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Haltet die Hamster!

Hikari

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Als wenn die brütende Hitze der Sonne nicht schon genug gewesen wäre, die erbarmungslos auf ihre Körper schien. Nein, zu allem Überfluss hatten die Einheimischen auch noch beschlossen ein riesiges Feuer zu entfachen. Hikari wusste beim besten Willen nicht mehr was schlimmer war, die Hitze von oben oder von vorne, schließlich schienen beide überzeugt davon zu sein sie alle beim lebendigen Leibe gut durch zu braten, bis nichts mehr an ihnen hätte blutig sein können.
Die Kriegsbemalung war eine kühlende Abwechslung gewesen, weshalb sich die Blauhaarige auch nicht dagegen gewährt hatte, als man sie zur Seite gezogen hatte, begann mit mehreren Händen anzukringeln. Wobei sie den Schutz ihrer Tuchbekleidung schon vermisste, nur auf ihre Frage hin: „Darf ich mich wieder in meine Tücher wickeln, wenn ihr fertig seid?“, erhielt sie nur ein müdes Lächeln und die wenig hilfreiche Antwort „Fremde… nein, die Götter müssen die Bemalungen sehen können, damit sie uns alle segnen. Die heiligen Ringe zu verbergen würde den Göttern zeigen, dass dich schämst und dann…“ Weitere Ausführungen waren jedoch mit einem scharfen Blick unterbrochen worden, weshalb Hikari schlussendlich nur mit den Schultern zuckte und sich still ihrem Schicksal ergab. „Außerdem wird deine Haut mit der Farbe nicht rot und tut auch nicht weh.“, raunte die Frau ihr zu, dir ihr gerade noch auf ihre Frage geantwortet hatte. Na, hoffentlich galt das auch für einen Hitzeschlag…

„Oh wow…“, raunte Hikari ihre Bewunderung in Richtung Hero, neben welcher sie das Spektakel um Blake beobachtete. Ihr Klatschen über die mutige Leistung des Waffenexperten, nachdem dieser durch das lodernde Feuer gesprungen war, ging in den tosenden Gejubel des Mäusestammes unter.
„Hikari vom Hamsterstamm, komm mit, wir lassen uns jetzt vom Ahnengeist stellvertretend von den Göttern für den anstehenden Kampf segnen.“, wieder diese Frau. Hochgewachsen war sie und gut eineinhalb Köpfe größer als Hikari, langes schwarzes Haar und braungebrannte Haut. „Äh ja, Hero auch!?“ „Wenn sie kämpfen kann?“, die Stimme klang skeptisch. „Natürlich! Hero ist eine große Kämpferin und sehr, sehr, sehr stark!“, beeilte sich die blauhaarige Zimmerfrau zu betonen. „Dann kommt mit, Frauen vom Hamsterstamm.“, während Hikari noch versuchte die zweite Frau ihres Stammes ausfindig zu machen, griffen schon schwielige Hände nach ihr und der Navigatorin und führten sie in eine Schlange, die sich bereits vor Blake aufgestellt hatte. „Oh großer Ahnengeist segne nun unsere Kämpfer, auf dass sie im Kampf mit dem Rückhalt der Götter zu kämpfen vermögen. Geleitet vom Mut und der Kraft unseres Stammes, äh und segne auch jene, die uns als Fremde des Hamsterstammes in unserem Kampf beistehen werden!“ Die Gestalt, die mit erhobenen Händen diese Bitte an Blake herangetragen hatte, blinzelte, blinzelte erneut und zischte dann: „Oh großer Ahnengeist, lege deine mächtige Hand auf die Stirn und Schulter unserer Stammeskameraden.“

Langsam aber stetig rückten die Hamsterpirateninnen in der Schlange auf, Hikari grinste Blake breit an, als sie ihren Segen empfang: „Danke dir, oh du großer Ahnengeist.“ Ein Murmeln ging durch die Gruppe jener Krieger, die bereits gesegnet worden waren, als eine Reihe von Waffen in ihre Mitte gebracht wurden und in einiger Distanz zum Feuer abgelegt wurden. Zögerlich gingen die ersten Einheimischen zu den Waffen, hielten jedoch Abstand, während sie zunächst das Äußere der verschiedenen Waffen begutachteten. „Der Segnung entsprechend müssen die Waffen für den Kampf ausgewählt werden, die Wahl muss dabei mit Bedacht erfolgen… und im Sinne der Götter sein.“, erfolgte sogleich die Erklärung aus dem Off oder besser hinter Hikaris Ohr, die daraufhin zusammenzuckte. „Aha, jaa, wenn das so ist…“, etwas unschlüssig darüber wie sie selbst jetzt vorgehen sollte. Ihre eigene Waffe ein Kurzspeer lag sicher verstaut auf dem Schiff, sehr hilfreich war er dort nicht, aber mit ihrem Stil kämpfte es sich eben gut mit Stabwaffe. Vor allem da sie darin auch trainiert war. Ähnlich vorsichtig ahmte sie die Kämpfer des Mäusestammes nach und trat zu den ausgebreiteten Waffen und entdeckte sogleich einen Holzstab. Dieser Stab hatte eine ähnliche Länge wie ihr Speer, nur dass er kein wirklich spitzes Ende besaß, soweit die Blauhaarige dies einzuschätzen vormochte. Einige Runden drehte sie um die Waffen, immer aus dem Augenwinkel darauf bedacht, dass niemand anderes danach greifen würde. Schlussendlich schnellte die junge Frau jedoch nach vorne und griff ihre auserwählte Waffe.
Erwartungsvoll blickte sie sich um: und was nun?
 

Heroe

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Als Blake aus einer Traube Stammesangehöriger hervortrat, die sich für ihn teilten wie das Meer für den Bug eines breiten Handelsschiffs, zeigte Hero ihre Zähne in einem breiten Grinsen. Die sengende Hitze war nicht behaglich und die Trennung von Boris, Kakuga und Puc begleitete sie weiterhin wie ein Splitter, den sie nicht herauslösen konnte, aber die Sonne rang die trüben Gedanken schließlich nieder. Heros Empfindungen waren dem Klima hörig und Luminoe glänzte in gnadenlosem, strahlendem Licht.
Ebenso wie Hikari hatte der Mäusestamm sich an Blakes Kleidung zu schaffen gemacht. Hero erkannte sofort, dass er sich zumindest bei seiner Ausrüstung durchgesetzt hatte: an seinem Gürtel baumelten jene Beutel, in denen er seine chemischen Geheimnisse hütete.
Er sah über die umstehenden Menschen hinweg und blieb bei Hikari und Hero hängen. Die Navigatorin zuckte mit den Achseln, als sie seinen fragenden Blick auffing. Das schadenfreudige Lächeln angesichts der ungewöhnlichen Aufgabe, der sich der vermeintliche Ahnengeist gegenübersah, ließ nicht nach. Aber sie wusste, dass er nicht nur die Hitze und Explosionen beherrschte, sondern seine Beutel auch Eiseskälte hervorzubringen vermochten. Er würde einen Weg durch diese Probe finden.
Doch sie hatte den Kanonier unterschätzt. Das Feuer schien in dem hartgesottenen Waffenmeister keinen leichten Gegner zu haben. Erst, als die Flammenzungen zu seinem Haar emporkrochen, entluden sie sich in fröhlich zischende und gackernde Explosionen, die dem Mäusestamm ein ehrfürchtiges „Ah“ und ein kollektives „Oh“ entlockten.
»Der Ahnen haben uns den Weg gewiesen. Dort entlang!« rief Wahid und wies in die Richtung, in der Blake das Feuer verlassen hatte. »Dahin führt uns unser Weg!« Angespornt durch den Jubel der Familien markierten einige Krieger die Richtung mit angesengten Palmenstämmen.
Nicht zum ersten Mal seit ihrer Ankunft tauschten Hero und Hikari einen beredeten Blick.

