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Tunnel für Nager

Kakuga

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Cf: Haltet die Hamster

Zähneknirschend stand Kakuga von ihrem schmerzenden Hintern auf und schüttelte den Kopf. Das war ein ganz schöner Sturz gewesen... Ihrem Rücken hatte das jedenfalls nicht gut getan. Außerdem war sie jetzt voller Sand, das gefiel ihr so gar nicht. Ein wenig fröstelte sie unter ihren weiten Klamotten und realisierte jetzt erst, dass sie die Hitze der Wüste wohl hinter sich gelassen hatte. Etwas erleichtert schnitt sie sich ein langes Stück Stoff aus der Extraplane, die sie von Blake erhalten hatte, und wickelte sie sich als Gürtel um die Hüfte, hübsch mit einer Schleife gebunden, sodass sie die zweite Schicht Kleidung abwerfen und wie einen Rock an sich herunterbaumeln lassen konnte, sodass ihr Oberkörper nur noch in ihren hübschen Poncho gewickelt war. Wenn sie den etwas enger zog... so, dann ging das hier unten schon etwas besser. Diese ganzen Luftpolster brauchte sie hier unten wirklich nicht...
Nach diesen kleineren Anpassungen blickte sich die Ärztin erst so richtig um. Ganz leicht war das nicht, düster wie es hier war, aber das in der Dunkelheit sanft fluoreszierende Moos, das an den steinernen Wänden wuchs, half dabei, dass Kuga sich nicht vollkommen verloren fühlte. Sie war wohl in einer Art Höhle gelandet... eine Meereshöhle. Die feuchte, modrige Erde auf dem Boden war ein klares Zeichen dafür, und wenn sie ihre Finger über die Höhlenwand strich, spürte sie auch das unebene, kratzige Gestein, das darauf hindeutete, dass es von Wasser geschliffen würde. Wenn das hier eine Höhle war, in der Ebbe und Flut herrschten, war es eine realistische Gefahr, dass sie hier drin ertrinken konnte. Nervös biss Kuga die Zähne zusammen und schaute, ob sie ein Zeichen ihrer Begleiter sah. Mit etwas Glück waren Blake, Heroe und Hikari alle in Sicherheit, aber Boris war auf jeden Fall heruntergefallen. Den sah sie allerdings noch nicht...

„Hey, Boris!“, rief sie laut und hörte ihr Echo widerhallen, gemischt mit dem sanften Klang von Wassertropfen, die von der Decke fielen. Die musste ja ziemlich löchrig sein, wenn sie einfach hindurch gerutscht war... Langsam und vorsichtig einen Schritt vor den anderen setzend begab Kakuga sich auf die Suche nach ihrem Kapitän, rief wieder seinen Namen aus. So weit weg konnte der doch nicht gefallen sein...
 
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Boris

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Hm... feucht. Oben mag es so etwas wie eine Wüste sein, hier unten war es wohlig und salzig und all die guten Dinge. Sich an den Stein zu schmiegen fühlte sich gemütlich an, fast so wie im Mutterleib. Zumindest im Fall von Säugetiere, wobei in einem Ei zu sein auch warm und wohlig sein sollte. Nicht, dass sich diejenigen, die diese Erfahrung gemacht hatten sich daran erinnern... eigentlich erinnern sich auch Säugetiere nicht an den Mutterleib, weswegen diese gesamte Metapher schon von etwas ausgeht, wovon es keine zuverlässigen Zeugen gibt, ohne Messung oder gar mathematischen Beweis, also sollten wir an dieser Stelle mal von dieser Aussage Abstand nehmen und es neu formulieren wie: Es war echt nass, triefend und irgendwie warm und kalt, mit den Steinen zu kuscheln, aber auch ziemlich nett.
Der Tunnel war schwach mit Moos beleuchtet und kleinen fliegenden Insekten, die fast schon an der Decke klebten. Hier und da sah man einen Büschel, der genauso leuchtete wie das Moos, es war so, dass jedes Lebewesen hier leuchtete. Blumen mit murmelgroßen Blüten sahen aus wie Sterne am Nachthimmel, es war ein magischer Ort, ein Moment wie man ihn in einem Gemälde einfangen wollte.
Die Augen bewegten sich, versuchten alles einzufassen. Das linke ging etwas schwerfälliger, nicht in der Lage den schnellen Bewegungen des rechten Augapfels wirklich zu folgen. Die Haut war benetzt mit Tröpflein und Sandkörnern. Die Zunge war trocken und hing zwischen den Lippen heraus.
Es war Zeit sich aufzumachen. Es war an der Zeit einen anderen Ort aufzusuchen. Es war an der Zeit etwas zu tun. Zumindest nahm sich das die Schlange vor, kurz bevor sie von einem schweren Stiefel zertreten wurde. „Puc, BORIS ist in etwas getreten! Oho, eine leuchtende Liane! Das wird BORIS helfen.“ Manche Leute passen einfach nicht auf.


Mit der neuen Liane um den Arm geschlungen, suchte Boris die Höhle ab. Er hatte es stets gewusst, dass er fette Schläge hatte, aber in letzter Zeit wurde es schon abartig. Wer hätte gedacht, dass sein BORIS Krach!!! schon stark genug war, um ganze Höhlensysteme in Fels zu schlagen!? „BORIS muss lernen, mit dieser Verantwortung umzugehen...“
„Quiek?“, kam es aus dem neu gebundenen Turban hervor.
„Das hier hat BORIS getan... wenn BORIS nochmal zuschlägt, mag die ganze Insel auseinanderbrechen.“
„Quiek?“
„Na, die Höhle hier.“
„Quiek. Queeek, quiek, qu, qu, kwiekk.“
„...sicher?“
Puc konnte dazu nur nicken. „Quiek.“
„Wasser ist gefährlich. BORIS muss noch härter zuschlagen.“, murmelte der kahle Kapitän in Ermangelung eines Bartes in sein unbehaartes Kinn. „Nun ist die Frage, wo die Nakama von BORIS sind. Soll BORIS es so wie in Modaha machen?“
„Quiek?“
„Na, Löcher in die Wände schlagen für eine Abkürzung.“
„Quiek!“
„Puc, seit wann bist du so engstirnig? Früher hättest du gesagt, dass es cool sei.“
Fassungslos berührte der junge Krieger seine Backen, als ob er gerade realisierte, dass er unangenehm langweilig geworden ist. „Quiek?!“
„Ja.“
„Quk...“, antwortete der Nager, vollkommen kraftlos und unsicher, wie er mit dieser Einschätzung leben soll. „Quiek. Queick!“
„Wirklich?“
„Quiek.“, nickte Puc in Zustimmung.
„Hier kommt BORIS! BORIS Krach!!! Mit einem Schlag, zerschmetterte Boris die Wand vor sich und öffnete damit einen weiteren Gang. „Puc, du und BORIS sind hier bald raus. BUAHAHAHAHA!“
Jedoch hatten sie nicht damit gerechnet, dass der Lärm wie ein Magnet wirken würde...
 

Kakuga

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„Das Moos leuchtet also im Dunkeln... was da wohl für Inhaltstoffe drin sind...?“, murmelte Kakuga vor sich hin, ihr Interesse als Forscherin geweckt. Noch hatte sie ihre Kameraden nicht gefunden, aber auch nichts, was gefährlich wirkte. In vermeintlicher Sicherheit und vermutlich nicht weit von ihrem Kapitän ergab sie sich also ihrer neugierigen Natur und betrachtete ein Moosbüschel, das am Boden begann und sich Stück für Stück die steinerne Wand hochgearbeitet hatte. „Ich wünschte, es wäre ein wenig heller...“, fuhr sie fort und sah sich in der dunklen Höhle um, in der wenig mehr als die Silhouetten der Wände im schwachen Leuchten der indigenen Flora auszumachen waren. Eine Fackel wäre vermutlich nützlich, aber natürlich gab es in einem Feuchtgebiet wie hier nicht viele trockene Stoffe zum Anzünden. Mit einem selbstbewussten Grinsen zog die Hakai ein paar kleine Handbücher aus ihrer Arzttasche – „Infektionen für Dummies“, „Erste Hilfe für Dummies“, „Knochenbrüche für Dummies“ und Ähnliches – und klappte sie auf. Wie viele Leute hatten ihr schon gesagt, dass eine gute Ärztin so etwas nicht mit sich herumschleppen musste? Tja, jetzt würden sie ihre Worte sicher zurücknehmen! Das Moos von der Wand ziehend, legte sie Stücke davon in die Büchlein und drückte sie fest zu, presste die feuchte Pflanze zwischen den Seiten zusammen, sodass sie in nicht allzu langer Zeit getrocknet sein würde. Dann brauchte sie nur so etwas wie einen Stock und musste es irgendwie anzünden, und schon hatte sie eine funktionstüchtige Fackel! Brillant! Ein bisschen Moos füllte sie auch unbeschädigt in ein kleines Fläschchen, um im Nachgang alle Inhaltsstoffe untersuchen zu können, und packte dann all ihre Funde zusammen in ihre Tasche. So, jetzt konnte sie sich wieder darauf konzentrieren, ihre Crew zu finden...

Ein lautes Krachen brachte Kuga dazu, zusammen zu zucken, und sie überlegte. Boris war hier unten. Laute Geräusche waren oft ein Zeichen von Boris. Andererseits waren laute Geräusche auch oft ein Zeichen von Gefahr. Gleichzeitig lag das Geräusch aber auch in der Richtung, in die Kakuga ohnehin hatte gehen wollen. Eine sanfte Bewegung der Luft war in der Höhle zu spüren, ein schwacher Wind, der auf einen Ausgang hindeuten konnte. Es gab verschiedene Erklärungen für Bewetterung in Höhlen, aber wenn sie eine Chance dazu hatte, den Ausweg zu finden, dann wollte sie diese auch ergreifen. Gekoppelt mit der Möglichkeit, auf Boris zu treffen, war das der einzige Weg, den sie wirklich einschlagen konnte. Dem Krachen folgend legte sie also ihre rechte Hand an die Wand neben sich, bewegte sich leise durch die Gänge hindurch. Etwas nervös war sie ja schon... Wer wusste, was da alles auf sie warten konnte? Vor Allem hielt sie sich ja eigentlich sehr genau an die Wand und griff trotzdem plötzlich ins Leere! Anstatt sich hier normal zu biegen, wirkte es fast, als wäre die Wand einfach eingebrochen... Unten an ihren Füßen zuckte ein kurzes Blitzen auf und sie blickte hinab, sah das Geröll, das sich dort gesammelt hatte. Tatsache, diese Wand hatte jemand mit Gewalt zerstört.
Das Licht selbst, das hier und da aufblitzte, war eine kleine Echse, die zwischen den Steinen hin und her huschte. Obwohl, vielleicht war es keine Echse, eine Art Lurch würde als Amphibie besser an diesen feuchten Ort passen... So oder so stieß es das gleiche, sanfte Licht aus wie das Moos, das sie bereits gesammelt hatte. Was für einen Zusammenhang es da wohl gab? Ob die Tiere die Pflanzen färbten? Die Pflanzen die Tiere? Oder waren es irgendwelche Stoffe, die hier im Sediment steckten und die Fauna und Flora über längere Zeit verändert hatten...?
Ohne viel Zeit zu überlegen schnappte sich Kakuga eine Pinzette und ergriff damit den schleimigen Schwanz des Tieres, sodass sie es vor sich heben konnte. Gerne hätte sie es genauer begutachtet, aber wenn hier etwas oder jemand war, der Wände zerstörte, dann musste sie aufmerksam bleiben. Nur für den Fall, dass dieses Etwas nicht die Person war, die sie vermutete. Das arme Wesen baumelte wie eine Laterne vor dem ausgestreckten Arm der Ärztin, während diese durch den von Menschenhand geschaffenen Weg durch die Wand trat. „Boris, bist du da?“, rief sie noch einmal, folgte den Spuren der Zerstörung. Wäre doch gelacht, wenn sie ihren Kapitän nicht fand...
 

Boris

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Kara Ben Ir – Ira Mos Anwesen
Ira Mos Wedi schaute von seinem Balkon auf die Leuchtende Garde. Natürlich leuchteten hier alle Bewohner, doch die Leuchtende Garde war die von ihm selbst benannte Gruppe von Elitekriegern, die er sich mit viel Geld gekauft hatte. Sie exerzierten auf dem Platz seines Anwesens und machten sich bereit, was in dem Händler selbst große Aufregung und Vorfreude brachte. Reichtum, Macht und Ruhm. Man sagte, dass Gold Roger all das hatte, doch hatte dieser Narr am Ende nur das Schafott gefunden. Wieso der Piraterie angehören, wenn man stattdessen sich zum König krönen lassen konnte?
Natürlich hatten Piraten ihren Nutzen. Es gab hier auf der Insel einige an Störenfrieden und Rivalen zu bekämpfen. Deswegen kam das Angebot des Dons Ira Mos Wedi ganz gelegen: Der Don würde Luminoe zu seinem Territorium hinzufügen, während der Händler der Herrscher sein würde. Sobald das erst etabliert war, konnte Ira Mos Wedi nicht mehr verlieren.
Er trank aus seinem Kelch Wein und ging seinen Tag mental durch. Er hasste es, dass diese Teufelseinheit, die Elitetruppe des Dons, nicht unter seinem Kommando war und dementsprechend nicht einfach nur das tat, was man ihnen sagte. Er hatte nur zwei von denen in seinem Anwesen als Gäste und die eine benahm sich wie eine Königin, während der andere sich wie ihr Diener unterwarf. Nun, sie sah schon etwas schnucklich aus, aber nein, das war keine Frau, viel zu klein, viel zu höhnisch. Es hätte Spaß gemacht, sie zu brechen, sie sich zum Eigen zu machen und sie seinem Harem hinzufügen, doch war diese Schnepfe nicht sein Typ und es würde gefährlich sein, sich an jemanden vom Don zu vergreifen, solange Ira Mos Wedi noch nicht der erste König Luminoes war.
Jedoch war es bald an der Zeit, die beiden zu benutzen. Er hatte den einen oder anderen Rivalen in dieser Stadt und wenn halt ihr Besitz und Leben durch Piraten vergehen würde, wer könnte den berühmten und genialen Händler Ira Mos Wedi denn beschuldigen?
Heute war es an der Zeit, ein paar Besuche zu machen. Er musste unbedingt in das Kolosseum, um sich mit seinen anderen Kontakten zu treffen. Außerdem würde er später noch vor dem Konzert zu einer „richtigen“ Frau gehen. Einer, wo er selbst einiges in Bewegung gesetzt hat, um sie auf diese Insel zu bekommen.

