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3. Deadman`s Hand

Odi

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Es war fraglich, ob Odi irgendwann auch nur ein Mitglied dieser Crew verstehen würde. Aber ganz sicher war sich der Hüne, dass er Triane niemals verstehen könne. Diese Frau war einfach komplett unberechenbar in seinen Augen. [Die ist besessen von Horvaskr*… die kann mir sagen, was sie will.] Diesem Gedanken folgend beachtete der Neununddreißigjährige die Aussagen, welche ihr entgegengeworfen wurden und plante weiterhin den Einbau der neuen Fenster für das Gebäude. Er ließ sich auch dadurch nicht davon ablenken, als die Harvest seinen Arm packte und damit begann, ihn irgendwo hin zu zerren. [Zwei Holzbretter aus örtlichem Material mit den Maßen 130 mal 9,5 und solche mit den Maßen 90 mal 9,5…]

Odi kam mit seinem Bewusstsein erst wieder im hier und jetzt an, als Lydia ganz aufgeregt an ihm vorbei tänzelte und sich zu Triane und Izumi stellte. „Du willst auch mitkommen und den Wolf jagen, Lydia?“ schlussfolgerte die Weißhaarige die Reaktion des stummen Mädchens, was dieses mit fröhlichem Nicken quittierte. [Zwei Frauen auf der Jagd?] war der erste Gedanke des Kriegers zu der Konstellation. Einen Augenblick wartete er die Reaktionen der Männer ab, welche sich auch dort befanden, dann richtete der Bärtige seine Augen auf jeden Einzelnen und als sich scheinbar niemand als Begleitung melden wollte gab er nach einem Räuspern zum Besten: „Es ist nicht richtig, zwei Frauen alleine auf die Jagd nach einem Wolf zu schicken.“ und fügte einen weiteren Moment später hinzu: „Ich geh mit. Irgendwer muss ja aufpassen, dass euch nichts passiert.“ Die Rothaarige zeigte dem Hünen mangels eigener Worte nur den Vogel und drehte sich ein wenig zur Seite, damit niemand direkt sehen konnte, wie sehr seine Aussage das Mädchen traf, während Triane ihrerseits ein bedrohliches Knurren von sich gab. Die ungläubige Reaktion Izumis beachtete er gar nicht. Sein Blick hielt dem des Wildfangs stand, während er sich fragte, ob Horvaskr nun endgültig zum Vorschein tritt. „Und was qualifiziert dich dazu, alter Mann?“ Es war der Captain, welcher nun das Wort an seinen Zimmermann richtete. „Ich habe schon wilde Tiere gejagt als die meisten hier noch gar nicht geboren waren, Captain. Ob Wölfe, Wildschweine, Bären oder Bloodberrys. Mir sind keine Kreaturen im Umfeld von Bjarnisund bekannt, denen ich nicht gewachsen wäre.“
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*Horvaskr:
Gott, dem sowohl die Eigenschaft Verrat, als auch Täuschung und Irrsinn zugesprochen wird. Wenn sich jemand irrsinnig oder unberechenbar verhält, wird das mit der Besessenheit durch Horvaskr begründet. Die Aussagen einer solchen Person werden für gewöhnlich inhaltlich komplett ignoriert, da sie keinen tatsächlichen Wert besitzen.
 