*​

Egal, wie schnell sie rannten, ihr Verfolger ließ sich nicht abschütteln. Das Weiße in ihren pelzumrandeten Augen trat hervor, wenn sie einen flüchtigen Blick nach hinten warfen und mit einem schrillen Ruf mehr Kraft in die Hinterläufe legten. Sand spritzte zu beiden Seiten hoch und hinter ihnen türmte sich eine unförmige Staubwolke, die sich nur langsam wieder legte.
Orcus Warrant nahm einen Schluck aus der Flasche, kostete den Alkohol und schmeckte die leichte Süße, bevor er den Sake herunterschluckte. Und er fühlte nichts. Nichts, bis auf den Wind, der die Hitze linderte. Scheinbar ziellos jagte sein Schlitten durch das Wüstenmeer. MitGlasklarer Verstand dachte an seine Unterhaltung mit Ba Chao im Hauptquartier zurück. Sein Untergebener hatte ihm von seiner Begegnung mit den Hamsterpiraten berichtet. Währenddessen hatte Orcus denselben Sake getrunken. Er hatte das Getränk nach Luminoe bringen lassen, zu dem einen Zweck, sich zu erinnern, wie er dem Bericht und den Hamsterpiraten gegenübergestanden hatte. Aber da war nichts. Bao Chao hingegen war beeindruckt gewesen. Ein Laib Brot musste geschnitten werden, bevor er verschlungen werden konnte. Doch Brot beeindruckte nicht. Es machte hungrig. Das verstand Orcus. Und mehr noch, er kannte Durst. Solchen, den auch der Sake des Dons nicht löschte. War es das, was er damals gespürt hatte, als Ba Chao ihn gebeten hatte, nicht noch einmal gegen Boris antreten zu müssen? Orcus rückte seine Brille zurecht und nahm einen weiteren Schluck.
Wenn Mos Wedis gierige Augen und Finger ihre Aufgabe erfüllten, würde es nicht lange dauern, bis Orcus‘ Einheit jene Flecken bereinigten, mit der die Unzuverlässigkeit auf der Lost Hope die Flagge des Don besprenkelt hatte. Mos Wedi schien die Wichtigkeit dieses Elements nicht zu begreifen. Aber das Kopfgeld auf dem hünenhaften Piratenkapitän hatte die Gier des Händlers geweckt. Wie der Don vorausgesagt hatte, war das sein stärkster Antrieb.
Ein weitläufiger Schatten legte sich plötzlich über die Düne, die Orcus passierte. Die Wüstentiere, die sein schlittenähnliches Gefährt zogen, als rannten sie um ihr Leben, erschlafften augenblicklich und brachen auf dem Sand zusammen. Der Schlitten kam hinter ihnen zu einem langsamen Halt.
»Wieder ein paar weniger. Jedes Mal ein paar weniger.«
»Du hast wieder welche erwischt, Tamm?«, fragte Orcus. Wenn Mos Wedi Herrscher von Luminoe wurde, musste die Wüste genauso sauber von jeder Bedrohung sein wie die verschlungene Welt darunter.
»Ich hasse diese Insel. Und diesen Sand. Aber ja. Auf dem Rückweg ein paar von einem anderen Stamm, die sich verlaufen hatten.«
»Gut. Dein Bericht zum Hanuku-Stamm?« Über sich hörte Orcus das grunzende Lachen des anderen. Er macht sich nicht die Mühe, zu den Palmen hinauf zu schauen.
»Ich hab‘ ihnen ein bisschen was gezeigt. Dies das. Keine Metalle um was schmieden hier, aber gereicht hat’s, um was im Gegenzug zu kriegen.« erzählte er mit wachsender Begeisterung.
»Zweifelsohne.« Orcus belohnte ihn mit einem anerkennenden Blick, in dem Tamm sich suhlte.
»Bin da ziemlich groß rausgekommen.« bestätigte er und sprach ein wenig leiser, um seinen Worten mehr Bedeutung zuzumessen. »Ihre Geschichte ist, dass der Schatz großen Reichtum bedeutet. Und jetzt halt‘ dich fest: es soll ‘ne Pflanze sein! Haatattatattata!.« Tamm grunzte, während er lachte und wischte sich die Tränen aus den Augenwinkeln. »Dafür muss man schon ein Palmenschwinger sein, was?«
»»Wahrscheinlich.« sagte Orcus und verbarg seine Enttäuschung. Der Mäusestamm hatte das Gerücht, wegen dem er sich überhaupt in die Wüste begeben hatte, zuerst bestätigt. Der legendäre Schatz sollte eine Waffe sein. Aber das allein genügte nicht. Die Legende einer Pflanze war keine brauchbare Neuigkeit, aber dennoch eine, die er im Hinterkopf behielt. »Es gibt im Übrigen gute Nachrichten: Möglicherweise wirst du dich doch an den Ta Mackis Kristalladern beteiligen können.« Tamms Augen weiteten sich. Orcus lächelte schmal. Wenn Mos Wedi gierig war, so kannte er nicht die Gier, die aus den dunklen, onyxfarbenen Augen dieses Mannes sprachen, wenn es um Reichtümer ging. »Ich liebe diese Insel! Tattatattata!«

*​

Hikari war es gelungen, den Mäusestamm davon abzuhalten, Hero zu den Kindern zu bringen, die nicht mit in den Kampf ziehen würden. Sie hätte diese Demütigung mit Fassung getragen, erhobenen Hauptes wie es die Helden der Geschichten ihrer Kindheit getan hätten, unmittelbar nachdem sie der vermessenen, hochmütigen, falsch gebürsteten Mäuse– Hero rief sich gedanklich zur Ordnung. Es lag in der Vergangenheit und den Verdienst rechnete sie Hikari an.
»Haben sie dir gesagt, in welche Richtung du aus dem Feuer gehen sollst?« fragte sie Blake mit leiser Stimme, als dieser auch ihr seinen Segen spendete. Er improvisierte seine Rolle als religiöses Symbol erstaunlich gut und das schmale Kopfschütteln, dass er in seine Bewegung einfließen ließ, war kaum zu sehen.
»Also laufen wir planlos in die Wüste auf der Suche nach noch einem Stamm unzivilisierter Wilder.« murmelte Hero und kaum, dass sie das amüsierte Schmunzeln zwischen seinem Bart erkannte, war es schon wieder hinter der Maske des Ahnengeists verborgen. Sie brauchten bald einen besseren Plan. Und den hoffe Hero draußen in der Wüste zu finden.


