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Showdown on Fishman Island

Mika Ruko

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So, ich nutze diese Gelegenheit, um noch ein weiteres Mal einen Charakter von mir aufleben zu lassen, der leider Anfang des Jahres aufgegeben werden musste, da die Kapitänin einen Abflug gemacht hatte. Bartleby (hier der Stecki von damals) wird noch einmal die Bühne betreten, denn wer würde sich bei einem Setting wie der Fischmenscheninsel wohler fühlen als ein Fischmensch. Natürlich hat er sich seit dem South Blue erheblich weiter entwickelt, sowohl als Kämpfer wie auch als Arzt. Endlich hatte er sein langersehntes Ziel, die Rückkehr zur Fischmenscheninsel erreicht. Doch war er nicht mehr derselbe wie zu der Zeit, als er von ihr fortgeschleppt wurde…
Sollte man in der Zeitung über einen Steckbrief oder einen Artikel Bartleby betreffend stolpern, so würde der beinahe drei Meter große Fischmensch als äußerst gefährlich und gewalttätig beschrieben und über ein für seine Taten vergleichsweise sehr hohes Kopfgeld verfügen, da er mit besonderer Brutalität gegenüber Menschen vorgeht und diese teilweise sogar als medizinische Versuchskaninchen benutzt. Dennoch liegt es „nur“ bei 144 Mio. Berry, da er keine besonders nennenswerten Taten gegenüber der Weltregierung vollbracht hat.
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Gleich… nur noch ein paar Meter… ein paar kräftige Bewegungen des muskulösen Körpers später erreichte der Fischmensch die äußere Blase und durchstieß sie mit all seiner aufgebauten Geschwindigkeit. Für einen kurzen Moment war er in der Luft, er schwamm nicht länger, er fiel. Dann schlug der Arzt auf die nächste Blase auf, doch hatte er schon in der kurzen Zeit in der Luft ein kleines Skalpell aus seiner Hosentasche gefischt und verwendete es nun wie eine Speerspitze, um auch durch die innere Blase zu stoßen, für die er sonst eventuell nicht mehr genug Schwung gehabt hätte. Wie schon die erste Blasenwand war auch in der inneren kein Kratzer zu sehen, nachdem sie das Meereswesen hatte passieren lassen. Eins hatte der junge Gesetzlose jedoch nicht bedacht. Wenn man sich dieser von einer doppelten Seifenblasenschicht umgebenen Unterwasserinsel von oben näherte und durch die Blase stieß würde man sich unweigerlich in der Luft über dieser Insel befinden und der Schwerkraft zufolge zu Boden stürzen, was nun auch geschah. Frische Luft sauste am kahlen Kopf vorbei, während der kopfüber Fallende sah, dass sich an der Seite der Insel ein Eingangstor befunden hätte…
Bartleby schlug sich seiner eigenen Blödheit wegen mit der flachen Hand gegen die Stirn, wo sich sogleich ein roter Abdruck abzeichnete, bevor ihm bewusst wurde, dass er sich vielleicht, aber nur vielleicht um seine Landung kümmern sollte. Der Blick aus den kleinen Äuglein wanderte nach unten, um zu sehen, wo er vermutlich aufschlagen würde, doch seine Miene hellte sich schnell wieder auf. Es war Wasser. JUHU! Zwar war er gerade erst aus solchem gekommen, doch freute es den Fischmenschen jedes Mal aufs Neue, wenn er ins kühle Nass eintauchte. Es war einfach erfrischend, ja schon richtig belebend! Er sog die Luft tief in seine Nüstern, streckte den ganzen Körper, drehte sich einmal und knallte dann mit einer gewaltigen Arschbombe, die das Wasser etliche Meter in die Höhe spritzen ließ, in ein kleines Wasserloch, kaum mehr als ein paar Meter im Durchmesser breit. Doch mochte das Wasserloch auch nicht breit sein, so war es doch immerhin tief, da es sich in den Korallen befand, die lediglich eine Lücke gebildet hatten. Darunter befand sich noch das Wasser der Fischmenscheninsel. Einige Minuten blieb der große Blaue in der erfrischenden Flüssigkeit verschwunden, doch dann durchschlug sein kahles Haupt erneut die Oberfläche, gefolgt von seinem mehr als massigen Körper. Es folgte ein kurzer Aufenthalt in der Luft, bevor der Kämpfer auf dem Korallenstrand landete. Die von winzig kleinen Tierchen gebildeten Strukturen erhielten tiefe Abdrücke und viele kleine Risse breiteten sich in diesen aus, als die knapp 200 kg Lebendgewicht auf ihnen aufschlugen.
Der Zitteraal-Fischmensch knackte mit dem Nacken, ließ ein wenig den Arm wie einen Windmühlenflügel rotieren und ließ seine wohl etwas zu lang geratene Zunge auf sein plattes Maul klatschen, bevor er sie wieder in selbiges zurück zog, wobei er eine kleine Sabberspur hinterließ. Eine seiner Hände wanderte in die Tasche seiner Bermuda-Shorts und zog aus dieser eine Handvoll doch inzwischen sehr nassen Pilze hervor, bei denen es sich um eine besondere Art von Tiefseepilzen handelte, die er an den Wurzeln der Mangroven aufgelesen hatte. Genüsslich schob er sich einfach die ganze Hand damit in den Mund und zog sie ohne die Pilze wieder heraus. Unter malmenden Zähnen wurden die Pilze verarbeitet, bevor sie in den Magen des heimlichen Gourmets wanderten. Yummy, dachte der Arzt. Die muss ich mir definitiv noch einmal suchen gehen. Vielleicht wenn ich diese Insel wieder verlasse… auch wenn ich noch nicht weiß, wo es danach hingehen soll… Etwas verwirrt schaute sich der Hüne um. Endlich hatte er seine Heimat erreicht, doch es kam nichts an Gefühlen in ihm hoch, die er irgendwie schon erwartet hatte. Er ging langsam einige Meter den von Korallen geformten Strand hinunter und hörte in der Ferne fröhliche Stimmen.
Von einem Jucken gereizt, kratzte sich der junge Arzt die Schulter und entsann sich, dass er wohl zunächst in die Stadt sollte, um seine medizinische Ausrüstung wieder aufzufüllen da er außer einem Skalpell und ein paar Döschen mit Medikamenten nichts mehr dabei hatte, der Rest hatte sich in dem Seesack befunden, den er irgendwo verloren hatte. Zur Stadt gings… okay, Bartleby hatte keine Ahnung wo auf dieser Insel er sich befand oder wo die Stadt war, zu verschwommen waren die entfernten Erinnerungen seiner frühen Kindheit. Aber da dem Fischmenschen bewusst war, dass laute Stimmen immer in Richtung Stadt deuteten, machte er sich auf den Weg zu diesen, notfalls würde er ein paar freundliche Fischmenschen um Rat fragen.
Schlurfend machte er sich auf den Weg, doch je weiter er ging, desto mehr reifte eine furchtbare Erkenntnis in ihm, doch noch wischte er sie in Gedanken beiseite, da er nicht so viel Pech zu haben hoffte. Es war nur eine Sache von Sekunden, bis jegliche Zweifel an seiner Befürchtung beiseite gewischt werden konnten. Nicht nur waren da Menschen an diesem wunderschönen Fleckchen Erde, nein, es waren sogar noch diese Mistvieher von Sklavenhändlern, die es wahrlich verdienten, als Menschen bezeichnet zu werden, waren sie doch alle gleich. Verlogen, hinterhältig und grausam bis ans Ende ihrer Tage. Tatsächlich campierte eine Gruppe von kaum mehr als 15 dieser Kreaturen dort friedlich vor sich hier, hatte ein Feuer angezündet und grillte Fisch, während sie auch noch Alkohol in sich hinein kippten und sich lauthals auf die bevorstehenden Tage freuten.
Ein dunkler Schatten legte sich über das Gesicht Bartlebys. Wenn die wüssten, was jetzt auf sie zukommt, werden sie sich nicht einmal auf die nächsten Minuten freuen…
Mit knackenden Fingerknöcheln marschierte der Fischmensch auf die zu, die dieselbe Profession ausübten wie jene, die ihn damals von seiner Heimat fortschleppten. Es war, als stiegen nun zwei Jahrzehnte an nicht ausgelebter Wut und Hass wieder in ihm auf, wobei das nicht zum ersten Mal geschah. Bereits auf dem Sabaody Archipel hatte er solchen Ganoven den Garaus gemacht, doch es war etwas anderes, diese Bestien hier an seiner Geburtsstätte zu sehen, dort, wo er entführt wurde. Die Knochen in seinen Fingern knackte und kleine blitze zuckten durch die feuchte Luft, die sie umgab. Ein leichtes Knistern ertönte, es lag Spannung in der Luft. Die ersten Köpfe der Menschen drehten sich um und bemerkten die Kreatur, die sie nun eigentlich fangen wollen würden, doch der Anblick des Hünen versetzte sie in Angst und Schrecken. Hass stand ihm ins Gesicht geschrieben und noch bevor die Männer sich rühren konnten, hatte er den Nächstbesten gepackt. Mit seiner rechten Hand hatte er einfach seinen gesamten Schädel umschlossen und riss ihn daran in die Höhe, wie zur Demonstration des Stärkeunterschiedes vor seine Kameraden haltend, denn genau dies sollte er sein. Die mit den feineren Augen konnten erkennen, wie sich die Muskeln im Arm des Fischmenschen kurz anspannten, dann ertönte ein äußerst unerfreuliches Knacken und der vormals noch verzweifelnd kämpfende Mann erschlaffte, während Blut seinen Körper hinab lief und auf den Boden tropfte, wo es in den zahllosen Löchern des Korallenriffs verschwand wie in einem Sandboden.
Der Blick Bartlebys wandte sich den Übrigen zu. Ein düsterer Schatten lag in seinem Gesicht, er zeugte von dem Leid, das er in der Vergangenheit von Menschen hatte erfahren hatte und der daraus entstandenen Wut und Verachtung.
Dann klatschte mit einem feuchten Platsch die Zunge auf sein Maul, zog sich wieder in sein Maul zurück und eine für diesen Körper viel zu hohe Stimme ertönte: Ihr seid die nächsten! Direkt danach schlug er sich die Hand vor den Mund, als bereue er, was er gerade gesagt habe, auch wenn er tatsächlich nur bereute, dass er überhaupt etwas gesagt hatte.
Die Männer schauten sich untereinander verwirrt an, was Bart gerade genug zeit gab, dass er seine Beherrschung und Coolness wiederfinden konnte. Sein Finger zeigte, zitternd vor Anspannung des Arms auf die Sklavenhändler, während der Daumen seiner anderen Hand melodramatisch vor der eigenen Kehle entlang geführt wurde. Im Einklang mit dem zitternden Arm zitterte auch sein rechtes Auge. Dies war eine Geste, die nur soviel sagen wollte: Ihr seid alle tot!
Nur wenige Minuten später war die Prophezeiung des jungen Kämpfers erfüllt. Viele gerade noch lebhaft zuckende Körper lagen verstreut um ihn herum, nur ein einzelner befand sich noch in ähnlich prekärer Lage in der Hand des Zitteraal-Fischmenschen wie sein Kamerad vor nicht allzu langer Zeit. Eine schreckliche Befürchtung hatte sich im Kopf des jungen Kämpfers entwickelt, da es eben so schnell und einfach und überhaupt nicht erfüllend gewesen war, diese Weicheier zu vermöbeln. Wo sind eure Anführer?! Nichtsnutze wie ihr wärt nie allein in der Lage gewesen herzukommen! quiekte die Stimme des Hühnen, bevor er wieder die freie Hand vor den Mund schlug, schon wieder hatte er vergessen, dass er eigentlich mit dieser Stimme nicht sprechen wollte. Doch der Mensch war schon zu eingeschüchtert, um auch nur einen Pfifferling auf die Stimme des Unbekannten zu geben, er wollte nur sein Leben retten: Sie…. Sie…. Sie sind in der Stadt, sie wollten die Lage auskundschaften und ein paar kleine Besorgungen machen, bevor wir zuschlagen, bitte, bitte, bitte, töte mich nicht, bitte!!!!
Beinahe hätte Bartleby Mitleid mit diesem kleinen Mann gehabt, der schon fast herzerwärmend um sein Leben flehte, doch in seinem Gehirn stiegen nur auf ein Neues die Erinnerung an die Gefühle von Leid und Enttäuschung empor, die die Menschen verursachten und jede Gnade, die er hätte erweisen können, war mit einem Mal wie ausgelöscht. Such dir in deinem nächsten Leben einen anderen Job! hauchte ihm der Arzt mit seiner Helium-Stimme ins Ohr, was eigentlich bedrohlich wirken sollte, nun aber eher lächerlich war. Doch dann schleuderte ihn der Fischmensch gegen oder eher mitten durch einen Felsen, wonach der Mann regungslos liegen blieb.
Für einen kurzen Moment blieb Bart stehen und blickte in Richtung der Stadt, die er von diesem Punkt des Korallenstrandes durchaus ausmachen konnte. Auf einmal hatte sich eine neue Aufgabe für ihn ergeben, die er hier zu erfüllen hatte. Es galt diesen Ort von diesem Abschaum zu reinigen, der sich Menschen und vor allem Sklavenhändler nannte, damit die Insel wieder einmal friedlich in den Tiefen des Meeres ruhen konnte. Kurz herrschte Stille, dann sah der Arzt einen kleinen aber glänzenden, goldenen Ring auf dem Boden liegen, den er sofort auflas, im Licht betrachtete und fröhlich pfeifend in die Tasche steckte, bevor er mit einem Lächeln im Gesicht in Richtung Stadt schlurfte, sein neues Ziel wie sein altes Ziel beinahe wieder ganz vergessen.
 
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Statt einer Zukunfts-Wey oder einer erneut aufgebrühten Amy nehme ich einen komplett neuen Charakter. Colette ist eine Meerjungfrau, die bereits in jungen Jahren unglaublich neugierig war und sich letztendlich selbstständig in die weite Welt hinaus begab. Irgendwann wurde sie dann von einer Piratenbande gerettet, mit denen sie von da an umher reiste. Aufgrund ihres Alters hat sie noch keine gespaltene Flosse, wodurch sie am Land benachteiligt war. Um ihre Identität zu verschleiern und sie nicht immer auf dem Schiff lassen zu müssen schaffte man ihr einen Rollstuhl an, den sie von da an benutzte und ihre Flosse unter ein paar Decken versteckte. Aufgrund dieser Einschränkung hat sie sich zu einer passablen Armbrustschützin entwickelt, während sie auf dem Schiff die Funktion des Zimmermanns übernahm. Nun ist die mittlerweile 25jährige Perlhuhnwels-Meerjungfrau nach mehreren Jahren wieder zurück in ihrer Heimat, gemeinsam mit der Mannschaft, die sie damals gerettet hat. Ihr Kopfgeld beläuft sich auf 16 Millionen Berry, wobei sie eines der Crewmitglieder mit dem niedrigsten Kopfgeld ist, da sie sich in Kämpfen oftmals zurück hielt.

Wie schön es doch war nach so vielen Jahren wieder zurück in der Heimat zu sein. Erst wenige Minuten war es her, seit sie zusammen mit den anderen aus ihrer Mannschaft durch die Schleuse gekommen war. Glücklicherweise war ihr Kapitän so verständnisvoll und ließ sie erst einmal alleine in der Stadt unterwegs sein, um zu sehen ob sie alte Bekannte oder ihre Familie fand. Ausgestattet mit einer Blase, die es ihr ermöglichte sich auch außerhalb des Wassers fort zu bewegen. Oh, wie froh sie war, sich endlich in der Öffentlichkeit zeigen zu können, ohne ihre Art verbergen zu müssen. Einfach nur die Flosse baumeln zu lassen und alle die tiefschwarzen, glänzenden Schuppen mit den weißen Punkten bewundern zu lassen. Auch wenn sie es nie bereut hatte ihre Heimat damals verlassen zu haben, so war es doch wunderbar wieder hier zu sein. Wie es ihrer Familie wohl ging? Ihren alten Freunden? Die Fragen, die sie sich die ganzen vergangenen Jahre gestellt hatte, würde sie nun beantworten können.
Doch erst einmal würde sie ihre Familie finden müssen oder zumindest jemanden, der wusste wo sie waren, was aus ihnen geworden war. Vielleicht sollte sie zuerst bei ihrem alten Haus nachsehen. Auf einmal kam sie sich verloren vor und wünschte sich, sie wäre doch bei dem Rest ihrer Mannschaft geblieben. Es war so lange her, seit sie das letzte Mal hier war. So vieles hatte sich geändert, ganz davon abgesehen das ihre Erinnerung nicht mehr die klarste war. Wie sollte sie hier jemals ihr altes Haus, geschweige denn irgendetwas anderes finden? Auf einmal kamen ihr die Blicke der anderen Meer- und Fischmenschen bedrohlich vor. Sie hatte jahrelang unter Menschen gelebt, war nun eine Aussätzige in ihrer Heimat. Colette war klar, dass die meisten Bewohner der Insel die Menschen hassten oder zumindest Angst vor ihnen hatten. Verständlicherweise, dass musste sie zugeben. Doch sie hatte auch anderes gesehen. Fischmenschen, die skrupellos Menschen ermordeten. Menschen, die anderen Lebewesen – auch Meermenschen – zu Hilfe eilten. Man sollte nicht nach der Art gehen, so viel hatte sie gelernt. Würden sie die anderen jedoch verstehen? Würde ihre Familie damit einverstanden sein, dass sie mit Menschen umher reiste?
Komplett in Gedanken versunken hatte sie gar nicht bemerkt, wie sie direkt auf jemanden zu schwamm und nun gegen ihn knallte, wodurch sie zwar nicht umgeworfen wurde, aber durch den Rückstoß ein paar Zentimeter zurück driftete.
 
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Noah

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Darf ich euch den größten Fischmenschen (noch ein Meeresbewohner, hah!) der Meere vorstellen? Und das darf man ruhig wörtlich verstehen; es gibt nicht wenige, die denken, dass Moryak Riesenblut in seinen Adern hat, obwohl er im Vergleich zu diesen immer noch winzig wirkt. Trotzdem, mit seinen etwas über drei Metern Höhe überragt der Riesenmuränenfischmensch nahezu jeden seiner Artgenossen und seine muskelbepackten Arme sind dick wie Baumstämme.
Dabei ist er eigentlich ein ganz netter Kerl, großteils das Sinnbild eines "Gentle Giants". Moryak ist ein liebevoller Familienvater; er hat eine Tochter und einen Sohn und ist mit einer Oktopusmeerfrau verheiratet; die wohl resoluteste Frau unter dem Meer. Das hielt Moryak jedoch nicht davon ab, für die Rechte der Fischmenschen an die Oberfläche zu gehen und sich einer Fischmenschenpiratenbande anzuschließen um gegen die Welt vorzugehen. Nur leider wurde er geschnappt, für seine 89 Millionen Berry Kopfgeld an die Marine ausgeliefert und saß für fast zehn Jahre seine Strafe ab. Inzwischen entlassen kehrte Moryak zu seiner Familie zurück und hat sein Handwekrstum wieder aufgenommen; wenngleich er die meiste Zeit arbeitslos im Kuriositätenladen seiner Frau sitzt, denn einen Ex-Verbrecher will man nur ungern einstellen.
Moryak ist nicht nur Zimmermann; er hat durch sein vergangenes Piratenleben Kampferfahrungen gesammelt und ist ein geübter Anwender des Fischmenschenkarate. Nur weil er kein Freund der physischen Konfrontation ist heißt das noch lange nicht, dass er nicht in der Lage ist seine Fassgroßen Fäuste in eurem Gesicht zu versenken.

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"Hast du mich verstanden, menschliche Händler sind es." "H-Hm." "Und es ist eine wirklich kostbare Holzstatue von einem Loa dabei; auf die gibst du mir besonders Acht!" "Geht klar." Die Oktopusmeerfrau Hilde legte ihren Kopf in den Nacken um ihrem Mann in die Augen sehen zu können, während dieser gemächlich einen Holzkarren aus der Seitengasse zog. "Ich warne dich Darling, du bringst die Sachen besser sicher hierher zurück." "Natürlich." Ein Lächeln schlich sich auf die Lippen der dicken Meerfrau. Moryak mochte einmal verschwunden sein um ein paar armen, unglücklichen Seelen zu helfen, aber es hatte ihn nur als einen zuverlässigeren Mann zurückkehren lassen. Und zu Hildes Freude hatte er ein wenig seine Vorliebe für die makabren Kuriositäten entdeckt.
Mit einem Mal schlang Moryak seinen massigen Arm um die Meerfrau und zog sie zu sich hoch; kaum einen Augenblick später fanden sich seine Lippen auf den ihren. Der Kuss dauerte nur einen Augenblick, dann ließ er Hilde wieder herunter. "Du verstehst das mit der Körpersprache schon wieder zu wörtlich." sagte sie sogleich während sie versuchte, die ansteigende Röte in ihrem Gesicht zu verbergen. Ein Glucksen ließ den gewaltigen Körper des Fischmenschen erbeben. "Also, mach, dass du wegkommst." Moryak lächelte, packte den Karren und machte sich auf den Weg. Hilde sah im noch etwas nach; und wieder einmal wunderte es sie, wie der riesige Mann es schaffte, so absolut unbemerkt sich durch die Passanten zu schlängeln.

Moryak verbrachte seine Gedanken noch etwas bei seiner wundervollen Frau. Was hatte er nicht für ein Glück gehabt, ein solches Powerweib an seiner Seite zu wissen. Für Außenstehende mochte er die Beschützerrolle einnehmen; aber in Wirklichkeit hatte Hilde großteils die Hosen in der Familie an. Körpersprache...Ein Inside-Scherz des Paares. Heute Abend würde gut werden.
Der Riesenmuränenfischmensch wich weiter behände den Leuten auf der Straße aus. Seine Gedanken waren inzwischen zur abzuholenden Ware gewandert; er war gespannt was ihn erwarten würde. Moryaks Vorliebe für diese Gegenstände mochte nicht mit der seiner Frau gleich ziehen, die alles Okkulte, Makabre, oder sonstig Kuriose liebte, aber es warne doch immer wieder Sachen dabei, die auch sein Interesse weckten. Vor allem diese Voodoostatue dürfte spannend werden. Wenn sie wirklich so viel wert war, wie Hilde glaubte, dann musste es sich um ein beeindruckendes Stück Handwerkskunst handeln. Der Zimmermann freute sich schon darauf, die Statue in den Händen zu halten. Vielleicht lernte er ja sogar noch was dazu.
Ein plötzliches Ereignis rief Moryaks Aufmerksamkeit auf den Plan. Ein Aalfischmensch, der größte, dem der Riesenmuränenfischmensch je begegnet war, tauchte auf. Unter normalen Umständen wäre das nicht im Ansatz genug gewesen um den riesigen Mann zum Anhalten zu bewegen; diesmal jedoch glaubte er den Kerl zu kennen. Ja, er hatte einmal einen Steckbrief von ihm gesehen....Der Name war Moryak entfallen, aber die Belohnung war höher als seine eigene, ehemalige. Der Zimmermann sah den Aal an; er ging nicht davon aus, dass er gesehen wurde. Aus unerfindlichen Gründen verschwand er trotz seiner massiven Erscheinung immer im Hintergrund und wurde nur selten bemerkt. Warum sollte es diesmal anders sein?
 

Akataja

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Also gut, früher als erwartet, darf ich euch zwei, wie ich finde, interessante Charakter vorstellen. Habe ich noch zuerst mit dem Gedanken gespielt, meine arme kleine Triane zu reaktivieren, habe ich mich doch dazu entschlossen, sie noch schlummern zu lassen, bis es Zeit für ihren großen Auftritt wird. Darum stelle ich euch lieber zwei Charaktere vor, die ich ursprünglich für den Foren-Manga geplant hatte... die ich nun aber irgendwann als NPCs in die Abenteuer der Beubohnen einbringen würde... für diesen Fall also habt ihr hier schonmal eine kleine Sneak-Preview auf die "Lucky"-Kopfgeldjäger.
Hier also nun die Navigatorin der Crew, Kait Schwarz -alias Black Cat- (22) und ihr kleiner Bruder, der Musiker, Jo-Hahn Schwarz -alias Noisy Joe- (16). Durch die Scheidung ihrer Eltern wurden beide vor 14 Jahren auseinander gerissen. Während die damals acht-jährige Kait mit ihrem Vater ging, blieb ihr zwei-jähriger Bruder bei ihrer Mutter und derem neuen Eherman. Vereint wurden die beiden erst wieder unverhofft durch die Bemühungen des jungen Lucky S. Oudin, Kopfgeldjägerkapitän und in diesem Abenteuer voraussichtlich nicht anwesend.
Kait folgte dem Vorbild ihres Vaters und wollte zur Cipher Pole, scheiterte aber wegen ihrem respecktlosen Verhalten kurz vor dem Ende ihrer Ausbildung. Dennoch trägt sie einen der schiken, maßgeschneiderten, schwarzen Anzüge. Auch wenn sie mal von soetwas wie der Formel-6 gehört hat, beherrscht sie sie nicht. Im Kampf verlässt sie sich auf den Black-Cat-Kampfstiel, darüber hinaus ist Kait vor allem für ihr Schandmaul bekannt, nach dem Motto "fluchen hilft immer" nutzt sie jede Gelegenheit um ihren Verbalen Unrat abzuladen. Gemünzt auf die Mugiwara-Crew wäre sie wohl von ihrer Rolle im Kampf am ehersten mit Sanji zu vergleichen.
Joe ist bei seiner Mutter und ihrem neuen Ehemann, dem mittlerweile zurückgezogen lebenden, ehemals sehr bekannten, Musiker Pelvis Marvin, aufgewachsen. Joe hat von ihm gelernt jedes Musikinstrument zu spielen, seine Schwäche ist jedoch, sich selber Musiktexte auszudenken, was der eigentliche Anlass für seine Reise war, die Suche nach Inspiration. Er schloss sich dann dem Kopfgeldjäer Lucky an, weil er schnell begriff, dass er für wahre Inspiration weiter raus musste und alleine nicht mehr weit kommen würde. Jo-Hahn ist für seinen Wagemut bekannt und dafür, sein Gesicht zu verstecken, hinter verschiedenen Masken, Schals, Schminke und so weiter, nicht etwa weil er hässlich wäre oder so, sondern weil er sich sein echtes Gesicht, für seine Zeit als bekannter Superstar der Musikwelt aufheben will. Sein größtes Geheimnis ist jedoch folgendes: Er kann nicht wirklich kämpfen, Joe ist -ähnlich wie Lysopp aus der Mugiwara-Crew- ein Meister im Tricksen und vor allem im Weglaufen.