Lydia

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Die Wölfin hatte sie gefunden, nun Lydia hatte sich auch nicht sonderlich gut versteckt. Sonst hätte sie mit dem edlen Tier wahrscheinlich eine ganze Weile lang spielen können. So aber hatte die Fellnase sie schnell gefunden und bracht sie auch zu den anderen. Dort schenkte Lydia Victor erst einmal ein sanftes Lächeln. Im Eintreten hatte sie am Rande mitbekommen, dass sie wohl jagen gehen wollten. Ihr Grinsen verbreitete sich, sodass es fast mit der Sonne konkurrieren konnte. Eifrig nickte sie als Bestätigung, dass sie jagen wollte. Bis Odi sie zum Heulen brachte, in dem er sie darin erinnerte wie Vesko sich für sie geopferte hatte. Schnell wandte sie sich ab und verbarg das Gesicht in dem Ärmel des Kimonos. Furchtbare Erinnerungen, diese Unendliche Angst und Trauer, was war wenn das Victor oder einem der anderen passieren würde? Sie wollte es sich eigentlich gar nicht ausmalen. Schnell Lydia musste sich mit irgendetwas ablenken. Die Rothaarige zog die Zeichnung von dem majestätischen Tier hervor und drückte sie den beiden auf die Nase, die bekundet hatten auch Jagen zu wollen. Nicht, dass sie gewusst hätte, dass genau dass das Tier war, nachdem sie suchen würden. Jedoch war sie die Rothaarige ziemlich sicher, dass der Räuber zu einem der mächtigsten der Insel gehören musste und man sich vor ihm in Achtung nehmen sollte und das versuchte sie den Beiden auch klar zu machen.

Allgemein würde es schwer werden mit den beiden irgendetwas gezielt zu jagen. Der Wolf hatte einen ganz eigenen Geruch, den Wildtiere wittern konnte und der im Regelfall deutlich gefährlicher wirken sollte, als der von Menschen. Das hieß, die Truppe würde darauf achten müssen sich gegen den Wind anzunähern, falls sie überhaupt etwas fangen wollten ohne eine Hetzjagd durch den ganzen Wald betreiben zu wollen. Triane traute sie es eigentlich auch nicht zu sich lautlos durch das Unterholz zu schleichen und leise zu sein. Außerdem war sie doch die erste die wohl quengeln würde, wenn das Tier ihnen nicht sofort zu laufen würde. Odi, nun da war sich Lydia nicht sicher ob sie ihn mit auf die Jagd nehmen wollte oder nicht. Eigentlich wirkte er so massiv, dass es ihr schwer fiel sich den Mann im Unterholz vorzustellen. Lydia griff zu einem Blattpapier und schrieb auf: „Suchen wir eigentlich nur irgendeinen Wolf, oder einen bestimmten? Ich hab heute schon einen ziemlich komischen gesehen. Schaut euch die Zeichnung die ich euch vorher gab mal an!“ Das Blatt hielt sie dann dem Nordmann und der Weißhaarigen unter die Nase. War ja eigentlich eine durchaus berechtigte Frage, immerhin hatte Lydia einen großen Teil des Gesprächs verpasst und musste sich nun einmal orientieren worum es eigentlich ging. Naja, ein großer Teil von dem was geschehen war, war ihr nun auch mal ehrlich gesagt egal. Momentan freute sie sich einfach auf die Jagd und begann sich darauf zu konzentrieren.

Während die beiden hoffentlich den Zettel lasen, begann die Rothaarige aus dem Gedächtnis heraus den Wald zu skizzieren wo sie gewesen war mit den Landmarken an die sie sich erinnerte. Dann begann sie ein Kreuz dahin zu malen wo sie heute schon einen Wolf gesehen hatte. „Also da hab ich das Tier gesehen, selbst falls er nicht unsere Beute ist, könnten da andere Carnivoren in der Nähe sein. Wir könnten also unsere Suche da beginnen. Ihr müsstet euch nur leise im Unterholz verhalten, auf die Windrichtung achten, damit keines der Tiere uns so leicht wittern kann. Izumi könnte dann versuchen die Fährte aufzunehmen. Oder wir könnten an sämtlichen potentiellen Wasserstellen Fallen auslegen. Aber ich glaube, so groß und mächtig wie diese Tiere sind wären sie zu schlau, als dass sie da einfach reinlaufen würden. Außerdem sind Fallen meiner Meinung nach so grausam, warum ein Tier lange leiden lassen. Oh, aber warum wollen wir überhaupt einen Wolf fangen? Carnivoren-Fleisch ist im Regelfall eigentlich alles andere als ein geschmackliches Highlight und eher wenig bekömmlich. Für das Abendessen würde ich eher einen Herbivoren empfehlen, hab zwar heute Morgen noch keinen gesehen, aber kein Wunder bei so einem beeindruckenden Raubtier…“, schrieb Lydia. Das war halbwegs ungewöhnlich für sie, denn auch wenn man sich durchaus über das Schreiben unterhalten konnte, so war ihr das im Regelfall zu mühsam. Dass da so ein Schwall an Worten kam, machte im Großen und Ganzen eigentlich sehr sehr deutlich klar, dass sie ziemlich begeistert sein musste. Dazu kam noch, dass ihre Hand immer wieder leicht hibbelig Richtung Bogen wanderte. Viel zu lange hatte sie nicht mehr in einer Gruppe jagen dürfen.

