3. Deadman`s Hand

Dieses Thema im Forum "Float" wurde erstellt von Brody, 6. Juni 2018.

  1. Odi

    Odi Pirat

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    Es ist wirklich eine Schande, dass manche Menschen nach dem rechtmäßigen Eigentum Anderer greifen, wie nach einer reifen Frucht in Reichweite. Da erklärte sich Odi doch gerne bereit, ein paar Tracht Prügel zu verteilen. Aber apropos Tracht Prügel, gerade war die alte O’Sullivan verschwunden und er hatte sich wieder der Tür zugewandt um in den Laden zu gehen, welcher sich die nötigen Rohstoffe für das Vervollständigen seiner Hantel zu beschaffen, da hörte der Hüne einen kleinen Tumult hinter sich. Eine Gruppe Menschen hatte sich um etwas gesammelt, was von seinem Standpunkt wie eine Schlägerei anmutete. Nichts, was ihn wirklich reizte, sich einzumischen. Dann erblickten die Augen des Zimmermanns aber eine ihm bekannte Gestalt, die sich um das Geschehen herumbewegte und offensichtlich versuchte, einen genaueren Blick auf das Geschehen zu werfen. Auch Victor war ihm ziemlich egal, oder wäre es gewesen, wenn die beiden Männer nicht in der gleichen Crew kämpfen würden. Also schleppte sich der Bärtige widerwillig dort hin und schaute sich selbst an, was dort vor sich ging.

    Was Odi inmitten der Menschentraube erblickte konnte er nicht fassen. Ganz unabhängig davon, dass er Lydia von seiner Crew her kannte, es gehörte sich einfach nicht, als Mann eine wehrlose Frau anzugreifen. Noch schlimmer war aber, in einer Gruppe von drei stark aussehenden Männern eine wehrlose Frau anzugreifen. „Diese elenden Feiglinge mach ich fertig.“ grummelte der Hüne in seinen Bart, während er dem beobachtenden Victor einen ziemlich wütenden Blick zuwarf. Ob dieser das sehen würde war ihm dabei egal. er würde das Schwarzauge schon noch früh genug übers Knie legen. Nun war erstmal anderes zu tun. Ein Mann hielt die Rothaarige hinterrücks fest und bedrohte diese mit einem Messer, während die anderen beiden mit Pistole und Baseballschläger bewaffnet dastanden und wild gestikulierend diskutierten, was mit ihrem Opfer zu machen sei. Es fielen Worte, wie Spion und Marine die dem Zimmermann gar nichts sagten. Im Grunde hörte er auch gar nicht zu, sondern marschierte einfach zielstrebig auf die beiden Typen zu. Bei dem mit der Knarre angelangt holte der Bärtige mit beiden Armen nach hinten aus und ließ diese von links und rechts gegen den Kopf des ahnungslosen Schlägers sausen, worauf dieser zuerst aufschrie und dann mit schmerzverzerrtem Blick und bewusstlos zu Boden Sackte. Daraufhin begannen die umstehenden Personen ebenfalls zu schreien, allerdings in Panik und lösten die Menschentraube auf. Währenddessen drehten sich die beiden anderen Schläger zu ihm um, wobei der mit dem Messer immer noch nicht von der stummen Musikerin abließ. „Ihr solltet sie wirklich loslassen.“ warnte der Neununddreißigjährige, aber die Typen dachten gar nicht daran. Baseballschlägertyp griff stattdessen, einen lauten Angriffsschrei von sich gebend, an. Aber noch bevor der Knüppel auch nur auf Reichweite kam, griff der Braunhaarige die hölzerne Waffe - seine Arme waren einfach viel länger, als die seines Gegenübers - mit der linken Hand, riss sie ihm aus der Hand und packte ihn mit der Rechten am Hals, ohne aber wirklich zuzudrücken. „Ich zähle jetzt von fimm runter. Wenn Lydia bis dahin nicht frei ist, mach ich euch fertig.“ Seine Geisel versuchte vergeblich, sich dem Griff zu entwinden, während Odi den Baseballschläger so weit wie es ihm möglich war wegschleuderte. „fimm“ Nun versuchte der Mann vergeblich, sich durch Schläge gegen Odis Arm zu befreien. fýra „Was wollt ihr Marine Heinis? Lasst uns doch einfach in Frieden!“ schrie der Mann, dem langsam der kalte Schweiß auf der Stirn stand. „trý“ „Nun hilf mir doch!wandte er sich nun an seinen Kumpel, der ebenfalls nervös wurde, aber noch nicht nachgeben wollte, sondern stattdessen seinen Griff enger um Lydia schlang. „tveir“ Ob der Typ überhaupt verstand, welche Zahlen der Krieger in seiner Muttersprache runterzählte wusste er nicht. Aber eins war sicher. Gleich würde der Bastard schwarzsehen. Er hob ihn ein Stück weit vom Boden ab und holte zur Kopfnuss aus. „ess“ Eine mächtige Erschütterung durchzuckte die Schädel, als diese aufeinander knallten und einem von beiden die Lichter ausgingen.

    Ein weiterer bewusstloser Körper sackte zu Boden. Aber Odi stand noch. Ihm brummte der Schädel und ein blutiger Fleck zierte seine Stirn, wobei niemand sagen konnte, wie viel davon sein eigenes Blut war. Unwichtige Details, zweifellos. Nun gab es nur noch Odi, Lydia, Victor - der noch immer auf seinem Aussichtspunkt hockte und beobachtete - und Messertyp, der allmählich zu zittern begann, den Blick aber niemals vom Hünen abwendete. So standen sie da und starrten sich an. Der Schläger fragte sich, wie er aus der Situation heil wieder rauskommen sollte und Odi... der wollte ihm einfach nur an den Kragen, ohne dass es Lydia dabei an den Ihren ging. Ohne darüber nachzudenken begann der Zimmermann wieder mit seiner Angewohnheit, wie ein Raubtier, das an seine Beute wollte, selbige zu umkreisen. Dabei fiel ihm irgendwann auf, dass sich sein Zielsubjekt immer mit ihm mitdrehte und dabei nicht auf seine direkte Umwelt, was ihn schon einmal beinahe das Gleichgewicht über einen rausgebrochenen Pflasterstein im Boden verlieren ließ. Das brachte den Bärtigen auf eine entscheidende Idee. Aber die konnte nur funktionieren, wenn der Inquisitor, wie er sich selbst nannte, mitspielte. Er bewegte sich so, dass der Messertyp sich und Lydia so drehte, dass der Schwarzäugige genau außerhalb seines Sichtfeldes hockte Von da an ging alles sehr schnell. Die Augen der Schützin weiteten sich. Der De Vivar nutzte die ihm gebotene Chance umgehend und schnellte an die Seite von Lydias Geiselnehmer, um diesem von der Seite, ohne dass für sie auch nur den Hauch einer Gefahr bestand, sein Schwert in den Körper zu rammen. Die Frau entwich dem Griff des Schwerverletzten und schnappte sich dessen Messer, um nicht, wie man vermuten könnte, diesem den Rest zu geben, sondern einer Person, die mit einem Gewehr im Anschlag von einem Fenster aus auf Odis Rücken zielte. Keiner außer der Zweiundzwanzigjährigen hatte den Mann gesehen. Das war ihr klar und sie warf das Messer mit aller ihr verfügbaren Kraft durch das Fenster ins Gesicht des feindlichen Schützen.

    Für den Krieger war die Arbeit erledigt. Er sah keinen Grund für überschwängliches Tamtam, nickte nur jeweils in die Richtung seiner Kameraden und drehte sich schweigend um. Keiner war ernsthaft verletzt. Selbst der kleine Schnitt am Hals der Kimonoträgerin war nur ein Kratzer, was der Grünäugige mit einem Blick erkannte. Seien wir ehrlich, wenn die Verletzung ernst wäre, hätte sie niemals mehr einen Wurf dieser Qualität geschafft. Er hielt kurz inne, als er hinter sich Schritte und einen überraschten Laut von Victor hörte. Lydia hatte sich ihm dankbar in die Arme geworfen und knuddelte ihn ganz fest. Der Bjarnisunder schaute nicht hin, hörte aber, dass es keinen Kampf gab und ging weiter. Keine drei Sekunden später wurde ihm aber klar, dass er nicht so einfach davon kommen würde, als sich ein Paar zierlicher Arme von hinten um seinen Bauch schlangen und der Körper einer jungen Frau an seinen Rücken presste. Einen Moment blieb der Mann verdutzt stehen und rührte keinen Muskel. Er hatte keine Tochter und seine Frau hatte ihn nie auf diese Art umarmt. Schon gar nicht, bevor sie sich besser kennengelernt hatten. Beinahe sanft legte der Mondinsulaner seine Pranken auf die kleinen Hände der Violettäugigen, ließ diese kurz verharren, löste dann aber den Griff um seinen Körper und ging weiter, mit einem Lächeln auf den Lippen.
     
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  2. Aaron

    Aaron Pirat

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    Sein Oberkörper beugte sich über den Abhang. Entgegen des Windes. Der See. Vorwärts, weg von seinen Gedanken, die ihn drohten zu ersticken.
    Weiter und weiter, schneller und schneller drehten sich die heißen Nadeln in der Trommel. Unaufhörlich stachen sie ihn dabei in die Lungen, in den Kopf und in die Füße. Seine Nerven lagen blank. Leer waren seine Augen. Sie blinzelten beschwert, sahen dabei über das weite Meer und seine Wellen. Er wollte weg. Sehr weit weg.
    Oder springen. Sehr tief springen.
    Die Schuhspitzen ragten über die Gesteinsspitzen bereits heraus und es war nur ein leichter Schubs oder ein Ungleichgewicht nötig - da würde er fliegen.

    "Was machst du da?" Es war eine leise, vorsichtige Frage. Eine Frage, die ihn nicht erschrecken sollte. Sie lud zum Innehalten ein. Aaron stutzte, drehte sich aber nicht zu der Stimme um. "Ich glaube dir, Aaron", setzte sie nach, wollte Vertrauen aufbauen und ihn weglocken von seinem Vorhaben. "Ich glaube dir, was du mir vorhin in der Kneipe erzählt hast. Lass uns darüber reden. Ich will wissen, woher du kommst."
    Das war das Problem. Woher er kam. Was er verloren hatte. Was sich umgebracht hatte. Was verbrannt wurde. Aaron streckte seine Hand aus, spreizte jeden seiner Finger. Der Ärmel rutschte ihm dabei über die versengte Haut.
    "Es ist nicht so einfach", krächzte er. Der Wind verschluckte jedes seiner Worte. Nicht einmal er selbst wusste genau, was er da von sich gegeben hatte.
    "Wie war das?"
    Nun trat sie hervor, die Stimme. Ihr Körper tauchte in seinen Augenwinkeln auf. Rotes Haar entflammte in seinem Sichtfeld, stellte sich wie eine brennende Barriere dicht vor ihn. Der Firebug trat einen Schritt zurück. Ihrem prüfenden Blick entkam er dabei nicht. "Erzähl es mir." Die heißen Nadeln stolperten aus dem gleichmäßigen Wirbeln der Trommel und rieselten in seine Bauchhöhle.
    "Ich kann nicht", sagte er nur, die Augen weit aufgerissen.
    Sie runzelte ihre Stirn, die Haut kräuselte sich etwas an der Nase. Ihr Mund nur ein schmaler Strich.
    "Es ist mir sehr wichtig, weißt du", begann sie, der Blick nach unten geneigt. Schüchtern. Zögerlich. "Das Schiff liegt mir sehr am Herzen. Aber wenn nicht morgen ein volljähriger O`Malley bei der Testamentverlesung dabei ist, dann geht es in fremde Hände und wird an irgendwelche Verbrecher verscherbelt."
    Was kümmert ihn das Schiff? Was kümmert ihn diese Frau? Was will er hier noch?
    "Ich würde es lieber jemandem geben, der es auf weite Reisen schickt und damit es die weite See sehen kann."
    Seine Füße zwangen ihn, zu gehen. Doch eine Handbewegung ihrerseits machte ihn stutzig und der Kopf befahl ihm, noch kurz zu bleiben. Ihre Hand beförderte ein Stück Papier aus der Jacke. Und das Papier stellte sich als ein Foto heraus. Ein Foto, das Aarons Welt aus den Angeln riss.

    Es wurde dunkler um ihn. Nur noch ein schmaler Horizont erlaubte es ihm, das Foto nicht aus den Augen zu verlieren. Das Papier zitterte im Wind, aber man konnte jede Kleinigkeit darauf erkennen. Sein Vater war ein stolzer Mann gewesen. Mit mächtigem Bart und hoch erhobenen Hauptes. Er war groß, beinahe ein Riese. Sein Lächeln breit und ehrlich. Der Arm war liebevoll um die schmalen Schultern seiner Frau gelegt. Aaron hatte seine Mutter noch nie so glücklich gesehen und doch, genau so hatte sie ausgesehen. Ihre Haare fielen in langen, wogenden Wellen um ihre Schultern, unterstrichen ihr ovales Gesicht. Sie waren genauso rot wie seine.
    Sein Herz wagte es nicht mehr zu schlagen. Aarons Lippen bebten, die Finger griffen vorsichtig nach dem Papier. Ängstlich; hatte er Angst, das es sich einfach zu Asche verwandelte und in dem verdammten Wind zerbröselte und davon flog. Doch nichts dergleichen passierte. Es schmiegte sich in seine Hand. Wie eine papier-gewordene Erinnerung.
    Trevor.
    Da stand er. Mit ihm zusammen. Kein Feuer war in der Nähe. Kein Schmerz, kein Geschrei, keine Tränen.
    Nur er und Trevor. Gemeinsam, wie Brüder es taten, posierten sie vor ihren Eltern und grinsten verschmitzt.

    "Ich habe es zuhause gefunden. In einem alten Foto-Album. Das bist du, nicht?" Sie zeigte auf den Jungen rechts von Trevor. Aaron nickte beklommen. Er bemerkte nicht, das er weinte. Es fühlte sich an, als verdampften die Tränen, kaum waren sie an die Oberfläche geklettert. "Der nächste Erbe wäre dein Vater gewesen", flüsterte sie und die Blicke zwischen den beiden trafen sich.
     