Unterwelthöhlen
Mit einem Schlag hat Boris eine Kuhle in eine weitere Wand reingeschlagen. „Ha! Diese Wand ist einfach nur dicker.“
„Quiek!“
„Da hast du vielleicht Recht.“, bemerkte der Glatzkopf, während er die mit Steinstaub belegten Arme verschränkte. Fühlte sich fast an wie Holzstaub, nur irgendwie steiniger.„Doch ist das die coole Antwort?“
„Quiek...“
„Deswegen nochmal mit Schmackes! Und wenn kein Weg dahinter ist, dann macht BORIS einen neuen! Buahahahaha!“ Man merkte, wie Boris mit jedem Schlag seinen Körper stärker und härter machte, ganz so als wäre er noch ein Eisenrohling, der noch einen langen Weg vor sich hatte, um zu einer stählernen Klinge zu werden... oder vielleicht auch ein Vorschlaghammer, zumindest was die Subtilität angelangte.
Plötzlich gab Puc eine Warnung, während er von Boris Kopf an die Wand hüpfte. „Quiek!“ Er krallte sich am Stein fest und kletterte etwas unbehelfsmäßig auf einen kleinen Steinvorsprung, der durch die Risse, die Boris in die Wand gehauen hat, die Hinterpfoten zappelten und wackelten, während sie versuchten auf dem Stein den notwendigen Halt zu finden.
Der Warnung folgend, drehte der Pirat seinen kahlen Kopf um. „Hä-Harmph!“ Nur um einen Streitkolben in die Fresse zu bekommen. Der Führer dieser Waffe war ein muskulöser, doch schlanker Zeitgenosse, der in brauner, doch leichter Kleidung umherging. Man sah an Armen und Beinen Metallreifen, das Haar war dunkelgrün und Kraus, doch etwas war merkwürdig an diesem Genossen.
Es war nicht sein Gesichtsausdruck gemeint, der aber ziemlich ulkig war, das eine Auge zugekniffen, das andere weit aufgesperrt, der Mund verzerrt, als ob er nicht glauben konnte, was er mit eigenen Augen sah. „Ihr Wilden seid wirklich zäh!“, rief er verwundert aus, während er blitzschnell seine Waffe zurückriss und nochmal im Bogen gegen Boris Rippen führte... oder eher auf die Muskeln, die über diese lagen. „Wie fühlt sich das an?“
„Wie einmal streicheln.“ Natürlich tat das weh, immerhin war das massives Metall, aber wahr zu seiner Persönlichkeit tat es Boris als eine Nichtigkeit ab und sperrte die Schmerzen ganz tief in seinem Kopf ein. Platz darin war immerhin genug. „Aber BORIS versteht... Du hast von einer Teufelsfrucht gegessen!“
Fürwahr leuchtete der andere Krieger und da das nicht normal war, musste es wegen einer Teufelsfrucht sein.
Boris hat nämlich ja neulich gelernt, dass es Teufelsfrüchte gibt und sie ihren Besitzern besondere Fähigkeiten geben. Er wusste inzwischen, dass er selbst eine gegessen hatte. Ohne den Professor hätte er vielleicht noch über Monate oder gar Jahre gebraucht, bis er darauf gekommen wäre, dass seine besonderen Kräfte der Verwandlung seines Körpers in Werkzeuge nicht einfach nur daher kommt, das Boris echt stark, männlich und cool war.
Aber wenn es gegen einen anderen Teufelsfruchtnutzer ging... „BORIS hat keine Ahnung, was genau deine Leuchtkraft ist, deswegen wird BORIS einfach alles geben.“ Ein Schritt und Boris hatte statt seiner üblichen Pranken Sägeblätter. Ein zweiter Schritt, und die Sägeblätter blähten sich in Größe und Masse auf. Der dritte Schritt klang komisch, da plötzlich statt der Füße Hammerköpfe da waren, während der vierte Schritt sie auch aufbliesen. Dann wurde er mit dem fünften Schritt größer, da die Stiele der Hämmer seine Unterschenkel ersetzten.
So stand ein monströses Ungetüm vor einem Krieger, der nie in seinem Leben von Teufelskräften gehört hatte und natürlich selbst auch keine Unze davon intus hatte. Ein mutiger und tapferer Krieger, der einem armen Händler als Schutz gegen die einheimischen Tiere als Freund und Leibwächter diente und einfach nur nachschauen wollte, was für den ganzen Krach verantwortlich war...
 
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Kara Ben Ir:
Das Geräusch von Schritten erfüllte den offenen Pool Bereich des Nobelhotels. Diese verstummten und wurden vom Klirren von Glas ersetzt, ehe sie wieder einsetzen und langsam verhallten, ehe wieder Stille einkehrte.
Eine Hand griff zum eben gelieferten Cocktail und führte den Strohhalm langsam zu roten Lippen.
Diese umschlossen die Trinkapparatur. Die Flüssigkeit kroch langsam am Halm hinauf, ehe sie hinter den roten Lippen verschwand.
Der Cocktail wurde wieder auf den Beistelltisch abgelegt und die freie Hand griff wieder nach der Zeitung. Nicht viel Neues war darin zu lesen. Nur ein Artikel war interessant für die Sängerin.
Es ging um die Hamsterpiraten und dem beiliegenden Steckbrief.
"50 Millionen Berry also? Nicht besonders viel für die Grand Line, aber auch nicht wenig. Wenn man bedenkt, ...", wurde sie aus den Gedanken gerissen, als sie ihr bekannte Schritte wahrnahm. Es war das Schuhwerk von Adrian Fox, ihrem "Manager". Nun, Sklavenhalter wäre wohl der passendere Begriff gewesen, doch würde er sich selbst niemals so bezeichnen. Schon gar nicht als Langarmmensch, die ebenso von einigen Individuen gesucht, wie sie es selbst wurde. Und das nur, weil sie lange Beine hatte. Schon etwas merkwürdig.
Die Sängerin blickte nicht auf von ihrer Sonnenbrille und blieb weiterhin vertieft in ihren Zeitungsartikel über die Hamsterpiraten.
Ihr Manager dagegen machte keine Anstalten sie zu begrüßen oder anderweitig auf sich aufmerksam zu machen.
Er setzte sich auf die Sonnenliege gleich neben ihr und zündete sich eine Zigarre an. Er zog mehrmals daran, ehe er den Rauch aus seinem Mundraum entweichen ließ und die Zigarre mit den Zähnen fixierte.
"Wie lange wollen wir eigentlich noch hier bleiben? Sollte nicht längst der nächste Auftritt auf einer anderen Insel geplant sein?"
Die Schwarzhaarige kannte ihren Manager schon sehr lange. Er war für sie beinahe wie ein Freund. Aus diesem Grund wunderte es sie, warum sie bereits eine Woche hier auf der Insel verweilten. Fünf Tage war bisher das Maximum gewesen, doch diesmal überzog er deutlich und merklich.
Irgendetwas war anders.
Adrian zog an seiner Zigarre, ehe er antwortete:"Wüsste nicht, was es sich hier zu beschweren gibt. Wir haben das beste Wetter der Grand Line und wahrscheinlich sogar den besten Service der Insel! Es ist beinahe das Paradies", gab der Langarmmensch mit dem langen, braunen Rasta von sich. Und er hatte recht. Die Beiden hatten schon viel schlimmere Unterkünfte gehabt und deutlich schlimmeres Wetter. Besonders Winterinseln waren grässlich. Kaum Sonne, nur kalte Temperaturen und die Gemüter der Inselbewohner waren ebenso eingefroren und schwer zu erwärmen. Dennoch hatte sie es geschafft. Was die Winterinseln nicht weniger ertragbar machten.
Dennoch kannte Mary die Geschäftigkeit, mit der Adrian lebte mehr als gut. Kaum hatte die Sängerin 3 - 5 Konzerte quer über die Insel gegeben, schon waren sie wieder verschwunden. "Künstliche Verknappung" hatte Adrian dies genannt, was auch immer er damit gemeint hatte. Doch diesmal wurde nicht verknappt.
"Aber du hast recht. Normalerweise wären wir schneller weg gewesen, als ein Hamster mit unverschlossener Käfigtür, muamuamua!
Doch ich habe dir deine bisher größte Aufführung verschafft!"

Da wurde die Sängerin hellhörig. Sie konnte gar nicht anders, als den Artikel über die Hamster zu ignorieren und sich mit dem Blick über ihre Sonnenbrille ihrem Manager zuzuwenden.
Als dieser merkte, dass er die Aufmerksamkeit seines Goldkehlchens hatte, fuhr er fort.
"Etwas, was Die Welt von dir bisher noch nie gesehen hat! Tausende werden deiner Stimme lauschen, während du den Kämpfern Mut und Tapferkeit schenkst! Es wird wahrlich atemberaubend!"
Adrian kam aus dem Staunen beinahe gar nicht mehr heraus. Es klang aus seinem Mund wirklich wie ihr bislang größter Auftritt. Und ihre Chance zu ihrer Gefangenschaft zu entkommen!
"Ich soll also in der Arena ein Stimmungslied für die Kämpfer singen? Wer bezahlt dich? Der Veranstalter?"
Der Gesichtsausdruck von Adrian wurde deutlich ernster und zurückhaltender. Mit dem Ansprechen des Auftraggebers war die gute Laune dahin.
"Nein, es ist ein Mann namens Ira Mos Wedi. Er ist hier ansässig und hat ausdrücklich darum gebeten. Zuvor will er dich sogar noch treffen."
Die Sängerin schwieg zunächst. Zu viele Gedanken quälten sie. Sie musste erst Ordnung schaffen. Der Auftritt in dieser Kampfarena würde sie landesweit berühmt machen. Vielleicht würde es sogar einen Zeitungsartikel über ihren Auftritt geben! Das wäre endlich die Aufmerksamkeit, die sie sich immer gewünscht hatte. Doch wer war dieser Ira Mos Wedi. Bislang hatte sie diesen Namen nicht vernommen. Weder den Vor- noch den Nachnamen. Aber wenn er das nötige Kleingeld und die Kontakte hatte, um ihr solch einen Auftritt zu ermöglichen, war dies doch zu ihrem Vorteil.
Zudem gab es ihr die Möglichkeit, ihren Plan weiter zu vertiefen.
"Bei diesem Kampfgelage gibt es doch sicherlich etwas zu gewinnen. Du weißt nicht zufällig etwas darüber?"
"Keine Ahnung. Darüber werden hier Geheimnisse gemacht, als wäre es irgendein Landesschatz. Ich wollte schon Ronny und Lonny mitmachen lassen, aber wenn ich nicht weiß, was der Preis ist, will ich ihre Gesundheit nicht aufs Spiel setzen", sprach Adrian etwas enttäuscht. Er wollte zu gerne wissen, was der Preis war. Ronny und Lonny waren die "Bodyguards" von Mary. Diese waren genauso wenig Bodyguards, wie Adrian ein Manager war. Sie waren seine Wachhunde. Zwei normalgroße Menschen, die ausgerechnet auch Zwillinge waren. Was ihre Intelligenz anging, mussten sie diese im Mutterleib geteilt haben. Die Beiden waren dumm wie Bohnenstroh. Dies gleichten sie mit ihrer Kampferfahrung mehr als deutlich aus. Wenn es um Zusammenspiel ging, waren sie wohl unschlagbar. Und Mary hatte ihre Teufelskräfte noch nicht mitgerechnet, die sie bislang geheim gehalten hatten. Doch allein ihre physische Kraft und ihr taktisches Vorgehen hatte bislang ausgereicht, um die Schwarzhaarige an Adrian zu binden.
"Lass sie trotzdem teilnehmen. Mein letzter Fluchtversuch ist wie lange her? Ein Jahr und 3 Monate? Die Jungs rosten noch oder sterben vor Langeweile. Sie brauchen etwas Auslastung", schlug die Schwarzhaarige vor. Sobald die Beiden von den Kämpfern in der Arena besiegt wurden, hätte sie deutlich leichteres Spiel, um zu entkommen. Und wenn sie es zusätzlich schaffte, die Hamsterpiraten zur Arena zu locken, wäre damit ihre Flucht von dieser Insel geglückt.
Nur gut, dass sie bereits alles dafür in die Wege geleitet hatte. Jedem fahrenden Händler, dem sie auf dem Weg nach Kara Ben Ir begegnet waren, steckte sie einen Zettel zu, mit der Bitte ihn an Boris zu übergeben. Glücklicherweise dürfte es auf dieser Insel kaum Einwohner mit diesem Namen geben. Und sollte die Crew hierher unterwegs sein, sollten sie an den fahrenden Händlern vorbeikommen. Die lebten ja quasi davon, Menschen in der Wüste mit Lebensmitteln und Wasser zu versorgen, sofern sie die Berry dafür hatten.
Ein Händler war ihr in besonderer Erinnerung geblieben. Er war in Begleitung von einem Kämpfer gewesen, welcher einen Streitkolben mit sich trug. So eine Waffe ist nicht sehr häufig anzutreffen und verbleibt im Gedächtnis.
Die Schwarzhaarige trank den Rest von ihrem sehr süßem Cocktail, ehe sie aufstand und sich zum Gehen bewegte.
"Wo zum Henker, willst du hin?!"
"Ich werde mich umziehen. Du willst doch nicht, dass ich unseren Auftraggeber im Bikine begrüße, oder? Ist dir das Eva-Kostüm lieber", fragte sie ganz ungeniert und begann damit, die Schnüre der Bademode langsam zu öffnen.
"Bloß nicht! Was soll er den nur von uns denken, verrücktes Weib!? Zieh das Kleid an, dass du gestern gekauft hast. Es passt in diese Kultur und zeigt auch nicht so viel von dir", gab er schwitzend von sich. Irgendwas schien er dagegen zu haben, dass sie so freizügig war, aber das störte sie nicht. Sie nutzte es nur, um ihn ein wenig zu necken und sich so ein wenig den Alltag zu versüßen.
Mit einem Lächeln auf dem Gesicht verschwand sie im Inneren des geräumigen Zimmers und schritt auf den begehbaren Kleiderschrank zu und zog sich für diesen Ira Mos Wedi um.
 
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Kakuga

Pirat
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„Das darf doch wohl nicht wahr sein...“
An die feuchte Wand der Höhle gepresst sah Kakuga um die Ecke und betrachtete diesen Anblick, mit dem sie eigentlich hätte rechnen können. Da war er, Boris der Zerstörer, und hatte sich jetzt schon mit einem der Einheimischen angelegt, der offenbar versuchte, furchtlos zu wirken, während er vor dem Werkzeug-Monstrum zu schrumpfen schien. Sie waren noch keine halbe Stunde hier unten – oder vielleicht doch, das Zeitgefühl der Ärztin war nach dem Sturz etwas durcheinander – und schon legte sich ihr Kapitän mit den Einheimischen an! Hatte er das oben in der Wüste nicht auch getan? Schockierend, wie manche Menschen andere Lebewesen so ganz ohne Rücksicht und Respekt behandeln konnten...
Den Schweif ihres leuchtenden Salamanders noch immer fest in ihrem Griff schlenkerte sie das Tier hastig hinter ihren Rücken und ignorierte dabei gekonnt das panische Strampeln, mit dem es zu entkommen versuchte. Es wäre unglücklich, wenn sein Licht ihre Position preisgab, ehe sie die Szene ausreichend beobachtet hatte. Beobachtung war schließlich das Herz jeder Forschung, daher wollte die Hakai genau wissen, worauf sie sich einließ, ehe sie hinter der Wand hervorkam. Boris Gegenüber wirkte nämlich auch ziemlich ungewöhnlich. Genau wie das Reptil und/oder die Amphibie in ihrer Hand leuchtete er im Dunkeln in einem ziemlich ungesund gelblichen Ton, der die Höhle um ihn herum deutlich besser beleuchtete, als es das kleine Tier oder die einzelnen Pflanzen, die sich hier und da ausbreiten, konnten. Bedeutete das, dass jedes Lebewesen hier unten fluoreszent war? Oder lumineszent? Vielleicht sogar phosphoreszent? Als vollblütige Wissenschaftlerin war Kakuga sich fast sicher, dass es zwischen diesen Begriffen einen Unterschied gab!
Wo der Schein des Mannes enden wollte, konnte sie, wenn sie genau hinsah, auch noch eine weitere Person sehen. Ihr nicht unähnlich stand da jemand an eine Wand gedrückt und verfolgte das Geschehen vorsichtig aus der Sicherheit eines anderen Ganges, sodass nur etwa die Hälfte seines Körpers sichtbar war. Sie waren in einer sehr ähnlichen Position, wenn man ignorierte, dass es sich bei ihm um einen kleinen, stämmigen Mann handelte, dessen übergroßer Rucksack deutlich weniger elegant aussah als die Arzt-Handtasche, die noch immer über Kakugas Schulter hing, auch wenn die größtenteils durch ihren selbstgemachten Poncho verdeckt wurde. Jedenfalls schien der ängstliche kleine Kerl dahinten den Krieger zu kennen, der Boris im Weg stand... und er wirkte nicht aggressiv. Vermutlich war auch er der intelligente Teil eines Zweiterteams, dessen andere Hälfte sich selbstständig in einen Konflikt verwickelt hatte. Einen Konflikt, den sie wohl lösen musste!