„Grundsätzlich sollten wir auch laute Schusswaffen vermeiden, sonst könnte der erste Versuch auch unserer letzter sein, weil sich dann die Tiere so gut wie nur irgendwie möglich verborgen halten werden. Falls ihr den Wolf gar nicht essen wollt, sondern der Kapitän nur einen Bettvorleger haben möchte, könnte wir auch einfach herausfinden wo sich das Tier herumtreibt und Giftköder auslegen. Zwar nicht die eleganteste Art, aber naja, vielleicht besser bevor wir alles im Wald aufschrecken.“, endete Lydias Redeschwall dann nach zirka zwei Seiten fachsimpeln in einer sauberen, eleganten und ziemlich schnörkeligen Handschrift. So wie sie es eben von Zuhause gewohnt war. Sie blickte voller Begeisterung in die Runde, so lebensfroh und aufgekratzt hatten ihre Gefährten sie noch nie gesehen. Es schien fast so als ob irgendetwas eine Flamme in ihr entfacht hätte. Und ja, es fühlte sich wahnsinnig falsch an, doch hatte die junge Frau vor wenigen Sekunden noch die Trauer berührt gehabt, so spürte sie nun die pure blanke Lebensfreude in ihrer Brust. Diese Anspannung vor der Jagd, das Kribbeln in den Fingern, die Ungeduld die man lernen musste zu überwinden, die Vorstellung von dem Geruch des Waldes und dem sanften Rauschen der Blätter im Wind, all dies hatte eine hohe Anziehungskraft auf die Rothaarige. Das würde großartig werden, gewiss. Konnte ja gar nichts schief gehen!

Forndom - Svitjod
 
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Brody

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Er mochte es wenn die Leute mitdachten und das keiner von seinen Untergebenen auf Idee kam, dass er mit auf die Jagd nach den Lykan oder was auch immer gehen sollte gefiel ihm ebenfalls. Da sich Odi, Lydia und Triane mitsamt Izumi für die Jagd entschieden hatten, blieben ihn für die Marineaktion Victor und Aaron. Dennoch sollte noch jemand nach Lzzy schauen, da die Crew diese in den letzten Tagen etwas vernachlässigt hatte. Zum Glück waren noch Rebecca und ihr Vormund bei ihrer kleinen Gruppe.

„Eigentlich wollte ich das zwar nicht auf der Hauptstraße besprechen, jedoch ist das Kind jetzt in den Brunnen gefallen. Ist jetzt egal. Gut ehm also Odi, Lydia, Triane und Izumi kümmern sich um das Tier, wie ihr das jagt oder erledigt überlasse ich eurer Kreativität und eurem Können. Ich denke ihr findet da einen Lösung die für alle vereinbar ist.“ Blieben noch zwei Aufgaben zu verteilen. „Becky, dich und deinen Vormund“ „Brendan“ „Stimmt Brendan, der Name war mir entfallen. Ich würde euch bitten ein Auge auf Lzzy zu werfen. Das Mädel, das mit uns hier angekommen ist, sie ist zwar gerade in der Pubertät, aber mit solchen Schützlingen kennt ihr euch ja aus.“ Ein „Hey, was soll das denn heißen“ kam aus Rebeccas Richtung. Brendan schien nicht richtig erfreut über die Aufgabe, dennoch war sie besser als einen Lykan zu jagen oder sich mit der Marinebasis anzulegen. Obwohl Brendan dies in seiner Jugendzeit durchaus getan hatte.
„Victor, Aaron und ich machen uns auf dem Weh zur Marinebasis um einen Coup zu landen. Da alles gesagt wünsche ich gute Jagd, wir sehen uns später bei einem guten Schnaps im Green Leprachaun. Passt auf die Familie der ollen O'Sullivan auf, ich könnte schwören, dass die irgendetwas plant. Also bis später dann."