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  3. Brody

    Brody Piratenkapitän

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    2 Tage später


    In den zwei Tagen in denen Brody mit seiner Crew auf der Insel war, hatte er selbst die Stadt auf eigene Faust erkundet und so die meisten relevanten Orte der Stadt gesehen. Das Wetter war nicht so gut geblieben, wie es am ersten Tag gewesen war. Am zweiten Tag fing der Tag relativ neblig an, der Nebel wurde zwar im Laufe des Tages dünner, jedoch verschwand er nicht. Heute war das Wetter sogar noch schlechter geworden, den ganzen Morgen hatte es nur geregnet, so dass er sich zum Trocknen wieder ins Green Leprachaun zurückgezogen hatte, in dem er die letzten zwei Nächte auch geschlafen hatte.

    Während seiner Streifzüge ging er immer wieder die Möglichkeit durch, mit Aarons Hilfe an ein Schiff zu kommen und so endlich seinen Traum richtig leben zu können. Seine Gedanken kreisten um die Frage ob Aaron tatsächlich mit den Leuten auf dieser Insel verwandt sein konnte. Es sprach auf jeden Fall einige Punkte dafür, er musste dies von dem Rothaarigen selbst erfragen, da dieser noch recht verschlossen war und kaum auf ihn zu kommen würde. Auf jeden Fall musste er dies noch vor der heutigen Testamentseröffnung machen, die in 3 Stunden stattfinden würde, wie er ebenfalls auf seinen Streifzügen erfahren hatte. Als erstes musste er herausfinden wo Aaron sich derzeit befand.

    Die Anderen aus seiner neuen Crew hatte er in den beiden vergangenen Tage immer mal wieder gesehen. Triane und Izumi, die scheinbar immer in der Nähe von irgendetwas essbaren zu finden war, Balthasar wunderte sich schon wie die „Ärztin“ seiner Crew ihre Figur halten konnte, bei den Unmengen an Essen, was sie herunterschlang. Lzzy war ihm die meiste Zeit aus dem Weg gegangen, sie hatte wohl derzeit mit Heimweh oder mit ihren Gedanken an ihren Vater zu tun. Da sie auch nicht mit Aaron unterwegs gewesen war, seitdem er vor zwei Tagen aus dem Pub gestürmt war. Vielleicht konnte man Lzzy's Verhalten auch mit Eifersucht erklären, wer wusste das schon Mädchen in ihrem Alter waren generell schwierig einzuschätzen.

    Lydia hatte Abends im Pub musiziert, was bei den Einheimischen gut angekommen war, da die Einwohner ein sehr lebensfreudiges Volk waren und gerne sangen und musizierten. So wechselten sich eher melancholische Melodien von Lydia mit den Trink- und Tanzliedern der Einwohner ab. Die Musikerin bekam viel Applaus für ihr Spiel. Währenddessen sah Balthasar auch Victor, der die Menschen aufmerksam beobachtete, als sei irgendetwas vorgefallen und so als müsse der Inquisitor die Musikerin beschützen. Er hatte für sich vorgenommen, dies Victor oder Lydia in einer geeigneten Stunde mal zu fragen, schließlich sollte man als Kapitän über die Vorgänge in seiner Crew Bescheid wissen. Mit dem Posten als Kapitän kamen halt auch Pflichten mit, die er sich vorher noch nicht ausgemalt hatte.

    Odi war während ihrer Zeit auch durch die Stadt gestreift. Einmal hatte Balthasar beobachten können, wie sich der Hüne auf eine Bank gesetzt hatte und Buch hervorgezogen hatte und dieses angestarrt hatte, als ob er es bedrohen wolle, damit es ihm sein Wissen preisgibt. Dies hatte der junge Brody sehr amüsant gefunden. Als der Nord ihn jedoch gesehen hatte, schloss er das Buch und ging seiner Wege.

    Er wollte gerade vom Barhocker aufstehen, auf dem er sich die den letzten Tagen öfter bequem gemacht hatte um nach Aaron zu suchen, als die Tür aufging und der Vormund der jungen O'Malley mit einem suchenden Blick in den Pub kam. Doch scheinbar fand er nicht das Objekt oder die Person , die er gesucht hatte und wollte wieder aus der Tür verschwinden, als sein Blick auf dem jungen Brody fiel.

    „Hey ihr“ Balthasar zog eine Augenbraue hoch und musterte den älteren Mann. „Meint ihr mich“ „Ja“ „Dann sagt das doch gleich.“ Jetzt war der Vormund an der Reihe verdutzt zu blicken. „Balthasar angenehm“ Der Pirat steckte seinem Gesprächspartner seine rechte Hand hin. Er hatte in den Tagen gemerkt, dass das Völkchen hier auf der Insel relativ aufgeschlossen gegenüber Fremden waren. „Brendan, sehr erfreut.“ Er hatte sich wieder gefangen. „Ihr seid doch vor zwei Tagen hier angekommen.“ „Ja und?“ Wieder ging eine Braue nach oben „Dann seid ihr doch auch mit dem jungen Klavierspieler, hier angekommen.“ „Ja, und weiter?“Ich muss mit ihm sprechen, wisst ihr zufällig wo ich Ihn finden kann? Es ist sehr dringend.“Das trifft sich doch gut, ich wollte in auch gerade suchen gehen. Wieso ist es euch so wichtig ihn zu finden?“ „ Es ist, es ist, vielleicht hab ich ihm ein klein wenig unrecht getan. Er könnte doch tatsächlich ein volljähriger Verwandter des Verstorbenen sein.“ „Das klingt doch super, ich werde mein bestes tun ihn mit eurer Hilfe zu finden.“ Balthasar stand jetzt von seinem Stuhl auf und ging zusammen mit brendan nach draußen um den Firebug zu finden. Der Tag begann sich langsam zu verbessern. Ein Grinsen huschte über das gesicht des jungen Piraten als er in den Regen hinausging.
     
  4. Triane

    Triane Pirat

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    Matthew Gallagher wahr ein Notar, ein Anwalt, ein Mann des Rechts, Recht und Ordnung und Bürokratie. Solche Männer waren auf Float außerhalb der Marine eher selten, darum hatte Matthew immer gute Arbeit.
    Diese Arbeit befasste sich meistens mit einfachem Papierkram, Steuerangelegenheiten, das erstellen von Urkunden und Wertpapieren und Testamenten. So ein Testament sorgte schon gerne mal für Streit unter den Erben aber nur selten uferte das so aus wie zwischen den O'Malleys und den O'Sullivans. Dabei ging es gar nicht um so viel, das Problem war nur, dass beide Familien eine kritische Masse an Sturköpfen enthielten, das war zumindest Matthews Erklärung dafür.
    Er hatte schon daran gedacht sich einen Leibwächter für diese Zeit an zu schaffen und nun hatte er auch noch einen völlig gratis bekommen?
    Das Mädchen war nicht von hier, sie war noch erstaunlich jung und behauptete Arzt zu sein. Triane entsprach aber aus der Sicht von Matthew überhaupt nicht dem Bild eines Arztes, eher dem eines Rüpels und Schlägers. Sie war jedoch hartnäckig und nahm ihre Aufgabe ernst, sie folgte ihm auf Schritt und Tritt zusammen mit ihrem Wolf.
    Matthew war viel unterwegs, viele seiner Klienten konnten das Haus nicht mehr verlassen, darum musste er zu ihnen kommen. Triane war auch dabei immer bei ihm, das war mal eine schöne Abwechslung nicht immer allein unterwegs sein zu müssen, zudem konnte der weiße Wolf mit zwei Satteltaschen ausgerüstet die ganzen schweren Papiere und Akten von Matthew tragen, das war schon praktisch.
    Triane war auch ziemlich gesprächig und an dem was sie erzählte erkannte Matthew schnell dass ihr ein gewiss Maß von Naivität inne wohnte, zudem hatte sie ein Vertrauen in die Götter, wie man es hier sonst nur bei den Druiden fand. Eine weitere erstaunliche Fähigkeit dieses Mädchens war es, ständig was zum Essen dabei zu haben! Egal wo sie hingingen, Triane kaute auf irgendwas essbaren herum und langte bei den Hauptmahlzeiten immer noch kräftig zu.
    Sie schlief auch bei ihm! Oder besser gesagt auf dem Sofa unten im Büro. Natürlich läge es in der Natur vieler gesunder junger Männer solch eine Situation aus zu nutzen, aber Izumi, die Fähe an Trianes Seite, wachte über sie wie die Oberschwester in einem Nonnenkloster.
    Nach den zwei Tagen war ihm die blonde Göre schon irgendwie ans Herz gewachsen, es machte ihn schon fast traurig als sie zum letzten mal zusammen frühstückten.
    Matthew war noch dabei sein Frühstücksei auf zu schlagen, während Tria schon ihr zweites Brötchen mit Marmelade gegessen hatte.

    „Also heute ist diese Testamentseröffnung?“ Triane fragte das obwohl ihr Mund voll war.

    „Oh ja, ich bin froh wenn das vorüber ist.“

    „Und worum geht es dabei? Ich meine, da sind zwei Familien und die gehen sich an die Gurgel, das macht man doch nicht für nichts? Hatte der alte mann vielleicht eine riesige Speisekammer voll Fleisch!?“

    „Eigentlich nichts besonderes, die Großzahl der Vermögenswerte sind bereits verwaltet und schienen von Anfang an klar verteilt, Ersparnisse, Immobilienwerte, Kleingut und so weiter... es gibt da jedoch einen herausragenden Vermögenswert, ein Schiff.“

    „Ein Schiff?“

    „Ein Schiff.“

    „Aha?“ dabei griff sich Tria das nächste Brötchen „Warum soviel Ärger wegen einem Schiff?“

    „So ein Schiff ist ungemein Wertvoll, immerhin kann man auf dieser Welt nicht ohne reisen.“

    „Na ja, ich glaub das ergibt Sinn.“

    „Oh ja. So ein funktionstüchtiges Schiff kann nicht nur einen hohen Geldwert haben, es ist auch ein Statussymbol. Es bring Einfluss und kann als Geldquelle dienen, wenn man es vermietet oder für seine eigenen Zwecke nutzt. Na ja, ich nehme an, wer auch immer das Schiff bekommt, wird es einfach an die Marine verkaufen, die kaufen zur Zeit alles was sie umrüsten können.“

    „Wow, kein Wunder das Mütze so eines haben will.“ Triane überlegte kurz „Ich hab versprochen darauf auf zu passen, dass die Leute sich wegen diesem Schiff nicht gegenseitig umbringen.Jetzt verstehe ich wenigstens warum sie das tun würden... also wer soll das Schiff kriegen?“

    „Das kann ich dir nicht sagen... selbst wenn ich es wüsste, wäre es mir nicht erlaubt es jemanden zu sagen, das gehört zu meiner Arbeit. Darum ja das Testament, darin steht alles, es sind die letztens Wünsche eines Toten und die sollten respektiert werden.“

    „Oh, das kenne ich! Darum feiern wir auf Ren den Tag von Yang, an dem wir die Toten ehren und... aber ja doch!“ Triane sprang auf und schlug auf den Tisch. Matthew erschrak dabei sehr und fiel beinahe vom Stuhl. Izumi war das schon gewohnt und schnappte sich einfach nur mit geisterhafter Eleganz das Stück Wurst, dass dabei vom Tisch fiel. „Ich dachte Gaia hätte mich hierher gebracht, wegen dem ganzen Grün... aber in Wahrheit war es Yang. Und du bist einer seiner Boten.“ bei dem Wort „du“ setzte sie ihren Zeigefinger auf Matthews Nasenspitze.

    „Es tut mir leid, aber ich kenne niemanden mit diesem Namen.“ jetzt hatte Matthew schon ein wenig Angst vor Triane.

    „Aber es ist doch so klar, du arbeitest doch für die Toten“

    „Triane, dass ist nur ein kleiner Teil meines Berufs.“

    „Humbug!“ Triane nahm ihren Finger wieder zurück und setzte ihr Grinsen auf „Die Götter haben mich hierher geschickt... vielleicht... sind sie ja doch mit Mütze... Ich hätte es früher erkennen müssen, Immerhin ist Vicky ja das Ebenbild von Humpigie, dem Geist der Gewaltsam herbei geführten Tode.“

    „Ist alles in Ordnung bei dir?“ Der erste Schrecken war verflogen und so langsam sorgte sich Matthew ein wenig um Triane.

    Triane lächelte, sie nahm sich eine Serviette und wischte sich den Mund ab „Alles ist super! Ich hatte schon fast Angst, dass ich den Weg der Götter verloren hätte, dass Mütze vielleicht gar nicht in die richtige Richtung geht, aber wie es scheint bin ich aus einem guten Grund hier. Ich werde mein Wort halten und dabei helfen den letzten Wunsch der Toten zu erfüllen und den Weg nehmen, den Yang mir weißt.“ mit diesen Worten verließ Triane die Küche.

    Matthew folgte ihr etwas zögerlich und sah wie sie in seinem Büro die dunklen violetten Vorhänge vom Fenster zog und sich als Umhang um die Schultern warf. Zudem nahm sie einfach eine der Lykan-Masken von der Wand, die waren damals ein Geschenk von einem Jäger, dem er damit geholfen hatte Land für seine Jagt Hütte zu erwerben. „Bitte sei vorsichtig damit! Die haben einen hohen Emotionalen Wert.“

    „Die Stinken wie nasser Hund von innen.“

    „Streng genommen ist das ja auch nasser Hund von innen...“

    „Na ja... wenn ich als Bote für Yang, Gott der Toten, unterwegs bin, muss ich entsprechend gekleidet sein, also brauch ich eine Maske... das wird schon funktionieren.“

    Nach Zwei Tage Bekanntschaft kannte Matthew Triane gut genug um zu wissen, dass er nicht mehr genug Zeit hatte ihr das aus dem Kopf zu reden „Krieg ich meine Vorhänge und die Maske wenigstens wieder wenn wir fertig sind?“

    „Oh? Natürlich, ich bin sicher Yang braucht meine Dienste nicht lange.“

    „Fein... okay... aber wir müssen langsam los... bist du dir sicher dass du das anhaben willst?“

    „Ja natürlich.“ /Ich frag mich ob man mich so überhaupt erkennt?/
     
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  5. Lydia

    Lydia Pirat

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    Die letzten beiden Tage waren wie im Flug für die Kriegerin vergangen. Die Rettung durch Odi und Victor hatte Lydia nicht vergessen. Sie war den beiden dankbar und vor allem hatte die Rothaarige in diesem Moment verstanden, dass sie durchaus als Team funktionieren konnten und das gut. Das hatte für die Musikerin einiges verändert, sie war für ihre Verhältnisse deutlich weniger reserviert gegenüber Victor geworden, wenn man das denn konnte ohne ein Wort zu verlieren. Auch das spielen in der Bar hatte ihr gut getan und sie mit Freude erfüllt. Es tat gut, wenn sich Leute über das freuten, was man am liebsten tat. Das einzige was Lydia eigentlich auch aus ihrer Vergangenheit geblieben war. Musik, schön, sanft und voller Vertrautheit, die es vermochte für das Mädchen einen Moment lang, alles gut erscheinen zu lassen. Als wäre alles wieder in Ordnung. Bis sie dann der Schatten einholte. Doch Momentan ließ sich Lydia davon weder stören noch beeindrucken, das Leben war schön. Die Menschen hier waren nett und interessant, dass Essen war vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, aber mit Sicherheit besser, als alles was ihr Vater jemals gekocht hatte. Ja, sie genoss den Aufenthalt und blühte auch etwas auf. Schon lange hatte sie nicht mehr so viel gelacht und hatte Spaß unter Menschen gehabt. Es schien fast so, als sei Lydia für einen kurzen Moment wieder sie selbst, wie damals als ihre Welt noch heil gewesen war.
    Vergnügt ließ sich die Rothaarige vor der Kneipe in der sie aufgetreten war, auf eine Bank nieder. Sie legte den Kopf in den Nacken und starrte den Wolken nach. Die violetten Augen der jungen Frau leuchteten vor Freude dabei. Das Leben war so schön. Wieder einmal konnte Lydia nicht anders als an eines der vielen Lieder zu denken, die sie in ihrem Leben schon gehört hatte:

    "Drauß ist alles so prächtig, und es ist mir so wohl, wenn mein'm Schätzle bedächtig a Sträußele ich hol'.
    Mein Herzlein thut sich freue, und es blüht mir auch drin: Mai, im schönen Maie han i viel no im Sinn."