„Stopp! Halt! Stopp! Nicht zuschlagen! Niemand muss zuschlagen!“, rief Kakuga aus, während sie aus ihrem Versteck hervorsprang und mit ihrer Echse wedelte, um die Aufmerksamkeit der beiden stolzen Männer auf sich zu ziehen. Hastig lief sie auf Boris zu und sah dabei seinen Gegner an. „Wir sind nur Reisende! Wir haben nicht die Absicht, jemandem wehzutun! Wenn überhaupt brauchen wir jemanden, der uns sagen kann, wie wir zur nächsten Siedlung kommen!“ Wenn die Wilden in der Wüste irgendein Indikator waren, war es vermutlich zu viel erwartet, hier ein Dorf oder gar eine Stadt zu sehen, aber wenn sie nach einer Siedlung oder einem Stamm oder wenigstens einem Zelt sprach, dann musste man sie doch verstehen!
„Und du! Hör auf, Unsinn zu machen, wenn ich nicht dabei bin, Boris!“, meinte sie kopfschüttelnd und gab ihrem Kapitän einen Klaps gegen eins seiner Sägeblätter, das mit einem metallischen Geräusch zu wackeln begann. Etwas überrascht blickte sie darauf hinab. „Oh wow, das fühlt sich ja so gar nicht mehr wie Haut an...“, meinte sie nachdenklich und ging in die Hocke, um ihre Hand auf die verwandelte Pranke zu legen, achtsam, um nicht den schneidenden Part zu berühren. „Das ist eindeutig Metall... Ist das richtiger Stahl? Haben Stahl und der menschliche Körper eventuell gemeinsame Bestandteile, die diese Verwandlung ermöglicht? Oder...“ Nachdenklich murmelte sie vor sich hin, während ihre bisher versteckte Hand aus ihrem Poncho hervor glitt, um mit der Spitze ihres Skalpells gegen das Blatt zu drücken. Es gab leicht nach, ließ sich aber nicht schneiden. Ihr Blick fiel hinab auf die Hammerbeine ihres Kapitäns.
„Es ist also nicht nur der tatsächlich funktionale Teil des Werkzeugs, sondern auch der Griff...“, fuhr sie fort, jetzt auf allen Knien, während sie verzweifelt versuchte, in das harte Holz von Boris Beinen zu schneiden. Ihr Grinsen wirkte gerade ziemlich hungrig, schließlich bekam sie nicht zu oft die Gelegenheit, live an den Teufelsfrucht-Teilchen ihres Kapitäns zu experimentieren. „Ich wusste nicht, dass du sie so groß machen kannst... Geht das immer? Kannst du die Größe immer variieren, Boris? Oder ist das eine neue Entwicklung? Es kann nicht sein, dass ich darauf einfach nie geachtet habe... oder? Oder? Nein, nein, natürlich nicht. Entweder hast du es geheim gehalten, aber ich bezweifle, dass du die mentalen Kapazitäten dazu hast, oder...“
Inzwischen brabbelte sie nicht einmal mehr über ihre aktuellen Beobachtungen, sondern über Thesen dazu, wieso sie sie noch nicht gemacht hatte. Der leuchtende Krieger wirkte mehr als verwirrt, hatte aber wenigstens seine angriffslustige Haltung abgelegt. Auch der Händler, den er hatte beschützen wollen, kam langsam aus seinem Versteck hervor. Irgendwie wirkte dieser Boris gar nicht mehr so angsteinflößend... auch wenn das eventuell an der gruseligen Frau liegen konnte, die ihm zu Füßen lag, ein Messer in der einen und eine Echse in der anderen Hand...
 

Boris

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Unterwelthöhlen
Boris sah mit starren Augen in die dunklen und tiefen Augen der Ärztin und bewegte etwas unschlüssig seinen Kiefer und seine Zunge, während er gerade versuchte sich zu einer Antwort zu mausern, auch wenn es dabei ein großes Problem gab: Er ist bei den Fragen nicht hinterher gekommen. Also war der einzige Weg das zu lesen der, die Arme wieder zurückzuverwandeln um sie verschränken zu können und dann mit selbstbewusster Miene und einem langsamen Nicken zu sagen: „BORIS ist halt toll, nicht wahr? Buahaha!“
„Ihr seid scheinbar keine der Wilden. Was seid ihr denn dann?“ Diese Frage kam von dem Krieger, der anscheinend nicht mehr kämpfen wollte.
Da Boris kein Kaugummi und keine Ärsche zum Treten hatte, überlegte er für einen Moment, weswegen er eigentlich noch hier war. Aber die Frage des Fremden war die perfekte Vorlage mal wieder etwas klarzustellen: „BORIS und Kakuga sind Piraten!“
Sofort hob der Krieger wieder seinen Streitkolben, bereit Boris und Kakuga eins auf die Fgresse zu geben, aber die Schwarzhaarige fuhr schon wieder dazwischen und begann mit dem Fremden zu meckern: „Hey, hör auf mit dieser vollkommen... angemessenen Reaktion, jetzt wo ich drüber nachdenke, immerhin sind wir Piraten... Also, macht weiter, denke ich?“
„Adfin, senk die Waffe.“, kam nun ein kleiner Mann mit riesigem Rucksack dazu, der so aussah, als würde er sich am liebsten verkriechen. „Die beiden scheinen zwar Piraten zu sein, aber sie sehen so nett aus. Also, auf den ersten Blick zumindest. Näher betrachtet sieht sie aus wie ein sabberndes Etwas, was gerade dabei ist, sich einen Riegel Schokolade hineinzustopfen und er ähnelt einem Grobian, der noch nie eine Kneipe betreten hat, ohne sich in dieser zu schlagen, aber die sehen trotzdem ganz nett aus, du verstehst?.“
„Kein Stück, Sawwat,“ seufzte der Krieger während er die Waffe senkte, „Aber gut.“
„Quiek?“, meldete sich Puc, der sehr gespannt war, wie der Kleine ihn auf dem zweiten Blick einschätzen würde.
Das Auftauchen des Nagers sorgte aber für Panik beim Rucksackträger„Oh mein Geld! Ist das eine Maus mit Missbildung!? Ich glaube, mir wird schlecht!“
Pucs Miene versteinerte, nein, sein ganzer Körper versteinerte bei diesen Worten: „Quiek!“ Er mag sich zwar daran gewöhnt zu haben, dass Menschen ihn fälschlicherweise einen Hamster nannten, aber eine missgeborene Maus hatte ihn bisher noch keiner genannt und das verletzte seine Gefühle doch sehr.
„Wie hast du Puc genannt!?“ Das war natürlich sofort Grund für Boris sehr aggressiv und sehr beschützend einzugreifen und dem Mann mal seine Meinung zu geigen. „Puc ist ein stolzes Riesenhamsterbaby, du Wicht!“
„Rück Sawwat von der Pelle, Monster!“
„Teufelsfruchtanwender, nicht Monster.“
Hah!!?“
Hah!!?“
Hah!!?“
„Quiek!!?“
Es dauerte eine Weile, bis sich alle beruhigten. So lernten Boris, Puc und Kakuga den Krieger Adfin kennen, der treu und mutig war, jedoch wenig Fantasie besaß und sehr gradlinig dachte, zusätzlich mit seinem Freund, dem Händler Sawwat, dem mal gerne die eine oder andere Unhöflichkeit natürlich mitten im Satz herausrutschte und der statt irgendwelchen Göttern seine eigene Sache anbetete...

Kara Ben Ir – Kolosseum
„Und genau deswegen wäre es viel besser, wenn wir uns zusammentun.“, schloss Ira Mos Wedi seine Argumentation mit Uwa Sen Tiales, der alten Vettel, die ebenfalls ein Händlerfürst hier war.
„Zusammen könnten wir viel Bewegen, Mos Wedi.“, sagte sie, während sie sich auf dem riesigen Kissen rekelte und sich das Mundstücks des Schlauchs, der zu der großen Urne führte, in den Mund legte und genüsslich etwas zog. „Die Frage ist nur, warum ich, diejenige die die größe Ansammlung von Kriegern in Kara Ben Ir hat, sich überhaupt mit jemanden wie dich abgeben sollte. Die Stadt hat genug Wohlstand für uns alle. Ich höre, dass du Söldner aufkaufst, aber denke nicht einen Moment, dass deine Gruppe an Tagelöhner etwas gegen meine arenaerprobten Kämpfer ausrichten können. Deswegen willst du doch meine Gunst und Kooperation, doch dein Angebot ist zu schlecht. Gib mir mindestens neunzig Prozent.“
„Meine liebe Sen Tiales“ du alte Vettel „ich fürchte du hast mir nicht genau zugehört.“ was bei deinem Alter wohlwahr immer schwerer wird „Sind Ta Mackis Kristalladern nicht praktisch schon der gesamte Wohlstand?“ Natürlich nicht, aber eine greise Krähe wie du wird niemals meinen Plan durchschauen. Ira Mos Wedi knetete seine Hände, während er in einem der Gästeräume des Kolosseum sich mit einer verbitterten Rivalin austauschte. Solche Gespräche waren besser auf neutralem Boden zu klären und Zumares Ol Packa, der dekadente und unfähige Besitzer des Kolosseum bekam eh nie mit, wenn die anderen Händlerfürsten unter seiner Nase ihre Intrigen nachgingen. Der einzige Grund, warum Ol Packa noch das Kolosseum hatte war, dass es besser in den Händen eines Trottels war, als von jemanden kompetenten. Außerdem war das Gebäude nichts weiteres als ein Prestigeobjekt, die Wartungs- und Verpflegungskosten von Bauten, Bestien und Arbeitern waren immens und die Einnahmen waren kaum genug um es zu decken, insbesondere da die Händlerfürsten, die ihre Kämpfer in die Arena schickten, das Meiste der Gewinne der Kämpfe bekamen.
Nach einem hitzigen Gespräch ohne Fortschritt trat Ira Mos Wedi verschwitzt aus dem Gästeraum. Er nahm sich vor, diese Vettel aus dem Weg zu schaffen. Sie würde nie ihn als König anerkennen, deswegen sollten ein paar Piraten sie mal besuchen...
Bald hatte der Händlerfürst aber sein Treffen mit Lady Siren. Doch war er sich sicher, dass zuerst Ol Packa sein Recht als Gastgeber nutzen wird, um sich mit ihr vor Mos Wedi zu treffen... Scheiße!
 
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Kara Ben Ir – Kolosseum

Die Zeit war vorangeschritten. Aus dem frühen sonnigen Morgen, war ein deutlicher sonniger Mittag geworden. Der leuchtende Feuerball am Himmel sendete seine erbarmungslose Hitze auf die Personen unter ihr nieder und brachte die Luft zum Flimmern.
Doch dieses Wetter machte der Sängerin kaum etwas aus. Viel mehr störte sie ihr aktuelles Outfit, wenn auch es eigentlich zu ihrem Stil gehörte.
Sie trug einen in schwarz gehaltenen, dünnen Mantel, welchen sie offen trug. Dieser bedeckte ihren Busen jeweils nur zur Hälfte, weswegen man einen Blick auf ihren Brustkorb riskieren konnte, welcher sich nackt zur Schau stellte. Dazu trug sie eine dünne schwarze Leggins, welche bis zu den Knöcheln reichte. An ihren Füßen trug sie in goldgehaltene Sandalen, dessen Bänder bei jedem Treffen mit einem Sonnenstrahl glänzten. Die Leggins und der Mantel wurden mit in goldgehaltenen Verzierungen geschmückt, die an Ketten erinnerten. Dies war das Outfit, welches der Langarmmensch, seines Zeichens Manager, für sie besorgt hatte. Gegen den Mantel hatte sie nichts gesagt, aber die Leggins fand sie schon etwas unpassend. Nicht nur, dass diese sie in ihrer Freizügigkeit einschränkte, auch die örtlichen Temperaturen machten dieses Kleidungsstück etwas unnötig. Es war nicht unerträglich, aber sie hätte etwas mit deutlich weniger Stoff gewählt. Sie akzeptierte es, da sie es nur für das Treffen tragen musste. Danach würde sie sich diesem Outfit entledigen und zurück auf ihren Liegestuhl am Pool Platz nehmen. Dabei würde sie wieder nur einen Bikini tragen und genüsslich an ihrem Cocktail nippen.
"Ach, da gibt es etwas, was ich dir verschwiegen hatte...", fing Adrian an, während sie sich innerhalb des Kolosseums bewegten. Er holte sie mit diesen Worten aus ihren Gedanken und sie spendete ihm einen fragenden Blick.
"Das wäre zumindest nicht das erste Mal", gab diese zurück. Ihr Manager wandte den Blick ab und sah geknickt zum Boden unter ihren Füßen. Die Steinplatten kamen und gingen mit jedem Schritt, den sie zurücklegten.
Mary sah weiterhin geradeaus und würdigte ihm keines Blickes.
"Wie auch immer", räusperte er sich, ehe er fort fuhr:"Bevor wir diesen Mos Wedi treffen, werden wir Bekanntschaft mit diesem Arenabesitzer machen. Ol Packa ist sein Name."

Die Schwarzhaarige wusste nicht, wie sie reagieren sollte. Es war schon nervig genug für einen Mann zu singen, der einen in seiner Gewalt hatte. Das nun auch solche Schikanen dazu kamen, legte nochmal eine Schippe drauf. Sie bewahrte Contenance und atmete ruhig.
"Weist du wenigstens etwas über ihn?"
Der Manager lief unbeirrt auf das Büro von ihm zu und zündete sich dabei einer seiner Zigarren an. Er blies den Rauch stoßartig aus, ehe ein Grinsen auf seinem Gesicht hängen blieb. Gemütlich lehnte er sich an die Tür des Büros der Arena.
"Nicht das geringste", grinste er und fühlte sich damit in irgendeiner Form überlegen. Als würde er sein Goldkehlchen wieder mal ins kalte Wasser werfen. Doch da hatte er sich schwer getäuscht. Mal wieder.

"Also genauso viel wie über den Inhalt zwischen deinen Beinen", fragte sie mit einem Lächeln auf dem Gesicht, als sie an ihm vorbeiging und die Tür zum Büro öffnete. Ihr Manager hatte nicht mit einer solchen Kränkung gerechnet, verschluckte sich kurz am Rauch und ging mit geknicktem Haupt in das Büro hinein, ihr hinterherdackelnd.

Das Büro war in Stein gehalten, wie es auch die Arena selbst war. Doch hier wurde deutlich mehr auf Ästhetik gelegt, was man an den vielen verzierten Blumenvasen und den verschnörkelten Säulen sehen konnte. Doch war diese Innenarchitektur schon wesentlich älter. Dieses Büro hatte seine besten Tage bereits hinter sich.
An einem Schreibtisch aus dunklem Holz saß ein beleibter Mann im mittleren Alter. Er war in smaragdgrüne Gewänder gekleidet, die mit sandfarbenen Verzierungen aufwartete. Sein stämmiger Bauch quoll über den Stoffgürtel und wurde auch nicht vollständig vom Stoff verdeckt. Seine Brust, die beinahe völlig entblößt war, zeigte viele Goldketten unterschiedlicher Länge, welche ihm um den Hals hingen. Ein weißer Turban rundete das Gesamtbild ab, welcher mit Federn von Southbirds geschmückt war. Solche Federn hatte Mary schon öfter im Haar getragen, da sie sehr bunt waren und ihrem schwarzen Haare, welches sie gerade offen trug, etwas verzierte.
"Ach du meine Güte! Bei allen sengenden Sonnen! Ich hatte ja mit einer Schönheit gerechnet, doch ihr müsst aus einem Traum entsprungen sein", begrüßte er die Langbeinfrau und sprang von seinem Stuhl, über den Schreibtisch und blieb vor ihr mit anhimmelnden Blick stehen.
Mary kam aus dem Lächeln gar nicht mehr heraus. Sie beugte sich hinunter, wobei sie ihre Beine gestreckt ließ und ihren Oberkörper soweit hinunter beugte, dass ihr Busen auf der Augenhöhe von Ol Packa waren.
"Die Freude ist ganz meinerseits", sprach sie mit einer tieferen und melodischen Stimme, nahm seine Hand und gab ihm einen Kuss auf den Ring. Der Arenabesitzer ließ es einfach geschehen, da das äußerliche Erscheinungsbild von Mary ihn zu sehr vereinnahmte.
Bei ihrer Berührung entfuhr ihm ein leichter Schauer der Nervosität, welcher an den Füßen sich bis zum Nacken hinauf kämpfte.
Ol Packa war daraufhin sprachlos und konnte nur wieder mit dem zweimaligen Klatschen von Adrian geweckt werden.
"Darf ich vorstellen: Lady Siren, die Frau, die jeden Mann mit ihrer Stimme verzaubert", stellte ihr Manager sie vor. Den Zusatz wollte sie schon lange wegstreichen, doch ließ sich der Langarmmensch Langarmmensch dahingehend nicht mit sich reden.