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Wenn eine Piratencrew erst einmal den halben Weg um die Welt geschaft hatte, war für einige Angst angesagt, für andere überhebliche Vorfreude, viele begannen sich hier zu fragen, wie es weitergehen sollte, aber fast alle waren von einem beseelt: die Lust zu Feiern. In der Bar der Fischmenschenfrau Kleo -giftiger Kugelfisch Typ- war es meistens Laut, Musik spielte, Männer tranken und sangen, Frauen tanzten, Alkohol floss und Nahrungsmittel aller Art wurden effektiv vernichtet. Kleo war auf eines Stolz, jeder war in ihrer Bar willkommen, egal ob Fischmensch, Meermann, Riese, Zwerg, Mensch oder sonst was, wer bezahlen konnte, war ein Gast und wer Ärger machte, wurde rausgeschmissen, im Notfall von ihr selbst. Auch die Fungi-Piraten, leicht zu erkennen an ihrem Pilzartigen Haarschnitt, waren hier um zu Feiern. Ihr Kapitän hatte ein stolzes Kopfgeld von 65-Millionen Berry, Jago der Fliegenpilz -rotes Haar mit weißen Punkten. So giftig wie sein Name, ein Mensch der mit bloßen Fäusten tötete und mit eiserner Faust über seine Crew bestimmte. Heute war aber Feiern angesagt und Jago gefiel diese Bar. Hell erleuchtete Räume, Meerjungfrauen schwammen durch kleine Kanäle am Boden oder flogen in diesen merkwürdigen Blasen herum, um die Gäste mit Alkohol und Gesellschaft zu versorgen. Zwei Fischmenschen, vom Typ her Hammerhai, bewachten den Eingang und auf drei Tribühnen spielten Musiker um die Luft mit ihrer fröhlichen Musik zu erfüllen "Okay Jungs, heute wird gefeiert!" Rief Jago aus und seine Leute strömten an die große Baar, die Tribünen und die diversen Tische. Jago selbst, flankiert von seinen beiden Fähigsten Leuten, hatte einen Tisch für sich selbst freigeräumt, er trat den Piraten, der dort vorher saß, einfach weg "Verschwinde du Made, oder ich mach dich platt!" und der Pirat hörte auch lieber auf Jago, der mehr als viermal so viel wert war, wie er selbst. Warum Kleo da nicht eingriff? Nachdem Jago seine Füße auf den Tisch geknallt hatte warf er ein Bündel loser BerryScheine in den Raum "Die nächste Runde geht auf mich!" und alle jubelten. "GnaHAHAHA, ja! Die Fungi-Piraten haben dick abgeräumt, nehmt euch das Kleingeld! Und bringt uns hier mal drei Helle rüber!" sofort machte sich eine der Meerjungfrau in ihrer Blase auf den Weg. Diese Blasen waren wie Schwimmringe geformt und die Meerjungfrauen konnten sich mit den Schwanzflossen wedelnd dadurch durch die Luft bewegen.
Die Ehre, den Kapitän der FungiPiraten bedienen zu dürfen, hatte natürlich die Neue. Ein Mädchen mit pinken langen Haaren und SternchenStickern auf den Wangen. gut gelaunt, fröhlich lächelnd, trug sie geschickt das Tablett mit den drei großen Glaskrügen bis zu dme Tisch "bitte sehr mein Herr, ich hoffe es wird ihnen -aaahh!" mit einem spitzen schrei quittierte sie es, als der linke Mann auf ein Nicken des Kapitäns hin sein Schwert zückte um die Seifenblase der Meerjungfrau platzen zu lassen und das Mädchen auf den Schoß von Jago fiel. "Na was haben wir denn hier?" lachte er und zog die Meerjungfrau mit einer Hand an ihrer Hüfte zu sich, während er mit der anderen Hand den Glaskrug hob "Na wie wäre es schätzchen, einen Kuss für Jago? Dann kannst du später behaupten, dass du mal mit na Legende rumgemacht hast, GnaHAHAHAH!" das Mädchen konnte dise ungehobelte Gehste nur mit einem verängstigten Gesicht und einem spitzen Aufschrei quittieren, so hatte sie sich die Arbeit hier nicht vorgestellt. Als sie versuchte sich von dem Menschen zu befreien packte er sie fest mit einer Hand am Handgelenk mit der anderne hob er den Glaskrug voll Bier noch ein Stück höher, wollte er das hilflose Mädchen etwas damit erschlagen? Kleo und die Hammerhaie sahen es zu spät, auch wenn sie jetzt gleich aufsprangen, würden sie es nicht mehr schaffen. Die Musik wurde da von einem schrillen Ton unterbrochen, der Bierkrug in der Hand von Jago zersprang und das Bier ergoss sich zusammen mit den Glasscherben über seinen Kopf. Knurrend warf Jago den Henkel des Kruges weg, die Meerjungfrau auf seinem Schoß wollte die Gelegenheit nutzen um sich davon zu machen, aber der Schwertkämpfer warf seinen Säbel vor ihr in den Steinboden.
Jago sah sich jetzt danach um, wer ihn da gerade nass gemacht hatte. Er blickte sich um, alle waren bei Seite gesprungen, keiner wollte sich unbedingt mit einem 65-Millionen-Berry-Typen anlegen. Er erblickte einen der Musiker, er trug eine Sonnenbrille und ein Tuch vor dem Mund, zudem war sein Gesicht völlig weiß geschminkt. In seinen Händen trug er eine Gitarre aus Holz. Die Blicke der beiden trafen sich und der Musiker hob die Hand, er zeigte hinter Jago. Jago drehte sich um und erblickte das große Fenster hinter sich, das plötzlich von vielen Sprüngen durchzogen war, als hätte jemand einen Stein dagegen geschmissen "Wenn du nicht willst, dass dein Gesicht auch so aussieht, dann verschwinde jetzt lieber von hier." Jago zeigte sich nicht beeindruck, er stand nur auf, spuckte zur seite aus und seine beiden Begleiter, taten es ihm gleich "sagt wer?" Im stehen war Jago viel größer als der Musiker, der für sich ein recht kleiner Mensch war. Der Musiker beganng daraufhin mit seinen Fingern über die Saiten seines Instrumentes zu streichen, er schlug sie an und die Klänge erfüllten den Raum, schienen jeden anderen Ton im Raum zu verdrängen und der Musiker erhob seine rauchige Stimme zum Gesang.

"Sieh dich vor, nein sieh dich um,
stell dich nicht taub, stell dich nicht dumm.
Es hilft kein wimmern und kein flehn,
denn einer muss nun gehn.”

Kurze Pause
“Vom Regen gepeitscht, von Sturm geplagt,
warte nicht auf diesen Tag!
Warte auf Gerechtigkeit,
Ewigkeiten stumm bleibt,
Warte nicht auf der Heimat Lieb
und höre dieses Abschiedslied."

Nach dem letzten Anschlag schlug er noch einmal in die Seiten, fester und zog mit der anderne Hand die Saiten nach oben, ein schriller Ton, dessen Klang einige Männer in die Knie zwang, ertönte und hinter Jago zersprang nun die Steinwand genauso, wie zuvor die Scheibe. Keiner wagte es daraufhin mehr sich zu rühren. "Man nennt mich Noisy Joe... willst du noch ein Autogramm, bevor du verschwindest?" Die Männer machten einen Schritt zurück, eingie wiederholten raunend den Namen und andere fügten noch an "Kopfgeldjäger" "die Lucky-Crew?" "Ich will nich in den Knast!" einige einzelne machten sich auch lieber schonmal heimlich durch die Tür davon. "WAS!?" fragte Jago und ging einen Schritt zurück "Du bist Noisy Joe... der letzte Klang? Du gehörst zur Lucky-Crew?" "Ja..." "hey, hey, leibt ruhig!" rief Kleo von hinten "Ich will hier keinen Ärger... ich will den Laden nicht alle zwei Wochen neu aufbauen müssen!" "Keine Sorge..." erhob Joe ruhig "Das hier geht schnell." er legte seine Hand wieder an die Seiten seiner Guitarre "seid ihr bereit?" fragte er zu den anderen dreien. Jago schluckte leer und hob seine Fäuste, er zitterte etwas, auch die anderne beiden machten sich bereit, der Schwertkämpfer zog seinen Säbel wieder aus dem Boden "Du kannst uns nicht alle drei fertig machen Noisy! Unser Zusammengerechnetes Kopfgeld liegt bei 105 Millionen!" "ach wirklich?... dann pass mal auf!" Er schlug wieder in die Saiten, dabei fiel diesmal eine kleine Kugel aus seinem Ärmel, als sie den Boden berührte explodierte sie in einer großen Rauchschwarte. "Scheiße!" "Ich seh nichts mehr!" "Vorsicht! Er wird von hinten angreifen!" "Los, Rücken an Rücken!" "Ich will nicht in den Knast!"
Als der Rauch sich legte, standen die drei Fungipiraten Rücken an Rücken, zitternd, schwitzend und sahen sich um "w-wo ist er hin?" Jago sah sich um und als sein Blick auf die schwingenden Türen der Bar fiel und die Ruchwolke die am Horizont kleiner wurde gingen ihm die Augen über und sein Kiefer stand weit offen "DIE FEIGE RATTE HAUT AB!?" und im Chor kam von den anderen Gästen zurück "WAAAAAS!?" und die ganze Bar lag erschüttert am Boden.
Joe hatte sich das Mädchen geschnappt und rannte so schnell er konnte "Hey was soll das!?" "Soll ich dich lieber da lassen?" "Was!? Nein... aber, wieso kämpfst du nicht gegen die Typen?" "Bist du bescheuert? Die sind irrestark!?" kreischte Joe zurück "Aber... der Krug... die Wand?" "Das funktioniert nur bei starren harten Objekten... aber nicht bei Menschen! Die bringen mich glatt um!" Als vor den beiden etwas explodierte musste Joe einen Sprung machen und sich abrollen, er sah hinter sich und erblickte die drei Fungi-Piraten, die auf einer großen Blase ritten. Der Schwertkämpfer und Jago traten unten in die Pedale des tandemähnlichen Antriebgerätes und der dritte sah oben heraus und lud gerade seine Panzerfaust nach "Wir kriegen dich!" brüllte Jago noch. "ouh verdammt! und Tschüss!" Joe warf die Meerjungfrau neben sich in einen kleinen Teich und rannte so schnell er konnte weiter. Die drei Piraten fuhren an dem Teich einfach vorbei und dem Kopfgeldjäger hinterher. Die Junge Meerjungfrau sah ihnen noch hinterher, mit Tränen in den Augne und geröteten Wangen sprach sie noch leise "er... er hat sich geopfert um mich zu retten?"
Joe rannte so schnell er konnte und rief noch selber mit Tränen in den Augen "Wieso verfolgt ihr mich denn immernoch!?" die drei kamen immer näher, doch während der Fahrt konnte der Schütze kaum zielen und die Granaten schlugen immer nur abseits ein, machten es Joe jedoch immer schwerer zu fliehen. Doch es kam wie es kommen musste, er stolperte über einen Stein und stürzte. "Jetzt hab ich dich!" meinte der Schütze noch siegessicher und setzte die Panzerfaust an, doch dann platzte plötzlich die Blase und alle drei Fahrgäste wurden in eine andere Richtung geschleudert. Jago prallte harte gegen einen Fels, er hielt sich eine Hand vor sein Gesicht, zwischen den Fingern rann Blut nach draußen und er sah geschockt zu einer Person, die vor dem gestürzten Joe stand. Das war eine Frau in einem schwarzen Anzug, sie hatte rotes Haar, mit orangenen und violetten Strähnen, dass kurzgeschnitten war, aber dennoch an vielen Spitzen von ihrem Kopf abgeständen hätte, wenn es nicht durch einen Haarreif gebändigt worden wäre. Im Gesicht zierten Sommersprossen ihre Wangen und eine Sonnenbrille, hinter der sich hellgrüne Augen verbargen. Sie zeigte mit dem Zeigefinger der rechten Hand direkt auf Jango, die Hand war besprenkelt mit Blut und von den Fingenr tropfte es herunter, Jago schluckte wieder leer “Wer bist du?” die Frau rief laut zurück “F**k dich du Sch***z Lutscher!” “was?” plötzlich stand sie auch schon vor ihm, die hundert Meter die zwischen ihnen lagen hatte sie so schnell zurückgelegt, dass er sie nicht mal hatte kommen sehen. Ihr Fuß, der von einem teuren, schwarzen Lederschuh umhüllt war, bohrte sich in seinen Magen und schmetterte Jago durch den Felsen, an den er zuvor noch gelehnt war. Nun wo er bewusstlos am Boden lag, mit verdrehten Augen, sah man die vier tiefne Furchen, die über sein Gesicht gezogen waren und aus denen das Blut sickerte. Der Säbel des Schwertkämpfers war durch vier ganz ähnliche Furchen zerteilt worden, genauso wie die Bazuka des Schützen. Das Mädchen seufzte und sah zu Joe herrüber “Du verdammter Penner! Man kann dich echt keine verf****e Minute aus den Augen lassen!” Jo-Hahn nahm seine Sonnenbrille ab und sah zu seiner großen Schwester auf “tut mir leid Kait...” “ach... f**k dich...” meinte sie und rollte mit den Augen bevor sie die Sonnenbrille zurecht rückte. Beide drehten sich um, als sie einen Schrei hörten.
 

Lucian

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Kampfstil
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Mögt ihr Märchen? Ich würde euch nämlich gerne eines Erzählen. Es war einmal vor langer Zeit da lebten ein Ritter und eine Prinzessin. Doch die Prinzessin wurde von einer bösen Hexe entführt. Der Ritter verging vor Trauer und wurde so Zornig, dass er das gesamte Königreich nieder brannte. Die Prinzessin wurde jedoch von einem weisen Zauberer gerettet, wurde aber vorher von der Hexe verflucht. Die Jahre vergingen und schließlich trafen Ritter und Prinzessin in einem fernen Land wieder aufeinander. Und obwohl die Prinzessin sich nicht an ihre Vergangenheit erinnern konnte, nahm der Ritter sie zur Frau und schwor ihr ewige treue. Eine Wahrsagerin besuchte die beiden und offenbarte ihnen, sie würden bald eine Tochter bekommen, und sie würde weiß sein wie Schnee, rot wie Blut und Schwarz wie Ebenholz. Als die Prinzessin dann ein Mädchen gebar, waren sie überrascht. Das Mädchen war blass und hatte Haare, weiß wie Schnee. Ihre Augen waren rot wie Blut. Doch das Schwarz des Ebenholz suchten sie vergeblich. Sie nannten das Mädchen Valentíne und zogen sie groß wie es einer Königin würdig gewesen wäre. Und als Valentíne älter wurde, zeigte sich, dass die Wahrsagerin recht gehabt hatte. Weiß wie Schnee waren Haut und Haare. Rot wie Blut waren die Augen. Und Schwarz wie Ebenholz war das Herz, denn sie war böse bis auf den tiefsten Kern!

Valentíne ist dazu geboren, eine Piratin und Anführerin zu sein. Mit fünf Jahren gab man ihr eine Teufelsfrucht zuessen und trainierte sie, so dass sie eines Tages das Imperium ihres Vaters übernehmen kann. Sie beherrscht den Traumtänzer Kampfstil und verfügt gleichzeitig über die Kräfte der Miro-Miro no Mi (Spieglein-Spieglein Frucht), mit der sie jeden Spiegel, den sie berührt Kontrollieren und Manipulieren kann. Obwohl sie erst 16 Jahre alt ist, hat sie bereits das Kommando über ihre eigene Mannschaft, die Snow-White Piraten, von denen sie für gewöhnlich Shirayuki-Hime genannt wird. Auf ihren Kopf ist bereits eine Belohnung von 200 Millionen Berry ausgesetzt, nicht wegen der schwere ihrer Verbrechen, sondern eher wegen der Grausamkeit, mit der sie vorgeht und der hohen Zahl an Kollateralschäden.


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"Spieglein, Spieglein an der Wand ..." Ganz langsam drehte sich Valentíne auf der Stelle. Das bodenlange, hellgrüne Ballkleid, dass sie gerade anprobierte, schmiegte sich nahezu perfekt an ihren schmalen Körper, während sie sich über und über im großen Wandspiegel der Umkleidekabine betrachtete. Wenn es eines gab, für dass die Fischmenschen Insel es verdiente zu existieren, dann war es ihre Einkaufsmeile. An kaum einem anderen Ort konnte man so viele Designerläden nebeneinander vorfinden. Und die junge Piratin hatte bereits die hälfte von ihnen geplündert, wenn auch nicht wortwörtlich. Aber wenn es so weiter ging, dann hätte sie bald kein Bargeld mehr und müsste vielleicht mit dem richtigen Plündern loslegen. Diesen Gedanken beiseite schiebend, blieb sie stehen, während ihr Spiegelbild weiterhin bedächtige Pirouetten vollführte. "Sag mir, wer ist die schönste, in diesem Land?" Schließlich blieb auch ihr Spiegelbild stehen und begann die echte Valentíne genau so zumustern, wie vice versa. Schließlich schüttelte das Spiegelsie den Kopf und meinte "Sweetie, jetzt mal ehrlich, wir wissen beide, dass du das heißeste Miststück auf dieser Insel bist. Aber grün ist echt nicht deine Farbe." Mit einem Seufzer begann die Weißhaarige sich wieder auszuziehen. "Natürlich, du hast wie immer recht." Gerade als sie ihr eigenes, weißes Kleid wieder angezogen hatte und sich die Träger richtete, wurde der Vorhang aufgezogen. Erschrocken gab Valentíne einen spitzen Schrei vor sich, als der Eindringling, eine ziemlich üppige Fischmenschenfrau, auch schon ihren Arm ergriff. „Verdammtes Affenmädchen, du blockierst jetzt seit einer halben Stunde die Kabine!“ Wie ein kleines Kind wurde die Piratin aus der Kabine gezogen und auf den Boden geschleudert. Auf allen vieren krabbelte sie von der Umkleide weg und machte einen ziemlich verängstigten Gesichtsausdruck. Die Fischmenschin rümpfte nur die Nase, während rücksichtslos die Kleider, die noch in der Kabine hingen, direkt auf das am Boden kauernde Mädchen warf. „Primaten. Ihr seid wirklich eine minderwertige Rasse. Und fang jetzt bloß nicht an zuflennen!“ Damit zog die Fischmenschin den Vorhang zu. Im selben Augenblick fiel auch die „verängstigtes kleines Mädchen“-Miene von Valentíne ab und wurde durch ein fieses Grinsen ersetzt. Gemächlich stand sie auf, ohne noch einen Gedanken für die am Boden liegenden Kleider zu verschwenden. Stattdessen hob sie den richten Arm und schnipste mit den Fingern. Ein schmerzerfülltes Kreischen kam aus der Kabine, dann fiel ein schwerer Körper auf den Boden. Blut lief unter dem Vorhang hervor und Valentíne beschloss, dass jetzt genau der richtige Zeitpunkt war, den Shoppingbummel zu beenden. So beeindruckend war das Angebot im Endeffekt doch nicht.

Gelangweilt verließ Valentíne die Boutique und wurde von einem elegantgekleideten Mann Mitte vierzig begrüßt. Zusätzlich zum maßgeschneiderten, schwarzen Anzug trug der Blonde mehrere Einkaufstüten in der einen Hand und einen schildgroßen Spiegel in der anderen. „Wenn du so grinst, dann warst du wieder ungezogen, Shirayuki-Hime,“ sagte der Gentleman mit leicht strengem Unterton und überreichte der jungen Frau den Spiegel. Die nahm das Schmuckstück mit beiden Händen entgegen und stellte sich auf die Zehenspitzen, um den Mann einen Kuss auf die Wange zugeben. "Tut mir leid, Okiji. Ich habe auch nicht angefangen. Ehrlich!" Sie klimperte mit den langen Wimpern und setzte eine Unschuldsmiene auf, die fast jeden überzeugen konnte. Aber eben nur fast. Da der vorhaltsvolle Blick ihres Okiji nicht nachließ, plusterte sie stattdessen die Backen auf und zuckte mit den Schultern. "Fein, es tut mir leid. Ich hab versprochen brav zu sein und es wird nicht wieder vorkommen!" Wirklich belehren ließ sich die junge Frau von jemand anderem als ihrem Vater zwar nicht, aber immerhin hatte sie ihren Okiji lieb genug, um es vorzutäuschen. Der Gentleman schüttelte leicht den Kopf, da ihm dieser Zustand sehr wohl bekannt war. Streit nützte nichts. Er hatte sich dazu breit schlagen lassen, die kleine Prinzessin zu begleiten, also hieß es jetzt Augen zu und durch.

Auf der Rückseite ihres Spiegels befanden sich Riemen, wie bei einem Rucksack, so dass Valentíne ihre Primärwaffe einfach auf ihren Rücken schnallen konnte. Die nun freien Hände klatschte sie zusammen und aus dem Schatten einer Seitengasse kam ein bestimmt drei Meter großer Mann, der nichts weiter trug als eine zerschlissene Hose und ein Sklavenhalsband. Auf den Befehl seiner Herrin faltete der Hüne die Hände vor der Brust zusammen und ging in die Knie. Erst so konnte man sehen, dass der Mann Kissen an den Handinnenflächen befestigt hatte. Auf eben jene Kissen setzte sich Valentíne nun ganz ladylike und überschlug die langen Beine. Erneut klopfte sie in die Hände und der Hüne richtete sich wieder auf. "Ich habe Hunger. Hast du auch Hunger Ojiki? Ich sage wir gehen jetzt essen. Rico, auf zu den Luxus-Restaurants, hop hop!" Der Sklave brummte leise und setzte sich schwankend in Bewegung. "Und hör ja damit auf so zu schaukeln, sonst besorge ich mir einen neuen Transport-Sklaven!" Der Anzugträger schüttelte erneut den Kopf, während die Weißhaarige gegen den Arm des Hünen Schlug. „Shirayuki-Hime ... sei wenigstens etwas respektvoller zu deinen Sklaven ...“
 
B

Beubo

Guest
Ich würde mich nun also auch einklinken. Da ich das Aussehen meines Charakters im Post beschreibe und auch andere Details seines Lebens kurz andeute, mache ich es mir einfach und gebe euch die wichtigsten Eckdaten stichpunktartig und halte mich auch ansonsten auf NPC Level :p

Name: Morisato

Nicknames: "North Blue Ninja" bzw. "Mumie Morisato"

Status: Kopfgeldjäger

Größe 190 cm

Alter: 26 Jahre

Geschichte: Ein Junge aus dem Northblue, der sich im Laufe seines Lebens zu einem erfolgreichen Kopfgeldjäger gemausert hat. Er ist Einzelgänger, recht schweigsam und verhältnismäßig recht schaffend veranlagt. Dennoch jagd und kämpft er natürlich endgültig und tötet Krimielle auch, wenn es keinen anderen Weg gibt. Leider gibt es für tote manchmal eben weniger Geld...
Er lebt in den Tag hinein, geht dort hin, wo ihn das Leben führt... und das heißt, er geht dort hin, wo ihn die nächste Bezahlung führt. Wie sein Spitzname vermuten lässt, hat er etwas geheimnisvolles an sich, seine Kleidung besteht aus einem abgenutzten Poncho-Hybriden, einem altertümlich anmutenden Bambushut. Ansonsten habe ich sein Aussehen von Muu aus Naruto übernommen, weil mir das schlichte aber effektive Design so gut gefällt.

Fähigkeiten: Morisato ist selbstverständlich stärker, schneller und ausdauernder als durchschnittliche Menschen und zu dem ein recht kluger Kopf. Er ist besonders geübt auf mittlerer Distanz und im Nahkampf. Morisato nutzt im Gefecht hauptsächlich allerhand versteckte Waffen, selbstverständlich Ninjawerkzeuge und zudem ziemlich durchgeknallte eingebaute Mechanismen.... doch wenn alles nichts hilft greift er auch auf seine Teufelskraft zurück, dich ich bis jetzt allerdings noch geheim halten möchte. Es mag komisch klingen doch die Teufelsfrucht könnte man bei diesem Charakter im Grunde als Zweitstil betrachten, da er die Fähigkeit erst Mitte Grandline erhalten hat. So viel sei aber verraten: es handelt sich um eine eine Paramecia-Frucht.