    Oh Moment, Lydia wollte sich doch eh noch einem bei Victor bedanken, wenn sie das schon nicht mit Worten hinbekam, warum sollte sie ihm nicht ein paar Blumen pflücken? Schien nach dem Lied ja ziemlich gut anzukommen! Da würde er sich bestimmt freuen und für Odi könnte sie ja auch noch einmal ein Sträußchen besorgen. Das Grinsen der Rothaarigen wurde noch breiter als sie von der Bank sprang und an Victor vorbei sprintete, woher der auch immer kam, sie konnte sich nicht daran erinnern, dass er da schon gewesen war, bevor sie den Kopf in den Nacken gelegt hatte. Naja wie auch immer, die Musikerin warf ihm im vorbei Laufen, noch immer bester Laune, eine Kusshand zu. Breit Grinsend fröhlich wirkend, als hätte ihr jemand erzählt, dass sie für den wichtigsten Musikpreis überhaupt nominiert wäre. Jap, heute war so ein Tag an dem Lydia die ganze Welt umarmen könnte. Der Chef hatte keinen Befehl gegeben bei Fuß zu bleiben, also konnte sie auch ruhig und gerne etwas streunen. Vor allem wenn sie ihren Lieblingsmenschen damit auch noch eine Freude machen konnte! Vielleicht sollte sie auch noch für den Rest ein Sträußchen mitnehmen. Oh, würde das toll werden!

    Eh' die Nacht noch zu Ende, eh' mein Schätzle erwacht, han i's Sträußle behende vors Fenster ihr bracht;
    und da lausch i von weitem und da freu i mi mit, wenn sie's find't und die Freude aus de Augen ihr sieht.


    Da war ein Seufzen von hinter Lydia zu vernehmen. Wollte Victor etwa mitkommen? Dabei sollte es doch eine Überraschung werden und bis spätestens zur Nacht wollte Lydia doch sowieso fertig werden. Immerhin gab der Liedtext das vor und alte Lieder hatten immer recht. Gab ja einen Grund warum die solange schon existierten. Wie auch immer die junge Frau gab noch einen Tacken mehr Gas, die Musikerin lief zielstrebig aus der Stadt hinaus und auf die nächsten Wiesen die sie finden konnte zu. Das Victor noch immer hinter ihr her dackelte war ihr dabei durchaus bewusst, aber vielleicht war sie ja so schnell, dass sie schon mal etwas pflücken konnte, damit sie es ihm in die Hand drücken konnte, sobald er da war! Die Schützin Pfiff fröhlich etwas, während sie auch schon die erste Blume erspähte. Da lohnten sich mal wieder die guten Augen der Schützin. Kaum hatte sie die Blume in den Händen schlug sie auch schon wieder einen Hacken und lief weiter, in der Hoffnung das Victor nicht sah was sie da trieb. Musste wohl für den Beobachter so etwas von aufgebrachten Kaninchen haben, wie sie da so durch die Gegend hoppelte, bei bester Laune. Der eine oder andere hätte sie wohl auch einfach für verrückt erklärt und naja die Rothaarige hätte es wohl auch niemanden verübelt. Immerhin wäre ihr, das eigene Verhalten von außen betrachtet wohl auch spanisch vorgekommen. Irgendwann schien es Victor zu Blöd zu werden, er ließ sich auf einer Steinmauer nieder, während Lydia ihren komischen Zickzacklauf noch etwas fortsetzte. Vielleicht war sie damit in etwa eine halbe Stunde lang beschäftigt. Ehe sie dann mit einem breiten Grinsen zu dem Schwarzhaarigen hindackelte und ihm ein kleines Sträußchen aus sechs weißen Blüten unter die Nase hielt. Dabei leuchteten ihre Augen vor Freude und an der Haltung der Piratin konnte man nur zu klar ablesen, dass er für ihn bestimmt war.
    Dann als sie gerade so da stand fiel Lydia die letzte Strophe des Liedes ein, soweit hatte sie davor mal wieder nicht gedacht:

    Wenn die Vöglein tun singe, frühmorgens zieh i aus;
    kann i's halt no verzwinge, hol's Schätzle ins Haus, und es wird sich schon mache, denn i mein's halt so gut;
    unser Herrgott, der wird mache, daß er z'samme uns tut.


    Oh je, da wurde Lydia rot. Dass das ein Liebeslied war, daran hatte sie vor lauter Freude über den Einfall gar nicht nachgedacht. Hoffentlich nahm Victor das nicht zu ernst und hatte nicht denselben Gedanken und Text im Kopf wie sie. Sonst konnte das ja noch unangenehm werden. Es war ja nicht so, dass sie sich in ihn verguckt hatte. Sie wollte ja einfach nur ihre Dankbarkeit zeigen. Oder? Wah was sollte den diese blöde Gedanke! Natürlich wollte sie sich nur bedanken und das tat man doch mit Blumen, oder? Die Gedanken der Rothaarigen begannen zu kreisen und sie hoffte einfach einmal, dass der jüngere sie aus der Situation herausreißen würde. Der musste ja so wieso etwas tun, entweder über ihre Blumen lachen, sie annehmen oder verdattert gucken. Irgendeine Reaktion musste da schon auftreten und dann konnte sie ihr verhalten daran ja ganz einfach angleichen. Das klang doch nach einem Plan, nach einem Lydia und damit auch Idioten sicheren.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. März 2019
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  6. Victor

    Victor Pirat

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    Was brachte ein Plan wenn sich niemand daran hielt? Hätte Victor jedes Mal wenn er sich diese Frage gestellt hätte in den letzten Wochen einen Berry bekommen wäre er unterdessen vermutlich einfach nur Stinkreich. Vielleciht setzte er seinen Standart auch einfach zu hoch an und es war nicht einer der Grundsätze eines normal funktionierenden Gehirns, dass man sich an eine Idee oder einen Plan halten würde. Zu oft schon wurden seine Pläne und Ideen von irgendjemand den er zu allem übel noch kannte durchkreuzt. So sollte es auch heute wieder soweit sein. Wollte er sich doch einfach nur ein Gesamtübersicht verschaffen bevor er in diese potentielle Falle sprang. Damit wurde wohl offensichtlich nicht so viel, als Odi Lydia ebenfalls entdeckte und ohne gross zu überlegen beschloss die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Und auch wenn Victor diese vorgehensweise nicht für elegant oder Sinnvoll erachtet hätte musste er zugeben, dass der direkte Weg scheinbar sehr gut zu klappen schien. Viel besser als er es sich ausgemalt hatte... Leicht an seinen Ideen zweifelnd kam ihm plötzlich der Gedanke, dass er sich vielleicht auch einfach mal weniger das Ziel setzen sollte alles im Blick zu behalten und einfach mehr ohne Nachzudenken handeln. Doch dafür war jetzt nicht der Punkt, Odi schien nämlich gerade den letzten Typen darauf auszurichten, dass er eine freie Bahn hatte. Es dauerte nicht lange dann hatte er diesen auch schon und ein paar Sekundenbruchteile drang sein kaltes Eisen bereits tief in das warme Fleisch des Geiselnehmers ohne dabei die holde Jungfrau zu gefährden. Ob sie wirklich jungfrau war, dass war dabei eigentlich recht egal vor allem wie konnte er das schon wissen?

    Nachdem die Lady nun auch Odi und ihn mit einem gezielten Wurf gerettet hatte, war für den Inquisitor eigentlich das Ganze abgeschlossen. Dabei hatte er aber die Rechnung ohne gewisse Person mit violetten Haaren gemacht, welche sich ohne eine Vorwarnung oder so, in seine Arme warf. Unvorbereitet wie er war sog er scharf die Luft ein und erwiderte dann automatisch nach einer kleinen Verzögerung die Umarmung, hingegen komplett verwirrt. Lydia war so ungefähr die letzte Person die erwartet hätte, dass sie ihn umarmen würde, so war ihre offensichtliche Abneigung bisher klar spürbar gewesen. Die Tatsache, dass er sie nun mit Odi zusammen aus einer ungünstigen Situation gerissen hatte, müsste eigentlich nichts sein, das Ihre Meinung so stark geändert haben sollte. Doch was wusste er schon von Frauen? Geschweige denn was Frauen wie aufnahmen und wie sie es verstanden, wenn man mal die leicht speziellen Umstände in Dark aussen vor liess. Trotzedem war er leicht perplex sich in dieser Situation wieder zu finden. Zum Glück gab es immer ein Mittel sich von Frauen und komischen Gedanken welche plötzlich in seinem Unterbewusstsein zu gedeihen begannen abzulenken, und dieses nannte sich Arbeit. Als sich Lydia dann auch noch Odi krallte war Victor bereits in den dunkleren Gassen der Stadt verschwunden. Es gab immer die eine oder andere Seele zu läutern und momentan brauchte er einfach einen Ort um seine Gedanken ein wenig aufklaren zu lassen.

    Doch bereits am Abend war er wieder in den normalen gefielden unterwegs, offensichtlich viel besser gelaunt und weniger verwirrt. Die Therapie schien geholfen zu haben, auch wenn man sich darüber streiten konnte ob es jetzt von einem gesundheitlichen Standpunkt her betrachtet wirklich eine gute Idee war oder nicht. Zum Glück gab es zu dieser Zeit noch nicht das sich work-life Balance nennen konnte. Ein wenig hatte es vielleicht auch damit zu tun, das er die Musik von Lydia auch genoss und gleichzeitig ein wenig ein Auge darauf warf, dass so etwas wie am Mittag nicht erneut passierte. Es war mit ein wenig logischem Denken anzunehmen, dass noch mehr Typen was von ihr wollten, und zwar weniger auf die nett romantisch gemeinte Art, sondern mehr auf diese welche Messer und gewisse rote Körperflüssigkeiten eine Rolle spielten. Ein anderer Teil spielte sicher die Tatsache, dass er bei seinen Streifzügen in die dunkleren Ecken der Stadt die einen oder anderen Bestandteile seiner neusten Spielzeuge gefunden hatte, so langsam nahmen die Pläne welche er zumindest theoretisch im Kopf hatte Form an und wenn es so weitergehen würde, dann hatte er bald alles zusammen um ein paar Prototypen zusammen zu basteln und mal zu sehen was dabei so rauskam. Mit Sicherheit versprach das explosiv zu werden. Interessanterweise verzogen sich seine Lippen in diesem Moment ein wenig zu einem lächeln. Vielleicht war er doch nicht ganz so hundert Prozent normal wie er immer angenommen hatte, aber egal wer brauchte das schon wenn man eine Aufgabe zu erledigen hatte. Da konnte man doch auch darauf achten, dass man Spass dabei haben konnte, oder war das zu viel verlangt.

    Ohne grosse Vorwarnung schoss plötzlich Lydia an ihm vorbei, so als hätte sie jemanden gesehen, von dem sie so schnell es ging abhauen musste. Victor war sich nicht ganz sicher, ob sie ihm effektiv eine Kusshand zugeworfen hatte oder ob das einfach nur seine Vorstellung in seinem Kopf war. In einer leichten Mischung aus Verwirrung und Ungläubigkeit, wie schnell sich gewisse Personen wieder in Schwierigkeiten bringen konnte, oder wie sie damit umgingen, stand er ebenfalls von seinem Platz auf und wollte gerade nachfragen, doch da war sie schon weg. Kurz legte er seinen Kopf zur Seite und aus seinem Nacken erkling ein leichtes Knacken, während er ein angenehmes Gefühl durch seinen Körper ziehen fühlte. Ein paar Sekundenbruchteile und ein leichtes seufzen später war er schon auf der Spur der Musikerin, welche direkt aus der Stadt hinaus zu wollen schien. Da er aber eine gute Sicht hatte, liess er sich ein wenig zurückfallen, und auch als Lydia schneller wurde, machte er keinen Ansatz schneller zu werden. Die Gefahr schien ja von hinten zu kommen, also musste er nicht auf ihr oben kleben und jeder ihrer Schritte überwachen. Aus einer gewissen Entfernung, sah er das sie einen Hacken schlug und die Richtung schnell änderte, aber ausser ihr konnte er niemanden sehen. Weshalber sich die Mühe einfach sparte und sich auf die nächst beste Steinmauer niederliess. Sie würde schon wieder hier vorbeikommen, wenn sie mit dem was auch immer sie machte fertig wäre. Wirklich schlau was sie nun genau machte wurde der junge Inquisitor aber nicht wirklich.