Kurz darauf fand sie sich mit Hikari vor einem beachtlichen Haufen Speerwaffen wider. Hero behielt ihre Gedanken für sich, war aber entsetzt, wie respektlos diese Menschen ihre Waffen behandelten.
»Hikarisa sagte, du kannst eine Waffe tragen.« Die Zweifel der Frau, deren Schatten über Heros gesamte Körperlänge fiel, waren deutlich zu hören. »Dann such dir auch eine aus.« gestattete sie . Hikari hatte bereits einen der Speere erwählt und wiegte ihn testweise in der Hand. Hero war versucht, in die Sonne zurückzutreten, aber der Schatten, den die größere Frau spendete, war unerwartet angenehm. »Ich habe das hier.« antwortete sie der Kriegerin. Mit der Handfläche berührte sie die Scheide des Schwertes, das sie wieder an ihrem Gürtel befestigt hatte.
»Das? Es ist stumpf! An beiden Enden!«
»Bitte?«
»Stumpf! Abgerundet. Es hat keine Spitze.«
»Das ist mir be-«
»Wie willst du damit jemanden zu den Ahnen schicken? Ihn zu Tode stupsen?« Sie drücke Hero einen kurzen Speer an die Brust. »Hier. Und mit dieser Seite nach vorn.«

Hero saß einige Zeit später auf dem Sand gegen eine Palme gelehnt und versuchte dem Drang zu widerstehen, die Augen zu schließen. Es war nicht später als früher Nachmittag und dennoch war ihr Körper langsam geworden, ihre Gedanken träge, die Glieder kraftlos. ‘Die Grandline ist wirklich unberechenbar. Es war schon spät, als wir geankert haben. Und hier ist es noch so früh am Tag.‘ Oder die Hitze strengte sie zu sehr an. Es galt, sich abzulenken. »Angenommen, jemand wird von einer Sandwalze getroffen.« Felka, nach wie vor an ihrer Seite, schlug die Hände zusammen und stieß einen leisen Singsang aus. Sie warf einen flüchtigen Blick auf Blake, der bei ihnen im Schatten einiger Palmenblätter und als einziger auf grob gewebten Tüchern saß. Hero nahm an, dass Felka die Ahnen anrief, wie sie es bei ihrer ersten Begegnung, vor der Feuerweissagung, nach der Feuerweissagung, vor, während und nach der Segnung und beim Verlassen ihrer kleinen Hütte getan hatte. »Würde er oder sie in die Unterwelt gelangen? Zu den Kriegern? Den Ahnen?« Die Alte kaute auf einem Kraut herum, das seinem Geruch nach medizinische Wirkung haben musste.
»Nur wenige leben, die einer Sandwalze zu nahe gekommen sind.« krächzte sie. Das half nicht, also schwieg Hero. Sie warteten bereits seit geraumer Zeit darauf, dass Bena Tekela aus seinem Schlaf erwachte, der ihn auf den Kampf vorbereiten sollte. Der Stand der Sonne ließ vermuten, dass nur wenig Zeit vergangen sein konnte. Und dennoch schienen es Stunden zu sein. Hero mahnte sich zu Geduld.
»Ihre Seelen können der Kälte trotzen und eilen voraus, zur Insel der Geister hinaus wo sie die Schrecken der Hüter bestehen und ihren Blicken mit List entgehen, um schließlich kühn den Schatz der Legenden zu erstehen.« fügte Felka hinzu, als Hero schon nicht mehr damit rechnete. Es war deutlich, dass sie aus der Folklore ihres Stammes zitierte. Geschichten halfen ihnen jedoch ebenfalls nicht weiter; wenn sie die Welle aus Sand überstanden hatten, suchten Boris und Kakugas Seelen jedenfalls nicht auf einer Insel von Geistern nach Legenden.
»Es ist eine mächtige Waffe, für den größten der Krieger geschaffen.« erklärte die hochgewachsene Kriegerin, die Heros nachdenklichen Blick fehldeutete. »Auch mein Bruder sucht nach ihr.« Ihre Stimme klang entschlossen, als klammere sie sich an diese Vorstellung ebenso wie ihre schwieligen Hände sich an ihrem Speer festkrallten. »Und mein Sohn.«
Die Kriegerin nickte grimmig. »Für Bena Tekela.«
Als hätten ihre Worte bewirkt, worauf Hero kaum zu hoffen gewagt hatte, ging ein Ruf durch das Kaff Mäusestamm. Bena Tekela war erwacht und zum Kampf bereit.
 
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Seine Schiffskameraden gaben ihm zumindest jedesmal einen kurzen Moment Zeit über die Situation nachzudenken ehe der nächste Krieger auftauchte. Hikaris Grinsen ist zudem einfacch immer ansteckend. „Du solltest mir auch dankbar sein, all dieses segnen ist harte Arbeit!“ witzelt er, tätschelt ihre Schulter ehe er sie in Richtung des Tischs mit den Waffen weiterschiebt. Er hat zumindest den Verdacht das Boris die Tatsache zu schätzen wüsste das sie kaum einen Tag auf der Insel sind und sich schon an einem ausgewachsenen Krieg beteiligen. Immerhin entsprach das so ziemlich seiner üblichen Freizeitbeschäftigung, wenn Blake so daran zurückdachte wie er dem Piraten begegnet war…

Möge der Segen der Götter mit dir sein auf das er dich in den baldigen Kämpfen vor Unbill bewahre. Ähm ja und die Götter wollen das du deine Brustplatte aus Palmholz anständig schnürst und nicht hier liegen lässt um deinen Mut in der Schlacht zu beweisen. Ja, das sagen sie. Ja sie wissen schon wie mutig du bist.“ Um ehrlich zu sein war ihm dieses ganze Trara etwas unwohl, zumal er ja kein richtiger Ahnengeist war, zumal manche der Krieger entweder insistierten nackt zu kämpfen um ihren Mut zu beweisen um vor ihm anzugeben oder ihm Opfergaben darzubringen. Zweiteres ließ sich kaum einer von ihnen Ausreden und das obwohl Blake bei sich denkt das der Alkohol aus Palmsäften sich höchstens zum mixen von Drinks eignet. Nach ein, zwei Schluck hatte er festgestellt das das Zeug zwar süßlich, aber fast so stark wie Strohrum war… Natürlich hatte er auch nicht die geringste Ahnung in welche Richtung er springen sollte, aber eine der Schamaninnen hatte ihn vor dem Feuer positioniert, also bestand zumindest eine kleeeeine Chance das sie in Betracht gezogen hatte das ihr Ahnengeist nach all den Jahren in der Unterwelt nicht mehr so vertraut mit der Oberfläche von Luminoe war… Zumindest hofft er das, er kann darauf verzichten Tagelang ohne Ziel durch die Wüste zu stapfen.
Seine „Geisterwaffe aus der Unterwelt“ wurde wenigstens von ihnen als akzeptabel angesehen, auch wenn man insistierte ihm einen circa dreieinhalb Meter langen Speer aus dem inneren einer Palme behangen mit verschiedenen Schutztalismanen zu überreichen.
Das Ding war unhandlich, wobbelte an der Spitze wie verrückt wenn er es zu schnell bewegte und die daran gehängten Talismane machten bei jeder Bewegung so viel Lärm das Heimlichkeit zum Fremdwort wurde. Ausgezeichnet. Genau so etwas brauchte er, weil er ja noch nicht auffällig genug war, zumal er den starken Verdacht hegte das das Ding keine 5 Meter fliegen würde wenn er sich dazu entscheiden würde ihn zu werfen. Hm.
Als er schließlich fertig war Leute zu segnen und dann die Waffen derjenigen zu segnen die mutig genug waren noch einmal um seine Hilfe zu bitten nachdem sie sich auagerüstet hatten, wurde er zu einem kleinen Sitzplatz gewebter Tücher unter einem Palmbaum geführt. Die einzigen Tücher, wie ihm nicht entging. Während er froh wr nicht auf dem eher aufgeheizten Sand sitzen zu müssen, war es ihm doch irgendwie unwohl von dem Stamm so… glorifiziert zu werden, aber immerhin hatte er versucht was er konnte um sie eines besseren zu belehren. Es schien so als ob sie nur auf eine passende Gelegenheit gewartet hätten. Ihm wurde während der längeren Wartezeit auch essen gebracht… mehr als er selbst zu sich nehmen wollte, insbesondere weil es nicht so schien als ob die Dörfler wirklich so volle Lager hätten. Nachdem er erst versuchte den Stammesangehörigen etwas von den Mäusefiletspiessen mit Kokosraspeln und der Kokosmilch, er ist sich unsicher ob es auf der Insel überhaupt andere Zutaten gibt, anzubieten und diese vehement ablehnten, teilte er stattdessen zumindest mit Hikari. Was wiederum für beeindrucktes Gemurmel unter den Stammesangehörigen sorgte das der Ahnengeist willens war seine Speisung mit einer auserwählten Kriegerin zu teilen. Irgendwie war es ja schon nett mal nichts falsch machen zu können. Hero ihrerseits geht leider leer aus. Weniger weil er nicht mit ihr teilen wollte, eher weil Blake befürchtete das Felka das „dumme Mädchen“ dafür rügen würde sich dem großen Ahnengeist aufzudrängen.

