Boldman – Mit voller Männlichkeit voraus!

Dieses Thema im Forum "Das Grandline Meer" wurde erstellt von Boris, 20. Nov. 2012.

  1. Kakuga

    Kakuga Pirat

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    Die Tränen flossen eine ganze Weile, ohne dass Kakuga viel dagegen tun konnte. Als sie dann irgendwann damit fertig war, zu heulen, fühlte sie sich erst einmal leer. Etwas verwirrt ließ sie sich auf den Hintern plumpsen, fragte sich, in welchem Teil des Schiffes sie überhaupt gelandet war. Nun ja, wichtig war es nicht. Sie war allein. Jeder hasste sie. Selbst ihre Kameraden hatten ihr die kalte Schulter gezeigt, als sie Halt gesucht hatte. Was blieb ihr jetzt noch übrig, außer sich selbst zu bemitleiden? Konnte sie eine Medizin herstellen, die dafür sorgte, dass die große Kakuga keine erbärmliche Versagerin mehr war, die keiner leiden konnte? Nein? Dann musste Option Nummer 1 wohl ausreichen – grenzenloses Selbstmitleid.

    Entsprechend düster war die Laune der Ärztin, als Hero es endlich schaffte, sie zu finden. Mit leerem Blick sah sie hinauf zu dem kleinen Mädchen, ausdruckslos, schlaff. Erst, als sie die Worte der Samurai hörte und langsam verstand, dass gerade mit ihr gesprochen wurde, stemmte sie sich langsam wieder auf und kam auf die Beine. Was sagte das Blumenmädchen da? Sie wollte sich entschuldigen? Ein wenig erleichtert seufzte Kakuga auf. Der Streit von zuvor lastete ihr doch recht schwer auf der Seele. Sie wusste nicht, womit sie es verdient hatte, so fallen gelassen zu werden, aber ihre ausschlagende Reaktion war auf jeden Fall unangemessen gewesen, getrieben durch den Affekt ihres stressigen Morgens. Sie sammelte schon die Luft, um selbst die Entschuldigung zu wagen und Frieden zu schaffen, als Heroe es ein Stückchen zu weit trieb:
    »Ich weiß nicht, was mit Sami los war. Und auch nicht, warum du meinst, mich zu deinem Zombie zu machen. Aber ich bin sicher, du hattest deine Gründe.«
    Einen Moment lang stand Kakuga einfach nur da, starrte Heroe einfach nur an, ohne zu verstehen, was genau sie da erzählte. Zombie? Sie hatte die Samurai doch überhaupt nicht behandelt. War das eine Anspielung darauf, was sie den Männern der Insel im Kampf gegen die Piraten angetan hatte? Ein wütendes Schnauben stob aus ihrer Nase bei dem Gedanken. Heroe tat, als wolle sie sich entschuldigen, aber sie gab immer noch Kakuga für alles die Schuld! Für Sami! Für die Verletzten! Für Alles! Was war das dann bitte für eine Entschuldigung? Mitleid? Passive Aggressivität? Eine ehrliche auf jeden Fall nicht...

    „Wow. Musste das jetzt sein? Immer einen drauf setzen, was?“, fragte Kakuga grimmig und verschränkte ihre Arme, während sie mit zornigem Blick auf Heroe hinab starrte. „Natürlich. Ich bin an allem Schuld. Ist doch ganz egal, warum! Ist doch egal, was passieren würde, wenn ich einfach nichts tun würde! Ist dir klar, dass du gerade mit der intelligentesten Person an Bord redest, Blumenmädchen? Verscherz es dir nicht mit mir!“ Sich so zornig zu fühlen passte nicht zu ihr, so gemein und unnachgiebig zu sein. Es war ungewohnt, unangenehm. Aber gleichzeitig war da ihre sture Seite, die sich das nicht einfach gefallen lassen wollte. Den ganzen Tag lang hatten ihr Leute gegen den Kopf geworfen, dass sie keine Hilfe gewesen sei und nur Ärger gemacht habe. Jetzt das. Sie hatte genug... aber sie wusste auch, dass es dumm war, das Thema zu weit zu treiben. Sich auf die Lippe beißend, schluckte sie so viel von ihrem Stolz herunter, wie sie konnte. So unehrlich es auch gewesen sein mochte, Heroe war von sich aus hergekommen und hatte sich entschuldigt. Jetzt war es an der Zeit, dass auch Kakuga Größe zeigte.
    Sie seufzte hörbar.
    „Aber gut... du hast Recht. Lass uns das Kriegsbeil begraben. Ich habe mich ja auch von meinen Gefühlen mitreißen lassen.“ Ihre vor der Brust verschränkten Arme senkte die Schwarzhaarige wieder, zeigte damit, dass sie sich dem Gespräch nicht versperrte. Sie blickte auf Heroe herunter. Sie würde ihr vergeben. Vorher musste sie nur eben klarstellen, dass sie unschuldig war und dass man sie nicht einfach beschuldigen durfte.
    Entschlossen deutete Kakuga mit einem Finger auf den Boden zu ihren Füßen.