    Viel besser wurde es auch nicht als sie ungefähr eine halbe Stunde später mit einem Blumenstrauss vor ihm auftauche und mit einem lächeln und leuchtenden Augen recht klar machte, dass diese für den jungen de Vivar gemeint waren. Hart verwirrt wusste Victro zunächst nicht wie er genau reagieren sollte, er hatte es noch selten erlebt, dass jemand ihm etwas schenkte. Geschweige denn Blumen.... Normalerweise wurde es auf seiner Heimatinsel schon als Glück gewertet mal etwas grünes in der Natur zu finden. Der Fakt, dass sie diese speziell für ihn gesammelt haben musste, machte es nicht gerde sehr viel einfacher. Mit Frauen an sich hatte Victor kein Problem, solange es sich um etwas einfaches simples handelte und nichts das Gefühle oder so ins Spiel brachte. Das war ein Gebiet auf dem er sich echt nicht wohl fühlte. Dennoch war er irgendwie glücklich, dass sie sich die Mühe gemacht hatte und extra für ihn die Blumen gesammelt hatte. Es war schon fast so als könnte er sein Herz fester und schneller schlagen hören. Ein unangenehmes Zögern lag in der Luft, nichts das Victor mochte auch als Lydia dann plötzlich Rot wurde, machte es nicht wirklich besser. War da doch mehr dahinter als er angenommen hatte? Wenn er es von diesem Standpunkt betrachtete, dann ergaben auch die Umarmung und die Kusshand von zuvor Sinn. Konnte es vielleicht sogar sein, dass Lydia sich in ihn verliebt hatte? Nein das konnte nicht sein, sie war doch immer so reserviert gewesen und hätte ihn am liebsten vermutlich irgendwo umgebracht wegen der Geschichte mit Tria. Doch was sollte er jetzt machen? Victor war selbst recht planlos, jemandem die Kehle aufschlitzen, jemanden helfen ins nächste Leben über zu treten kein Ding, etwas in die Luft sprengen oder Informationen aus einer Person heraus zu bekommen auch kein Problem. Doch hier scheiterte jegliche Referenz die er aus seiner Vergangenheit hatte, was erwartete sie von ihm, wie hatte er zu reagieren, vorallem was wollte er selbst. Schlecht sah sie nicht aus und er hatte auch nicht wirklich gezögert sie zu retten als sie in Not war. Vielleicht hatte sei ja auch einen guten Charakter und es war nur alles eine Verkettung unglücklicher Zustände? Gedanken begannen in seinem Kopf herum zu spuken, als er mit einer leichten vorwärtsbewegung der Hüfte sein Gewicht so nach vorne verlagerte, dass er über die Kante der Steinmauer nach unten auf den Boden glitt. So stand er nun ein halber Kopf über dem von Lydia, welche noch immer mit einer Rötung im Gesicht dastand, vermutlich hatte sich in der Zwischenzeit diese auch auf das Gesicht des jungen Inquisitor ausgeweitet. Glücklicherweise hatte es weit und breit keinen Spiegel in welchem er sich jetzt selbst ansehen musste. Doch etwas musste jetzt geschehen und da sie nichts machen würde musste er wohl zu einer Entscheidung kommen. Ein kurzer tiefer Atemzug später sah er Lydia in die Augen, hob eine Hand und hielt sie ihr so hin, dass klar war das er ihr Geschenk annahm. Beinahe Zeitgleich legte er ihr eine Hand sanft um die Hüfte, zog sie ein wenig näher heran und wollte sie küssen. Nicht gerade die überlegteste Handlung geschweige denn die welche er eigentlich im Kopf geplant hatte, aber wie war es doch so oft, für was brauchte man einen Plan wenn sich eh niemand daran hielt, scheinbar hatte das jetzt auch schon einen effekt auf ihn. Manchmal war das Umfeld und die Personen mit denen man sich umgab doch von grösserer Bedeutung als man denken würde.

    Lydia blickte recht erstaunt zu Victor hoch, als er sie an der Seite berührte. Man sah der Rothaarigen an, dass sie damit wohl nicht gerechnet hatte. Das rot ihrer Wangen wurde noch einmal einen Ticken näher, als der junge Mann sich ihr annäherte. Es war nicht ihr erster Kuss, so war das nicht, aber mit der Reaktion hatte sie wieder gerechnet noch im Sinn gehabt. Dennoch, es missfiel der Schützin nicht. Ohne lange darüber nach zu denken ließ sie sich auf das Ganze ein. Noch immer verlegen erwiderte sie den Kuss, vorsichtig, vielleicht auch etwas scheu. War sie sich doch bei leibe nicht sicher, ob sich Victor da nicht gerade nur einen derben Scherz mit ihr erlaubte. Nach dem Kuss blickte sie verlegen zu dem etwas größeren Mann hoch, ihr Herz raste. Die Gedanken in ihrem Kopf fuhren sozusagen Karussell.

    Damit hatte Victor definitiv nicht gerechnet, als Lydia sich ein wenig anspannte, dachte er, sie würde sich aus der Situation lösen und zurückziehen. Doch das Gegenteil wurde anschliessend zur Realität, und der junge Inquisitor konnte schon fast sein Herz durch den Brustkorb schlagen hören, als sich ihre Lippen auf die seinen legten und er die sanfte Berührung fühlen konnte. In diesem Moment schalteten seine Gedanken ab und er wusste gerade nicht mehr was genau passiert war. Zuvor hätte er die Gedanken einfach abschalten und verneinen können, das hier war etwas das nicht ging. Es war passiert, und somit Realität geworden. Ohne wirklich realisiert zu haben, was gerade passiert war löste er sich ein paar Sekunden und genoss auf eine doch sehr ungewohnte Art, das doch warme Gefühl, welches ein leichtes verlegenes Lächeln auf seine Lippen zauberte.

    Für einen Moment stand sie wohl auch wie versteinert da. Rot, verwirrt und mit so einem komischen Gefühl in der Brust, dass sie so gar nicht zuordnen konnte. Nach einer gefühlten Ewigkeit, es mochten in Wahrheit nur ein paar Sekunden gewesen sein, setzte sich die junge Frau in Bewegung und umarmte Victor. Nicht fest, nicht bestimmt und auch nicht klammernd. Es durfte wohl am ehesten dankbar wirken, aber selbst da war sie sich in diesem Moment nicht sicher, sie war einfach nur verwirrt. Eigentlich hatte sie dass ja auch gar nicht verursachen wollen und dennoch löste so ein einfacher blöder Kuss in ihr so ein Chaos aus. Für eine kleine Weile stand sie da, so leicht an den Mann angekuschelt und am Grübeln. Was denn in diesem Moment nur mit ihr los war, so kannte sich die Jägerin selbst nicht. Aber es war ihr irgendwie auch schon nicht mehr unangenehm und für ihren Gefährten konnte es ja auch nicht so schlimm sein, oder? Immerhin war es er ja gewesen der sie geküsst hatte.

    Immernoch das Lächeln auf den Lippen war er recht überrascht, als Lydia ihn wieder umarmte und sich so in seine Obhut begab. Sanft legte er seinen Arm mit den Blumen um ihren Körper und drückte ihren Kopf gegen seine Brust, während er mit der anderen Hand sanft über ihren Kopf strich und einfach den Moment genoss. Viel nachdenken konnte er eh nicht, da würde später noch eingies auf ihn zukommen. Doch jetzt genoss er die nähe und auch das Vertrauen, welches Lydia ihm entgegen zu bringen schien. Noch nie hatte er so etwas in diese Richtung gespürt, auf Dark war es nie dazu gekommen, vorallem wahrscheinlich auch weil da ständig darauf geachtet werden musste nicht einer Intriege zum Opfer zu fallen. Doch hier draussen in dieser ruhigen Natur war so etwas wie Gefühle scheinbar kein Problem.

    Nach einer Weile löste sie sich dann von ihm. Blickte hoch und schenkte ihm ein Lächeln, dass nun vielleicht ein klein wenig unsicher wirkte, aber alles andere als aufgesetzt oder unglücklich. Freundlich bot sie ihm die Hand an, war wohl doch keine gute Idee für den Rest der Crew auch noch Blumen zu pflücken. Wer wusste, wer von denen alles dann auch noch schmusen wollte? Und bei dem Gedanken von Odi oder Triane abgeschmußt zu werden, da hielt sich die Freude irgendwie in Grenzen.

    Das lächeln erwiderte er sanft wenn auch ein wenig unsicher, dennoch freute es ihn, dass Lydia's lächeln aufrichtig wirkte und er auch bei ihr ein wenig der Unsicherheit entdeckte die er gerade selbst empfand. Als sie ihm dann die Hand anbot, war er zuerst wieder ein wenig verwirrt, auch das war etwas, dass er nicht kannte. Dennoch hatte er schon davon gehört. Es bisher aber als albernes Gerücht abgetan und wäre nie im Leben selbst auf die Idee gekommen. Das er selbst einmal in der Lage wäre hätte er sich früher an diesem Abend nie träumen lassen und vermutlich jeden ausgelacht wenn man es ihm gesagt hätte. Dennoch wenn auch mehr instinktiv als willentlich nahm er ihre Hand und ging so mit ihr zurück auf den Weg in Richtung der Bar. Während er sein Herz verfluchte, welches so laut schlug, dass es schon fast Lydia hören musste. Es würde wohl seine Zeit dauern bis sie zurück wären, wobei der junge Inquisitor nicht genau wusste ob dies ein Segen oder ein Fluch sei, auch wenn er es insgeheim doch ein wenig genoss und es nach ihm für immer hätte so bleiben können.
     
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  7. Odi

    Odi Pirat

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    Das leise Glöckchen erklang, als Odi mit der schweren Hantel auf seine rechte Schulter gestützt und ein wenig geduckt durch die Tür des Geschäfts. Auf mehrmaliges Klopfen hatte niemand reagiert und nun, da er im Verkaufsraum stand, schien es noch immer so, als wäre niemand da. „Hallo!? Ist hier jemand!?“ rief der Neununddreißigjährige durch die Stille und stellte sein selbstgebautes Trainingsgerät vorerst auf den Boden. Natürlich hätte er das Teil noch eine Weile problemlos mit sich schleppen können. Aber das Geschäft war nicht sonderlich groß und das Manövrieren daher mit einem derart überbordenden Gegenstand eher von Nachteil. Man will ja nicht der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen sein. Stattdessen schaute der Hüne sich ein wenig um, was denn überhaupt in diesem Laden verkauft wurde. Im Groben konnte er es sich ja vorstellen, da er gezielt nach einem Laden für Handwerksmaterialien gesucht und die Einheimischen ihn hierhin verwiesen hatten. Aber der Zimmermann wäre kein Zimmermann, wenn er nicht wüsste, dass nicht jedes Holz für alle Arbeiten genutzt werden konnte. Da war zum Beispiel dieses Material, das hier als Platten hochkant in Regalen aufbewahrt wurde. Dem Bärtigen war es nur in Form von kleinen Stopfen bekannt, mit denen Flaschen und Fässer verschlossen werden. Somit also genau das, was er brauchte. Ein Geräusch ließ den Braunhaarigen herumfahren und einen jungen rothaarigen Mann erblicken, welcher durch eine Tür am anderen Ende des Raumes trat. „Dia daoibh, mein Freund.“ grüßte dieser mit einem ungezwungen freundlichen Ausdruck im Gesicht. „Dia ... was?“ murmelte der Grünäugige irritiert, worauf der Fremde nur entgegnete: „Ah, ein Fremdling, innit? Dia daoibh ist ein Gruß.“ fügte dann aber hinzu: „Wie kann ich Ihnen helfen?“ und warf einen Blick auf die Konstruktion vor seiner Theke. „Ja... ich brauche eins von diesen Brettern und etwas, womit ich Teile davon zusammenkleben kann.“ sagte der Krieger, unsicher ob sowas überhaupt zum Verkauf angeboten wurde. „Haben Sie sowas?“ Einen Moment verstrich, in dem sich die beiden Männer bloß wortlos anschauten, unfähig die Gedanken des Anderen erkennen zu können. Schließlich lachte der Ladenbesitzer kurz auf und griff mit den Worten: „Selbstverständlich, das macht zusammen 593 Berry.“ ohne den Blick vom Bjarnisunder abzuwenden in ein Regal und stellte ein mit weißer dickflüssiger Masse gefülltes Glas auf den Tresen. Der Zimmermann griff unterdessen in seine Tasche und zog den Geldbeutel hervor, nur um mehrere Minuten darin rumzuwühlen und dann mit äußerst missmutigem Blick und den Worten: „Nimm Dir doch selbst, was Dir zusteht. Wie soll man denn bei den ganzen unterschiedlichen Teilen verstehen, was wieviel Wert ist?“ den ganzen Beutel auf den Tresen. Der Mittzwanziger schaute nicht schlecht, aber machte sich schließlich daran, das Geld vor sich auf die Holzfläche zu schütten und abzuzählen. Währenddessen fragte Odi: „Haben Sie hier eine Werkstatt, die ich kurz benutzen könnte?“, woraufhin der Rotschopf kurz aufblickte und antwortete: „Natürlich. Die Werkstatt steht jedem Kunden offen. Gehen Sie einfach durch die Tür, durch die ich eben reingekommen bin. Da werden Sie alles finden. Aber bitte räumen Sie alle Werkzeuge sauber dahin zurück, wo Sie sie herhaben.“

    Um eins vorweg zu nehmen: McCullen, so hieß der Besitzer des Ladens, hatte sich keinen Berry mehr genommen, als ihm zustand und im Nachhinein das restliche Geld zu Odi ins Hinterzimmer gereicht. Was er da sah verblüffte ihn ein wenig. Der Mann verbat sich selbst jegliche Vorurteile, musste sich aber dabei erwischen, dass er jemandem, der nicht wusste, wie man sein Geld zählt, derart hervorragend arbeiten kann. Der Bärtige war keine Viertelstunde im Zimmer gewesen, da war die Korkplatte bereits in gleichgroße Scheiben gesägt worden und er selbst saß gemütlich, runde Stücke herausschnitzend, auf einem Stuhl. Eine Weile beobachtete der Mittzwanziger seinen deutlich älteren Gast und kam schließlich mit diesem ins Gespräch über dessen handwerkliche Fähigkeiten. Frucht des Ganzen war, dass der Braunhaarige bis zur Testamentsvollstreckung bei ihm aushelfen durfte. Und zwar sah die Arbeitsverteilung so aus, dass Odi im Hinterraum die Bestellungen und Zuschnitte anfertigen sollte, während McCullen ständig im Verkaufsraum sein konnte. Im Gegenzug dazu hatte er dem Neununddreißigjährigen einerseits erklärt, worum es beim Geld ging, andererseits aber - nachdem der Bjarnisunder ihm von seiner Leseproblematik erzählt hatte - ebenfalls dort ein paar neue Seiten zum Bilderbuch hinzugefügt. Diesmal aber ohne Bilder, sondern direkt auf die Runen bezogen. Zwischendurch hatte der Krieger mit Hilfe der neuen Notizen den Weg zum Ort Testamentsvollstreckung gesucht und auch den Zeitungsartikel zu Tequila Wolf weitestgehend übersetzt. Gut, dabei hatte er natürlich tatkräftige Unterstützung. „Ich kann doch einen so hervorragenden Handwerker wie dich nicht mit unzureichenden Kenntnissen in die Welt zurücklassen, innit?“ war seine Begründung, wenn Odi mal wieder abwinken wollte, da ihm seiner Meinung nach schon genug geholfen wurde.
     