Trotzdem hörte er den Erzählungen des Mäusestamms und der Alten zu. Wenigstens konnte Hero fragen stellen ohne gleich Zweifel zu erregen. Leise meinte er zu Hikari „Ich denke nicht das wir uns dann Sorgen um Boris machen müssten. Wäre er nur unter ein paar Tonnen Sand begraben worden hätte er sich sicher mit seinem Hammer befreit, das heißt ihnen ist wohl… etwas anderes zugestoßen. Ich hoffe bloß das Kakuga am selben Ort gelandet ist.“ Die Ärztin wäre sicher nicht in der Lage sich wieder auszugraben und trotz ihres großen Mauls wäre das doch irgendwie Schade. „Wenn dieser andere Stammesführer für diese Sandwalzen verantwortlich ist sollten wir ihn erledigen. Er scheint schon ziemlich vielen Leuten das Leben gekostet zu haben.
Doch dann wurden die Rufe im Lager laut. Der „Ahnengeist“ erhob sich mit einem seufzen. Na dann, mal sehen was dieser Bena Tekela so zu sagen hatte.
 

Hikari

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Diese Hitze… schade, dass sie sich nicht aussuchen konnten, wohin ihr Logpose sie hinschickte, wäre schon schön gewesen, wenn sie sich ein gemildertes Klima hätten aussuchen können. Soweit sie informiert war, durften sich nur die Marines und wenig ausgewählte Menschen an Optionen erfreuen, die ihnen einen direkten Weg ermöglichten in Vergleich zu den magnetischen Reaktionen eines Logposes.
„Schon etwas seltsam, was die mit unseren Namen machen, oder?“, murmelte Hikari zu Hero hinüber, nachdem deren Waffe in Frage gestellt worden war. Hikarisa, sie hatte ja schon viele Spitznamen ertragen müssen, davon manche sogar recht kreativ, während andere eher einfallslos und farblos wirkten. „Also… wenn dich der Speer stört, bisher hab ich zwar noch nicht mit zwei Waffen gekämpft, aber im Zweifelsfall kann ich dir das Teil abnehmen, wenn du lieber bei deinem Schwert bleiben möchtest.“, bot die Blauhaarige der körperlich Kleineren an. Wenn sie hier tatsächlich nicht nur in einen Kampf, sondern in einen Teil eines waschechten und ausgewachsenen Krieges zwischen Wüstenstämmen reingezogen werden würden, dann wäre es doch sicherlich superwichtig, wenn Hero ohne Hindernisse kämpfen konnte. Sicherlich würde die Schwertkämpferin mehr zum Kampf beitragen können als Hikari selbst, bisher hatte sie schließlich vor allem mit wenigen ausgewählten Personen trainiert, aber nie so wirklich richtig gekämpft, das würde insofern ihre Feuertaufe werden. Nur hoffentlich ohne das tatsächliche Feuer, durch welches Blake gerade noch durchgehüpft war.

„Du großer, großer Ahnengeist. Armer Kerl, wir sollten dir irgendetwas besorgen, damit du dich ausruhen kannst von dieser ganzen Arbeit.“, erwiderte sie humorvoll ebenso grinsend zurück. Seine große Hand auf ihrer Schulter hätte sie mit mehr Schwung vielleicht sogar in die Knie befördert, etwas worüber sie nachdenken sollte? Mehr Bewusstsein für ihre Umgebung, über das Kämpfen hinaus, um so gut es geht stets gewappnet zu sein, konnte sicherlich nicht schaden. Damit sie nicht von einer unerwarteten und womöglich unfreundlichen Bewegung in eine unangenehme Situation gebracht werden würde. Es war schließlich einfacher aus einer neutralen Position heraus ihren Kampfstil, den Trickster, anzuwenden und auszunutzen, als sich zunächst einmal gegen eine nachteilige wehren zu müssen.

Blake war offenbar aber noch nicht aus seiner Rolle entlassen, denn während Hikari sich ihrem ausgeliehenen Speer zuwandte, hatte der Waffenexperte sich zu weiteren Ratschlägen hinreißen lassen. „Wenn wir zurück am Schiff sind, sollten wir uns mal zusammensetzen, großer Ahnengeist.“, murmelte sie aus dem Mundwinkel in Richtung des hochgewachsenen Mannes. „Ich glaube mit unserem Wissen, könnten wir einige der hier verwendeten eher… rudimentären Aspekte in richtige Kunst umwandeln. Was meinst du?“ Ihr Blick lag vor allem auf den Steinschleudern, die manche Krieger des Stammes zusätzlich zu ihren ausgewählten Waffen – zumeist Stöcke oder Speere – an ihre Version eines Gurtes samt Munitionssäckchen gehängt hatten.

Dankbar nahm Hikari einige der angebotenen Spieße entgegen. Schmackhaft, auch wenn sie versuchte nicht darüber nachzudenken was für Fleisch sie da gerade konsumierte. „Ziemlich milde oder? Hätte durchaus besser gewürzt sein können, aber wer weiß, ob man hier in der Wüste darauf überhaupt einen Zugriff hat?“, brabbelte die Blauhaarige in ihren nicht-vorhandenen Bart, nachdem sie ihren ersten vorsichtigen Bissen vom Essen genommen hatte. Hoffentlich leise genug, damit es niemand mitbekam und sich angegriffen fühlen könnte, weil sie das Essen des Ahnengeistes kommentierte, was womöglich als Abwertung hätte wahrgenommen werden können. „Hero? Ich hab noch etwas Obst übrig, willst du das haben? Das sollte ihre… ähm… nicht gegen ihre Prinzipien verstoßen, wenn du mein Essen isst, oder?“, bot sie ihrer Kameradin an, um sicherzugehen, dass sie zum Beginn der Kampagne alle etwas im Bauch hatten. Nur zur Sicherheit, wer wusste schon was ihnen in den nächsten Stunden blühen würde.

„Hoffen wir es, du kennst ihn länger als ich. Wobei… er hat ja nicht nur seinen Hammer, sondern gegebenenfalls auch seine kleine Schaufel zur Hand, die wäre bei dem ganzen Sand vielleicht doch hilfreich wenn es nicht sooo viel Sand wäre.“, erwiderte Hikari und verdrückte dann den letzten Bissen, „Müssten wir uns große Sorgen um die Ärztin machen, wenn sie von unserem Kapitän getrennt worden wäre? Kann sie sich verteidigen oder eher nicht?“ Hatte Kakuga sich bei dem Angriff durch die Robben-Viecher selbst verteidigen können? Irgendwie war das etwas verschwommen… „Puh, ja, klingt echt gefährlich, wenn die nicht natürlich auftreten, sondern von jemanden ausgelöst werden können. Reicht da brachiale Stärke für sowas, was meinst du, Hero? Oder jemand mit einer Teufelsfrucht vielleicht? Ich meine, sowas dürfte es doch auch geben, oder? Jemand der Sand kontrollieren kann?“

Bena Tekela hatte sich von seiner Schlafstätte erhoben und sich zu ihnen gesellt. Stumm betrachtete die Gestalt aus blutunterlaufenen Augen die Krieger des Mäusestammes und ihre Gäste, inklusive Ahnengeist. Stille, Hitze prickelte über Hikaris Nacken und bahnte sich mit einigen Tropfen Schweiß einen Weg Bahn über ihre Haut, ehe die kleinen Tröpfchen in ihrer Kleidung versickerten. Würde sie später neben der Kriegsbemalung auch kleine Salzspuren vorfinden können? Sie schluckte trocken. Worauf wartete Bena Tekela?
 