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Tot. Diese Männer waren eindeutig nicht mehr am Leben, nicht ein einziger von ihnen. Ihre Wunden, enorme Traumata an Kopf oder Rumpf, wiesen seltsamer Weise vereinzelt Verbrennungen auf… alles in allem kein schöner Anblick, mal ganz abgesehen davon, dass das angesengte Fleisch der Opfer einen Eckel erregenden Dunst absonderte. Zwar in mehr oder minder erträglich Wogen, aber dennoch alle Mal widerlich.
Das Feuer, um welches sich die jetzt niedergestreckten Gestalten scheinbar bis zu ihrem Untergang versammelt hielten, glühte noch immer schwach am Boden und loderte Dank sanften Windwogen, welche von der nahen Unterwasserküste her wehten, hin und wieder sogar erneut auf. Dieses Indiz und der Fakt, dass alle Leichen einen recht, nun ja, man könnte wohl behaupten „frischen Eindruck“ hinterließen, legte den Schluss nahe, dass die Gräueltat wohl noch nicht arg so lange her sein konnte. Längsten Falls eine Stunde, aller höchstens zwei.
Plötzlich ein Rascheln. Aus einem der Heckengewächse, welche an seltsam anmutende, ausgetrocknete Unterwasserkorallen erinnerten, huschten mehrere kleine Tierchen herbei und bewegten sich mit zielstrebigen, flinken Bewegungen auf die Kadaver der besiegten Männer zu. Die aasfressenden Tierchen wurden sicherlich vom Blutgeruch angelockt und ihr Hunger war allem Anschein nach zu groß, als dass sie sich um Morisatos Anwesenheit scheren würden. Mit natürlicher Routine begannen die Tiefseebewohner also, sich über die sterblichen Überreste der gefallenen Männer her zu machen. Und Morisato war nicht abgeneigt, es den kleinen Kerlchen gleich zu tun – Im übertragenen Sinne, versteht sich. Sorgsam darauf achtend, die wilden Tiere nicht auf zu schrecken, fischte er sich aus den Taschen der Toten verheißungsvoll klimpernde Geldsäckchen und streifte ihnen außerdem Ringe und übrigen Goldschmuck vom Körper. Kurz war Morisato auch am überlegen gewesen, ob er die Stiefel der Männer ebenfalls einkassieren solle, doch letzten Endes entschied er sich dagegen. Die Schuhe waren alle samt mit Blut getränkt und damit mehr oder weniger unbrauchbar geworden – es sei denn, jemand würde Interesse an dem Kauf von verdorbenen Stiefeln zeigen. Morisato bezweifelte das und somit ließ er lediglich die eingesammelten Wertgegenstände in einem seiner Ärmel verschwinden... Merkwürdig fand er es allerdings schon. Wenn die Gruppe überfallen wurde, wieso hat ihr Mörder dann die Beute zurück gelassen? Morisato hätte vielleicht an einen tierischen Täter geglaubt, ein wildes Geschöpf der hiesigen Fauna, das die Männer eventuell mit seiner herkömmlichen Beute verwechselt hat. Doch die verschmierten Fußspuren, welche sich gen Osten erstreckten, bewiesen ihm das Gegenteil. Diesen Abdrücken zu folge musste der Angreifer aufrecht gehen, das heißt auf nur zwei Beinen. Die Spur an sich wirkte so weit menschlich, jedoch hatte Morisato noch nie zuvor so große Füße gesehen. Wenn man den Gerüchten Glauben schenken mochte, dann wären einige Fischmenschenunterarten um einiges größer als ein durchschnittlicher Fischmensch – geschweige denn eines normalen Menschen…
Aus einem Impuls heraus beschloss Morisato, den merkwürdigen Spuren zu folgen. Sie führten scheinbar in eine Stadt, man konnte zwischen Korallenbergen am Horizont nämlich Gebäudedächer und Turmzinnen hervorblitzen sehen. Dort würde er versuchen die gefundenen Güter für guten Berry zu verskaufen... und außerdem zum ersten Mal wirklichen Kontakt mit der hiesigen Zivilisation haben, seit Morisato vor einigen Tagen auf der Fischmenscheninsel an Land gegangen war. Er würde niemals den absonderlichen Pfad vergessen, den man beschreiten musste, um an diesen wunderlichen Ort zu gelangen – eine Insel tief unten im Meer versteckt. Eine Gruppe von Abenteurern hatte Morisato erlaubt, auf ihrem Schiff mit zu fahren, wenn er ihnen Geleitschutz bieten könne. Natürlich sagte der tüchtige Kopfgeldjäger zu, denn die Männer boten ihm einen überraschend großen Geldbetrag und Morisato empfand es als eine angenehme Abwechslung, für seinen Lohn niemanden jagen und ausschalten zu müssen.
Die Tiefsee war rabenschwarz gewesen und die seifenblasenartigen Beschichtung des Schiffes schirmte die Crew vor jeglichen Geräuschen von außerhalb ab. Eine alles in allem beklemmende Überfahrt, möchte man meinen, doch Morisato genoss die Ruhe, das fehlen von Reizen. Er war noch nie ein sehr gesprächiger Typ gewesen und wenn man es genau nahm, sprach er nur sehr selten, wenn überhaupt, und selbst dann auch nur das nötigste… so verlor er auch kein böses Wort, als sich bei ihrer Ankunft herausstellte, dass die Abenteurer ihn in der Wildnis aussetzten wollten, anstatt wie versprochen seinen Sold an ihn zu zahlen. Wieso die Typen überhaupt Geleitschutz haben wollten, konnte Morisato im Übrigen bis heute nicht wirklich nachvollziehen. Vielleicht befürchteten sie, bei der Tauchfahrt von Piraten oder sogar Fischmenschen angegriffen zu werden und freuten sich daher über einen erfahrenen Kämpfer an Bord… aber wie dem auch sei, als die Crew begann, handgreiflich zu werden, setzte sich Morisato selbstverständlich zur Wehr. Wenn er etwas nicht dulden konnte, dann, dass jemand sein Wort nicht hielt. Mal ganz abgesehen davon, dass bei Geld die Freundschaft aufhörte...
Also: Ehe man sich versah, lag das Schiff der Freunde in Trümmern, die Crew war besiegt und Morisato suchte sich, mehr oder weniger ziellos, seinen Weg durch das unerforschte Land der Fischmenschen. Bis zu dem Augenblick, in welchem er auf die getöteten Männer am Lagerfeuer stieß….

Das Städtchen der Fischmenschen unterschied sich im Grunde überhaupt nicht von den meisten Orten, die Morisato schon an der Oberfläche bereist hatte. Es musste so um die Mittagszeit sein, vielleicht sogar schon früher Nachmittag. Es war erstaunlich zu sehen, dass es hier in der Tiefsee auch Sonnenschein gab und Morisato war daher mehr als glücklich, dass er seinen großen, zuverlässigen Strohhut hatte. Das gute Stück sah haargenau so aus, wie die stattlichen Modelle, welche asiatische Mönche trugen – rund, flach und mit einem Durchmesser, der knapp Schulterspannweite hatte. Ein hervorragendes Kleidungsstück also, um sich vor beidem, Regen und Sonne zu schützen. Außerdem hatte er weiße, flach genähte Stoffbändchen an die Krempe genäht. Zum einen, um vor Niederschlag von der Seite zu schützen, versteht sich. Und zum anderen auch, um Morisatos Gesicht zu verbergen. Zu diesem Zweck trug er nämlich auch noch einen hoch geschlossenen, an einen Poncho erinnernden dunklen Mantel – samt hohen Stehkragen und langen, weiten Ärmeln. Ein Kleidungsstück, das nicht nur Morisatos Geschmack entsprach, sondern ihm darüber hinaus auch zum persönlichen Gebrauch und Vorteil bei Ausführung seiner Zunft diente… Morisato ist Kopfgeldjäger und hatte sich schon vor langer Zeit im North Blue einen Namen gemacht. Dort kannte man ihn als „North Blue Ninja“ und später auf der Grandline blieb der Name „Mumie Morisato“ hängen… So oder so, die Kriminellen dieser Welt hatten gelernt, dass man dem ominösen schweigsamen Kopfjäger besser aus dem Weg ging, wenn man konnte.
„Etwas zu essen?“ Morisato stoppte seinen langsamen Schritt und guckte mit zusammen gekniffenen Augen in das Gesicht eines Fischmenschenkindes. Das kleine Ding hatte rosafarbene Haut, lila Punkte im Gesicht und flossenartige Auswüchse an den Schläfen. Ansonsten wirkte es wie ein ganz normales, kleines Kind. „Etwas zu Essen?“ Wiederholte der Zwerg und streckte Morisato erwartungsvoll die Hände entgegen. Dieser verneinte mit einem Kopfschütteln, sondierte dabei die filigranen, fast schon durchsichtigen Schwimmhäute zwischen den Fingern des Mädchens und wollte an dem bettelnden Elend schon vorbei gehen. Doch das Kind ließ nicht locker „Etwas zu… Essen?“, sie versperrte Morisato regelrecht den Weg. Entweder war das Gör besonders hartnäckig oder einfach nur sehr verzweifelt… „Etwas zu Essen!“ forderte sie inzwischen immer penetranter, als wolle sie jemanden zur Eile anregen... Was den Kopfgeldjäger seinen Kopf heben ließ, um dem Mädchen in die Augen blicken zu können. Dieses schluckte hart, als sie einen genaueren Blick auf sein Gesicht werfen konnte: Er trug ein dunkles Stirnband tief ins Gesicht gezogen, scheinbar, um der Reibung des Hutes entgegen zu wirken. Soweit nichts besonderes, doch was wirklich ins Auge fiel, war, dass Morisato sein Gesicht beinahe gänzlich mit Mullbinden oder einer anderen Art von weißen Bandagen eingewickelt hatte. Wie eine Maske aus Stoff! Entblößt waren nur Nase und Auge. Letztere waren nicht weiß, sondern schwarz und die Iris orange. Morisaots Haut war blass, wirkte sogar dezent grau… und er starrte das Kind mit aufmerksamen Augen an, musterte sie so intensiv, wie sie ihn. „T-tut mir leid…“ erklärte die kleine schließlich und wollte endlich ablassen. Doch da klimperte es in ihren Händen. Morisato hatte ihr eines der Geldsäckchen geschenkt, das er gerade eben erst eingesammelt hatte. Behutsam ließ er es in ihre zum Trichter geformten Hände gleiten. Dem Kind fiel dabei auf, dass auch die Hand des Kopfgeldjägers praktisch mumifiziert war, genau so wie sein Arm. Doch ehe sie den Fremden weiter anstarrte, bedankte sie sich stattdessen und ohne auch nur ein weiteres Wort zu verlieren, drehte sie sich um und verschwand hinter einer Häuserecke.
Da drehte sich auch Morisato um, und zwar schnell, und schnappte sich ein weiteres Fischmenschenkind, das schon die ganze Zeit über vergebens versucht hatte, dem Kopfjäger seinen Rucksack zu plündern. Der Bube war fassungslos, erwischt worden zu sein und Angst spiegelte sich in seinen Augen wider. Morisato starrte auch den Schlawiner eine Weile musternd an, ehe er ihn sanft zu Boden setzte. Kaum war sein Griff gelöst, rannte der Junge zur selben Ecke wie das Mädchen zuvor und beide begutachteten den „erbeuteten“ Schatz.
Morisato seufzte. Die kleine Begegnung erinnerten ihn an seine Kindheit... und Scheinbar wurden Touristen an diesem Ort genauso aufs Kreuz gelegt, wie er es damals an der Oberfläche auch tat, um zu überleben. Doch wenn er sich genauer umsah, kam ihm das auch nicht sonderlich verwunderlich vor: Alles in allem war diese Stadt gepflegt doch viele der Leute, die hier flanierten, sahen dem Mädchen von eben ähnlich. Abgenutzte Kleidung deutete darauf hin, dass sie ehrliche Malocher waren, deren Gehalt nicht zum Leben reichte. Aber abgesehen davon bewegten sich auch viele Menschen durch die Stadt. Sie waren leicht ausfindig zu machen, weil sie um so vieles kleiner waren, als die meisten Fischmenschen um sie herum. Auch Morisato selbst brach mit seinen 1.90 m nicht hervor und wirkte im Vergleich zu den mächtigen Fischmenschen eher wie ein halbstarker Jugendlicher….

Der Kopfgeldjäger schnallte seine Tasche, die er wie einen Rucksack trug, etwas enger, vielleicht sogar erleichtert darüber, dass der Junge sich bei dem Versuch das Teil zu klauen nicht selbst umgebracht hatte... als es unweit scheinbar plötzlich Krawall gab! Ein Fischmensch ging gegen mehrere Menschen vor, offensichtlich wütend und aufgebracht. Dieses Exemplar wirkte besonders bizarr: Er leckte sich mit seiner monströsen Zunge ständig über das enorme Gesicht und schien keinerlei Mitleid mit seinen Gegnern zu haben. Das Ereignis zog, wie auch an der Oberwelt, viele Gaffer an, doch niemand schien wirklich dazwischen gehen zu wollen. Soweit Morisato es beurteilen konnte, versteckten sich alle anderen Menschen, um nicht auch dem Zorn der Bestie ausgeliefert zu werden. Und die anderen Fischmenschen guckten einfach nur zu. Schweigend. Abwartend. Und spiegelte sich da etwa Genugtuung in den Blicken einiger wider? ...
Morisato runzelte die Stirn. Hatte er den Wüterich nicht irgendwo schon einmal gesehen? Er pflegte in der Regel keine sozialen Kontakte, so viel stand fest, also konnte er den Fischmenschen nur von einem Steckbrief her kennen: Mit einer kurzen Handbewegung beförderte Morisato also ein zusammen gerolltes Bündel Steckbriefe aus seinem linken Ärmel. Geschmeidig rutschte die Rolle genau in seine Handfläche, so dass er sie einhändig sofort entwirren und die einzelnen Einträge sondieren konnte… Rums! Er wurde angerempelt und Morisato fielen die etlichen Steckbriefe aus der Hand. Während die Papiere ihren Weg über den Platz fanden, blickte der Kopfgeldjäger über die Schulter und stellte fest, dass er von einer jungen Frau gerempelt worden war. Einem weiteren Fischmenschen, so schien es, denn sie Hatte eine einzige große Flosse anstatt Beine… Bewegen konnte sie sich durch eine Art Schwimmring, der dem Beschichtungszeug für die Schiffe ähnlich sah. Aber wie dem auch sei, sie blickte sich durcheinander um, war wohl in Gedanken gewesen… und da tönte ein zorniges Grunzen vom Platz. Der Gesicht abschlabbernde Fischmensch hielt seinen eigenen Steckbrief in den Händen und verfolgte die gelegte Spur aus Papier mit finsterem Blick zurück zu dessen Ursprung. Sofort verschob sich die Gafferblase, so dass der Kopfgeldjäger und das Mädchen nicht mehr am Rand sondern in der Mitter der Gedachten Arena standen! Morisato schob die Meerjungfrau (anders konnte er sich ihre Gattung nicht erklären) schützend hinter sich, während Bartleby den Steckbrief zerknüllte und scheinbar auf Konfrontation gepolt war. Er kniff die Augen zusammen, starrte abwartend zwischen Hutkrempe und Mantelkragen hindurch und ließ langsam einen harten Metallstock aus seinem linken Ärmel direkt in die Handfläche rutschen. Die Meerjungfrau mochte vielleicht erkennen, dass sich der Kopfgeldjäger bereit machte, zurück zu schlagen, doch Bartleby sollte Morisatos Maßnahme auf Grund der langen Jackenärmel eigentlich verborgen geblieben sein – darauf pokerte der erfahrene Kämpfer jedenfalls!
 

Agwe

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Nun endlich betritt also auch mein Charakter die Bühne. Es handelt sich hierbei um niemand geringeren als den legendären Kopfgeldjäger und Begründer der Voodooreligion, Michelle Laveau.

Seitdem er Black Lung verlassen hat, ist Michelle wieder auf der Grand Line unterwegs und scheint sich einfach nur um zu sehen, wie sich denn alles seit seinem Fortgang verändert hat. Viele Leute, gerade Kopfgeldjäger und Piraten, kennen seinen Namen, wobei Zweitere oft gar nicht gut auf ihn zu sprechen sind. Sein Ruf eilt ihm jedenfalls voraus und nicht wenige, gerade Ältere, sagen seinen Namen oft mit einer gewissen Ehrfurcht, wenn sie ihm begegnen.

Trotz dieses beeindruckenden Intros sollte man nicht vergessen: Michelle ist alt. Er mag zwar gut in Form sein und über die Teufelskräfte der Bûdu-Bûdu no mi (also der Voodoofrucht) verfügen, aber letzten Endes ist er bereits über 100 Jahre alt und hat in den letzten Jahren nicht sonderlich viel trainiert. Für die meisten Piraten ist er also mittlerweile ein durchaus zu bewältigender Gegner, auch wenn das nicht bedeutet, dass man ihn auf die leichte Schulter nehmen sollte.

Nebenher: Ich habe einen Puppencount für Michelle, der angibt, wie viele Puppen er noch übrig hat. Nur um klar zu stellen, wie viel er noch überleben kann, ohne auf seine eigene Ausdauer zu gehen. Ich halte es dabei so, dass die Puppen einen Angriff abfangen können, egal wie minimal er ist. Also ist eine Puppe auch "tot", wenn ihr Arm gebrochen wurde, sollte Michelle sich entschließen, das ab zu fangen. Er kann darüber frei verfügen.

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Wie schön es war, wieder unterwegs zu sein! Zwar waren seit seiner letzten Reise viele, viele Jahre ins Land gegangen, aber Michelle fand, dass die Welt immer noch so schön war wie damals. Mindestens. Und der Schnaps auf der Fischmenscheninsel hatte sich ebenfalls stark verbessert, was immer ein Grund zur Freude war. Die Schänke, in der er seinerzeit bei seiner ersten Reise eingekehrt war, gab es immer noch und sogar der Wirt war derselbe: Ein alter, mittlerweile etwas stämmigerer Walfischmensch namens Herman, dessen tintenschwarze Augen alles schon einmal gesehen zu haben schienen. Schon damals hatte Herman so gewirkt, doch jetzt schien es Michelle eher so, als würde er einem Gleichwertigen gegenüber stehen. Oder viel eher sitzen. Den zahllosen Flaschen neben ihm nach zu urteilen hatte der alte Voodoopriester bereits einige Stunden hier zu gebracht und mit Herman über die Loa und die Welt geplaudert. Ebenfalls wie beim letzten Mal, jedenfalls beinahe.

“Beim letzten Mal warst du doch noch garnicht so.. eifrig...“, konstanierte Herman mit langsamer, träger Stimme. Sie klang ein wenig, als würde er auf dem Boden eines ausgetrockneten Brunnenschachts sitzen und weinen, einfach nur weil sie so tief war. Wie der Gesang der Wale. Michelle lachte herzhaft, sodass sein dicker schwarzer Bauch wie ein mit Wasser gefüllter Ledersack hin und her schwappte. “Aye, that be true, man. Aber man wird mit den Jahren ein wenig weiser, mein Freund. Und ich habe viele, viele Jahre verlebt, seitdem ich das letzte Mal hier war. Da kumuliert sich einiges an Weisheit, meinst du nicht auch?“ Herman nickte nur tranig und fuhr fort, mit einem etwas abgerissenen Lappen ein Glas zu polieren. Das tat er immer und Michelle fragte sich manchmal, ob es nicht nach all den Jahren immer noch dasselbe Glas war.

“Well, whateva, man, ich muss weiter. Hab' noch n wenig zu tun ehe ich mich in die Neue Welt aufmach'. Die Loa mit dir.“ Der Walfisch nickte nur zum Abschied und blickte dann auf das Geldbündel, welches Michelle auf dem Tresen zurückgelassen hatte. Der Kerl mochte ja merkwürdig sein, fand er, aber das Dasein als Loapriester zahlte sich anscheinend aus. So viel Versoffenes plus Trinkgeld konnte man sich jedenfalls nicht leisten wenn man am Hungertuch nagte.

Draußen hatte sich eine ganz schöne Menschentraube gebildet, als Michelle leicht bräsig blinzelnd ans Tageslicht trat. Das war ungewöhnlich, auf Fishman Island war man Kuriositäten immerhin gewohnt und es kam eigentlich fast jeden Tag zu irgendeiner Form von Auseinandersetzungen oder Krawallen. Doch diesmal war es entweder besonders schlimm oder besonders bizarr – oder beides. Und für Michelle bedeutete das vor allem eines: Arbeit! Er mochte ja alt sein, aber er war noch lange nicht tot und eine Reise über die Grandline finanzierte sich ja auch nicht von selber. Die Zeiten, in denen er einfach so unter freiem Sternenhimmel campiert oder experimentell einen ganzen Monat lang nur von Pilzen gelebt hatte waren jedenfalls eindeutig vorbei, heutzutage bevorzugte er ein gemütliches Bett und Essen, von dem man keine Halluzinationen bekam. Das war nur etwas für heilige Zeremonien, wie er mittlerweile gelernt hatte. Und da Michelle nun einmal gelernter Kopfgeldjäger war, hatte sich seine Beschaffungsmethode gewissermaßen von selbst ergeben. So lange es auch nur zwei Menschen auf der Welt gab, würde ein Mensch einen anderen Menschen tot sehen wollen und wenn es drei gab, konnte der Dritte daraus ein lukratives Geschäft machen. So lief die Welt nun einmal und der schwarze Priester hatte diesbezügliche Skrupel schon vor langer Zeit abgelegt.

In der Mitte der Menschenmenge befanden sich drei Gestalten unterschiedlicher Rasse: Ein Mensch, etwa 1.90 Meter groß, eine Meerjungfrau nebst Schwimmblase und ein Fischmensch. Michelle hätte ihn auf Aal oder Muräne taxiert, ganz sicher war er da nicht. Viel wichtiger war, dass er eine der abgebildeten Personen kannte, namentlich den ziemlich wütend dreinblickenden Fischmenschen, der sich auf den Mann zubewegte. Die Meerjungfrau wurde von diesem scheinbar protegiert, auch wenn Michelle sich nicht ganz sicher war, wie nötig sie das hatte. Doch bei dem Fischmenschen, der die magische Drei-Meter-Grenze beinahe erreichte, handelte es sich um niemand geringeren als...

“BARTLEBY DIE ZUNGE!“ Michelles geübte Predigerstimme hallte über den Platz und ließ die Leute herum fahren. Sogar die beiden Männer hielten in ihren Bewegungen inne, wohl aufgeschreckt von dem, was sie hörten. Und wer konnte es ihnen verübeln? Michelles Stimme war immerhin die eines Mannes, der seine eigene Religion begründet hatte. Wenn er sprach, hörte man zu. “Gesucht wegen Gewaltverbrechen aus rassistischen Beweggründen, Sachbeschädigung und Diebstahl, Kopfgeld 144 Millionen Berry. Der bist du doch, aye?“ Ohne auf eine Antwort zu warten, warf Michelle seinen Mantel hinter sich, um einen fettleibigen, vernarbten Körper zu präsentieren. Das stark nach Schnaps riechende und von langem Gebrauch verschlissene Kleidungsstück landete irgendwo in der Menge. In aller Ruhe ließ der Voodoopriester seine Fingerknöchel knacken und schlenderte mit einem breiten Grinsen auf Bartleby zu, als hätte er keinerlei Gegenwehr von ihm zu erwarten. “Na los, raus mit der Sprache, man.“ Die anderen beiden Personen im Menschenrund beachtete Michelle überhaupt nicht. Jetzt war er im Berufsmodus und da war keine Zeit für Zivilisten. Zumal die Beiden auch nicht gerade aussahen, als würde ein kräftiger Windstoß sie von den Füßen holen. Da würden sie es schon überleben, wenn es hart wurde.

“Du.. hast...“ Schon diese zwei Worte reichten aus, um bei Michelle einen Lachanfall zu provozieren. Das lag nicht an den Worten, sondern an Bartlebys Stimme, die nun überhaupt nicht zu ihm passte. Er klang wie ein kleines Mädchen! “Du hast Fischmenschen zur Seite geschubst!“ Das stimmte, schuldig im Sinne der Anklage, aber das war nur, weil er es eilig gehabt hatte. Keiner der Fischmenschen, ein Hai und eine ziemlich hübsche Oktopusdame, hatten sich etwas getan, doch Bartlebys Augen hatten sich trotzdem zu kleinen Schlitzen verengt und Mordlust brannte darin. “Niemand schubst meine Brüder und Schwestern einfach so zur Seite. Erst recht kein Mensch. WAS BILDEST DU DIR EIGENTLICH EIN WER DU BIST?“ Michelle heulte mittlerweile vor Lachen und hörte erst damit auf, als der Aalfischmensch blitzschnell an ihn herantrat und am Kragen packte. Mit einem lauten Krachen, als würde ein Blitz eine Eiche fällen, jagten mehrere tausend Volt durch den von Alter gebeugten Körper. Der Geruch nach brennendem Fleisch lag in der Luft und das herzhafte Lachen des alten Mannes verklang. Für einen Moment war es totenstill auf dem Plaza, während dicke Rauchschwaden in den Himmel stiegen.

“Ugggh..." Michelle hustete, spuckte eine Wolke schwarzen Qualms aus. Aus seiner Schulter wuchs etwas. Zunächst mochte man es für einen deformierten Knochen halten, der bei den Muskelzuckungen durch den Stromschlag ausgetreten war, doch sehr schnell wurde offensichtlich, um was es sich wirklich handelte: Um eine kleine, aus Stroh geformte Puppe. Mit einem unheimlichen Geräusch, fast wie rituelle Gesänge, löste sie sich von Michelles Schulter und fiel in den Staub. Wer genau hinsah konnte erkennen, dass sie von innen heraus verbrannt war. Wie von Stromschlägen.