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  8. Brody

    Brody Piratenkapitän

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    Normalerweise wäre die Suche nach Aaron relativ einfach, schließlich war er mit seinen roten Haaren überall auf der Welt ein Blickfang. Nur leider befand sich Balthasar nun auf Float und da waren die roten Haare seines Crewmitglied nichts ungewöhnliches, sondern ein alltägliches Bild. Da hier in der Stadt auch keine Panik wegen einer Feuersbrunst ausgebrochen war, musste der junge Kapitän länger suchen als ihm lieb war. Der strömende Regen, gab einem keine weite Sicht, so dass man mühsam gefühlt jede Straße absuchen musste. In seinem Schlepptau hatte er auch den Vormund von Becky, die ein ähnliches Temperament zu haben schien wie sein Navigator. Auch wenn sein Anhängsel die Stadt wie seine Westentasche kannte so schmolz die Zeit bis zur Testamentseröffnung hin wie Butter an einem heißen Sommertag,

    Schließlich in einer kleinen Nebenstraße hatten sie endlich Erfolg. Doch der Anblick der sich Balthasar und seinem Begleiter bot war kein angenehmer. Aaron war von mehreren grobschlächtigen Männern umgeben, die ihn anscheinend windelweich prügeln wollten, währenddessen eine andere Gruppe die junge Rebecca O´Malley davontrug. Sein Navigator wehrte sich mit seinen Kicks und Tritten sehr erfolgreich gegen die Meute, so dass sich der junge Brody sicher war, dass diese bald alle auf dem Boden liegen würden. Der Wildfang jedoch war, zwar wild jedoch nicht stark genug sich gegen ihre Entführer durchzusetzen, so dass sich Balthasar beschloss ihr zu helfen. Schließlich musste er doch einem Fräulein in Not zur Hilfe eilen.

    „Halt dich zurück, ich erledige das“ rief er seinem Begleiter zu und fing an den Entführern nach zu laufen. Da diese schon etwas Vorsprung hatten. Jedoch konnte er mit großen Schritten Meter um Meter auf die Gruppe gutmachen, da sich diese mit der zappelnden Becky auseinandersetzen musste und deshalb nicht so schnell laufen konnten, wie sie wahrscheinlich wollten. Ruckzuck war der Pirat schließlich hinter ihnen und noch bevor sich der erste versah, hatte dieser eine Faust im Gesicht und fiel K.O zu Boden. „Was zur Hölle?“ rief einer der Entführer als sich Balthasar nun ihm zuwandte und ihn ein paar Schläge in den Bauch und ans Kinn verpasste. Währenddessen konnte sich Becky von einem ihrer Bewacher losreißen und rannte weg. Balthasar musste während des Kampfes ein paar Schläge und Tritte einstecken, stand jedoch schließlich als Sieger über den bewusstlosen Entführern. Er wollte sich gerade den Staub von seinen Schultern wischen, als ein großer Schatten hinter ihm aufragte. Einen der Schläger hatte er wohl übersehen, daher machte er sich gerade auf den Einschlag des Angriffs seinen Gegners, als dieser einfach umkippte. Dann sah er wer für den Knockout des letzten Entführers verantwortlich war, kein Geringer als der Vormund hatte diesen niedergestreckt.

    „Wir sind hier in Float, Straßenschlachten und vor allem Kneipenschlägerein gewöhnt.“ gab der ältere Mann als Erklärung ab. Der junge Brody grinste nur auf Grund seiner falschen Einschätzung über die Fähigkeiten des Mannes. Da die Schlacht geschlagen war, kam auch Becky aus ihrem Versteck hinter ein paar Kisten hervor. Und auch Aaron hatte seine Gegner besiegt und kam auf die kleine Gruppe zu. „Aaron kann das Erbe antreten, er ist tatsächlich ein wahrer O´Malley." sprudelte es aus dem Mund des Mädchen heraus. „Ja ich weiß, tut mir leid, dass..., Becky woher weißt du das ? „Hab ein Bild in einem alten Fotoalbum gefunden und es ihm gezeigt. Und jetzt versuche ich ihn seit gestern zu überreden das Erbe anzutreten und dann haben uns heute diese Schläger angegriffen.“ Sie plapperte wie eine Maschine und schließlich „Aaron nimm bitte das Erbe an.“ Dieser schien noch mit sich zu ringen, doch schlussendlich nickte er. Die Reaktion des Mädchens riss Aaron von den Beinen da ihn Becky stürmisch umarmte.
    Eine Glocke schlug drei Viertelstundenschläge, so dass der Vormund etwas nervös zum Aufbruch drängte da die Testamentseröffnung in einer Viertelstunde war.



    Unterdessen in den Räumen des Notars

    Etwa eine halbe Stunde vor Eröffnung des Testaments, kam die Familie O´Sullivan in die Räume des Notars und nahm an einer Seite des großen Tisches Platz, der extra für den heutigen Tages aufgestellt worden war. Mutter Clodag war mit all ihren Kindern gekommen, den Söhnen Ciaran, Sheamus und Kilian sowie den Töchtern Maya und Alice. An der Kopfseite des Tisches saß der zuständige Notar Matthew Gallagher und neben diesen stand eine Person mit Lykanmaske und einen geblümten Vorhang. Der Notar war eigentlich als sehr rationaler Mann bekannt, daher verwunderte es die O´Sullivans doch sehr, dass sich dieser mit so einer absonderlichen Gestalt abgab. Wahrscheinlich war dies dem Stress der letzten Tage geschuldet oder er wurde einfach verrückt. Den Wolf der unter dem Tisch schlief hatte die Familie dabei noch gar nicht bemerkt.

    Alle Blicke waren nach einer kurzen Begrüßung auf die Standuhr im Raum gerichtet und mit jeder Minute die verstrich wurden die Gesichter der Familie immer siegesgewisser, schließlich hatten Sie den möglichen Kontrahenten von ihren angeheuerten Schlägern ausschalten lassen. Dennoch zogen sich die Minuten wie Gummi, sowie wenn an einem sonnigen Arbeitstag, den man im Büro verbracht hatte, die letzte Stunde scheinbar nicht enden wollte. Der klöppel der Standuhr schwang im Takt der Sekunden hin und her. Schließlich war die letzte Minute vor der Testamentseröffnung angebrochen und die Gesichter der Familie entspannten und sie schauten zum Notar, und warteten das dieser endlich den Umschlag mit dem Testament eröffnete.

    Mit dem Stundenschlag sowie der Stand- und gleichzeitig der Kirchturmuhr, begann Matthew Gallagher. „Herzlich Willkommen zur Eröffnung des Testaments von Odrahn O´Malley, wie ich“ sehe hat sich die Familie O´Sullivan hier eingefunden, von Seiten der Familie O´Malley ist.“ "Auch ein Volljähriger anwesend“ tönte es als die Doppeltür des Büros aufflog und vier klatschnasse Personen hereinkamen.
     
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  9. Aaron

    Aaron Pirat

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    Warum konnte das Schicksal dieser Welt ihm zur Abwechslung nicht mal etwas Schönes bringen? Frauen, die sich ihm um den Hals warfen, zum Beispiel. Oder ein großes Feuer, um das er nackt tanzen konnte. Warum musste es ihn immer in diese unausweichlichen Situationen bugsieren, wie dieser Schlägerei in der er sich befand. Er hat sie ja nicht mal angefangen! Diese hässlichen Männlein waren einfach so aufgeschlagen, so mir nichts, dir nichts. Lieber hätte er sich von hübschen Frauen schlagen und zu Boden drücken lassen, als sich mit nach Schweiß stinkenden Fremden zu prügeln. Aaron wusste nicht, wie er wieder in diese Situation kam, doch überlegte er nicht zweimal, als die Schläger nach Becky langten.
    Der Erste lag schon nach einer Kopfnuss flach. Den Zweiten schaltete er mit einem gezielten Roundhouse-Kick aus. Doch es waren zu viele. Das Kreischen der Frau, die er eigentlich beschützen wollte, klingelte ihm in den Ohren und er spuckte dem Hänfling vor ihm ins Gesicht, bevor er ihm das Knie in den Bauch rammte. Der Firebug griff nach dem Hemd des Entführers, doch bekam er es nicht zu fassen – da traten schon die nächsten an Aaron heran. Sie warfen ihn zu Boden, traten nach seinem Gesicht und einer landete einen perfekten Treffer in seine Lungen.
    Er wusste nicht mehr genau, wie er sich aus der Affäre geprügelt hatte, doch plötzlich stand nur noch er auf der verlassenen Straße. Seine Nase blutete und ihm war übel. Stolpernd rannte er ans Ende der Straße. Die gleiche Richtung, die seine Verfolger genommen hatten. Und da stand sie – in Begleitung. Aaron würde diese Mütze unter tausenden wieder erkennen.
    Er schon wieder.
    Der Rothaarige wollte etwas sagen, doch Becky plapperte in einer Tour und ließ ihn nicht zu Wort kommen.
    „Aaron, bitte nimm das Erbe an.“
    Der Navigator schluckte. Es fühlte sich so an, als würde man ihm eine schwere Kiste in die Hand drücken. Er solle darauf aufpassen und sie ja nicht fallen lassen. Das war ihm zu viel. Diese Verantwortung wollte er nicht tragen. Sie sollten ihn da raus lassen, dachte er. Es war ihm nicht vergönnt, irgendetwas zu besitzen. Vor allem dann nicht, wenn der Mützenträger seinen Vorteil daraus schlug. Brodys Blick war vielsagend.
    Der Kloß in seinem Hals wollte nicht verschwinden, bis Aaron das Foto wieder einfiel. Das Foto, das er von Becky bekommen hatte und nun in seiner Brusttasche steckte. Genau an seinem Herzen.
    „Dein Vater wäre der eigentliche Erbe gewesen.“ Beckys Worte hallten laut in seinen Gedanken nach.
    Nach einer geraumen Zeit nickte der Firebug. Erleichterung machte sich breit. Außer bei Aaron. In ihm brodelten heiße Nadeln.

    „Herzlich Willkommen zur Eröffnung des Testaments von Odrahn O´Malley, wie ich sehe hat sich die Familie O´Sullivan hier eingefunden, von Seiten der Familie O´Malley ist -“ „- auch ein Volljähriger anwesend“, beendete Aaron den Satz, so theatralisch wie möglich. Das rote Haar hing ihm klatschnass in der Stirn und im Nacken. Seine Begleiter sahen nicht besser aus. Seine Schuhe quietschten mit jedem Schritt, den er auf dem frisch gewachsten Holzboden machte. Erst vor dem wuchtigen Schreibtisch des Notars machte er Halt. „Mein Name ist Aaron O´Malley. Sohn von Baruum O´Malley und Samantha O´Malley, geboren Heat. Ich bin der rechtmäßige Erbe dieses Schiffes.“
     
  10. Triane

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    Der Wille der Toten war meistens sehr simpel, die Toten wollen in der Regel nämlich nur Ruhe, daher glaubte Triane immer, dass es recht einfach wäre dem Gott der Toten zu dienen. Wenn jedoch die Toten tatsächlich noch ungeklärte Angelegenheiten zu Regeln hatten, schien diese Aufgabe ganz schnell in echte Arbeit auszuufern!
    Triane trug ihren Umhang und eine Maske und dachte eigentlich sie wäre bereit für diese Aufgabe.
    Der Raum den sie betraten erinnerte Tria ein wenig an die Speisekammer im Kloster, er war sehr groß und ein langer Tisch stand darin, nicht lang genug für alle Waisenkinder und Mönche um daran zu essen, aber länger als der normale Durchschnittstisch. Es gab auch eine große Standuhr, mit einem Pendel und lautem Tick-Tack-Geräusch und einige schicke Ölgemälde an den Wänden. Matthew hatte sein Büro schick herrichten lassen für den heutigen Anlass.
    Izumi schien die Form des Tisches auch gleich wieder zu erkennen und legte sich darunter, vielleicht in Hoffnung ein paar Speisereste zu ergattern, oder einfach nur weil es sich dort gut liegen ließ? Tria würde beides verstehen können und hätte sich vielleicht dazu gelegt, wenn sie nicht wichtigerere Aufgaben zu erledigen hätte. Sie war hier um dem Anwalt bei der Erfüllung der Wünsche der Toten zu helfen, darum hatte Yang sie ja hier her geschickt und wenn einer der sieben Götter eine Aufgabe für dich hat, dann musst du alle anderen Bedürfnisse bei Seite schieben, fürs erste.
    Matthew hatte Triane erzählt was hier passieren sollte, im großen und ganzen gab es zwei Parteien, die wohl Anrecht auf das Haupterbe hatten. Die eine Partei war die O'Sullivan Familie, die waren wohl vemutlich für die vorhergegangenen Angriffe auf Matthew verantwortlich, aber man konnte ihnen nichts direkt nachweisen, darum waren sie nicht vom Erbe ausgeschlossen. Die O'Sullivans waren bereits eine halbe Stunde vor der Verlesung da, natürlich wollten sie überpünktlich sein, denn wer nicht pünktlich zur Testamentsverlesung da war, der fiel automatisch raus.

    "Und wer ist das?" Die Stimme von Mutter Clodag klang jetzt schon etwas generft. Sie beäugte Triane mit dem geblühmten Umhang und der Lykan-Maske misstrauisch.

    "Nachdem meine Sicherheit mehrfach in den letzten Tagen bedroht war, habe ich mich dazu entschlossen für zusätzliche Sicherheit zu Sorgen." Antwortete Matthwer erstaunlich ruhig.

    "Der iss abba nich von hier." fiel es einem ihrer Kinder aus dem Gesicht.

