sich zum Rest der Crew zurück neben Agwe an die Reling. „Ich werde diese Insel hassen, man. Can see it already.“ Der Musiker lächelte nur leicht. „Wenn nur halb von dem Zeug, was mir diese Möwe erzählt hat war ist, dann kannst du mit der Insel vielleicht was anfangen.“ Der Priester hob eine fragende Augenbraue, und war sich nicht sicher was Enrico damit meinte. „Ach, das erzähle ich dir ein anderes Mal genauer. So ne Möwe hat mir von Dingen wie ner großen Möwe, und fliegenden Fischen, und nem Kerl mit schwarz-weißem Gefieder erzählt. Vermutlich alles Schwachsinn.“
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. Juli 2018 um 17:55 Uhr
  4. Edward Buraddo

    Edward Buraddo Kopfgeldjäger

    Beiträge:
    216
    Crew:
    Mojo Bunch
    Posten:
    Waffenmeister
    Alter:
    29 Jahre
    Größe:
    1,87 Meter
    Steckbrief:
    Link
    Teufelsfrucht:
    Link
    Seit sie wieder auf dem Wasser der Grand Line segelten, kam Edward die Zeit merkwürdig verwaschen vor. Die Abwesenheit der jungen Köchin, welche noch bis vor kurzem ein großer Teil seines Alltags war, ein Crewmitglied, das er fast als kleine Schwester sah, hatte doch ein tiefes Loch hinterlassen. Nicht nur bei ihm, er merkte das auch bei allen anderen. Die ersten Tage schienen alle nur auf Autopilot zu laufen. Jeder ging seinem Tagwerk nach, es wurde wenig gesprochen. In der Küche wechselte man sich ab, aber man merkte doch jedes Mal, dass im Grunde keiner so wirklich eine Ahnung davon hatte, was er oder sie machte. Entweder es waren schlichte Speisen, die man kaum falsch anrichten konnte, oder es wurde ein mittleres Desaster.

    Nach einigen Tagen auf See schien jedoch wieder Leben in die Crew zu kommen. Nicht dass sie Haydee vergessen würden, aber jeder konnte sich bald auf seine Art an einen Schiffsalltag ohne sie gewöhnen. Für Edward hieß das erst einmal, sein Labor wieder herzurichten. Sein kleiner… Aussetzer… auf Sandheap Island hatte doch eine ganze Menge Schaden angerichtet. Einiges war unwiederbringlich verloren, anderes konnte er flicken, aber er hatte in jedem Fall die Lebenserwartung seiner Laborausrüstung erheblich reduziert. Er ärgerte sich darüber, während er mit dem Besen Scherben aufkehrte und über Bord warf. Er würde so schnell wie möglich neues Equipment zusammentreiben müssen, oder er würde nicht mehr in der Lage sein, seine Crew mit Ausrüstung zu versorgen. Und das konnte er auf gar keinen Fall zulassen.

    Schließlich war es endlich so weit. Land in Sicht. Die schönsten Worte für die, die lange auf See waren und sich nach dem festen Boden unter den Füßen sehnten. Plus es war eine Chance von den Hühnern wegzukommen. Obwohl… seit Enrico in der Crew war, schienen die Viecher ruhiger geworden zu sein. Der Musiker hatte irgendwie einen Weg mit den Höllentieren. Und solange er dafür sorgen konnte, dass Edward nicht mit lautem Gegacker übers Deck gejagt wurde war Edward glücklich.

    Agwe schien sich die Insel schon anzusehen, also begab sich Edward zu ihm, grade noch rechtzeitig um ihn sagen zu hören “Ich werde diese Insel hassen, man. Can see it already.“ Edward stutzte. „Warum, was ist denn mit der…“ weiter kam er nicht. Als seine Augen erblickten, was sich da vor ihnen am Horizont zeigte fiel ihm fast die Brille ins Wasser. „der… der… Insel…“ stotterte er. Noch nie hatte er so etwas gesehen. Diese Stadt war eindeutig das Fortschrittlichste, was er in seinem Leben erblickt hatte. DAS! Das war, was er erhofft hatte, als er auf die Grand Line kam. Mit einem Mal war er Hellwach und Hektisch. „Ich muss… ich brauche… Notizblock… ich muss eine Inventarliste machen…“ sagte er und lief zur Tür, welche vom Deck unter Deck führte. Er riss die Türe auf, nur ein Gedanke trieb ihn: Ab in sein Labor, und alles aufschreiben was er brauchen konnte. Dann jeden Berry den er hatte zusammenkratzen. Er erreichte die Tür nach unter Deck, stieß sie auf und sprang mit einem Satz in sein Labor.