Heroe

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Auf Hikaris Angebot, ihr den Speer abzunehmen, hatte Hero den Holzstab in den Boden gestoßen. »Du kannst ihn haben. Oder wir lassen ihn einfach hier stehen.« antwortete sie.
Jetzt saß sie gemeinsam mit Hikari und den Kriegern des Mäusestammes nahe der Palme, unter der Blake auf Tüchern einen Ehrenplatz eingenommen hatten. In ihrer Mitte saß auch Bena Tekela. Gelegentlich blinzelte er den Schlaf fort, von dem er sich eben erst erhoben hatte. Erwartungsvoll sahen seine Krieger immer wieder in seine Richtung.
Bena Tekela furzte. »Unzivilisiert.« murmelte Hero. Der Stammesführer grunzte, stemmte eine Faust in den Sand und stand schließlich auf.
»Mäusestamm! Heute machen wir Hanuku ein Ende.« Das schien zu genügen, um die Krieger anzustacheln. »Gehen wir Sie beißen!« Einige Dutzend Krieger und Kriegerinnen zogen aus und Hero stählte sich bei dem Gedanken an einen weiteren Fußmarsch durch weichen, rutschigen Sand.

Irgendwann verstummten die ersten angeregten Gespräche und wichen angestrengter Stille und konzentriertem Vorankommen. Hero zog sich das weiße Tuch, das sie vor der Sonne schützte, tiefer ins Gesicht. Sie war erleichtert zu hören, dass jemand die Frage stellte, die ihr Stolz ihr zu stellen verbot. »Was meinst du, wie lang es noch dauert? Wo verstecken sich die Palmenschwinger?« raunte ein Krieger Wahid zu, der rechten Hand Bena Tekelas. ‘Ihr seid selbst Palmenschwinger.‘ dachte Hero und konzentrierte sich darauf, weiter einen Schritt vor den anderen zu setzen. Wahid drückte die Brust durch.
»Bena weiß, wo wir sie finden.«

Viele Schritte später klebte Hero nicht nur das Haar, sondern auch aufgewirbelter Sand im schweißnassen Gesicht. Sie mühte sie sich, mit Wahid Schritt zu halten, als er zu Bena Tekela aufholte. Was diese Männer besprachen, musste von Bedeutung sein. »Haben wir sie bald?«
»Mein Bruder, die Ahnen wissen, wohin sie uns leiten.«
‘Mit anderen Worten, ihr habt keine Ahnung, wohin wir gehen?‘ Entsetzen ergriff mit einer Kälte von ihr Besitz, die nicht gegen die Hitze half. Sie ließ sich zu Hikari und Blake zurückfallen. »Was den Kriegsplan angeht..«


Zwischendurch hatte sie begonnen, die Palmen zu zählen, an denen sie vorüberkam. Als auch diese Ablenkung nicht länger taugte, ergab sich Hero ihrem Schicksal und biss in den Apfel, den sie vor der Abreise von Hikari bekommen hatte. Sie hatte ihn von Sand freigerieben, der sich inzwischen überall an ihr festgesetzt hatte. Der Saft war köstlich. Ihrem Empfinden nach mussten sie mehrere Stunden unterwegs gewesen sein. Der Stand der Sonne am Himmel hatte sich jedoch kaum verändert. ‘Aber in dieser Wüste würde ich für nichts als sicheren Orientierungspunkt meine Hand ins Feuer legen.‘ Heros Lider waren schwer. Mehr als einmal schlurften ihre Fußspitzen über den Sand, statt sich gewohnt sicher und leichtfüßig zu bewegen. ‘Die Hitze und die Bewegung machen müde. Und dem muss ich mich stellen.‘ Sie konnte sich keine Schwäche leisten, nicht bei dem, was sie erreichen wollte.

An der Spitze des Kriegszugs wurde eine Unterhaltung laut und Hero sah nach vorn. Am Fuß der Düne, die sie überquerten, hielt sich jemand auf. Bis Hero hinzutrat, sprach der Fremde bereits mit Wahid. Der Mann war kaum größer als sie, wie Hero mit einiger Zufriedenheit bemerkte. Er besaß weißgraues, schulterlanges Haar, das strähnig über seinen eckigen Schädel zurückgekämmt war. Ein sauber gestutzter Vollbart, der die Lippen fast vollständig versteckte, ließ auf einen peniblen Charakter schließen. Das Alter hatte seine Gesichtshaut mit Furchen durchzogen und auf seiner knolligen Nase klebte Sand. In der einen Hand hielt er einen Speer wie einen Wanderstock, die andere Hand umklammerte den Stängel eines großen Palmenblattes, das er hinter sich her zog.
»Nee. Ich bin ein Händler. Außerdem heißt es „Zwerg“!«
»Ah. Und was handelst du?« Wahid verschränkte die breiten Arme.
»Dies das.« Er zuckte mit den Schultern.
»Ah.«
»Ich kann dir was zeigen.«
»Ich kenn dich nicht.« Wahid bohrte mit einem Finger in seinem Ohr.
»Ja, das haben die vom Palmenstamm auch gesagt.« sagte der kleine Händler. Wahid hielt ihm die Speerspitze unter das Kinn. Der Mann hob die Hände und wich langsam zurück. »Palmenstamm? Ich spieße dich auf und röste deine Schwarte!«
» He. He! Warte mal! Kennst du den alten Korus?«
»Was ist mit dem?«
»Der euch manchmal was verkauft hat? Und manchmal auch dem Palmenstamm? Genau der. Ich bin sein Neffe, eh, Tomm, der Händler und Holzschmied. Den alten Schlitten wollte ich nicht. Das ist mein neuer. Und die Sachen hier habe ich dem Palmenstamm verkauft.« Ächzend bückte er sich zu dem gewaltigen Palmenblatt hinter sich. Einen der darauf gelagerten Beutel packte er an einer geflochtenen Kordel und zog daran. Der Inhalt klirrte metallisch. »Nee, das nicht.« Er probierte einen zweiten Beutel, dessen Inhalt hölzern klapperte. »Hier. Sicher, dass ihr kein Interesse an meinen Sachen habt? Passt auf.« Er nahm einen geschnitzten Hammer, einen hölzernen Nagel, ein langes, gedrehtes Seil aus dem Beutel und griff nach dem Speer, den er als Gehstock nutzte.
»Sowas habt ihr noch nicht gesehen! Das hier ist ein Hammer. Und das ist ein Nagel. Gäbe es hier besseres Material.. Aber Holz tut es auch.« Mit dem Hammer trieb er den Holznagel zuerst durch das Seil und dann mit mehreren kräftigen Hieben in den Speer hinein. »Jetzt wirf ihn.« Tomm trat mit einem Fuß auf das andere Ende des langen Seils. Wahid warf. Das lange Seil rauschte hinterher. Plötzlich erstarrte der Speer mitten im Flug und fiel herab, gestoppt von dem zu kurzen Seil. »Ha. Du bist ein kräftiges Kerlchen. Stell dir vor, er hat eine Maus getroffen, ja?«
»Hat er aber nicht.«
»Hat er nicht. Aber stell es dir vor, ja?«
Wahid blickte angestrengt drein und nickte schließlich.
»Jetzt zieh das Seil zurück.« Und Wahid zog. Mit einem Ruck schnellte der Speer zurück, zappelte in der Luft und schlug dort ein, wo der Händler eben noch gestanden hatte. Tomm fuhr sich mit dem Handrücken über die schweißnasse Stirn.
»Eine Maus!« rief Wahid und deutete in die Luft am Ende des Speers. Einer seiner Stammesbrüder sah genauer hin. »Weg. Das ist meine Maus.« wies Wahid ihn zurecht. Sein Stammesbruder griff stattdessen nach Tomms Beutel. Tomm schlug die Hand weg. »Das gibt’s nur gegen Bares. Oder Wahres!« Er stemmte die Fäuste in die Hüfte. »Schließen wir einen Handel? Ich habe noch mehr von diesen Sachen. Ich nehme Nahrung oder Getränke – keinen Kokossaft – oder Informationen. Eine gibt’s umsonst: Der Palmenstamm ist hinter dem legendären Schatz her. Was sagt man dazu?«
 