Puppencount: 3

“Bei den Loa, ich werde alt... Früher hätte ich so etwas noch selbst weggesteckt und jetzt muss ich dafür einen Ketzer opfern..." Michelle seufzte wieder. Abgesehen von seiner jetzt noch tiefer geschwärzten Haut war er völlig unverletzt. Und sein Gesichtsausdruck hatte sich geändert. Kein freundliches Lächeln mehr. Jetzt blickte er mitleidlos und kalt wie Eis. “Also gut, keine Formalitäten mehr. Jetzt geht’s los, man, du und ich. Mal sehen, ob diese alten Knochen es noch drauf haben.“ Mit einer peitschenartigen Bewegung hob Michelle den Arm und schlug damit gegen Bartlebys Nacken, so kräftig, dass sogar der hünenhafte und übermenschlich starke Fischmensch losließ und in ein naheliegendes Gebäude krachte. "Pfad der Loa: Hexenjagd!“
 

Mika Ruko

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Eine dichte Staubwolke hatte sich um das einstmals recht ansehnliche Gebäude gebildet, die Bartlebys Augen und Lungen reizte und ihm das Atmen erschwerte. Er hustete ein paar Mal und versuchte, den Staub mit den gewaltigen Händen aus dem Weg zu wischen, was ihm auch recht gut gelang. Der Fischmensch rappelte sich auf und hielt sich kurz den Nacken, während er den Kopf leicht hin und her bewegte, wie um sicherzustellen, dass noch alles funktionstüchtig war. Nach erster Diagnose konnte der Hüne noch keinen größeren Schaden bei sich feststellen, doch war er sich über Eines nun im Klaren. Mit diesem dicken, alten und unter dem Einfluss ethanolhaltiger Liquide stehenden Sack war ganz sicher nicht gut Kirschen essen.
In Erwartung des bevorstehenden Kampfes riss sich der Arzt in einer schnellen Bewegung mit einem Riss das Hawaii-Hemd, welches er zuvor noch getragen hatte, vom Leib, da dieses den Flug in das Gebäude eh mehr schlecht als recht überstanden hatte. Die Fetzen, die noch übrig gewesen waren, hätten ihn bestenfalls behindert. Jetzt stand der große Fischmensch oberkörperfrei da, sodass ein jeder seinen muskulösen Körper hätte betrachten können, wenn nicht noch immer die Staubwolke im Weg gewesen wäre, die sich erst langsam verzog. Die zahlreichen Narben verschiedenster Herkunft zeugten von dem Leid, das er größtenteils den Menschen zu verdanken hatte, von seiner Vergangenheit, die er nie würde abschütteln können. Heute war aber zumindest ein Tag, an dem man etwas von diesem Schmerz zurückgeben könnte…
Der Arzt hob vom Boden ein größeres Bruchstück des Hauses auf und schleuderte es mit großer Wucht in die Richtung, in der er den mumifizierten Mann im Gedächtnis hatte. Ein merkwürdiger Zustand aus medizinischer Sicht, wenn man einmal bedachte, dass zumeist tote mumifiziert werden, um der Verwesung entgegen zu wirken, dachte der Mediziner, doch das wird ihm auch nicht helfen. Die Wucht in dem Wurf war so stark, dass das Geschoss eine Windböe entfesselte, die den Staub in der Luft mit einem Mal beiseite gefegt wurde, doch in den Ruinen des Hauses war nichts mehr. Das Bruchstück des ehemaligen Einfamilienhauses sauste einen knappen Meter über den Köpfen aller Anwesenden hinweg. Den Moment, in dem sich alle Blicke nach oben gerichtet hatten, hatte Bartleby ausgenutzt. Wie ein Blitz war er durch die Lücken in der Menge geprescht und war direkt vor der wandelnden Mumie zum Stehen gekommen, seine Füße hatten sich etwas in die Erde eingegraben, um die Energie seiner Bewegung abzufangen. Der Mann hatte dies allerdings kommen sehen und seine Hand, in der er eine Art Stab zu halten schien, schoss vor und traf Bartleby hart in der Seite. Dieser hatte jedoch schon den Oberkörper in Vorbereitung eines Schlages gedreht und seine Faust schoss ebenfalls nach vorn, verfehlte den offensichtlichen Kopfgeldjäger jedoch, der sich mit dem Körper aus der Schlaglinie bewegt hatte trotz seiner Attacke. Stattdessen gelang es dem Fischmenschen, den etwas abgenutzten Poncho des Menschen überraschend zu greifen und schleuderte diesen mitsamt seines Kleidungsstückes herum, bis er ihn eine 180°-Drehung später losließ und er über die Köpfe aller Anwesenden hinweg irgendwo in Richtung Stadt flog. Bartleby indes hielt nur noch einen Fetzen des alten Ponchos in seiner großen Hand. Der Stoff hatte doch glatt schlappgemacht! Bring dich in Sicherheit, hier geht’s gleich rund, zischte er der Meerjungfrau zu, jedoch mit so absurd hoher Stimme, dass er im Vergleich dazu vorher wie ein maskierter Superheld klang, der nachts mit bloßen Fäusten Verbrecher zu Brei haut.
Nach diesen Worten fuhr der junge Fischmensch herum und wandte sich dem verbliebenen Gegner, dem alten Mann, der ihn soeben in dieses Haus geprügelt hatte. Jetzt konnte er sich diesem menschlichen Abschaum zuwenden, nachdem der andere vorerst aus dem Weg war, aber er würde ihn später finden und vernichten… Doch für den Moment schien von diesem Individuum die größere Gefahr auszugehen. Nicht nur, dass ihm der Stromschlag, der vermutlich sogar einen Wal vollständig gegrillt hätte, nichts ausgemacht hatte, auch seine reine physische Stärke war nicht zu unterschätzen. Diese seltsame Figur, die aus der Schulter der Mannes gewachsen war, ließ zudem keine andere Diagnose zu: Teufelskräfte. Für präzisere Ergebnisse würden weitere Untersuchungen durchgeführt werden müssten, doch momentan brannte dem Gourmet nur eine Frage auf der Zunge… wie würde diese Figur schmecken, woraus war sie gemacht, war sie lecker?!

In angenehmer Vorfreude auf das potenzielle Geschmacksexperiment fuhr die große Zunge Bartlebys über sein Maul wie sich andere Menschen die Lippen leckten. Nun deutete der Kämpfer auf den alten Mann. Irgendwelche letzten Worte, Greis?
Dieser schien allerdings nicht allzu viel zu sagen zu haben, denn anstatt noch Worte zu verlieren, grinste er nur verdammt siegessicher, hob die Hand und machte diese typische „Komm her“-Geste mit seinem Zeigefinger. Bart freute sich. Ein Kämpfer vom alten Schlag! Doch Moment, er war ein Mensch! Nein, du hast jetzt keinen Spaß beim Kämpfen, du musst ihn vernichten! sagte ihm sein Gehirn, Menschen sind die Pest, die unsere Meere verseucht! Wo sein Körper eben noch eine fast schon dämlich anmutende Daumen-hoch-Geste gemacht hatte, um zu zeigen, dass er der Aufforderung nur zu gerne nachkommen würde, formten sich seine Pupillen erneut zu Schlitzen und der Zitteraal-Fischmensch ballte die rechte Faust, zog diese hinter den Körper und ging in die Knie.
Fast schon explosionsartig brach er nach vorne aus, setzte jedoch nur einen Fuß nach vorn und schleuderte seine Faust nach vorn, jedoch nicht in einem geraden Schlag, sondern eher in der Ausführung eines Aufwärtshakens. Gyoujin Karate: Oofunsen. Auch wenn der Fischmensch seinen Gegner nicht berührte so spürte dieser doch die von der Stirnseite seiner Faust ausgegangene Schockwelle, auch wenn dieser merkwürdig zielgerichtet schien und ihn direkt unterm Kinn erwischte und ihn hoch in die Luft katapultierte.
Sofort setzte der Zitteraal-Fischmensch nach und sprang dem alten Mann hinterher in die Luft, um ihn dann umgehend mit einem harten Faustschlag wieder gen Erdboden zu schicken. Die Faust schlug ein und mit einem schnellen Zischen sauste der Mensch durch die Luft und krachte die in die Erde, wobei er einen recht beachtlichen Krater hinterließ. Die Erde flog in alle Himmelsrichtungen und wie schon zuvor bei dem Haus legte sich eine dünne Staubwolke über den Krater.
Der Arzt landete einige Meter abseits davon und schielte neugierig in das Erdloch. Hatte sein Feind das etwa schon nicht überstanden? Wenn nicht, dann hatte er ihm eindeutig zu viel Stärke angerechnet und dieser potenziell schöne Kampf war schon wieder vorbei. Ein Teil seines Gehirns sagte ihm, er solle lieber froh sein, dass dieser dreckige Mensch tot war… Ein ungutes Gefühl breitete sich irgendwo unter den leckeren Pilzen in seiner Magengegend aus. Das war irgendwie viel zu einfach gewesen. Das konnte noch nicht vorbei sein.
In der Tat gab es keinen Anlass für den großen Blauen, traurig zu sein. Während die Staubwolke sich nur langsam wieder zurückzog, ertönten zunächst still und dann ein wenig lauter die ersten Worte aus dem Krater. Silbe um Silbe reihte sich und zusammen formten sie einen Singsang, der dem Zitteraal einen gewaltigen Schauer über den Rücken jagte. Ein Grinsen trat in sein Gesicht und seine Zunge fuhr zum wiederholten Mal über sein Maul. Nein, das ist noch lange nicht vorbei…
 
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Die junge Meerjungfrau stand vor einem Dilemma. Hier war sie nun, gerade erst wieder in ihrer Heimat und um sie herum entfaltete sich ein Kampf. Zuerst nur zwischen dem merkwürdigem Mann, mit dem sie zusammen gestoßen war, und einem Fischmenschen, dann jedoch kam jemand neues hinzu, während der Bandagierte fort geschleudert wurde, anscheinend in einem Akt von fehlgeleitetem Beschützerinstinkts. Und nun stand sie hier. Allein. Die Warnung des Fischmenschen mit der absurd hohen Stimme rang noch immer in ihren Ohren. Doch sollte sie jetzt wirklich einfach weg laufen? Nun gut, sie war nicht unbedingt eine gute Kämpferin, doch als Unterstützung würde es allemal reichen. Nur wem von beiden sollte sie helfen? Dem Fischmenschen, der trotz seiner Brutalität einfach nur ihr Volk beschützen wollte und den Menschen damit zeigen, dass sie nicht alles mit ihnen tun konnten, was sie wollten? Noch dazu war er genauso wie sie Pirat, während sich sein menschlicher Gegner als Kopfgeldjäger heraus gestellt hatte - eine Gefahr für sie und dem Rest ihrer Mannschaft. Oder sollte sie nicht doch lieber dem Kopfgeldjäger zur Seite stehen, als Ausgleich, um zu zeigen das sie nicht alle Kampfmaschinen waren. Das sie Hand in Hand arbeiten konnten mit den Menschen, als Partner und Gleichberechtigte.
Bevor sich die junge Frau jedoch entscheiden konnte, auf welche Seite sie sich in diesem Kampf stellen sollte, nahm ihr jemand anderes die Wahl aus der Hand. Ein lautes "Eeeep!" entwich ihr, als mit einem Mal die Blase unter ihrem Hintern zerplatzte und sie gen Boden stürzte, ehe sie von ein paar kräftigen Armen gefangen und über eine Schulter geworfen wurde. "Guter Fang! Und nun schnell weg, ehe die beiden Prügelknaben uns bemerken.", konnte sie eine Stimme vernehmen, die scheinbar von einem zweiten Mann zu kommen schien, den sie jedoch von ihrer Position aus nicht sehen konnte. Offenbar hatten diese zwei Männer ihre Chance in all dem Chaos rund um den Kampf genutzt, um sich die Meerjungfrau zu schnappen, mit der sie nun wahrscheinlich das Weite suchen und sie verkaufen wollten. Doch nicht mit ihr. Es handelte sich bei Colette schließlich nicht um irgendein Blondchen, das sich alle Nase lang von irgendwem entführen ließ, nur um auf Rettung durch irgendwen zu hoffen. Sie war eine stolze Zimmerfrau. Und Zimmerfrauen ließen sich nicht einfach entführen.
Die Schwarzflossige griff über ihre eigene Schulter, um ihre Waffe zu ziehen, die von den beiden Männern entweder übersehen oder als pure Deko abgewunken worden war. Es war eine schöne Waffe. Eine metallene Armbrust, leicht genug um von einer Frau verwendet zu werden, aber mit derselben Schlag- oder eher Schusskraft wie eine normale Armbrust. Ein Meisterwerk des Waffenmeisters ihrer Mannschaft. Ein weiterer Griff über die Schulter brachte einen Bolzen zu Tage, der nun mit routinierten Handgriffen eingelegt wurde. Erst jetzt schien der Mann, der außerhalb ihres Blickfeldes lag, ihr Tun zu bemerken. "Hey, was machst du da?!" Doch er hatte zu spät reagiert. Direkt auf die Hacken ihres Trägers zielend feuerte Colette den Bolzen ab. Anstatt sich nun in den Hacken zu bohren und eine ernsthafte Verletzung zu hinterlassen, explodierte der Bolzen kurz vor dem Aufschlag und ließ eine starke Druckwelle frei. Jene schleuderte sie alle drei in die Luft, die beiden Entführer in die eine und Colette in die andere Richtung.
Mit einem Rumms krachte die Perlhuhnwels-Meerjungfrau in den Karren eines Fischmenschen, nicht seitlich, sondern direkt von oben, sodass sie wie in einer Wanne in der Karre lag. Die beiden Männer wurden derweil in eine kleine Gruppe von Menschen geschleudert, die etwas abseits des Kampfes zwischen dem Voodoopriester und dem Fischmenschen standen und offenbar ängstlich über einen in ein weißes Tuch gehüllten Gegenstand wachten. Jener wurde nun jedoch vor Schreck hoch in die Luft geworfen, als die Entführer in sie hinein krachten. Zuerst noch mit dem Tuch fliegend, löste sich das weiße Stück Stoff irgendwann und offenbarte eine hölzerne Statue, offenbar die Darstellung einer Gottheit, welche noch kurz weiter in der Luft blieb und dann Richtung Boden sauste. Statt jedoch auf eben jenem zu landen, prallte das Prachtstück zuerst gegen den Hinterkopf des Zitteraal-Fischmenschen, ehe es nach einem weiteren Salto in der Luft direkt zwischen den beiden Kontrahenten auf kam.
 

Noah

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Moryak stieß einen tiefen Seufzer aus. Wenn Kopfgeldjäger und Piraten sich miteinander anlegten waren Chaos und Zerstörung vorprogrammiert. Der Hüne selber hielt sich da lieber raus; er sympathisierte zwar mit seinem Artgenossen, aber er sah keinen Grund, sich rein deswegen einzumischen. Die Tage, in denen er rein um Menschen zu verprügeln sich in Kämpfe gestürzt hatte, waren vorbei. Und der Riesenmuränenfischmensch hatte sowieso etwas zu tun.
Ein plötzlicher Rumms ließ Moryak herumfahren. Eine Meerjungfrau war auf seinem Karren gelandet. Sie schien unverletzt. Die Riesenmuräne beugte sich über sie. "Bist du ok?" Wie üblich sprach er sehr langsam und bedächtig; eine Eigenheit, wegen der man ihn öfters als nicht sonderlich gescheit einschätzte. Die Meerjungfrau, eine Hand hielt sich den Kopf, die andere umklammerte weiter eine große Armbrust, nickte kurz. An dem riesigen Fischmenschen, der sie überschattete, schien sie sich eher wenig zu stören; im Hinterkopf notierte Moryak sich den Mut der Meerjungfrau. Er war es eigentlich gewohnt, Fremde mit seiner enormen Größe einzuschüchtern. "Soll ich dich zu deinen Leuten bringen?" Er konnte sie ja schlecht einfach von seinem Karren schmeißen und hier zurücklassen. Sie schien sich zwar wehren zu können, aber leider war auch die Fischmenscheninsel kein sicherer Ort; schon gar nicht für Meerjungfrauen. Andererseits lebten die Meermenschen beiderseitigem Geschlechtes auf der ganzen Welt gefährlich. "Du kannst aber nicht in meinem Karren bleiben, den Platz da brauche ich noch. Weil-" Ein plötzliches, hölzernes und sehr lautes "Klonk" unterbrach Moryak; verwundert sah er sich um und entdeckte die Loa-Statue, die eigentlich in seinen Karren sollte mitten auf dem Kampfplatz stehen. Wenn es diese Voodoo-Gottheiten wirklich gab, dann hatten sie einen sehr makaberen Sinn für Humor. "Ich muss nur rasch die Statue da holen. Kletter auf meinen Rücken." Was sie auch tatsächlich tat. Vertrauensselige Person, diese Meerjungfrau.
Mit dem neuen Passagier stapfte Moryak mitten zwischen die Kämpfenden, keinem warf er einen längeren Blick zu. Er hatte keinen Streit mit den Leuten, er wollte nur sein Zeug holen und verschwinden. Hoffentlich konnte er mit seiner gewaltigen Gestalt das Kämpfen soweit unterbrechen, dass er sich ungestört die Statue schnappen konnte. Fehlanzeige.
"Freut mich einen anderen Gläubigen zu sehen, man." Die Stimme gehört eindeutig dem älteren Kopfgeldjäger. Moryak sah nicht auf, packte nur mit einer Hand die Statue und hob sie hoch. "Nicht gläubig; ist alles Schwachsinn. Will das Teil nur irgendeinem Dummkopf verkaufen." brummte er als Antwort und machte sich auf den Weg zurück zu seinem Karren. Da fühlte er eine Faust in seiner Niere. Moryak wurde weggedrückt, die Statue hatte er, mehr wegen Erstaunens als wegen Schmerzes losgelassen. Ein reiner Reflex ließ ihn seine mülleimerdeckelgroßen Hände in den Boden rammen um sich zu stoppen. Ein gutturales Grollen entstieg seiner Kehle, als er zu dem Kopfgeldjäger blickte; dieser stand neben der Statue und wirkte mehr als schlecht gelaunt. Die wohl einzige Gemeinsamkeit, die er und Moryak im Moment hatten.
Normalerweise würde sich der Fischmensch nicht wegen solcher Kleinigkeiten mit jemandem anlegen. Er war zu friedlich veranlagt für nutzlose Schlägereien. Dieses Mal hatte man jedoch gleich zwei seiner wenigen Angriffspunkte erwischt, die ihn sehr wütend machen konnten. Erstens wollte er seine Frau sicher nicht enttäuschen und er wusste, dass diese Statue ihr sehr wichtig war. Zweitens war dem Kopfgeldjäger wohl egal gewesen, was mit der Meerjungfrau auf Moryaks Rücken war, welche deutlich sichtbar über seine Schulter blickte. Irgendwo in seinem Inneren regte sich sein alter Hass auf die Menschen, der ihn in seinen Zeiten als Pirat angetrieben hatte. "Hey. Soll ich dich runterlassen? Will dich nicht mitreinziehen." Sie schüttelte wieder den Kopf. Eine wirklich interessante Person. Sie erinnerte Moryak ein wenig an Hilde, als diese noch etwas jünger gewesen war. "Dann halt dich gut fest."
Wider Erwarten war die größte Stärke der Riesenmuräne nicht seine enorme Größe und auch nicht seine Kraft. Sondern die beeindruckende Geschwindigkeit mit der er seinen massigen Körper bewegen konnte. Moryak verfügte über eine Agilität, die man bei seiner Statur einfach nicht erwartet hätte. Der Boden brach auf, als der Fischmensch sich abstieß und dem Kopfgeldjäger entgegenschnellte. "Gyoujin Karate: Tsukinukeru!" Staub, Schutt und Pflastersteine wirbelten durch die Luft, als Moryak mit der flachen Hand einen kleinen Krater in die Straße schlug. Der Kopfgeldjäger war ihm ausgewichen. Die Riesenmuräne sah sich um, versuchte etwas durch die aufgewirbelten Staubwolken auszumachen. Die Statue war auch weg. Hoffentlich war sie noch heil. Moryak hatte extra Acht gegeben.
 

Akataja

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"MWAHAHAHAH!" Die 24 Kämpfer der StoneWolf-Kopfgeldjäger und ihr Kapitän, Gustaff, der Halbriese, hatten ihr Ziel von der ShoppingMeile aus verfolgt und auf den Weg nach Groverly Hills gestellt. Das Feld war schnell geräumt, keiner der Passanten hatte Lust sich wegen einem Menschen eine Kugel zu fangen, spätestens als ein Warnschuss fiel, flohen die restlichen Bewohner. Hier auf diesem runden Platz schien es ideal zu sein, die Häuser standen so eng beieinander, dass es nur wenige Zugänge gab und eine Flucht ausgeschlossen schien. In vier der Muschel artigen Häuser hatten sich Scharfschützen der StoneWolf-Kopfgeldjäger positioniert und zielten nun auf ihre Beute, während die restlichen 21 das Mädchen, den Sklaven und den alten Mann umstellt hatten, mit gezogenen Waffen und gierigem Blick. "Und so etwas ist also 200 Mille wert? Ein kleines Mädchen? Jungs, das ist leicht verdientes Geld." Während die Kopfgeldjäger damit begannen mit ihren Ketten, Schwertern, Speeren und Gewehren zu schwingen, seufzte das Mädchen auf dem Halbriesen nur, aber kein trauriges seufzen, tatsächlich klang es eher gelangweilt. Sie stieg aus dem Sattel ihres Sklaven "Das sollte eigentlich ein entspannender Tag werden, aber ich denke ein wenig Bewegung wird mir nicht Schaden." Der alte Mann nahm die restlichen Einkaufstaschen vom Rücken des Riesen herunter, dann sah er zu dem Mädchen herüber, dieses seufzte erneut "Ja, ja... Okiji, ich werde mich schon nicht verspäten, wir haben noch mächtig viel Zeit." Danach sah der alte Mann herüber zu Gustaff "Was ist los alter Mann? Erwartest du Mitleid? Da bist du hier an der falschen Adresse!" Dann machte der alte einen Schritt auf ihn zu und instinktiv gingen Gustaff und alle seine Leute ein ganzes Stück zurück "w-was...?" und dann verschwand der alte auch noch plötzlich. Als hätte ihn eine Windböe plötzlich mitgenommen war er verschwunden, da wo er vorher stand war nur kurz der Staub aufgewirbelt.
"Na endlich!" bei dieser Stimme zuckten die Kopfgeldjäger zusammen, denn sie kannten sie bereits "Wenn der alte Sack nicht abgehauen wäre, hätte ich tatsächlich noch Verstärkung gebraucht." Auf einer Koralle auf der anderen Seite des Platzes saß Kait Schwarz, die Beine übereinander geschlagen "Du schon wieder?" Die Frau stand auf und ging langsam auf die Kopfgeldjäger zu, die sich nun alle ihr zugewandt hatten, nur die Scharfschützen behielten das Mädchen im Visier. "Wir haben noch eine Rechnung offen wegen der Sache in Loguetown! Und diesen kleinen Goldtopf hier haben wir auch vor euch gesehen!" "So ein verf*****s Kopfgeldgeld kriegt man aber nich fürs angaffen, oder?" Kait griff in ihre Jackentasche und zog zwei Handschuhe hervor, an deren Fingern Klingen festgemacht waren "oh nein... h-hör zu... nach der Sache in Loguetown mussten wir uns ein neues Schiff kaufen, unsere Kassen sind ziemlich leer, lass uns das hier bitte." sie zog sich den ersten Handschuh über, den zweiten musste sie mit den Zähnen zu Recht zurren "Was? Erwartet ihr Schw***lutscher etwa Mitleid? Da seid ihr an der falschen Adresse." "V-verdammt! Keine Angst Leute! Sie ist diesmal alleine!" "Keine Sorge... das geht ganz schnell." Plötzlich waren die Kopfgeldjäger alle sehr angespannt und sie zuckten zusammen als im Hintergrund die Musik einer akustischen Gitarre ertönte "Chef... das ist der Gitarren Typ..." Gustaff schluckte leer "bleib ruhig... von den anderen gibt es keine Spur...kein großer Typ, kein kleiner Typ... die anderen sind nicht da! Das kriegen wir hin!" Gustaff stieß sein Schwert in die Luft "Ja das schaffen wir!" Und die anderen jubelten.
Kait hatte den Kopfgeldjägern derweil den Rücken zugedreht und war nur noch mit dem Gesicht zu ihnen gewandt, sie ließ die Arme hängen, hatte den Oberkörper etwas nach hinten gelehnt und das rechte Bein angewinkelt und gehoben, danach verlagerte sie das ganze Körpergewicht auf die Spitze des linken Fußes.
Als es zuerst so schien als würde sie hinfallen, verschwand sie einfach, ganz ähnlich, wie der alte Mann es zuvor getan hatte, aber die Staubwolke die sie hinterlassen hatte, rauschte langsam durch die Reihen der Kopfgeldjäger. Gustaff, der das ganze schon mal gesehen hatte lies da sein Schwert fallen "oh nein...". Und kurz darauf begann es. Einer seiner Leute nach dem anderen fiel plötzlich um nachdem er wie aus dem Nichts von vier klingen aufgeschlitzt wurde, es ging so schnell, dass es kaum einer sehen konnte. Die Krallen von Kait rissen durch die Kopfgeldjäger wie durch Papier und auch durch Stein und Korallen. Nichtmal die Scharfschützen auf den erhöhten Positionen waren sicher, die Metallklingen durchtrennten den Stein der Häuser und das Eisen ihrer Waffen. Durch ihre unheimliche Geschwindigkeit wirbelte Kait viel Staub auf und nach kurzer zeit sah man kaum noch etwas, es spritzte nur immer wieder Blut und es ertönten Schreie, darüber hinaus hörte man nur das Gitarrenspiel im Hintergrund.
Als der Staub sich legte stand Kait nur ein paar Meter von dem Mädchen entfernt zwischen den am Boden legenden Männern, deren Blut den Boden rot färbte und das von ihren Krallen tropfte. Hinter dem Mädchen fiel der Sitz von dem Sklaven herunter, da Kait mit ihren Klauen die Lederriemen und Ketten durchtrennt hatten, die ihn banden. "Du solltest dich jetzt verpissen." sagte Kait ruhig zu dem Halbriesen, dieser wich aber nur etwas zurück, er hatte sich kurz aufgerichtet, fiel aber gleich auf seinen Hintern und kroch rückwärts "oh nein... was... was hast du getan? Wir... Wir sind alle verloren!"
Kait beachtete das nicht weiter, sie richtete die bluttriefenden Krallen der rechten Hand auf ihre neue Beute, sie grinste kurz "Das sagt sonst immer der Kapitän... aber der ist mit dem Schiff beschäftigt... darum sage ich es..." sie räusperte sich kurz, versuchte ihre Stimme etwas männlicher klingen zu lassen " 'Shirayukihime' Valentíne, tot oder lebendig, du kommst mit mir." Dann grinste sie wieder schief, berührte ganz sacht mit einer Kralle ihre Sonnenbrille, so dass sie ihr auf die Nase rutschte und fügte in ihrer normalen Stimmlage hinzu "du Miststück!"
Joe hatte das alles von seiner sicheren Position aus mitbeobachtet, Kait hatte ihn auf dem Dach eines Hauses abgesetzt. Das war die Entfernung auf der er am besten war. Der Todesbuckel war eine tolle Technik um große Anzahlen von Gegnern fertig zu machen, aber Kait musste dabei blind um sich schlagen und im Normalfall verletzte sie dabei nicht nur ihre Feinde, sondern auch unschuldige oder sogar die beute, die lebendig viel mehr wert war als tot. Aber hier kam ja Joe ins Spiel, der jetzt gerade aufgehört hatte zu spielen und seine Gitarre neu stimmte, dabei summte er leise die Melodie weiter und versuchte sich einen Text zusammen zu reimen "Ich bin ein Kopfgeld... Kopf... kopf... Geld... Kopfgeldjäger... ufff.. nein, das passt einfach nicht." Die Melodie die er gespielt hatte, half Kait dabei sich zu konzentrieren. Bei seiner eigenen Schwester war es einfach diese Fähigkeit zu nutzen, er wusste wie sie dachte und kannte den Beat ihres Herzens, zudem lies sie sich ja darauf ein. Dadurch konnte die verstärkende Wirkung des "Life Rythm" sich voll zeigen. "Ha!... ich bin... der King." meinte Joe zu sich selbst "All diese Muskeln und die Kraft der anderen sind zwar ganz schick aber... ohne mich wären sie doch eh alle aufgeschmissen... vielleicht sollte das nächste Kopfgeld ja ein Solo von mir werden?" Dabei hatte er die ganze Zeit auf seien Finger und die Gitarre gesehen, er hatte nicht mitbekommen was unter ihm los war. Für einzelne Gegner brauchte Kait keine Musik, im Kampf einer gegen einen, war sie am stärksten und verzichtete auf Hilfe "Hey Kait, was denkst du? Die kleine da könnt ich auch allein schaffen o" er stockte als er nach unten sah und sah wie seine Schwester regungslos am Boden lag und das Mädchen, diese Valentine, mit einem Kopfgeld von 200 Mille, sah mit zornigem Blick zu ihm auf "oh... Mist..."
 