    „Ich werde dir verzeihen, wenn du dich vor mir hinkniest und gestehst, dass du falsch lagst und dass du mich mit Unrecht beschuldigt hast. Und du musst versprechen, mir in Zukunft immer zu vertrauen, immerhin sind wir Crewpartner! Oh, und zur Wiedergutmachung wirst du mein Versuchskaninchen.“

    So, das Friedensangebot war gemacht. Jetzt musste die Hehero nur noch annehmen, und schon waren alle glücklich. Sie würde Kakugas freundliches Entgegenkommen ja wohl kaum ausschlagen...
     
  2. Heroe

    Heroe Pirat

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    Kakugas Tränen trockneten und ihre Augen gewannen ihre Ausdrucksstärke zurück. Die Ärztin stellte sich wieder auf die Füße. Wenn sie die intelligenteste Person an Bord war, überlegte Hero, ergaben ihre wütenden Worte wenig Sinn. Selbstverständlich war sie daran schuld, wenn sie Hero als ihren persönlichen untoten Diener ausgab und daraus folgte ihre moralische Verantwortung für ihr Tun. Hero runzelte die Stirn. Kakuga war ohne Zweifel eine stolze Persönlichkeit. ‘Wenn sie weint, reicht jeder ihr die Hand, durchschaut man sie, beißt sie zu.‘ dachte Hero, während Kakuga zornig sprach. Doch dann bewies die Ärztin ihr das Gegenteil, sprang über ihren erhabenen Schatten und gestand zumindest ein, von ihren Gefühlen übermannt worden zu sein. Eine Schwäche, aber eine sehr menschliche. Hero nickte angesichts dieses auch ihr bekannten Dilemmas. Kakuga deutete auf die Holzplanken zwischen ihnen und verlangte von Hero, sich vor ihr niederzuknien. ‘Und.. was?!‘ Die Überraschung zog ihr den Boden unter den Füßen weg und Hero begann zu kichern. Ein hoher Laut, der den Vokal i gegenüber dem klassischen a favorisierte und dessen Hero sich schämte. »Das ist..« brachte sie hervor »nicht übel!« Und um Kakuga einen Gefallen zu tun, lachte sie einen Moment länger über den Scherz, selbst als sie sich wieder unter Kontrolle hatte. Aber Kakuga lachte nicht. Ihre Mimik schien finster. Hero räusperte sich und blieb stumm, als sich die Worte der Ärztin in ihren Gedanken wiederholten und sie sie dieses Mal ernst nahm. Es war, als hätte Kakuga ihr Skalpell aus der Tasche geholt, Heros Geist seziert und ihr aus den wenigen Dingen, die ihr etwas bedeuteten, eine Demütigung auf den Leib geschneidert.
    »Entschuldige. Ich nahm nicht an, dass es dir damit ernst war.« Hero neigte unter dem Protest ihrer Nackenmuskulatur den Kopf. »Ich lehne ab.« Sie reckte das Kinn. »An der Wahrheit kannst du nicht beliebig experimentieren und sie so zusammenflicken, wie sie dir gefällt. Genauso mein Vertrauen. Oder Samis.« Wut war so schwer im Zaum zu halten. Sie war mächtig und energiegeladen. Sie flüsterte Hero Worte ein, die sie mit äußerster Mühe herunterschluckte. »Wenn du mir nur verzeihen kannst, wenn ich die Unwahrheit sage oder mich dir ausliefere, wähle ich deinen Groll.« Es fühlte sich an, als stellte sie sich tapfer einer Sintflut entgegen, aber Hero fühlte ihre Knie nicht zittern.