Bei ihrer Vorstellung hatte sich die Musikerin wieder aufgerichtet und wartete darauf, dass ihnen ein Platz angeboten wurde.
"Ganz recht, ganz recht! Nun, setzt euch doch, Lady Siren. Möchtet ihr etwas Trinken oder eine andere Köstlichkeit?"

Adrian winkte schnell ab und nahm auf einem beigen Sofa Platz und zog an seiner Zigarre.
Mary hatte sich zwar über einen weiteren Cocktail gefreut, doch machte ihr da ihr Manager wieder einen Strich durch die Rechnung! Contenance!
Sie lächelte einfach und nahm ebenso auf der Couchlandschaft Platz.
 

Kakuga

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Einheimische Verbündete waren eine nützliche Addition zu ihrem aktuell verkleinerten Team. Sawwat schien eine große Menge an Wissen zu besitzen und teilte es auch gerne, wohl die Art Person, die sich gern reden hörte, auch wenn sein Selbstbewusstsein seine Grenzen hatte. Solche Menschen konnte man wundervoll auspressen! Wissbegierig stellte die Ärztin ihm eine Frage nach der anderen über die lokale Flora und Fauna, während sie ihre Eidechse wie ein Yoyo auf und ab baumeln ließ.
„Oh... das sieht ja interessant aus“, meinte sie, während sie durch die düsteren Höhlen schritten und ein sanftes Schimmern in einer besonders dunklen Nische zu sehen war. Vorsichtig trat sie näher, sah die dünnen Lichtstrahlen, die nicht von außen kamen. Es sah eher aus, als hätte jemand aus Draht ein Netz gespannt, aber selbst dann brauchte es doch eigentlich eine Lichtquelle von Außen... „Wie aufmerksam. Ich empfehle dir, die Finger davon zu lassen“, lächelte der Händler freundlich. Kurz sah Kakuga zu ihm zurück, zu seinem Gesichtsausdruck, der so lieb war, dass sie sich fühlte, als würde er sich über sie lustig machen. Dann näherte sie ihr Gesicht dem Licht, um es besser sehen zu können. Warum sollte sie das nicht anfassen? „Warum sollte ich das nicht anfassen?“, fragte sie, während ihr Zeigefinger unter ihrem Poncho bereits mit dem Griff ihres Skalpells spielte. Ob das wohl eine Art Licht war, die man schneiden konnte?
„Du siehst Spinnenfäden“, erklärte Sawwat, und augenblicklich trat Kakuga einen Schritt zurück. „Das dünne Werk von einer Schule Spinnen. Sie sind unheimlich klebrig. Du wirst sie nicht los, wenn du sie berührst.“ Sie blickte ihn wieder an. Hatte er von einer Schule Spinnen gesprochen? Waren Spinnen hier unten etwa Rudeltiere? Auf jeden Fall erklärte das, wieso sie das Licht sehen konnte. Wenn alle Tiere hier leuchtende Stoffe in ihren Körpern hatten, dann würden diese sicher auch in aus ihren Körpern gewonnenen Produkten zu finden sein. Ob man hier Kühe halten konnte? Leuchtende Milch klang sehr interessant! „Klingt nützlich! Kann ich die Fäden irgendwie einsammeln? Ein gerissener Händler wie du weiß sicher, wie man so gute Ware bekommt!“ Geschmeichelt weitete sich Sawwats Lächeln, wurde zu einem peinlich berührten Grinsen, doch er schüttelte nur den Kopf und hob abwehrend die Hände. „Ich lasse die Finger davon, wie du sollst. Es gibt in Kara Ben Ir ein Sprichwort: Ärgere Spinnen nicht. Es ist ein kurzes Sprichwort.“ Ihren Salamander dicht über die Fäden haltend, sodass sie einen etwas besseren Blick darauf werfen konnte, biss die Ärztin die Zähne zusammen. So eine Gelegenheit sausen zu lassen gefiel ihr nicht. Auf Anhieb fiel ihr aber auch nicht ein, was sie tun sollte, wenn sie dieses eklige Zeug am Ende nicht mehr von ihrer Haut abbekommen konnte. Mit einem unzufriedenen Seufzer drehte sie sich weg. „... von mir aus...“
Ein kurzes Ziehen an ihrer Hand irritierte die Ärztin, es fühlte sich an, als würde sie etwas zurückhalten. Irritiert zog sie ihren Arm vor, sodass ihre Hand sich wieder freier fühlte... und in ihrer Pinzette nur noch ein leuchtendes Schwänzchen hing. Überrascht drehte sie noch einmal den Kopf, um zu sehen, wie die Echse im Netz der Spinnenschule zappelte. „Ups... meine Laterne klebt fest...“

„Übrigens, Piratenfrau“, meinte Sawwat, als sie weitergingen, und wurde unterbrochen. „Nenn mich nicht Piratin! Ich bin die bes-...“ Kakuga stockte. „Ich bin Ärztin.“ „Nun gut... Arztfrau“, stimmte er mit einem ruhigen Lächeln zu. „Du hast gute Aufmerksamkeit. Hast du Erfahrung mit Wetten?“ „Wetten?“ Interessiert hob die Schwarzhaarige den Kopf. „Ja, Wetten. Bei uns in der Arena kämpfen die stärksten Krieger von unserem Heim und außerhalb gegen die Bestien der Höhlen. Weißt du, wer gewinnt, dann kannst du wetten.“ Er hielt zwei goldene Münzen vor sich, die im bläulichen Licht seines lumineszierenden Körpers sanft schimmerten. „Verstehst du den Kampf und die Gegner, ist es leicht. Mir fehlt ein Partner mit guten Augen. Wetten sind wunderlich. Du bietest Geld, und du erhältst mehr Geld!“ Kakugas Augen leuchteten auf bei dem Gedanken, ohne Arbeit und ohne Gefahr etwas zu verdienen. Das war ein wundervoller Weg, die Crew mit guter Kleidung und gutem Essen zu versorgen! Boris, Blake und Hikari würden sie dafür bewundern, und Heroe würde zugeben müssen, wie großartig sie war! Für einen kurzen Moment wirkte sie wirklich begeistert – ehe ihre Miene sich verdüstere wie die feuchte Höhle, in der ihre Schritte hallten.

„Wir haben praktisch kein Geld...“
 

Boris

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„Und es geht darum, den mächtigen Krieger Kara Ben Nemsi Effendi Tribut zu zollen.“, erklärte Sawwat den beiden Piraten und dem Riesenhamsterbaby weiter den Sinn der Arena.
„Großer Krieger, huh? BORIS ist größer. Und kriegerischer. Und besser sowieso!“
„Kara Ben Nemsi Effendi ist der Stärkste überhaupt! Ohne ihn wäre Kara Ben Ir schon längst gefallen! In der Tat ist es nun die Stadt der Wettkämpfe und der Stärke nur wegen ihm!“
„Pah, BORIS wird es ihm zeigen! Nicht einmal eine Runde hält er stand!“
„Nun Adfin, Boris mag eventuell es schaffen. Doch um Effendi herauszufordern, muss er sich erstmal einen Namen in der Arena machen.“ Aus irgendeinem Grund hatten die Augen des Händlers das Berrysymbol angenommen.
Natürlich war es für Boris aber nicht mehr möglich, einen Rückzieher zu machen. Warum denn auch? Immerhin würde er Piratenkönig werden und das bedeutete, der Stärkste zu sein. Niemand würde ihn aufhalten können, niemand wird ihm im Wege stehen. „BORIS wird es allen zeigen!“
„Klasse. Wir sind bald in Kara Ben Ir und da kannst du dich beweisen.“ Dann wandte er sich an Kakuga: „Du als jemand, der ihn genau kennt. Ist er so stark wie er meint? Ich habe ein wenig gesehen, aber wir sprechen hier von Kara Ben Nemsi Effendi, der selbst das Panzertier mit zwei Hieben niederstreckt, einen um drei Panzer abzuschälen und einen für den Todesstoß.“

Kara Ben Ir – Eingang
Boris wartete ungeduldig vor dem Tor, bis Sawwat endlich mit den Kriegern da gesprochen hatte. Würde es nach dem Piraten gehen, hätte er das Tor schon längst eingetreten und jeden, der ihm am Eintreten hindern wollte in den Arsch getreten. Aber nein, wenn er in der Arena kämpfen wollte, musste er sich nun ruhig verhalten.
Stattdessen starrte er nun eine Statue an, die diesen Kara Ben Nemsi Effendi darstellen soll. Ein großer, muskelgepackter Krieger mit einem Doppelschwert. Er war nur so groß, weil das eine Statue war, der wahre Krieger wird viel kleiner sein, ganz klar.
„Alles geklärt. Macht euch bereit angestarrt zu werden, immerhin fehlt euch das Luminöse hier. Wir machen einen kurzen Stopp bei meinem Laden und dann geht’s sofort ins Kolosseum.“ Die Töre öffneten sich und hinter der Mauer kamen quadratische Gebäude zum Vorschein. Lampen erhellten die Straßen tageshell, Laternen in verschiedenen Farben leuchteten über den Straßen aus Pflasterstein und obwohl es eigentlich ein trister Anblick hätte sein sollen, wirkte die Stadt bunt und lebendig. Die Leute und Tiere hier leuchteten von sich heraus, was der ganzen Stadt eine Art Glitter verlieh. Es war laut, es war friedlich, aber man sah hier viele Leute mit Waffen und Muskeln, Krieger, die für den Schutz der Monster draußen sorgten.
Sawwat deutete auf ein Gebäude, welches sich in der Mitte erhob: „Kara Ben Irs Parlament, umgeben vom Kolosseum, welches viele Arenen hat. Für Einzelkämpfe, für Gruppenkämpfe, für ganze Schlachten. Geführt wird die Stadt von ausgesuchten Händlerfürsten und Mitgliedern des Kriegsrats, ein Ort wo Kommerz und Krieg aufeinandertreffen.“ In der Tat war diese Pyramide in der Mitte, die sehr stufig aussah, sehr beeindruckend und darum schmiegte sich ein gewaltiger Gebäudekomplex, der aussah wie eine riesige Schlange, die sich in den eigenen Schwanz biss. Nicht nur dieses Gebäude, auch andere hatten das Motiv von Tieren und Tierköpfen, was mit den bunten Gesteinen, den flechtenartigen Pflanzen die überall herunterhingen und den Sträuchern schon fast wie ein Dschungel wirkte...
Ja, Kara Ben Ir war ein Höhlendschungel!

Kara Ben Ir – Kolosseum
„Heute wird ein toller Tag! Ich habe keine Kosten gescheut, damit es Euch gut geht.“ Ol Packas smaragdgrünen Gewänder und Goldketten bebten bei jedem seiner Worte, als würde er mitten in einem Lachkrampf stecken, den keiner hören konnte. „Wir haben alle Mühen auf uns genommen, um heute besonders zu gestalten. Mit Euch, mit einer Reihe neuer Krieger aus anderen Städten, gefangenen Monstern aus den Höhlen und natürlich Merchandise!“ Das letzte Wort wurde erstaunlich lauter und eindrucksstärker ausgesprochen. „Seht diese neue Effendi-Actionfigur an! Wenn ihr den Knopf am Rücken drückt ~schwing~ und sie schwingt das Doppelschwert. Und das ist nicht alles, wenn man den Knopf wieder drückt ~schwing~ und von der anderen Richtung. Es hat eine Fünf-Schläge-Kombination und kostet bloß 40.000 Berry! Was für ein Schnäppchen! Natürlich muss sich Effendi gegen die Monster behaupten, hier haben wir das schreckliche Panztier, aber ~bam~, und drei Stücke des Panzers springen ab, jetzt muss Effendi den Todesstoß setzen, bamm!“ Man sag den beleibten, verdammt reich aussehenden Mann mit Actionfiguren spielen, als sei er ein Fünfjähriger, vollkommen in seiner eigenen kleinen Welt versunken.
 
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"Nein, wir brauchen nichts", gab Adrian FOX lediglich von sich, ehe er sich eine Zigarre anzündete. Mary hätte durchaus nochmal einen dieser leuchtenden und süßen Cocktails geschlürft, aber leider hatte ihr Manager noch das Sagen. Seine zwei Bodyguards hinter ihm unterstrichen seine Autorität.
Ol Packa lächelte lediglich und sprach von seinen Anstrengungen, die Sängerin, ausländische Krieger und einheimische Monster zu akquirieren. Das letzte war Mary kein Begriff. Merchandise. Sie hatte keinerlei Ahnung, in welche Richtung er das Gespräch lenken wollte, ehe die Spielzeugfiguren auf dem Tisch standen.
Adrian hörte ganz gelassen zu und blickte sich zwischenzeitlich zum Eingang um. Scheinbar erwartete er noch jemanden. Vermutlich ihren eigentlichen Auftragggeber Ira Mos Wedi. Auch Mary war gespannt auf diesen, da sie nicht wirklich viele Informationen über ihn hatte.
Die Sängerin sah amüsiert zu, während Ol Packa mit den Figuren buchstäblich spielte und sie in ihren Einzelheiten vorstellte.
Er ging richtig darin auf und schien so ein wenig seine Kindheit nachzuholen.
Was würde Lady Siren dafür geben, auch solch eine Figur zu haben! Aber so langsam bekam sie eine Bedeutung vom Begriff Merchandise. Scheinbar ging es um Fanartikel, die verkauft werden konnten.
"Werte Lady Siren, bevor ich es vergesse! Ich habe natürlich keine Kosten und Mühen gescheut, euch auch als Spielzeug zu verewigen", sprach der beleibte Arenabesitzer aufgeregt, ehe er die Figur von Mary auf den Tisch legte. Ihre Augen weiteten sich bei dem Anblick, sich selbst in Miniaturform zu sehen.

Die Details waren so genau, dass sie schon ein wenig staunte. Zudem war die Kleidung der Figur ein wahrer Hingucker!
"Das Outfit ist sehr extravagant", bemerkte sie mit einem wohlwollenden Lächeln auf dem Gesicht.
"Ihr habt recht. Bislang hat man solche Mode hier noch nie gesehen. Ihr werdet es auch bei eurem Auftritt tragen und so die Figur zum Kassenschlager machen!"
Jetzt musste Mary die Figur in die Hand nehmen. Bei dem Gedanken daran dieses Kleid zu tragen, erfüllte sich ihr Darstellerherz mit purer Leidenschaft. Dieses leuchtende Kleid würde sie unvergessen machen. Zumindest hier auf der Insel. Sollten die Figuren über die Grand Line verkauft werden, würde das ihren Bekanntheitsgrad merklich steigern.
"Ich freue mich schon darauf es zu tragen. Ihr habt für meinen Auftritt keine Kosten und Mühe gescheut, dass man euch lassen", erkannte die Sängerin an und achtete auf den Boten, der gerade zum Haupteingang herein eilte.
"Werter Ol Packa! So eben ist Ira Mos Wedi eingetroffen und verlangt mit Lady Siren zu sprechen."
Ol Packa schaute kurzweilig verdutzt und genervt auf den Boten, ehe seine Miene wieder fröhlicher wurde und seine Stimme sich hob.
"Dann sollten wir ihn nicht länger warten lassen. Es war mir eine Freude eure Bekanntschaft zu machen! Ich freue mich schon sehr auf euren Auftritt. Ihr könnt noch hier verweilen, solange Mos Wedi nach euch verlangt. Meine Angestellten werden euch jeden Wunsch von den Lippen lesen", verabschiedete sich der Dicke und ließ die Vier in dem kleinen Saal zurück.
 