Ein paar Meilen außerhalb auf der Straße in Richtung Kap Caisteal blieb Balthasar stehen. Er wollte mit Victor und Aaron, seinen Plan erklären, wie er die Marine bloßstellen wollte. „Gut da ich denke, dass hier nicht so viele Ohren zuhören wie in der Stadt, kann ich euch meinen Plan für die Marine erklären. Wer von euch Beiden hat sich den Artikel über die Arbeitssklaven, die auf diese komische Brücke im Meer gebracht wurden gelesen.“ Victor und Aaron nickten beide, dass sie den Artikel zumindest überflogen hatten. „Dann sind wir uns zumindest einig, dass die Männer und Frauen auf dem Artikel auf Grund ihres Kleidungstils Ähnlichkeiten mit unserem guten Odi hatten.“ Wieder nickten Beide, keine Ahnung davon was dies mit ihrer heutigen Aufgabe zu hatte. „Also ich plane, die Leute zu befreien, dies kann ich jedoch nicht mit einem normalen Piratenschiff. Daher benötige ich Segel und Uniformen der marine um unser kommendes Schiff und uns zu verkleiden, das wir uns der Brücke unbemerkt nähern können. Victor und ich werden uns in der Basis nach solchen Dingen umsehen, während du Aaron eine Ablenkung startest. Mach einfach, das was du am Besten kannst, irgendetwas in Flammen stecken. Kurz vor der Basis werden wir uns aufteilen, also los wir haben nicht ewig Zeit."
Nach dieser Ansprache lief der junge Piratenkapitän wieder los, er wollte die Aufgabe schnell hinter sich bringen.
 
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Triane

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Die Gruppe hatte sich also aufgeteilt, Odi, Lydia, Izumi und Triane sollten losgehen um einen großen Wolf zu jagen. Lydia schien erstaunlich begeistert von der Idee und Odi hatte gemeint, dass er Erfahrung damit habe Tiere zu jagen.
Triane ging es meistens viel mehr um das Essen von Fleisch als um die Beschaffung, aber sie war davon überzeugt das Izumi dabei hilfreich sein würde. Triane erinnerte sich daran, wie die Fähe ihr bei jedem Versteckspiel ihrer gemeinsamen Kindheit zum Sieg verholfen hatte und wie kein Keks versteck vor dem dynamischen Duo sicher war.
Tatsächlich hatte Triane noch nie versucht mit der Hilfe von Izumi einen anderen Wolf zu finden, aber das brauchten die anderen ja nicht zu wissen /Das würde sie sicherlich nur verwirren./

„Also wir sollen einen Wolf fangen und zwar einen großen.“ wiederholte Triane noch einmal als sie auf dem Weg waren den Ort zu verlassen „Also Izumi, Los! Geh und find uns einen Wolf!“ Tria zeigte auf möglichst heroische Art und Weise in Richtung der Wälder. Izumi sah sie jedoch nur verwirrt an, der weiß silberne Wolf legte nur den Kopf schief und gab einen Wimmern von sich. Manchmal war Triane so vertraut mit ihrer wölfischen Schwester, dass sie ganz vergaß, das Izumi gar nicht die Sprache der Menschen verstand und vermutlich gar nicht wusste was los war. „Hummm ja richtig, stimmt ja.“ Tria lachte nervös und kratzte sich am Hinterkopf „Wir brauchen etwas damit Izumi die Fährte aufnehmen kann.“ Tria sah dann zu Odi und Lydia „Hat einer von euch etwas das nach Wolf riecht...? also, ich meine nach einem anderen Wolf.“ Das war schon eines sehr spezielle Bitte, nicht wahr? /Wie ging dieser Witz nochmal? Was ist unsichtbar und riecht nach Wolf?/