    Ein Block war schnell gefunden, und hektisch, aber nicht ohne Ordnung uns System begann Edward alles aufzuschreiben, was er zerstört oder beschädigt hatte, alles was er verbessern konnte und sogar eine kleine Wunschliste.

    Doch mitten im schreiben stutzte er plötzlich. „Moment mal…“ er drehte sich um und starrte die Tür zu seinem Büro an. War er grade… direkt vom Deck? Er ging auf die Tür zu und machte sie auf. Er blickte in den gewohnten düsteren Flur. Von hier zum Deck war es eine kurze Strecke, um drei Ecken.. Aber er konnte sich beim besten Willen nicht daran erinnern, dass er durch den Flur gelaufen war. Nein er war… direkt vom Deck… in sein Labor… Edwards Augen wurden wieder groß und er starrte seine Hand an. Er hatte… eine Tür geöffnet… vom Deck… in sein Labor… Zwei Orte, die nicht miteinander verbunden waren, außer durch den Flur… er hatte… den Raum verändert… „HEILIGE SCHEISSE!“ entfuhr es ihm. Er ließ den Notizblock liegen und hechtete an Deck. Er musste diese neue Fähigkeit seiner Crew zeigen…

    Momo war die erste, der er in die Arme lief, und sofort war er Feuer und Flamme , ihr die Neuigkeit zu erzählen. „MOMO! Momo warte… ich muss dir was zeigen… Ich… nein, das musst du sehen, sonst glaubst du es mir nie im Leben…“ Momo drehte den Kopf und zog eine Augenbraue hoch. „Ed… ich spiel nicht schon wieder dein Versuchskaninchen!“ sie zeigte auf die Hochgezogenen Augenbraue. „Die ist grade erst fertig nachgewachsen…“ Kurz wurde Edward etwas kleinlauter. „Ich hatte dir gesagt, beug dich nicht so weit drüber…“ doch dann kam er wieder zurück zu seinem ursprünglichen Punkt. „Nein, nein! Das ist es nicht.“ Er zog sie Richtung Türe. „Hier warte… guck dir das an!“ mit einem Ruck riss er die Türe auf… und sie führte unter Deck. So wie sie gebaut war. Edward fiel das Kinn herab. „Wow… ich bin begeistert…“ ertönte es in einem Teils sarkastischen, Teils verwundertem Ton von Momo, welche erst durch die Türe und dann zu ihm sah. „Was… ich… nein… warte, ich habs wohl falsch gemacht.“ Er schmiss die Tür wieder zu und starrte sie an, als wollte er das Stück Holz hypnotisieren. Dann öffnete er sie noch einmal… nur um wieder die Treppe in den Flur zu zeigen. „Weißt du, ich weiß wie Türen funktionieren… Soll ich es dir erklären?“

    Edward kam sich allmählich recht dumm vor. Es konnte doch nicht sein, dass es jetzt, wo er es Momo zeigen wollte, nicht noch einmal funktionierte. Hatte er sich getäuscht? War er ganz normal durch den Flur gegangen und hatte es nur vergessen? „Nein.. das wollte ich dir nicht… warte… ich muss mich wohl einfach… konzentrieren…“ Zwar sagte er das, aber wirklich wissen tat er nicht, was er nun tun sollte. Zumindest bis Momos Stimme noch einmal erklang. „Hör auf etwas erzwingen zu wollen Eddi.“ Drang es an sein Ohr. „Glaub daran, dass es das natürlichste der Welt ist. Und dann… tu es.“ Er blickte auf. Sie hatte recht. Obwohl er sich schon zwei Mal zum Idioten gemacht hatte, dachte Momo immer noch, dass er nicht Verrückt war. Zurecht. Und nicht nur das, sie hatte ihm auch noch genau das Gesagt, was er hören wollte. Er lächelte. Dann sah er die Türe noch mal an. Vor seinem inneren Auge lag sein Labor, direkt hinter der Türe. Hinter diesem dünnen Holz… Er öffnete sie erneut.