Kakuga

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„Okay... ich verstehe ja, dass Boris in der Arena gegen starke Krieger kämpfen soll, und dass man damit ordentlich Geld machen kann...“, meinte Kakuga recht bissig und schenkte Sawwat einen ziemlich bösen Blick. „Aber warum soll ausgerechnet ICH da mitmachen?“
„Ah, heute ist ein großes Turnier in der Gruppenarena. In den ersten Kämpfen treten zwei gegen zwei an, also braucht dein Freund einen Partner!“, erklärte der Händler mit seinem üblichen strahlenden Lächeln, das Kuga so langsam wie eine ziemliche Farce vorkam. Hatte er nicht gesagt, dass er sie für ihre guten Augen zum Partner haben wollte? „Wir wissen aber doch längst, auf wen wir setzen sollen. Laut deinem Wort wird dein Freund gewinnen. Solange er kämpft, ist dein Auge also nicht weiter nötig!“ Wow, das war direkt... Trotzdem gab die Hakai nicht so einfach auf. Während sie ihre Arme hob, damit Sawwat die typischen Rüstungsteile der Arenakrieger an ihre deutlich dünneren Arme anpassen konnte, arbeitete sie schon an dem nächsten Widerspruch: „Aber... ich bin im Kampf gar nicht nützlich! Ich sage doch, ich bin Ärztin! Es wäre doch besser, wenn dein erfahrener Krieger-Kumpel mit ihm in die Arena geht!“
„Ich trete nicht in die Arena ein mit jemandem, der nie an meiner Seite gekämpft hat.“ Aus einem anderen Raum eintretend, meldete sich Afdin zu Wort. Während Sawwat sich bemüht hatte, Kakuga auszustatten, hatte er sich mit Boris verpasst. Damit neigte sich der kurze Stopp in Sawats Laden wohl langsam dem Ende... „Das Wichtigste im Kampf ist, sich auf seine Partner verlassen zu können. Zwei Fremde gewinnen keinen Kampf. Ihr beide vertraut einander... also kann er mit dir gewinnen, nicht mit mir.“ Die Arme verschränkend, fügte er noch hinzu: „Außerdem sind die Kämpfe in der Arena zu gefährlich, um sie mit einem Fremden zu bestreiten.“ Das jagte der Piratin dann doch wieder einen Schauer über den Rücken. Sie sollte sich also nicht nur irgendwelchen Trainingskämpfen aussetzen, sondern richtigen, gefährlichen Kämpfen, in denen man wirklich verletzt werden konnte...
„Warum so aufgeregt? Entspann dich!“, meinte Sawwat fröhlich, während er ein ziemlich enges Stück Rüstung um ihren Brustkorb festigte, das ihr das Atmen leicht erschwerte. Die größeren hatten nicht über ihre Schultern gepasst und waren einfach abgerutscht, ohne wirklich Schutz zu bieten, also war das vermutlich das kleinere Übel... „Du hast gesagt, mit seinen Kräften kann er das Panzertier mit einem Schlag besiegen! Wenn er etwas schafft, das selbst Kara Ben Nemsi Effendi nicht möglich ist, wird er die Arena ohne jeden Ärger bestehen!“ „Ah... richtig...“ Stimmt, so etwas hatte sie gesagt, nachdem Sawwat vom Panzertier erzählt hatte. Auch wenn sie es nicht kannte, fand sie die Annahme sinnvoll, dass Boris so etwas wie einen übergroßen Eispickel schaffen konnte und damit mit seiner Kraft direkt durch den Panzer in das Fleisch des Tieres schlagen würde. Das ganze hatte sie, in ihrer üblichen Manier, ein wenig ausgeschmückt, also war es kein Wunder, dass die beiden so viel Vertrauen in den Hünen steckten... Zugegeben, sie vertraute ihm ja auch. Aber mit ihm zusammen kämpfen... Wenn sie so darüber nachdachte, hatten sie seit ihrem ersten Treffen auf ihrer Heimatinsel nicht mehr Seite an Seite gekämpft, und selbst da hatte sie nicht wirklich etwas beigetragen. Der Unterschied zwischen ihm und ihr als Kämpfer war einfach zu groß, sodass sie für ihn nicht mehr sein konnte als ein Ballast... Irgendwie entmutigend für eine Frau, die ihr Leben lang davon überzeugt gewesen war, zu den großartigsten Menschen der Welt zu gehören...

„... also, so sieht's aus. Wir werden also zusammen im Ring stehen“, erklärte die Hakai Boris recht niedergeschlagen, während sie auf dem Weg zur Arena waren. „Ich tu, was ich kann, aber... ich verlasse mich auf dich, okay, Kapitän? Pass ein bisschen auf mich auf... hm?“ Ganz knapp fiel ihr hinter dem breiten Trizeps von Boris ein Plakat auf, auf dem ein entfernt bekanntes Gesicht zu sehen war. Sie stockte kurz und lief dann hinüber zu der Höhlenwand, an der der Zettel von einem knapp darüber wachsenden Farn beleuchtet wurde. „Hey, ist das nicht... na, wie heißt sie noch gleich...“ Ihre Augen fielen etwas hinab, auf den Namen der Sängerin. „Lady Siren! Das ist Lady Siren!“ Aufgeregt legte die Ärztin die Hände vor ihrer Brust zusammen, während Sternchen in ihren Augen erschienen. Als tiefgreifende Romantikerin liebte sie alles von Rittern, die Jungfrauen aus Türmen retteten, über Prinzessinen, die hunderte Heiratskandidaten ablehnten, um den richtigen zu finden, bis hin zu den Stars der Welt, die auf großen Bühnen von allerlei Mann und Frau bewundert wurden! Wenn man so darüber nachdachte, klang das deutlich spannender als das anstrengende und gefährliche Leben als Pirat... eine unsterbliche Schönheit wie Kakuga hätte mit Sicherheit eine große Sensation werden können als die erste singende und tanzende Frau, die die Mysterien des Universums erforschte! Wissenschaftlerin bei Tag, Idol der Massen bei Nacht! Sie konnte die Zeitungsartikel schon vor sich sehen...
Mit dieser Begeisterung hatte sie auch die Artikel über andere Männer und Frauen gelesen, die bereits dabei waren, sich diese Träume zu erfüllen. Lady Siren hatte vor ein paar Jahren an Traktion gewonnen und inzwischen eine ziemlich eingeschweißte Fangemeinde, die stetig darauf hoffte, sie auf ihrer Heimatinsel zu sehen. Sie hatte an vielen Orten gesungen, und auch, wenn sie vielleicht noch keinen Weltruhm erreicht hatte, war sie doch ein aufgehender Stern, nein, eine aufgehende Sonne, deren Stimme Kakuga Hakai nur zu gerne einmal gehört hätte! Und jetzt, hier und heute, fand ein Konzert von ihr statt... direkt in dem Kolosseum, das die beiden Hamster ohnehin besuchen mussten!
„Oh, Boris, Boris, Boris!“, rief Kuga aufgeregt und deutete auf das Plakat. „Lady Siren hat hier einen Auftritt! Direkt vor dem Turnier! Können wir uns das anschauen? Ich will voll gerne! Bitte, bitte, bitte, bitte!“

Mit etwas Glück würde sich sogar eine Gelegenheit bieten, sich den tödlichen Kämpfen zu entziehen und stattdessen für ihre eigene Promikarriere entdeckt zu werden... Was für ein aufregender Gedanke!
 

Boris

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„Lady Siren,“ fragt Boris mit hochgeschwungener Augenbraue, was bei seinen dicken Stirnmuskeln besonders hervorgebracht wurde. „Wer ist das?“
„Was? Du kennst Lady Siren nicht!?“, erwiderte Kuga erschüttert, während sie nun selbst die Augenbrauen hochhob, was vielleicht nicht ganz so beeindruckend war, aber dafür lag dafür umso mehr Missbilligung in ihrem Blick: „Wusste ich es doch! Du... du... du Musikbanause!“
„Hah!? BORIS und Musikbanause? Buahaha, BORIS ist voll in der Musik.“
„Boris, drei Seemannslieder zu kennen ist nicht mal ein Fundament.“
„BORIS kennt alle Seemannslieder. Binks Sake, Seekönig Rock, Das Fass ist leer, egal. Was du willst.“
„Das waren genau drei Lieder.“
„BORIS kennt noch andere. BORIS wird Piratenkönig, Und wenn ein Hieb deine Fresse verletzt, der Hikari-schließt-sich-der-Crew-an-Song, nur um einige zu nennen.“
„Die hast du dir doch alle selbst ausgedacht.“
„Eben, so gut ist BORIS mit Musik! BORIS hat sogar gegen Falcone Melone, den Mann aus Stahl gewonnen, der mit Song immer wieder auf die Beine sprang!“
„Ich habe keine Ahnung wovon du sprichst... wo waren wir gerade nochmal? Achja! Bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte-bitte-bitte-bitte-bitte-bitte-bitte-bitte-bitte, bittebittebittebittebittebittebittebittebittebittebittebittebittebittebittebittebittebittebittebittebittebitte.“ Mit dieser Strategie wollte Kakuga die eiserne Festung namens Boris einreißen.
Aber inzwischen ging es Boris nicht mehr um den Inhalt, sprich zu Lady Siren's Konzert zu gehen, sondern darum dass ihn Kakuga praktisch herausfordert und er deswegen nun einfach nur so gegenhielt, da ja einzulenken einer Niederlage gleichkommen würde. „Nö.“
„Glatzkopf! Hirnlos! Banause! Muskelheini!“
„Buahaha!“ Das Problem damit, Boris beleidigen zu wollen ist, dass er das meiste als Kompliment aufnahm. Glatzkopf? Selbst rasiert. Hirnlos? Als das Hirn verteilt worden ist, war Boris da, wo es die dicken Muckis gab. Banause? Er machte sein eigenes Ding. Muskelheini? Immer doch!
„Qu-kwiek?“
„Klar können wir gehen.“
„Was!? Sobald Puc dich fragt, geht es auf einmal in Ordnung!?“
„Buahaha!“ Der Hüne klopfte der Ärztin mehrfach saftig auf die Schulter, sodass sie schnell der Länge im Dreck lag: „BORIS meinte das nicht so. Ist ja sowieso auf dem Weg und BORIS mag Musik.“ Damit war ihr nächstes Ziel klar... klar das gleiche Ziel wie zuvor, nämlich das Kolosseum.
Mit diesem vollkommen bekannten Wissen bewaffnet, ging es weiter die Straße entlang. Je näher sie an das Kolosseum kamen, desto dichter wurde die Straße und mehr und mehr Leute kamen, die aussahen, als ob sie etwas draufhaben. So wie dieses äußerst große und breite Exemplar: „Hey Glatze! Du hast mich angerempelt! Willst du Haue?“
*Krach*
Zumindest bis er mit einer Hand gepackt und mit Schmackes mit den Kopf durch eine Hauswand getrieben worden ist. „Hmprml!!!“
„Iiieh! Spanner!“
„Warte! Au! Au!“ Und dann von innen mit einem hölzernen Gegenstand die Fresse poliert bekam. Jedenfalls hörte es sich so an, als ob es aus Holz bestand.
Damit war es für eine Weile auch leichter zu laufen, Sawwat schien geradezu nun mit jedem Schritt zu springen.
Boris hingegen legte in seinem Turban ein paar Kerne, die sich Puc zugute tat. „Quiek.“
„Über etwas Ernstes reden? Was denn?“
„Quiek.“
„Oh?“
„Was ist los, mein guter Boris?“, fragte Sawwat.
„Puc will auch im Turnier mitmachen. Sagt, dass er zeigen möchte, dass er immer noch cool ist.“

Kara Ben Ir – Kolosseum
Fürs Erste wurde genug Verrat und Intrige gewebt und wer die Arbeit macht, darf dann ins Vergnügen abtauchen. Ira Mos Wedi bereitete Stück für Stück die Grundlagen für seine Übernahme vor, wohlwissend das es nur noch wenig gibt, was ihn davon abhalten mag.
Jetzt aber war es Zeit für sein Treffen. Er hat sich die Haare gegeelt, er hatte einen Strauß mit Blumen mit, die wie alles aus der Unterwelt aus sich selbst herausleuchteten und er hatte ein teures Schmuckhalsband als weiteres Geschenk dabei. Das wird Lady Siren stehen...
Als die Tore zum geschmückten Empfangsraum aufgingen, öffnete Ira Mos Wedi seine Arme, um sein Willkommen auszudrücken und seinen Charme zu versprühen: „Und die Sonne ist in der Unterwelt gerade aufgegangen. Willkommen, meine Verehrteste.“ Der Händlerfürst stand extra aus seinem bequemen Liegesessel auf, glitt zu der großen Schönheit, nahm ihre Hand und drückte dieser einen sanften Kuss auf, nur um danach in ihre Augen zu schauen, die seine Lieblingsfarbe hatten: Gold. „Ira Mos Wedi, Händlerfürst und Sponsor für dieses bedeutende Ereignis. Und damit meine ich nicht nur das Konzert.“
 
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Ihre Pause vom Arenabesitzer Ol Packa betrug nur wenige Minuten, ehe sie dem Händlerfürst begegneten. Wo der kleine Dicke noch mit seinem kindlichen Charme punkte, trafen sie nun auf einen Menschen, der die Nase höher trug, als Mary groß war. Und sie war schon mit ihren Proportionen beinahe so groß wie die Wände dieses Gebäudes.
Er hieß sie willkommen, woraufhin sie sich ehrfurchtsvoll bückte und ihre Hand entgegenstreckte. Eine Geste, die wohl auf jeder Insel der Grand Line bekannt war. Ira Mos Wedi zögerte keinen Augenblick und nahm die zierliche Hand entgegen und gab ihr einen Kuss auf den Handrücken.
Eigentlich hielt Mary nicht sonderlich fiel von solch einer Demütigung, doch ermöglichte die Person vor ihr das Konzert, mit welchem sie große Aufmerksamkeit und hoffentlich ihre Freiheit erlangte. So musste sie sich lang genug gut mit ihm stellen, ehe sie ihre Flucht antreten konnte.
"Auch für mich ist es eine Ehre, meine Gesangskünste in diesem Kolosseum darzubieten. Ich hoffe, die Massen werden ebenso von mir begeistert sein, wie sie es von den Kämpfen sein werden", sprach die Sängerin, ehe sie aufblickte und auf einer Höhe mit Mos Wedi in die verschlagenen Augen sah.
"Oh, mit großer Zuversicht, meine Teuerste. Vor allem, wenn ihr zu eurem Outfit diese Halskette tragt. Wenn ihr erlaubt...", deutete der Händlerfürst an und Mary drehte ihm den Rücken zu und ging auf die Knie. Das Leuchten in ihren güldenen Augen verstärkte sich beim Anblick dieses Accessoire deutlich. Wenn es um Schmuck ging, konnte sie einfach nicht widerstehen. Besonders nicht, wenn es auch noch bläulich leuchtete!
Nachdem es von den männlichen Händen mit Leichtigkeit an ihrem Hals befestigt wurde, erhob sich die Langbeinfrau wieder und betastete ihr neues Schmuckstück. Allein für diese Geschenke hatte sich ihr Auftritt schon gelohnt. Sie sah bezaubert an sich herunter, ehe Mos Wedi die Stimme erhob.
"Wenn ihr erlaubt, gebe euch eine Führung durch das Kolosseum. Dann könnt ihr auch die Bühne betrachten, die wir für euch vorbereitet haben. Wollen wir", fragte und streckte Lady Siren den Arm entgegen, damit sie sich bei ihm einhakte.
Mit einem süffisanten Lächeln auf den Lippen, erwiderte sie die Geste. So durchquerten sie das Tor, dass zuvor noch ihr Eingang gewesen war, nur um eine Treppe in Richtung der kreisrunden Tribüne zu nehmen.
Das Gebäude, in dem die Kämpfe ausgetragen wurde, war wahrlich beeindruckend. Mehrere Tausend Menschen fanden hier Platz und hatten die Sicht auf mehrere Abteile innerhalb der Manege, in welchen die unterschiedlichsten Kämpfe abgehalten wurden. Zumindest erklärte dies Mos Wedi, während sie die Tribüne erreichten.
"Wird es auch einen Preis für den Gewinner geben?"
Mary hatte keine Ahnung, dass derlei Turniere beinahe an der Tagesordnung standen und daher die Sachpreise rar gesät waren. Doch Mos Wedi grinste.
"Auch wenn es nicht der Regel entspricht, gibt es tatsächlich etwas zu gewinnen. Der Preis ist eine tragbare Lampe, die sich bei Sonnenlicht wieder auflädt. Für viele der Höhlenbewohner ist sie eher Tand, doch für Ausländer wie euch ist sie wohl das Fortschrittlichste, was sie zuvor gesehen haben", erklärte er ruhig, ehe er auf einen Vorsprung zeigte. Dieser war mit mehreren leuchtenden Pflanzen geschmückt worden und strahlte beinahe so hell wie die Sonne.
"Und dies, werte Lady Siren, wird eure Bühne sein. Ich hoffe doch, sie wird euren Ansprüchen gerecht."
Mary staunte wahrlich nicht schlecht. Abgesehen davon, dass sie über den Köpfen der Massen singen würde und durch ihre Körpergröße noch klar für jeden Zuschauer zu sehen war, würde sie in ihrem Outfit wie ein magisches Dschungelfabelwesen wirken. Schon jetzt war sie hin und weg und freute sich bereits auf ihren Auftritt. Durch ihr Staunen bemerkte sie gar nicht, wie die Augen von Mos Wedi an ihr gierig zu kleben schienen.
Nach einigen Sekunden des Betrachtens begaben sie sich nun in den ersten Stock vor der Eingangshalle, wo sich schon Zuschauer, als auch Teilnehmer registrierten und Karten kauften. Auch sah sie schon ihren Merch an den Verkaufsstellen, welcher von den Besuchern beäugt wurde. Bei dem Betrachten der Massen fiel ihr eine Person ins Auge, wonach sich die Sängerin beim Händlerfürsten nach seiner Identität erkundigte.
"Das? Das ist unser Champion Afendi. Bislang ungeschlagen und der erfolgreichste Kämpfer, den diese Arena bislang gesehen hatte", erkläre Mos Wedi und zeigte dabei einen rätselhaften Gesichtsausdruck. Mary konnte nicht wirklich deuten, ob dieser Respekt übrig hatte oder ihn für seine Position verachtete. Irgendwie klang es wie eine Mischung aus Beidem.
Ob Boris schon angekommen war? Bislang hatte sie noch nichts gehört und in der Masse konnte sie ihn auch nicht ausmachen. Sie hoffte jedenfalls das Beste.
"Nun wird es aber Zeit, dass ihr euch auf euren Auftritt vorbereitet, Lady Siren. Die Massen sind schließlich ganz heiß darauf, eure Stimme zu hören!"
Mary beugte sich zu Mos Wedi herunter, ehe sie an seinem linken Ohr angekommen war.
"Und ich bin ganz heiß darauf, sie alle zum Schwitzen zu bringen", gab sie deutlich zweideutig und flüsternd von sich, worauf hin das Herz von Mos Wedi einen kräftigen Sprung gegen dessen Rippen machte. Mary erhob sich und verabschiedete sich mit einem Luftkuss, ehe sie mit Adrian und seinen zwei Schlägern zu ihrer Kabine hinter der Bühne aufbrach.
Nachdem der Mos Wedi sich von diesen erotischen Gesten erholt hatte und den leichten Blutverlust aus seiner Nase unter Kontrolle gebracht hatte, sah er der Sängerin lüstern hinterher.
"Bald wird dein Goldkehlchen nur noch für mich singen", sprach er leise zu sich selbst. Nachdem sie nicht mehr zu sehen waren, begab sich auch der Händlerfürst in Richtung seines Sitzplatzes innerhalb des Kolosseums. Natürlich hatte er einen der besten Logenplätze.
 