Hikari

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Die Blauhaarige nickte: „Kein Problem, besser ist es bestimmt, wenn ich deinen auch noch mitnehme. Man weiß ja schließlich nie, wann man einen Speer nicht doch zum Werfen gebrauchen könnte und wenn ich zwei dabei habe, bin ich immer noch bewaffnet.“ Mit deutlich leiserer Stimme fuhr sie in Richtung Hero gewandt fort: „Außerdem scheinen die hier ihre Waffen sehr ernst zu nehmen, Gott-gewollt-und-so, lieber nicht riskieren, dass die uns noch angreifen, weil du deine Waffe nicht geehrt hast oder so.“, sagte sie und zog den Speer aus dem sandigen Boden heraus.

Wie lange waren sie schon unterwegs und wieso brannte die Sonne noch immer vom Himmel? Hikari gähnte herzhaft und vergas in dieser durchlauchten Gesellschaft die Hand vor den Mund zu halten. Na ja, es war ja keiner hier, der sie dafür rügen würde. Wie lange war es eigentlich her, dass sie zuletzt geschlafen hatte? Irgendwann auf Kyoko, oder? So lange gehörte sie noch nicht zur Hamstermannschaft, aber wenn sie so auf die letzten Stunden zurückblickte, seitdem sie mit der Boldman von dannen geschippert waren, fühlte sich ihre Zugehörigkeit zur Crew schon deutlich länger an, als sie es in zeitlicher Messung ausgedrückt tatsächlich war. Huh, ob das wohl immer so für frischgebackene Piraten war?
„Ja..?”, wurde Hikari aus ihren Gedanken von Hero gerissen, die offenbar etwas mehr auf ihre Umwelt geachtete hatte und nicht so wie die Zimmermannsfrau Füße an, Kopf aus praktiziert hatte, um Schritt für Schritt der Stammesgruppe zu folgen. Wohin sie wohl liefen…? Die Frage wurde sogleich von Hero beantwortet oder eher… Na das klang ja herzallerliebst!

„Sag mal, Hero, geht die Sonne auch nochmal irgendwann unter… ich meine, es müsste doch bestimmt schon… ah Mitten in der Nacht sein, oder? Ich bin jedenfalls todmüde. Meinst du, wir dürften auch noch eine Runde schlafen? So als Freunde des Ahnengeists?“, wehmütig blickte sie zu den Palmen-Schwingern hinüber, die stetig für die Luftzirkulation des Waffenexperten sorgten. Ob die wohl bereit wären auch für sie zu wedeln?

Der „Zwerg“ war offenbar ein Händler mit… fragwürdigem Handelsgut. Inzwischen mit an der Spitze angekommen, die im Halbkreis um den Händler stand beobachtete Hikari stumm, wie er anfing einen Speer samt… was sollte das denn sein? Eine Art Wurfleine vielleicht zum Zurückziehen? „Okay, das kann doch nicht alles sein, was hast du noch dabei?“, fragte Hikari, nachdem sie nochmals ausgiebig gegähnt hatte, mit gegen die Sonneneinstrahlung zusammen gekniffene Augen. „Das ist hochwertige Ware!“, schnaubte es von ihrem Gegenüber. War es die Müdigkeit? Die Hitze, die sich trotz der kühlenden Farbe langsam in ihrem Kopf breitmachte? Ganz gleich was es war, Hikari begann schnaubend laut loszulachen: „Das! DAS?! Das soll hochwertige Ware sein? Der Hammer ist geschnitzt, bei genügend Schwung und Kraft würde der in der Hand zersplittern anstelle eines Nagels ins Holz treiben. Ganz zu schweigen von dem was du da als Nagel bezeichnet hast! Aus Holz, dass ich nicht lache, das ist nur ein großer Splitter!“ Die Miene von Tomm verfinsterte sich zusehends: „Keiner hat dich nach deiner Meinung gefragt, dumme Ziege! Weiber, wovon haben die schon Ahnung!? Hast vielleicht einen netten Vorbau aber keinerlei Wissen über das richtige Handwerk! Dumme Gören sollten lieber ihr verfluchtes Maul halten, wenn sich die Männer über ein Geschäft unterhalten.“ Vielsagend blickte er in die Runde der anwesenden Herren und übersah wohlweislich die anwesenden anderen Frauen. Hikari blinzelte, aber Hero hatte doch gar nichts gesagt und… die Blauhaarige blinzelte erneut: „Keine Ahnung vom Handwerk, wie?“ Ohne zu zögern zuckte die Hand der Zimmermannsfrau zurück zu einer ihrer Waffen, keinen Augenblick später segelte Heros Speer durch die Luft und rammte eineinhalb Meter hinter Tomm in den Boden, nachdem die Speerspitze seine Wange gestreift hatte. „Keine Ahnung, wie?“, wiederholte Hikari nun in schneidenden Tonfall, „Du wirst dir wünschen, du wärst nie geboren, du Bastard!“, brüllte die junge Frau und wollte schon zum Angriff übergehen, als zwei starke Hände von hinten nach ihr griffen und sie festhielten. „Loslassen! Dem polier ich die Fresse! Werden wir ja sehen, was er vom schwächeren Geschlecht hält, wenn ihm eine Frau die Hucke vermöbelt hat! Den mach ich platt - LASS MICH LOS! – der Arsch hat es nicht besser verdient und es dürfte kein Problem sein, der Zwerg in Vergleich zum Schiffsbau! Das erledige ich superschnell, BLAKE LASS MICH LOS!“, zeterte Hikari mit zunehmend höher werdender Stimme, die stetig aggressiver und lauter wurde. Und bekam nicht einmal mit, dass sich Wahid offensichtlich selbst für die Freundin des Ahnengeistes verantwortlich sah und dem Händler Tomm einen warnenden Schlag verpasst und die Worte „Das ist eine Kumpanin des Ahnengeistes, benimm dich!“ gesprochen hatte.
 
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"Normalerweise würde ich ja sagen das sie es wohl nicht zu schätzen wissen wenn man Holz verschwendet. Das Problem allerdings dabei ist, wie extrem oft sie selbst Holz verschwenden..." Blake lacht amüsiert, "Aber vielleicht ist Palmensurfen ja eine Art heiliger Prozess." Witzelt er mit einem Kopfschütteln. "Hmm. Wenn eines dieser Werkzeuge deine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat können wir nur zu gerne später darüber sprechen... auch wenn ich keine Steine verwenden würde unter diesen Umständen."