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Lucian

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Auf der Fischmenscheninsel gab es viele schöne Gebiete, wie den Ryugu Palast oder die Meerjungfrauenbucht, aber im Endeffekt gab es für Valentine keinen schöneren Ort als Groverly Hills. Er vermittelte ihr ein gewisses Gefühl von Heimat. Wenn die Bewohner nicht wären, könnte man sich hier sogar eine Zeit lang niederlassen. Aber leider, leider lebten hier viel zu viele von diesen hässlichen, dreckigen Fischmenschen. Die Meerjungfrauen konnte man ja noch tolerieren. Eine junge, hübsche Meerjungfrau konnte man sich wenigstens ins Aquarium stecken. Aber Fischmenschen waren einfach nur eine Beleidigung fürs Auge. Kein wunder, dass man sie nur tief unten im Meer in Ruhe lies. Wenn es nach der jungen Frau gegangen wäre, hätte man längst angefangen, diese Perversion der Natur auszurotten. Aber mit so düsteren Gedanken wollte Valentine sich nicht beschäftigen. Immerhin war sie hier um zu entspannen, ein wenig Spaß. Und Groverly Hills war der perfekte Ort dafür. Wunderbare Geschäfte, tolle Restaurants und das große Luxushotel, in dem sie die Nacht verbringen wollte, war einfach ein Traum. Von dem kleinen Fauxpas kurz zuvor einmal abgesehen, hatte sie bisher einen wirklich schönen Tag gehabt, wodurch sie in einer selten friedlichen Gemütslage gewesen war. Zumindest war es so bis jetzt gewesen.

Zuerst hatte Shirayukihime den Männern und Frauen keine Aufmerksamkeit geschenkt, die mit einem mal schwer bewaffnet den großen Platz gefüllt hatten. Auch als sich der ersten Warnschüsse gelöst hatten, um die Zivilisten zu vertreiben, hatten sich weder Valentine, noch ihr Ojiki sich etwas dabei gedacht. Erst als alle Wege, um den Platz wieder verlassen zu können von Kämpfern versperrt und sich ein massiger Fleischklops vor ihnen aufbaute, dämmerte es Valentine, dass dieser ganze Ruckus vielleicht ihr galt. Tatsächlich, als sie begann sich umzusehen, befanden sich sonst keine Leute mehr hier, als die zwei Dutzend Menschen, die nun ihre Waffen auf die Piratin richteten. Schließlich seufzte sie nur und zuckte mit den Schultern, während sie von ihrem Sklaven auf dem Boden abgesetzt wurde. Wenn die wirklich so dämlich waren, sich mit ihr anzulegen, dann müssten diese Kopfgeldjäger auch den Preis dafür bezahlen. Andererseits war das auch ein netter Zeitvertreib und ein bisschen Aufwärmtraining vor dem Essen war sicher gut für den Appetit. Mit einem leichten Gähner wandte sie sich an den Gentleman zu ihrer Linken, der nicht im mindesten beunruhigt wirkte. "Das sollte eigentlich ein entspannender Tag werden, aber ich denke ein wenig Bewegung wird mir nicht Schaden." Nun war es der Anzugträger, der mit den Schultern zuckte und alle Einkaufstüten einsammelte. „Bitte veranstalte hier kein Massaker. Du Anwohner haben dir nichts getan. Und denk dran, wir haben heute Abend einen Tisch in der Hippocampus Lounge.“ Mit einem Seufzer und einer wegwischenden Handbewegung nahm die Weißhaarige das ganze zur Kenntnis. "Ja, ja... Okiji, ich werde mich schon nicht verspäten, wir haben noch mächtig viel Zeit." Mit einem nicht ganz zufrieden wirkendem Nicken ging der Dandy ein paar Schritte von der jungen Frau weg und konzentrierte sich stattdessen auf den Muskelberg von Halbriesen, der hier wohl das Kommando hatte. Mit dem würde sein Schützling keine Probleme kriegen. Mit einem breiten Grinsen zwinkerte er ihr noch einmal zum Abschied zu, bevor er mit dem Wort „Soru“ verschwand.

Eigentlich wollte sich Valentine jetzt ein wenig austoben, ohne dass irgend ein mahnender Blick ihr ständig über die Schulter sah. Aber kaum dass sie ihren rechten Arm gehoben hatte, ertönte auch schon eine neue Stimme, welche die Aufmerksamkeit von fast allen Anwesenden auf dem Platz auf sich zog. Anscheinend gab es irgendeine Art von Konflikt zwischen den Loosern, die sie umzingelt hatten und dem Neuankömmling. An für sich hätte das die Weißhaarige sehr wenig interessiert, aber die Proletin, die sich da auf einer Koralle nieder gelassen hatte war wirklich eine Nummer für sich. Nicht wegen ihrer – absolut stillosen – Erscheinung oder der Art, wie sie bei den restlichen Kämpfern zumindest einen gewissen Respekt erzeugte, sondern ganz einfach wegen ihrer Art zureden. Valentine verzog bei den vielen Flüchen den Mund zu einer Grimasse, als würde ihr das bloße Zuhören tatsächlich wehtun. Dass dann auch noch passende Hintergrundmusik ertönte, machte das ganze nicht viel besser und tatsächlich begann Shirayukihime bereits ihre Armmuskeln anzuspannen. Die Hand hatte sie Geistig um ein Objekt geballt, dass mehrere hundert Meter entfernt war und sich nun trotzdem ihrem Willen beugte. Sie konnte fühlen, wie der große Spiegel sich von der Wand der Umkleide löste und durch die Frontscheibe der Boutique brach. Aber bevor sie ihn vollkommen an sich heran ziehen konnte, passierte etwas, mit dem sie nicht gerechnet hatte. Das Großmaul verschwand in einer Staubwolke. Es war die selbe Bewegung, wie ihr Ojiki sie zuvor eingesetzt hatte! Dann begannen die Männer auf dem Platz zu sterben. Sie wurden regelrecht von den Schwertklauen der seltsamen Frau zerfetzt, die sich ungeheuer schnell bewegte. Es fiel der Prinzessin schwer, die Bewegungen der Kopfgeldjägerin zu verfolgen, aber sie schaffte trotzdem, ihren Fehler zu erkennen. Nein, dass war nicht das selbe Technik, wie von ihrem Begleiter. Es war etwas ähnliches, aber wilder, weniger gezielt. Nichts desto trotz war es beeindruckend, wie die Fremde Wunden aufriss und sich das ganze Blut in der Luft sammelte. Es war ein herrliches, blutiges Kunstwerk, so wie der Lebenssaft flog, sich vermischte, kollidierte und wieder herab fiel. Ohne es zu bemerken, fing Valentine an zu grinsen. Der Anblick gefiel ihr äußerst gut. Leider war kam die Vorführung viel zu schnell zum Schluss und der letzte Akt missfiel der jungen Frau doch sehr. Mit einem lauten Bums vielen alle Zeichen der Unterdrückung von ihrem Sklaven herab. Sofort war das Grinsen verschwunden, genau so wie ihr Hochgefühl. Das man sie um die Freude brachte, diese Nichtsnutze selber umzubringen war eine Sache, die konnte sie verkraften, vor allem da ihr im Gegenzug so eine schöne Show geboten worden war. Etwas vollkommen anderes war es, Hand an ihre persönlichen Besitztümer zu legen. Zumindest wusste der Sklave wo sein Platz war, denn er machte keine Anstallten, zu fliehen oder sich auch nur zu Bedanken. Ihm war klar, dass er nun tot war.

Kait wurde von Valentine vollkommen ignoriert, als sie den Arm anzog und den großen Wandspiegel nun doch zu sich her zog. Sie konnte fühlen, wie das reflektierende Glas durch die Luft sauste, als wäre er ein Teil ihres Körpers. Allerdings half der kühle Flugwind nicht, ihr Gemüt abzukühlen. Zuerst würde sie sich um ihren Exsklaven kümmern, danach um das Großmaul, das ihn befreit hatte. Der Spiegel kam neben ihr an und blieb in der Luft schweben, als hinge er an unsichtbaren Schnüren. „...tot oder lebendig, du kommst mit mir. Du Miststück." Das was zuvor gesagt worden war, hatte Valentine nicht mitbekommen, als sich auf ihren Sklaven konzentriert hatte. Doch mit dem letzten Wort änderte sich das. "Wie hast du mich gerade genannt?" Ganz langsam drehte Valentine sich in die richtung der anderen Frau. Ihre Pupillen waren Stecknadelgroß.Der Sklave bekam den Tonfall ganz genau mit und hoffte, dass der Zorn seiner Herrin nun nicht mehr auf ihm lastete, weshalb er langsam den Kopf hob. Angst stand ihm ins Gesicht geschrieben als er vor Angst stotternd zu sprechen begann. „Bi..bitte ... ich habe nicht be...befreit werden wo...wollen.“ Doch eine Antwort erhielt er nicht. Stattdessen ging einem mal ein Ruck durch den am Boden Kauernden, als hätte ihn irgendetwas in den Rücken getroffen. Eine Viertelsekunde später brach ein Schlitz in seiner Brust auf, durch den Unmengen von Blut quollen. Auch auf dem Rücken floss Blut aus einer Wunde, die am besten zu einem Schwert gepasst hätte. Es war als wäre der Sklave von einer unsichtbaren Person von hinten abgestochen worden. Valentine hatte ihn nicht einmal mehr eines Blickes gewürdigt. "Dafür. Wirst. Du. Leiden."

Der große Wandspiegel drehte sich nun ebenfalls so, dass Kait sich in ihm sehen konnte. Noch immer klebte ein wenig Blut von der Fischmenschen an ihm, die Valentine zuvor getötet hatte. Aber von der Bewegung einmal abgesehen, passierte nichts weiter. Und doch ... es schien im Ersten Augenblick wie in Zeitlupe abzulaufen. Ein feiner Schnitt zerteilte zuerst Kaits Oberteil, ging dann ein bisschen tiefer und ins Fleisch, wo sich eine rote Linie bildete. Doch bevor der Schnitt tief genug war, dass tatsächlich Blut austreten konnte, verschwand die Kopfgeldjägerin und tauchte einige Meter entfernt mit verwirrter Miene wieder auf. So hatte sich gerade noch rechtzeitig gerettet und war mit nicht viel mehr als einem roten Kratzer davon gekommen. "Oh, wirklich beeindruckend, ..." applaudierte Valentine höhnisch Beifall, "... da fragt man sich doch, ist das nun Können oder nur schneller Instinkt?" Mit einem wütenden Fluch versuchte sich Kait auf ihre vermeindliche Beute zu stürzen, doch der Unsichtbare Gegner, der bereits den Sklaven getötet hatte, schlug wieder zu. Kaum dass sie sich in Bewegung setzten wollte, wurden ihr die Beine von hinten weg gezogen und sie strauchete. Abermals zerteilte sich die Kleidung der Überrumpelten und erneut war sie schnell genug, um einer ernsten Verletzung zu entgehen. Sie hob abwehrend ihre Schwerthandschuhe und konnte tatsächlich ein Schwert spüren, dass Geräuschlos gegen diese knallte. Bisher hatte sich Valentine aber noch nicht einmal bewegt, einmal davon abgesehen, dass sie fast schon gelangweilt eine Strähne ihres langen, weißen Haares um ihren Finger wickelte. "Gar nicht so einfach, gegen jemanden zu kämpfen, den man nicht sieht oder?" Noch einmal wiederholte sich das ganze, der Unsichtbare griff an, ohne Geräusch, ohne Luftzug der Waffe und kaum dass Kontakt gemacht wurde, wich Kait aus. Sie versuchte es sogar mit einem Konter, doch dort wo zuvor noch ein Feind gewesen war, schien beim Gegenangriff nur noch Luft zu sein. "Nicht die hellste, mhh?" Nun löste Shirayukihime doch den kleineren Spiegel von ihrem Rücken. Während sie ihn mit einer Hand fest hielt, glitt der Zeigefinger ihrer anderen Hand darüber. Als wäre ihr Finger ein scharfes Messer und der Spiegel Papier, schnitt die Weißhaarige eine Apfelform heraus. "Aber keine Bange. Ich will dich nicht tot sehen ..."

Mit einem breiten Grinsen, dass absolut nichts gutes verhieß, warf Valentine den handgroßen Apfelspiegel in Kaits Richtung. Es war ganz offensichtlich, dass er sie um einen halben Meter verfehlen würde, doch auf die Kopfgeldjägerin hatte Valentine auch gar nicht gezielt. Stattdessen wurde die Spiegelscherbe mitten im Flug gefangen, von dem unsichtbaren Feind, der sich wohl gerade hinter Kait befunden hatte. Als diese sich umdrehte, wurde ihr die Apfelscherbe auch schon gegen die Brust gepresst. Mit einem verdutzten „Oh“ registrierte sie die Berührung noch, doch dann schlossen sich auch schon ihre Augen und sie brach zusammen. Valentine begann daraufhin zu lachen. Vornehm, leise und absolut grausam. Mit dem Zeigefinger streichelte sie über den Rahmen ihres kleinen Spiegels, in dem nun ein apfelfärmiges Loch prankte, während sie langsam auf die Bewusstlose zuging. "Lass es mich dir erklären," sagte sie scheinbar zu der Bewusstlosen, "Ich verfüge über die Kraft der Miro-Miro no Mi. Der Spieglein Spieglein Frucht. Und gerade eben ist etwas äußerst, ÄUßERST interessantes passiert. Ich habe die Verbindung zwischen dir und deinem Spiegelbild gelöst. Ich weiß, was du jetzt gerne sagen würdest: Aber wiese bin ich dann von unsichtbaren Wänden umgeben und wieso ist mein Spiegelbild Bewusstlos?" Erneut begann Valentine zu lachen, wie ein kleines Kind, dass dabei war Ameisen mit einer Lupe zu verbrennen. Dabei drehte sie den Spiegel in ihren Händen herum und hob ihn höher, so dass sie sich darin hätte sehen können. Doch statt ihres Spiegelbildes sah eine panisch wirkende Kait zurück, die mit aller macht gegen das Glas schlug, ohne etwas zu bewirken und dabei ohne Stimme brüllte. "Das ist meine mächtigste Technik! Sleeping Beautys Mirror. Bevor ich die Verbindung zwischen dir und deinem Spiegelbild getrennt habe, hab ich dein Bewusstsein in den Spiegel verbannt. Im Gegensatz zu mir, hat deine Reflektion kein Bewusstsein, also ist dein echtes ich nun Bewusstlos. Und ohne mich kommst du nicht mehr aus diesem Spiegel heraus." Inzwischen war Valentine bei der Ohnmächtigen angekommen und drehte den Spiegel in ihrer Hand so, dass Kait auf sich selber herunter sehen konnte. "Mach dir keine Sorgen. Solange ihr getrennt seid, ist dein Körper in bester Verfassung. Er braucht kein Essen, kein Wasser, solange er Luft hat, wird es ihm gut gehen. Es sei denn, natürlich, dass irgendjemand ..." Mit diesen Worten hob Valentine ihr Bein an und ließ den weißen Wildlederstiefel auf das Gesicht der Ohnmächtigen herunter sausen. Mit einem ekeligen knacken brach Kaits Nase, doch der Körper reagierte in keinster Weise. "Sei froh, dass ich die Verbindung getrennt habe, sonst würde deine Nase nun auch bluten. Keine Bange, wir beide werden noch beste Freundinnen!"

"Hey Kait, was denkst du? Die Kleine da könnt ich auch allein schaffen o ..." Valentine sah überrascht nach oben, als sie die männliche Stimme hörte, die anscheinend von einem der Dächer kam. Und wem auch immer diese gehörte, derjenige war wohl Blind und dachte wirklich, dass irgendjemand sie besiegen konnte. Wie Lächerlich. ""Du hast also noch ein paar Freunde mitgebracht, mhh?" Sie würde noch jede Menge Spaß haben ...
 