Lydia schien da schon eine bessere Vorstellung zu haben, sie gab Zettel heraus. Odi sah auf den Zettel aber schien damit nicht viel anfangen zu können /sind ihm die Worte zu kompliziert?/ Triane nahm den Zettel und laß ihn für sich und betrachtete dann eine Zeichnung „Ja, wir suchen einen großen Wolf, zumindest muss er besser sein als der, den die anderen fangen... die sich hier bestimmt sehr viel besser auskennen als wir und die hiesigen Standarts für die Quallität eines Fells auch um eiiiiniges besser kennen als wir.“ /warte mal... das klingt schon ein wenig so als wären wir im Nachteil... kann das sein!?/ aber da gab Lydia auch schon den nächsten Zettel aus... und eine Karte mit einer Zielmarkierung! „Jawoll!“ stieß Tria da aus und nahm die Karte an sich „Humpigi der Geist der verschlungenen Waldwege ist auf unserer Seite... naja... und Lydia zum Glück auch.“ Sie zeigte dem hünenhaften Nordmann die Karte, der damit anscheinend um einiges mehr anfangen konnte als mit dem geschriebenen Wort auf dem anderen Zettel, den Tria daraufhin verlaß. Odi schien dabei aufmerksam mitzuhören /komisch, warum liest er denn nicht einfach selbst? Lesefaul, was?/ „Also hat Lydia sogar schon ein entsprechendes Exemplar gesehen, das hilft uns.“ Tria grinste breit „Die Götter sind ganz eindeutig auf unserer Seite.“ sie blickte noch einmal auf den Zettel, den sie schon einmal vorgelesen hatte „Ah ja, nein... um das Fleisch geht es uns gar nicht“ /Wobei, Fleisch ist Fleisch und um es einfach zu sagen, je mehr desto besser./ „Es geht wohl nur ums Fell... ich habe auch keine Ahnung von Fallen oder Schusswaffen, ich mag den Geruch von Schießpulver auch gar nicht.“ Sie gab Lydia den Zettel zurück, so als würde sie denken, dass die rothaarige diesen noch brauchen würde „Ich mag den Plan, Izumi? Was sagst du?“ Triane schien wieder vergessen zu haben, dass Izumi vermutlich noch schlechter lesen konnte als Odi, aber Izumi wollte ihre große Schwester nicht enttäuschen, darum wedelte sie hechelnd mit dem Schweif und bellte aufmunternd „Izumi mag den Plan auch.“
 

Aaron

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"Mach einfach, das was du am Besten kannst, irgendetwas in Flammen stecken."
Etwas zog an seiner Magenwand und mit einem Mal verzog sich der Gedankennebel. Aaron sah wieder klar. Stundenlang hatte sich der Firebug hinter einer milchigen Glaswand dabei zugesehen, wie er atmete, vorwärts ging und sprach. Nichts war wirklich zu ihm durchgedrungen, seit seine Augen das Foto der O´Malley Familie erblickt hatten, jedoch waren Brodys Worte wie ein Weckruf für den Firebug.
Sein Verstand hatte im Hintergrund registriert, weswegen sie auf dem Weg in Richtung Marinebasis waren. Es ging um das Testament. Und um das Schiff. Aber was genau in der Marine passieren sollte und warum Victor und Brody sich Uniform stehlen wollten, blieb ihm schleierhaft. Jedoch blockierte die Nadeltrommel jedweden geistig gesunden Gedanken, denn die war nur darauf aus, schnell etwas abzufackeln. Und das war ja nun sein Job, oder nicht?