Er ist sich Hitze und brütende Sonne bedeutend besser gewohnt als irgend eine Kälte. Aber nicht diese spezielle Art von Hitze. An Bord eines Schiffs herrscht ständiger Wind, gischt spritzt überall herum, Verdunstungskälte steigt von den Nassen Planken auf. Hier wiederum ist einfach gar nichts, kein Schatten, das einzige das der Wind mit sich trägt ist heisser Sand und Wasser ist rar gesät. "Uuuuuhhhhg..." macht er nur als Hikari beginnt zu zetern und hebt langsam seinen Kopf von dem Sand zu seinen Füssen, brummt und lässt seinen Blick langsam wandern. "Hmmmm..." macht er nachdenklich. Der gute Mann macht zumindest das beste aus der Situation in der er sich befindet, aber.... Hikari scheint dem nicht so ganz zuzustimmen als sie sich in einer kleinen Tirade verliert. "Warte mal warte mal..." erst einmal legt er vorsichtig seine Hand auf ihre Schulter, was sich kurz darauf ändert und er sich stattdessen an sie klammert und sie zurückhält, "Lass das! Wenn das wirklich einer der wenigen Händler auf dieser Insel ist sind wir in der Patsche wenn du ihn zu sehr verärgerst. Warte mal, was hat er gerade über dich gesagt? Dieser kleine Drecksack!" Flucht blake und zetert selbst während er Hikari noch festhält.

Doch während sie sich noch über die Beleidigungen des "Zwergs" konzentrieren wandert langsam eine zweite Gruppe über eine etwas entfernte Düne. Auf den ersten Blick lässt sich nicht all zu viel feststellen das sie von den der kleinen Gruppe des Mäusestamms unterscheidet. Auf der anderen Seite jedoch trägt eine Reihe der Leute dort einen speziellen Hut, gefertigt aus ineinander geflechteten Palmwedeln die auf beide Seiten heraushängen. Es dauert eine Weile bis Jemand die Neuankömmlinge bemerkt, doch dann wandern die Rufe langsam. "Der Palmenstamm!" "Tamm hat sie hier her geführt!" "Nein, sie jagen ihn! Sie sind neidisch das er mit uns handelt!" "Aber er handelt doch auch mit ihnen?" "Egal!"
 

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[In der Wüste im Tal]

»Sie gehen zur Geisterinsel?« röhrte Wahid, sobald Tomm erwähnte, dass der Palmenstamm hinter dem Gegenstand der Legenden her war.
»Das habe ich nicht gemeint.« Tomm hob die Hände. »Ja, sie wollen der Legende nachgehen, aber-
»Tekela! Sie sind auf dem Weg zu Insel!« Wahid stapfte zu dem Anführer seines Stammes.
Tamm krächzte und seufzte. »Das hat keiner gesagt!«
»Sie gehen zur Geisterinsel?« Auch am anderen Ende des Stammeszugs war Bena Tekelas tiefe Stimme zu hören. »Das wagen sie nicht!«
»Gut. Gut. Meinetwegen.« Tomm begann seine Waren einzusammeln und versteckte sein Lächeln. Er ließ Wahid gewähren, als dieser sich nicht nehmen lassen wollte, seine imaginäre Beute vom Ende des Speers zu entfernen.
Indes trat Hikari auf ihn zu. So beobachtete Hero, wie der Mäusestamm in Aufruhr verfiel und der kleinwüchsige, gereizte Händler sich Hikari zur Feindin machte. Hero wich zur Seite, als Blake die Zimmerfrau packte und zurückhielt. Der hitzige Streit und der aufgeregte Stamm machten die gnadenlose Sonne unerträglich. Hero schien es, als trage sie einen Backstein auf ihrem Hals. Doch der Händler hatte Hikaris Ehre empfindlich angegriffen und erntete nun die Zwietracht, die er säte.
Wahid wies Tomm in seine Schranken. Der Händler stolperte durch den Klaps des kräftigen Palmenschwingers einen Schritt zurück. Er stieß mit der Ferse den Beutel um, der zuvor geklirrt hatte, als Tomm ihn beiseitegelegt hatte. Der Inhalt ergoss sich über das Palmenblatt, auf dem er seine Ware transportierte. Glattgeschliffene Nägel, Schraubenzieher, fingergroße Hammerköpfe und Unterlegscheiben ergossen sich in einem kleinen, klangvollen Strom über das Grün des Blattes und rutschten zwischen die äußeren Blattstreben.
Tomm kniete sich sogleich daneben und kehrte Sand und in der Sonne glänzendes Werkzeug zurück in den Beutel. Hinter ihm rief der Stamm wild durcheinander, ohne ihn zu beachten.
»Vermasselt einem hier das Geschäft.« murrte er.

Erst durch die Rufe des Mäusestammes reckte Hero den Hals, um einen Blick zwischen den großen Kriegergestalten hindurch zu erhaschen. Am Ausläufer einer der Dünen, die das Wüstental umrahmten, näherte sich eine braungebrannte Horde. Statt Speeren trugen sie mehrheitlich Palmen über der Schulter. »Versammeln!« rief Bena Tekela. »Heute schlagen wir ihnen die Köpfe klein!«
»Ohne mich.« Tomm zerrte sein Blatt hinter sich her und stapfte davon.

[Oberhalb einer Düne]

Hinter der Düne lugte nur noch der Kopf des Zwerges hervor. Steingraue Augen, von schwieligen Händen abgeschirmt, musterten das Geschehen im Tal des Dünengebirges.
»Ich könnte es ein für alle Mal erledigen.« murmelte Tamm. Seine Stimme bebte vor unterdrückter Erregung. Er hatte die Blicke gesehen, die ihm das dürre Mädchen und die große Blauhaarige zugeworfen hatten. Auch dem Seebär war nicht entgangen, dass er Werkzeug bei sich trug, das die Wüstenseite von Luminoe nie gekannt hatte und vermutlich niemals kennen würde. Und war das nicht der Haken? Der klobige Mann war nicht in der Wüste zu Hause. Seine Haut hatten raue See und Salzwasser gegerbt. ‘Ganz so wie die des Kapitäns.‘ Tamm würde jeden Rubin darauf verwetten, dass sie längst die Insel unterwandert hatten. »Diese Nagetiere. Diese Hamster.« Und wenn er falsch lag? Dann hätte er beide Stämme erlegt. Um die Wilden scherte sich in der Unterwelt niemand. Effektiver konnte Mos Wedi die Insel nicht unter seine Kontrolle bringen. Im Gegenteil stand ihm dann auch die Oberfläche zur Verfügung. Da wurde Tamm klar, dass der Don nicht anders handeln würde.
Tamms Mundwinkel zuckten, als er beschloss, den Holzköpfen dort unten ein Ende zu bereiten. Und dafür müsste er nicht einmal gesehen werden.

[In der Wüste im Tal]

Während sich der Mäusestamm formierte, verdunkelte sich die Sonne. Hero sah ruckartig zum Himmel und riss die Augen auf. Zum ersten Mal, seit sie den Mäusestamm getroffen hatte, lief ihr ein Schauer über den Rücken. ‘Wunderschön. Noch gewaltiger als die letzte.‘ Ehrfurcht und Glück erfüllten sie, Zeuge dieser Urgewalt zu sein. Weit oberhalb der gegenüberliegenden Düne stand eine Wand aus Sand, die mit jeder Sekunde wuchs. ‘Das Rauschen ist fast wie das der See.‘ Staubiger Sand umgab sie wie ein Schleier.
»SANDWALZE!« brüllte Bena Teleka und zog das Wort in die Länge wie zähflüssiges Baumharz.
In voller Stärker ihrer Crew hatten sie nicht einmal daran gedacht, dem Naturphänomen etwas entgegenzusetzen. Ein Stamm kampferprobter Krieger stand ihnen jetzt zur Seite, doch die Einheimischen brachen in kopflose Panik aus. Die Wüste war ein Gegner, den sie nicht bezwingen konnten. Das erkannte auch der Palmenstamm.
»SANDWALZE!« hörte Hero den Ruf erneut.
Das Wüstenmeer türmte sich weiter auf und raste als gewaltiger Schatten auf sie zu. ‘Es ist wie eine Welle.‘ dachte Hero. ‘Nur, dass der über keine Oberflächenspannung hat. Und es kann nur bedingt auf dem Untergrund gleiten. Dann können wir auch etwas tun.‘
»Hikari! Blake!« rief sie ihren Gefährten zu. Die Müdigkeit schien wie aus ihren Gliedern verbannt. Eine einzige Düne trennte die Walze noch von der Absenkung, in der sie sich mit den Stämmen befanden. Der Sand würde sich nicht wie eine brechende Welle von oben herab über sie ergießen, sondern in das Tal überschwappen und es wie ein Gefäß füllen. Wie einige Mitglieder des Palmen- und Mäusestammes vor der Walze in Richtung der verlockenden Weite zwischen zwei Dünen zu flüchten war aussichtslos. Sie mussten an Höhe gewinnen und das schnell. ‘Und dieses Mal können wir es auch. Die nächstgelegene Düne wirkte wie ein Gefängnis, eine Mauer, an der der Sand sie zerquetschen würde. ‘Nicht, wenn wir schnell genug sind.‘
Nur einmal während ihre Beine gegen den weichen Sand ankämpften drehte sich Hero um und sah sofort, dass sich das Tal zu schnell füllte. Blake griff nach ihr und sie wusste, dass er nutzen wollte, was in seiner Macht stand, um zumindest einen von ihnen sicher zu wissen. Hero entwich seinem Griff. Eher würde sie sich von der Sandwalze überrollen lassen, als dass Blake sie wie einen Sack Reis die Düne hinaufwarf. Kurz darauf holte dieses gewählte Schicksal sie ein.