B

Beubo

Guest
Vorsichtig und ganz langsam, öffnete Morisato die Augen. Seine unfreiwillige kleine Flugreise, die gefühlte Wochen gedauert zu haben schien, fand dann schließlich doch noch ein Ende. In jedem Fall hätte sich der Kopfgeldjäger zwar eine sanftere Landung gewünscht, doch man konnte im Leben schließlich nicht immer alles haben. Und alleine, dass der Angriff von Bartleby "der Zunge" ihn nicht bis auf den Ozean hinaus befördert hatte, stimmte Morisato in gewisser Weise… nun, Dankbar wäre wahrscheinlich eine verhältnismäßig übertriebene Formulierung gewesen, traf es allerdings im großen und ganzen so ziemlich genau auf den Punkt. Aber wie dem auch sei, verletzt war er jeden Falls soweit nicht - Morisatos Kleidung jedoch schien sichtlich mitgenommen. Den Poncho hatte es am Ende derbe zerrissen, ein Tribut, der wohl auf das Konto von Bartlebys starken Kneifzangengriff ging. Ein beachtliches Stück Stoff fehlte dort, wo der Fischmensch Morisato zu fassen bekam und wenn der Kopfgeldjäger so darüber nach dachte, war es wohl nur dem Nachgeben des Kleidungsstückes zu verdanken, dass er einen freien Rundflug quer über die Skyline der Fischmenscheninsel antreten durfte. Alles in allem ärgerlich, wollte sich der Kopfgeldjäger doch den Preis für Bartlebys Kopf gerne unter den Nagel reißen, dennoch ein verhältnismäßig verschmerzlicher Verlust. Am Ende hätte Morisato noch das Kopfgeld mit dem alten Mann teilen müssen, der dem Fischmenschen immerhin ordentlich eingeheizt hatte. Und danach stand ihm, Morisato, ja nun überhaupt nicht der Sinn…
Behutsam rappelte sich der Kopfgeldjäger also auf, mit den Gedanken noch immer beim letzten Kampf und dessen Teilnehmern. Er überlegte im stillen vor sich hin, ob und wo er den massigen, kampferprobten Mann auf dem Platz schon einmal gesehen hatte, während Morisato sich Staub und anderen Dreck vom Körper abklopfte. Er war wirklich arg verschmutzt, aber im Endeffekt auch kein Wunder: Nach einer wie gesagt ziemlich langen Tour durch den Luftraum des Gebiets, verlor der Kopfgeldjäger schließlich an Höhe und krachte natürlich in die nächst beste Gebäudeflanke, die sich in seiner unbestimmbaren Flugbahn auftat. Er würde sich also bei dem Besitzer des Hauses entschuldigen müssen und eventuell für Schäden aufkommen… oder er würde sich einfach verdrücken? Wie Morisato sich am Ende entschieden hätte, bleibt wohl ein Mysterium, denn seine Aufmerksamkeit wurde in dieser Sekunde von einer Bewegung unweit seines Standortes um verlegt.
Zu seiner Überraschung befand Morisato sich allem Anschein nach in einem Restaurant. Vielleicht aber auch in einem Hotel oder einer anderen Art von Lobby. Überall waren Tische aufgestellt und diese wiederum wie zu einer feinen Gala mit Essen und Getränken gedeckt…
Morisatos Blick wurde um einen Zacken schärfer. Der kleine Saal war mit reichlich Menschen gefüllt, größtenteils Männer. Sie wirkten offensichtlich überrumpelt und selbstverständlich auch verärgert. Dies war es allerdings nicht, was den Unmut des Kopfgeldjägers zu wecken begann: Über den Köpfen, unweit eines besonders großen Rundtisches, prangerte eine Piratenflagge! Und jeder Kopfgeldjäger, der seine Hausaufgaben gemacht hat, kannte jenes unheilvolles Zeichen, welches das schwarze Tuch zierte: die Snow-White Piraten!
"Schnappt ihn!“, ertönte eine Frauenstimme aus der hintersten Ecke des Saals und auf ihr Kommando hin setzten sich die Piraten sofort in Bewegung. Eine überwältigende Anzahl Männer stürmte auf Morisato zu! Mache rannten, wider andere sprangen – doch sie alle waren entweder mit Säbeln oder ähnlich gefährlichen Waffen ausgerüstet. Morisato atmete tief ein, versuchte sich so gut er konnte auf die übereilte Situation ein zu stellen… und dann gings auch schon los: Der erste Pirat aus einer Welle von vielen hatte Morisato erreicht, wollte den Kopfgeldjäger mit einem großen Schwert enthaupten. Der Kampfschrei des Wilden, eine Mischung aus Gelächter und unartikulierter Vorfreude hob sich in diesem Augenblick sogar noch an. Doch Morisato ließ sich nicht weiter einschüchtern. Stattdessen senkte er lediglich seinen Kopf um eine Nuance, ein unscheinbares Nicken, als wolle er seinen Mörder höflich grüßen. KATSCHING!
Das Schwert des Piraten traf auf den großen Hut Morisatos und die Klinge brach mit einem hellen klirren sauber in der Mitte durch! Wie mit ein Schild aus Eisen, was der Bambushut im Endeffekt natürlich auch war, wurde also die erste feindliche Attacke erfolgreich abgewehrt. Doch es blieb selbstverständlich keine Zeit zum Verschnaufen! Zwei weitere Piraten wollten Morisato nun den Rest geben, einer von links, der andere von rechts. Auch sie waren mit Schwertern bewaffnet und sahen sich offensichtlich im Vorteil, völlig unberührt vom vorhergegangenen Fehlschlag ihres Kameraden. Morisato stieß dem Piraten vor ihm die kleine Eisenstange, welche er noch immer in der Hand hielt, in die Seite, in Fakt, er nutzte genau die selbe Angriffstechnik, wie auch schon zuvor bei Bartleby. Der Fischmensch hatte den Treffer eiskalt weggesteckt, als würde es ihm nicht das Geringste ausmachen. Der Pirat jetzt allerdings spürte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, wie ihm Rippen und Organe regelrecht zermalmt wurden, ehe er röchelnd zu Boden ging! Im Anschluss seines gelungenen Konters, duckte sich der Kopfgeldjäger um seine eigene Achse drehend unter der Klinge des von links angreifenden Piraten weg und verpasste dem rechten Freibeuter auf diese Weise zeitgleich einen ordentlichen Tritt gegen den Kopf. KNACK!~
Das Genick des Piraten gab augenblicklich nach, doch der nun leblose Körper konnte sein gewonnenes Momentum nicht mehr abfangen. Die Klinge des getöteten rechten Piraten stach seinem Kollegen zu Morisatos linker Seite ungebremst in den Hals! Während dieser sich im Todeskampf von Morisato ab wand, beschäftigte sich jener schon längst wieder mit einer Hand voll weiterer Snow – White Piraten. Aber auch diese wurden je mit Hilfe von nur einer tödlichen Attacke, einem zielgenauen Stockhiebs oder eines clever angeschlagenen Konters niedergestreckt. So ging das eine kleine Weile immer weiter, bis am Ende schließlich scheinbar kein Gegner mehr übrig war...
Für einen Moment verharrte Morisato dann letzt endlich, begutachtete sein Werk: Die gesamte Lobby war mit Männern in weiß regelrecht gepflastert. Viele von ihnen lagen im sterben, waren bereits tot oder zumindest so schwer verletzt, dass sie unmöglich weiter kämpfen konnten. Die merkwürdigen Spiegelplatten, welche sie ausnahmslos alle aus irgend einem Grund wie eine Art Rückenschild umgelegt hatten, warfen das Bild des Elends scheinbar hundert und aberhundertfach zurück, weshalb das ganze Schlachtfeld noch wüster aussah, als es am Ende wahrscheinlich war…
Der Kopfgeldjäger schloss die Augen, entspannte sich. Dankbar, für den nun eingekehrten Moment der Stille und überstandener Gefahr. Und er atmete aus – die gesamte Auseinandersetzung hatte nicht einmal eine Minute gedauert.
Doch die neu gewonnene Ruhe wurde von einem Klatschen durch-, beziehungsweise unterbrochen. Ein langsames, sarkastisches Applaudieren, welches Morisato seine Sinne erneut schärfen ließ. Er hatte sich so ziemlich einmal durch den Saal gekämpft und befand sich nun unweit dieses großen Tischs, der dem Kopfgeldjäger schon vorher aufgefallen war. Wie nicht anders zu erwarten, saß dort die Frau, welche zuvor schon den Angriffsbefehl für die Piraten gegeben zu haben schien. Aber da war noch jemand. Morisato machte dort zwei weitere Personen aus: Beide waren ebenfalls weiblich und standen nahe dem Stuhl, auf welchem die herausfordernd klatschende saß und alle drei traktierten den Kopfgeldjäger mit ihren Blicken. Dies beruhte allerdings auf Gegenseitigkeit. Auch Morisato musterte die drei Grazien. Wie bereits gesagt waren sie zu dritt. Ihre weiße Kleidung schien sich auf den ersten Blick nicht sonderlich von derer der übrigen Snow - White Piraten zu unterscheiden. Doch bei näherer Betrachtung konnte man durchaus Unterschiede ausmachen. Jede der drei Frauen trug ein mehr oder weniger individuelles Outfit: Die erste, sie stach vor allem durch ihre dunkle Hautfarbe und ungezähmte schwarze Haarmähne hervor, war verhältnismäßig spärlich bekleidet. Die Frau schien mindestens zwei Köpfe größer zu sein als ihre Kameradinnen und sie zeichnete sich durch einen trainierten, muskulös definierten Körper aus. Morisato schlussfolgerte daraus, dass diese Piratin sich wahrscheinlich auf den Nahkampf spezialisiert haben musste - zumindest legte dies ihr alles in allem sehr kriegerisch anmutendes Aussehen nahe. „Bianca. Er zieht dich mit seinen Blicken aus.“, stichelte die zweite im Bunde, das Mädchen am Tisch, und leckte sich irgendwie begierig anmutend über die Lippen. Die Amazone, sprich, Bianca, zuckte mit den Schultern, verschränkte unbeeindruckt ihre Arme hinterm Kopf und beließ es vorerst dabei. Die andere am Tisch, dessen auffälligstes Merkmal wohl war, dass sie je ein rotes und ein blaues Auge ihr Eigen nannte, führte ihren Gedankengang rhetorisch fort: „Jeez. Das wird der Lady Mistress aber gar nicht schmecken. So eine Sauerei, was machen wir denn da nur?“ Jetzt meldete sich dann auch die dritte im Bunde zu Wort. Eine, verglichen mit den anderen beiden, sehr zierliche junge Frau kicherte amüsiert. Dabei hielt sie vornehm den Ärmel ihres an einen Kimono anmutenden Gewands vor den zarten Mund: „Hihi. Meine liebe Biel: Von denen haben wir noch genug auf dem Schiff.“ „Schon möglich. Aber… ach. Was solls. Ladys? Wenn ich bitten darf?“ Die Biäugige nickte, ein niederträchtiges Grinsen zur schau stellend, in Morisatos Richtung und darauf hin machte sich Amazone Bianca auf den Weg. Ruhig, fast schon schlendernd stapfte sie, als sei es das normalste auf der Welt, um den Tisch herum, um Moriato zu erledigen. Dieser ging langsam in Position, wohl wissend, dass er nicht drum herum kommen würde, auch noch die drei Grazien zu bekämpfen. Allerdings ließ sich dies wahrscheinlich wesentlich leichter schlussfolgern, als am Ende bewerkstelligen. So wie Morisato das sah, stand er nun nicht einfach nur gewöhnlichen Piraten gegenüber, sondern den Offizieren der Snow - White Piratenbande!
Alleine auf Grund der bisher flüchtig gewonnenen Informationen konnte Morisato ihre individuelle Kampfkraft jedoch unmöglich einschätzen, daher würde er es fürs Erste an seiner bisher bevorzugten Waffe, dem kurzen Kampfstab, festhalten. Es sei denn, die Frauen würden sich entscheiden, ihn zu dritt an zu greifen. In diesem Fall könnte er nicht herum experimentieren und müsste stattdessen wohl sofort zu drastischeren Maßnahmen greifen… Zum Glück jedoch, so schien es, wollte Bianca es offensichtlich alleine mit dem bedachten Kopfgeldjäger aufnehmen. Damit konnte Morisato durchaus leben - er würde die Amazone so schnell wie möglich besiegen und sich anschließend um die beiden verbliebenen kümmern. Wenn er nämlich mit seiner Vermutung richtig lag, näherte sich die große Frau, um ihn ein Nahkampfgefecht zu verwickeln. Morisatos Fähigkeiten auf diesem Gebiet der Kampfkunst konnten sich ungelogen sehen lassen und um ehrlich zu sein, sah er sich bei dieser Begegnung im Augenblick auch ein Bisschen im Vorteil. Zugegeben, die Feinde hatten Gelegenheit, seine Kampfstrategie zu beobachten, während er den übrigen Snow - White Piraten die Leviten gelesen hatte… doch immerhin war Morisato nun bereits aufgewärmt, wenn man so will, seine Muskeln durch die letzte Aktion erfolgreich gedehnt…
„Möge das Gemetzel beginnen!“, forderte Biel gierig auf und tatsächlich setzte sich Morisato auf ihre Ansage hin sofort in Bewegung. Das Überraschungsmoment schien eindeutig auf seiner Seite, denn Bianca blieb abrupt stehen, als der Kopfgeldjäger praktisch zu ihr heransauste. Morisato holte mit seinem linken Arm aus, seine zuverlässige Stabwaffe in der Hand. Er würde die Amazone mit einem gezielten Hieb auf den Kehlkopf kampfunfähig machen und anschließend sofort ausschalten.
Gesagt, getan.
Noch ehe Bianca realisieren konnte, dass ihr Gegner auch schon die Offensive ergriffen hatte, war Morisato rasend schnell zu ihr aufgeschlossen. Er zückte wie geplant die Waffe seiner Wahl und stieß zu! BOMP!~
Der Kopf der Stange traf mitten in schwarze! … Wortwörtlich: Biancas Hals war von einer Sekunde zur nächsten plötzlich pechschwarz geworden und was noch viel unglaublicher war, Morisatos Eisenstab zerbarst beim Aufprall in hunderte kleine Einzelstücke!? Der Kopfgeldjäger starrte ungläubig auf den unversehrten Kehlkopf seiner Gegnerin und konnte für den Bruchteil einer Sekunde nicht fassen, was er gerade erlebt hatte. Doch dieses kleine Zeitfenster reichte aus, um Bianca die Chance für einen vernichtenden Gegenangriff zu geben! Härten!, grölte sie, straffte ihre Armmuskeln scheinbar bis zum zerreißen und wie in einer optischen Täuschung wurde das karamell braun ihrer Haut von einem unwirklichem, glänzenden schwarz davon gewaschen.
Ihr Plan war offensichtlich, doch Morisato blieb keine Zeit mehr, vernünftig zu reagieren. Biancas starke Amazonenpranke legte sich schraubstockartig um den Hals des überrumpelten Kopfgeldjägers. Die Kraft und der Druck, welche darin lagen, waren so enorm, dass Morisato sogar befürchtete, ihm könnten die Sinne schwinden. Allerdings würde es Bianca anscheinend nicht dabei belassen, Morisato die Rübe vom Hals regelrecht ab zu quetschen: Die Piratin hob ihn stattdessen mit nur einem Arm hoch, entfesselte einen urigen Kampfschrei und schmetterte den Kopfgeldjäger der Länge nach, mit dem Rücken voran auf den Boden! Es knallte tierisch, Staub und Schutt wurden aufgewirbelt als Morisato in das Fundament des Gebäudes gerade zu gestanzt wurde… und dann wieder nichts mehr.

Als die Dreckwolke sich wieder gelegt hatte, lag Morisato pass genau in den Boden eingebettet. Die Szenerie erinnerte auf skurrile Weise an einen Schneeengel im frischen Winterweiß… Bianca ließ die Schultern kreisen und knackte wie nach einem guten Sparring mit dem Nackenknorpeln, während sie scheinbar enttäuscht zu ihren Kameradinnen zurück stapfte: „Ganz Schwach.“
„Zu schade, ich mochte sein Outfit“, bedauerte die zierlichste der jungen Frauen, „Er hätte bestimmt einen süßen Sklaven abgegeben.“ Biel pustete sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht: „Was auch immer. Wir müssen aufräumen, bis Lady Mistress wieder da ist…“
Plötzlich ein Klirren. Die Mädchen verstanden nicht sofort, was geschah, doch letzt endlich bemerkten sie es doch. „Was? Er lebt noch?!“, Bianca stöhnte auf, als sie unsanft zu Boden gerissen und zurück zu Morisato gezogen wurde! Ein Draht hatte sich um ihren Knöchel gelegt. Er erinnerte an eine übergroße Fahrradkette und das andere Ende war mit Morisato… verbunden? Der Kopfgeldjäger hatte sich aus seinem gestanzten Grab erhoben. Der Treffer, den er kassiert hatte, war hart und unerwartet gewesen - doch vor allem anderen war er schmerzhaft! Physisch und fürs Ego. Morisato war leichtsinnig geworden und hatte seine Gegner trotz mangelnder Informationen unterschätz. Er würde diesen Fehler nicht noch einmal begehen!
Er hatte Bianca am Schlafittchen: die Eisenkette, welche die Frau dank Rücklauffunktion zu dem Kopfgeldjäger hin über den Boden schleifte, war auf einer Trommel aufgenommen, welche wiederum Teil eines Armreifs war, den Morisato an der rechten Elle trug. Diese Waffe würde ihm im Kampf gegen die Amazone weitaus bessere Dienste leisten, als der einfache Eisenstab. Klick!~
Bianca war bei dem inzwischen wieder aufgerappelten Morisato angekommen und wie es zu erwarten war, wollte sich die Frau zu aller erst von der Fessel befreien, beziehungsweise zeitgleich dem wieder auferstandenen Kopfgeldjäger erneut eine verpassen! Dieses Mal jedoch war das Überraschungsmoment von Biancas vernichtenden Attacken verflogen. Morisato wusste nun, worauf er sich einstellen musste und konnte daher angemessen reagieren! Er parierte den heransausenden Schlag, indem er den Fausthieb mit der flachen Hand abfälschte, tanzte dann daraufhin noch in der selben Bewegung um Bianca herum und umwickelte ihren Körper noch etwas mehr mit dem Drahtseil aus seinem Armreif. Die Piratin ließ sich allerdings nicht gefallen, dass der Kopfgeldjäger immer nur auswich und sie, ganz offensichtlich, fesseln wollte! Sie begriff stattdessen schnell und setzte ihre merkwürdige Fähigkeit ein, um die Stellen ihres Körpers, an denen inzwischen die Kette spannte, erneut schwarz ein zu färben… dazu starrte sie scheinbar angestrengt auf die entsprechenden Stellen. Und dann, allein mit purer Körperkraft, zerstörte Bianca das geschaffene Gefängnis! Die Kette riss und so blieb Morisato nichts anderes übrig, als auch diese Strategie auf zu geben. Er löste einige Riemen und schon knallte die nun nutzlos gewordene Waffe schwer zu Boden. Der Kopfgeldjäger bedauerte den Verlust seines Spielzeuges, hatte er sich doch mehr von ihrer Effektivität versprochen… jedoch hatte sie ihm auch etwas wichtiges über seine Gegnerin verraten können. Und im Kampf geht es nicht immer nur um bloße Stärke. Genau so wichtig war die richtige Vorbereitung und mit der inzwischen gewonnenen regelrechten Flut an Informationen, hatte Morisato nun endlich einen wirklichen Plan, die Amazone zu bekämpfen. Er griff rücklings in seinen Rucksack und beförderte drei kleine Eisenkugeln zu Tage. Behutsam ließ Morisato die Werkzeuge in seiner Hand klimpern, ehe er sie genau zwischen sich und Bianca warf. Noch im Flug knallten die Kügelchen kaputt und mit der Explosion legte sich dicker, rußiger Rauch über die beiden Kämpfer. Die amazonische Bianca schien verwirrt, fingerte blind durch den undurchsichtigen Dunst. Vielleicht dachte sie ja, dass Morisato fliehen wolle? Aber dem war ganz gewiss nicht so! Jetzt war seine Gelegenheit gekommen, einen Gegenangriff zu starten: Er begann augenblicklich damit, die Frau mit kräftigen Hieben und Tritten zu attackieren. Anders als Bianca hatte Morisato sich antrainiert, einen Feind nur anhand seiner Laute Orten zu können… was in diesem Fall allerdings auch nicht sonderlich schwer fiel, denn die Amazone fluchte und brüllte in einem fort! Morisatos Attacken schienen Wirkung zu zeigen und seine Theorie hatte sich glücklicher Weise auch bestätigt: Nicht nur, dass Bianca einen Augenblick Zeit brauchte, um ihre Muskeln schwarz zu „härten“. Sie musste außerdem visuell wahrnehmen, wie und wo sie es tun wollte. Wenn Morisato die Frau also weiterhin im Schutz der Rauchwolke bearbeiten konnte, würde er sie schnell und im besten Fall praktisch ohne ernst zu nehmende Gegenwehr besiegen können.
„Rechter Hacken in die Seite!“, rief eine der anderen Frauen Bianca zu. Morisato hatte befürchtet, dass sich die beiden übrigen Grazien einmischen würden, sobald es schlecht für ihre Freundin aussah… aber wieso keine Attacke, sondern nur….!? Morisato schlug auf etwas extrem hartes und er könnte schwören, mit nur etwas mehr Wucht hätte es ihm die Hand gebrochen! Er war irritiert, aber immer noch bei der Sache, er würde Bianca mit einem Tritt gegen den Nacken jetzt sofort niederstrecken, bevor die anderen Snow - White Piraten angriffen!
„Linkes Bein, Tritt in den Nacken!“, kam erneut ein Einruf und Morisato kickte scheinbar auf Granit! Langsam dämmerte es dem Kopfgeldjäger: Die Rauchwolke musste sich schneller verziehen, als geplant und die beiden Zuschauer konnten die Kämpfenden bereits ausmachen. Sie gaben Bianca Tipps, wo sie sich „härten“ musste, um abzuwehren! Morisato ging sofort auf Abstand, kontrollierte die Dichte des Nebels skeptisch… und musste sehr zu seinem Erstaunen feststellen, dass diese unverändert war. Allgegenwärtig und undurchdringlich. Sein Blick verfinsterte sich - was ging hier vor?
„Da staunst du, was? Observation, nennt man dass. Ich brauche dich nicht zu sehen, um zu wissen, was du vor hast.“, erklärte die Mädchenstimme von außerhalb. Morisato erinnerte ich, dass sie zu der zierlichsten der drei gehörte. „Aber genug gespielt. Bianca, bitte, mach deine Sache.“ „Jawohl!“, antwortete die Amazone artig und plötzlich holte die Frau Luft. Und zwar richtig, richtig viel Luft! Morisato staunte nicht schlecht, als sie einfach mal so den gesamten Rauch inhalierte und mit einem zufriedenen Grinsen im Gesicht verschluckte. „Du bist nicht der erste, der so etwas versucht. Wir arbeiten an unseren Schwächen… mit Erfolg!“
Morisato musterte Bianca akribisch und nickte auf das letzte Statement hin verstehend. Dann griff er erneut in seinen Rucksack und ließ ein weiteres Set von Rauchbomben los! Bianca lachte müde und fragte: „Was soll denn das, hast du denn wirklich gar nichts dazu gelernt?“ Wie auch schon zuvor atmete die zuversichtliche Amazone ausnahmslos allen Dunst ein. Zu ihrer Überraschung hatte sich Morisato jedoch gar nicht dran gemacht, sie an zu greifen. Stattdessen war er einfach an Ort und Stelle stehen geblieben und hatte seinen großen Bambushut abgenommen. „Was ist los… gibst… gibst du… auf…?“, Bianca begann zu husten und schließlich sogar zu schwanken. In ihrem Blick, der zunehmend verschwommener Wurde, konnte Morisato aber dennoch kalte, schockierende Erkenntnis sehen - Bianca war leichtsinnig geworden und hatte mit der zweiten Ladung blindlings ein Giftgas inhaliert. Es würde die Frau nicht töten, doch die von ihr geschluckte enorme Menge reichte aus, um sogar einen Seekönig lahm zu legen.
Mit einem sanften Womb~ glitt ihr Körper schlafend zu Boden… und den anderen beiden Grazien fehlten glatte die Worte. Biel warf sogar den Kopf in den Nacken und klatschte sich mit der Hand auf die Stirn: „Face Palm. Ich kann es nicht glauben. Wie peinlich ist das denn, Bianca!“
Morisato kümmerte sich allerdings nicht weiter um ihr Gerede. Er drückte einen Knopf, der an der Hutkrämpe seiner Kopfbedeckung versteckt war und ein mechanischem Katsching!~ kündete von einer neuen versteckten Waffe: Aus der Hutkrempe falteten sich vier scharfe Klingen, so dass sich der eigentliche Eisenschild zu einem übergroßen Ninjastern, ein sogenanntes Schuriken, verwandelte. Er würde die beiden letzten Mitglieder der Snow White Piratenbande keines Falls entkommen lassen....
 

Agwe

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Teufelsfrucht
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Eine freudige Überraschung und eine Enttäuschung, wieder einmal ein Beispiel dafür, wie die Loa arbeiteten: Es gab immer beides im Leben, gutes und schlechtes, hässliches und schönes, immer im Gleichgewicht, nie weit voneinander entfernt. Trotzdem wäre es Michelle lieber gewesen, er hätte diesen Ketzer in Gestalt eines weiteren Fischmenschen nicht getroffen, denn jetzt war er wirklich sauer. Zugegeben, der Junge war schnell und er hatte sich wirklich anstrengen müssen, seiner Attacke aus zu weichen, aber jetzt wollte er sich eigentlich lieber zuerst um ihn kümmern als um Bartleby, auch wenn das nicht sein Job war. Zumindest keiner, für den er bezahlt wurde. "Keine Sorge, du kriegst ihn schon noch, altes Haus. Und dann lässt du ihn schon noch büßen. Aber er hat nur eine Statue geklaut und unwissend die Loa beleidigt, die Strafe dafür kann abwarten" beruhigte Michelle sich selber, ehe er mit einer unglaublichen Geschwindigkeit, die man ihm sicher kaum zugetraut hätte, über den Platz raste. Mitten auf Bartleby zu.

"Hey, man" begrüßte der Voodoopriester seinen Gegner, als er plötzlich vor ihm stand, gefolgt von einem kräftigen Kinnhaken. Dieser schleuderte Bartleby die Zunge zwar einige Meter hoch in die Luft, aber Michelle kannte sich mit Kämpfen gut genug aus um zu wissen, dass das alleine ihn nicht verletzen würde. Was als nächstes folgte aber durchaus. "Oh Ogoun und Baron Samedi, erweist mir eure Gnade. Gebt mir die Kraft, meine Feinde zu strafen und sie die Macht des Voodoo spüren zu lassen, so es denn euer Wille ist", begann er mit einer inbrünstigen Rezitation, ehe er ein Stück Stoff scheinbar aus dem Nichts hervorholte. Tatsächlich hatte er dieses auf seinem rasend schnellen Sprint zu Bartleby aufgehoben, weil er es für dieses Ritual brauchte. Es war ein Teil seines Hemdes. "Oh Ogoun und Baron Samedi, straft meinen Feind mit Schmerzen, wie er sie noch nie erlebt hat und lasst ihn im Staub kriechen. Nehmt einen Teil seiner Kleidung und straft den, der sie trug." Unter die immer fanatischere Rede des Voodoopriesters mischten sich Trommelschläge und das Geräusch ritueller Gesänge, die von nirgendwo her zu kommen schienen und ihren Höhepunkt erreichten, als Michelle Laveau das abgerissene Kleidungsstück seines Gegners in die Luft hielt und brüllte: "Pfad der Loa: Schmerzen der Seele!" Und dann passierten mehrere Dinge gleichzeitig.

Als erstes erreichten die Trommelschläge und Gesänge einen weiteren Höhepunkt und rissen dann schlagartig ab. Zweitens verbrannte das Kleidungsstück in Michelles Hand spurlos, nicht ein Flöckchen Asche blieb davon zurück, ohne dass er es jedoch angezündet hätte. Drittens wölbte sich Bartlebys Magen so kräftig, als hätte ihn jemand mit voller Wucht geboxt, ehe er mit einem lauten Krachen durch mehrere Häuser flog und viertens grinste Michelle siegesgewiss. "Ya got guts, man", attesierte er seinem Gegner, wobei er der Spur aus fischmenschenförmiger Zerstörung folgte, das von dem Ketzer entwendete Voodooidol sicher im Arm tragend, "Aber die Loa sind mächtiger als du. Mächtiger als wir alle. Also ergib dich einfach und ich..." Weiter kam er allerdings nicht, weil ihm ein titanischer Schlag das Wort abschnitt, der durch die Luft gewirbelt kam. Unsichtbar und kräftig wie von einem Riesen. Michelle raste, diesmal allerdings nicht aus eigener Kraft, mit blitzartiger Geschwindigkeit über den Platz und wurde durch mehrere Häuser geworfen, ehe er schließlich zum Stillstand kam. "Poah... Now thats just mean, man."
 

Akataja

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Noisy Joe hatte keine Ahnung was hier los war. Er sah von dem Gebäude herunter und konnte dort unten Kait sehen, sie lag am Boden, regungslos und ihre Nase sah merkwürdig verrutscht aus. Was war nur geschehen? Er hätte wohl lieber aufpassen sollen. Wie es aussah, hatte dieses Mädchen dort unten tatsächlich Kait besiegt, so etwas kam nur selten vor.