Aaron leckte sich gierig die Lippen. Sein Mund war trocken geworden und die Gedanken rasten. Wenige Schritte hinter dem Rotauge und Brody, folgte er dem Straßenverlauf und bevor sich ihre Wege trennten, kam Victor auf ihn zu.
"Hier", begann er und drückte Aaron ein Fläschchen in die Hand. Es war nicht viel größer als die Diagonale seiner Hand. An der inneren Glaswand schwappte eine zähe Flüssigkeit. "Als Anzünder. Pass auf, das du es nicht an den Händen hast, wenn du es anzündest..."
Der Firebug nickte nur - hatte aber nur die Hälfte verstanden. Alles, was der Zündler in ihm hörte, war, dass diese Flüssigkeit wie die Hölle selbst brennen würde und die Nadeltrommel begann zu röhren. Wieder leckte sich der Aschekönig die Lippen und ein unmenschliches Grinsen zerschnitt sein junges Gesicht. "Danke, Alter", krächzte er, trat an Victor vorbei und verschwand in eine der Gassen, das Fläschchen fest in der Hand.

Von stechenden Nadeln getrieben, lief der junge Mann so lange durch die Straßen, bis etwas seine Aufmerksamkeit erregte. Es war die Stimme einer Frau, lieblich und klar. Sie sang und vom Gesang angezogen, machte er Halt.
Sie war jung und schön, mit Haaren, die ihn an einen frühen Sonnenuntergang erinnerten. Weit entfernt vom blutigen Rot, sondern mit einem herrlich erfrischenden Blondstich. Aaron verstand nicht, was sie sang, aber alles was ihn interessierte, war, was sie in der Hand hielt. Und eine brennende Idee schwelte plötzlich in dem Navigator, sodass er vorsichtig näher trat, nachdem die ihm unbekannte Frau wieder im Haus verschwunden war.
Blechtonnen reihten sich dort im Hof, die über und über quollen von Unrat und... leeren Flaschen. Mit pfeifenden Lungen trat Aaron näher und zögerte keine weitere Sekunde.
Es klimperte und klirrte solange, bis Aaron eine beachtliche Menge an Flaschen präperiert hatte. Da standen sie, in Reih und Glied, wie Soldaten, die bereit waren, für seine Sache zu sterben... Das Herz klopfte ihm bis zum Hals, das irre Grinsen in seinem Gesicht noch breiter als zuvor.

Das metallische Klicken seines Zippos schallte laut in seinen Ohren. Seine linke Hand umkrallten vier Flaschen, versehen mit Restalkohol und Victors Anzünder, verkorkt mit Zeitungspapier und altem Stoff. Schweiß rann seine Stirn hinab und eine kalte Gänsehaut hatte sich in seinen Rücken gekrallt.
Plötzlich befahlen ihm die Nadeln zu rennen und so beschleunigte Aaron sein Tempo, rempelte dabei jeden zweiten Passanten um und als sein Herzschlag den Höhepunkt erreichte, zündete er die erste Flasche an und warf sie weit von sich in das erste Haus. Fensterglas zersplitterte, Schreie ertönten und darunter mischte sich Aarons Lachen, dessen Anblick vom Feuer rasend wurde.
Bald lief er wie besessen durch die Gassen, warf mit Feuer um sich und umkreiste dabei sein Munitionslager, wenn seine Hände leer waren. Aaron genoss die Schreie, ja, er genoss sogar das Gefühl, von Marinesoldaten verfolgt zu werden und war für einen kurzen Moment glücklich wie nie...
 