    "In der Tat... aber das ist auch nicht Teil unserer heutigen Zusammenkunft, sie sind etwas früh drann... also setzen sie sich doch, wollen sie vielleicht etwas Tee oder Kaffee?" Matthews Stimme hatte eine entwaffnede Freundlichkeit an sich und eine bestimmende Ruhe, konnte er vielleicht nur so sicher reden weil Tria anwesend war? Oder wollte er extra mutig erscheinen weil diese Versammlung so wichtig war?

    Entgegen dem, was Tria von dieser Familie gehört hatte, wussten die O'Sullivans auf erstaunliche Art und Weise ihre Geduld zu zeigen, vermutlich aber auch nur weil ihre Mutter dabei war. Einer ihrer Söhne spielte dennoch die ganze Zeit über mit einem großen Messer herum. Wäre Triane eine argwöhnige Person gewesen, hätte sie vielleicht das verschlagene Grinsen einiger O'Sullivans deuten können, dass sie irgend einen fiesen Plan hatten. Aber Tria sah hier nur eine Bande von fröhlichen Leuten, die in Gedanken vielleicht schon auf ihrem Schiff eine kleine Reise machten, das war doch nett?
    Die Zeit mit dieser Familie im Raum schien viel langsamer zu vergehen als gewöhnlich, allerdings verging die Zeit für Tria immer schmerzhaft langsam wenn sie einfach nur still stehen musste. Darum lief sie noch etwas durch den Raum, sah sich um und versuchte einfach nur diesen Drang zu bekämpfen rum zu springen und los zu quaseln.

    Die Familie O'Sullivan sah das natürlich ganz anders, wer auch sich da auch immer unter diesem lächerlichen Umhang und der Maske versteckte, der musste sein Spion der O'Malley Familie sein, vielleicht sogar ein Attentäter? Wie sich diese Person durch den Raum stahl und wie die kleinen gierigien Augen hinter der Maske Clodag und ihre Kinder durchleuchteten! Das konnte doch nur ein O'Malley sein!
    Die Stimmung erreichte den Gipfel der Anspannung als Standuhr erklang. Tria nahm schnell ihren Pflichtbewussten Platz an seiner Seite ein, anscheinend war die andere Partei nicht erschien, also würde das ganze Stillstehen und Schweigen jetzt bald ein Ende haben.

    "Herzlich Willkommen zur Eröffnung des Testaments von Odrahn O´Malley. Wie ich sehe hat sich die Familie O´Sullivan hier eingefunden, von Seiten der Familie O´Malley ist“

    "Auch ein Volljähriger anwesend“ Vier nasse Gestallten hatten im aller letzten Augenblick die Türen zum Raum aufgestoßen. Zuerst nerfte Tria das ganz schön, denn das hieß eindeutig, dass die ganze Sache hier noch einige Zeit länger gehen würde, aber dann erkannte sie zwei von denen wieder /Das sind ja Feuerlocke und Mütze! Was machen denn die beiden hier?/ Das musste doch einfach ein Zeichen der Götter sein, oder!?

    „Mein Name ist Aaron O´Malley. Sohn von Baruum O´Malley und Samantha O´Malley, geboren Heat. Ich bin der rechtmäßige Erbe dieses Schiffes.“ /Ach sooo war sein Name, Aarmon Marmelade! Nein halte, das hat er nicht gesagt! Verdammt!/

    "Bullshit!" Der mit dem Messer stand auf und hatte seine Waffe gehoben, Tria stand jedoch sehr nahe bei ihm und sobald sie das blanke Metall im Sonnenlicht aufblitzen sah, griff sie die Hand des O'Sullivan und rammte die Klinge in die Tischplatte um sie dort zu halten. Der O'Malley sah Tria direkt in die Augen, die durch die Lykanmaske natürlich in den Schatten lagen, das wirkte bedrohlich und zudem klang ihr Knurren tatsächlich wie dass eines echten Wolfes! Dass dieses Knurren aber eigentlich von unter dem Tisch kam, fiel ihm dabei nicht auf.

    "Lass gut sein." Meinte die Mutter ruhig und ihr Sohn ließ das Messer wieder los, woraufhin auch Trias Finger sich wieder lösten und sie wieder einen Schritt zurück machte. "Ich hab den Bengel da noch nie gesehen, woher sollen wir wissen, dass er wirklich der ist, der er behauptet zu sein?"
     
  11. Victor

    Victor Pirat

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    Der Abend war noch schön gewesen, dennoch war auch irgendwann der Zeitpunkt gekommen, an welchem auch ein Inquisitor ein wenig ruhe brauchte. Gerade wenn der Ruhe ein paar Stunden des Austreiben von Seelen vorangegangen war, dann erst recht. Nicht umsonst war diese eine äusserst anstrengende Tätigkeit, doch auch Victor musste sich diesem Ritual unterziehen, wenn er seine Position behalten wollte. Und das wollte er unbedingt. Nicht viel später war anschliessend erschöpft in einen entspannten Schlaf gesunken.

    Am nächsten Tag, hatte er zwar vielleicht möglicherweise ein wenig verschlafen, dennoch war niemand von den Leuten die er kannte irgendwo auffindbar, so sehr er sich auch bemühte jemanden zu finden. Nicht mal Tiara war in Sichtweite und das war schon beinahe so als würde es schwarzen Schnee schneien. Mal abgesehen von der Asche auf der Mondinsel. So beschloss er halt einfach weiter seiner Bestimmung nachzugehen. Hier und da ein paar Fragen zu stellen und dann das beste daraus zu machen. Wofür hatte man schliesslich eine göttliche Leitung wenn man sie nicht ab und zu gebrauchen konnte. So wie es der Zufall jetzt wollte, stand er knapp eine Stunde und 4 kaputte Türen später vor einer fünften. Hinter der sich scheinbar irgendeine Testament-Geschichte abspielen sollte. Auch etwas sehr eigenartiges, und für den jungen Inquisitor eher etwas ungewöhnliches. In Dark, wollte man den Feind nicht unbedingt auf die Spur der eigenen Familie und freunde locken, sondern eher möglichst keine Hinweise auf eine Angehörigkeit zurücklassen. Man konnte allerdings auch gut dafür argumentieren, dass die Umstände auf der Mondinsel vermutlich nicht gerade dem entsprachen was sonst in der Welt so an Bräuchen und Sitten gepflegt wurde. Jedenfalls stand er nun vor einer Türe bereit diese einzutreten, was auch genau in der nächsten Sekunde geschah, und er scheinbar zu einem unpassenden Zeitpunkt in den Raum eintrat.

    Jedenfalls liess sich das aus dem Messer heraus schliessen, welches scheinbar erst vor kurzem in den Tisch gebohrt wurde. Nicht gerade das was er erwartet hatte, wenn er den Unterschlupf eines Satanisten ausheben wollte. Aber man musste halt nehmen was so da war. "Sorry, ich habe mich wohl in der Türe geirrt...." lies er mit einer leicht gleichgültigen Stimme verlauten. Es war ja erst die fünfte heute, aber das musste ja niemand wissen. Er wollte gerade schon wieder gehen, als er dann zuerst Aaron sah und dann auch Brody, scheinbar war er wohl doch nicht so falsch wie er gedacht hatte. Eine Ahnung was hier genau lief hatte er dennoch nicht wirklich, wenigstens war er jetzt aber an der richtigen Stelle. Das noch weiter seeehr skurrile Figuren im Raum anwesend waren verwunderte ihn allerdings auch nicht weiter. Denn vermutlich war das so irgendein Ritual, welches auf dieser Insel wohl oder übel dazu gehörte. Da konnte er seine Manieren doch nicht einfach so vergessen. Mit einer kurzen Bewegung winkte er Brody und Aaron zu, während er sich einen Stuhl im Raum schnappte und sich auf diesem mit den Worten: "Beachtet mich gar nicht, ich möchte hier euer Totenritual nicht wirklich stören," niederliess. Immerhin hatte auch er einen beträchtlichen Respekt für die aus der Welt geschiedenen. Und in der Regel waren es an den Orten, an welchen er auftauchte bald ein paar mehr. Wobei er natürlich daran garantiert nicht beteiligt war, in seiner Anwesenheit hatten die meisten Sünder nur so das unbändige Verlangen sich durch die Reinigung ins nächste Leben zu stürzen. Dementsprechend fügte er noch an: "Wenn ihr mich braucht, ich bin hier drüben," wobei er kurz die Hand hob "Aber versucht euch bitte nicht sofort umzubringen, ich habe noch ein wenig Muskelkater von gestern." Wobei er unschuldig entschuldigend lächelte, so hatte er sich gestern den nächsten Tag auch nicht vorgestellt, mitten in einer Totenfeier, und das wo er am Vorabend doch eher einen anderen Vorbotten kennen gelernt hatte.
     
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  12. Odi

    Odi Pirat

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    Irgendwo im Gebäude
    Rastlos durchstreifte eine junge Frau die zahlreichen Gänge des Notariats, unsicher, ob sie ihr Vorhaben tatsächlich umsetzen sollte und konnte. Es war dieser Herr, welchen sie ein paar Tage zuvor bei McCullens Handwerksladen getroffen hatte, der ihr nicht mehr aus dem Kopf ging. Aber warum das so war, konnte Anastasia nicht sagen. Immer wieder ging sie dessen Einkäufe durch, „Seile... Klebeband... Kabelbinder...“ als ob dahinter ein bestimmter Code verborgen wäre, obwohl es ihr bereits beim Gedanken daran ein leichtes Lächeln ins Gesicht malte. Schließlich, eine gefühlte Ewigkeit später, nahm sich die Einundzwanzigjährige ein Herz und klopfte an die Tür mit dem Namensschild Christian Grey.

    Büro des Notars
    Einige Sekunden nachdem Victor den Raum betrat, polterte auch Odi durch die aufwendig gestaltete Holztür. Er war ein wenig außer Atem und brauchte eine Weile, um zu registrieren, wer alles im Raum war. Da waren Clodagh und ihre Familie sowie vier Leute, die der Neununddreißigjährige noch nie gesehen hatte. Zwei alte Männer, von denen sicher einer dieser Notar war, eine rothaarige Frau die sicher diese Erbdiebin, Rebecca O’Malley, sein, von der Clodagh gesprochen hatte. Aber wer war die Frau mit der eigenartigen Maske und dem hässlichen Umhang? Und noch viel wichtiger, warum waren Brody, Victor und Aaron hier? Das alles ergab einfach keinen Sinn. Deswegen ging der Hüne zielstrebig auf die alte Frau zu - Ciaran und Seamus stellten sich ihm instinktiv in den Weg, wobei sich Seamus auch gleich vor Ciaran schob - und erklärte sein Zuspätkommen mit lauter Stimme: „Wie schafft ihr alle es eigentlich vor mir hier zu sein? Diese Straßen sind das reinste Labyrinth!“ und fügte etwas leiser hinzu: „Kann ich hier noch irgendwas ausrichten? Wer sind alles die Feinde?“ Diese antwortete mit künstlichen Tränen in den Augen sowie einem mit der rechten Hand vors Gesicht gehaltenen schwarzgepunkteten Stofftaschentuch: „Es ist zu spät... dieses Flittchen... hat so einen rothaarigen Taugenichts überredet... sich als ihren Bruder auszugeben. Zweifellos hat sie ihm mit unmoralischen Argumenten den Kopf...“ brach dann aber in übertrieben gekünsteltes Schluchzen aus. Das wäre aber nicht mehr nötig gewesen. Der Bärtige hatte seinen Blick bereits drohend auf den O’Malley gerichtet und bewegte sich langsam auf diesen zu. Kaum war der Braunhaarige nah genug ran, dass sich ihre beiden Nasen beinahe berührten, stieß er mit nach Zigarrenrauch und zu trockenem Hammelfleisch stinkendem Atem hervor: „Ich will Dich nicht verletzen, Aaron. Stell klar, dass Du gekauft bist und verschwinde.“ Dieser sah ihn aber nur mit fragendem Blick an und entgegnete: „Wovon redest Du eigentlich? Bist Du jetzt völlig verrückt geworden?“, bevor ihn zwei unglaublich muskulöse Arme packten und durch das geschlossene Fenster rausschmiss. Ohne noch großartig Diskussionen mit den Umstehenden zuzulassen sprang er ihm hinterher und landete mit einem ordentlichen Knall in den Knien ein Stockwerk tiefer auf der Straße, wo ihn sein Gegner bereits mit einem gezielten Fußtritt erwartete. Dieser schickte das Grünauge mit unglaublicher Wucht durch das nächstbeste Fenster in ein Büro, wo gerade irgendwas Schräges vor sich ging. Eine halbnackte Frau war mit Kabelbindern an einen massiven Schreibtisch gefesselt und ein Mann stand mit runtergelassenen Hosen hinter ihr, der ihr mit seinem Gürtel große rote Stellen auf dem Hinterteil zugefügt hatte. Das interessierte den Krieger aber nicht. Diese Sache musste zuende gebracht werden. Also brach er die verschlossene Tür aus den Angeln und stellte sich unten an die Treppe, die Aaron hochsteigen musste, um wieder zu den Anderen zu kommen. Vorausgesetzt, der Navigator würde nicht von außen zurück in das Büro einsteigen.
     
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  13. Brody

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    Mal wieder schien es als hätten alle um ihn herum den Verstand verloren. Sie waren gerade rechtzeitig bei der Testamentseröffnung erschienen, als der Trubel losging. Die geschockte Gesellschaft, die das sicher geglaubte Erbe verschwinden sahen, hatte kaum Zeit sich zu Sammeln. Da kurz nach dem Auftritt von Aaron, Rebecca, deren Vormund und Balthasar, Victor in den Raum platze. Seine Andeutungen über den Totenbrauch hier auf der Insel, ließen Balthasar grübeln. Soweit er wusste, war es auf den meisten Inseln im East-Blue Gang und Gäbe, dass man eine Testamentseröffnung nach dem Tod einer Person machte um ihren weltlichen Besitz unter die Erben zu bringen. Er musste zugeben, dass er noch viel zu wenig über seine Mitstreiter wusste. Eine Crew konnte jedoch nur funktionieren wenn man zumindest in Teilen wusste, wie jemand tickt und welche Gedanken ihm wohl derzeit im Kopf herumspukten. Aber Victor war in der Situation gerade nicht das Problem, da sich dieser einfach einen Platz suchte und darauf Platz nahm. Das Problem war gerade Odi, der einen ähnlichen Auftritt hinlegte wie die kleine Gruppe um den jungen Brody kurz vorher. Nach einer schlechten Schaupieleinlage der alten Vettel am Tisch, flog seine Chance auf ein Schiff geradewegs durch das Fenster des Notariats. Der hünenhafte Odi folgte seinem Wurfobjekt auf dem Fuße. Der junge Kapitän atmete einmal tief durch, während woanders noch einmal das Splittern von Glas zu hören war. Warum konnte nicht einmal, etwas so laufen wie geplant? Warum zog sein neuer Navigator, immer wieder den Zorn älterer Männer auf sich? Erst die Schlägerei auf der Silberschwan, bei der fast das Schiff abgefackelt wäre und jetzt das. Wie hatte er Odi so auf die Palme gebracht, dass dieser in durch mehrere Fenster beförderte?