    Das Holz unter ihren Füßen ächzte und die Boldman neigte sich scharf zur Seite. Etwas traf sie ihm Rücken. Hinter ihr hatte sich eins der Fässer gelöst, das nicht richtig vertäut war. Hero stolperte nach vorn. Die Boldman schwankte wie betrunken zur anderen Seite und Hero fand keinen Halt. Sie fiel vor Kakuga auf die Knie, während das Fass wieder zurückrollte. »Beim Donner!« zischte sie, mied Kakugas Blick und sprang wieder auf die Beine. ‘Dieses verfluchte Wasser!‘ Sie warf einen Blick auf den Logport und war sich sicher, dass sich die Nadel langsam von der Position entfernte, die sie halten sollte. Mit hochrotem Kopf starrte sie zu Kakuga. »Wenn wir hier fertig sind, ich muss an Deck.«
     
  3. Kakuga

    Kakuga Pirat

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    Kakuga war zweifellos ein guter Mensch. Trotz all der Ungerechtigkeiten, die Heroe ihr heute getan hatte und selbst in ihrer Entschuldigung noch an den Kopf war, war sie willens, ihr zu vergeben und verzeihen, ohne es ihr auch nur im Geringsten nachzutragen. Und alles, was sie im Gegenzug verlangte, war eine ehrlichere Bitte um Verzeihung, in der das Kind ihr ein wenig Respekt und Entgegenkommen zeigte. War Vertrauen zwischen Kameraden so viel verlangt? Oder dass man sich gegenseitig mal bei den Dingen half, die wirklich wichtig waren? Nein, natürlich nicht. Kakugas simple Bitte war vollkommen gerecht und gerechtfertigt, da war sie sich sicher.

    Umso irritierender war es, dass Heroe sie ausschlug.

    „... wie du willst“, meinte sie grimmig und streckte ihren Rücken, reckte ihren Hals, um noch mehr auf die Samurai herab sehen zu können als ohnehin schon. Heroe tat, als hätte sie ihren Fehler eingesehen und als interessiere sie sich dafür, dass sie gut miteinander auskamen, doch in Wahrheit war sie einfach nur zu stolz, um jemanden schlecht von sich denken zu lassen. Kakuga konnte das leicht durchschauen, kannte sie doch das Gefühl. Nun, so einfach würde sie sich nicht ausnutzen lassen! Die Hehero hatte ihre Wahl getroffen, und nun musste sie damit Leben. Kuga holte schon Luft, um ihr noch eine letzte Tirade an den Kopf zu werfen, als sie auch schon von einem kräftigen Wackeln des Schiffes auf ihren gut gepolsterten Hintern geworfen wurde. „A-auu...“, murrte sie leise, stoppte aber mit einem Blick auf Heroe. Diese Genugtuung wollte sie dem Mädchen nicht geben. „Oh, wir sind fertig, keine Sorge“, antwortete sie giftig und sah dabei zu, wie die Samurai verschwand. Sie selbst hockte noch in ihrer Kammer, biss sich leicht auf die Lippe, um ihren eigenen Ärger zu unterdrücken. Dass so ein kleines Kind so eine große Nervensäge sein konnte... unglaublich!
    … andererseits sollte sie sich vermutlich auch an Deck begeben und aushelfen. Das Schiff wackelte gerade wieder und es konnte gut sein, dass sie da oben Hilfe brauchten. Ein einziger Gedanke an die Reise von Modaha nach Kyoko reichte, um ihr ins Bewusstsein zu rufen, wie hektisch es hier draußen werden konnte, also entschloss sie sich, nach oben zu gehen. Bald. Nicht sofort. Sie wollte nicht unbedingt zur gleichen Zeit wie Heroe auf Deck auftauchen...

    Als sie dann endlich durch die Tür an die frische Luft stürmte und spürte, wie ihr der kühle Wind praktisch ins Gesicht stieß, rief sie auch schon los: „Boris! Blake!“ Sie hatte noch keinen der beiden gesehen, aber die würden hier schon irgendwo sein. Nach Heroe fragte sie gar nicht erst. Der wollte sie gar keine Hilfe anbieten! „Alles in Ordnung? Gibt's irgendwas, wobei ich euch helfen kann?“
     