    Und da war es. Sein Labor lag direkt hinter der Türe. Ein Ding der Unmöglichkeit, aber da war es. Es war sogar so ausgerichtet, dass sie durch seine Türe herein kamen, obwohl es von hier aus eigentlich um 90° gedreht sein müsste. Er starrte dieses Unmögliche an, dass er möglich gemacht hatte, und drehte sich dann zu Momo um. „Ehm…. Tada?“ sagte er, immer noch erstaunt von seiner neuen Fähigkeit. Auch Momo schien beeindruckt. „Geiler Scheiß…“ murmelte sie, und schritt durch die Tür hindurch. Edward beobachtete ihre Schritte genau. Es war ein ganz normales durchqueren einer Türe. Obwohl sie mit einem Schritt auf einmal etliche Meter zurücklegte. Nachdem sie drinnen war, ging auch Edward hindurch und schloss die Türe. Schnell öffnete er sie wieder… es war der Flur.

    „Kannst du das Überall?“ Momo hatte sich umgedreht und sah ihn jetzt an. „Ich meine… musst du wissen, wie der Raum dahinter aussieht, um eine Türe zu erschaffen?“ Augenblicklich war Edward im Grübelmodus. „Hmmm… ehrlich gesagt weiß ich das selber nicht… bei normalen Türen geht es überall, aber diese Fähigkeit habe ich selber grade erst entdeckt…“ Er sah auf seine Hände. „Ich kann den Raum manipulieren… das… ist… unglaublich…“ Ein Nicken der Amazone war die Antwort. „Das Stimmt. Ich bin beeindruckt.“ Momo grinste ihn an. „Und jetzt übst du das so lange, bis du das im Schlaf kannst!“. Das war ein guter Plan, das musste der Tüftler zugeben. „Das mache ich! Und so lange…“ Er machte die Türe wieder auf. Doch es war nur der Flur. „Verdammt… Ehm… willst du warten, oder nimmst du den langen weg?“ „Ich bleib gerne noch hier… bei dir.“ Brummte Momo, während sie sich eine Zigarette drehte „Also wenn… Naja, wenn es dir nichts ausmacht.“ Sofort schüttelte Edward den Kopf. „Natürlich nicht. Er schloss die Türe wieder und hob seinen Notizblock auf. Dann kam ihm ein Gedanke. „Sag mal, hast du eigentlich schon etwas neues über deine Teufelsfrucht herausgefunden? Also neue Fähigkeiten?“ Momo setzte sich auf den Boden und entzündete die Zigarette mit einem Streichholz. Edward wollte grade gegen das rauchen in seinem Labor protestieren, als Momo das noch brennende Streichholz runterschluckte. Es dauerte ein paar Sekunden und es erschien wieder in ihrer Hand, durch ihre Haut hindurch. „Ich kann Teile, solange sie klein sind, schneller an der Haut platzieren. Und auch noch mehr als ich dachte. Außerdem verrutschen sie nicht mehr so leicht…. Es ist kompliziert, aber ich mache Fortschritte.“

    Edward nickte beeindruckt. „Wow… das hat auch Potential… und es verbrennt dich nicht mal…“ Dann fiel ihm auf, dass das Streichholz in einwandfreien Zustand war. „Erstaunlich, dass du es so am Stück schlucken konntest… oder hast du…“ Er rieb sich das Kinn. „Hast du es zusammengesetzt, während es in deinem Körper war? Kannst du Dinge zusammenfügen, nachdem du sie gegessen hast?“ Momo zuckte mit den Schultern. „Ich hab einmal Glassplitter geschluckt und… nach viel Training kann ich die Splitter wieder zusammensetzen. Es dauert aber lange.“ In Edwards Kopf rauchte es. „Da steckt so viel Potential hinter… vielleicht kannst du ja… beschädigte Gegenstände essen und… reparieren? Verschiedenen Sachen verbinden?“ Er war drauf und dran Eine Thesis aus Momos Frucht zu machen, als sie aufstand und ihn leicht boxte. „Du solltest nicht zu viel denken, Edward. Einfach mal machen!“ grinste sie. Edward musste nicken. „Wahrscheinlich hast du recht…“ Mit diesen Worten öffnete er eine Türe an Deck. „Hey, es hat geklappt!“ grinste er, während Momo mit einem Lächeln hindurch ging.

    Edward folgte ihr, und noch bevor er dir Tür schließen konnte, stand Agwe neben ihm. Er hatte grade einen wunderbaren Blick in sein Labor. „Hey Agwe…“ sagte er und lächelte. „Ich scheine eine neue Fähigkeit entwickelt zu haben!“ sagte er stolz und zeigte in sein Labor.