    Oder war der alte Nordmann nur auf die Schaupieleinlage der alten Frau hereingefallen. Zuzutrauen wäre es ihm ja, er schien zumindest nicht die hellste Kerze auf dem Kuchen zu sein. Das war jetzt egal er musst was unternehmen, damit er bald ein Schiff besitzen konnte um die Weltmeere zu bereisen. Also fasste er kurz entschlossen einen Notfallplan. Zum Notar gewandt sagte er. „Fangen sie ruhig mit der Testamentseröffnung an, Brendan und Victor hören sich das gewiss an. Ich hole in der Zwischenzeit den wahren Erben zurück“ In Gedanken fügte er ein 'mal wieder' an seine Aussage an. Zur alten Vettel sagte er: „Ihre Schauspielkünste müssen sie noch verbessern, das reicht noch nicht mal für das Gossentheater in Loguetown. Aaron ist übrigens nicht der Bruder von der hübschen Becky, sondern ihr Cousin.“ Über diese Frechheit regten sich die anwesenden O´Sullivans natürlich. Die Gesichtsfarbe der alten Frau änderte sich in ein schönes purpurrot, ihre Söhne sprangen von ihren Stühlen auf und wären dem jungen Brody wohl gerne an die Kehle gesprungen.


    Meine Herrschaften, ich darf doch sehr bitten. Hier geht es doch um eine ernste Angelegenheit“ Der Notar versuchte wieder Ordnung in das vorhandene Chaos zu bringen. Er gab seinem Leibwächter ein Zeichen sich um eventuell übergriffige Personen zu kümmern.


    Diese Zeit der Ablenkung nutzte Balthasar um aus dem Fenster zu springen um seinem Navigator und seinem Wikinger zu folgen. Unten angekommen musste er nur kurz suchen um Aaron zu finden. Dieser lag in einem Büro wo anscheinend gerade was anzügliches vor sich ging. „Weitermachen, ich brauch nur den jungen Mann hier.“ Die Beiden guckten nur verduzt, sie wussten gerade nichts mit der Situation anzufangen. Er half Aaron auf die Beine. Doch diese Aktion bereute der junge Brody sofort, da ihm sogleich die Faust des Rothaarigen traf. Den Blick den dieser draufhatte, war ihm noch gut vom Casinoschiff in Erinnerung. Da musste er dieser auch erst von jemanden windelweich geschlagen werden, bevor er zur Besinnung kam. „Ich kann dich gut verstehen Aaron, ich würde dem alten Mann auch gerne eine mitgeben, aber es gibt jetzt Wichtigeres zu erledigen.“ Mit diesen Worten schnappte er seinen Gegenüber und warf ihn nach einer schnellen 360° Drehung nach oben durch das zerstörte Fenster des Notars, bevor dieser etwas dagegen unternhmen konnte. „Wenn Odi was dagegen hat, werde ich mich um ihn kümmern.“ rief er nach oben. Sein Blick fixierte den alten Nordmann, er war gespannt was dieser machen würde.
     
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  14. Triane

    Triane Pirat

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    Auf Ren starben auch Leute und auch im Kloster auf Ren starben Menschen und sich um ihren Nachlass zu kümmern war eine heilige Aufgabe, allerdings auch eine sehr einfache Aufgabe, da Mönche in ihrem Leben nicht viel weltlichen Besitz anhäufen.

    Triane erinnerte sich, einmal durfte sie Mönch Nakamura dabei helfen den letzten Willen eines Menschen zu entsprechen. Ein Hafenarbeiter war damals gestorben und er hatte sich gewünscht das die Trauerfeier und die Verlesung des Testament von den Mönchen ausgeübt wird. Das war für die Mönche auf Ren eine große Sache. Yin war der Gott der Toten und ihm zu ehren gab es einige Rituale die hier zu beachten waren.
    Triane war damals noch zu jung und durfte nicht dabei sein, als die Mönche die Leiche des Hafenarbeiters vorbereiteten, aber sie las später alles nach. Das wichtige war die Andacht und die Testaments Eröffnung, es fand im großen Hauptraum statt. Alle Mönche trugen ihre besten Roben und auch Triane musste saubere Sachen anziehen und sich baden und Izumi musste auch gebadet und gestriegelt sein. Dem Wunsch des Toten entsprechend waren auch seine Verwandten und Freunde da, alle in ihren Besten Sachen. Triane fand das alles mächtig langweilig, aber sie hatte die wichtige Aufgabe bekommen die Kerzen während der Andacht zu entzünden und danach wieder zu löschen, darauf war sie sehr stolz.
    Mitten in der Andacht damals kam ein betrunkener Mann rein gestürmt, heulend und schluchzend schwenkte er die Weinflasche in seiner Hand und befleckte den heiligen Boden, er stieß die schlimmsten Beleidigungen aus und drohte den Anwesenden mit Mord und Totschlag… und das tat er alles vor Big Jim, dem Vorarbeiter des Hafens, der auf keinen seiner Freunde ein schlechtes Wort komm ließ. Jim hatte schon auch geringerem Anlass aus dem Gesicht eines Mannes Gulasch gemacht und nun war er aufgestanden und zu dem pöbelnden Mann herüber gegangen und hatte ihn umarmt. Tria verstand das alles nicht, dieser Mann hatte doch den Toten beleidigt und die Andacht gestört?

    „Trauer und Demut sind die Geschenke die Yin uns macht“ erklärte Mönch Nakamura ihr damals „Diese Geschenke will Yin uns allen bringen, aber jeder nimmt dieses Geschenk anders an. Einige weinen, andere Fluchen und wieder andere Pöbeln, doch solange sie tiefe Trauer empfinden, wäre es falsch sie deswegen zu bestrafen, niemand sollte für den Willen der Götter bestraft werden.“

    Bei der Testaments Verlesung trug Mönch Nakamura eine Hölzerne Maske und einen dunklen Violetten Umhang, Triane wusste gar nicht was hier los war, die Leute Sangen nicht mehr, es wurde nicht gebetet und auch nicht meditiert. Nur Mönch Nakamura der einen langweiligen Text vorgelesen hatte. Es hatte sich rausgestellt, dass der Hafenarbeiter einiges an Geld angespart hatte, aber den Großteil wurde seinem Wunsch nach gespendet, denn seine Kinder waren erwachsen und sorgten für sich selbst und seine Frau war wohl schon tot.
    Darüber regte sich der älteste Sohn des Toten furchtbar auf, er bezeichnete seinen Vater als alten Geizkragen und fluchte auf ihn und das Kloster. Big Jim bewegte sich erneut, dieses mal gab es jedoch keine Umarmung, sondern ordentlich aufs Maul, die großen fleischigen Fäuste von Jim trafen ihr Ziel genau und der Sohn des Verstorbenen lag blutig in der Ecke, minus drei Zähne und plus einen Kieferbruch. Das verwunderte Tria nicht, so kannte sie Big Jim, jedoch wunderte sie sich über Mönch Nakamura, der dazu gar nichts sagte, im Gegenteil, er nickte Jim anerkennend zu.

    „Gier ist kein Geschenk der Götter“ erklärte Nakamura später nachdem er die Maske und den Umhang abgelegt hatte „Im Gegenteil, Yin verachtet die Gier, immer wenn jemand aus Gier tötet oder die Totenruhe wegen der Gier stört, zieht er sich seinen Zorn zu und Yin verlangt einen Ausgleich, drei Zähne waren für diese Anmaßung denke ich genug Ausgleich... Wenn du einmal die Maske und den Umhang trägst, dann sei dir darüber klar, dass du dich dazu verpflichtet hast den Willen der Götter aus zu üben, auch wenn es dir nicht gefällt.“

    Und Triane war sich darüber bewusst, heute trug sie die Maske und den Umhang, auch wenn der Umhang in Wahrheit ein Gardinenvorhang war und die Maske einen ziemlich üblen Geruch hatte. Tria hatte diese Verantwortung angenommen und würde alles tun um Mönch Nakamura und die Götter stolz zu machen.
    Das war jedoch viel leichter gesagt als getan, wie sollte sie denn bitte Gier und Trauer auseinander halten wenn Trauer doch in so viele Formen auftreten konnte? Wie zum Beispiel die alte Mutter, sie regte sich furchtbar auf und beschuldigte Aaron ein Schwindler zu sein, war das nun Trauer oder Gier? Und was war mit Mütze, der war bestimmt nicht hier um zu trauern und so wie Odi auftrat konnte Tria sich auch nicht einig sein. Vicky schien hier jedoch richtig, er erschien Tria schon immer als Bote von Yin auch wenn er es vielleicht gar nicht wusste.
    Und dann entbrannte auch noch ein Streit! Odi hatte Aaron einfach gepackt und durchs Fenster geworfen, es gab Unruhe und es schien so als ob es an Tria war diese Unruhe zu beenden. Aber wie sollte sie das denn machen? Die O'Malleys schienen jeden Moment auf zu springen und Tria war sich unsicher ob sie alle auf einmal ruhig kriegen würde. Es wurde jedoch wieder von allein ruhig als Aaron wieder durch das Fenster herein geflogen kam. Tria hatte sogar kurz gedacht, dass er nun fliegen könne! Aber nein, er wurde wieder geworfen und seine Landung war unsanft. Er hatte den großen Tisch abgeräumt und lag nun Kopf über an der Wand.

    „Ich klär das jetzt.“ Sagte der große mit dem Tria zuvor schon Ärger hatte, der, der mit seinem Messer umspielen musste. Er zog besagt Waffe aus der Tischplatte und sah zu Aaron. Was sollte Tria jetzt tun? Was wenn Aaron wirklich nur wegen reiner Gier hier war? Sie kannte ihre neuen Freunde ja kaum. Auf der einen Seite wusste sie, dass Vertrauen wichtig war um als Crew zu funktionieren, aber auf der anderen Seite trug sie gerade die Maske und den Umhang und der Wille von Yin war gerade wichtiger als ihr eigener. Der große O’Malley packte Aaron mit einer Hand am Kragen und hob ihn hoch, in der anderen hielt er das Messer und holte aus „Ihr dreckigen O’Sullivans habt nichts von dem Erbe verdient! Das gehört nur uns!“
    Das schien Tria jetzt endlich eindeutig, sie pfiff einmal laut und Izumi kam unter dem Tisch vorgesprungen und stürzte sich auf den Arm mit dem Messer und biss sich richtig fest hinein, man konnte sogar etwas knacken hören. Der große musste das Messer loslassen und es fiel zu boden, das Gewicht des Wolfes, dass an dem gebrochenen Arm zerrt zwang ihn zudem in die Knie.

    Tria machte einen Schritt auf ihn zu „Und Yin versprach den Menschen, ehrt die Toten und die Toten ehren euch!“ Sie sprach laut und deutlich bevor sie ihr Bein hob und dem großen mit aller Kraft gegen das Kin trat, so als ob sie jemanden in eine tiefe Grube treten wollte. Die Ausübung roher Kraft auf den kleinen Punkt hatte die erhoffte Wirkung, der Kiefer war ausgerenkt und der der um einiges größere und schwerere Gegner ging zu Boden.

    Aber Tria hatte noch nicht Zeit zu ruhen, denn als sie hinter sich blickte sah sie das Aaron schon wieder stand und seine Faust brannte!? Er hatte wohl gar nicht willkürlich den Tisch abgeräumt, sondern sich gezielt die Flasche mit Alkohol gegriffen, er hatte keine Zeit um wieder einen Molotov Cocktail zu basteln, aber während der dicke ihn hochgehoben hatte, hatte Aaron es geschafft ungesehen seine Faust in Brand zu stecken und in der anderen Hand hielt er die Flasche als Waffe. Tria konnte nur hoffen, das Aaron eine Handschuh trug oder so /Vermutlich nicht, eeyup, riecht wie aufm Grillfest/. Er wäre mit dem dicken O’Malley auch allein klar gekommen, aber das war hier und jetzt nicht seine Aufgabe gewesen… vielleicht hatte Tria dem großen sogar das Leben gerettet? Wer weiß?
    Das Problem lag gerade jedoch in Aarons Augen, Tria erkannte da ganz schnell ein anderes Geschenk der Götter, auch wenn es keine Trauer war, sie erkannte den brennenden Zorn von Ignus, dem Gott des Feuers. Sie musste schnell handeln, also schwang sie den Umhang geschickt herum und wickelte ihn um Aarons Faust um das Feuer zu löschen… aber Aaron wehrte sich? Wollte er gar nicht gelöscht werden? Die wenigstens Diener von Ignus wollen dass das Feuer erlischt. Doch Tria hielt eng zu seinem Arm.

    „Du bist wirklich von Ignus und Flamma gesalbt Aaron.“ Sprach sie während sie ihn hinter den Augen ihrer Maske direkt ins Gesicht sah „In dir brennt Feuer! Du nährst die Flamme mit Wut bis sie dich und alle die du kennst verschlingt.“ Sie zog den Umhang wieder weg, das Feuer war aus, die Hand zum Glück nur mäßig beschädigt und der Umhang hatte ein paar schöne neue Brandflecken /Die würden wohl nicht mehr als Vorhang gehen…/ Tria sah ihm wieder direkt in die Augen und drückte ihm einfach etwas Echokraut in die unbeschadete Hand „Kau das, dass hilft gegen die Schmerzen.“ Meinte sie noch und ließ ihn los „Diejenigen, die dem Pfad der Flamme, dem Pfad von Ignus, folgen kämpfen jeden Tag erneut und lernen und üben jeden Tag das Feuer und den Schmerz zu kontrollieren.“

    „Was soll dieses Theater?“ Gackerte nun wieder Mutter O’Malley. Triane glaubte zu sehen, dass das Feuer in Aarons Augen wieder brennen wollte, aber er blieb ruhig und so bildete sich ein, dass dies ihr verdienst war.