  4. Boris

    Boris Piratenkapitän

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    Auf der Grand Line geht es immer heiß her, nun, nicht immer nur heiß, manchmal auch eisig kalt, und nicht nur das Wetter ist damit gemeint, sondern auch die zwischenmenschlichen Geschichten. Doch für einen Mannes des geistigen Formats einer Erbse waren diese Geschichten praktisch unsichtbar und es war nur eine Frage der Zeit, bis dieses Fettnäpfchen entweder zertreten oder wie ein Fußball weit in die Ferne in das Gesicht eines anderen geschossen wurde.
    Doch anstatt uns auf die Unausweichlichkeit dieser Sache zu konzentrieren, kehren wir lieber zu Boris und seinen Recken zurück! Zuallererst zu seiner Bestürzung, dass er als Kapitän praktisch hier alleine stehen gelassen wurde und nicht einmal die Chance hatte, selbst die Führung durch das Schiff zu übernehmen. Dann natürlich, dass plötzlich keiner sich verantwortlich fühlte, Boldman auch wirklich zu fahren, obwohl er bald in das offene Gewässer des gefährlichsten Meers der Welt hineinfuhr. „Puc, irgendwie hat BORIS das Gefühl, dass niemand das Meer mehr ernst nimmt.“
    „Quiek!“
    Das hatte man also davon, dass man die alteingesessene Crew gegen eine praktisch neue austauschte, während das einzige andere Mitglied was akut Erfahrung mit sowohl der Grand Line als auch dem Schiff hatte, sich gerade eingesperrt hatte. Jedoch gab es immer noch Blake, der zumindest die Schrecken der Grand Line kannte. „Blake, geh ans Steuer!“
    „Dem Lockport nach?“
    „Dem Lockport nach!“
    Boris ging ans Großsegel und begann es zu reffen, während Puc für die emotionale Unterstützung verantwortlich war, so gesehen eine sehr gute Aufteilung. Boris mag zwar kein Navigator sein, aber er hat sich inzwischen zu seinem richtigen Seemann entwickelt. Seine Mutter wäre bestimmt stolz auf ihn, während er seinen Vater zweifelsfrei im Meer versunken hätte.
    Mit kräftigen und geübten Händen hantierte der Hüne mit den Hanfseilen und zog wie er es schon so häufig getan hat. Dieser Bewegungsablauf war vertraut und gab ihm ein Gefühl von Geborgenheit, tatsächlich war der Salzgehalt im Blute des glatzköpfigen Piratens seit seiner Abreise erhebend gestiegen, was entweder an der Seeluft lag oder an einer sehr salzreichen Ernährung... oder er hatte zuvor zu wenig Salz gegessen und nun isst er endlich genug, wer kann das schon sagen, immerhin sprechen wir von einem Muskelberg und Krieger und nicht von einem Ernährungswissenschaftler und Koch, was uns zu der unglücklichen Realisation bringt, dass die Crew momentan gar keinen Koch hatte, was wirklich, wirklich problematisch werden mag, wenn dem nicht irgendwie Abhilfe geschafft wird. Und wir sprechen nicht vom Salzgehalt, es könnten Leben davon abhängen!
    Nichtsdestotrotz hieß es nun anpacken! Im Schweiße seines Angesichts zog Boris an dem Seil und er zog und zog und zog und zog. Ja, er zog viermal, doch irgendwie zog es sich anders als sonst, etwas schien nicht richtig zu sein... „Oh, darum.“ Boris sah, wie das Segel ein wenig zugefroren war. So gesehen, war es nicht nur das Segel, sondern auch Boris, der mit einer Ladung leichten Frost bekleidet war.
    „Boris, wo ist der Lockport!?“, meldete sich Blake vom Steuerdeck.
    „Hah!? Hattest du den nicht!?“
    „Ich dachte, er würde hier oben liegen, ich habe gesucht und- EISBERG VORRAUS!!!“
    Also fassen wir zusammen: Die letzten paar Minuten wo Blake nach dem Lockport gesucht hatte undd Boris ohne Führung einfach so das Segel justierte, während Kakuga, Hero und Hikari alles getan haben außer sich ums Schiff zu kümmern, sind die Hamster-Piraten planlos einfach in eine willkürliche Richtung gefahren und sind gerade auf Kollisionskurs mit einem plötzlich erschienenden Eisberg, während das Deck in einem weißen Raureif eingedeckt wurde, Schnee fiel und es nicht danach aussah, als ob es da Rettung gäbe... fast wie früher.


    Woanders
    Ganz in der Nähe und doch woanders saß Professor Doktor Arthur Damien Venture im Rahmen der geöffneten Klappe seines Flucht-U-Boots. Er hatte seine Angel in der Hand und wartete geduldig, während eine Meute von Haien um sein Vehikel herumkreisten. „Hm Hm Hm-Hm♫“, summte er vor sich hin, während er den Haien keine Beachtung schenkte.
    Natürlich war es keine gewöhnliche Angel, sie hatte wie alles was der Professor baute zwei Zusatzfunktionen und einen Selbstzerstörungsmechanismus. Sie sah definitiv nicht wie von dieser Welt aus, viele metallene Ringe, ein großes Gehäuse, wo die Spule sein würde, und ein paar Löcher, deren genauen Nutzen nur sein Genie erfassen konnte.
    Dann zog etwas an seiner Angel und er begann aufzuspringen! „AHA!“ und seinen Fang einzuholen.