Die beiden tauschten wenige Blicke aus, nur wenige Sekunden, aber es kam Noisy wie eine Ewigkeit vor. Diese Person war sehr stark, viel stärker als er selbst, jeder andere aus der Crew wäre an dieser Stelle besser geeignet gewesen als er. Der Augenblick kam ihm solange vor, weil er Angst spürte, als könnte jeder Herzschlag der letzte sein. Er hatte den Steckbrief des Mädchens vor Augen, 200 Millionen Berry wurden nicht einfach mal so ausgesetzt, dieser Mensch war gefährlich, nicht nur stark, sondern auch skrupellos. Wie war nochmal ihr Name? 'Shirayukihime' Valentíne, das stand auf dem Steckbrief. Er wusste nicht wie sie kämpft, welche Tricks sie drauf hatte, nicht mal wie sie Kait besiegt hatte.
Dann bewegte sie ihre Hand und Noisy Joe folgte seinen natürlichen Reflexen, die ihm schon oft das Leben gerettet hatten. Er schrie auf „SCHEIßE!“, drehte sofort um und rannte so schnell er konnte. Er rannte zum anderen Ende vom Dach und spurtete die Feuerleiter herunter „Mist, Mist, Mist, Mist, Mist!“ Unten angekommen blickte er sich erst um atmete dann durch „ganz ruhig, ganz ruhig... das... das war nur irgend ein Trick... s-so stark ist die gar nicht.“ “Weißt du, selbstgespräche sind erste Anzeichen des Wahnsinns“ Joe drehte seinen Kopf ganz langsam nach links und sah direkt in die Augen von 'Shirayukihime' „buh!“ „GNAAAAAHAHAHAAAA!“ Joe hinterließ eine Staubwolke als er um das Gebäude rannte, so schnell er konnte mit dicken Tränen in den Augen und Rotz in der Nase.
Auf der anderen Seite des Gebäudes fand er Kait wieder, sie lag immer noch an der Stelle, wo er sie hatte liegen sehen. Er rannte zu ihr und packte seine Schwester an den Schultern, schüttelte sie kräftig durch „KAIT! SPINNST DU!? DU KANNST JETZT NICHT PENNEN!.... SIE WILL MICH UMBRINGEN!!! aber anstatt, so wie Joe es gewohnt war, an dieser Stelle den Schuh von Kait ins Gesicht zu bekommen, blieb sie weiterhin leblos. „oh verdammt!“ Joe lief ein eisiger Schauer über den Rücken, als ihm ein furchtbarer Verdacht kam. Er zog schnell seinen Handschuh aus und fühlte an ihrem Hals, er beruhigte sich etwas, als er einen Puls spürte „gut... zumindest nicht tot.“ „lässt sich aber ändern!“ Und wieder hatte die Piratin soweit aufgeholt, Joe musste handeln. Mit einem Ruck löste er die Halterung, die eine seiner Geheimwaffen hielt. Das was aus seinem Ärmel kam, sah aus wie ein einfacher kleiner Kreisel aus Holz. Als Joe an der Schnur zog, begann der Kreisel sich schnell zu drehen. Man sah die kleinen Löcher nicht, die Joe in mühevoller Kleinarbeit über Stunden eingearbeitet hatte, doch nun wo der Wind hindurch blies hörte man sie sehr gut. Ein Pfeifen war zu hören, das plötzlich sehr laut und schrill wurde.
Joes „kreischender Kreisel“ erzeugte ein spezielles Geräusch, laut und schrill. Ein spezieller Ton, der das menschliche Gehör überlasten konnte und für einen kleinen Ausfall im Gehirn sorgte. Das funktionierte meistens leider nur einmal, wenn man auf das Geräusch vorbereitet ist, oder das Geräusch selber verursacht, hatte es keine Wirkung mehr.
Sein Feind verlor solange die Wahrnehmung, das Joe sich seine Schwester packen konnte und mit dem unbeweglichen Körper davon lief. Er konnte ihren Körper in eines der muschelförmigen Häuser zerren und versteckte sie erst mal im Flur. „Ouh verdammt... Schleifspuren... Kait kann sich nicht wehren! Ouh Scheiße... ich... ich muss nochmal da raus.“ Joe hatte große Angst vor dem Piraten da draußen, aber er konnte nicht riskieren seine große Schwester zu verlieren, er hatte ja nur die eine.
Joe rannte hinten aus dem Gebäude heraus und sah sich nach dem Mädchen mit den weißen Haaren um. Er lief zurück auf den großen freien Platz, wo noch die anderen Kopfgeldjäger lagen. Er sah dieses Mädchen nicht und konnte nur hoffen, dass sie ihm nicht in den Rücken fallen würde. Plötzlich spürte er wie etwas warmes an seiner Wange herunter lief. Blut! Jetzt konnte er es genau spüren, ein Schnitt an der Wange, ganz frisch. Er blickte sich um und sah am anderen Ende des Platzes diesen Piraten, wieder mit so einem Spiegel „Du kannst mir nicht entkommen.“ meinte sie noch. „D-d-dann... v-versuch doch... mich zu kriegen!“ Er zog die Gitarre vom Rücken und schlug in die Saiten, er löste eine Schallwelle aus, welche die riesige Koralle neben ihm zum Einsturz brachte und so einen stabilen Wall zwischen ihm und der Piratin schuf „gut... das verschafft mir etwas Zeit.“ aber da sprang das Mädchen auch schon über die Trümmer. Joe drehte wieder auf den Hacken um „Mist, Mist, Mist, Mist, Mist!“ und rannte so schnell er konnte in irgend eine Richtung.
 

Mika Ruko

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Der Fischmensch mit dem großen Kopf spuckte einmal hart aus und neben Speichel landete auch ein kleiner Schwall Blut auf dem trümmerübersähten Untergrund. Seine tellergroße Hand, die noch kurz zuvor zur Faust geballt ausgestreckt war, fuhr sich nun verwundert über die Bauchgegend, in welcher sich noch immer die Konturen des zuvor eingesteckten Schlages abzeichneten. Sein rechtes Auge zuckte unaufhörlich, während sein Gehirn auf Hochtouren arbeitete, um irgendeine Logik hinter dieser vorangegangenen Attacke zu erkennen. Doch ganz egal, um welche Ecken er auch zu denken versuchte, der Arzt konnte einfach keine logische Verbindung zwischen all den merkwürdigen Aktionen des alten Mannes auf dem plötzlichen Schlag in den Magen, den er nicht hatte kommen sehen und spüren, erkennen. Es war wie verhext, doch als rationaler Mediziner war Bartleby nicht der Auffassung, dass so etwas wie Magie existierte. Nach dem Ausschlussverfahren blieben also Teufelsfrüchte als einzige Erklärung übrig. Dieser Greis hatte also von einer dieser mysteriösen Früchte gegessen, schlussfolgerte der Kämpfer, wenn ich ihn also ins Wasser werfen würde, wäre der Kampf kurz und schmerzlos vorbei… eine Stimme in seinem Hinterkopf fügte hinzu: falls dir das gelingt…
Doch war dieser Gedanke bei Weitem keiner, der den Zitteraal-Fischmenschen auf eine hoffnungslose Lage hatte hinweisen wollen. Vielmehr versucht er ihm zu vermitteln, dass man diesen Gegner wohl nicht einfach so ins Wasser würde werfen können… Nein, hier waren ganz andere Mittel gefragt. Doch zunächst galt es, eine vollständige Analyse der Fähigkeiten dieses Menschen durchzuführen, damit man selbst im Bilde über diese wäre und nach einer potenziellen Schwachstelle in seinem Kampfsystem suchen könnte. Binnen Sekunden hatte der junge Arzt auch schon die Experimente für seine erste Testreihe auf seinem geistigen Versuchsprotokoll zurecht gelegt. Ein Versuchsaufbau war in diesem Fall nicht vonnöten, alles, was er für die Durchführung der Tests benötigte, war bereits da.
Langsamen, schlurfenden Schrittes bewegte sich der große Fischmensch auf die Häuserreihe zu, in welche er seinen Gegner mit einem Hieb befördert hatte, doch folgte er nicht in die Lücke, sondern positionierte sich stattdessen davor und wartete darauf, dass dieser wieder ins Freie tat, um den Kampf fortzusetzen. Ich weiß nicht, wer oder was, diese Loa sind, was Voodoo ist, sagte Bartleby zwar leise aber doch mit fester Stimme, sodass es weit zu hören war. Seine Worte würden fast bedrohlich wirken, wenn sie nicht in seiner üblichen Stimme, gegen die er noch immer kein Heilmittel gefunden hatte, gesprochen worden wäre.. doch eines weiß ich. Nichts und niemand ist der Wissenschaft überlegen. Das Wissen um die Dinge um uns wird ergründet und verstanden, man kann es benutzen. Ich brauche nicht irgendwen anzurufen, der meine Kämpfe für mich ausficht. Und nun... der Arzt leckte sich einmal ausgiebig über die Flächen seiner beiden Hände, während der Voodoo-Priester sich einem Untoten gleich aus seiner kurzzeitigen, aber staubigen Ruhestätte erhob und wieder schier unaufhaltsam auf den Fischmenschen zu prozessierte, lass mich dir zeigen, welche Macht allein in dem Wasser verborgen liegt und welche Mittel unserer Rasse, die es zu beherrschen vermögen, zur Verfügung stehen.
Bartleby riss die Hände in die Lust, als wolle er die typische Geste für das eigene Ergeben machen, doch sofort riss er sie wieder mit hoher Geschwindigkeit schräg herunter, sodass der Weg der Arme ein imaginäres Kreuz in die Lust zu zeichnen schien. Gyojinkōu!
Was zuvor noch bloßer Speichel an der Hand eines Fischmenschen gewesen war, raste nun in einzelnen Tropfen durch die Luft und deckte für einen Sekundenbruchteil die Gegend, in welcher sich Michelle aufgehalten hatte in einen Platzregen, welcher ohne Erbarmen Erde und Stein durchschlug und auch von einem normalen menschlichen Lebewesen wäre nicht mehr allzu viel übrig gewesen, wenn es diese Attacke einfach so hätte einstecken müssen. Doch handelte es sich bei dem alternden Voodoo-Priester um kein normales Wesen und seine scheinbar teuflische Seite sprach ihm auch in einem gewissen Rahmen das Attribut der Menschlichkeit ab. Noch bevor die Arme des großen blauen Wesens ihren Weg in Richtung Grund gefunden hatten, begann er etwas zu murmeln und als sich dann das Unwetter näherte, schien es so, als wüsste er genau, wo ein jeder dieser Tropfen einschlagen würde. Nicht eines dieser kleinen Geschosse vermochte auch nur so viel anzurichten wie ihm Kratzer zuzufügen, stattdessen bewegte sich der alte Mann mit einer Grazie, die man jemandem in diesem Alter niemals zugetraut hätte, wie in Trance zwischen den Kugeln hin und her, als würde er nur in einem leichten Schauer tanzen. Nur ohne dabei nass zu werden.
Doch als der Priester wieder zu der Position schaute, an der sich noch zuvor der Angreifer befunden hatte, war da längst nichts mehr. Stattdessen bemerkte er die Präsenz des ehemaligen Piraten zu seiner Rechten wie er schon breitbeinig in Position stand mit angezogenen, angewinkelten Armen und bis zum Maximum angespannten Muskeln. Mal sehen, wie du das verträgst… Beide Fäuste flogen nach vorne, bis sie mit den jeweiligen Stirnseiten der Fäuste den Körper Michelles trafen. Eine traf ihn ungefähr auf Brusthöhe, die andere ungefähr in der Magengegend. Dass sich der Fischmensch für diese Attacke ganz schön in die Hocke hatte begeben und dann etwas verrenken müssen, ist selbstverständlich, doch nur so konnte er diese Technik nutzen. Die Fingerseite der oberen Fast war nach unten gerichtet, die der anderen nach oben.
Gyojin Karate: Kyoshin Gyorin Bakufū!
Von beiden Trefferpunkten am Körper des Priesters schien eine Schockwelle durch seinen Körper zu rasen, welche allein schon großen Stress auf den Körper ausübten, doch dann gab es diese Stellen, wo sich die Schockwellen, ausgelöst durch das Wasser im menschlichen Körper, welches der Arzt geschickt zu manipulieren wusste, trafen und überlagerten und einen Schock auslösten. Es wirkte fast so, als würde die Bartleby abgekehrte Seite des alten Mannes regelrecht explodieren, während er selbst sich nicht einen Millimeter von der Stelle rührte. Doch während diese Attacke auf den ersten Blick wahrhaft verheerend wirkte, hatte sich doch im Rahmen der Explosion lediglich ein kleines Objekt aus dem Körper Michelles gelöst und war schlapp zu Boden gefallen.
Der Kämpfer wusste, was diese Attacke für gewöhnlich anrichtete und machte sich daran, sich langsam wieder zu erheben, um den Schaden zu begutachten und die Reaktion des Probanten, welcher den Geschossen mit erstaunlicher Leichtigkeit ausgewichen war, zu protokollieren.
Doch er sollte nicht so weit kommen, denn der alte Mann hatte ein wahrhaft böses Lächeln im Gesicht.
 

Lucian

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Der erste Eindruck ist der wichtigste, sagt man. Wenn dem so war, dann machte Noisy Joe seinen Job nicht besonders gut. Er wirkte irgendwie erstarrt, als er so auf sie runter sah. Das war vollkommen verständlich, wenn man bedachte wen er gerade ansah, aber trotzdem. Das hier war die Schwelle zur Neuen Welt und dort gab es einige sehr wichtige Regeln. Eine davon lautete ’Wirke schwach wenn du stark bist’ und Valentiné verkörperte dies voll und ganz. Eine andere lautete ’Wirke stark, wenn du schwach bist’. Wenn man schon als Feigling die Grand Line bereiste, sollte man dies wenigstens nicht so offen zeigen. Es bestand natürlich auch die Möglichkeit, dass der Kerl dort oben auf dem Dach die erste der beiden Regeln wirklich übertrieben stark ausführte. Im Endeffekt blieb nur ein Weg um das herauszufinden. Da der junge Mann mit der Gitarre noch immer nicht reagiert hatte, hob Valentiné eine Hand, um ihm zuzuwinken. Kaum hatte sich ihr Arm bewegt, da machte sich der andere schon auf die Flucht. Das ganze hätte noch als taktischer Rückzug durchgehen können, wäre es nicht von panischem Gekreische und Gefluche begleitet gewesen. “Also doch ein Feigling.“ "Tolle Freunde hast du," sagte sie zu dem Spiegelbild von Kait, dass sie sich noch immer gegen die Brust drückte, ehe sie dem Flüchtigen folgte. Eine Herausforderung war er sicherlich nicht, aber vielleicht konnte sie ein bisschen Spaß mit ihm haben. Tatsächlich war es nicht schwer, ihn einzuholen, da er einfach hinter dem muschelartigem Gebäude in Deckung gegangen war und sich selbst Mut zuredete. Die letzten Schritte machte sie auf Zehenspitzen, bis sie genau hinter ihm stand und ihm ins Ohr flüstern konnte. “Weißt du, Selbstgespräche sind erste Anzeichen des Wahnsinns“ Das Gesicht des Musikers, als er sich zu ihr umdrehte, war unbezahlbar. Als hätte er einen Geist gesehen und deswegen konnte sie sich das "Buh!" auch nicht verkneifen. Das unschuldige Lächeln verzog sich zu einem boshaften Grinsen, als der Feigling kreischend davon rannte. “Dass kann ja noch lustig werden.“

Der Staubwolke folgend, umrundete Valentiné das Gebäude nun, um wieder zurück auf den Platz zu kommen, wo sie den Schisser neben dem Großmaul knien sah. Sie brauchte nicht einmal rennen, da er seine Zeit damit verschwendete, die Ohnmächtige zu wecken. "Herzallerliebst," flüsterte sie zu ihrem Spiegel, "Dein Freund oder dein Bruder? Er gibt sich ja wirklich Mühe." Der Feigling schien seine Umgebung völlig zu vernachlässigen, da sie es zum zweiten mal schaffte, an ihn heran zukommen und mit anzuhören, wie Glücklich er darüber war, dass die Frau mit den Krallenhandschuhen nicht tot war. "Lässt sich aber ändern!" Nicht das sie das wirklich plante, es war viel lustiger, das Miststück in ihrem Spiegel gefangen zu haben. Aber so konnte sie wenigstens erneut die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, in der Hoffnung wieder so eine tolle Reaktion zuernten. Die bekam sie auch, allerdings nicht so, wie sie es sich erhofft hatte. Stattdessen löste der Schisser einen Kreisel aus seinem Ärmel, der mit einem höllischen Getöse losging. Der infernale, schrille Ton traf Valentiné völlig auf dem falschen Fuß. Es war nicht nur unerträglich es bereitete ihr physische Schmerzen. Überrumpelt fiel die Weißhaarige auf die Knie, lies ihren Spiegel fallen und drückte sich beide Hände gegen die Ohren, während ihr sich eigenes Gekreische zu dem des Kreisels gesellte. Sie war so orientierungslos, dass sie nicht einmal mitbekommen hatte, wie der Dreckskerl sich die Frau geschnappt hatte und wieder türmen gegangen war. Als der Kreisel schließlich umkippte waren zwei Dinge geschehen. Noisy Joe und seine Partnerin waren verschwunden. Und Valentiné war RICHTIG angepisst. Langsam rappelte sie sich auf und hob dabei Kaits Spiegel auf. Die Kopfgeldjägerin wirkte etwas durch den Wind, was wohl an dem Sturz gelegen hat, aber sonst war alles gut.

Sie sah sich auf dem Platz um, aber abgesehen von einem Haufen Leichen und Verletzten war niemand zu sehen. Der große Wandspiegel, den sie im Kampf gegen Kait benutzt hatte, war neben ihrem toten Riesen auf den Boden gefallen. Als der Kreisel losgegangen war, hatte sie wohl kurzzeitig auch ihre Kontrolle über den Spiegel verloren. Im Gegensatz zu dem kleineren in ihren Armen hatte der Große den Sturz nicht so gut überstanden und nun mehrere Sprünge. Ihr eigenes Spiegelbild sah höhnisch auf sie herab. "Lass das Grinsen. Und töte ihn nicht. Ich will das er leidet!" Wie aufs Stichwort kam der Schwächling auch schon wieder aus seinem versteck hervor und sofort richtete Valentiné den Wandspiegel auf ihn aus. Das Schöne war, dass die Entfernung der Reflektion keine Rolle spielte. Ihr Spiegelbild, Eluvian, passte sich einfach an. Deswegen war sie auch so schnell, dass sie mit Kait mithalten konnte. Im Gegensatz zu Valentiné selbst war Eluvian mit einem weißen Katana bewaffnet. Das echte Schwert befand sich in ihrer Kabine auf ihrem Schiff. Und mit genau diesem Schwert attackierte Eluvian nun Joe, als dieser sich zeigte. Zur Begrüßung bekam er einen Schnitt auf die Wange. "Du kannst mir nicht entkommen!" Sie sprach leise, aber es war so still auf dem Platz, dass es ein Brüllen hätte sein können. Bisher hatte sie den Spiegel mit Kaits Reflektion immer so gegen ihre Brust gedrückt, dass man sie nicht hatte sehen können. Aber jetzt würde sie einen Schritt weiter gehen. Langsam drehte sie den Spiegel in ihren Händen herum, doch bevor Kait sichtbar wurde, brachte der Schisser die nächste Koralle zum Einsturz. Mit einem Satz nach hinten entging die Piratin den Trümmern, aber sie musste zugeben, dass die Attacke sie überrascht hatte. Gegen Gebäude war er deutlich gefährlicher als gegen richtige Gegner aus Fleisch und Blut, wie es schien. Nicht dass die Trümmer sie aufhalten würden. Ein Kräftiger Sprung beförderte sie auf die Spitze und mit einem zweiten war sie auch schon wieder unten angekommen. Und selbstverständlich gab Scary MacScaredypants wieder Fersengeld.

"Das war ziemlich knapp. Deine Aktion da gerade, die war für SIE gefährlicher als für mich, weißt du?" Dass die Frau ihm etwas bedeutete stand ganz außer Frage, sonst hätte er sich sicherlich nicht die Mühe gemacht, sie in Sicherheit zu bringen. Und Tatsächlich verlangsamte der Flüchtling seine Schritte und blieb stehen. "Kommt die hier dir bekannt vor?", fragte sie honigsüß und gab den Blick auf Kaits Spiegelbild frei. Auch wenn das Glas ein Apfelförmiges Loch hatte, konnte man die Kopfgeldjägerin dennoch einwandfrei erkennen, die mit den Fäusten gegen das Glas schlug. "Willst du wissen warum sie nicht aufwacht? Weil ihr Verstand jetzt mir gehört! Als Strafe ihre Frechheit ist sie zu meinem besitz geworden! Solange ich sie nicht frei lasse, bleibt sie meine Gefangene! Und wenn der Spiegel kaputt geht ... sagen wir mal, dann liegt auch ihr Verstand in Trümmern." Sie ging langsam auf Joe zu, der nun keine Anstallten mehr zur Flucht machte und stattdessen seine Schwester ansah, die sich inzwischen die Fäuste blutig geschlagen hatte, um ihrem Gefängnis zu entkommen. "Sie ist doch kein Ding! Kait ist meine Schwester. Ich renne nicht mehr weg, wenn du versprichst, dass du sie aufweckst." Valentiné legte den Kopf leicht schräg und musterte Joe von oben bis unten, während sie zärtlich über den Rahmen des Spiegels strich. "Mach dir keine sorgen. Sobald sie sich an die Gefangenschaft gewöhnt hat, wird sie nicht mehr leiden. Ich werde mich äußerst gut um sie kümmern." Schließlich blieb sie stehen, die beiden trennten nur noch etwa 20 Meter voneinander. "Lass sie einfach gehen. Bitte!" "Ist sie dir so wichtig?" Ihre Stimme hatte etwas an schärfe verloren. "Sie ist meine Schwester," wiederholte der Musiker Stur, aber mit Nachdruck. Für einen Moment sah Valentiné auf den Spiegel in ihren Händen herab, ehe sie den Blick wieder hob. "Zeig mir wie wichtig!" Nun lies Joe den Kopf für einen Augenblick hängen. Dann ging er langsam in die Knie und stemmte beide Hände gegen den Boden. Er Herzerwärmender Anblick. "Bitte …"

Ein leises schluchzen von sich gebend, legte sich Valentiné eine Hand auf die Brust, während sie mit der anderen den kleinen Spiegel neben sich schweben lies. "Sie bedeutet dir also wirklich so viel ..., " sagte sie mit berührter Stimme, während sie auf den Flehenden herab sah. "In dem Fall … Ist die Antwort nein!" Bevor Noisy Joe etwas machen konnte, lies sie die freie Hand herunter schnellen und der Spiegel folgte der Bewegung. Das Tempo war hoch genug, dass das Spiegelglas in hunderte Scherben zersprang. Das Klirren wurde von dem boshaften Lachen Valentinés begleitet, die sich köstlich amüsierte. Natürlich ging es Kait noch immer gut. Das mit dem Zerbrechen war eine Lüge, nichts mehr. Es war kein Problem für sie, den Spiegel wieder zusammen zusetzen. Alles war nur Teil des Aktes. Manchmal war gewaltloses Handeln eine schlimmere Strafe, als alles jede Verletzung, die man zufügen konnte. Das hier war die Strafe für den Kreisel. "Bist du wütend? Hasst du mich?" Sie trat knirschend auf den Scherbenhaufen, während der große Wandspiegel langsam zu ihr heran schwebte. "Dann nimm diesen Zorn und zeige mir, dass du nicht nur ein langweiliger Feigling bist!" Sie schnippte mit dem Finger und auch der riesige Spiegel zerbrach in unzählige Scherben, die einen langsamen Mahlstrom um die Piratin herum bildeten. Langsam hob sie beide Hände an und die Bruchstücken, zu denen Kait geworden war, schwebten ebenfalls empor, um sich vor ihrer Brust wieder zu verschmelzen, bis sie die selbe Form hatten wie vorher, samt Apfelloch. Die Kopfgeldjägerin hatte keinerlei schaden erlitten, außer vielleicht an ihrem Stolz. "Wir werden jetzt ein Spiel spielen, mein kleiner Musikant. Wenn du es schaffst, mir den Spiegel abzunehmen, denn verrate ich dir, wie du sie aufwecken kannst. Wenn nicht ... dann heißt das ich habe dich vorher umgebracht." Ohne Vorwarnung streckte sie den rechten Arm nach vorne und ein Teil des Scherbenstrudels löste sich, um Noisy Joe entgegen zujagen. "Shardstorm!"
 
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Obwohl sie schon an vielen Kämpfen teil gehabt hatte und dabei nicht selten auch mal inmitten des Kampfes gelandet war, trotz ihrer Funktion als Fernkämpferin, war dies ein Kampf der Sonderklasse. Und so auf dem Rücken des Fischmenschen fest geklammert konnte sie noch nicht einmal groß etwas ausrichten. Vielleicht hätte sie sich doch von ihm runter setzen lassen sollen? Wobei, nein, das wäre nicht gut geendet inmitten von diesem ganzen Schlachtfeld.
Leider war das „Halt dich gut fest“ des Fischmenschen leichter gesagt als getan, besonders als er dann mit überraschender Schnelligkeit auf den anderen Mann zu preschte. Sie war nicht stark. Jedenfalls nicht was den Körper anging. Hinzu kam dann auch noch das geringe, aber nicht zu verachtende Gewicht ihrer Waffe, die das festhalten zusätzlich erschwerte. Es war also kein Wunder, das sich der Fischmensch inmitten des Kampfes auf einmal ohne Gepäck wieder fand, während die Meerjungfrau ziemlich ungalant über den staubbedeckten Boden kullerte, nachdem sie vom Rücken gerutscht war.
Ein paar Schrammen trug Colette von diesem Sturz zwar zurück, doch im Großen und Ganzen blieb sie unverletzt. Nur wie sollte sie nun hier weg kommen? Ihre Blase war geplatzt und ohne diese konnte sie sich nur schwerlich frei bewegen, selbst auf der Fischmenscheninsel nicht. Zum Glück – oder Pech? - ergriffen sie auf einmal ein paar Hände und ließen ihr Herz zuerst in ihre Kniekehlen rutschen. Wurde sie etwa schon wieder von irgendwelchen aufmüpfigen Menschen entführt? So mochte es auf Umstehende und selbst auf sie im ersten Moment tatsächlich wirken. Als sie dann jedoch die besorgten Stimmen derer vernahm, die sie trugen, fiel ein Stein von ihrem Herzen und beförderte es augenblicklich von ihren Kniekehlen wieder zurück in ihren Brustkorb. Es war ihre Mannschaft. Erneut hatten sie die Meerjungfrau gerettet, wie bereits vor so vielen Jahren, als sie sich alle kennen gelernt hatten. Schnellstmöglich suchten sie zusammen das Weite, suchten alles beisammen, was sie benötigten und versuchten dabei aus allen weiteren Konflikten, die sich zu der Zeit auf der Insel verbreiteten wie ein Lauffeuer, raus zu halten.