Odi

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Innerlich war Odi die meiste Zeit ein wenig am Verzweifeln, was die ganzen Zettel anbelangte, welche Lydia ihren Kameraden zusteckte. Klar, anhand der Karte konnte er sich einen groben Eindruck davon verschaffen, wo die Rothaarige das Exemplar bereits gesehen hatte, aber der Hüne konnte sich nicht immer darauf verlassen, dass Triane von sich aus jeden Brief laut verlas. „Ich habe zwar meinen Wolfsfellmantel, hier…“ er zeigte auf das auffälligste Kleidungsstück an seinem Körper „… aber den trage ich schon so lange, dass er vermutlich mehr nach mir riecht, als nach dem Tier, dem ich es abgenommen habe. Ich denke, wir haben mehr Chancen, schnell an diesen Wolf zu kommen, wenn wir zu dem Ort auf der Karte gehen und nach Spuren suchen.“ Der Neununddreißigjährige bedeutete der Jägerin, voraus zu gehen, denn sie wusste ja scheinbar noch ganz genau, wo die Sichtung gewesen ist. Einige Minuten war die Gruppe schon unterwegs, da räusperte er sich und begann zögernd zu sagen: „Damit eins klar ist, ich kann lesen… aber da wo ich herkomme werden zum Schreiben andere Zeichen benutzt.“ In dem kleinen Bereich seines Gesichtes konnte man sicher erkennen, wie der Bärtige ein wenig errötete. Ihm war seine Unkenntnis der allgemein genutzten Schrift unangenehm und er hoffte, dass die Frauen dafür Verständnis haben dürften. „Mir ist klar, dass Lydia sich nicht anders mit uns absprechen kann, als mit diesen Zetteln. Könntest Du sie mir also bitte vorlesen, Triane?“ Ein Gedanke beschlich ihn, dass er von der Weißhaarigen womöglich als faul bezeichnet werden könnte, weshalb er hastig hinzufügte: „Ich versuche schon, es selbst zu lernen. Aber so weit bin ich noch nicht.“ Hoffentlich würde ihn seine Ehrlichkeit nicht in Schwierigkeiten bringen.

Am Ort der Sichtung angelangt wies Lydia auf die Stelle, wo das Tier ihrer Erinnerung nach gestanden hatte und Odi schritt dorthin, um nach Spuren zu suchen. „Ja, ich sehe es. Es muss ein sehr großer Wolf gewesen sein, wie Du gesa… geschrieben hast. Er ist tiefer in den Wald gelaufen. Scheint noch nicht lange her zu sein. Wir werden ihn einholen können, wenn er nicht plötzlich losgerannt ist.“ In Gedanken durchdachte der Hüne eine Strategie, wie die Gruppe ihre Beute erlegen konnte. Allerdings war nicht sicher, ob der Wolf sich so überwältigen lassen würde. Die Taktik wurde in seiner Heimat vor allem zur Jagd von Wildschweinen verwendet, welche ebenfalls ordentlich Masse und Gewicht vorweisen konnten. Scheinbar aber nicht ganz so viel Gewicht, wie diese Bestie hier. Außerdem waren Wölfe jedweder Art in der Lage, plötzlich die Richtung zu ändern, was rasende Keiler für gewöhnlich nicht taten. „Wenn wir das Biest gefunden haben würde ich das gerne so angehen. Lydia: Du versteckst dich mit einiger Entfernung so, dass Du nicht gewittert wirst. Triane: Du machst das Gegenteil. Du machst ihn auf dich aufmerksam. Wenn der Wolf Triane angreift, musst Du, Lydia, mit einem Bogen auf ihn schießen und im besten Fall treffen. Pfeile bewirken bei so großen Tieren nicht viel, aber er wird dann dich angreifen. Ich habe mich inzwischen so platziert, dass der Wolf an mit vorbeikommen muss, um dich anzugreifen und werde ihm mit meiner Axt den Kopf abschlagen. Sollte das nicht funktionieren, wird er daraufhin mich angreifen, weil ich näher dran bin.“ Beim Reden sah der Krieger immer stets die Frau an, welche er mit seinen Worten meinte und er hoffte, dass sie alles soweit verstanden. Solch eine Kreatur konnte durchaus gefährlich sein. Auch für jemanden wie ihn. Er hoffte, dass es nicht zu einem direkten Kräftemessen kommen würde, auch wenn der Bjarnisunder sicher nicht davor zurückschrecken würde.
 
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