[An der Spitze einer Düne]

Während sich der Sandstaub legte, konnten Hikari und Blake ihre freien Arme nutzen, um ihre Beine aus dem Sand zu befreien. Einige Meter entfernt ragte eine zierliche Hand wie Unkraut aus dem Sand.
 

Hikari

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[In der Wüste im Tal]

Geisterinsel? Wer glaubte denn an solchen Nonsens!? Es gab schließlich keine Geister! Wahrscheinlich eher ein ritueller Ort für… Religionen oder so. Irgendwo mussten die Toten ja begraben werden, man ließ die Leichname wohl kaum in der brütenden Sonne liegen, damit sie von der Hitze gebraten werden konnten, oder!? „Ich mach mir mal meine Gedanken, vielleicht finden wir dann bei Gelegenheit den Nutzen in der einen oder anderen Idee… wer weiß? Oder sonst haben wir uns im Zweifelsfall die Zeit vertrieben…“, erwiderte Hikari deshalb an Blake gewandt, anstatt sich mit den Sorgen des Mäusestammes zu befassen. Obwohl sie vermutete, dass sie sich damit wohl erst bei ihrer Rückkehr auf der Boldman frühstens mit beschäftigen würden. So wie sich ihre Zeit bisher auf der Insel gestaltet hatte, war schließlich bisher wenig Langeweile oder freie Zeit zur eigenen Gestaltung aufgetreten.

An Schlaf wurde nicht mehr länger gedacht, während Hikari sich versuchte aus dem Griff des Älteren zu winden, ohne Blake ernsthaft zu verletzen. Er meinte es schließlich nur gut und dennoch: hier ging es um ihre Zimmerfrau-Ehre, die dieser Händler soeben besudelt hatte. Das gehörte bestraft!
Oh! Aufgrund ihres eigenen Gezeters hatte sie erst jetzt bemerkt, dass Blake ebenfalls zu fluchen begonnen hatte, sich jedoch auf Beschimpfungen beschränkte, um dem Idioten deutlich zu machen, dass er so besser nicht mit ihr umgegangen wäre.
Moment mal! Hikari stockte in ihrem Versuch sich von Blake loszureißen, als ihre Augen auf die herausgepurzelten Besitztümer des Händlers fielen. Davon hatte sie gesprochen, vernünftige Nägel, Schraubenzieher… er hatte also doch alles wichtige und da versuchte er nun die scheinbare Ahnungslosigkeit der Stammesmitglieder auszunutzen, die sie alle so herzlich dank Blake empfangen hatten!? Was für ein kolossaler Arsch! „Selbst Schuld, du Mistkerl!“, rief Hikari ihm noch immer köchelnd hinter und erntete dafür eine wüste Handbewegung.
„Blake? Blake, du kannst mich jetzt loslassen.“, wandte sich die Blauhaarige an den Waffenexperten, der sein Augenmerk aber schon auf den zweiten Stamm gerichtet hatte.
„Das ist der gegnerische Stamm, von dem vorhin erzählt wurde? Was machen wir denn jetzt? Ich wollte eigentlich niemanden einen Kopf kleiner machen, als er es verdient hätte…“, raunte Hikari in Richtung ihrer Crew-Kameraden.

Das vom Streit aktivierte Adrenalin schien sich in ihrer Blutlaufbahn nochmals zu verdoppeln, als Hikari die Sandwalze bemerkte. „Sandwalze, tatsächlich…”, seufzte sie und konnte sich in dem Moment leider nicht einmal über den Schatten freuen, welchen die immer größer werdende Sandwalze zu verantworten hatte. „Weg hier!”, rief Hikari ohne jemand bestimmtes anzusprechen.
Schnell genug waren sie trotz aller Versuche jedoch nicht und ohne sich im Eifer des Momentes wirklich dagegen wehren zu können, war die Zimmerfrau doch im Nachhinein froh darüber, dass Blake seine massive Gestalt genutzt hatte, um sie auf den letzten Metern hoch auf eine Erhöhung zu ziehen. „Meine Güte… ich dachte, dass die Sandwalzen vom anderen Stamm kommen sollten? Aber was für einen Sinn würde das machen!? Die waren ebenfalls schon im Tal angekommen… und… hörst du mich überhaupt Hero?“, hatte Hikari schon begonnen laut nachzudenken, was sie bisher über dieses Naturphänomen wusste, während sie sich beeilte den Sand zur Seite zu schieben, welcher den restlichen zierlichen Körper der Navigatorin begraben hatte.
„Alles klar bei dir?“, wollte die Blauhaarige wissen, als zumindest der Kopf von Hero wieder aus dem Sand herausschaute.


[An der Spitze einer Düne]

„Geht es allen gut!?“, rief sie in die Runde, während sie sich weiter nach herausschauenden Gliedmaßen umblickte, um den verschütteten Personen aus ihrem Schlamassel rauszuhelfen.
„Ihr verfluchten Schweine vom Palmenstamm! Versucht uns hinterrücks umzubringen.“, begann Bena Teleka sein Gezeter und zeigte mit anklagendem Finger auf den nächstbesten Palmenstamm-Anhänger, welcher noch dabei war seine Beine aus dem Sand zu befreien. „Wie war das!?“, brüllte es von anderer Stelle zurück, „Ihr seid die Schweine, versucht uns hier feige und hinterrücks auszuschalten!“ Sonderlich kreativ waren sie in ihrem Schlagabtausch ja nicht, oder zumindest hätte Hikari das auf Nachfrage nicht behaupten können. „Moment mal, seid ihr wirklich so bescheuert? Aus welchem Grund hätte der eine oder andere Stamm in ausgerechnet diesem Moment angreifen sollen, wenn gerade ALLE im Talbereich waren und somit auch alle von der Sandwalze erfasst werden konnten! Macht es nicht viel mehr Sinn, wenn es sich hier um eine dritte Partei handelt? Vielleicht ein weiterer Stamm oder irgendeine Naturgewalt, die… keine Ahnung, durchs Wetter beeinflusst werden kann?“, schloss Hikari ihre Überlegungen mit einem Schulterzucken, da sie selbst keine wirkliche Erklärung für die Sandwalzen hätte liefern können. Hilfesuchend blickte sich um, und zwar in die Gesichter jener, die nun mit nachdenklicher Miene über ihre Worte nachdachten.
 
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