=> Und damit bin ich raus~
 
B

Beubo

Guest
“Das… das kann doch einfach nicht wahr sein!?”, keuchte Biel sichtlich außer Atem. Sie stützte sich verkrampft mit einem Arm auf ihrem Oberschenkel auf und rang in wilden, rauen Stößen nach frischer Luft. So etwas hatte Biel noch nie erlebt, nicht, seitdem Valentine sie in ihre Piratenbande aufgenommen hatte. Normaler Weise dominierten die Snow Whites alles und ausnahmslos jeden. “Und doch…” Mit einen Blick, wie er angefressender nichts ein könnte, starrte Biel zu Morisato hinüber. Er hatte seit seinem Auftauchen zuerst die gesamte Snow White Piratenbande ausgeschalten, dann tatsächlich Bianca besiegt, und es anschließend sogar mit Biel selbst und der kleinen Blanche gleichzeitig aufgenommen! Letztere wurde nach einem kurzen hin und her am Ende mit einem gigantischen Ninjawurfstern an eine Wand gepinnt und war seitdem Kampfunfähig…
Biel spuckte verächtlich auf den Boden. Es war nur logisch, dass Morisato Blanche zu erst ausgeknockt hatte, sie beherrschte schließlich das Observationshaki. “Du hältst dich wohl für ganz besonders schlau?”, zische Biel und biss sich bei dem Gedanken an eine drohende Niederlage auf die Unterlippe - so stark, dass sogar etwas Blut floss. Der Kopfgledjäger schwieg eisern. Anstatt zu antworten, lupfte er wie ein Fußballtrickser ein Katana aus den Händen eines niedergestreckten Snow White Piraten und ging in eine Kampfbereite Haltung. Im Laufe der Auseinandersetzung hatten es Biel und Blanche zumindest fertig gebracht, scheinbar das gesamte Arsenal des Kopfgeldjägers auf zu brauchen. Sein Poncho war hin und er hatte keine Waffen mehr am Körper, alles was er jetzt noch trug, war eine zerschlissende Hose und ein dunkles Stirnband. Sein ganzer Körper schien mit Bandagen eingewickelt zu sein und ließ vermuten, wieso man ihn die Mumie nannte… Biel musste schmunzeln: “Glaubst du wirklich, du kannst mich mit einem Schwert besiegen?” Der Kopfgeldjäger hielt weiterhin inne, blickte Biel tief in die Augen, schien Möglichkeiten abzuwiegen… Und schließlich nickte Morisato verstehend: Als würde er von Biel einen freundschaftlichen Ratschlag annehmen, lupfte er sich ein zweites Katana in die noch freie Hand und nahm daraufhin eine andere, angemessenere Kampfhaltung ein. “…. Mann, du kotzt mich echt so an, dass glaubst du gar nicht…!? “ Und dann ging es in die zweite Runde. Die Aggressive Biel stürzte sich auf ihren Gegner, mit bloßen Händen schlug sie zielstrebig nach Moritsatos Kopf. Katsching! Der Hieb war leicht abgewehrt, Morisato kam unbeschadet davon, doch den Katana erging es leider übel: Wie auch alles andere, was die letzte aufrecht stehende Offizierin mit ihren Händen berührte, verwandelten sich die Schwerter augenblicklich in… Gold!
Morisato ging daraufhin auf Abstand, gewann Distanz, indem er Rückwertssalto schlug, aber Biel war schnell! Sie hielt mit ihrem Gegner mit, so dass der Abstand zwischen den beiden gleich blieb. “Jetzt hab’ ich dich!”, fauchte die Piratin und patschte zielstrebig auf Morisato. Dieser erkannte dank Biels Ausruf, dass es wohl brenzlich um ihn stand, also reagierte er sofort: Als Morisato beim Purzelbaum schlagen im Handstand landete, schnappte er sich den leblosen Körper eines herumliegenden Piraten, zog diesen im Salto mit in eine aufrechte Position und mit einem mal war der ehemalige Kamerad Biels zu einer goldenen Büste erstarrt! Als dieser Angriff also abgeblockt war, verpasste Morisato der neun Goldstatue einen kräftigen Tritt, so dass sie gegen die überraschte Biel polterte. Die Piraten wurde unsanft zu Boden geschleudert, fing sich mit den Händen ab und verwandelte sofort den gesamten Teppichboden zu purem Gold. “Verdammt!?”, fluchte sie in Rage, doch Morisato ließ ihr keine Zeit sich zu erholen. Er attackierte sie erneut mit aufgesammelten Katana und bearbeitete Biel außerdem mit gezielten Tritten - wohl darauf achtend, ihre Arme und Hände mit den Schwertern bei Laune zu halten, um nicht Gefahr zu laufen, am Bein berührt zu werden und selbst zu erstarren. Biel hatte ordentlich zu kämpfen. Nachdem sie die Katana je ein mal berührt hatte, konnte sie nur noch ausweichen… das heißt nein, sie musste es wohl. Scheinbar war es so, dass, wenn sie ein einmal vergoldetes Objekt erneut mit den Händen berührte, es sich unwiderruflich zurück verwandelte. Soviel hatte sich Morisato aus dem zuvor gegangenen Kampf schon zusammen gereimt. Außerdem schien es so, dass sich diese Fähigkeit einzig auf ihre Hände zu beschränken schien. Biel schien zudem nicht so stark zu sein, wie Bianca zuvor. Allen Anschein nach verließ sie sich im Kampf hauptsächlich auf ihre instand Kill Fähigkeit… Es ist so eine Sache mit den Teufelskräften, manch einer wird faul und vergisst seinen ursprünglichen Stil, sollte denn da einer gewesen sein. Morisato bemerkte wie er mit seinen Gedanken abschweifte, was in dieser Lage wirklich nicht angemessen war. Er kassierte erst drei heftige Tritte gegen den Rumpf, ehe er sich wieder voll konzentrierte. Er hätte Biel schon gerne früher erledigt, doch er musste warten, bis er sie in eine bestimmte Position gedrängt hatte…. Und dann war der Augenblick gekommen! Morisato ließ die Schwerter plötzlich los, die verwunderte Biel fing die Klingen auf und verwandelte sie auf diese Weise wieder zurück - Morisato hatte Biels Verhalten in der Abwehr studiert und darauf gepokert, dass sie so reagieren würde. Eine andere Bewegung ließ ihr Körper nämlich nicht zu, so wie sie in diesem Augenblick dastand. Gegen Reflexe kann der Mensch nicht viel machen… Biel griff also direkt in die Klingen, schrie kurz auf, weil sie sich geschnitten hatte, ließ die Schwerter ebenfalls fallen und dann - RRRITSCH! RRRITSCH! Biels Aufschrei steigerte sich zu einem schrillen Brüllen, das durch Mark und Bein zu gehen schien! Sie sank auf die Knie, konnte Tränen des Schmerzes und vermutlich auch der Verzweiflung nicht mehr unterdrücken: Morisato hatte sich die Schwerter in dem Augenblick, indem Biel sie los ließ, wieder angeeignet und der Piratin die Hände abgeschlagen!
“Du…du Bastaaard - !?” Morisato zögerte nicht, und schickte Biel mit einem kräftigen Hieb ins Reich der Träume. Die Frau Blutete stark und es war zweifelhaft, ob sie es überleben würde. Dennoch verband der Kopfgeldjäger ihr mit Teilen seiner eigenen Mullbinde die Handgelenke und wie durch ein Wunder schien das Geflecht die Blutung zu stoppen…
Morisato schloss dann die Augen, atmete tief ein und aus und richtete sich dann wieder auf. Alle Gegner schienen jetzt endlich besiegt zu sein, doch der Anführer der Bande war die ganze Zeit über nirgends zu sehen gewesen? Rückblickend betrachtet mochte es wohl ein Fehler gewesen sein, Biel zu verstümmeln und K.O. zu schlagen. Wie sollte Morisato jetzt herausfinden, wo sich Valentine persönlich herumtrieb?
Ein leises murmeln in einer Ecke des Raumes. Morisato nickte, er erinnerte sich erst jetzt wieder daran, dass er die Obsavationfrau noch nicht ausgeschaltet hatte. Sie hing noch immer an der Wand, wo er sie mit seinem Shuriken erfolgreich fest setzte. Er schritt also so ihr hinüber und warte geduldig, bis das Mädchen von alleine wieder zu sich kam. Sie, wie jeder Mensch, der aus einem tiefen Schlaf oder einer Ohnmacht erwachte, brauchte etwas Zeit, um sich zu orientieren, doch mit jeder Sekunde, die Blanche wachte, steigerte sich das Entsetzten in ihre Augen. Schließlich fing sie Morisatos Blick ein. An seiner Körperhaltung und nicht zu letzt wahrscheinlich auch auf Grund ihrer Fähigkeit, schien Blanche zu verstehen, was Morisato von ihr erwartete… “Ich sage dir gar nicht.”
Der Kopfgeldjäger löste seinen lockeren Stand und traktierte das Mädchen mit unheilverkündenden Starren. Sein Schatten legte sich verhängnisvoll über die nun plötzlich vor angst zitternde Blanche, während er bedrohlich näher Schritt. Und schließlich, zum aller ersten mal, seit Morisato einen Fuß auf die Fischmenscheninsel gesetzt hatte, sprach der Kopfgeldjäger - mit Grabesstimme prophezeite er “Doch. … Doch das wirst du.”

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Valentine hatte allen Anschein nach ihren Spaß mit den nichtsnutzigen Kopfgeldjäger.
Nach einem kurzen Katz und Maus Spiel bereitete die schöne aber bösartige Piratin einen Angriff vor, der Joe für immer Geschichte werden lassen sollte: “Shardstorm!” Die scharfkantigen Projektile beschleunigten auf den Befehl hin wie durch eine unsichtbare Kraft und ehe man sich versah, fanden sie ihr Ziel! Mit ekligen Geräuschen, die Valentine in süßer Verzückung auflachen zu scheinen ließen, schnitten und bohrten sich die Spiegelstücke in weiches, hilfloses Fleisch…
Als sie genug gekichert zu haben schien, hörte Valentine auf, den Kopf in den Nacken zu legen und wollte sich das Blutbad gerne ansehen, bevor sie sich nun endlich zurück zog. Doch ihr Grinsen sollte der Piratin nur alt zu schnell vergehen. Vor Joe hatte sich Morisato aufgebaut. Er hielt einen so ziemlich menschengroßen Klumpen mit einem Arm hoch, genau so, dass alle Spiegelsplitter in eben jenen eingeschlagen waren, anstatt die Kopfgledjäger zu verletzen. Morisato bewegte den Fleischsack, an dessen oberen Ende gut sichtbar drei Köpfe hervorlugten, leicht aus seinem Sichtfeld, um einen Blick auf die überraschte Valentine werfen zu können. Dann ließ er das Knäul, welches nichts anderes war, als die mit Bandagen zusammengebundenen Bianca, Blanche und Biel, zu Boden fallen….
 

Lucian

Piratenkapitän
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[Der Teil zwischen den beiden Strichen kann von denen, die sich nur für den Kampf interessieren, übersprungen werden, da er nur kurze Rückblenden zwischen Valentine und ihren drei Grazien beinhaltet.]

Der Wirbel aus Spiegelscherben, den Valentine um sich herum aufgebaut hatte, diente sowohl zur Abwehr, als auch zum Angriff. Wer versuchte sich durch den Malstrom zu bewegen, ging gefahr von den unzähligen, scharfkantigen Objekten aufgeschlitzt zu werden, gleichzeitig war es für die weißhaarige Piratin kein Problem, den Sturm in eine Richtung zu schicken, wie sie es eben getan hatte. Defensive und Offensive zur selben Zeit hatten natürlich ihren Preis und beim Malstrom bestand dieser aus einer etwas eingeschränkten Sicht. Die vielen Fragmente die schnell um sie herum wirbelten und das Licht unkontrollierbar zu ihr zurück reflektierten, erschwerten es, klar zusehen, weswegen Valentine diese Technik nie einsetzte, wenn Verbündete in der Nähe waren. Richtige Verbündete jedenfalls. Als sie den Shardstorm entfesselt hatte, war sie davon ausgegangen mit dem lächerlichen Kopfgeldjäger alleine zu sein. Das sich die Situation so schnell ändern würde, damit hatte sie nicht gerechnet. Als der blutige Sack auf den Boden aufschlug, und sie erkannte, wie falsch sie lag, war es natürlich längst zu spät. Im ersten Moment war es so, als wäre die Zeit stehen geblieben. Ihr Verstand war nicht in der Lage zu verarbeiten, was sie da sah. Jede einzelne Scherbe war zu Boden gefallen, ebenso wie der Spiegel mit Kaits Bewusstsein. "Blanchie? Bi-Bi? Bia?" Da waren die Gesichter ihrer Cousine und ihrer beiden besten und ältesten Freundinnen und sie alle waren Bewusstlos. Biel war kreidebleich und regte sich überhaupt nicht mehr, während Bianca einen schmerzverzerrte Grimasse zog und Blut spuckte. Die große Amazone hatte wohl den größten Teil des Shardstorms abbekommen. Ohne einen weiteren Gedanken an den Feigling oder den Neuankömmling zu verschwenden, ging Valentine zu ihren drei Freundinnen und vor dem Sack auf die Knie. Es stimmte, dass die Piratin eine sehr kaltherzige Person war, aber bei einer Hand voll Menschen war sie anders. Mit den dreien hier war sie aufgewachsen und sie liebte jede von ihnen wie eine Schwester.
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"Blanchie? Ich bin es, Vallie ..." Vorsichtig nahm sie das Gesicht ihrer Cousine zwischen die Hände. Kurz flatterten die Lider der Ohnmächtigen, aber sie kam nicht wieder zu Bewusstsein. Die sechsjährige Valentine stand am Hafen und beobachtete, wie die 'Judgement', dass Flagschiff ihres Vaters ablegte. Neben ihr stand die fünfjährige Blanche und sah dem weißen Koloss ebenfalls zu. „Irgendwann werden wir beide unsere eigene Mannschaft haben. Ich als Kapitän und du als mein erster Offizier. Und dann werden wir die ganze Welt erobern!“ So wie die kleine Valentine das sagte, bestand keinerlei Zweifel daran. Blanche schien aber nicht so überzeugt und verhüllte den unteren Teil ihres Gesichts mit den langen Ärmeln ihres Kleides. „Denkst du? Das ist doch viel zu gefährlich für uns ...“ Aber die kleine Prinzessin drehte sich nur zu ihrer Cousine um und legte ihr die Hand auf die Schulter. „Keine Angst. Solange ich da bin, wird dir niemals etwas passieren! Ich pass' auf dich auf Blanchie!“ Zärtlich strich Shirayuki-Hime ihr eine Strähne aus dem Gesicht und versuchte dann auch ihre anderen beiden Kameradinnen zu wecken, ebenfalls erfolglos. Dabei machte Biel ihr am meisten sorgen. Die kurzhaarige Frau war totenbleich. "Komm schon Bi-Bi. Du gibst dich doch nie geschlagen." Die magere, achtjährige Biel, gekleidet in zerlumpte, schmutzige Fetzen, lag am Boden, während ein Mann im weißen Anzug nach ihr trat. „Mich zu bestehlen du dreckiges Straßengör, dass wir dir eine Lehre sein!“ brüllte der Mann das Mädchen weinte, vor Schmerzen und Hunger gleichermaßen, gab aber keinen Laut von sich. Mit einem mal ging ein Ruck durch den Mann und er brach zusammen. Von hinten kam die siebenjährige Valentine in Biels Sichtfeld. „Ziemlich mutig, sich mit einem Kind anzulegen, oder?“ Das Mädchen am Boden schwieg nur, während Valentine ein Messer aus dem Gürtel des Mannes löste und vor sie warf. „Willst du es ihm heimzahlen?“ Einen Augenblick zögerte Biel, dann griff sie nach dem Messer, humpelte zu dem Mann und stach es ihm mehrfach in den Rücken. Das Schauspiel brachte Valentine zum Grinsen. „Komm mit. Ab jetzt bist du Teil meiner Crew. Wenn du dich richtig anstellst, wirst du nie Hunger haben.“ Biel sah einen Moment lang nur das blutige Messer an und dann zu Valentine, die aussah wie eine Märchenprinzessin. „Ja-Jawohl … uhm … Lady? Mistress?“ Seit diesem Tag war der Tomboy Vallie nie wieder von der Seite gewichen. Die Anführerin der Snow-White Piraten musste sich tatsächlich die Tränen verkneifen, als sie in das regungslose Antlitz ihrer Freundin sah und sich daran erinnerte, wie sie sich kennen gelernt hatten. Und Bianca? Die Weißhaarige wollte sie nicht näher ansehen. Was auch immer man mit der Amazone gemacht hatte, die vielen Splitter und Scherben in ihrem Fleisch waren nicht das Werk eines Feindes. Die achtjährige Valentine öffnete einen Wandschrank im Anwesen ihres Vaters, aus dem Geschluchze zuhören war. Was sie grüßte war die weinende, elfjährige Biel, die ein einfaches, graues Dienstmädchenkostüm trug. Bereits damals war sie sehr groß für ein Mädchen ihres Alters. „Du bist also diese Magd, die zwei von den Jungsoldaten verprügelt hat, mhh?“ Bianca schluchzte nur noch lauter, es war deutlich sichtbar, dass sie Angst vor einer bestrafung hatte. „Warum hast du es gemacht?“ Es war das erste mal, dass die Dunkelhäutige hoch sah. „Sie haben mich dumm genannt und gelacht ... ich mag nicht, wenn man über mich lacht ...“ Valentine seufzte leise und setzte sich neben das große Mädchen. Ihr den Kopf tätschelnd, versuchte Vallie Bianca zu beruhigen. „Keine Angst. Niemand wird dich bestrafen. Und ab sofort wird auch nie wieder jemand über dich lachen. Ab heute bist du Teil meiner Crew. Alles andere wäre Verschwendung deiner Talente.“
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"Bring sie zum Schiff und sorge dafür, dass Vici sich um sie kümmert." Ihre Stimme hatte alle Gefühle verloren. Kalt und emotionslos hatte sie anscheinend mit sich selbst geredet, aber ihr Spiegelbild, Eluvian, hatte alles gehört. Mit einem mal erhoben sich alle Splitter, die nicht in einer ihrer Freundinnen steckten, wieder in die Luft, doch statt eines Wirbels bildeten sie nun eine gepunktete Linie, weit über der Stadt, die vom Platz bis Schiff der Snow-White Piraten führte. Wer genau hin sah, konnte erkennen, wie die Reflektion des Sacks von Elvuian angehoben wurde, während es auf dem Platz so aussah, als würden die drei Frauen einfach schweben. "Warte … Divide!" In dem Sack entstand eine Regung, die jedoch nicht von den Frauen stammte. Stattdessen hatten sich die Spiegel, die alle Drei auf den Rücken geschnallt hatte, gelöst und erhoben sich aus dem Stoffgefängnis. In jedem Spiegel war ihre Besitzerin zu sehen, jedoch ebenfalls mit geschlossenen Augen und im selben Zustand wie das Original. Sobald alle drei Spiegel draußen waren, setzte der Sack sich in Bewegung und hatte das Kampffeld schnell hinter sich gebracht.

Erst jetzt schenkte Valentine endlich dem bandagierten ihre volle Aufmerksamkeit. Der Feigling, mit dem sie zuvor gespielt hatte, war nun vollkommen vergessen. Aus den Augenwinkeln sah sie ihn wegrennen, doch es interessierte sie nicht. "Du hast die Tripple Seven besiegt. Das bedeutet du bist stark." So wie sie es sagte, klang es weniger nach einem Kompliment, als nach einer Beleidgung. "Im Normalfall, bin ich etwa so stark wie die drei zusammen, weißt du? Aber für dich … du hast einen besonderen Gegner: Die Immaculate Empress!" Als sie die letzten beiden Worte sagte, platzten die Rahmen der drei Spiegel weg und die Spiegelbilder ihrer Freundinnen schlugen ruckartig die Augen auf. Die Silberscheiben schwebten aufeinander zu und verschmolzen langsam. Zuerst schienen die drei Grazien verwirrt zu sein, aber das legte sich, als sie Valentine erkannten. „Du wirst es bereuen, dass ich es dir gesagt habe,“ flüsterte Blanche, ehe sie die selbe Haltung einnahm wie ihr Kapitän. Auch die anderen beiden nahmen diese Pose ein. Von Bianca kam ein zorniges „Ich sagte doch, wir arbeiten an unseren Schwächen.“ Biel hingegen blieb stumm. Selbst ihrem Spiegelbild fehlten die Hände. Die drei Spiegel verschmolzen zu einem einzigen und etwas ähnliches schien mit den Reflektionen zu geschehen. Sie überlappten einander, waren aber halb transparent. Im Sekundenwechsel war eine andere der drei am besten zu erkennen, während sie sich vollkommen synchron bewegten. "Ich bin nicht besonders gut, was Haki oder Nahkampf angeht. Dafür habe ich mich viel zu sehr auf meine Teufelskräfte konzentriert. Aber die drei … die sind echt verdammt gut ..."
Valentine breitete ihre Arme aus und ihre drei Freundinnen immitierten die Bewegung. Sie hatte kurzerhand ihr eigenes SPiegelbild gegen die der Drei getauscht. Und dadurch ihre Talente übernommen! Ein Teil des Spiegels löste sich und schwebte auf Valentines linken Arm zu, um diesen wie Wasser – oder eher flüssiges Silber - zu umspielen. Schließlich legte sich um Hand und Unterarm eine dünne Schicht, wie ein Seidenhandschuh. "Biels Midas-Frucht," sie spannte die Muskeln des rechten Arms an, woraufhin sich dieser komplett schwarz färbten. "Biancas Busoushoku," Sie schloss einen Moment die Augen legte den Kopf seitlich, als würde sie auf ein leises Flüstern lauschen. "Und Blanches Kenbunshoku ..." Sie schlug die Augen wieder auf und ballte die Hände zu Fäuste.

Es gab keine Vorwarnung. Valentine stürmte einfach nach vorne und auf Morisato zu, den rechten Arm zum Schlag erhoben. Wie zu erwarten tauchte der Bandagenmann unter dem Hieb weg, doch das Observationshaki hatte Shirayuki-Hime natürlich davor gewarnt. So endete Morisatos Ausweichbewegung kurz darauf an ihrem nachfolgendem Kick gegen seine Magengegend. Der Kopfgeldjäger wurde ein paar Meter zur Seite geschleudert, schaffte es aber schnell wieder, sich zu fangen. Zeit zum durchatmen hatte er jedoch nicht, als Valentine bereits wieder auf ihn zu kam. Erneut versuchte sie es mit einem Rüstungshaki verstärkten Hieb gegen seinen Kopf. Dieses mal plante er nicht auszuweichen, sondern mit einer Konterattacke zu landen. In der Theorie ganz schön, aber nicht besonders effektiv gegen eine Gegnerin, die jeden seiner Schritte hören konnte, wortwörtlich. Ihre linke Hand schoss nach unten und umklammerte das Handgelenk der Faust, mit der Morisato sie hatte treffen wollen. Die Bandagen, die sie berührte, wurden von einer silbernen Schicht überzogen. Im ersten Moment hätte man es tatsächlich für eine etwas langsamere Version von Biels vergoldender Berührung halten können, aber eigentlich war es nicht zu vergleichen. Während Biel ihr Ziel komplett in Gold verwandelte, konnte Valentine ihre Opfer nur mit einer dünnen Schicht ihrer Spiegel bedecken. Darunter war Morisato so wie zuvor auch, doch für den ersten Moment reichte die Starre und der Schock aus, um seinen Konter zu unterbrechen und stattdessen selber einen Treffer zu erzielen. Die schwarze Faust kollidierte gegen seine Brust, gleichzeitig lies die silberne Hand los. Es knackte deutlich hörbar und Morisato wurde durch die Wand des nächsten Korallenhauses katapultiert. Normalerweise hätte Valentine diese Auseinandersetzung genossen und nun herzlich gelacht, doch der Spaß war ihr längst vergangen.

Sie verfolgte Morisato nicht, sondern ging anstelle davon zu dem Spiegel ihrer Freundinnen. Langsam hob sie die Hand und berührte die silberne Oberfläche. Ihre Kameradinnen vollführten die spiegelverkehrte Geste, so dass sich die linken Handinnenflächen berührten. Man hätte es für eine emotionale Geste handeln können, doch tatsächlich brauchte sie nur neues Silber für ihre Midas-Berührung. Während sie Morisato berührt und verspiegelt hatte, war der Handschuh um ihre linke Hand immer kürzer geworden. Sie konnte keinen neuen Spiegel erschaffen, nur den bereits vorhanden übertragen. Aber im Grunde reichte das vollkommen aus. Ein One-Hit-Kill, wie Biel es immer machte war viel zu gut für den Bastard. Viel lieber würde sie ihn weiter mit Biancas Power zusetzen und jeden Knochen einzeln brechen. Ihrer Meinung nach war die Midas-Frucht von jeher Defensiv. Aber sie wollte die offensive … "Na los, komm schon raus!" Schrie sie in die Richtung, in die sie den Bandagenmann geprügelt hatte, "Es bringt eh nichts, sich zu verstecken und zu Planen. Ich kenne jeden Trick in dem Moment, wo du ihn dir ausdenkst!"
 
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