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Kakuga

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Mit Boris an ihrer Seite hatte Kakuga wenig zu fürchten. Je näher sie dem Kolosseum kamen, desto größer, muskulöser und im Dunkeln leuchtender waren die Personen, die ihnen über den Weg liefen, aber im Vergleich zu dem Piratenkapitän konnten sie in keiner Kategorie mithalten! Naja, außer vielleicht in dem Leuchten, da war er tatsächlich deutlich schwächer als der Rest. „Das kann ich bestimmt ändern...“, murmelte sie vor sich hin und warf einen Blick auf die lumineszenten Proben, die sie gesammelt hatte. Moos, Blätter, der Schweif eines Salamanders... Da konnte sie bestimmt etwas draus entziehen, das ihre Crew zu den am Hellsten strahlenden Piraten auf der ganzen Grand Line transformieren konnte! Der Nutzen von so einer Medizin erschloss sich ihr noch nicht so ganz, aber... „Im Dunkeln zu Leuchten wäre echt beeindruckend, oder?“
Zum Glück waren sich die beiden wenigstens einig, dass sie weiterhin das gleiche Ziel anstrebten, auch wenn die Diskussion so rückblickend betrachtet ein bisschen... unnötig gewesen war. Aber naja, auch das war nur ein weiterer Stein im Leben der hübschen und talentierten Kakuga Hakai, die aktuell noch überlegte, wie sie das aufkommende Turnier überleben sollte. Anscheinend war sie nicht die einzige, die darüber nachdachte, denn Puc meldete sich extra, weil er auch eine Rolle im Kampf übernehmen wollte. Ihr Gesicht hellte sich auf. Das klang doch großartig! „Ah, wenn ihr beiden zusammen kämpfen wollt, steh ich euch sicher nicht im Weg!“, meinte sie fröhlich und nickte dem kleinen Tier mit strahlenden Augen zu. „Ich ziehe mich einfach zurück und du bildest mit Boris zusammen das Team! Das klingt doch toll, nicht wahr? Nicht wahr?“ „Ah, da müsst ihr euch gar keine Sorgen! Ihr könnt alle zusammen kämpfen, niemand muss zurücktreten!“, meinte Sawwat fröhlich und zeigte den Piraten einen Daumen nach oben. „Bis zu einer gewissen Größe zählen Tiere und Monster nicht als zusätzlicher Kämpfer, sondern als Erweiterung ihres Besitzers. Normalerweise nimmt man sie nicht mit in die Arena, weil es gefährlich für sie ist, aber es gab schon Kämpfer, die ihre Haustiere mitgebracht haben.“ Kurz stehen bleibend, ließ Sawwat den schweren Rucksack von seinem Rücken rutschen, um darin zu kramen, und zog sogleich ein großes Poster hervor, das einen Mann mit nacktem, muskulösen Oberkörper und einen aerodynamischen kleinen Hund zeigte. „Ein Mann ist berühmt dafür, dass er seinen Zwergpinscher für den Kampf abgerichtet hat. Zusammen führen sie Zwickers und Pinschers Zangenangriff aus!“ Der Name dieses Angriffes stand auch in großen, roten Buchstaben unten auf dem Plakat und wurden von Kuga mit erhobener Augenbraue beäugt. Der klang ja mal dämlich... Ziemlich schnell wurde ihr Blick allerdings von dem Händler bemerkt und er grinste entschuldigend. „Ah, das englische Poster verkauft sich besser. Was haltet ihr von 650 Berry?“ „... wie gesagt, wir haben kein Geld...“

Als Sawwat dann darüber verhandeln wollte, dass sie Anteile ihres Wettgewinns aus dem Kolosseums vorab verkaufte, beendete die Ärztin die kurze Pause proaktiv, indem sie einfach weiterging und ihn somit zwang, seinen Rucksack schnell wieder aufzuheben. Jetzt waren sie endlich da, im Kolosseum, und Kuga schaute sich schon nach den Schildern um, die sie zu dem Teil der Arena führten, an dem Lady Siren ihren großen Auftritt aufs Parkett legen würde. So langsam kehrte auch ihr Lächeln wieder zurück. „Sieht so aus, als ob es bald losgeht...“
 

Boris

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„Quiek! Quiek! Quiek!Quiek!Quiek!Quiek!Quiek!Quiek!Quiek!Quiek!Quiek!
„Woah! Vorsichtig, Puc!“
Quiek! Es war ein beeindruckendes Bild, wie ein über zwei Meter großer, muskelbepackter Mann Mühe hatte, einen nicht mal zwanzig Zentimeter langen Hamster zurückzuhalten, damit dieser nicht dem Händler Sawwat die Augen auszukratzen, die Nase abzubeißen oder die Haare ausreißen würde.
Natürlich war Puc gekränkt, immerhin wurde er hier nicht einmal für voll genommen, durfte praktisch im Kampf mitstreiten, wie ein Kleinkind, dass nicht mal als Person für eine Fähre gezählt wurde und für die Überfahrt nicht bezahlen musste. Als großer Krieger, war das natürlich eines der schlimmsten Beleidigungen, die einem widerfahren konnten.
„Puc,“ begann Boris ungewohnt besonnen, da es normalerweise das Nagetier war, dass den halben Riesen abhielt: „dein Zorn richtet sich an den falschen. Sawwat macht die Regeln nicht, also wenn du jemanden wehtun magst,“ fuhr der Glatzkopf fort, während er ein Bein hob und mit den Armen ausholte: dann mach es gefälligst bei den Mitarbeitern! Damit warf Boris ein pelziges Ungetüm mit extrem schlechter Laune mitten zwischen die Rezeptionisten.
„Was ist -ah! Hör, au, Hi-HILFE!“
„Warte einen Moment, ich- AUA! Hör auf! Ah, nein, nein!!! Hilfe, es wird uns umbringen!
Mit Entsetzen sah man, wie zwei unschuldige Leute der Rezeption mit der ungebändigten Wut eines Nagers konfrontiert wurden, schuldig für etwas gehalten, bei dem sie nicht einmal eine Hand im Spiel hatten.
Die meisten Menschen sahen mit von imaginären Schmerzen zugekniffenen Augen dem Spektakel zu, als ob sie selbst die Klauen und Zähne an sich spüren würden. Nur einer hatte etwas dazu zu sagen: Auf die Augen, Puc! Geh auf die Augen!
… … Ja, das ist Boris.

„Quququququuuuu...“, heulte einige Minuten später Puc, während er mit kleinen Fäustchen auf den Boden hämmerte. Es war kein Wunder, da der Hamster gerade Hausverbot bekommen hatte und nun gar nicht an Kämpfen hier teilnehmen durfte.
Sie hatten das gleiche bei Boris versucht, aber dieser hat denen nur einen Blick, ein Lächeln und ein paar berstende Muskeln gegeben und sie haben es sich anders überlegt und einfach nur dem Hamster verboten, an den Kämpfen hier teilzunehmen, weswegen dieser nun wohl oder übel bei Adfin und Sawwat bleiben würde.
„Reiß dich zusammen. Ein Mann nimmt die Dinge, wie sie kommen!“
„Quiek!“
„Was heißt hier meine Schuld!? Angestiftet! Ich habe seit Tagen keinen Stift in der Hand gehalten!“
„Quiek!“
„Kühl du erstmal deinen Kopf ab. Kuga, wir gehen!“ Der Befehl des Kapitäns ist unumstößlich und auch als Puc ihnen hinterherschrie, blieb die Mine des Piratens steinern.
Die Eröffnungsfeier der heutigen Kämpfe würde ein Konzert heute sein. Für jemanden, der die Musik so innig liebte wie Boris, war dies eine tolle Chance, mal wieder zu grölen, feiern und zu tanzen. Er hatte niemals von dieser Lady Siren gehört, aber er konnte sie förmlich vor sich sehen...
Oder eher, ihre Fotokopie, die im Geschenkeshop direkt neben dem Kriegereingang von Fächern, T-Shirts, Mänteln und anderen Artikeln auf ihn starrten, während sich mehrere Krieger die Arme in Fässer tauchten.
Wieso das?
Ah, nun nahm jemand es heraus und das natürliche Leuchten der Leute hat die Farbe geändert! Nun glühten sie rot oder blau, oder auch gelb. Die Fächer hatten ebenfalls ein Leuchten...
Langsam bekam Boris das Gefühl, dass es so gar nicht das sein würde, was er sich vorgestellt hatte...
 
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Eine halbe Stunde vor dem Beginn des Konzertes...

Adrian und seine beiden Schläger befanden sich im Backstagebereich. So nannte er es zumindest es immer. Irgendein neumodischer Begriff, der den Bereich hinter dem Vorhang aufwerten sollte. Mary fand in diesem Bereich nie etwas schönes. Untergebene wuselten von einer Ecke in die nächste Ecke und erledigten alles in übertriebener Hektik.
Instrumentalisten reinigten ihre Instrumente und nahm letzte Stimmungseinsrellungen vor.
Ihre Stimme fühlte sich warm und kräftig an. Sie hatte ihre Stimmübungen in ihrer Garderobe mit Bravour abgeschlossen und fühlte schon lange nicht mehr so gut vorbereitet. Sie würde eine große Show abliefern. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.
"Darf es noch ein Schluck von diesem vorzüglichen Cocktail sein, ehe sie in ihr Kostüm springen, werte Lady Siren", biederte sich Ol Packa kurz vor ihrem Auftritt an sie ran und vergaß dabei jede Form von Hemmungen. Er war deutlich aufgeregter, als es Mary selbst war. Entweder war es der Gedanke an den großen Merchverkauf, der ihn völlig zügellos machte oder die pure Erotik, Mary in ihrem Outfit zu sehen.
"Vielen Dank, Ol Packa-lein! Aber wir wollen doch nicht, dass ich plötzlich rülpsen muss. So ein Verhalten kann eine Dame wie ich nicht an den Tag legen. Verstanden?!"
Ihre Nachfrage betonte sie mit einem sadistischen Lächeln und hielt dabei die Augen geschlossen. Sie wollte in diesem Moment als das allgegenwärtige Böse gelten und offenbar scheints es zu wirken.
Der beleibte Arenabesitzer senkte demütig den Kopf und verschwand kleinlaut.
Keine Sekunde später begannen schon die Asisstentinnen ihr Kostüm anzuziehen. Ihr Körper verschwand nach und nach hinter schwarzen Tüchern, die sie in eine kokonartige Form hüllten.
Nach dieser Prozedur war lediglich ihr schöner Mund zu sehen, während der Rest des Körpers von Stoff umschlungen war.

Beginn des Konzertes...

"Meine Damen und Herren, werte Krieger und Kämpfer und nicht zuletzt Dank den Veranstalter unserer täglichen Arenakämpfen! Herzlich Willkommen zu einem wahrhaft bedeutsamen Tag, der in die Arenageschichtsbücher eingehen wird!"
Der Moderator, welcher sich auf einem Steinvorsprung aufgebaut hatte und von dort alles vieles überblicken konnte. Er musste ziemlich gute Augen haben, wenn er Details von dort oben gut beschreiben konnte. Zumindest wurde ihr das gesagt, ehe sie in diesem Kokon aus schwarzem Stoff gewickelt wurde.
"An diesem wunderschönen, sonnigen Tag werden Knochen zerschellen, Nüsse geknackt und Ohren gezogen!"
Ein Beifall der Menge, die die Kämpfe kaum abwarten konnten. Der Champion persönlich soll heute mitkämpfen und dies stachelte die Menge schon ausreichend an. Heute sollte also ein Spektakel stattfinden und sie würde ein Teil davon sein. Wenn es nach ihr ging, natürlich ein Teil mit einem Anteil von zwei-dritteln. Alles darunter wäre eine Missachtung ihrer Talente!
"Doch bevor wir uns dem blutigen Treiben widmen, hat uns eine junge Dame erreicht, die uns mit ihrer Showeinlage in wohlige Stimmung versetzten möchte! Einen leuchtenden Applaus für Lady Siren und die Lightbusters!"
In der Welt war es weithin bekannt, dass Lady Siren mit örtlichen Instrumentisten zusammenarbeitete und sich so bisher eine vielfältige Songauswahl herausgearbeitet hatte. Durch ihre Reisen konnte sie schon in viele Genre hineinschnuppern und Songs mit den örtlichen Bands schreiben und performen. Die Lightbusters verstanden sich als große Showband. Sie wollten viel Action in ihrer Musik, aber auch Dramatik auf der Bühne. Und mit Lady Siren hatten sie endlich eine Leadsängerin gefunden, mit der sie eine lange geplante Darbietung wahrmachen konnten. Dass sie dadurch in solch einem Kostüm auf der Bühne landen sollte, hatte zu Anfang nicht für möglich gehalten. Doch sie hatten es mehrmals geprobt und alles war vorbereitet. Nichts konnte schief gehen.
Nun wurde sie vor ihrem Mikrofon abgestellt und die Menge fing langsam an zu tuscheln und sich zu fragen, was hier vor sich ging.
Der DJ der Lightbusters, ein junger Mann mit großen Kopfhörern und Sonnenbrille bekleidet, legte eine Platte auf die Schallteleschneke und bewegte sie rhythmisch auf und ab, wodurch sich der Ton immer höher schaukelte.