    „Nun ja“ nun war wieder die Stimme des Notars und Anwalts zu hören „Wenn ich den Worten ihres Sohns glauben schenken darf, so hat er doch gerade den rechtmäßigen Erbanspruch dieses jungen Mannes anerkannt… in dem er ihn als“ er räusperte sich und machte mit seinen Fingern Anführungszeichen in der Luft „Dreckigen O’Sullivan, bezeichnete… damit sollte die Frage der Rechtmäßigkeit geklärt sein… oder ist das Wort der O’Malleys jetzt nichts mehr wert?“
    Mutter O’Malley schwieg, sie hatte ihre Fäuste geballt, schien so als ob einer ihrer Söhn ihr die Luft rausgelassen hatte… für jetzt zumindest, sie setzte sich einfach nur und nickte.
    „Gut, dann halten wir das so fest.“ Er richtete seine Brille und sah zu Aaron „Mister…. Heat war der Name? Können wir hier weiter machen, oder brauchen sie einen Arzt?“

    /Ich bin sein Arzt!/ Wäre Tria beinahe rausgerutscht, aber sie war ja jetzt gerade nicht als Arzt hier, sondern als Dienerin von Yin. „Ist schon gut“ Die Stimme von Aaron klang erstaunlich gut, er hatte noch einmal zu der Frau gesehen, die anscheinend seine Cousin war und dann auch noch mal zu Triane „Mir geht’s gut, machen wir weiter.“ Aaron setzte die Flasche an seinen Mund und trank den Rest aus, man konnte sehen wie die Flasche sich rasant leerte und Aaron den hochprozentigen Alkohol, der leicht brannte, wie Limo runter schluckte /Das würde wohl auch gegen die Schmerzen helfen... ich bevorzuge aber Echokraut, das macht den Atem minzig./

    Der Anwalt lächelte beruhigt, die kleine Szene hatte anscheinend für Ruhe gesorgt, aber bevor er fortfahren konnte, geschah noch etwas unglaubliches… der dicke O’Malley stand einfach wieder auf? Tria war sich sicher seinen Kiefer voll erwischt zu haben, nach so einem Tritt sollte kein normaler Mensch einfach wieder aufstehe aber dieser hier, der tat es einfach. Er renkte sich ohne mit der Wimper zu zucken seinen Kiefer selbst wieder ein und der blutende Arm störte ihn wohl auch nicht. Er sah knurrend zu Tria und Aaron, wurde aber von seiner Mutter im Zaun gehalten. Sie zog ihn zurück und verband seinen Arm sehr grob mit einem Tuch

    „Du dummes Riesenbaby musst ständig mit deinem Messer und irgendwelchen Tieren rumspielen!“ Der Anwalt räusperte sich um die Aufmerksamkeit der O’Malleys zu erlangen „Ja, ja, ist ja gut! Machen wir weiter, meiner kleiner besonderer Schatz hier muss wegen so einem Kratzer nirgendwo hin!“ Kratzer? Tria war sich sehr sicher, dass der Arm gebrochen war und der Biss von Izumi hatte auch den Muskel beschädigt!

    Zum Glück lebte Matthew Galagher schon lange auf dieser Insel und kannte ihre Bewohner, ansonsten wäre er wohl viel zu verwundert gewesen um fort zu fahren, nun jedoch zog er endlich das Testament hervor.
    „Testament und letzter Wille von Odrahn O’Malley,
    Gesetz dem Fall, dass keines meiner Familienmitglieder für mein Ableben verantwortlich war, erkläre ich hiermit den Verbleib meines Vermögens im Vollbesitz meiner Geistigen Kräfte. Mein übriges Geld soll dem geltenden Gesetz von Float nach zu gleichen Teilen unter meinen nächsten verwandten aufgeteilt werden.“


    Dabei lehnte sich Rebecca vor und flüsterte „Nach der Beerdigung sind das nur eine Hand voll Berry für jeden.“

    Matthew räusperte sich deutlich und tadelte Rebecca mit seinen Blicken, die junge O’Sullivan wurde wieder ruhig „Nutzt es bitte um einen auf mich zu trinken, so wie in den guten alten Tagen. Mein neues Wohnhaus, das ich selber nach meiner Hochzeit erbaut habe, vermache ich Sherley O’Malley, meine Schwester und ihre Söhne können den Platz sicherlich gut gebrauchen.“

    „Na aber hallo!“ Stießen die O’Malleys da aus. Das war nur ein kleines einfaches Haus das kurz vor dem zusammenfallen war, aber das war schon mal sowas wie ein Punktesieg... selbst wenn es nur eine Bretterbude kurz vorm Wald war.

    „Meine Jagdhütte und meine Fischerei-stelle mit den dazugehörigen Rechten vererbe ich an die O’Sullivans, solltet ihr da noch den einen oder anderen Fisch fangen oder einen Hirsch, dann seht dies als ein Wunder und Zeichen, das mein Geist noch immer da ist und euch helfen will, also holt bitte einen Druiden und folgt seinen Anweisungen.“ Es gab ein allgemeines kurzes Lachen „Und nun kommen wir zum Hauptteil, das Schiff das mir und meiner Familie schon lange gute Dienste geleistet hat.“ Nun lehnten sich beide Familien vor, hier ging es um die Wust, das Schiff war der einzige Grund warum sie alle hier waren. „Es ist schwer auszumachen, wer das Schiff wirklich von euch braucht oder wer es am meisten verdient. Ich war immer der Meinung, dass der größte Schatz dem besten Jäger, dem festesten Trinker und dem mutigsten Streitern gehört, darum verfüge ich folgendes. Nach geltem Recht soll der jenige mein Schiff bekommen, der drei Prüfungen erfüllt: Meine größte Leidenschaft war von jeher die Jagt, also geht in den Wald und jagt einen Lykan und bringt sein Fell hierher! Nach der Jagt sind wir oft die ganze Nacht und den Morgen von Pub zu Pub gezogen um haben uns betrunken, also möchte ich, dass ihr den stärksten Schnaps der Insel trinkt! Und zum Abschluss, hat mich nie etwas mit mehr Stolz erfüllt, als der Marine zu zeigen, wer die wirklichen Herren über Float sind, also geht und stellt die Marine bloß und bringt einen Beweis mit.“

    „Wie bitte!?“ Rebecca klang beinahe geschockt „Hier geht es um etwas derart wichtiges und er will das wir das wie bei einem geselligen Herrenabend klären? Mit Jagen, Saufen und Prügeln? Warum nicht gleich noch eine Runde Kartenspielen und Frauen aufreißen!?“ /Das hätte Mütze gefallen/ Vermutlich hatte Rebecca sich von dem verstorbenen etwas mehr erhofft, oder zumindest eine klare Aussage, wer das Schiff bekommt.

    Nach ihren Worten musste Rebecca Tria in die Augen blicken, die mit gewohnter Schnelligkeit über den Tisch und zu ihr geschritten war „Hey! Ich sagte die Toten werden geehrt! Der letzte Wunsch eines Toten ist heilig und ihr hier solltet alle froh sein ihn hören zu können.“ Sie blickte sich um „Und wer es hier wagt den Willen von Yin, Gott der Toten und der Schatten, zu brechen, den verarbeite ich persönlich zu Hundefutter und serviere Izumi eine große Portion ungläubigen Vollidiot!“ vielleicht hatte der Zorn von Aaron Tria ein wenig angesteckt, aber sie war im Auftrag der Götter unterwegs, da war das sicherlich in Ordnung, oder? Der kleine religiöse Ausbruch schien auch Vicky zu gefallen, zumindest glaubte Tria ein kleines Schmunzeln von dem Blassen Mann mit dem schwarzen Augen gesehen zu haben... war aber vielleicht nur reines Wunschdenken.

    „Außerdem“ meinte Matthew dann „Wenn sich kein rechtmäßiger Erbe finden lässt fällt das Schiff dem Gesetz nach der Marine zu, die es zum derzeitigen von der Marine festgelegten Preis kauft und das Geld wird dem am Anfang beschriebenen Geldwert zugerechnet.“

    „Auf keinen Fall!“ Das schien endlich mal etwas zu sein worin sich alle einig waren, sie würden das Schiff lieber verbrennen als es der Marine zu überlassen.

    Die Anwesenden verließen die Stube, Matthew würde ihnen den Ablauf und die genauen Regeln draußen erklären. Aaron blieb noch etwas zurück, er blickte auf seine nicht mehr brennende Hand und dann zu Tria „Du sagtest… es gibt Leute, die das Feuer kontrollieren? Diese Diener von… wem auch immer?“

    „Die Diener von Ignus?“ fragte Tria „Oh nein, sie versuchen es nur, sie lernen es… aber die Wahrheit ist, Feuer kann man nicht kontrollieren, wild und nicht zu bändigen zu sein, liegt in der Natur des Feuers und das lässt sich genauso wenig ändern wie der Wille der Götter.“

    „Also gibt es keine Kontrolle?“

    „Mönch Nakamura meinte immer, das Kontrolle nur eine Illusion sei… die Dinge passieren, wie sie passieren sollen… aber auf der anderen Seite soll auch jeder sein eigenes Glück schmieden?“ mit diesen Worten ging sie herüber zu der Kerze, die sie angezündet hatte bevor das alles los ging, sie war schon gut runter gebrannt und das kleine Auffangbecken des Kerzenhalters war fast voll, bald würde das Wachs auf den guten Schreibtisch tropfen „Wir können nur kontrollieren wann und wo wir das Feuer entzünden“ sie leckte ihr Fingerspitzen und drückte das Feuer am Docht aus „Und wenn wir gut sind und genau wissen wie… da können wir vielleicht kontrollieren wann es wieder ausgeht... aber dennoch, wer glaubt das Feuer kontrollieren zu können, der wird eines Tages selber brennen.“
     
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  15. Victor

    Victor Pirat

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    Kaum hatte sich Victor richtig hingesetzt ging es schon los. Dabei hatte er doch noch gehofft, dass sie sich wenigstens ein wenig Zurückhalten würde. Doch die Dinge gingen sehr schnell Bergab, wobei das vielleicht nicht einmal der falsche Weg war wenn es schon um ein Totenritual ging. Irgendwie kam Odi noch reingeplatzt und in einem erstaunlich ähnlichen Manier wie er selbst, vielleicht hatte der junge Inquisitor ja doch die richtige Art gewählt wie er eingetreten war. Es war doch immer wieder interessant wie sehr die Gepflogenheiten auf unterschiedlichen Inseln abweichen konnten. Victor hatte aber auch schon gelernt, dass es manchmal dinge gab die man nicht verstehen musste und das eigentlich ganz in Ordnung war. Der Fakt, dass Odi Aaron gerade aus dem Fenster schmiss mit einer Begründung die für ihn absolut keine war, gehörte damit definitiv in diese Kategorie. Brody folgte den beiden nach draussen für Victor war nun aber endlich klar, weshalb er hier in dieses Zimmer geleitet wurde. So wie es aussah musste er nur hier sitzen und zuhören, das war zwar nicht viel aber zugegebenermassen für seinen Muskelkater war es jetzt genau das was er brauchte. Mit einem kurzen Nicken bestätigte er, dass er verstanden hatte und faltete die Hände beinahe schon zusammen. Bevor ihm gerade noch einfiel, dass es vielleicht nicht sehr respektvoll gegenüber den hiesigen Geistern und allem anderen möglichem Gezeug war. Weshalb er es dann sein liess. Immerhin wusste er dass diese nur Irrtümliche Gedanken waren, aber man musste das gemeine Volk ja auch an etwas glauben lassen, auch wenn das offensichtlich das falsche war. Aber es versprach spannend zu bleiben.

    Zusammengefasst konnte man es so nennen, die eine Familie machte einen Aufstand, welcher von einem Vorhang niedergeschlagen wurde und darauf hin kam es endlich zur Verlesung des Testaments. Scheinbar der Höhepunkt der heutigen Veranstaltung. Doch so einfach würde es wohl doch nicht werden. Zumal Victor nicht wirklich einen Plan hatte, weshalb er genau hier war. So hatte er nicht wirklich Verwendung für ein Haus, oder sonst was, lediglich das Schiff war eine gute Idee. Dafür würde er sogar etwas machen. Momentan war aber noch nicht der Moment gekommen. Zu bequem war der Stuhl, zu müde seine Muskeln und zu mühsam die Aufgaben. So war er nicht wirklich ein Jäger, doch wie schwer konnte es schon sein so ein Ding zu fangen? Immerhin wäre man doch ein besserer Jäger wenn man das Teil auch lebendig einfachen konnte und dann wieder freilässt. so hatte man das nächste Mal wieder eine neue Herausforderung ohne das man wie auf der Mondinsel einfach alles umbrachte was jemals in der Natur gelebt hatte. Sich selbst als einen Trinker bezeichnen würde er jetzt auch nicht, doch vielleicht waren da andere Leute anderer Meinung. Abgesehen vom leichten Kater in seinem Hinterkopf, war es eigentlich keine schlechte Idee. Vermutlich wäre die Aufgabe mit der Marine wohl die beste. So hatte er nach dem letzten Aufenthalt in einer Zelle noch eine Rechnung mit der Marine offen. Auch wenn diese mehr als nur persönlich war, brachte es auch Erinnerungen an Tria zurück, welche dabei nicht ganz unschuldig war. Scheinbar waren sich aber wenigstens alle einig, das niemand die Marine mochte.

    Das war auch sein Stichwort beschwichtigend einzugreifen. So war die Stimmung mehr als nur explosiv. Langsam stand er auf und hob seine Hand: "Im Namen von wem auch immer, ich akzeptiere das Erbe und stelle mich den Aufgaben." So würde es wenigstens ein wenig vorangehen und sich nicht auf ewige völlig unnötig in die Länge zu ziehen. Immerhin hatte er noch eine Rechnung mit gewissen Satanisten zu erledigen und nicht den ganzen Tag zeit. "Also womit sollen wir anfangen?" Wobei das sogar noch eine ernst gemeinte Frage war. Mit einem prüfenden Blick sah er in die Runde, die anderen waren noch nicht wirklich zurück. "Wer soll sich eigentlich den Prüfungen stellen? Ich sehe lediglich mich von der Fraktion und ich meine ich kann es schon mit euch allen aufnehmen, aber das wäre mehr als nur unfair euch gegenüber." Immerhin sollte es ja ein fairer Wettstreit sein. Und da er von einer höheren Macht gleitet wurde, hatten die anderen eh keine Chance.
     
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