Er mündete in einem angezeigten:"Woah-ah-ah-ah", welches die Zuschauer mitsangen. Doch von Lady Siren kam bislang kein einziger Ton.
"Ladys und Gentleman, darauf habt ihr gewartet", sang Lady Siren, weiterhin im Kokun eingeschlossen.
Darauf folgte wieder dieses "Woah", dass die Zuschauer zum Mitwirken animieren sollte.

"Du hast dich verlaufen, im Schweiße gebadet!"
Ein weiteres "Woah" folgte.
"Und tief in deinen Knochen, diesen Schmerz erwartet!
Nun kam ein Ton einer Bassgitarre, der den ersten Ton am Satzanfang von der Leadsängerin unterstützte.
"Hol tief Luft,
wache auf!
und alles was real ist, bleibt zurüüüüüück!

Dies war der Auftakt für den Schlagzeuger und den Bassisten mit einem vier-viertel-Takt fortzufahren.
"Bekämpf es nicht, es kommt zu dir, rennt zu dir!
Nur für diesen Moment, egal was danach kommt.
Dieser Fiebertraum,
wie er dich übernimmt!

Lieferst dich aus,
deine Gefühle sind unbestimmt!

Im nächsten Absatz ging ihre Stimme höher und auch an ihrer Erscheinung änderte sich etwas. Die Bänder entrollten sich nach und nach, beinahe wie von Zauberhand. Doch hatte Mary im Inneren des Kokons völlige Kontrolle und steuerte die Entwicklung, während sie ihre Song saß. Nun war sie an der sogenannten Bridge angekommen, die zum Refrain einleiten sollte. Bis zu diesem Zeitpunkt musste sie ausgewickelt sein.
"Ein Feuer, die Freiheit,
alles überflutungsoffen!
Ein Prediger ins unsrer Mitte
und von ihm besoffen!
da zerbricht etwas an deiner Wand,
sie hält alles was du keeennst,
sieht du, wie es glääääääänzt!

Nun wurden die schwarzen Tücher von ihrem Körper geworfen und hervor kam eine in einem langen schwarzen Kleid gekleidete Lady Siren, an deren sich Rücken riesige Schmetterlingsflügel ausbreiteten. Diese, sowie das Kleid, waren über und über mit Leuchtfarbe gestaltet worden, so dass auf die Zuschauer ein prachtvoller Regenbogen an Farben niederscheinte. Auch die Lightbusters packten ihre leuchtenden Instrumente hervor und unterstützten ihre Leadsängerin bei dieser Lichtershow, während sie für den Refrain in die Saiten hauten.
"Wo alles in bunten Lichtern gehüllt,
Rebellen die Nacht erfüllen!
Unmögliches erfüllt sich,
es kommt über dich!
Oh, das ist die größte Show!
Wir leuchten auf, wir bleiben oben!

Die Sonne bringt uns nicht auf den Boden!
Wahrheit erfüllt sich,
es kommt über dich!
Oh, das ist die größte Show!

Die Einleitung war nun erfüllt und damit nur der vermeintlich einfache Part des ganzen Songs. Nun ging es mit ihrer Tanzperformance weiter, während sie die zweite Strophe zum Refrain zurückführte. Dabei wählte sie eine sehr ausladende Form des Tanzes und bewegte sich rhythmisch zur Musik, mal ruckartig und dann wieder sehr langsam, was bei einige Männern und Damen für beeindruckte Blicke sorgte. Darunter fanden sich einige Exemplare, die von ihren nackten langen Beinen so angetan waren, dass sich ihre Augen in Herzen verwandelten und ihrem Chame völlig erlegen waren.
Ihr Kleid war mit einem langen Rock verbunden, der jedoch bis zu ihrem Hüftknocken Einblicke durch den tiefen Ausschnitt gewährte.
Wieder dieses "Woah" der Zuschauer und Mary hatte sich von einer ausladenden Bewegung wieder an ihr Mikrofon bewegt.
"Gigantisch kommen wir,
die Außenseiter hier im Ring!

"Woah"
Wo das Verlorene gefunden wird,
werde ich zur Königin!
Bekämpf es nicht, es kommt zu dir, rennt zu dir!
Nur für diesen Moment, egal was danach kommt.
Es blendet,
Leuchtet überall, was du kennst.
Überleb einfach, renn, bevor du verbrennst!
Wo alles in bunten Lichtern gehüllt,
Rebellen die Nacht erfüllen!
Unmögliches erfüllt sich,
es berauscht dich!
Oh, das ist die größte Show!
Wir leuchten auf, wir bleiben oben!
Die Sonne bringt uns nicht auf den Boden!
Wahrheit erfüllt sich,
es kommt über dich!

Oh, das ist die größte Show!"
Nun folgte eine Wiederholung, jedoch mit dem Stilelement, die Instrumente verstummen zu lassen und den Refrain ohne diese erneut mit den Zuschauern zu singen.
"Wo alles in bunten Lichtern gehüllt,
Rebellen die Nacht erfüllen!
Unmögliches erfüllt sich,
es kommt über dich!
Oh, das ist die größte Show!
Wir leuchten auf, wir bleiben oben!
Die Sonne bringt uns nicht auf den Boden!
Wahrheit erfüllt sich,
es kommt über dich!
Oh, das ist die größte Show!

Oh, das ist die größte Show!
Oh, das ist die größte Show!
Oh, das ist die größte Show!"
Die Menge sang fröhlich mit, während die Bandmitglieder der Lightbusters immer näher an die Sängerin herantraten und sie bei der letzten Zeile in Höhe hebten. Dort oben vollzog sie ein paar Flügelschläge, ehe sie beim letzten Ton in einer Gesangspose verharrte und ihren Applaus genoss.
 

Kakuga

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Kakuga hatte darauf geachtet, bei dem Vorfall mit Puc einen möglichst großen Abstand zu Boris zu halten aufgrund einem allgemeingültigem gesellschaftlichen Prinzip, das man im Allgemeinen als 'Fremdschämen' bezeichnen konnte. Leider half dieser Abstand nicht lange, da sie sich mit ihm zusammen als Partner in der Arena registrieren lassen musste, auch wenn sie dabei versuchte, ihr Gesicht möglichst hinter ihren langen Haaren zu verstecken. Erst, als sie dabei war, wie sich ein paar Konzertbesucher in lebende Leuchtstäbe verwandelten, war ihre Neugier wieder groß genug, um ihre Augen von dem schwarzen Schopf zu befreien. Sie selbst nutzte die Gelegenheit, um einen Finger in die Farbe zu tunken, aber sie war wohl nicht von Natur aus lumineszent, sondern funktionierte nur in Kombination mit den leuchtenden Körpern... Sie schnupperte kurz daran. Es roch eher nach Kleber als nach Farbe, auch wenn sie es einfach verreiben konnte. Es war auch relativ durchsichtig... Woraus sie das wohl machten? Es war vermutlich eine organische Basis, wenn es keine Hautirritationen verursachte...
Während sie sich deutlich ausführlicher mit der Fingerfarbe befasste als die Leute, deren ganze Arme damit vollgeschmiert waren, versuchte die Hakai, die laute Stimme des Ansagers im Hintergrund auszublenden. „Kann der mal leise sein...?“, murrte sie leise vor sich hin. „Bei dem Lärm kann sich doch keiner konzentrieren...“ Sie war gerade dabei, das große Rätsel um nicht ganz deckende Farbe zu lösen! Was konnte wichtiger sein? Bei dem ganzen Krach im Hintergrund konnte man glauben, sie wäre bei einem Konzert oder so... Ach, Moment! Das Konzert! Erst, als der Rhythmus des DJ die Halle erfüllte und die ersten Whoa-ah-ahs durch die Reihen ginge, realisierte Kakuga, dass sie ja hier war, um dem Konzert zuzuhören und wandte sich um in Richtung Bühne... wo sie nichts sah. Aber so rein gar nichts. Die riesigen Körper der Hünen, die hier unten lebten und sich in der Arena versammelt hatten, verdeckten mit erschreckender Effizienz den Blick der vergleichsweise doch recht kurz geratenen Ärztin. Sie trat näher an die Menschenmenge heran und musste dabei kurz einer großen Schnecke ausweichen... die war tatsächlich auch schon fast größer als sie! Warum war die eigentlich hier? Sich kurz umsehend konnte Kakuga klar sehen, wie an der Wand über den Zuschauern reihenweise kleine Schnecken hingen, die mit Lautsprechern versehen waren und die Musik von der Bühne verstärkten, das machte ja auch Sinn. Aber sowohl auf ihrer Seite des Publikums als auch auf der gegenüberliegenden war jeweils eine von diesen großen Schnecken, die ebenfalls Lautsprecher trugen – sogar größere, die vermutlich viel mehr Power hatten – aber aus denen waren nur Schlagzeug und Bass zu hören, und sie waren richtig leise. Abgesehen von ihrem sanften, blauen Leuchten waren die Schnecken trotz ihrer Größe sehr unauffällig, während sie sich langsam am Publikum entlang bewegten und schlussendlich ziemlich zentral stehen blieben. Wenn sie das mit den Verstärkerschnecken auf der Bühne verglich, die mit gezackten Sonnenbrillen und herausgestreckten Zungen ihre Panzer pulsieren ließen, aus deren Anschlüssen deutlich hörbar die Stimme der Sängerin und ein echt heißes Gitarrenriff zu hören waren und die in einem so hellen gelb strahlten, dass die ganze Bühne davon beleuchtet wurde, waren die großen Tiere wirklich unauffällig... Aber Moment, jetzt ließ sie sich ja schon wieder ablenken! Kakuga wollte auf keinen Fall mehr von dem Konzert verpassen, also tat sie ihr Bestes, sich zwischen die großen Körper zu quetschen und einen Weg nach vorne zu finden...

Hoffnungslos. Es war hoffnungslos. Während der Gesang von Lady Siren sich dem Höhepunkt näherte, stand sie vor einer Wand aus Fleisch und war kurz davor zu heulen, weil es keinen Weg für sie gab, einen guten Sichtpunkt zu bekommen. Verzweifelt blickte die Ärztin auf. Jetzt hatte sie eigentlich nur noch eine Wahl... Entschlossen packten ihre beiden Hände die Schulter eines dieser Muskelprotze und zogen sich daran hoch, sodass sie sich geschickt auf seine Schultern stellen und das Konzert von hier oben beobachten konnte. „Sie hält alles was du keeennst, sieht du, wie es glääääääänzt!“, schallte es durch den Saal und Kakugas Augen verwandelten sich in Sterne, als sie sah, wie sich just in diesem Moment Schmetterlingsflügel um die Sängerin ausbreiteten. Das... das war sie! Das war Lady Siren! Sie sah so beeindruckend aus, inmitten der strahlenden Bühne, und so... so groß! Wow, live wirkte sie so viel größer als in der Zeitung, fast schon riesig! Und trotzdem bewegte sie sich mit einer schwungvollen Eleganz, die sie automatisch zum Star der Show machte...

Mit dem Einsatz des nächsten Verses machten sich nun auch die übergroßen Lautsprecherschnecken ans Werk, drehten mit einem Mal ordentlich die Lautstärke auf, sodass sich Bassline und Rhythmus der Band in kraftvollen Dun, Dun, Duns im Raum verteilten. Zusammen mit der Musik nahm auch das Leuchten der Tiere zu, sodass sie mit jedem Schlag der Drums einmal in kräftigen, blauen Lichtimpuls aufleuchteten und damit die Lichtershow der Band um ein großes Element verstärkte. Es hatte auch einen interessanten Effekt auf die in Leuchtstäbe verwandelten Arme der Zuschauer: Die Blauen wurden mit jedem Impuls kurz verschluckt und schienen erst einen Moment später wieder aufzuleuchten, während die violetten umso stärker zu sehen waren. Die gelben Lichter schienen sogar die Farbe zu wechseln, kurz grün zu werden, ehe sie wieder zu ihrem Ausgangszustand zurückkehrten... So konnte man die Fans auch zu einem Teil der Show machen. Respekt. Kakuga war auf jeden Fall begeistert. Die schlanke Ärztin tanzte fröhlich zum Beat und ignorierte dabei die Grunzer angesäuerter Gäste, auf denen Schultern und Köpfen sie herumtrampelte. Leichtfüßig, wie sie war, hatten die doch eh kein Recht darauf, sich zu beschweren!
 

Boris

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OK, was ist das? Boris war schon bei vielen Veranstaltungen gewesen, aber so etwas wie das da hatte er freilich noch nie erlebt. War das etwa so, wie man auf der Grand Line feierte? Es war laut, also war es schon einmal gut, aber irgendwo lag hier ein fundamentales Problem vor, ein Problem, welches unserer glatzköpfiger Maulheld noch nicht gänzlich zuordnen konnte und der wegen dem fehlenden Puc auch nicht gleich eine zweite Meinung einholen konnte.
Sowieso war es besser, dass Puc hier nicht dabei war, er könnte bei dieser Ansammlung von feiernden Hohllappen gar zertreten werden, kaum auszudenken was hier alles passieren könnte und auch wenn Boris es laut mochte, waren die Lautsprecherschnecken so groß, dass sie gar den kleinen Puc mit diesen dröhnenden Tönen durch die Luft geschleudert hätten.
Die schwarzen Augen wanderten von den farbig-leuchtenden Gestalten vor ihm zu der Bühne, wo der Mittelpunkt aller Aufmerksamkeit war. Aufgedonnert wie ein farbenblinder Papagei, fast so leuchtend wie der Rest der Leute hier, stand da eine Frau, welche aus mehr Bein als was anderem zu bestehen schien. Im ersten Moment sah es so aus, als würde sie auf Stelzen gehen, aber nein, die Beine hatten einfach nochmal ein bisschen Extralänge, sowohl im Ober- als auch im Unterschenkel. War das schummeln? Das ist doch keine wahre Größe, dass ist einfach nur ein bisschen Gestrecke. Oder war das ein legaler Zug, etwas was vielleicht nicht so schön aussah, wie seinen Oberkörper wie ein Bekloppter aufzuplustern, sodass die Beine einfach nur kurz im Vergleich aussahen...
Oh ja, das war es. Endlich begriff Boris, was hier an der Veranstaltung falsch war. Er packte zwei der Gladiatoren an der Schulter und schmiss sie hinter sich, mit dem neuen Platz konnte er dann einen gewaltigen Satz auf die Bühne machen.
Das akute Lied brach ab, da die Musiker etwas schockiert waren, dass plötzlich eine Megaglatze auf der Bühne war, eine Glatze die das Licht in seine Bestandteile aufbrach und fast so wie eine Discokugel fungierte. Auch war der beeindruckende Muskelberg, der an der Glatze hing ein guter Grund, mit offenem Mund zu starren.
Die Security begann sich zu bewegen, aber als ein inzwischen erfahrener Bühnenbattler, der diese Kunst in den größten Theatern von Kyoko gemeistert hatte und nur eine einzige weitere Person es jemals mit ihm aufnehmen konnte, war es für Boris ein Leichtes einmal gehörig auf die Bühne zu treten, sodass eine Planke hervorbrach und hochsprang, welche direkt auf zwei Leute der Security ging, sodass sie gegen die Wand geklatscht wurden.
Während alle noch baff waren, trat Boris ans Mikrofon, nahm es aus der Halterung, schmiss diese gegen den nächsten Batzen an Security, und begann dann ins Mikrofon zu sprechen... oder eher zu singen... oder so etwas in der Art.

„Du nennst das die größte Show,
bestenfalls so-so.
Der Lärm der ist ganz schön,
doch mehr ein Verseh'n,
Die bunten Lichter die stören nur,
Rebellen? Mehr Müllabfuhr,
oder doch eher der Müll?
Musik, was seid ihr still?“

Nach dieser direkten Aufforderung, begann das Schlagzeug langsam einen Beat anzustimmen, vielleicht auch wegen der Sorge, was der Pirat gleich auf es werfen mag, während Gitarre und Bass so ganz simple Akkorde und Pattern dazuspielten.

„Nun hebt sich doch die Laune,
sieh auf BORIS und staune,
Piratenkönig in spe,
herrscht über die See,
der Thron der ist halt leer
und für euch ist das zu schwer,
besser wartet nicht zu lang
und holt BORIS Autogramm!“

Warum legte sich Boris nun mit dieser Lady Siren an und stürmte deren Show? Weil in dem hohlen Kopf eine Realisation widerhallte: Diese Frau war sein Feind. Boris war groß, doch sie mochte gar größer sein. Aber wo Boris sich um die Muckis gekümmert hatte, war sie schlank. Wo Boris einen gewaltigen Oberkörper hatte, hatte sie lange Beine. Boris war ein Mann, sie eine Frau. Sie hatte Haare, er rasierte sie ab. Selbst in den Augenfarben waren sie Gegenteile! Dunkel und schwarz, gegen hell und farbig!
Und nun wagte sie es, lauter zu sein, der Mittelpunkt der Aufmerksamkeit? Mit jemanden mit einer so begrenzten Aufmerksamkeitsspanne wie Boris, der unbedingt immer den großen Macker machen musste, war das unverzeihlich!

„Wieso warten auf den Traum,
BORIS glaubt das kaum,
Ein Traum, der wird gelebt,
bis das Meer erbebt,
wer wartet beginnt zu stinken,
im Alltag zu versinken,
und der es nicht kapiert,
nur grau und leblos krepiert!“

Natürlich war das Lied gerade für Boris ein bisschen zu hoch gewesen, weswegen er nur die paar Sätze, die er falsch verstanden hatte, anfing auseinanderzunehmen, im Bemühen es dieser Lady Siren zu zeigen und unter die Nase zu reiben.

„Etwas zerbricht an deiner Wand?
Was ist damit? Hirnverbrannt!
Wände tritt man auf mit dem Fuß,
von BORIS einen Gruß!
Und die Sonne bringt niemand runter,
sie schwebt doch froh und munter
und kümmert sich einen Dreck
um euch, O Schreck!“

Natürlich war das Ständchen von Boris auch weder zusammenhängend noch ein literarisches Meisterwerk, doch brachte es sehr gut seinen Hohn über die Versammelten hier zur Geltung und seine Herausforderung, die er an jeden der versammelten Gladiatoren aussprach und selbst an Lady Siren selbst.
Das Publikum begann Becher und Essbehälter nach Boris zu werfen, der stoisch einfach stehenblieb und mit gehässigem Grinsen auf die Leute unter sich hinuntersah, diese Versager die nicht einmal Mann genug waren, auf die Bühne zu gehen und es mit ihm aufzunehmen. Der Pirat sonnte sich geradezu in der Aufmerksamkeit, die man ihm schenkte, dass Publikum, dass man ihm nun bot. „BUUUH! BUUUUUUUUUUUUUUUUH!“

„Oh, ihr buht BORIS nun aus?
Das ist ein Applaus!
Bellen können Hunde,
doch in der nächsten Stunde,
steht ihr mit BORIS im Ring,
und zeigt euer bestes Ding.
Dann wird BORIS barsch
und tritt euch in den Arsch!“

Damit machte Boris eine schneidende Bewegung Richtung der Instrumentalisten und diese hörten auf zu spielen. „BORIS nimmt es mit jedem von euch auf! Ach, was heißt hier BORIS; ihr seid alles Versager, die es nicht mal an Kuga vorbeischaffen werden! HEY, LICHTTYP! SCHEINT DORTHIN! Der Aufforderung folgend, wurde gerade eine junge Dame mit einem Spotlight gesegnet. „Das ist Kuga, BORIS und sie werden euch so hart in den Arsch treten, dass ihr es gestern noch spürt!“
Nun blieb nur noch eines übrig. Boris wandte sich an Lady Siren und starrte auf sie hoch. Er streckte ihr das Mikrofon entgegen, doch nur eine Sekunde nach dieser Geste ließ er es fallen. Dann ließ er einmal beide Muskeltitten erheben, ein Zeichen der Herausforderung und begann sich abzuwenden, aus dieser Halle Richtung Umkleide.
Wenn jemand ein Buch darüber schreiben würde, wie man es schafft, einen gesamten Kampfring gegen sich zu richten, dann wäre es nicht Boris... denn er konnte kaum schreiben.



„Ah, er ist es! Was machen wir nun!?“ Der große Mann mit dem sehr groben und dämlichen Gesicht begann zu zittern, als er daran dachte, was das letzte Mal passiert ist, als er auf diesen bestimmten Glatzkopf gestoßen war.
„Das ist perfekt Muh! Er hat mich gedemütigt... MICH! Ich werde ihn leiden lassen, sobald die Gelegenheit gekommen ist. Oh, ich werde ihn in Scheiben schneiden. Hoa-hahahaha!“ Mit exzentrischem Lachen und einer arroganten Haltung war diese Frau alles andere als zimperlich damit, sich für das letzte Mal zu revanchieren. „Hoffentlich gibt Mos Wedi bald das Signal, damit ich mich diesen Dreck von meinem Kleid entfernen kann.“
„Dein Kleid ist schmutzig?“
Das war eine Redewendung, Hornochse! Ira Mos Wedi hatte sich für sein nächstes Unterfangen starke Verbündete gesucht.
 
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Der Auftritt endete mit einem farbenfrohen Choreographie mit Hebefiguren und allem drum und dran.
Ein perfektes Ende. Ein grandioser Abschluss.

Doch wird die Musikerin ihn auch immer mit einem faden Beigeschmack in Erinnerung halten. Hätte ja keiner ahnen können, dass ein gesuchter Pirat sich in den Mittelpunkt ihres Auftritts drängte und somit alle Anwesenden gegen sich aufbrachte. Aber alles der Reihe nach.
Nach der kräftigen Landung von Boris wurde die Choreo aufgelöst und Lady Siren stand auf sicheren Füßen. Was der Musikerin an Muckies fehlte, hatte sie eben in den Beinen.
So schauten auch die Bandmitglieder der Lightbusters nicht schlecht, wie eine so zierliche Frau solch eine Erschütterung wegsteckte, als hätte sie sich in die Bühne gebohrt.
Die Bandmitglieder waren schnell an den Instrumenten, als sie das Mikro in den Händen des Piraten sahen.
Was wären sie für Musiker, wenn sie ihn nicht unterstützen.
Ist doch Ehrensache. Doch hatte kein zweites Mikrophon. Somit konnten sie keinen wirklichen Battle austragen.
Doch die Zeilen von Boris unterstreichten nochmals ihre Hilflosigkeit. Keine Chance sich zu wehren.
Wann hörte das endlich auf!?
Sie musste es sich über sich ergehen lassen.
Jede Zeile schmerzte und doch trieb sie es weiter an.
Sie brauchte eine passende Gegenantwort.
Sie musste ihn völlig aus dem Konzept bringen. Etwas, womit er nicht rechnen würde.
Zuvor war eine weitere Information wichtig. Er war nicht alleine hier. Er hatte ein Crewmitglied in die Arena gebracht. Mal sehen, wie sich die Frau schlägt.
Lady Siren verharrte mit einem leichten Grinsen, während der Kapitän der Hamsterbande auf sie zu Schritt und das Mikrofon reichte, nur um dieses nach einem Wimpernschlag fallen zu lassen. Während sie dem Fall des Mikrofons folgte, erhaschte sie eine Bewegung seiner Brustmuckies.
War das eine Art Paarungsruf? Bislang hat sie solche Muskelberge nur von ihren "Leibwächtern" gekannt, doch selbst die Beiden hatten nicht mal zusammen soviel Muskeln. Vielleicht war in ihnen auch nur heiße Luft? Das konnte er heute beweisen.
Sie jonglierte das fallende Mikrofon auf ihrem Fuß, ehe sie es auf Höhe ihres Gesichts beförderte und es mit der Hand fing, als hätte sie dies nicht zum ersten Mal gemacht.
Doch Boris hatte ihr schon den Rücken gekehrt gehabt. Fraglich, ob er es gesehen hatte aber hören würde er sie.
"Was für ein Auftritt! Aber davon lassen wir uns doch nicht unterkriegen, oder!?"
Die Menge war schnell wieder in Feierlaune und gaben der Sängerin gegröhlte Zustimmung.
"Aber lasst mich zuvor eine Frage stellen. Wer von euch hätte den Mumm in den Muckies gehabt, um so eine Show abzuliefern? Wer? Meldet euch?"
Die Stimmung in der Arena nahm eine komische Stimmung an. Hier und da wurde getuschelt.
"Lady Siren, dass hier artet doch nicht etwa zu einer Talentshow aus?! Wir haben einen strikten Zeitrahmen!"
Die Musikerin schaute sich unter den Kämpfern und Zuschauern um. Keiner der den Hintern in der Hose hatte, um hier was zu beweisen.

"Keineswegs, Kommentartypchen", gab sie ganz zuckersüß von sich und schenkte ihm einen Luftkuss. Dieser haute ihn völlig um und ließ ihn bewusstlos zurück.
"Nun, wenn keiner sich traut, hat Boris es verdient, zum Helden des Tages zu ernennen!"

Besonders viele der Arenakämpfer zeigten sich sichtlich beleidigt und gekränkt von dieser Anmaßung.
Darum warfen sie schlimme Schimpfwörter und Flüche nach ihr, die sie noch nie gehört hatte.
"Oh, ich will Boris damit nicht stärken. Sondern euch! Wer den Held des Tages schlägt, wird selbst zu einem! So einfach ist das!
Aber lasst uns unseren amtierenden Helden des Tages ein Lied widmen, dass seinen Musikstil mit meinem verbindet."

Lady Siren legte das große Kleid mit den Flügeln ab und präsentierte ein knappes Top, welches ihre Brüste nur mäßig bedeckte.
Somit war sie brauchfrei, während ihre langen Beine von einer langen, weiten Hose bedeckt wurde.
Weiterhin war sie in ihren eleganten, schwarzen Pumps unterwegs, was die meisten aber eh nicht sehen konnten.
"Lightbusters! It's Hammertime!"
Das war das Zeichen für einen ganz bestimmten Song. Sie hatte es eigentlich gar nicht für möglich gehalten, diesen Song nun doch zu performen.

Zum Glück waren sie vorbereitet.
Der Beat schlug an. Das Schlagzeug schlug nur wenig später ein.
"Yeah! Whoo!
Die tänzerischen Einlagen änderten sich mit diesem Lied. Die Eleganz wich dem Urbanen.
Ausfallendere Schritte und fuchtelnde Handbewegungen prägten diesen Tanzstil.

"Light, sei bereit, Busters! Yeah!

"Du bist hamma, wie du dich bewegst in deinem Aufzug, hamma!

Einzigartig, unglaublich, hamma!
Du weißt, dass du übertrieben hamma bist!
Warum bist du nicht geblieben?"


Diesmal startete sie zuerst mit Refrain, um die Menge nach den ganzen Downern wieder gute Laune bekommt.

"Ich guck' 'rüber und du stehst nicht mehr da,
ganz auf dich gestellt, wunderbar
Ich musste einfach hinsehen, hingehen
Auf 'ner Skala bist du nicht drauf, zu staark, ja
Ich kämpf' mein Weg durch zu dir
Denn ich weiß, ich will nur zu dir
Doch als ich dann da war, du und dein Schiff
Oh Mist, ihr wart schon weg"


Diese Textzeile performte sie mit etwas tieferer Stimme, was sie etwas gefährlicher wirken ließ.

"Du bist hamma, wie du dich bewegst in deinem Aufzug, hamma!
Einzigartig, unglaublich, hamma!
Du weißt, dass du übertrieben hamma bist!
Warum bist du nicht geblieben?"


Zum Refrain wurde die Stimme wieder angehoben und mit ihr gute Laune verbreitet. Es war ein Wechselbad der Gefühle, dass sie mit ihrer Stimme auszudrücken versuchte.

"Ich find's hamma, dass du nicht so viel Scheiße laberst wie die andern,
Die sich auf den Partys immer nur an mein' Arsch klammern
Und sich dann mit Cocktails das Leben süß schlabbern
Du bist irgendwie anders!"


Nun verwendete sie die Stimmlage, welche sie schon beim Kommentator verwendet hatte. Diese war deutlich höher als die anderen und rappte den Text in einem schnellen, aber dennoch verständlichen Tempo.
Die zuckersüße Stimme wich mit dem nächsten Absatz

Mit dem nächsten Absatz wurde die Stimme wieder tiefer, doch klang es übertrieben, als wolle eine Frau einen Mann nachmachen wollen, um seine schlechten Angewohnheiten darzulegen.

"Du bist einfach H, A, doppel M, E, R, Hammer, yeah!
Außer dir, gibt es keinen mehr, komm mal her
Marsch' her, noch viel, viel näher, wegen dir werd' ich Tier, Tiger, hin und her."


Sie wechselte wieder zu ihrer normalen Stimme und rappte die nächste Zeile damit.

"Du bist hamma, du bist kaum gestylet und versprühst trotzdem Glamour.
Hab' dich nur einmal angesehen, schon hat's bei mir gedämmert
Viel zu viele Jahre hab' ich ohne dich schon verpennert
Das wird jetzt geändert, du!"


Wieder nahm ihre Stimme diese übertriebene Tiefe an und rappte den Text pistolenartig heraus.

"Bist Mister sweety Cutie,
hast 'nen dicken Booty
Führ' mich aus, lad' mich ein,
nehm' mich mit zu Mutti
Du bist ein Mix aus Gorilla und Elefant!
Ich sing dein Namen Boris Hammerhand!"


Die übertriebene wich der naturgegebenen und sang den Refrain, den die meisten schon verinnerlicht hatten und laut mit sangen.

"Du bist hamma, wie du dich bewegst in dei'm Aufzug, hamma!
Einzigartig, unglaublich, hamma
Du weißt, dass du übertrieben hamma bist
Warum bist du nicht geblieben?

Du bist hamma, wie du dich bewegst in dei'm Outfit, hamma!
Einzigartig, unglaublich, hamma
Du weißt, dass du übertrieben hamma bist
Warum bist du nicht geblieben?

Du bist hamma
Du bist hammamama, yeah
Du bist hamma, yeah, whoo!"


Jetzt wechselte sie ihre Stimme nach jeder Textzeile.

"Wie du mich ansiehst!"
Süß.

"Ich weiß, du bist hammamama, hammamama!"
Übertrieben männlich.

"Du bist hammamama, yeah!"
Normale Stimme.

"Du weißt, du bist hammamama, hammamama!"
Übertrieben männlich.

"Wie du mich ansiehst!"
Süß.

Damit endete der Song und die Menge war wieder besserer Laune. Ihre Arbeit war getan. Die Arenakämpfer hatten jetzt große Lust Boris den Hintern aufzureißen und hoffentlich Kakuga weniger Beachtung zu schenken. Auch wenn sie keine Ahnung von ihren Fähigkeiten hatte, kam sie Mary zwischen den Hünen ein wenig mickrig vor.
Die Musik war aus und ihr Auftritt war zu Ende. Eigentlich sollten es drei Songs sein, doch das war schließlich nicht ihre Schuld. Ein bösartiger Pirat hat die Security verprügelt und ihr die Show gestohlen. Was hätte sie schon tun können?
Sie verabschiedete sich vom Publikum und ging Richtung Umkleide. Sie brauchte jetzt ein anderes Outfit.

Unterwegs kam ihr Manager ihr entgegen. Der Langarmmensch hatte keinen glücklichen Gesichtsausdruck angenommen und grübelte vor sich hin, ehe er einen Tritt abbekam, der ihn von den Füßen hob und mit dem Kopf voraus durch eine Holztür schleuderte.
"Kannst du mir mal verraten, wo meine "Leibwächter" während meines Auftritts waren?! Ich hab sie nämlich nirgends gesehen und auch jetzt sind sie nicht zu sehen! Wo sind sie?!"
Mary ließ all ihre Wut heraus. Dass Boris ihr die Show gestohlen hatte, dass sie noch keine Gelegenheit hatte, sich ihm anzuschließen.
Sie wollte doch einfach nur weg von hier oder besser ihm!

"D-d-d-die Beiden sind mal kurz für kleine Jungs gegangen und seitdem nicht wieder gekommen! Ich hab schon überall nach ihnen gesucht!"
Das war äußerst ungewöhnlich. Irgendwas musste passiert sein.
 
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